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Aldosteron

Aldosteron ist ein lebenswichtiges Steroidhormon, das zur Gruppe der Mineralokortikoide gehört. Es wird in der Nebennierenrinde, genauer in der Zona glomerulosa, gebildet und spielt eine zentrale Rolle bei der Regulation des Wasser-, Elektrolyt- und Blutdruckhaushalts. Aldosteron steuert vor allem den Austausch von Natrium und Kalium in den Nieren und trägt damit maßgeblich zur Stabilisierung des inneren Milieus bei.

Charakteristisch für Aldosteron ist seine präzise und langfristige Wirkung. Im Gegensatz zu schnell wirkenden Peptidhormonen entfaltet Aldosteron seine Effekte über die Beeinflussung der Genexpression in Zielzellen. Dadurch passt der Körper Flüssigkeitsvolumen, Elektrolytkonzentrationen und Blutdruck kontinuierlich an wechselnde Anforderungen an.

Welche Funktionen erfüllt Aldosteron im Körper?

  • Regulation des Natriumhaushalts: Aldosteron fördert die Rückresorption von Natrium in den Nierenkanälchen und verhindert dessen übermäßige Ausscheidung.
  • Steuerung des Wasserhaushalts: Durch die Natriumrückhaltung folgt Wasser osmotisch, was das Blutvolumen beeinflusst.
  • Kontrolle des Kaliumspiegels: Aldosteron erhöht die Ausscheidung von Kalium und trägt zur Aufrechterhaltung stabiler Kaliumwerte bei.
  • Einfluss auf den Blutdruck: Über die Regulation von Volumen und Elektrolyten wirkt Aldosteron indirekt blutdrucksteigernd.
  • Beitrag zur Säure-Basen-Regulation: Aldosteron beeinflusst die Ausscheidung von Protonen und unterstützt so die pH-Stabilität.
  • Anpassung an Belastungssituationen: Bei Flüssigkeitsverlust oder niedrigem Blutdruck wird die Aldosteronfreisetzung erhöht.

Wie wirkt Aldosteron im Körper?

Die Wirkung von Aldosteron erfolgt über einen hormonellen Steuermechanismus:

  1. Bindung an intrazelluläre Rezeptoren: Aldosteron durchdringt die Zellmembran und bindet an Mineralokortikoid-Rezeptoren.
  2. Aktivierung der Genexpression: Der Hormon-Rezeptor-Komplex beeinflusst die Bildung von Transportproteinen.
  3. Erhöhung der Natriumaufnahme: Natriumkanäle und Natrium-Kalium-Pumpen werden vermehrt in die Zellmembran eingebaut.
  4. Verstärkte Kalium- und Protonenausscheidung: Gleichzeitig wird Kalium aktiv ausgeschieden.
  5. Langfristige Regulation: Die Wirkung setzt verzögert ein, hält jedoch über längere Zeit an.

Wie wird die Aldosteronfreisetzung reguliert?

Die Steuerung erfolgt primär über das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System (RAAS):

  • Abfall des Blutdrucks oder Natriumspiegels
  • Freisetzung von Renin in der Niere
  • Bildung von Angiotensin II
  • Stimulation der Aldosteronsekretiondw

Zusätzlich beeinflussen Kaliumkonzentrationen und in geringerem Maß ACTH die Ausschüttung.

Was passiert, wenn Aldosteron aus dem Gleichgewicht gerät?

Gerät Aldosteron aus dem Gleichgewicht, hat das weitreichende Folgen für den Flüssigkeits-, Elektrolyt- und Blutdruckhaushalt. Bei einem Aldosteronüberschuss (Hyperaldosteronismus) werden vermehrt Natrium und Wasser im Körper zurückgehalten. Dies führt zu einem erhöhten Blutvolumen und damit häufig zu Bluthochdruck, der oft therapieresistent ist. Gleichzeitig wird übermäßig Kalium ausgeschieden, was zu einem Kaliummangel führen kann. Die Folgen sind Muskelschwäche, Muskelkrämpfe, schnelle Ermüdbarkeit, Herzrhythmusstörungen und in schweren Fällen Lähmungserscheinungen. Langfristig kann ein chronisch erhöhter Aldosteronspiegel das Herz-Kreislauf-System schädigen, die Gefäße verhärten und das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und Nierenschäden erhöhen – unabhängig vom reinen Blutdruckwert.

Ein Aldosteronmangel (Hypoaldosteronismus) führt dagegen zu einem verstärkten Verlust von Natrium und Wasser über die Nieren, während Kalium im Körper zurückgehalten wird. Dies kann niedrigen Blutdruck, Schwindel, Kreislaufschwäche, Leistungsabfall und eine erhöhte Neigung zu Dehydratation verursachen. Der entstehende Kaliumüberschuss kann die Erregungsleitung des Herzens beeinträchtigen und ebenfalls gefährliche Herzrhythmusstörungen auslösen. Betroffene berichten häufig über Müdigkeit, Muskelschwäche und ein starkes Verlangen nach salzigen Lebensmitteln.

Da Aldosteron eng mit dem Renin-Angiotensin-Aldosteron-System (RAAS) verknüpft ist, wirkt sich seine Fehlregulation oft nicht isoliert aus, sondern beeinflusst weitere hormonelle und kardiovaskuläre Regelkreise. Besonders bei chronischem Stress, Nierenerkrankungen, hormonellen Störungen oder langfristiger Einnahme bestimmter Medikamente (z. B. Diuretika) kann dieses Gleichgewicht gestört werden.

Zusammenfassend führt ein Ungleichgewicht von Aldosteron dazu, dass der Körper die Kontrolle über Wasser, Elektrolyte und Blutdruck verliert. Dies beeinträchtigt nicht nur Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden, sondern kann langfristig schwerwiegende Folgen für Herz, Gefäße und Nieren haben. Eine stabile Regulation ist daher essenziell für die Aufrechterhaltung der inneren Homöostase.

Fazit

Aldosteron ist ein zentrales Regulationshormon für Elektrolyt-, Wasser- und Blutdruckhaushalt. Durch seine langfristige, genregulatorische Wirkung sorgt es für Stabilität und Anpassungsfähigkeit des inneren Milieus. Als Bestandteil komplexer Rückkopplungssysteme trägt Aldosteron entscheidend dazu bei, dass der Körper auch unter wechselnden Bedingungen funktionsfähig bleibt.