Antidiuretisches Hormon (ADH)
Das Antidiuretische Hormon (ADH), auch als Vasopressin bezeichnet, ist ein Peptidhormon, das eine zentrale Rolle in der Regulation des Wasserhaushalts und des Blutdrucks spielt. Es wird im Hypothalamus gebildet und im Hypophysenhinterlappen gespeichert, von wo aus es bei Bedarf in den Blutkreislauf freigesetzt wird. Charakteristisch für ADH ist seine Fähigkeit, die Wasserrückresorption in den Nieren gezielt zu steuern. Durch seine Wirkung auf die Sammelrohre der Niere reduziert es die Urinmenge und trägt so zur Stabilisierung des Flüssigkeitsvolumens im Körper bei. Zusätzlich besitzt ADH gefäßverengende Eigenschaften, die den Blutdruck beeinflussen können.
Welche Funktionen erfüllt ADH im Körper?
- Regulation des Wasserhaushalts: ADH steuert die Rückresorption von Wasser in den Nieren.
- Kontrolle der Urinmenge: Die Ausscheidung von Wasser wird bedarfsgerecht angepasst.
- Stabilisierung des Blutvolumens: ADH hilft, das zirkulierende Flüssigkeitsvolumen zu erhalten.
- Beeinflussung des Blutdrucks: Über gefäßverengende Effekte kann ADH den Blutdruck erhöhen.
- Anpassung an Flüssigkeitsmangel: Bei Dehydrierung steigt die ADH-Ausschüttung.
- Integration in das Hormonsystem: ADH wirkt im Zusammenspiel mit anderen Regulationshormonen.
Wie wirkt ADH im Körper?
Die Wirkung von ADH erfolgt über spezifische Rezeptoren:
- V2-Rezeptoren in der Niere: Erhöhen die Wasserdurchlässigkeit der Sammelrohre.
- V1-Rezeptoren an Blutgefäßen: Vermitteln gefäßverengende Effekte.
Durch diese Mechanismen wird Wasser im Körper zurückgehalten und der Flüssigkeitshaushalt stabilisiert.
Wie wird die ADH-Ausschüttung reguliert?
Die Freisetzung von ADH unterliegt einer präzisen Regulation:
- Osmorezeptoren messen die Konzentration gelöster Stoffe im Blut
- Barorezeptoren reagieren auf Blutdruck und Blutvolumen
- Flüssigkeitsmangel steigert die ADH-Freisetzung
- Alkohol hemmt die Ausschüttung von ADH
Wann spielt ADH eine besondere Rolle?
Flüssigkeitsmangel und Dehydrierung
- Starkes Schwitzen
- Unzureichende Flüssigkeitszufuhr
Regulation des Kreislaufs
- Blutverlust
- Blutdruckschwankungen
Physiologische Anpassungen
- Schlaf
- Körperliche Belastung
Fazit
Das Antidiuretische Hormon ist ein essenzieller Regulator des Wasser- und Flüssigkeitshaushalts sowie des Blutdrucks. Durch seine gezielte Wirkung auf die Nieren und Blutgefäße ermöglicht ADH eine flexible Anpassung an wechselnde Flüssigkeits- und Belastungssituationen. Eine stabile ADH-Regulation ist entscheidend für die Aufrechterhaltung der inneren Homöostase und die Funktionsfähigkeit des Organismus.