Ernährung

Ein Blick auf die Wissenschaft hinter dem beliebtesten Supplement der Welt. Und ein detaillierter Blick auf Kreatin von einem chemischen und biochemischen Standpunkt aus.
Einleitung
Kreatin hat eine sehr lange und kontroverse Geschichte. Kreatin (Methyl-guandino-Essigsäure) wurde vom französischen Wissenschaftler Michel Eugene Chevreul im Jahr 1832 entdeckt. Chevreul untersuchte die unterschiedlichen Stoffwechselprodukte, die sich in Fleisch wiederfinden, als er erstmals Kreatin isolierte. Er benannte es nach dem griechischen Wort für Fleisch, Kreas (16). Was Chevreul zu diesem Zeitpunkt natürlich noch nicht wusste, war, dass Kreatin einmal zum beliebtesten Nahrungsergänzungsmittel der Welt werden würde (1).
Justus von Liebig bestätigte Chevreuls Entdeckung im Jahr 1847 und führte zusätzliche Untersuchungen bezüglich Kreatin und der tierischen Physiologie durch. Liebig machte im Rahmen seiner Untersuchungen mehrere interessante Entdeckungen. Er fand heraus, dass wilde Füchse zehnmal mehr Kreatin in ihrer Skelettmuskulatur aufwiesen, als Füchse, die in Gefangenschaft gehalten wurde. Er folgerte hieraus, dass körperliches Training zu einer Erhöhung der Kreatinkonzentration in der Skelettmuskulatur führt (1).
Im Jahr 1927 wurde Phosphokreatin – ein Derivat von Kreatin entdeckt. Diese bahnbrechende Entdeckung wurde von Fiske und Subbarow gemacht (1). Ihre Untersuchungen etablierten die Tatsache, dass die Phosphokreatin Konzentrationen in den Skelettmuskeln während Muskelkontraktionen abnehmen und während Ruhephasen wieder steigen (1). Sie entdeckten außerdem die (wichtige?) Rolle, die Phosphokreatin bei der Energieproduktion spielt.
Nach diesen Entdeckungen von Fiske und Subbaro wurden nicht mehr viele Untersuchungen mit Kreatin durchgeführt, bis Chanutin im Jahr 1992 berichtete, dass die Gesamtkreatinkonzentrationen in der Skelettmuskulatur nach einer Einnahme von Kreatin ansteigen (1). Diese Entdeckung bedeutete, dass supplementiertes Kreatin direkt in die Skelettmuskulatur aufgenommen werden kann.
Diese Studie wurde durch andere Studien bestätigt, zu denen auch eine von Harris et al im Jahr 1992 durchgeführte Studie gehörte, die als die Studie angesehen wird, mit der die Revolution der Kreatinsupplementation begann (17). Als Resultat der Harris et al-Studie stieg die Anzahl der mit Kreatin durchgeführten Studien sprunghaft an.
Der Zweck dieses Artikels besteht darin zu zeigen, wie Kreatin von einem chemischen Standpunkt aus gesehen als Sportsupplement verwendet werden kann und unterschiedliche Faktoren zu untersuchen, die zur Effektivität einer Kreatin-Supplementation beitragen können.
Während der letzten Jahre hat sich Kreatin auch außerhalb des Bereichs der sportlichen Leistungssteigerung zu einem interessanten Thema entwickelt, das auch im medizinischen Bereich Einzug gehalten hat. Es gibt Hinweise darauf, dass Kreatin bei der Behandlung unterschiedlicher Störungen und Erkrankungen wie Parkinson, neuromuskulären Erkrankungen, Erkrankungen des Gehirns, Muskeldystrophie und sogar Herzkrankheiten eine Rolle spielen könnte (2, 19). Diese Hinweise haben den Weg für eine mögliche Verwendung von Kreatin außerhalb des sportlichen Bereichs bereitet.
Kreatin im menschlichen Körper
Wie oben bereits erwähnt wurde, konnte gezeigt werden, dass die Phosphokreatinkonzentrationen während Muskelkontraktionen fluktuieren (19). Dies legt die Rolle nahe, die Kreatin im menschlichen Körper spielt. Es wurde spekuliert, dass Kreatin letztendlich die Menge an Energie steigern kann, die Menschen innerhalb ihrer Skelettmuskeln „speichern“. Wenn ein Muskel kontrahiert, dann verwendet er die Hydrolyse einer Phosphoanhydridbindung eines Adenosin Triphosphat (ATP) Moleküls, um Energie freizusetzen.
Die Hydrolyse des ATP Moleküls führt zur Entstehung eines Adenosindiphosphat- (ADP) Moleküls (3). Dies ist der primäre Mechanismus, den der menschliche Körper verwendet, um Energie während Muskelkontraktionen zu erhalten. Aufgrund dieser Abhängigkeit von einer ATP Hydrolyse sind die Konzentration und folglich die Verfügbarkeit von ATP in der Skelettmuskulatur für die Bestimmung der Menge an Energie, über die ein Muskel verfügt, um Kontraktionen auszuführen (z.B. während des Trainings), von entscheidender Bedeutung.
Es ist wichtig anzumerken, dass wenn ATP zu ADP dephosphoryliert wird, zur selben Zeit auch eine ATP Resynthese innerhalb des Muskelgewebes zustande kommt. Dies ist der Punkt, an dem Kreatin zu einem entscheidenden Faktor bei der Energieproduktion der Muskelzellen im Körper wird. Während Muskelkontraktionen wird diese Resynthese von ATP aus ADP durch einen Abbau von Phosphokreatin erreicht. Diese Reaktion ist in Abbildung 1 zu sehen (4):
Abbildung 1: Die Kreatin-Kinase-Reaktion, die auf diesem Schaubild dargestellt wird, ist die Kreatin-Kinase-Reaktion, die innerhalb der Skelettmuskeln stattfindet, um eine ATP-Resynthese zu ermöglichen. Wie man sehen kann, liefert Phosphokreatin in Kombination mit ATP-Kreatin (Cr) und ATP, welches für die Energieproduktion verwendet werden kann.
Quelle: Wyss and Kaddurah-Daouk (2000). (4)
Als Resultat dieser direkten Reaktion zwischen Phosphokreatin und ADP sind die Phosphokreatin-Konzentrationen der limitierende Faktor für die ATP-Resynthese. Mit diesem Wissen darüber, wie die Skelettmuskulatur die Kreatin-Kinase-Reaktion nutzt, um Energie zu produzieren, können wir jetzt die Wirkungen einer Supplementation mit Kreatin näher untersuchen. Viele Faktoren bezüglich einer Kreatin-Supplementation, sowie die Effektivität einer Kreatin-Supplementation bezüglich einer Leistungssteigerung werden unten beschrieben.
Der erste Faktor, der untersucht werden muss, ist der Beitrag des Kreatins in seiner reinen Form zur Aufrechterhaltung der Energiespiegel. Auch wenn Kreatin nicht direkt mit ADP reagiert, um ATP zu produzieren, gibt es einen Pfadweg, über dem Kreatin die Resynthese von ATP unterstützt, wie aus Abbildung 1 ersichtlich wird. Kreatin erfüllt diese Aufgabe, indem es als Puffer für die Reaktion agiert, die während der Resynthese von ATP stattfindet (5).
Es konnte nachgewiesen werden, dass die Gesamtkonzentration von Phosphokreatin in der Skelettmuskulatur nach einer Kreatin-Supplementation zunimmt (6). Deshalb verhindert eine Kreatin Supplementation, dass die Phosphokreatin Konzentration so weit absinkt, dass das Gleichgewicht sich von der ATP-Produktion weg verschiebt. Die erhöhte Phosphokreatin-Konzentration verschiebt außerdem das Gleichgewicht in Richtung der ATP-Produktion. Dieses Puffersystem erlaubt im Gegenzug eine schnellere und effizientere Produktion von ATP, was zur Folge hat, dass die Gesamtverfügbarkeit von ATP steigt.
Doch auch wenn viele Kreatin gerne als das perfekte Supplement für die Energieproduktion im Muskelgewebe ansehen würden, ist eine reduzierte Energieproduktion nicht der einzige Grund dafür, dass Muskelfasern erschöpfen. Der andere Faktor, der mit in Betracht gezogen werden muss, wenn es um die Muskelerschöpfung geht, ist die Ansammlung von Laktat (Milchsäure) während Muskelkontraktionen. Wenn ein Muskel kontrahiert, dann beginnt der Bedarf an ATP zu steigen. Während der Verbrauch von ATP steigt, wird Milchsäure im Muskel schneller produziert, als sie abtransportiert werden kann, was dazu führt, dass die Milchsäurekonzentration im Muskelgewebe steigt.
Steigende Laktat Konzentrationen senken den pH-Wert im Muskel, was als Ursache für eine ermüdende Wirkung im Muskel identifiziert wurde (7). Es ist jedoch wichtig anzumerken, dass laut Katz et al die Erschöpfung, die während kurzzeitiger Kontraktionen zustande kommt, stärker mit niedrigen Phosphokreatinspiegeln als mit einer Erhöhung der Milchsäurekonzentrationen zusammenhängt (8). Dieses Resultat wurde von Saugen et al. bestätigt (18). Diese Ergebnisse zeigen die wichtige Bedeutung, die Phosphokreatin bei der Menge an Energie spielt, die ein Muskel während Kontraktionen produzieren kann.
Ein anderer Aspekt von Kreatin im menschlichen Körper, der mitberücksichtigt werden muss, ist, welche Typen von Muskelfasern mehr Kreatin während ihrer Kontraktionen verbrauchen. Laut Casey und Greenhaff verbrauchen die beiden Typen von Muskelfasern, die man in der Skelettmuskulatur vorfindet – Typ I und Typ II – Kreatin in unterschiedlichen Mengen (3). Muskelfasern vom Typ I, die auch als langsam kontrahierende Fasern bezeichnet werden, sind während Ausdaueraktivitäten wie Langstreckenlauf und Radfahren nützlicher, während Muskelfaser vom Typ II, die auch als schnell kontrahierende Muskelfaser bezeichnet werden, primär für kurze maximale Muskelanstrengungen wie z.B. während einem Training mit Gewichten herangezogen werden.
Casey und Greenhaff berichten, dass die Verwendung von Phosphokreatin in den Fasern vom Typ II um bis zu 33% höher, als in den Fasern vom Typ I ausfallen kann. Da die primäre Energiequelle für Muskelfasern vom Typ I Triglyzeride (Fettsäuren) sind und Muskelfasern vom Typ II primär ATP verwenden, kann spekuliert werde, dass eine Supplementation mit Kreatin nützlicher für kurze explosive anaerobe Aktivitäten wie das Bewegen von Gewichten und Sprints, als für länger andauerndes aerobes Training sein wird (3).
Es ist außerdem wichtig die maximale Menge an Kreatin und letztendlich auch Phosphokreatin zu untersuchen, die innerhalb der Muskelnfasern gespeichert werden kann. Die Durchschnittsperson, die eine normale Ernährung zu sich nimmt, die aus Protein, Kohlenhydraten und Fett besteht, liefert einen ungefähren Basiskreatinlevel von 120mmol Kreatin pro Kilogramm fettfreier Körpermasse (5). Diese Menge kann abhängig von der individuellen Ernährung auch substantiell niedriger ausfallen. Vegetarier weisen z.B. aufgrund der Abwesenheit von Fleisch in ihrer Ernährung niedrigere Kreatinspiegel auf.
Laut Paddon-Jones et al liegt die maximale Konzentration der Skelettmuskulatur, die durch eine Supplementation erreicht werden kann, bei 160mmol pro Kilo fettfreier Körpermasse (5). Diese Konzentration kann durch eine zusätzliche Kreatin-Supplementation nicht weiter gesteigert werden. Sobald diese Konzentration erreicht wurde, wird zusätzlich verzehrtes Kreatin einfach ausgeschieden.
Zusätzlich zu den vorgeschlagenen energetischen Auswirkungen, die Kreatin auf die Skelettmuskulatur besitzt, konnte gezeigt werden, dass Kreatin auch bei dem Mechanismus eine Rolle spielt, der die Muskelproteinsynthese kontrolliert. Im Rahmen einer Studie fanden Wissenschaftler heraus, dass erhöhte Kreatinkonzentrationen innerhalb der Skelettmuskelzellen zu einer gesteigerten Synthese von schweren Myosinketten führt (9). Diese Studien wurden in vitro unter Verwendung von Gewebekulturen durchgeführt. Die Resultate der Studie von Ingwall et al finden sich in Tabelle 1 wieder.
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|
Experiment # |
Gesamt Proteinsynthese (cmp/ g DNA) |
Synthese schwerer Myosin Ketten (cmp/ g DNA) |
Erhöhung der Rate der Myosin Synthese in % |
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Kontrollgruppe |
1 |
149,000 |
360 |
- |
|
|
2 |
134,000 |
350 |
- |
|
+5mM |
1 |
161,000 |
800 |
120 |
|
|
2 |
151,000 |
610 |
75 |
Tabelle 1: Gesamtprozentsatz der Synthese schwerer Myosinketten nach einer Kreatinsupplementation in Gewebezellkulturen. Die Zellkulturen wurde für 4 Stunden bebrütet, während denen eine 5mM Kreatinlösung oder warmes Wasser zugegeben wurde. Wie man sehen kann, stieg die Menge an schweren Myosinketten nach Zugabe von Kreatin zu den Zellkulturen drastisch. Die Gesamtproteinsynthese und die Gesamtsynthese der schweren Myosinketten wurden unter Verwendung einer 3H Zerfallsanalyse bestimmt (9).
Wie man sehen kann erhöhte der Anstieg der Kreatinkonzentrationen die Menge an schweren Myosinketten und die Gesamtmenge an Protein, die innerhalb der Zelle produziert wurde. Diese Resultate wurden später durch ähnliche Studien von Ingwall et al. bestätigt (19). Weil schwere Myosinketten das primäre Protein sind, welches die Muskelkontraktion initiiert, deuten diese Resultate darauf hin, dass Kreatin eine maximale Muskelkontraktion über zwei unterschiedliche Mechanismen fördert: ein energetischer Effekt und eine Förderung der Synthese schwerer Myosinketten.
Im Gegenzug ist es jedoch auch wichtig zu erwähnen, dass einige Studien nicht dazu in der Lage waren zu zeigen, dass eine Kreatin-Supplementation die Gesamtproteinsynthese steigert. Eine dieser Studien war jedoch dazu in der Lage zu zeigen, dass eine Kreatin-Supplementation möglicherweise die Rate des Proteinabbaus (Katabolismus), mit dem Protein im Körper abgebaut wird, reduzieren könnte (19).
Auch wenn die theoretischen Möglichkeiten von Kreatin erstaunlich zu sein scheinen, bleibt die Frage, ob eine Kreatin-Supplementation die sportliche Leistungsfähigkeit steigern kann. Es wurden unzählige Studien bezüglich einer Kreatin-Supplementation, die zu widersprüchlichen Resultaten kamen [, irgendwas fehlt an Verb] . Casey und Greenhaff fanden heraus, dass seine Kreatin-Supplementation mit 20 Gramm Kreatin pro Tag für 5 Tage in einer gesteigerten Leistung bei maximalem isokinetischem Beinstrecken um bis zu 4% führte (3). Casey et al entdeckten, dass mit demselben Supplementprogramm, wie bei Casey und Greenhaff, neun männliche Probanden ihre während mehreren maximalen isokinetischen Übungen verrichtete Arbeit um durchschnittlich 4% steigern konnten (10).
Harris et al führten Tests mit trainierten Mittelstreckeläufern an der Tartu University durch, in deren Rahmen sie herausfanden, dass eine Kreatin-Supplementation von 20 bis 30 Gramm pro Tag für fünf Tage die Zeiten der Läufer bei ihren entsprechenden Läufen im Vergleich zu einer Placebogruppe verbessern konnten (11). Diese von Harris et al durchgeführte Studie deutete darauf hin, dass Kreatin nicht nur für kurzzeitige maximale Muskelkontraktionen nützlich ist, sondern auch bei sportlichen Aktivitäten wie Mittelstreckeläufen von Nutzen sein kann, während denen mehr Muskelfasern vom Typ I zum Einsatz kommen.
Auch wenn eine große Anzahl von Studien durchgeführt wurde, in deren Rahmen gezeigt werden konnte, dass eine Kreatin-Supplementation die sportliche Leistungsfähigkeit steigern konnte, gibt es viele weitere Studien, die keine solchen Hinweise finden konnten. Eine solche Studie, welche die Leistungen von Ruderern untersuchte, wurde von Syrotuik et al ausgeführt (12). Die Studie konnte während der achtwöchigen Studiendauer keine signifikanten Unterschiede zwischen den Probanden, die Kreatin supplementierten, und der Placebogruppe finden. Ähnliche Resultate wurden von Odland et al während 30 Sekunden maximalem Training beobachtet (13).
Da viele dieser Studien sich zu widersprechen scheinen, ist es wichtig sich einige der Aspekte der oben erwähnten Studien anzusehen. Die von Odland et al durchgeführte Studie dauerte nur drei Tage lang und viele sind der Ansicht, dass dieser Zeitraum zu kurz ist, um eine ausreichende Erhöhung der Phosphokreatinspiegel innerhalb der Muskeln zu erreichen. Der normale Zeitraum, der notwendig ist, um eine maximale Erhöhung der Kreatinkonzentrationen innerhalb der Muskeln zu erreichen und diese Konzentrationen aufrecht zu erhalten, liegt bei 5 Tagen einer Kreatin-Supplementation. Die bei dieser Studie verwendete verkürzte Dauer könnte möglicherweise zu inakkuraten Ergebnissen und inkorrekten Schlussfolgerungen geführt haben.
Die von Syrotuik et al durchgeführte Studie dauerte deutlich länger als die gerade erwähnte Studie. Diese Studie verwendete jedoch dasselbe Trainingsvolumen für die Supplement-Gruppe und die Placebogruppe. Als die Phosphokreatinspiegel bei der Supplementgruppe anstiegen, waren diese Probanden dazu nicht in der Lage ihr Trainingsvolumen zu erhöhen, wenn sie es wollten. Da das Trainingsvolumen bei beiden Gruppen der Studie konstant gehalten wurde, könnte dies zu inakkuraten Ergebnissen geführt haben.
Anhand der oben betrachteten Resultate ist die Frage nach der Effektivität einer Kreatin-Supplementation immer noch offen. Es ist jedoch wichtig zu erwähnen, dass von den 300 Studien, die von Kreider im Rahmen einer Metastudie untersucht wurden, etwa 70% von deutlich spürbaren positiven Auswirkungen einer Kreatin-Supplementation berichteten (20). Trotz der Tatsache, dass die Mehrzahl dieser Studien zu dem Ergebnis kam, dass eine Kreatin-Supplementation die sportliche Leistungsfähigkeit steigert, ist es immer noch wichtig, die unterschiedlichen Arten von Kreatin zu betrachten, die kommerziell erhältlich sind. Einige der beliebteren Kreatinderivate werden im folgenden Abschnitt näher betrachtet.
Kreatinderivate
Kreatin-Monohydrat war die erste Form von Kreatin, die als ernährungstechnisches Supplement verkauft wurde (15). Kreatin-Monohydrat besteht aus einem Kreatin-Molekül, das an ein einzelnes Wassermolekül gebunden ist (Hydrat). Dies ist die einfachste und beliebteste Form von Kreatin, die verkauft wird. Kreatin-Monohydrat weist bezüglich seiner Bioverfügbarkeit und Effektivität als Supplement eine kontroverse Vergangenheit auf. Viele glauben, dass Kreatin-Monohydrat den Darm nicht mit großer Effizienz passieren kann und deshalb eine niedrige Bioverfügbarkeit aufweist (4).
Aus diesem Grund wird häufig empfohlen, dass Kreatin-Monohydrat in Verbindung mit einfachen Kohlenhydraten konsumiert werden sollte, um eine Insulinausschüttung zu induzieren, von der man glaubt, dass sie die Aufnahme von Kreatin steigern kann (3). Doch auch wenn dies eine weit verbreitete Meinung ist, kommen Harris et al zur Schlussfolgerung, dass die Bioverfügbarkeit von Kreatin Monohydrat bei etwa 100% liegt (14).
Ein weiterer Grund dafür, dass Kreatin-Monohydrat umstritten ist, besteht darin, dass es bei Raumtemperatur nur eine schlechte Löslichkeit in Wasser aufweist, die bei etwa 14 Gramm pro Liter Wasser liegt (15). Diese schlechte Löslichkeit macht es notwendig, dass Kreatin mit einer großen Menge an warmem Wasser gemischt werden muss, um eine konsistente, gleichmäßige Lösung zu ergeben (15).
Ein weiterer Faktor, der bei den unterschiedlichen Kreatinderivaten in Betracht gezogen werden muss, ist die Rate, mit der Kreatinderivate in Kreatinin aufgebrochen werden, sobald sie den Blutkreislauf erreicht haben. Harris et al haben eine Studie durchgeführt, die untersucht hat, wie drei unterschiedliche Typen von Kreatin (Kreatin-Monohydrat, Kreatincitrat und Kreatinpyruvat) die Kreatin-Blutkonzentrationen beeinflussen (14). Sie fanden heraus, dass die unterschiedlichen Typen von Kreatin in unterschiedlichen Kreatin-Blutkonzentrationen während einer bestimmten Zeitspanne nach einer Supplementation resultierten. Die Ergebnisse sind in Tabelle 2 ersichtlich.
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Kreatin |
Kreatincitrat |
Kreatinpyruvat |
|
Zeit (h) |
Mittlere Konzentration |
Mittlere Konzentration (M) |
Mittlere Konzentration |
|
0.0 |
40.5 |
56.5 |
44.0 |
|
0.5 |
488.6 |
551.1 |
637.0 |
|
1.0 |
761.9 |
855.3 |
972.2 |
|
1.5 |
660.8 |
771.8 |
875.7 |
|
2.0 |
557.0 |
624.2 |
681.7 |
Tabelle 2: Blut Kreatin Konzentrationen nach dem Verzehr unterschiedlicher Formen von Kreatin. Drei Männer und drei Frauen supplementierten mit den unterschiedlichen Formen von Kreatin, die in Form von Kapseln verabreicht wurden. Jede Versuchperson bekam nacheinander alle drei Formen von Kreatin. Die verabreichten Mengen lagen bei 5 Gramm Kreatin Monohydrat, 6,7g Kreatincitrat, und 7,3g Kreatinpyruvat. Die unterschiedlichen Mengen wurden verwendet, um sicherzustellen, dass jede Versuchsperson bei jeder Gabe genau 5 Gramm reines Kreatin zu sich nahm. Wie man sehen kann, kam es bei den unterschiedlichen Formen von Kreatin zu unterschiedlichen Resultaten (14).
Da gezeigt werden konnte, dass Kreatin-Monohydrat eine Bioverfügbarkeit von etwa 100% aufweist, spekulierten die Wissenschaftler, dass die Unterschiede bezüglich der Blutkonzentrationen das Resultat einer unterschiedlichen Rate des Abbaus der unterschiedlichen Kreatinderivate war (14).
Die Gründe für diese unterschiedlichen Resultate liegen in der Molekularstruktur der unterschiedlichen Derivate von Kreatin. Kreatincitrat ist besser wasserlöslich als Kreatin-Monohydrat, was es einfacher macht, bei oraler Einnahme eine konsistentere Supplementation zu erreichen. Kreatincitrat liegt in Form eines Salzes vor, bei dem ein Kreatinmolekül ionisch an ein Zitronensäuremolekül gebunden vorliegt. Diese Form von Kreatin weist aufgrund des Zitronensäuremoleküls einen niedrigeren pH-Wert von etwa 5 auf. Dies erhöht die Bioverfügbarkeit geringfügig und verringert die Rate, mit der Kreatin abgebaut wird.
Letzteres hängt damit zusammen, dass saures Kreatin im sauren Umfeld des Magens stabiler ist (15). Kreatinpyruvat ist Kreatincitrat insofern sehr ähnlich, dass es als Salz von Kreatin und Pyruvatsäure vorliegt (15). Auch diese Modifikation reduziert den pH-Wert des Kreatinmoleküls und erhöht hierdurch dessen Bioverfügbarkeit geringfügig, verbessert die Wasserlöslichkeit und reduziert die Abbaurate zu Kreatinin etwas.
Eine weitere beliebte Kreatinform ist Kreatin-Ethylester (CEE). CEE ist eine kreatinbasierte Verbindung, bei der das Caroxylsäureende (meinst du Carboxylsäureende?) durch einen Ethylester ersetzt wurde (2). Da Kreatin im sauren Umfeld des Magens schneller in Kreatinin als das Ethylester-Derivat abgebaut wird, liegt die Bioverfügbarkeit von CEE geringfügig höher als bei der Monohydrat-Form (2). Dieser langsamere Abbau von CEE erlaubt es dem Körper die volle verzehrte Menge an Kreatin zu verwenden. Zusätzlich hierzu weist CEE eine höhere Lipophilie auf, was in einer besseren Membranpermeabilität resultiert (2). Dies erlaubt es dem CEE-Molekül leichter und effizienter als Kreatin-Monohydrat in die Muskelfasern zu gelangen.
Schlussfolgerung
Es ist leicht zu sehen, warum Kreatin eine so kontroverse Geschichte hat. Die vielen unterschiedlichen Faktoren, die über die Effizienz von Kreatin bestimmen, variieren von Person zu Person. Es ist jedoch auch leicht zu sehen, warum sich Kreatin zum beliebtesten Supplement der Welt entwickelt hat (1). Es wurde berichtet, dass bei den olympischen Spielen im Jahr 1996 nahezu 80% der Sportler mit Kreatin supplementiert haben (5).
Die theoretischen Möglichkeiten für Kreatin sind erstaunlich, aber es ist trotzdem sehr schwierig, eine abschließende Schlussfolgerung bezüglich der Effektivität von Kreatin zu ziehen. Wie oben erwähnt wurde, kamen 70% von 300 Studien zu dem Ergebnis, dass eine Kreatin-Supplementation die sportliche Leistungsfähigkeit innerhalb einer erstaunlich kurzen Zeitspanne, die für gewöhnlich im Bereich von einer Woche liegt, steigern kann (20).
Es bleiben jedoch Fragen offen, warum die anderen 30% der Studien keine Steigerungen der sportlichen Leistungen durch eine Kreatinsupplementation zeigen konnten. Auch wenn die Mehrzahl der Studien, die durchgeführt wurden, Kreatin als effektiv ansahen, liegt es letztendlich bei jedem Sportler selbst herauszufinden, ob eine Kreatin-Supplementation seine sportliche Leistungsfähigkeit verbessern kann.
Referenzen:
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- Harris, R. et al. The Effect of Oral Creatine Supplementation on Running Performance During Maximal Short Term Exercise in Man. J. Physiol., 1993, 467, 74P.
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Quelle: https://www.muscleandstrength.com/articles/creatine-the-chemistry-behind-the-supplement.html

Die anabole Diät ist ein Muskelaufbau- und Fettabbau Ernährungsprogramm, das von Dr. Mauro DiPasquale als Methode entwickelt wurde, um steroidfreien Trainierenden steroidähnliche Zuwächse zu ermöglichen.
Dieser Ratgeber wird Dich Folgendes lehren:
- Was eine zyklische ketogene Diät (CDK) is
- Die Hauptprinzipien der anabolen Diät
- Die 3 Phasen der anabolen Diät: Einführungs-, Masseaufbau- und Definitionsphase
- Wie Du Protein, Kohlenhydrate und Fette zyklisch zu Dir nimmst
- Welche Arten von Mahlzeiten Du während der anabolen Diät zu Dir nehmen solltest
Die anabole Diät wurde der Gesundheits- und Fitnesssubkultur im Jahr 1995 durch das gleichnamige Buch von Dr. Mauro Di Pasquale vorgestellt – einem Arzt aus Ontario in Kanada, der sich auf Sportmedizin und Ernährung spezialisiert hat. Die anabole Diät ist im Grunde genommen Dr. Mauro Di Pasquales Variante einer zyklischen ketogenen Diät (CKD), wobei der Begriff Diät in diesem Zusammenhang mehr für „Ernährungsform“ als für Fettabbau steht.
Neben seinem medizinischen Hintergrund im Bereich der Molekularbiologie und der Genetik und seinem Abschluss in Medizin war Dr. DiPasquale in den späten Siebzigern ein Powerlifter auf Weltklasseniveau. Nachdem er seine Wettkampfkarriere beendet hatte, eröffnete er seine eigene Praxis, um Sportler dabei zu helfen ihre Gesundheits- und Fitnessziele zu erreichen. Die anabole Diät war eines seiner ersten Bücher und seither hat er noch eine Handvoll weiterer einschlägiger Bücher veröffentlicht.
Aber nur weil die anabole Diät eines seiner älteren Werke ist, bedeutet dies nicht, dass sie nicht auch heute noch nützlich ist, denn ihr liegen eine ganze Reihe interessanter Prinzipien zugrunde. Dieser Ratgeber wird sich damit befassen, was die anabole Diät ist, welche wissenschaftlichen Fakten ihr zugrunde liegen und wie Du diese Ernährungsform verwenden kannst. Zusätzlich hierzu wird er einige häufig gestellte Fragen zu diesem Thema beantworten.
Was sind zyklische ketogene Diäten (CKDs)?
Bevor wir mit den Prinzipien beginnen, die der anabolen Diät zugrunde liegen, ist es nützlich ein rudimentäres Verständnis für zyklische ketogene Diäten im Allgemeinen zu haben. Zyklische ketogene Diäten sind im Grunde genommen Ernährungsformen, die sich auf Phasen mit niedriger Kohlenhydratzufuhr konzentrieren, auf die kurze Phasen des Ladens mit Kohlenhydraten folgen, um die Glykogenspeicher des Körpers wiederaufzufüllen.
Da ketogene Ernährungsformen inhärent sehr kohlenhydratarm (im Allgemeinen <10% der Gesamtmakronährstoffzufuhr) und protein- und fettreicher sind, ist der Körper darauf angewiesen Fett als Energiequelle zu verwenden, da seine Glykogenspeicher erschöpft sind. Auch wenn ketogene Ernährungsformen hauptsächlich zu Gesundheits- und Fitnesszwecken verwendet werden, kommen sie auch im Bereich der Medizin zur Behandlung von Epilepsie zum Einsatz (1).
Die anabole Diät
Die Prinzipien, die der anabolen Diät zugrunde liegen
Auch wenn Dr. DiPasquale versichert, dass die anabole Diät keine ketogene Ernährung im strengen Sinne ist, basiert sie doch auf einigen derselben physiologischen Prinzipien. Anders als konventionelle Ernährungsstrategien, die sich spezifisch auf den Muskelaufbau oder die Verbrennung von Fett über einen längeren Zeitraum konzentrieren, handelt es sich bei der anabolen Diät um eine dreiphasige Ernährungsform, die aus einer Erhaltungsphase, einer Masseaufbauphase und einer Definitionsphase besteht.
Wenn Du Dich fragst, warum das Programm als anabole Diät bezeichnet wird, dann sei erwähnt, dass dies damit zusammenhängt, dass Dr. DiPasquale glaubt, dass die ihm empfohlenen Makronährstoffmanipulationen und die von ihm empfohlene Nahrungsmittelauswahl einer Maximierung der Funktion Deines endokrinen Systems zuträglich sind. Er hat die übermütige Behauptung aufgestellt, dass diese Ernährung steroidähnliche Wirkungen besitzt, was natürlich etwas überzogen ist.
Die Phasen der anabolen Diät
Jede Phase der anabolen Diät verändert lediglich die Kalorienzufuhr, um das beabsichtigte Ziel von Erhaltung, Aufbau und Gewichtsverlust zu unterstützen. Die Makronährstoffzusammenstellung der Ernährung bleibt proportional zur Kalorienzufuhr gleich (mehr zur Makronährstoffmanipulation später). Die Länge jeder Phase kann basierend Deines augenblicklichen Körperfettanteils und Deiner Ziele angepasst werden. Ein typischer Zyklus könnte folgendermaßen aussehen:
Erhaltungs-/Einführungsphase (Woche 1-4):
Die Erhaltungskalorienmenge, die Dr. DiPasquale vorschlägt, liegt bei 40 multipliziert mit Deiner Körpermasse in Kilo. Diese Phase wird auch als Einführungsphase bezeichnet, da das Programm diese Phase verwendet, um Deinen Körper an die Makronährstoffmanipulation zu gewöhnen, die der anabolen Diät zugrunde liegf (und auf die wir gleich noch eingehen werden).
Masseaufbauphase (die Länge wird basierend auf den unten beschriebenen Faktoren variieren):
Die Masseaufbauphase ist dahingehend etwas anders, als dass die Kalorienzufuhr nach ein paar Wochen Trial and Error unter Umständen angepasst werden muss. Um die anfängliche Kalorienzufuhr für die Masseaufbauphase zu bestimmen empfiehlt Dr. DiPasquale, dass Du Dein ideales Körpergewicht in Kilo nimmst und zu dieser Zahl 15% hinzuaddierst. Sagen wir also, dass ein Trainierender ein ideales Körpergewicht von 90 Kilo hat. Er würde also darauf abzielen, sein Gewicht bis auf etwa 103 Kilo zu steigern.
Die Masseaufbauphase dauert im Grunde genommen so lange, bis Du dieses Zielgewicht erreicht hast und Dr. DiPasquale glaubt, dass die Kalorienzufuhr pro Tag bei 44 bis 55 kcal pro Kilo des Zielgewichts liegen sollte. Wenn Du mehr als 1 Kilo Körpermasse pro Woche zunimmst, solltest Du die Kalorienzufuhr etwas reduzieren. Wenn Du hingegen nicht viel an Gewicht zunimmst, kann es notwendig sein, die Kalorienzufuhr etwas zu erhöhen.
Diese Phase sollte idealerweise so lange andauern, bis Du:
A) Deine gewünschte Körpermasse erreicht hast, oder
B) Dein Körperfettanteil über 10% liegt
Definitionsphase (die Länge wird basierend auf den unten beschriebenen Faktoren variieren):
Die Definitionsphase ist so ziemlich dasselbe wie die Erhaltungsphase, jedoch mit einer etwas geringeren Kalorienzufuhr, um den gewünschten wöchentlichen Gewichtsverlust zu erreichen. Dr. DiPasquale ist der Ansicht, dass ein tägliches Kaloriendefizit im Bereich von 500 bis 1000 kcal pro Tag mehr als genug ist. Er merkt außerdem an, dass ein Gewichtsverlust von mehr als einem Kilo pro Woche zu extrem ist und ein großer Teil eines solch extremen Gewichtsverlustes aus Muskelmasse bestehen wird. Ziele deshalb auf einen Gewichtsverlust von 1 bis 1,5 Pfund pro Woche ab.
Um Deine tägliche Kalorienzufuhr während dieser Phase zu bestimmen, nimmst Du Dein Körpergewicht in Kilo, multiplizierst es mit 40 und ziehst vom Ergebnis 500 bis 1000 kcal ab.
Diese Phase sollte so lange fortgeführt werden, bis Du den gewünschten Körperfettanteil erreicht hast, der vorzugsweise bei unter 10% liegen sollte.
Die zyklische Makronährstoffzufuhr während der anabolen Diät
Auch wenn die unterschiedlichen Phasen dieser Ernährungsweise unterschiedliche Ziele bezüglich der Kalorienzufuhr umfassen, bleibt das Verhältnis der Makronährstoffe während aller Phasen der anabolen Diät unverändert. Dr. DiPasquale hat die Ernährung auf zwei Zeitfenster aufgeteilt: kohlenhydratarme Werktage und kohlenhydratreiche Wochenenden.
Montag bis Freitag
Konzentriere Dich darauf, die Kohlenhydratzufuhr stark zu reduzieren (d.h. < 30 Gramm pro Tag und die Energiezufuhr durch Fett- und Proteinquellen sicherzustellen. Deine Makronährstoffverhältnisse sollten wie folgt aussehen:
- 65% der Kalorien in Form von Fett
- 30 bis 35% der Kalorien in Form von Protein
- Und der Rest in Form von Kohlenhydraten
Wochenende
Die Wochenenden sind dazu gedacht, Deine Muskelglykogenspeicher wiederaufzufüllen und etwas für Dein Wohlbefinden zu tun, wenn Du Dich nach Kohlenhydraten sehnst. Die Makronährstoffverhältnisse am Wochenende sind so ziemlich das Gegenteil von dem, was Du unter der Woche zu Dir nimmst:
- 10 bis 20% der Kalorien in Form von Fett
- 10 bis 20% der Kalorien in Form von Protein
- Und der Rest (60 bis 80% der Kalorien) in Form von Kohlenhydraten
Angebliche der anabolen Diät zugrundeliegende Physiologie
Die anabole Diät basiert hauptsächlich auf der Idee, dass sehr kohlenhydratarme Ernährungsformen Deinen Körper dazu zwingen, Energie aus Fetten und/oder Aminosäuren heranzuziehen, da Glukose rar ist. Die zweite Grundidee hinter der anabolen Diät ist, dass die Androgenproduktion mit der Zufuhr gesättigter Fette korreliert (2).
Die wissenschaftliche Literatur scheint jedoch nahezulegen, dass chronisch fettreiche Ernährungsformen eine Insulinresistenz hervorrufen oder verstärken können, was für die Kohlenhydratladephase an den Wochenenden der anabolen Diät verheerend wäre (3). Darüber hinaus besteht ein Nachteil einer Beschränkung der Kohlenhydratzufuhr an den Werktagen darin, das die Insulinausschüttung minimal ausfallen wird und die anabole Reaktion auf Mahlzeiten begrenzen wird. In diesem Zusammenhang solltest Du im Hinterkopf behalten, dass es sich bei Insulin um ein hochanaboles Hormon handelt, von dem gezeigt werden konnte, dass es die Muskelproteinsynthesereaktion auf Mahlzeiten über das hinausgehend verstärkt, was durch eine alleinige Proteinzufuhr möglich wäre (4).
Nahrungsmittelauswahl während der anabolen Diät
Dr. DiPasquale ist recht bestimmt, was seinen Standpunkt angeht, dass gesättigte Fette eine gute Energiequelle darstellen und essentiell für eine optimale Hormonproduktion sind. Deshalb neigt er dazu für die kohlenhydratarmen Wochentage folgende Nahrungsmittel zu empfehlen:
- Fettreiched Sorten tierischer Proteine (insbesondere rotes Fleisch)
- Ganze Eier
- Vollfette Milchprodukte wie Käse, Sahne, Butter, usw.
- Öle, vorzugsweise Rapsöl, Erdnussöl, Leinöl, Macadamiaöl, Olivenöl und Kokosnussvariationen
- Nüsse und Nussbutter
- Ballaststoffreiches Gemüse, insbesondere grünes Gemüse wie Salat, Brokkoli, Sellerie, usw.
Der Schlüssel zum Erfolg liegt darin, während der Wochentage die Kohlenhydratzufuhr genau zu überwachen und im 5 bis 10% Bereich der Gesamtkalorienzufuhr zu halte. Du wirst während der Werktage aufgrund der Kohlenhydratzufuhr aus anderen Nahrungsmittelquellen höchstwahrscheinlich keine stärkehaltigen Kohlenhydrate zu Dir nehmen können.
Beispielernährungsplan für einen Wochentag (~2800 kcal):
Mahlzeit 1
- 3 ganze Eier mit 30g Käse, mit eine, Esslöffel Öl gebraten
- 2 Truthahnwürstchen
- 10g Erdnussbutter
530 kcal/36.5g Fett/36.5g Protein/2.5g Netto Kohlenhydrate
Mahlzeit 2
- 120g Schweinehackfleisch
- 1 Italienische Wurst
- 1,5 Tassen Salat Mix
470 kcal/32g Fett/38g Protein/3g Netto Kohlenhydrate
Mahlzeit 3
- 120g Rinderhackfleisch mit 30 Gramm Käse
- 1 Truthahnwürstchen
- 32g Erdnussbutter
530 kcal/34.5g Fett/40.5g Protein/3g Netto Kohlenhydrate
Mahlzeit 4
- 150g Hühnchenbrust mit einem Esslöffel Öl gebraten
- 1 Truthahnwürstchen
- 1,5 Tassen Salat Mix mit einem Esslöffel Leinöl
- 21g Erdnussbutter
500 kcal/30g Fett/40.5g Protein/5.25g Netto Kohlenhydrate
Mahlzeit 5
- 200g Fettarmer Hüttenkäse
- 1/2 Messlöffel Wheyprotein
- 16g Mandelbutter
- 5g Leinsame
- 1 Esslöffel Öl
450 kcal/27g Fett/36.5g Protein/9.5g Netto Kohlenhydrate
Pre-/Post-Workout Shakes
- 1,5 Messlöffel Wheyprotein vor dem Training
- 2 Messlöffel Wheyprotein nach dem Training
360 kcal/5g Fett/78g Protein/8g Netto Kohlenhydrate
Tägliche Gesamtzufuhr
- 2840 kcal
- 165g Fett von denen etwa 40 gesättigte Fette sind
- 265g Protein
- ~30g Netto Kohlenhydrate
Für die Wochenenden (kohlenhydratreiche Tage) ist die Nahrungsmittelauswahl keine große Sache, so lange Du ausreichende Mengen an Kohlenhydraten zu Dir nimmst. Dr. DiPasquale empfiehlt, den größten Teil der Kohlenhydrate später am Tag zu essen, aber dies ist nicht zwingend vorgeschrieben. Einige Menschen kommen besser mit Kohlenhydraten zurecht und können diese gleichmäßiger über den Tag verteilen. Ein Beispieltag am Wochenende könnte folgendermaßen aussehen:
Beispielernährung am Wochenende (Die Portionsgrößen variieren basierend auf Deiner Kalorienzufuhr):
- Mahlzeit 1 – Pfannkuchen, frisches Obst und ein Omelette aus Eiklar
- Mahlzeit 2 – Nudeln mit Tomatensauce, Hühnchenbrust und Knoblauchbrot
- Mahlzeit 3 – Bagel mit fettarmem Käse und Truthahnbrus
- Mahlzeit 4 – Süßkartoffeln und ein Hamburger aus extra magerem Rinderhackfleisch
- Mahlzeit 5 - Shrimp Tacos mit Reis und Bohnen serviert
Es gibt keine strengen Regeln bezüglich dem, was Du essen darfst, so lange Du jeden Tag Dein Makronährstoff-/Kalorienziel erreichst. Dr. DiPasquale empfiehlt lediglich bestimmte Nahrungsmittel für jedes Zeitfenster, um ein Beispiel zu geben. Die anabole Diät ist nicht dazu gedacht, bestimmte Nahrungsmittel oder Nahrungsmittelgruppen aus der Ernährung zu eliminieren. Trotzdem wirst Du während der Woche wahrscheinlich nicht viele Getreideprodukte und stärkehaltige Nahrungsmittel zu Dir nehmen, aber dafür wirst Du am Wochenende reichlich Freiraum für diese Nahrungsmittel haben.
FAQ zur anabolen Diät
F: Kann ich als Veganer trotzdem die anabole Diät befolgen?
A: Ja, aber die kohlenhydratarme Phase der Diät wird wahrscheinlich etwas komplizierter sein, da Du keine Eier, tierischen Proteine, Milchprodukte, usw. essen kannst (oder willst). Es wird nicht ganz einfach werden genug Protein zu Dir zu nehmen, ohne auf Supplements zurückzugreifen.
F: Welche Supplements kann ich während der anabolen Diät verwenden?
A: So ziemlich alles, was Du während jeder anderen Ernährungsform verwenden würdest, kannst Du auch während der anabolen Diät verwenden. Es ist jedoch wahrscheinlich nicht praktikabel Weight Gainer oder andere kohlenhydratreiche Supplements während der kohlenhydratarmen Phase der anabolen Diät zu verwenden.
F: Wird mit die anabole Diät wirklich zu steroidähnlichen Zuwächsen verhelfen?
A: Wahrscheinlich nicht, um ehrlich zu sein.
F: Ist diese Ernährungsform für Menschen mit hohem Cholesterinspiegel sicher und unbedenklich?
A: Wenn Du unter irgendwelchen Krankheiten leidest, ist es am besten, wenn Du Fragen dieser Art mit Deinem Arzt nicht besprichst.
F: Zählen Ballaststoffe zur täglichen Kohlenhydratzufuhr?
A: Die anabole Diät zählt Ballaststoffe nicht als Teil der Nettokohlenhydratzufuhr. Ballaststoffe enthalten jedoch trotzdem - wie jeder andere Makronährstoff auch - Kalorien.
F: Sollte ich während der kohlenhydratarmen Tage der anabolen Diät ein Ballaststoffsupplement wie Flohsamenschalen verwenden?
A: Dies liegt ganz bei Dir, aber wenn Du nicht viel ballaststoffreiches Gemüse isst, könnte es eine weise Entscheidung sein ein Ballaststoffsupplement zu verwenden, um eine gesunde Funktion des Verdauungssystems sicherzustellen.
F: Ich fühle mich an den Wochenenden nach den kohlenhydratreichen Mahlzeiten sehr aufgebläht und lethargisch. Was soll ich tun?
A: Du kannst versuchen die Mahlzeitenfrequenz zu erhöhen und Deine Kohlenhydrate gleichmäßiger über den Tag zu verteilen oder versuchen den größten Teil Deiner Kohlenhydrate später am Tag zu Dir zu nehmen, da Du während der Nacht entspannen kannst und sowieso inaktiv sein wirst.
F: Ist es normal, dass man sich während der Einführungsphase der anabolen Diät träge und lethargisch fühlt?
> A: Dr. DiPasquale sagt, dass es ein paar Wochen dauern kann, bis sich der Körper an die anabole Diät angepasst hat, was insbesondere dann gilt, wenn Du Dich zuvor kohlenhydratreicher ernährt hast.
F: Was sollte ich tun, wenn mein Körperfett bereits über 10% liegt und ich die anabole Diät befolgen möchte?
A: Tue dies, indem Du einfach die Masseaufbauphase der anabolen Diät überspringst. Sobald Du Deinen gewünschten Körperfettanteil von unter 10% erreicht hast, kannst Du damit beginnen die Masseaufbauphase mit in Deinen Plan aufzunehmen.
Zusammenfassung
Dr. DiPasquale hat im Lauf der Jahre eine große Menge an Followern erreicht und viel hiervon hat mit dem Einfluss der anabolen Diät auf die Gesundheits- und Fitnesssubkultur zu tun. Auch wenn diese Ernährungsform auf soliden Prinzipien basiert, hat sie auch einige Nachteile und ist nicht unbedingt für jeden geeignet.
Und wie bei so ziemlich jeder anderen Ernährungsstrategie, ist es auch bei der anabolen Diät weise zu experimentieren und herauszufinden, was für Dich und Deinen Körper funktioniert. Einige Menschen können mit der anabolen Diät gute Erfolge verzeichnen und bessere Leistungen erbringen, während andere besser mit einer ausgewogeneren Ernährung zurecht kommen werden, bei der es keine so starken Schwankungen bei bestimmten Makronährstoffen gibt.
Referenzen:
- Ketogenic Diet. (n.d.). Epilepsy Foundation. Retrieved October 30, 2013, from http://www.epilepsyfoundation.org/aboute
- Dorgan, J. F., Judd, J. T., Longcope, C., Brown, C., Schatzkin, A., Clevidence, B. A., ... & Taylor, P. R. (1996). Effects of dietary fat and fiber on plasma and urine androgens and estrogens in men: a controlled feeding study. The American journal of clinical nutrition, 64(6), 850-855.
- Kraegen, E. W., Clark, P. W., Jenkins, A. B., Daley, E. A., Chisholm, D. J., & Storlien, L. H. (1991). Development of muscle insulin resistance after liver insulin resistance in high-fat–fed rats. Diabetes, 40(11), 1397-1403.
- Kimball, S. R., Jurasinski, C. V., Lawrence, J. C., & Jefferson, L. S. (1997). Insulin stimulates protein synthesis in skeletal muscle by enhancing the association of eIF-4E and eIF-4G. American Journal of Physiology-Cell Physiology, 272(2), C754-C759.
Quelle: https://www.muscleandstrength.com/expert-guides/anabolic-diet

Im ersten Teil dieses Artikels haben wir zuerst einen Blick auf die Funktion des Verdauungssystems geworfen, bevor wir auf Verdauungsprobleme im Allgemeinen und eine pathologisch durchlässige Darmwand und ihre Ursachen eingegangen sind. Im vorliegenden zweiten Teil dieses Artikels werde ich Dir zeigen, wie Du feststellen kannst, ob Du unter einer pathologisch durchlässigen Darmwand leidest und Dir Strategien vorstellen, mit deren Hilfe Du dieses Problem vermeiden und Deine Verdauung verbessern kannst. Zu guter Letzt wird Dir ein Beispielernährungsplan zeigen, wie Du all diese Strategien in die Tat umsetzen kannst.
Woher weißt Du, dass Du unter einer durchlässigen Darmwand leidest?
Du wirst unter Umständen unter Symptomen wie Durchfall, chronischen Gelenkschmerzen, Fieber, Blähungen, Verstopfung, einem aufgeblähten Gefühl, Stimmungsschwankungen, Angstzuständen, Erschöpfung und Magenverstimmung leiden, um nur einige zu nennen.
Tests auf eine durchlässige Darmwand
Wenn Du glaubst, dass Du unter einer pathologisch durchlässigen Darmwand leiden könntest, kannst Du von Deinem Arzt einen Test durchführen lassen, der das Trinken einer Mannitol-Laktulose Lösung und das Sammeln des Úrins während der nächsten sechs Stunden umfasst. Dein Arzt wird diese Probe in ein Labor schicken, wo anhand der Mannitol- und Laktulosepiegel im Urin bestimmt werden kann, ob Du unter einer pathologisch durchlässigen Darmwand leidest.
Die Resultate des Tests werden wie folgt interpretiert:
- Hohe Mannitolspiegel und niedrige Laktulosespiegel bedeuten, dass Du gesund bist – keine pathologisch durchlässige Darmwand (Mannitol ist für den Körper leicht absorbierbar, Laktulose nicht)
- Hohe Mannitolspiegel und hohe Laktulosespiegel bedeuten, dass Du eine bis zu einen gewissen Grad durchlässige Darmwand hast.
- Niedrige Mannitolspiegel und niedrige Laktulosespiegel bedeuten, dass Du ein Absorptionsproblem hast.
- Niedrige Mannitolspiegel und hohe Laktulosespiegel sind auch schlecht. Für gewöhnlich findet man bei Menschen, die unter einer Kolitis Ulcerosa oder Morbus Crohn leiden solche Ergebnisse.
Strategien, um eine durchlässige Darmwand zu vermeiden und die Verdauung zu verbessern
An dieser Stelle wird es interessant und dies ist wahrscheinlich der Grund dafür, dass Du diesen Artikel liest.
Hier sind acht Dinge, die Du tun kannst, um die Verdauungsprobleme, unter denen Du unter Umständen leidest, zu eliminieren und damit zu beginnen, Deine Nahrung besser zu absorbieren!
Supplementiere mit Probiotika
Es kann sein, dass Du Deine Darmflora wieder aufstocken musst, wenn Du unter Verdauungsproblemen leidest. Die Bakterien, die in Deinem Darm leben, wiegen fast zwei Kilo! Nicht alle Bakterien sind gut (z.B. Salmonellen), aber es gibt viele „freundliche“ Darmbakterien und wir bezeichnen diese Probiotika auch als Darmflora.
Eine große Bandbreite von Bakterienstämmen ist am besten, wenn Du ein probiotisches Supplement kaufst, wobei Du sicherstellen solltest, das diese beiden die Kernkomponenten der Formel darstellen:
Lactobacilli
Du hast vielleicht schon von Lactobacillus acidophilus oder L-acidophilus gehört. Diese Bakterien leben im Dünndarm und eine Supplementierung mit diesen Bakterien stellt einen hervorragenden Weg dar, ein übermäßiges Wachstum von schlechten Bakterien wie E. Coli, Salmonellen und Hefepilzen zu verhindern. Lactobacilli unterstützen außerdem die Verdauung von Milchprodukten und das Aufbrechen von Kasein und Gluten. Zusätzlich hierzu verbessern sie die Nährstoffabsorption und machen das Umfeld im Darm durch eine Fermentierung von Laktose saurer. Ein niedriger pH Wert stellt für Pathogene und Hefe ein feindliches Umfeld dar. Eine solche Darmflora kann außerdem B Vitamine und sogar Vitamin K generieren.
Bifidobacterien
Bifidobacterien, die sich primär im Dickdarm wiederfinden, verhindern, dass schlechte Bakterien den Darm kolonisieren, indem sie sich in der Darmschleimhaut einnisten und schlechte Bakterien und Hefepilze verdrängen, wodurch sie die Darmschleimhaut schützen.
Sie produzieren außerdem Säuren, die ein korrektes pH Gleichgewicht im Darm aufrecht erhalten und Mikroben abtöten, die Krankheiten hervorrufen können. Dies ist ein sehr wichtiges Supplement für all diejenigen, die Antibiotika und andere Medikamente, über die wir bereits zuvor gesprochen haben, einnehmen, da es die Nebenwirkung des Abtötens nützlicher Bakterien abschwächt.
Diese Bakterien helfen außerdem dabei, die Peristaltik zu regulieren – den Prozess, der Nahrung durch den Verdauungstrakt bewegt. An dieser Stelle sollte noch einmal erwähnt werden, dass Nahrung, die zu lange im Darm verbleibt, Probleme hervorrufen kann. Zu guter Letzt können diese Bakterien sogar B Vitamine produzieren.
Wenn Du Probiotika supplementierst, solltest Du spezifisch nach Lactobacillus acidophilus und Bifidobacteria bifidum suchen. Die besten Produkte werden gekühlt gelagert. Sei bei Supplements, die über das Internet verkauft werden und von denen behauptet wird, dass sie nicht kühl gelagert werden müssen, misstrauisch. Es gibt einige Bakterienstämme, die nicht kühl gelagert werden müssen, was jedoch nicht für die wirkungsvolleren Stämme gilt.
Supplementiere mit Prebiotika
Der Unterschied zwischen Prebiotika und Probiotika ist Folgender:
- Prebiotika stellen Nährstoffe für gute Bakterien dar, während Probiotika die eigentlichen guten Bakterien sind.
- Prebiotika sind nicht verdauliche Nährstoffe, die Deine guten Bakterien als Energiequelle verwenden können. Sie regen das Wachstum guter Bakterien wie der bereits erwähnten Bifidobacterien und Lactobacilli an. Die beiden am weitesten verbreiteten Probiotika sind Inulin und FOS (Fructooligosaccharide). Prebiotika passieren das Verdauungssystem für gewöhnlich intakt und entfalten ihre Magie im Darm.
Was Nahrungsmittelquellen für Prebiotika angeht, stellen Jerusalem Artischocken, Bananen, Biohonig, Knoblauch, Zwiebeln, Lauch und Chicoree eine gute Wahl dar. Stelle sicher, dass Du einige dieser Nahrungsmittel mit in Deine Ernährung aufnimmst.
Verwende Antioxidantien und Glutamin, um den Schaden zu reparieren
Bestimmte Nährstoffe können die Schäden minimieren, die freie Radikale in Deinem Darm anrichten. Sobald Du beginnst Beschädigungen des Darms zu erleiden, können freie Radikale außer Kontrolle geraten. Hier ist das, was ich empfehlen würde, um dies unter Kontrolle zu bringen:
- Glutamin: Dieser Nährstoff repariert Deine Darmschleimhaut direkt. Er stellt die perfekte Nahrung für die Zellen Deines Dünndarms dar. Glutamin sollte sich deshalb auf der Liste der Dinge zur Unterstützung der Heilung und der Aufrechterhaltung der Integrität Deiner Darmschleimhaut ganz oben befinden. Probiere fünf Gramm zweimal täglich aus.
- NAC, oder N-Acetyl Cystein: NAC ist ein wirkungsvolles Antioxidans und unterstützt außerdem die Funktion des Immunsystems. NAC ist zusammen mit Glutamin und Glycin ein Vorläufer von Glutathion und ein wichtiges Antioxidans, das die Zellen vor oxidativem Stress schützt. Dies wird dabei helfen, die im Darmbereich auftretenden Schäden zu minimieren und fördert gleichzeitig die Funktion des Immunsystems. Nimm zwei Gramm täglich ein.
- ALA, oder Alpha Liponsäure: ALA ist ein weiteres außergewöhnliches Supplement zur Reduzierung der Aktivität freier Radikale. Dieses Supplement kann außerdem die Leber unterstützen und sogar dabei helfen, stabile Blutzuckerspiegel aufrecht zu erhalten. ALA recycelt Antioxidantien in Deinem Körper, was dabei helfen kann, Infektionen des Darms zu verhindern. Ich verwende 300 mg zwischen den Mahlzeiten dreimal täglich für antioxidative Zwecke (die Hälfte dieser Dosis in der R-Form).
Wenn Du Dir wissenschaftliche Untersuchungen zum Thema ansiehst, dann wirst Du sehen, dass ein Bakterium namens Helicobacter pylori der Hauptschuldige für Gastritis, Magengeschwüre und Magenkrebs ist. Antioxidantien können dabei helfen, Dich vor diesem Bakterium zu schützen.
Konsumiere die Darmflora fördernde Nahrungsmittel
Fermentierte Nahrungsmittel stellen meine Hauptwaffe in diesem Kampf dar. Fermentierte Nahrungsmittel enthalten einen erhöhten Anteil an Probiotika, unterstützen die Verdauung und sind mit Verdauungsenzymen überladen.
Meine Top drei sind:
- Kimchi: Ein asiatisches fermentiertes Kohlprodukt, das einen der Grundsteine meiner Ernährung bildet
- Sauerkraut: Sauerkraut (nicht erhitzt, denn Erhitzen tötet die enthaltenen guten Bakterien ab) kann zur Behandlung von Magengeschwüren und Verdauungsproblemen verwendet werden.
- Joghurt/Kefir/Hüttenkäse: Die verdauungsfördernden Eigenschaften dieser Milchprodukte sind gut dokumentiert.
Mache ballaststoffreiche Kohlenhydrate zu einem Grundstein Deiner Ernährung
Ballaststoffreiches Obst und Gemüse schützt Deinen Darm und reduziert die Wahrscheinlichkeit, dass Du an Krankheiten des Verdauungstrakts erkrankst. Erinnere Dich daran, dass Du durch den Verzehr guter Ballaststoffquellen erst einmal Blähungen bekommen kannst, bis sich Deine Darmflora angepasst hat und genau das wollen wir (eine Anpassung der Darmflora, nicht die Blähungen).
Erhöhe die Ballaststoffmenge langsam. Den Körper dadurch zu schocken, über Nacht von einer geringen Ballaststoffmenge zu einer hohen Ballaststoffmenge überzugehen, ist eine schlechte Idee. Beginne mit etwas Obst und Gemüse bei jeder Mahlzeit. Vernachlässige das Gemüse nicht, indem Du nur Obst isst, denn auch ein exzessiver Konsum von Obst kann zu Verdauungsstörungen führen.
Auch wenn es lösliche und unlösliche Ballaststoffe gibt, reicht es aus, wenn Du Dich lediglich auf die Gesamtmenge an Ballaststoffen konzentrierst, da die meisten ballaststoffreichen Nahrungsmittel einen guten Mix von beiden Arten von Ballaststoffen enthalten. Versuche außerdem Obst und Gemüse zu essen, das gerade Saison hat, da dieses mit großer Wahrscheinlichkeit die größte Menge an Nährstoffen und die höchste Enzymaktivität aufweisen wird.
Verzichte auf all den Müll
Minimiere Deinen Konsum von raffinierten Kohlenhydraten, Transfetten und Alkohol. Erinnere Dich daran, dass Zucker, von Menschen gemachte Fette und stark verarbeitete Nahrungsmittel zu Entzündungen im Verdauungstrakt führen können.
Einer meiner Freunde sagt immer, dass Du alles, was nicht schlecht wird oder nicht verrottet nicht essen solltest. Dies ist ein guter Rat, da „lebendige“ Lebensmittel eine höhere enzymatische Aktivität aufweisen.
Supplementiere Verdauungsenzyme
Ich mag Verdauungsenzyme, weil diese sowohl im Magen, als auch im Darm ihre Arbeit verrichten können.
Achte bei Deiner Suche nach diesen Schlüsselinhaltsstoffen:
- Protease: hilft beim Aufbrechen Proteinen.
- Lipase: hilft beim Aufbrechen von Fett.
- Amylase: hilft beim Aufbrechen von Kohlenhydraten
- Bromelain und Papain: dies sind zwei weitere hervorragende Enzyme zur Unterstützung der Proteinverdauung. Wenn Du eine Nahrungsmittelquelle bevorzugst, verwende frische Annanas für das Bromelain und frische Papaya für das Papain. Diese Enzyme wirken im Gegensatz zur Protease, die nur im oberen Bereich des Dünndarms aktiv ist, in allen drei Bereichen des Dünndarms.
- Betain Hydrochlorid: dies ist eine gute Quelle für Salzsäure, eine im Magen natürlich vorkommende Chemikalie, die bei der Verdauung durch ein Aufbrechen von Proteinen und Kohlenhydraten hilft. Der niedrige pH Wert von Salzsäure tötet außerdem Bakterien und Mikroorganismen ab, die Dich krank machen und die Integrität Deines Verdauungssystems beeinträchtigen können.
Veränderungen des Lebensstils
Eines der wichtigsten Dinge ist, sich zu entspannen und Wege zu finden, Stress abzubauen und das Leben mehr zu genießen.
- Finde etwas, das Du gerne tust (vorzugsweise etwas legales) und tue dies oft! Für mich ist ein Training mit Gewichten der Weg, all den Stress, der sich über den Tag angesammelt hat, abzubauen. Wenn ich das Fitnessstudio verlasse, dann mag das vielleicht körperlich schmerzen, aber mental fühle ich mich entspannt und erleichtert. Training massiert außerdem Deine Eingeweide, was dabei helfen kann, Verstopfung zu lindern.
- Iss wenn Du hungrig bist. Sich zum Essen zu zwingen, ist keine gute Idee und resultiert für gewöhnlich in einer schlechten Verdauung. Ich mache an dieser Stelle eine Ausnahme für Menschen, die nicht viel essen oder einen extrem langsamen Stoffwechsel haben. Diese Menschen lasse ich für gewöhnlich zwei Wochen lang Nahrung mit Gewalt in sich hinein stopfen, um ihren Stoffwechsel wieder auf Touren zu bringen.
- Versuche Dein Essen langsam zu kauen und entspanne Dich beim Essen. Mache langsam, sage ein kurzes Gebet auf oder Danke oder was immer Du den Menschen, die Du liebst, sagen möchtest. Ein ausgeglichenes Leben zu führen ist IMMER etwas Gutes. Schätze diejenigen, die Du liebst und genieße mit ihnen eine gute Mahlzeit als Familie.
Ein Beispielernährungsplan
Das folgende ist ein Beispiel für eine Ernährung, die eine Person mit Verdauungsstörungen verwenden könnte. Sie ist nicht für jeden perfekt, da die Ursachen für Verdauungsstörungen stark variieren können (Allergien auf bestimmte Nahrungsmittel, Empfindlichkeiten aufgrund von Beschädigungen der Darmschleimhaut, usw.). Dieser Ernährungsplan sollte Dir jedoch hoffentlich eine Vorstellung davon geben, was Du tun kannst. Die Portionsgrößen basieren natürlich auf dem Bedarf und dem Stoffwechsel der entsprechenden Person.
- Mahlzeit 1: 1 Tasse vollfetter Bio Hüttenkäse (mit lebenden Enzymen), ¾ Tasse gekochte Haferflocken (3 Gramm Ballaststoffe), 1 Banane (3 Gramm Ballaststoffe + Prebiotika)
- Mahlzeit 2 (Snack): 1 Apfel mit Schale (4 Gramm Ballaststoffe)
- Mahlzeit 3: 200 Gramm Hühnchen mit einer Zehe Knoblauch (prebiotika), ½ Tasse frische Papaya (enthält Papain, ein Verdauungsenzym), 8 Spargel (2 Gramm Ballaststoffe)
- Mahlzeit 4: 200 Gramm Wildlachs, 2 Scheiben Ezekiel Brot, 1 rohe Birne (5 Gramm Ballaststoffe), 2 Esslöffel roher Honig (Prebiotika)
- TRAINING
- Mahlzeit 5: 50 Gramm Wheyprotein Isolat, 1 Tasse Himbeeren (8 Gramm Ballaststoffe), 1 Tasse Rohmilch (lebendige Enzyme wie Laktase und Probiotika), 1 mittelgroße Süßkartoffel
- Mahlzeit 6: 200 Gramm Fleisch von mit Gras gefütterten Rindern, 1 Tasse Brokkoli (5 Gramm Ballaststoffe), ½ Tasse frische Annanas (enthält Bromelain, ein Verdauungsenzym)
- Snack spät am Abend: 1 Tasse Kimchi (lebende Enzyme und Probiotika)
Und das wars!
Ein altes Sprichwort besagt “Du bist was Du isst.“
Ich würde dies wie folgt erweitern: „Du bist was Du isst, verdaust und letztendlich absorbierst, minus dem, was Du ausscheidest.“
Quelle: https://www.t-nation.com/diet-fat-loss/you-are-what-you-absorb
Von John Meadows

Optimiere Deine Masseaufbauplan Supplementation und lerne, welche Supplements Dir dabei helfen können, effektiver Muskelmasse aufzubauen.
Der Winter naht in der nördlichen Hemisphäre, was einige Dinge bedeutet: kaltes Wetter, Dunkelheit, Weihnachtsfeiertage und große Mengen an Essen. In der Fitnesswelt gehen diese Dinge mit einer Masseaufbauphase Hand in Hand. Dieser Artikel ist für all diejenigen gedacht, die bereits über einen gut durchdachten Trainingsplan, eine gute Ernährung und eine gute Regenerationsstrategie verfügen und zusätzlich hierzu auch ihre Supplementierung optimieren möchten. Der Zweck dieses Artikels besteht darin, die besten 11 Supplements für diese Phase aufzuzählen und dem Leser einen Überblick zu geben, was diese Supplements sind und warum sie während einer Masseaufbauphase von Vorteil sein können.
1. Kreatin Monohydrat
Kreatin Monohydrat ist eine Chemikalie, die der Körper auf natürliche Art und Weise selbst herstellt, die sich in der Nahrung wiederfindet und die kommerziell als Supplement hergestellt wird. Kreatin ist ein echter Rockstar für die Masseaufbauphase, da es die Trainingsleistungen verbessern, die Muskelmasse steigern, die anaerobe kardiovaskulare Kapazität erhöhen und die Leistungsfreisetzung steigern kann (1, 2). Unsere Ziele während der Masseaufbauphase bestehen darin, Muskelmasse und Kraft zu steigern, während gleichzeitig der Fettaufbau minimiert wird. Kreatin ist King, wenn es um ersteres geht und so lange Du Deine Ernährung unter Kontrolle hältst, sollten Deine Fettzuwächse minimal sein.
Hier sind die empfohlenen Dosierungsschemata basierend auf der verwendeten Kreatin Darreichungsform (2, 3, 4):
- Kreatin Monohydrat: 0,3 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht für 5 bis 7 Tage für eine maximale Füllung der Kreatinspeicher der Muskulatur, danach 5 Gramm pro Tag zur Aufrechterhaltung der Kreatinspeicher.
- Kreatin Ethyl Ester: 4,5 Gramm pro Tag
- Kreatin Nitrat: 1 bis 2 Gramm pro Tag
- Kre-Alkalyn: 1,5 Gramm pro Tag
Wenn Kreatin täglich eingenommen wird, sehe ich keinen Grind für eine Ladephase, falls Du keinen Wert auf eine etwas schnellere Sättigung Deiner Kreatinspeicher legst. Kreatin Monohydrat stellt die kostengünstigste Option dar und weist dieselbe Effizienz wie teurere Kreatinprodukte auf.
2. Vitamin D
Vitamin D ist ein fettlösliches Vitamin, dass Dein Körper durch Sonnenbestrahlung der Haut selbst herstellen kann und das oral in Form von Supplements zugeführt werden kann. Da Vitamin D ein fettlösliches Vitamin ist, wird eine Einnahme in Kombination mit einer geringen Menge an Fett wie Fischöl oder mit fetthaltigen Mahlzeiten die Absorption verbessern. Die Winterzeit geht Hand in Hand mit minimaler Sonnenbestrahlung und kaltem Wetter, was bedeutet, dass wir weniger Zeit draußen verbringen und unsere Haut weniger Sonnenbestrahlung ausgesetzt ist. Ausreichende Vitamin D Spiegel im Blut erhöhen die Spiegel androgener, den Muskelaufbau fördernder körpereigener Hormone, reduzieren das Risiko für Herz-Kreislauf Erkrankungen, senken den Blutdruck, reduzieren das Risiko für Knochenbrüche und verbessern die Stimmungslage (5). Vitamin D ist ein Muss für die allgemeine Gesundheit und gesunde körpereigene Hormonspiegel sicherzustellen ist während der Masseaufbauphase optimal.
Diejenigen von uns, die einen Bürojob haben, sollten eine Supplementierung mit 1000 bis 2000 IU Vitamin D3 pro Tag in Betracht ziehen (6). Eine Studie konnte zeigen, dass eine tägliche Zufuhr von 3000 IU Vitamin D die Androgenspiegel bei Männern mit niedrigen Vitamin D Blutspiegeln erhöhen konnte, aber diese Spiegel nicht über den Normalwert hinaus erhöhen konnte (7). Ich supplementiere 5000 IU Vitamin D täglich, aber ich habe auch eine blasse Haut, lebe im Nordosten von Amerika und habe eine Vorgeschichte niedriger Vitamin D Spiegel.
3. D-Asparaginsäure (D-Aspartic Acid (DAA)
DAA, eine nicht essentielle Aminosäure, ist einer der effektivsten auf dem Markt erhältlichen Testosteron Booster. DAA findet sich natürlich in Nahrungsmitteln wie Sojaprotein und Kasein wieder, wird jedoch am häufigsten in Form einer Supplementation konsumiert. DAA erhöht beim Menschen die Ausschüttung des Luteinizing Hormons (LH), welches die Produktion anaboler, den Muskelaufbau fördernder Hormone und die Spermienproduktion anregt (8). Eine Studie deutet darauf hin, dass eine DAA Supplementation die T-Spiegel nach nur 6 Tagen der Anwendung und um 42% nach 12 Tagen der Anwendung erhöhen kann und dass die Spiegel 3 Tage nach Beendigung der Supplementation wieder um 22% fallen (9). Eine andere Studie berichtete von einer Erhöhung der Androgenspiegel um 30 bis 60% bei unfruchtbaren Männern nach 90 Tagen der Einnahme (9).
Ein erhöhter Spiegel des primären männlichen Hormons ist gleichbedeutend mit einem optimalen Muskelwachstum, Kraftzuwächsen, einem gesteigerten Sexualtrieb und eine besseren Regeneration nach dem Training. DAA sollte in Dosierungen von 2 bis 3 Gramm pro Tag nach dem Aufwachen und vor dem Training eingenommen werden. Auch wenn es nicht viele Informationen darüber gibt, ob DAA zyklisch verwendet werden sollte, konnte ich bei einem Schema, das aus 3 Einnahmewochen gefolgt von einer einnahmefreien Woche bestand, gute Erfolge beobachten. DAA stellt einen kostengünstigen Weg dar, die körpereigenen Spiegel anaboler androgener Hormone zu erhöhen, was Dir dabei helfen wird Muskeln aufzubauen und die Fettzuwächse während Deiner Masseaufbauphase zu minimieren.
4. ZMA
ZMA ist ein Vitamin/Mineralstoff Supplement, das Zink Monomethionin Aspartat, Magnesium Aspartat und Vitamin B6 enthält. Eine Portion ZMA enthält typischerweise 200-450mg Magnesium, 5-45mg Zink und 5-15mg Vitamin B6. Zink und Magnesium sind zwei für die Gesundheit des Immunsystems, die Regeneration und die Funktion des Nervensystems entscheidende Mineralstoffe. Zusätzlich werden die Speicher diese Mineralstoffe durch starkes Schwitzen bei anstrengenden körperlichen Aktivitäten entleert. Ein Magnesiummangel ist in der westlichen Welt weit verbreitet und ein solcher Mangel kann den Blutdruck erhöhen, die Blutzuckerspiegel erhöhen und die Insulinsensitivität reduzieren (5).
Insulin ist eine für den Muskelaufbau wichtige Verbindung und eine schlechte Insulinsensitivität könnte zu exzessiven Fettzuwächsen während der Masseaufbauphase führen. Ein Zinkmangel kann die körpereigenen Spiegel anaboler androgener Hormone senken, Akne verschlimmern und die Blutzuckerspiegel erhöhen (6). Eine Zink Supplementation scheint jedoch die Spiegel körpereigener anaboler Hormone nicht über den Normalwert zu erhöhen, sobald ein etwaiger Zinkmangel ausgeglichen wurde. Wie allseits bekannt sein sollte, sind eine adäquate Insulinsensitivität und adäquate Spiegel körpereigener anaboler Hormone für Muskelwachstum und Kraftzuwächse von entscheidender Bedeutung, weshalb ZMA ein ideales Supplement für die Masseaufbauphase darstellt.
5. Verzweigtkettige Aminosäuren (BCAAs)
Der Begriff BCAAs bezieht sich auf die drei Aminosäuren Leucin, Isoleucin und Valin. Eine adäquate BCAA Zufuhr wird Muskelwachstum und Reparatur steigern, Erschöpfung verhindern und den Muskelkater reduzieren (10). Reine BCAA Produkte enthalten keine zusätzlichen Kohlenhydrate oder Fette, sind jedoch aufgrund des Isolationsprozesses typischerweise teurer als dieselbe Menge an Gesamtprotein in Form von anderen Proteinpulvern. Diejenigen, die eine Ernährung im Intermittent Fasting Stil befolgen, konsumieren häufig BCAAs vor und nach einer Trainingseinheit im Fastenzustand, um den Eintritt der Erschöpfung hinauszuzögern und die Ausdauer zu verbessern.
Es sollte beachtet werden, dass das Gesetz der abnehmenden Erträge zum Tragen kommt, wenn Du zusätzliche BCAAs konsumierst, um eine tägliche Proteinzufuhr von 1 bis 1,5 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht zu überschreiten (10). Basierend auf Deiner Proteinzufuhr und Deinem Budget kannst Du 2 bis 10 Gramm Leucin, 48-72mg Isoleucin pro Kilogramm Körpergewicht und 20 mg Valin pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag konsumieren (10). BCAAs stellen einen exzellenten Weg dar sicherzustellen, dass Du Dich rund um die Uhr in einem anabolen Zustand befindest, was Dir dabei helfen wird, Dein Muskelwachstum während Deiner Masseaufbauphase zu optimieren.
6. Fenugreek
Fenugreek ist ein pflanzenbasiertes Supplement, das die Spiegel des primären männlichen anabolen Hormons erhöhen und den Appetit anregen kann. Im Rahmen einer achtwöchigen Studie erhöhte eine tägliche 500 mg Dosis Fenugreek (50% Fenuside) in Kombination mit einem Trainingsprogramm mit Gewichten die Spiegel des primären anabolen männlichen Hormons bei gesunden Männern (11).
Auch wenn diese Erhöhung nur im Bereich von ein paar ng/ml lag, hilft jede solche Erhöhung in der Welt des steroidfreien Bodybuildings und Powerliftings. Diese leichte Erhöhung kann sich in Kombination mit anderen Produkten, die auch eine leichte Erhöhung dieser Hormonspiegel bewirken, auf längere Sicht zu signifikanten Zuwächsen an Kraft und Muskelmasse aufaddieren.
Wenn Du ein Hardgainer mit wenig Appetit bist, der eine Masseaufbauphase durchführen möchte, dann solltest Du 40 mg pro Kilogramm Körpergewicht konsumieren, um Deinen Hunger und Deinen Appetit zu steigern (12). Auch wenn ich persönlich noch nie Probleme damit hatte, 3000+ kcal pro Tag zu mir zu nehmen, stellt Fenugreek eine sehr solide Option dar, um während einer Masseaufbauphase Appetit und die Spiegel anaboler Hormone hoch zu halten.
7. Beta-Alanin
Beta-Alanin ist einer Vorläuferstoffe von Karnosin, welches sich in großen Mengen im Muskelgewebe und im Gehirn wiederfindet. Eine Beta-Alanin Supplementation erhöht die Karnosinspiegel, was die Muskelausdauer, Leistungsfreisetzung und anaerobe Trainingsleistung steigern und die Erschöpfung während des Trainings reduzieren kann(13). Im Rahmen einer Studie konsumierten 22 Division II College Ringer und 15 Footballspieler 4 Gramm Beta-Alanin pro Tag für 8 Wochen und konnten hiermit mehr fettfreie Muskelmasse als die Mitglieder der Placebo Gruppe aufbauen (14). Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass das Ziel einer Masseaufbauphase darin besteht, so viel fettfreie Muskelmasse wie möglich bei minimalen Fettzuwächsen aufzubauen, scheint Beta-Alanin ein effektives Supplement darzustellen, dass Dir dabei helfen kann, dieses Ziel zu erreichen.
Auch wenn Beta-Alanin nicht während des Zeitfensters vor dem Training konsumiert werden muss, bevorzugen es viele Anwender, ihre 2 bis 5 Gramm Portion mit ihrem Pre-Workout Shake einzunehmen (15). Wenn Du jemals eine solche Menge von Beta-Alanin auf einmal zu Dir genommen hast, dann wirst Du vielleicht das berüchtigte Beta-Alanin Kribbeln kennen. Auch wenn dieses Gefühl völlig harmlos ist, kannst Du dieses dadurch minimieren, dass Du Deine Beta-Alanin Dosis über den Tag verteilt zu Dir nimmst. Wissenschaftliche Untersuchungen deuten außerdem darauf hin, dass eine kombinierte Einnahme von Kreatin und Beta-Alanin effektiver als Beta-Alanin alleine ist, wenn es um eine Verbesserung der Körperkomposition geht (16, 17). Beta-Alanin sollte aufgrund seiner leistungssteigernden Vorzüge während Masseaufbau-, Erhaltungs- und Rekompositionsphasen zu Deinen Basissupplements gehören.
8. Natrium Bicarbonat
Du hast dieses Supplement wahrscheinlich bereits zu Hause, ohne es zu wissen. Natrium Bicarbonat, welches auch als Natron bekannt ist, findet sich in fast jedem Haushalt wieder und kann Deine Leistungsfreisetzung, Deine Muskelausdauer, Deine anaerobe Arbeitskapazität und Deine aerobe Leistungsfähigkeit steigern (17). Der Konsum von Natron erhöht Deine Bicarbonat Spiegel, was Deine maximale Leistungsfreisetzung und Deine Gesamtleistung während anaerober Arbeitsphasen von 120 bis 240 Sekunden Dauer steigern kann (19). Eine gesteigerte maximale Leistung und ein gesteigertes Gesamtarbeitsvolumen bedeuten mehr mit höherer Geschwindigkeit bewegtes Gewicht, was einen stärkeren Stimulus für Muskelwachstum und Kraftzuwächse liefern wird.
Eine Erhöhung der Natrium Bicaronatspiegel im Blut kann die Gesamtanzahl der Wiederholungen mit einem 10 bis 12 RM Gewicht und mit 80% des 1RM Gewichts im Vergleich zu einem Placebo steigern (20, 21). Zusätzlich hierzu kann Natrium Bicarbonat in Kombination mit Beta-Alanin und Kreatin im Vergleich zu Natrium Bicarbonat alleine die Leistungsfreisetzung stärker steigern und die Erschöpfung stärker reduzieren (22, 23). Was Timing und Dosierung angeht, sollte Natrium Bicarbonat 45 bis 90 Minuten vor dem Training in einer Dosierung von 200 bis 300 mg pro Kilogramm Körpergewicht eingenommen werden (13).
Bitte beachte, dass Natrium Bicarbonat extrem reich an Natrium ist und dass auch wenn ein großer Teil dieses Natriums bei adäquater Flüssigkeitszufuhr schnell wieder ausgeschieden wird, diejenigen, die eine natriumreduzierte Ernährung einhalten, auf Natrium Bicarbonat verzichten sollten. Darüber hinaus berichten einige Anwender von Verdauungsproblemen nach dem Verzehr von Natrium Bicarbonat, weshalb ich empfehlen würde, Timing und Dosierung basierend auf den Reaktionen Deines Körpers anzupassen.
9. L-Citrullin
L-Citrullin ist eine Aminosäure, die vom Körper in L-Arginin umgewandelt wird. Eine L-Arginin Supplementation wurde einst als bester Vasodilator angesehen, aber neuere Untersuchungen deuten darauf hin, dass Arginin nur einen relativ geringen Einfluss auf die Stickstoffoxydspiegel hat, während eine L-Citrullin Supplementation einen deutlichen Einfluss besitzt (24). Eine Studie, in deren Rahmen 8 Gramm Citrullin Malat (eine beliebte Form von L-Citrullin) an 12 männliche Probanden verabreicht wurden, die ein Widerstandstrainingsprotokoll befolgten, konnte zwei Tage nach dem Training eine Reduzierung des Muskelkaters um 40% beobachten (25).
Während einer Masseaufbauphase sind ein adäquates Trainingsvolumen und eine adäquate Stimulation der Muskeln sowohl für Muskel-, als auch Kraftzuwächse von entscheidender Bedeutung. L-Citrullin schein ein solides Supplement zu sein, das sicherstellen kann, dass Du Dich ausreichend von fordernden Trainingseinheiten erholen und weiter hart im Kraftraum trainieren kannst. Und wer würde es nicht schätzen, das Fitnessstudio mit einem soliden Pump zu verlassen, ohne sich hierbei völlig erschöpft zu fühlen? Konsumiere 6 bis 8 Gramm L-Citrullin 45 bis 60 Minuten vor dem Training, um Deine Stickstoffoxydspiegel zu erhöhen, Deine Trainingsausdauer zu steigern und Deinen Muskelkater zu minimieren (26).
10. Supplements zur Unterstützung einer gesunden Verdauung
Eine Masseaufbauphase macht einen Kalorienüberschuss notwendig, weshalb wir sicherstellen müssen, dass die zusätzlichen Kalorien und Nährstoffe richtig absorbiert werden und zum Muskelaufbau und nicht zu einem Fettaufbau beitragen. Ein Supplement zur Unterstützung einer gesunden Verdauung kann in Magen und Darm bei der Absorption von Nährstoffen aus der Nahrung helfen, Blähungen und ein aufgeblähtes Gefühl minimieren und dabei helfen, die Ausscheidung von Abfallprodukten aus dem Körper zu regulieren. Wenn es Deinem Verdauungssystem gut geht, dann wirst Du im Kraftraum optimal funktionieren und es wird außerdem sichergestellt, dass Nahrung zur Regeneration beiträgt anstatt das Verdauungssystem zu belasten. Unten findest Du eine Liste von Supplements zur Unterstützung der Verdauung, die ich empfehlen würde:
Probiotika
Halte Dich an die Anweisungen auf dem Etikett und beginne mit einer vollen Dosis pro Tag. Verändere die Dosierung abhängig von der Reaktion Deines Körpers. Dieses Supplement könnte folgendes enthalten: Lactobacillus acidophilus, Bifidobacterium lactis, Lactobacillus brevis, Lactobacillus casei, Lactobacillus plantarum, Lactobacillus rhamnosus, Lactobacillus salivarius, Lactobacillus paracasei, Lactobacillus bulgaricus, Bifidobacterium bifidum, Bifidobacterium brevis, Bifidobacterium longum (2). Verdauungsenzyme
Halte Dich an die Anweisungen auf dem Etikett und beginne mit einer vollen Dosis pro Tag. Verändere die Dosierung abhängig von der Reaktion Deines Körpers. Diese Supplements könnten folgendes enthalten: Papain, Bromelain, Amylase (um Kohlenhydrate aufzubrechen), Lipase (um Fette aufzubrechen), Laktase (um Milchzucker aufzubrechen), Pancreatin (um Protein aufzubrechen) und Zellulase (um Ballaststoffe aufzubrechen) (28).
Ingwer
Ingwer wird verwendet, um die Verdauung zu beschleunigen. Nimm täglich 1 bis 3 Gramm Ingwer oder 250 ml Ginger Ale, das aus Ingwerwurzeln hergestellt wird oder 4 Tassen Ingwertee, die einen halben Teelöffel geriebenen Ingwer pro Tasse enthalten, zu Dir.
Betain Hydrochlorid
Betain Hydrochlorid wird verwendet, um den Säuregrad des Magens zu erhöhen und die Proteinabsorption zu unterstützen. Konsumiere 650 mg pro Mahlzeit in Kombination mit Protein und passe diese Dosis basierend darauf, wie sich Dein Magen anfühlt, an. Einige Menschen nehmen drei 650 mg Tabletten pro Mahlzeit zu sich und kombinieren dieses Produkt mit Pepsin, um die Effizienz zu steigern.
11. Proteinpulver
Ich habe Proteinpulver als letztes auf diese Liste gesetzt, da ich der Meinung bin, dass es mehr ein Nahrungsmittel als ein Supplement ist. Trotzdem ist es extrem hilfreich, was den Muskelaufbau angeht. Proteinpulver stellt einen kostengünstigen und bequemen Weg dar, die Proteinzufuhr zu steigern, die Muskelregeneration zu verbessern, die Proteinsyntheserate zu erhöhen und die fettfreie Muskelmasse zu steigern. Eine niedrige Proteinzufuhr kann Deine Muskelaufbaufortschritte drastisch verlangsamen und Deine Leistungsfähigkeit durch eine eingeschränkte Regeneration reduzieren.
Wenn Du versuchst fettfreie Muskelmasse aufzubauen, stellt eine Proteinzufuhr von 1,5 bis 2,2 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht ein gutes Ziel dar (30). Bei mehr als 2,2 Gramm Protein pro Kilogramm beginnt das Gesetz der abnehmenden Erträge zu greifen, was Vorzüge für die Körperkomposition angeht, wobei eine Proteinzufuhr von 2,2 bis 4,5 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht jedoch keine signifikanten negativen Auswirkungen besitzt. Überschüssiges Protein wird typischerweise in Glukose umgewandelt, welche vom Körper zum Zweck der Energieversorgung verwendet wird. Ich persönlich konsumiere etwa 3 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht, weil ich Fleisch und Proteinpulver köstlich finde.
Referenzen
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- http://www.sourcenaturals.com/products/GP1111/
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- http://examine.com/supplements/Whey+Protein/
Quelle: https://www.muscleandstrength.com/articles/11-weight-gain-supplements

In der Geschichte dieses Sports waren die größten Bodybuilder immer wählerische Pedanten – vielleicht nicht, was ihr Modeverständnis anging, aber mit Sicherheit wenn es darum ging, die absolut besten Nahrungsmittel auszuwählen, die ihnen dabei helfen konnten, ihre Ziele zu erreichen.
Aber was ist, wenn Du nicht all die Nährstoffe aus der Nahrung absorbierst, die Du zu Dir nimmst? Du kannst bei Deiner Ernährung so pedantisch sein, wie Du willst und Deine Nährstoffe bis aufs Gramm genau zählen, aber wenn Du unter einer Verdauungsstörung leidest, ist es wahrscheinlich, dass all das hart verdiente Geld, das Du einzahlst, durch versteckte Gebühren aufgefressen wird.
John "The Mountain Dog" Meadows hatte mit einigen Dämonen des Verdauungssystems zu kämpfen, die ihn dazu gezwungen haben, zu einem Experten bezüglich der Verdauung zu werden und wenn Du denkst, dass die Verdauung nicht cool oder nicht so wichtig ist, dann musst Du diesen Artikel lesen. Ich treffe auf eine steigende Zahl von Bodybuildern, die über eine schlechte Verdauung klagen.
Tatsache ist, dass etwa 10 bis 15% aller neuen Klienten, die zu mir kommen, mindestens zwei oder drei Basisnahrungsmitteln haben, von denen sie ein aufgeblähtes Gefühl, Blähungen oder andere unangenehme Symptome von Verdauungsstörungen bekommen.
Die Verdauung ist für jeden, der sich Gedanken um seine Gesundheit macht, von entscheidender Bedeutung und mit der Verdauung stehen und fallen auch Deine Fortschritte im Fitnessstudio. Dieser Artikel wird ein paar einfache Wege beschreiben, mit deren Hilfe Du Deine Verdauung und infolgedessen auch Deine Gesundheit und Dein allgemeines Wohlbefinden verbessern kannst.
Eine persönliche Geschichte
Ich bin sehr leidenschaftlich, wenn es um das Thema Verdauung geht. Wie einige vielleicht wissen werden, bin ich im Jahr 2005 fast an einer inneren Krankheit gestorben.
Kurz gesagt litt ich unter einer Krankheit namens „Idiopathische Myointimale Hyperplasie der Darmvenen." – Eine Reihe von Venen im Bereich der Sigmaschlinge meines Darms waren erkrankt und der Blutfluss wurde blockiert. Die Adern platzten irgendwann. Zum Glück war ich gerade im Krankenhaus, als dies passierte, so dass sofort eine Notoperation durchgeführt werden konnte, ohne die ich verblutet wäre.
Als ich auf der Intensivstation aufwachte, erfuhr ich, dass ich nicht länger einen Dickdarm hatte und ich war vorübergehend der stolze Besitzer eines künstlichen Darmausgangs. Von diesem Punkt an begann ich mich sehr dafür zu interessieren so viel wie möglich über das Verdauungssystem zu lernen.
Abgesehen von einer verstärkten Neigung zu Dehydration hatte ich während der letzten drei bis vier Jahre keine wirklichen Probleme. Ich führe dies auf mein hartnäckiges Streben nach Wissen in diesem Bereich und die Unterstützung fortschrittlich denkender Mediziner wie Eric Serrano zurück.
Das einzige Medikament, das ich einnehmen muss, ist Immodium: Ich nehme eine Tablette morgens und eine Tablette abends ein und werde dies wahrscheinlich für den Rest meines Lebens tun müssen. Anders als die Unglücklichen, die unter anderen Erkrankungen des Verdauungssystems leiden, kann ich alles essen, was ich will.
Beginnen wir mit den Grundlagen.
Der Test für die Dauer der Darmpassage
Hier ist ein einfacher Test, der Dir zeigen kann, wie gut Dein Verdauungssystem funktioniert. Er wird auch als Test für die Dauer der Darmpassage bezeichnet:
- Kaufe Dir ein paar Kohletabletten
- Nimm 5 Gramm hiervon auf nüchternen Magen ein und schreibe Dir den genauen Zeitpunkt der Einnahme auf
- Achte auf dunklen Stuhl, wenn Du auf die Toilette gehst
- Wenn Du dunklen Stuhl in der Toilette siehst, dann ist die seit der Einnahme der Kohletabletten vergangene Zeit die Dauer der Darmpassage
Das Ergebnis hat folgende Bedeutung:
- Wenn die Darmpassage weniger als 12 Stunden dauert, dann ist dies für gewöhnlich ein Hinweis darauf, dass Du nicht alle verzehrten Nährstoffe absorbierst
- Eine Darmpassagezeit zwischen 12 und 24 Stunden ist für gewöhnlich die perfekte Dauer
- Wenn die Darmpassage länger als 24 Stunden dauert, dann verbleibt die Nahrung zu lange in Deinem Darm. Dies kann auf potentielle Probleme hindeuten, da Substanzen, die eigentlich ausgeschieden werden sollten, in den Blutkreislauf gelangen können – ganz zu schweigen von einem erhöhten Risiko für Darmkrankheiten.
Verdaue das
Sprechen wir als nächstes über den Aufbau Deines Verdauungssystems. Du kannst Dir Dein Verdauungssystem als 8 bis 12 Meter langen Feuerwehrschlauch vorstellen, der von Deinem Mund bis zu Deinem Anus verläuft. Die Schleimhaut, die Dein Verdauungssystem auskleidet wird alle 3 bis 5 Tage ersetzt.
Die grundlegende Funktion des Verdauungssystems besteht darin, Nahrung in kleine Partikel aufzubrechen, welche die Zellen Deines Körpers dann zum Zweck der Energieversorgung, der Reparatur, des Wachstums, usw. verwenden können. Während die Nahrung Dein Verdauungssystem passiert, wird sie abhängig davon, ob Du Protein, Kohlenhydrate oder Fett gegessen hast, in Aminosäuren, Glukose, Fettsäuren und Glyzerin aufgespaltet.
Der frustrierende Teil besteht für viele darin, dass sie da essen können, was viele als eine perfekte Ernährung bezeichnen würden, und trotzdem Probleme haben. Einfach gesagt spielt es keine Rolle, was Du isst, wenn Du es aufgrund von Verdauungsstörungen nicht richtig absorbieren kannst.
Das folgende ist etwas, auf das ich diejenigen hinweisen möchte, die sich täglich mit tausenden von Kalorien vollstopfen: Dein Körper kann nur mit einer bestimmten Menge an Nahrung zurecht kommen. Werfen wir also einen näheren Blick auf den kompletten Verdauungsprozess von seinem Beginn bis zu seinem Ende.
Die Verdauung beginnt im Gehirn
Die Verdauung beginnt im Gehirn. Erinnerst Du Dich an den Pavlovschen Hund, der das klassische Beispiel für eine Konditionierung darstellt? Der russische Wissenschaftler Ivan Pavlov klingelte mit einem Glöckchen und sein Hund begann zu sabbern, da sie wussten, dass Futter folgen würde. Was hier geschah war, dass der Körper des Hundes sich bereits alleine durch den Gedanken an Nahrung auf die Verdauung vorzubereiten begann – und dasselbe geschieht beim Menschen (hier jedoch hoffentlich auf eine gesellschaftlich akzeptable Art und Weise).
Weiter zum Mund
Wenn Nahrung in den Mund gelangt, setzt die im Speichel enthaltene Amylase den Verdauungsprozess fort, indem sie Kohlenhydrate in Maltose aufbricht. Dies geschieht durch ein Aufbrechen der Bindungen zwischen den Kohlenhydratmolekülen, um Disaccharide und Trisaccharide zu produzieren.
Der 5 Sekunden Ritt in der Speiserühre
Nachdem sie den Mund verlassen hat, passiert die Nahrung die Speiseröhre. Die Speiseröhre stellt die Verbindung zwischen Mund und Magen dar und es dauert für gewöhnlich fünf bis sechs Sekunden, bis die Nahrung aus dem Mund in den Magen gelangt. Dies kann jedoch auch mehrere Minuten dauern, wenn die Nahrung nicht richtig gekaut wurde.
Am unteren Ende der Speiseröhre befindet sich eine kleine Klappe, die auch als Schließmuskel der Speiseröhre bezeichnet wird. Im Normalfall sollte diese die im Magen enthaltene Nahrung und Magensäure daran hindern, zurück in die Speiseröhre zu gelangen. Wenn dies nicht der Fall ist, kann es zu Sodbrennen oder sogar einem Zwerchfellbruch kommen.
Weiter in den Atomzertrümmerer
Okay, vielleicht ist Dein Magen kein Atomzertrümmerer, aber er mischt und püriert die Nahrung zum sogenannten Speisebrei.
Salzsäure (HCl, auch als Magensäure bekannt) beginnt damit, Proteinketten in kleinere Teile aufzubrechen. Die Magensäure und der Speisebrei sind beide sehr sauer – Du würdest böse Verätzungen erleiden, wenn Magensäure direkt mit Deiner Haut in Kontakt käme. Die sauren Eigenschaften der Magensäure helfen außerdem dabei, die Nahrung zu sterilisieren, indem Mikroben abgetötet werden, die bis in den Magen gelangt sein können.
Glücklicherweise ist der Magen mit einer Schleimhaut ausgekleidet, die die Magenwand vor Verätzungen durch die Magensäure schützt. Wenn die Magenschleimhaut nicht völlig intakt ist, dann kann es zu Magengeschwüren kommen, da dann die Magensäure im wahrsten Sinn des Wortes ein Loch in Deinen Magen ätzt. Ich hatte ein Magengeschwür als ich 20 Jahre alt war und das war extrem schmerzhaft. (Mein Magengeschwür wurde primär durch Stress hervorgerufen und glücklicherweise lernte ich ein paar Wege kennen, die mir dabei halfen Stress abzubauen, wodurch ich dazu in der Lage war, mein Magengeschwür hinter mir zu lassen.)
Dein Magen produziert außerdem Pepsin, welches dabei hilft Proteine aufzubrechen, sowie Lipase, welche dabei hilft Fette aufzubrechen. Auch wenn der größte Teil der Nahrung später absorbiert wird, können Wasser, etwas Salz und Ethylalkohol direkt vom Magen aus in den Blutkreislauf gelangen. Dies könnte das große Mysterium erklären, dass ich die Auswirkungen von Absolut Mandarinen Wodka mit Sprite Light sofort spüre.
Die Nahrung wird für gewöhnlich abhängig von der verzehrten Mahlzeit für zwei bis vier Stunden im Magen verbleiben. Wie Du vielleicht weißt, können Ballaststoffe diesen Prozess verlangsamen.
Weiter in den Dünndarm
Dieser Teil des Schlauchs ist 5 bis 7 Meter lang. Nahrung wird primär in diesem Bereich verdaut, wo winzige fingerartige Falten des Verdauungstrakts, die als Darmzotten bezeichnet werden, all die Nährstoffe absorbieren. Diese Darmzotten und kleinere Mikrozotten sind Teil von dem, was Deine Darmwand ausmacht und dient dazu, Verdauungsenzyme zu produzieren, während sie außerdem potentiell schädliche Substanzen daran hindern, absorbiert zu werden.
Es ist wichtig anzumerken, dass es bestimmte Nahrungsmittel und Medikamente gibt, die dazu führen können, dass Deine Darmwand ihre Fähigkeit verliert, zu erkennen, was sie absorbieren soll und was nicht, was zu einem Leiden führen kann, das als pathologisch durchlässige Darmwand bezeichnet wird. Diese krankhafte Durchlässigkeit der Darmwand kann zu vielen Problemen führen, auf die wir später noch eingehen werden.
Der Dünndarm besteht aus mehreren Bereichen:
- Die ersten 30 Zentimeter des Dünndarms bilden den Zwölffingerdarm. Im Allgemeinen werden in diesem Bereich Mineralstoffe wie Kalzium, Kupfer, Mangan und Magnesium absorbiert. Auch die Verdauung vieler wasser- und fettlöslicher Vitamine, sowie die Verdauung von Fett und unterschiedlichen Arten von Kohlenhydraten wie Fruktose, Glukose und Galaktose beginnen hier. Wenn der pH Wert des Magens zu hoch ist (was eine Folge von zu wenig Magensäure ist), dann werden diese Nährstoffe nicht gut absorbiert.
- Als nächstes folgt das Jejunum oder Leerdarm, der etwa 40% der verbleibenden Länge des Dünndarms ausmacht. Das Jejunum besitzt kleine „Bürsten“, die Enzyme ausschütten, die dabei helfen andere Kohlenhydrate wie Maltose, Sucrose und Laktose zu absorbieren. Auch der Verdauungsprozess von Protein, Aminosäuren und einiger wasserlöslicher Proteine beginnt hier. In diesem Teil des Darms wird das Meiste Deiner Bodybuildingernährung absorbiert.
- Der letzte und größte Teil des Dünndarms ist das Ileum, auch als Krummdarm bekannt. Ich kenne diesen Teil des Darmes nur zu gut. Als ich nach meiner Ileostomy auf der Intensivstation aufwachte, schaute dieser Teil des Darms aus meinem Körper heraus und begrüßte mich wie das Monster aus Alien. Das Ileum ist der Teil des Darms, in dem Cholesterin, Vitamin B12 und Gallensalze (die dazu benötigt werden, Fette aufzubrechen und zu emulgieren) absorbiert werden.
Nächster Halt - Hydrierung!
Der nächste Halt auf der Reise ist der Dickdarm und an dieser Stelle wirst Du sehen, warum ich anfällig für eine Dehydrierung bin. Dein Dickdarm ist dafür verantwortlich Wasser und die verbleibenden Nährstoffe aus dem Speisebrei in den Blutkreislauf zu absorbieren. Dies stellt einen entscheidenden Schritt bei der richtigen Hydrierung des Körpers dar und wenn Dir dieser Teil des Darms fehlt, dann musst Du wie ich sehr genau auf Deine Hydration achten.
Auch der Dickdarm besteht aus drei Teilen:
- Als erstes kommt der aufsteigende Teil des Dickdarms, der an der Seite Deines Körpers nach oben verläuft. Dies ist der Teil, an dem der Stuhl sich zu formen beginnt und Wasser absorbiert wird. Wenn der Nahrungsbrei diesen Teil des Darms zu schnell passiert und nicht genug Wasser entfernt wird, dann bekommst Du Durchfall.
- Hierauf folgt der transversale Teil Deines Dickdarms, der unter Deinen Rippen quer über Deinen Bauch verläuft.
- Als letztes folgt der absteigende Teil des Dickdarms, der an der linken Seite Deines Körpers nach unten verläuft und mit Deinem Rektum verbunden ist, wo der Stuhl Deinen Körper verlässt.
Als nächstes werden wir darauf eingehen, wie wir Dein Verdauungssystem in eine Hochleistungsmaschine verwandeln können.
Ein kritischer Schritt – die Eliminierung von die Verdauung und die Absorption blockierender Barrieren durch eine Behandlung des pathologisch durchlässigen Darm Syndroms
Die Ursachen und die Behandlung von Erkrankungen des Verdauungstrakts stellen ein sehr umfangreiches Thema dar. Aus Zeitgründen werde ich mich primär auf die Behandlung einer pathologisch durchlässigen Darmwand konzentrieren, da dieses Leiden zu vielen ernsthaften Komplikationen führen kann. Einfach gesagt müssen wir diese Barriere entfernen, um eine optimale Verdauung und Absorption von Nährstoffen sicherzustellen. Die Strategien, die Du hierfür verwenden wirst, dienen außerdem dazu, die Verdauungskapazität Deines Körpers zu steigern.
Eine pathologisch durchlässige Darmwand ist ein Leiden, bei dem eine beschädigte Darmschleimhaut die Durchlässigkeit der Darmwand für Substanzen erhöht, die nicht aus dem Darm in den Blutkreislauf gelangen sollten. Bestimmte Dinge (wie Bakterien und andere schädliche Eindringlinge) werden nicht mehr durch die Darmwand blockiert und andere Dinge, die absorbiert werden sollten werden nicht mehr absorbiert.
Eine pathologisch durchlässige Darmwand ist bei Reizdarmerkrankungen wie Zöliakie, Morbus Crohn, Allergien und vielen anderen Leiden weit verbreitet.
Ursachen einer pathologisch durchlässigen Darmwand
Was verursacht eine pathologisch durchlässige Darmwand? Die Medizin hat noch keine einzelne eindeutige Ursache identifiziert, aber es gibt ein paar Dinge, bei denen sich die meisten Ärzte einig darüber sind, dass sie beitragende Faktoren darstellen:
Chronischer Stress
Ich bin zur Schlussfolgerung gekommen, dass Stress eine der Ursachen für so ziemlich alles ist. Alles was ich über Herzkrankheiten gelesen habe, deutet auf Stress – und nicht die Zufuhr an Cholesterin und gesättigten Fetten - als primären Auslöser hin und selbiges gilt auch für Erkrankungen des Verdauungssystems.
Wenn Du ständig Stress ausgesetzt bist, dann beginnt Dein Körper damit, seine Verdauung zu verlangsamen, den Blutfluss zu den Verdauungsorganen zu reduzieren und toxische Stoffwechselprodukte zu produzieren. Das Problem ist, dass Dein Körper nicht zwischen „Oh Scheiße, ich werde von einem tollwütigen Wolf verfolgt“ und „Oh Scheiße, ein weiteres Meeting auf der Arbeit“ unterscheiden kann. Er wird desensibilisiert und behandelt alle Stressoren gleich.
Besch…eidene Ernährung
Wenn Du Junkfood isst, beschädigst Du Deine Darmschleimhaut. Zucker, vom Menschen hergestellte Fette und verarbeitete Nahrungsmittel führen zu Entzündungen im Bereich des Verdauungstraktes. Und wenn Du zu wenige Ballaststoffe zu Dir nimmst, dann verbleibt die Nahrung zu lange im Verdauungstrakt (die Darmpassage dauert zu lang), was es schädlichen Nebenprodukten der Verdauung erlaubt, Deinen Darm zu reizen und Entzündungen hervorzurufen.
Du hast bestimmt schon davon gehört, dass es wichtig ist, das richtige Verhältnis von Säuren und Basen im Verdauungstrakt aufrecht zu erhalten. Dieses Verhältnis kann auch durch die Wahl Deiner Nahrungsmittel beeinträchtigt werden.
Medikamente
Du kennst vielleicht jemanden, der noch kranker geworden ist, weil Antibiotika die guten Darmbakterien zusammen mit den schlechten Darmbakterien abgetötet haben. Hierfür sind für Gewöhnlich Breitspektrum Antibiotika verantwortlich.
Etwas, das hart trainierende Sportler und Bodybuilder wissen sollten ist, dass entzündungshemmende Medikamente (insbesondere nichtsteroidale Entzündungshemmer) verheerenden Schaden anrichten können. Diese Medikamente mögen vielleicht nicht so hart zu Deiner Darmwand sein, aber sie verursachen Schäden im Bereich der Darmschleimhaut – manchmal bis zu dem Punkt, an dem es zu spürbaren Schmerzen kommt.
Der Reaktion hierauf besteht häufig darin, noch höhere Dosierungen dieser Medikamente einzunehmen, um die Schmerzen in Grenzen zu halten und auch wenn nichtsteroidale Entzündungshemmer Schmerzen und Entzündungen verursachende Prostaglandine blockieren, blockieren sie auch die Prostaglandine, die heilen – ein Teufelskreis!
Eine weitere wichtige Tatsache ist, dass all diese Medikamente, die kleinen “Bürsten” in Deinem Dünndarm beschädigen können, die für die abschließende Phase der Kohlenhydratverdauung verantwortlich sind.
Zu guter Letzt können nichtsteroidale Entzündungshemmer den Reparaturprozess beeinträchtigen, den Deine Darmschleimhaut alle drei bis fünf Tage durchläuft, was dazu führt, dass die Darmschleimhaut schwächer wird, was potentiell zu einer durchlässigen Darmwand und anderen Durchlässigkeitsproblemen führen kann.
Dysbiose
Als Dysbiose wird der Zustand beschrieben, wenn Hefepilze in Deine Darmwand gelangen und die erwähnten kleinen Bürsten beschädigen. Dies ist auf ein Ungleichgewicht der Darmbakterien zurückführbar, was uns zurück zur vorhergehenden Ursache bringt, da Medikamente die guten Darmbakterien abtöten können, die normalerweise Hefepilze in Schach halten.
Im zweiten Teil dieses Artikels werde ich darauf eingehen, wie Du feststellen kannst, ob Du unter einer pathologisch durchlässigen Darmwand leidest und Dir Strategien vorstellen, mit deren Hilfe Du dieses Problem vermeiden und Deine Verdauung verbessern kannst. Zu guter Letzt wird Dir ein Beispielernährungsplan zeigen, wie Du all diese Strategien in die Tat umsetzen kannst.
Quelle: https://www.t-nation.com/diet-fat-loss/you-are-what-you-absorb
Von John Meadows