Ernährung

11 Mythen über Intermittent Fasting und Mahlzeitenfrequenz
thumb

Intermittent Fasting ist in den letzten Jahren enorm beliebt geworden. Hierbei handelt es sich um ein Ernährungsschema, das zyklisch zwischen Phasen des Essens und des Fastens hin und her wechselt. Es gibt jedoch immer noch eine Menge Mythen, die dieses Thema betreffen. Dieser Artikel räumt mit den 11 am weitesten verbreiteten Mythen zum Thema Fasten, Snacks und Mahlzeitenfrequenz auf.

1. Das Auslassen des Frühstücks wird Dich fett machen

"Das Frühstück ist die wichtigste Mahlzeit des Tages.” Es gibt immer noch diesen Mythos, der besagt, dass das Frühstück etwas Besonderes ist. Die Leute glauben daran, dass ein Verzicht auf das Frühstück zu exzessivem Hunger, Gelüsten und einer Gewichtszunahme führen wird.

Doch auch wenn Observationsstudien eine statistisch signifikante Verbindung zwischen dem Auslassen des Frühstücks und Übergewicht gefunden haben, könnte diese Verbindung durch die Tatsache erklärt werden, dass der stereotypische „Frühstücksverzichter“ insgesamt weniger gesundheitsbewusst ist.

Interessanterweise wurde diese Frage kürzlich durch eine randomisierte klinische Studie geklärt, die dem Goldstandard der wissenschaftlichen Studien entsprach. Diese Studie wurde im Jahr 2014 veröffentlicht und verglich bei 283 übergewichtigen und fettleibigen Erwachsenen die Auswirkungen des Verzehrs eins Frühstücks und eines Auslassens des Frühstücks (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24898236). Am Ende der 16-wöchigen Studienphase konnte kein Unterschied zwischen den Gruppen beobachtet werden.

Diese Studie zeigt, dass es für den Gewichtsabbau keinen Unterschied macht, ob Du frühstückst oder nicht, auch wenn es hier individuelle Unterschiede geben könnte.

Es gibt jedoch einige Studien, die zeigen, dass Kinder und Teenager, die frühstücken, dazu neigen, in der Schule bessere Leistungen zu erbringen. (https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0002822305001513)

Es gibt außerdem Studien mit Menschen, die langfristig Gewicht verloren hatten, die zeigen, dass diese Menschen dazu neigen, zu frühstücken (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16002825).

Dies ist eines der Dinge, die von Person zu Person variieren können. Das Frühstück ist für einige Menschen vorteilhaft, für andere hingegen nicht. Es ist jedoch mit Sicherheit nicht essentiell und es ist auch nichts Magisches an dieser Mahlzeit.

Fazit: Der Verzehr des Frühstücks kann für einige Menschen vorteilhaft sein, aber es ist nicht essentiell. Kontrollierte Studien zeigen keinen Unterschied zwischen dem Verzehr eines Frühstücks und einem Verzicht auf das Frühstück, wenn es um den Gewichtsabbau geht.

2. Häufigeres Essen erhöht die Stoffwechselrate

"Iss kleine Mahlzeiten, um die Flamme des Stoffwechsels am Brennen zu halten." Viele Menschen glauben, dass der Verzehr vieler kleinerer Mahlzeiten zu einer erhöhten Stoffwechselrate führt, so dass Dein Körper insgesamt mehr Kalorien verbrennt.

Es ist wahr, dass der Körper eine gewisse Menge an Energie für die Verdauung und die Aufnahme der Nährstoffe einer Mahlzeit verbraucht. Dies wird auch als die thermische Wirkung der Nahrung bezeichnet, welche bei Protein 20 bis 30%, bei Kohlenhydraten 5 bis 10% und bei Fett 0 bis 3% der konsumierten Kalorien ausmacht.

Im Durchschnitt liegt die thermische Wirkung der Nahrung irgendwo im Bereich von 10% der Gesamtkalorienzufuhr.

Das einzige, was hier jedoch eine Rolle spielt, ist die Gesamtmenge der konsumierten Kalorien – und nicht die Anzahl der Mahlzeiten, die Du zu Dir nimmst.

Der Verzehr von sechs Mahlzeiten a 500 kcal hat exakt dieselbe Auswirkung wie der Verzehr von der Mahlzeiten a 1000 kcal. Ausgehend von einer durchschnittlichen thermischen Wirkung von 10% entspricht dies bei beiden Szenarien 300 kcal.

Dies wird durch zahlreiche Humanstudien unterstützt, die zeigen, dass eine Erhöhung oder Reduzierung der Mahlzeitenfrequenz keinen Einfluss auf die Gesamtmenge an verbrannten Kalorien besitzt (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/9155494).

Fazit: Es macht bezüglich der verbrannten Kalorien keine Unterschied, ob Du häufiger isst, oder nicht. Alleine die Gesamtkalorienzufuhr und die Aufteilung der Makronährstoffe spielen eine Rolle.

3. Häufigere Mahlzeiten helfen dabei, den Hunger zu reduzieren

Einige Menschen glauben, dass Snacks dabei helfen, Gelüste und exzessiven Hunger zu verhindern. Interessanterweise haben mehrere Studien dieses Thema betrachtet und die Ergebnisse sind durchwachsen.

Auch wenn einige Studien nahelegen, dass häufigere Mahlzeiten zu reduziertem Hunger führen, konnten andere Studien keine Auswirkungen finden, während wieder andere Studien zu dem Ergebnis kamen, dass häufigere Mahlzeiten den Hunger sogar steigern können (https://www.cambridge.org/core/journals/british-journal-of-nutrition/article/acute-effects-on-metabolism-and-appetite-profile-of-one-meal-difference-in-the-lower-range-of-meal-frequency/4AE8C3FC32CE7E456B9606F1AF963E76, https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0195666399902659, https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0038632, https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4391809/)

Eine Studie, die 3 proteinreiche Mahlzeiten mit 6 proteinreichen Mahlzeiten verglich, kam zu dem Ergebnis, dass 3 Mahlzeiten sogar besser für eine Reduzierung des Hungers sind (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20339363).

Es scheint also vom Individuum abzuhängen, welche Mahlzeitenfrequenz besser ist. Wenn Dir Snacks zwischen den Mahlzeiten dabei helfen, weniger Gelüste zu verspüren und Dein Risiko für Fressanfälle reduzieren, dann sind sie eine gute Sache.

Es gibt jedoch keine Hinweise darauf, dass Snacks oder häufigere Mahlzeiten bei jedem den Hunger reduzieren. Hier gilt also, dass unterschiedliche Ansätze für unterschiedliche Menschen optimal sein können.

Fazit: Es gibt keine konsistenten Hinweise darauf, dass häufigere Mahlzeiten den Hunger oder die Kalorienzufuhr reduzieren. Einige Studien zeigen sogar, dass häufigere Mahlzeiten den Hunger verstärken.

4. Viele kleinere Mahlzeiten können Dir dabei helfen Gewicht zu verlieren

Häufigere Mahlzeiten regen die Stoffwechselrate nicht zusätzlich an (es kommt also nicht zu einem gesteigerten Kalorienverbrauch). Sie scheinen außerdem den Hunger nicht zu reduzieren (was bedeutet, dass es auch nicht zu einer geringeren Nahrungszufuhr kommt).

Wenn häufigere Mahlzeiten keinen Einfluss auf die Gleichung der Energiebilanz besitzen, dann sollten sie also auch keinen Einfluss auf den Gewichtverlust besitzen.

Dies wird in der Tat auch durch die Wissenschaft unterstützt. Die meisten Studien, die zu diesem Thema durchgeführt wurden, zeigen, dass die Mahlzeitenfrequenz keinen Einfluss auf den Gewichtsverlust besitzt (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26024494, https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26226640)

Eine mit 16 übergewichtigen Männern und Frauen durchgeführte Studie konnte z.B. keinen Unterschied bezüglich Gewicht, Fettabbau oder Appetit beobachten, wenn 3 tägliche Mahlzeiten mit 6 täglichen Mahlzeiten verglichen wurden (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19943985).

Wenn Du jedoch das Gefühl hast, dass es Dir leichter fällt weniger zu essen und weniger Junkfood zu Dir zu nehmen, wenn Du öfter isst, dann könnte diese Strategie für Dich effektiv sein.

Ich persönlich finde es verdammt unpraktisch so oft zu essen und es fällt mir hierdurch noch schwerer, eine gesunde Ernährung einzuhalten, aber es könnte bei anderen Menschen funktionieren.

Fazit: Es gibt keine Hinweise darauf, dass eine Veränderung Deiner Mahlzeitenfrequenz Dir dabei helfen wird, mehr Gewicht zu verlieren. Die meisten Studien zeigen, dass dies keinen Unterschied macht.

5. Das Gehirn benötigt eine konstante Zufuhr von Glukose

Einige Menschen glauben, dass ihr Gehirn aufhören wird zu funktionieren, wenn sie nicht alle paar Stunden Kohlenhydrate zu sich nehmen. Dies basiert auf der Ansicht, dass unser Gehirn ausschließlich Glukose (in Form von Blutzucker) als Energiequelle verwenden kann.

Was jedoch häufig übersehen wird ist die Tatsache, dass der Körper die Glukose, die er braucht, leicht mit Hilfe eines Prozesses, der als Glukoneogenese bezeichnet wird, selbst herstellen kann (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19640952). Doch dies wird in den meisten Fällen gar nicht notwendig sein, da der Körper Glukose in Form von Glykogen in der Leber speichert, die er verwenden kann, um das Gehirn über viele Stunden mit Energie zu versorgen.

Selbst während eines längerfristigen Fastens oder im Rahmen einer sehr kohlenhydratarmen Ernährung kann der Körper so genannte Ketokörper aus Nahrungsfetten herstellen (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19227486). Ketokörper können einen Teil des Energiebedarfs des Gehirns decken und hierdurch den Glukosebedarf signifikant reduzieren.

Während eines längeren Fastens kann das Gehirn also leicht durch Ketokörper und Glukose, die aus Proteinen hergestellt wird, mit ausreichenden Mengen an Energie versorgt werden.

Es macht auch aus evolutionärer Sicht keinen Sinn, dass wir nicht dazu in der Lage sein sollten ohne eine konstante Zufuhr von Kohlenhydraten zu überleben. Wenn dies der Fall wäre, müsste die Menschheit schon vor langer Zeit ausgestorben sein.

Einige Menschen berichten jedoch von einem Gefühl der Unterzuckerung, wenn sie eine Zeit lang nichts essen. Wenn dies auf Dich zutrifft, dann solltest Du vielleicht bei einer höheren Mahlzeitenfrequenz bleiben oder mit Deinem Arzt sprechen, bevor Du Deine Ernährung änderst.

Fazit: Der Körper kann Glukose selbst herstellen, um das Gehirn während längerer Fastenphasen mit Energie zu versorgen. Ein Teil des Gehirns kann außerdem Ketokörper als Energiequelle verwenden.

6. Oft zu essen und Snacks zwischen den Mahlzeiten zu sich zu nehmen ist gut für die Gesundheit

Es ist für den Körper ganz einfach nicht „natürlich“, sich in einem Zustand kontinuierlicher Nahrungszufuhr zu befinden. Während der menschlichen Evolution mussten die Menschheit immer wieder Phasen des Hungerns durchstehen.

Es gibt außerdem Hinweise darauf, dass kurzzeitiges Fasten einen Prozess der zellularen Reparatur initiiert, der als Autophagie bezeichnet wird und in dessen Rahmen alte und dysfunktionale Proteine als Energiequelle herangezogen werden (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3106288/).

Der Prozess der Autophagie könnte dem Alterungsprozess entgegenwirken und das Risiko für zahlreiche Krankheiten inklusive Alzheimer reduzieren (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23773064, https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19524509). Tatsache ist, dass Fasten von Zeit zu Zeit alle möglichen Vorzüge für die Stoffwechselgesundheit mit sich bringt (https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S193152441400200X, https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3946160/, https://ibimapublishing.com/articles/ENDO/2014/459119/).

Es gibt außerdem einige Studien, die nahelegen, dass häufige Snacks und häufiges essen negative Auswirkungen auf die Gesundheit besitzen können und das Risiko für bestimmte Krankheiten erhöhen könnten.

Eine Studie fand z.B. heraus, dass eine Ernährung mit häufigerer Nahrungszufuhr in Kombination mit einer hohen Kalorienzufuhr eine stärkere Verschlimmerung des Zustands einer Fettleber hervorrufen kann, was darauf hindeutet, dass häufigere Snacks das Risiko für eine Fettleber erhöhen könnten (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4265261/).

Es gibt darüber hinaus einige Observationsstudien, die zeigen, dass Menschen, die öfter essen, ein höheres Risiko für bösartige Tumore im Bereich des Darms aufweisen (http://cancerres.aacrjournals.org/content/52/13/3589.short, https://link.springer.com/article/10.1007%2FBF00051916).

Fazit: Es ist ein Mythos, dass häufige Snacks inhärent gut für die Gesundheit sind. Einige Studien zeigen, dass häufige Snack schädlich sind, während andere Studien zeigen, dass gelegentliches Fasten deutliche Gesundheitsvorzüge mit sich bringen kann.

7. Fasten versetzt Deinen Körper in einen Hungermodus

Ein häufig verwendetes Argument gegen Intermittent Fasting ist, dass es den Körper in einen so genannten Hungermodus versetzen kann. Diesen Behauptungen zufolge bringt Fasten Deinen Körper dazu zu denken, dass er am Verhungern ist, was zur Folge hat, dass er die Stoffwechselrate reduziert und verhindert, dass Du Fett verbrennst.

Es ist tatsächlich wahr, dass ein langfristiger Gewichtsabbau die Menge an Kalorien reduzieren kann, die Du verbrennst. Dies ist der wahre „Hungermodus“ (der technische Begriff hierfür lautet adaptive Thermogenese) (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3673773/).

Dies ist ein realer Effekt, der sich auf ein paar hundert pro Tag weniger verbrannte Kalorien aufsummiert. Dies geschieht jedoch beim Gewichtsabbau unabhängig von der verwendeten Methode. Es gibt keine Hinweise darauf, dass dies bei Intermittent Fasting häufiger oder in stärkerem Umfang als bei anderen Gewichtsabbaumethoden der Fall ist.

In der Tat gibt es sogar Hinweise darauf, dass ein kurzzeitiges Fasten die Stoffwechselrate sogar erhöhen kann. Dies hängt mit einer drastischen Erhöhung der Norepinephrin (Noradrenalin) Blutspiegel zusammen, die den Fettzellen das Signal gibt, Körperfett aufzubrechen und den Stoffwechsel anzuregen (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12107252, https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10837292).

Studien haben gezeigt, dass Fasten für bis zu 48 Stunden die Stoffwechselrate um 3,6 bis 14% steigern kann (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/2405717). Wenn Du jedoch deutlich länger fastest, dann kann sich dieser Effekt umkehren und die Stoffwechselrate kann unter den Basiswert absinken (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/3661473).

Eine Studie konnte zeigen, dass Fasten an jedem zweiten Tag für 22 Tage nicht zu einer Reduzierung der Stoffwechselrate führte, während die Probanden gleichzeitig 4% ihrer Fettmasse verloren, was für eine solch kurze Phase von lediglich 3 Wochen Dauer ein beeindruckender Wert ist (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15640462).

Fazit: Es ist falsch, dass kurzzeitiges Fasten den Körper in einen „Hungermodus“ versetzt. Die Wahrheit ist, dass die Stoffwechselrate während der ersten 48 Stunden des Fastens sogar steigt.

8. Der Körper kann nur eine bestimmte Menge an Protein pro Mahlzeit verwenden

Es gibt einige, die behaupten, dass wir nur 30 Gramm Protein pro Mahlzeit verdauen können und deshalb alle 2 bis 3 Stunden essen sollten, um unsere Muskelzuwächse zu maximieren. Diese Aussagen werden jedoch nicht durch die Wissenschaft unterstützt.

Studien zeigen keinen Unterschied bezüglich der Muskelmasse, wenn Du Deine Proteinzufuhr auf häufigere kleinere Portionen aufteilst (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17413096, https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10867039, https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10357740).

Der wichtigste Faktor ist für die meisten Menschen die verzehrte Gesamtmenge an Protein und nicht auf wie viele Mahlzeiten dieses Protein verteilt wurde.

Fazit: Der Körper kann leicht mehr als 30 Gramm Protein pro Mahlzeit verwenden und es ist nicht notwendig alle 2 bis 3 Stunden Protein zu konsumieren.

9. Intermittent Fasting lässt Dich Muskeln verlieren

Einige Menschen glauben, dass unser Körper damit beginnen wird Muskeln zu verbrennen und Muskelprotein zum Zweck der Energieversorgung heranziehen wird. Es ist wahr, dass dies allgemein während des Diätens geschieht, aber es gibt keine Hinweise darauf, dass so etwas bei Intermittent Fasting in größerem Umfang als bei anderen Diätmethoden geschieht.

Einige Studie legen sogar nahe, dass Intermittent Fasting besser für eine Aufrechterhaltung der Muskelmasse geeignet ist. Im Rahmen einer Metastudie bewirkte eine phasenweise Kalorienrestriktion einen ähnlich starken Gewichtsabbau wie eine kontinuierliche Kalorienrestriktion, wobei jedoch weniger Muskelmasse abgebaut wurde (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21410865).

Es gibt außerdem eine Studie, in deren Rahmen die Probanden dieselbe Menge an Kalorien wie normalerweise aßen, diese jedoch in Form einer großen Mahlzeit am Abend zu sich nahmen (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17413096). Diese Probanden verloren Körperfett und verzeichneten eine minimale (fast statistisch relevante) Zunahme an Muskelmasse in Kombination mit einer ganzen Reihe von positiven Auswirkungen auf andere Gesundheitsmarker.

Intermittent Fasting ist auch bei vielen Bodybuildern beliebt, die diese Form der Ernährung als effektiven Weg ansehen, große Mengen an Muskelmasse in Kombination mit einem niedrigen Körperfettanteil aufrecht zu erhalten.

Fazit: Es gibt keine Hinweise darauf, dass Fasten größere Muskelverluste als eine konventionelle Kalorienrestriktion hervorruft. In der Tat zeigen einige Studien, dass Intermittent Fasting hilfreich sein könnte, wenn es darum geht, die bestehende Muskelmasse während des Diätens aufrecht zu erhalten.

10. Intermittent Fasting ist schlecht für Deine Gesundheit

Einige Menschen glauben, dass Fasten ungesund sein kann, doch nichts könnte weiter von der Wahrheit entfernt sein. Zahlreiche Studien zeigen, dass Intermittent Fasting und eine unterbrochene Kalorienrestriktion erstaunliche Gesundheitsvorzüge mit sich bringen können (https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S193152441400200X, https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3946160/, https://ibimapublishing.com/articles/ENDO/2014/459119/).

Intermittent Fasting verändert z.B. die Expression bestimmter Gene, die mit Langlebigkeit und dem Schutz vor bestimmten Krankheiten in Verbindung gebracht werden und es konnte gezeigt werden, dass Intermittent Fasting die Lebensspanne bei Versuchtieren erhöhen kann (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24048020, https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2622429/, https://academic.oup.com/geronj/article-abstract/38/1/36/570019, https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0047637400001093, https://www.karger.com/Article/Abstract/212538).

Es besitzt außerdem deutliche Vorzüge für die Stoffwechselgesundheit, zu denen unter anderem eine verbesserte Insulinsensitivität, reduzierter oxidativer Stress, reduzierte Entzündungsmarker und eine Reduzierung von Risikofaktoren für Herzkrankheiten gehören (https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S193152441400200X, https://ibimapublishing.com/articles/ENDO/2014/459119/, https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S095528630400261X, https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17291990/).

Intermittent Fasting könnte außerdem gut für das Gehirn sein, da es die Spiegel eines Gehirnhormons namens Brain-derived neurotrophic Factor (BDNF) erhöhen kann. Dies könnte vor Depressionen und zahlreichen anderen Gehirnproblemen schützen (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16011467, https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC151440/, https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3022308/).

Fazit: Einige denken, dass Fasten schädlich ist, aber genau das Gegenteil ist der Fall. Kurzzeitiges Fasten bringt deutliche Vorzüge für Körper und Gehirn mit sich.

11. Intermittent Fasting lässt Dich zu viel essen

Einige behaupten, dass Intermittent Fasting keinen Gewichtsabbau bewirken wird, da es zur Folge hat, dass Du während des Esszeitfensters zu viel isst. Dies ist teilweise wahr. Nach einer Fastenphase neigen Menschen automatisch dazu etwas mehr zu essen, als wenn sie nicht gefastet hätten. Mit anderen Worten ausgedrückt kompensieren sie die während des Fastens „verlorenen“ Kalorien, indem sie während der nächsten Mahlzeiten mehr essen.

Diese Kompensierung ist jedoch nicht vollständig. Eine Studie zeigte, dass Menschen, die einen ganzen Tag lang fasteten, am nächsten Tag nur 500 zusätzliche kcal zu sich nahmen (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12461679). Sie sparten am Fastentag etwa 2400 kcal ein und aßen am Tag darauf nur 500 kcal mehr, was einer Gesamtkalorienreduktion von 1900 kcal entsprach, was für lediglich 2 Tage ein sehr hohes Kaloriendefizit ist.

Intermittent Fasting reduziert die Gesamtnahrungszufuhr, während es gleichzeitig den Stoffwechsel anregt. Es reduziert außerdem die Insulinspiegel, erhöht die Norepinephrinspiegel und erhöht die Wachstumshormonausschüttung um bis zum fünffachen Wert (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10837292, https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15640462, https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC329619/, https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/1548337).

Aufgrund dieser Faktoren wird Dich Intermittent Fasting Fett verlieren und nicht aufbauen lassen. Laut einer Metastudie aus dem Jahr 2014, bewirkte Fasten für 3 bis 24 Wochen eine Gewichtsverlust von 3 bis 8% und eine Reduzierung des Bauchfettes um 4 bis 7% (https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S193152441400200X).

Im Rahmen dieser Studie bewirkte Intermittent Fasting einen Gewichtsverlust von 0,5 Pfund pro Woche, während Fasten an jedem zweiten Tag einen Gewichtsverlust von 1,6 Pfund pro Woche bewirkte.

Die Wahrheit ist, dass Intermittent Fasting eines der effektivsten Werkzeuge für den Fettabbau darstellt. Zu sagen, dass es Dich mehr essen lassen wird, Dich in einen Hungermodus versetzen wird und in einer Gewichtzunahme resultieren wird, ist das genaue Gegenteil der Realität.

Quelle: https://www.healthline.com/nutrition/11-myths-fasting-and-meal-frequency#section1

Weiterlesen
Mythen vs. Fakten: 12 Bodybuilding Ernährungsgewohnheiten näher betrachtet Teil 2
thumb

Im ersten Teil dieses Artikels haben wir 6 weit verbreitete Bodybuilding Ernährungsgewohnheiten näher betrachtet, und herausgefunden, dass es sich bei diesen in gewisser Hinsicht um Mythen und Fehlinterpretationen wissenschaftlicher Fakten handelt. Im vorliegenden Teil dieses Artikels werden wir einen Blick auf 6 weitere Bodybuilding Ernährungsgewohnheiten und ihren Wahrheitsgehalt werfen.

7. Iss alle 3 Stunden Protein oder Du wirst dahinschrumpfen

Eine meiner Lieblingsansätze zur Erbsenzählerei ist die Angewohnheit von Fitnessstudiobesuchern und Bodybuildern, die praktisch auf eine intravenöse Proteininfusion den ganzen Tag über bestehen. Diese Menschen scheinen eine absolute Vernarrtheit in Protein aufzuweisen, was wahrscheinlich damit zusammenhängt, dass das Skelettmuskelgewebe das größte Aminosäurereservoir des Körpers darstellt. Sie nehmen deshalb an, dass sie ihr Muskelwachstum umso optimaler anregen werden, je öfter sie ihren Körper mit einen Schub an Protein versorgen.

Dies ist jedoch nicht der Fall. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass der Körper eine Refraktärperiode nach einer Proteinzufuhr aufweist, welche die Proteinsynthesereaktion abstumpft (8). Dies bedeutet, dass ein zu häufiger Proteinkonsum sogar ein hemmender und ineffizienter Prozess ist, wenn Du versuchst, Deine Muskelproteinsynthesereaktion auf Deine Nahrungszufuhr zu optimieren.

Ein pragmatischerer Ansatz besteht darin, eine optimale Menge an Protein zu essen, die Proteinsynthesereaktion ablaufen zu lassen, bis sie wieder ihren Ausgangslevel erreicht hat, und bald darauf eine weitere proteinreiche Mahlzeit zu essen. Es ist sicher zu sagen, dass wenn Du eine ausreichende Menge an leucinreichem, vollständigem Protein zu jeder Mahlzeit isst, die Proteinsyntheserate nach dieser Mahlzeit für mindestens 4 bis 6 Stunden erhöht sein wird, weshalb die Idee, dass Du alle 3 Stunden ( oder öfter) Protein essen musst, keine sehr vernünftige Idee ist.

Etwas, das Du im Hinterkopf behalten solltest, wenn es um viele Dinge im Bereich von Gesundheit und Fitness geht ist, dass mehr nicht immer auch besser ist. Nur weil etwas Nahrungsprotein in der Tat für Aufrechterhaltung und Wachstum Deiner Muskeln entscheidend ist, bedeutet dies nicht, dass Du es mit der Proteinzufuhr nicht auch übertreiben kannst.

Fazit

Anstatt den ganzen Tag über kontinuierlich Protein/Aminosäuren zu Dir zu nehmen, solltest Du versuchen, Deine Mahlzeiten mit einem größeren Abstand – sagen wir alle 5 bis 6 Stunden – zu Dir zu nehmen und darauf zu achten, dass jede dieser Mahlzeiten eine nominale Menge einer leucinreichen, vollständigen Proteinquelle enthält (wobei die tatsächliche Menge basierend auf Deinem Gewicht und Deinen Bedürfnissen variieren wird, aber für die meisten Menschen 30+ Gramm ein guter Ausgangspunkt ist).

Falle nicht der Idee zum Opfer, dass Dein Körper plötzlich in einen katabolen Zustand verfallen wird, weil Du Dich hungrig fühlst und mehr als 3 Stunden seit Deiner letzten Mahlzeit oder Deinem letzten Proteinshake vergangen sind. Du musst nicht ständig Protein zu Dir nehmen und Du wirst Dir hiermit wahrscheinlich auch keinen Gefallen tun. Iss eine feste, ausgewogene Mahlzeit, lasse Dich hungrig werden und iss dann erneut – das Ganze ist wirklich nicht so kompliziert.

8. Je fader Deiner Ernährung ist, desto mehr hardcore bist Du

Dies ist eine Sache, die ich nie verstehen werde – die Idee, die bei vielen Bodybuildern vorherrscht, dass eine monotone, fade und langweilige Ernährung irgendwie besser für Körperentwicklungs- und Leistungszwecke als eine Ernährung ist, die abwechslungsreich ist und etwas Geschmack umfasst.

Traurigerweise halten viele Menschen am Standpunkt einer „sauberen Ernährung“ fest und nehmen an, dass eine saubere Ernährung nichts weiter als Hühnchenbrust, Brokkoli und braunen Reis umfasst. Realitätscheck...der Verzehr von fader, langweiliger Hühnchenbrust, die trocken wie die Wüste Gobi ist, macht Dich weder gesünder, besser oder mehr hardcore...er macht Dich zu einer faulen Socke, weil Du in der Küche nicht kreativer bist.

Es gibt Millionen von Wegen, eine gesunde Ernährung mit nährstoffdichten Nahrungsmitteln einzuhalten, die auch gut schmeckt. In der Bodybuilding Subkultur scheint diese dumme Idee vorzuherrschen, dass Du, um den Körper Deiner Träume und eine optimale Leistungsfähigkeit zu erreichen, all Deine Lieblingsnahrungsmittel und den Genuss am Essen insgesamt opfern musst. Wach auf und erkenne die Wahrheit, dass sich eine gesunde Ernährung und Genuss nicht gegenseitig ausschließen müssen.

Fazit

Okay, Brutus Bizeps, niemanden interessiert es, dass alles, was Du herunterwürgst fade Hühnchenbrust, trockener Reis und Spargel ist...hierdurch wirst Du auch nicht besser aussehen oder bessere Leistungen als der Typ erbringen, der sein Essen gut schmecken lässt und etwas Abwechslung in seiner Ernährung hat. Wenn Du wirklich einen Preis dafür gewinnen willst, dass Du „mehr hardcore“ bist, dann versuche herauszufinden, wie Du Nahrungsmittel, die Du wirklich magst, in Deine Ernährung einbauen kannst, denn das ist das Markenzeichen von jemandem, der sich selbst kontrollieren und sein Leben im Gleichgewicht halten kann.

Wenn Du wirklich glaubst, dass das Opfern von Geschmack bei Deiner Ernährung bedeutet, dass Du irgendwie mehr hardcore bist oder potentiell erfolgreicher sein wirst, dann bist Du einfach nur ein sturer Dummkopf. Essen ist ein Privileg und etwas, das uns mental und körperlich aufrecht erhält – und keine lästige Pflicht, die Du erfüllen musst und als Opfer ansehen sollst.

9. Obst ist verboten

Wir alle wissen, dass Obst (gut, zumindest Äpfel) im biblischen Sinn tatsächlich verboten sind, aber hier geht es nicht um Adam und Eva...hier geht es um die physiologischen Wirkungen von Zucker (und insbesondere Fruktose). Die Theorie, dass Obst aufgrund seines Zuckergehalts inhärent schlecht ist, ist mehr als kurzsichtig und hängt wahrscheinlich mit den zunehmenden Hinweisen darauf zusammen, die Zuckerkonsum mit Übergewicht und anderen Leiden in Verbindung bringen (9).

Das meiste Obst weist einen Zuckergehalt von weniger als 40% Fruktose auf. Fruktose wird primär in der Leber verstoffwechselt und die durchschnittliche Leber speichert 50 bis 60 Gramm Glykogen. Um dies ins richtige Verhältnis zu setzen, sei erwähnt, dass ein durchschnittlicher Apfel etwa 10 Gramm Fruktose enthält. Wenn die Glykogenspeicher der Leber wiederaufgefüllt sind, werden die meisten Zwischenprodukte des Fruktosestoffwechsels für die de novo Triglyzeridsynthese (Fettaufbau) in den Hepatozyten verwendet. Du solltest hierbei im Hinterkopf behalten, dass auch wenn Fruktose in Triglyzeride (Fette) umgewandelt werden kann, dies nicht notwendigerweise bedeutet, dass diese automatisch im Fettgewebe gespeichert werden.

Der wahrscheinlich wichtigste Punkt, den man berücksichtigen sollte ist, dass Obst eine hohe Nährstoffdichte aufweist und eine große Menge an Wasser enthält, wodurch der Sättigungsindex dramatisch erhöht wird (10). Kurz gesagt gilt, dass die Wahrscheinlichkeit, dass Du Dich an anderen Nahrungsmitteln „überfrisst“, umso geringer ausfällt, je höher der Sättigungsindex eines Nahrungsmittels ausfällt.

Wie bei allen anderen Nahrungsmitteln gibt es natürlich auch bei Obst vernünftige Grenzen und es ist auch möglich, zu viel Obst zu essen.

Fazit

Wie bereits erwähnt wurde, ist Fruktose keine insulinogene Kohlenhydratquelle und füllt die Muskelglykogenspeicher nicht ausreichend wieder auf, wie dies bei anderen Kohlenhydratquellen der Fall ist, weshalb es für die meisten Menschen, die Muskeln aufrechterhalten oder aufbauen möchten nicht ideal ist sich auf Obst als alleinige Kohlenhydratquelle zu verlassen – wobei der Vollständigkeit halber erwähnt werden sollte, dass Obst nicht nur Fruktose, sondern auch Sucrose (Tafelzucker) enthält.

Es ist jedoch mit Sicherheit sinnvoll, moderate Mengen an Obst in die tägliche Ernährung mit aufzunehmen – primär aufgrund des Gesamtnährstoffgehalts und der positiven Auswirkungen auf Appetit und Sättigung. Es ist sicher zu sagen, dass die meisten Menschen von bis zu 5 Portionen Obst pro Tag (und mehr) profitieren könnten.

Verzichte nicht auf Obst. Es ist nicht Dein Feind, nur weil es etwas Zucker/Fruktose enthält.

10. Es ist nach 22 Uhr – alle Kohlenhydrate werden nun in Fett umgewandelt (Sarkasmus beabsichtigt)

Ich liebe es, wenn Menschen Vermutungen über den Körper anhand einfacher Ableitungen anstellen.In diesem Fall nehmen viele Bodybuilder und Fitnessstudiobesucher gleichermaßen Folgendes an: Kohlenhydrate –> Insulin -> Speicherhormon -> Abend -> bewegungsarm -> Kohlenhydrate werden als Fett gespeichert.

Nur weil es 19:00 Uhr ist und Du ein paar Kohlenhydrate isst, bedeutet dies nicht, dass ein verrückter, zeitgesteuerter glykolytischer Pfadweg aktiviert wird und Deinem Körper sagt, dass er all diese Kohlenhydrate als Fettgewebe speichern soll. Dein Körper verstoffwechselt Kohlenhydrate unabhängig von der Tageszeit immer auf dieselbe Art und Weise. Natürlich gibt es bezüglich der Hormonausschüttung einen gewissen Biorhythmus, aber es gibt bisher noch keine kontrollierte wissenschaftliche Studie, die zeigt, dass später am Abend zu essen in einer Verschlechterung der Körperkomposition resultiert.

Eine über die Dauer eines Jahres mit Rhesusaffen (welche dem Menschen genetisch sehr ähnlich sind) durchgeführte Studie zeigte, dass Affen, die den größten Teil ihrer Nahrung abends zu sich nahmen, keine höhere Wahrscheinlichkeit für eine Gewichtszunahme als Affen aufwiesen, die abends kaum etwas aßen (11).

Fazit

Fürchte Kohlenhydrate am Abend nicht einfach deshalb, weil Du zu dieser Zeit nicht mehr so aktiv bist oder bald zu Bett gehen wirst. Solange sich Deine tägliche Nahrungszufuhr innerhalb Deines Bedarfs befindet, ist das Timing Deiner Nahrungszufuhr zweitrangig. Einige Menschen schlafen sogar besser, wenn sie abends Kohlenhydrate essen, was an den die Serotoninspiegel erhöhenden Wirkungen von Kohlenhydraten liegt.

Es ist jedoch trotzdem wahrscheinlich von Vorteil, wenn Du mehr Deiner Kohlenhydrate rund um Dein Trainingszeitfenster zu Dir nimmst. Bei einigen Menschen könnte dies in der Tat spät abends sein und das ist völlig in Ordnung – Dein Körper wird diese Kohlenhydrate trotzdem zu schätzen wissen.

11. Sojaprotein ist nicht gleichbedeutend mit Femininität

Eine weitere lustige Schlussfolgerung, die die Menschen in der Fitnesswelt ziehen, ist Folgende: Soja -> Östrogen -> weibliche Hormone -> schlecht für Männer.

Ja, Soja (Protein) erhöht in der Tat die Östrogenrezeptoraktivität und unterdrückt die Androgenrezeptoraktivität – aber nicht in signifikantem Umfang, solange Du keine großen Mengen (über 60 Gramm pro Tag) zu Dir nimmst (12). In moderaten Mengen kann Sojaprotein hingegen eine gute Quelle für Isoflavone, Lezithin und andere Phytonährstoffe darstellen.

Sojaprotein weist keine so hohe Bioverfügbarkeit wie Wheyprotein, Eiprotein und Kasein auf, aber es ist (anders als viele andere Pflanzenproteine) trotzdem eine gute Proteinquelle. Aus diesem Grund stellt es eine der besten Proteinoptionen für Menschen dar, die sich vegan ernähren.

Es gibt außerdem Hinweise darauf, das nominale Mengen an Sojaprotein (ca. 25 Gramm) pro Tag bei der Reduzierung des Risikos für Herzkrankheiten, bei der Senkung der Cholesterinspiegel, bei einer Reduzierung des Blutdrucks und bei einer Vorbeugung von Osteoporose eine Rolle spielen könnten (13, 14).

Fazit

Überwinde die Idee, dass alles Östrogen schlecht ist und dass Sojaprotein der Untergang des männlichen Geschlechts ist. Es gibt keine wirklichen Hinweise darauf, dass 20 bis 30 Gramm Sojaprotein pro Tag irgendwelche negativen hormonellen Auswirkungen besitzt.

Die Vorzüge moderater Mengen an Sojaprotein machen es zu einer sinnvollen Ergänzung der Ernährung eines jeden Menschens – und nicht nur für Fitnessstudiobesucher und Bodybuilder. Es stellt außerdem aufgrund seiner außergewöhnlichen Hitzestabilität eine hervorragende Zutat für viele Rezepte dar.

12. Wenn Du bei Deiner Ernährung nicht so verdammt restriktiv wärst, dann bräuchtest Du auch keine “Schummelmahlzeiten”

Das Konzept der „Schummelmahlzeiten“ (oder, was noch schlimmer ist, der „Schummeltage“) ist für mich schon immer etwas irgendwie Trauriges gewesen, was hauptsächlich daran liegt, dass es zeigt, wie schlecht die Beziehung der Menschen zu Nahrung geworden ist. Die Realität ist, dass wenn die Menschen es verstehen würden Maß zu halten und alle Nahrungsmittel, die sie gerne essen, in ihre Ernährung zu integrieren (das klingt irgendwie ziemlich nach IIFYM), es so etwas wie Schummelmahlzeiten oder Schummeltage nicht geben würde.

Was ich den Leuten – und insbesondere Bodybuildern – empfehlen würde ist, damit aufzuhören, Nahrungsmittel durch eine schwarz und weiß Linse zu betrachten, da Nahrungsmittel von Natur aus dynamisch sind. Anstatt Nahrungsmittel als eindeutig gut oder schlecht anzusehen solltest Du sie im Hinblick auf ihren tatsächlichen Nährstoff- und Kaloriengehalt betrachten. Wenn Du dies tust, dann wirst Du schon bald damit aufhören bestimmte Nahrungsmittel, die Du gerne isst, als verboten anzusehen und lernen, dass Du diese nicht vollständig aus Deiner Ernährung verbannen musst und damit aufhören kannst, zu bestimmten geplanten (oder ungeplanten Zeiten) Dich mit Nahrungsmitteln vollzustopfen, die Du Dir normalerweise versagst.

Der pragmatischere Weg für den Einsatz sogenannter Schummelmahlzeiten oder -tage ist die Verwendung von Refeed Tagen, an denen Du Deine Kalorienzufuhr (und für gewöhnlich auch Deine Kohlenhydratzufuhr) auf methodische und kontrollierte Art und Weise erhöhst. Es ist im Allgemeinen am besten, dies während einer Phase zu tun, während der Du versuchst Fett zu verlieren und Deine Fortschritte stagnieren, um dabei zu helfen, bestimmte stoffwechseltechnische Faktoren wieder zum Leben zu erwecken.

Fazit

Dies steht in gewisser Hinsicht mit der bereits zuvor erwähnten Angewohnheit in Zusammenhang, eine extrem fade und monotone Ernährung einzuhalten und zu denken, dass Du deshalb mehr hardcore bist. Es sind fast immer die Individuen, die bei ihrer täglichen Ernährung sehr restriktiv sind, die irgendwann mit einer Hamburger Tirade im nächsten McDonalds enden.

Was Sagt Dir dies also? Nun, zum einen bedeutet es, dass Du mit dem Unsinn aufhören musst und die Nahrungsmittel, die Du magst, in Deine Ernährung einbauen solltest. Zum anderen musst Du lernen zu verstehen, dass eine Schummelmahlzeit einfach nur eine faule Ausrede dafür ist, Dich an Nahrungsmitteln zu überfressen, die nicht außerhalb Deiner Reichweite liegen würden, wenn Du Dich selbst kontrollieren könntest. Und zu guter Letzt solltest Du erkennen, dass Refeeds auf lange Sicht den intelligenteren Ansatz darstellen und tatsächlich stoffwechseltechnische Vorzüge für Menschen besitzen können, die während einer kalorienreduzierten Diät Probleme mit den Abnehmen haben.

Abschließende Gedanken – warum diese Gewohnheiten niemals zu Grabe getragen werden

Es bedeutet für zukünftige Generationen nichts Gutes, dass viele der hier besprochenen Ernährungsgewohnheiten trotz ihrer Sinnlosigkeit die Bodybuilding und Fitness Subkultur bis zum heutigen Tage prägen. Aber am Ende des Tages sind solche Macken und Eigenarten in vielen Bereichen ein natürlicher Teil der Evolution.

Viele dieser Gewohnheiten haben sich im Lauf von Jahrzehnten entwickelt und auch wenn einige hiervon weder wissenschaftlich begründet noch praktisch sind, haben viele Menschen einen Weg gefunden, sie funktionieren zu lassen. Ich wäre ein arroganter Mensch, wenn ich behaupten würde, dass Profibodybuilder nicht durch den Verzehr von Massen an Protein alle 2 bis 3 Stunden erfolgreich sein könnten. Aber nur weil diese Menschen sich dafür entschieden haben, sich so zu ernähren, bedeutet dies nicht notwendigerweise, dass es optimal ist. Viele Menschen in der Bodybuilding und Fitness Subkultur sind nicht deshalb erfolgreich, weil das, was sie tun, der richtige Weg ist, sondern weil sie andere Dinge tun, die ihre Mängel und Fehler maskieren und/oder ausgleichen.

Ich finde es nur ironisch, dass so viele Menschen im Fitnessstudio einfach gedankenlos ihren Vorbildern folgen und hierbei keinen blassen Schimmer davon haben, warum sie eigentlich diese Gewohnheiten praktizieren. Wenn Arnold Schwarzenegger tückischerweise jedem erzählen würde, dass er nur durch Kuchen und Eiscreme hart und definiert geworden ist, könnte ich mir gut vorstellen, dass jeder damit beginnen würde, seinen Proteinshake gegen einen Eimer Ben & Jerrys einzutauschen.

Das, worauf ich letztendlich hinaus will ist, dass unfundierte Behauptungen und haltlose Gewohnheiten im Bereich von Bodybuilding und Fitness immer existieren, wenn nicht sogar florieren werden, weil Menschen, die erfolgreich sind (oder so aussehen, als ob sie gut in Form wären) diese Gewohnheiten praktizieren und weil all die durchschnittlichen Trainierenden dies nachahmen. Dies ist der Grund dafür, dass ich den Leuten immer sage, dass sie die Dinge kritisch betrachten und den Sinn hinter allem, was sie tun, hinterfragen sollten. Nimm Dir Zeit, Dich schlau zu machen, um zu verhindern, dass Du sowohl innerhalb, als auch außerhalb des Fitnessstudios Zeit und Anstrengungen vergeudest.

Referenzen:

  1. Ivy J, Portman R. Nutrient timing. In: Carol Rosenberg, ed. The Future of Sports Nutrition: Nutrient Timing. CA: Basic Health Publications Inc 2007:7-14.
  2. Lemon PW, Berardi JM, Noreen EE. The role of protein and amino acid supplements in the athlete’s diet: does type or timing of ingestion matter? Curr Sports Med Rep 2002;1:214-21.
  3. Kromhout, Daan, et al. "Dietary saturated and trans-fatty acids and cholesterol and 25-year mortality from coronary heart disease: the seven countries study." Preventive medicine 24.3 (1995): 308-315.
  4. Blesso, Christopher N., et al. "Whole egg consumption improves lipoprotein profiles and insulin sensitivity to a greater extent than yolk-free egg substitute in individuals with metabolic syndrome." Metabolism 62.3 (2013): 400-410.
  5. Koopman, R., Beelen, M., Stellingwerff, T., Pennings, B., Saris, W. H., Kies, A. K., ... & Van Loon, L. J. (2007). Coingestion of carbohydrate with protein does not further augment postexercise muscle protein synthesis. American Journal of Physiology-Endocrinology And Metabolism, 293(3), E833-E842.
  6. Kimball, S. R., Jurasinski, C. V., Lawrence, J. C., & Jefferson, L. S. (1997). Insulin stimulates protein synthesis in skeletal muscle by enhancing the association of eIF-4E and eIF-4G. American Journal of Physiology-Cell Physiology, 272(2), C754-C759
  7. Tarnopolsky, M. A., et al. "Evaluation of protein requirements for trained strength athletes." Journal of Applied Physiology 73.5 (1992): 1986-1995.
  8. Bolster, Douglas R., Leonard S. Jefferson, and Scot R. Kimball. "Regulation of protein synthesis associated with skeletal muscle hypertrophy by insulin-, amino acid-and exercise-induced signalling." Proceedings of the Nutrition Society 63.02 (2004): 351-356.
  9. Stanhope, Kimber L., Jean-Marc Schwarz, and Peter J. Havel. "Adverse metabolic effects of dietary fructose: results from the recent epidemiological, clinical, and mechanistic studies." Current opinion in lipidology 24.3 (2013): 198-206.
  10. Holt, Susanne HA, et al. "A satiety index of common foods." European journal of clinical nutrition 49.9 (1995): 675-690.
  11. Oregon Health & Science University (2006, February 2). Scientists Dispel Late-Night Eating/Weight Gain Myth. ScienceDaily. Retrieved May 12, 2014, from http://www.sciencedaily.com/releases/2006/02/060202080832.html
  12. Hamilton-Reeves, J. M., Rebello, S. A., Thomas, W., Slaton, J. W., & Kurzer, M. S. (2007). Isoflavone-rich soy protein isolate suppresses androgen receptor expression without altering estrogen receptor-β expression or serum hormonal profiles in men at high risk of prostate cancer. The Journal of nutrition, 137(7), 1769-1775.
  13. Soybean isoflavones improve cardiovascular risk factors without affecting the reproductive system of peripubertal rhesus monkeys. J Nutr 126(1):43-50.
  14. Zhou JR, Yu L, Zhong Y & Blackburn GL. 2003. Soy phytochemicals and tea bioactive components synergistically inhibit androgen-sensitive human prostate tumors in mice. J Nutr 133(2):516-521.

Quelle: https://www.muscleandstrength.com/articles/myth-fact-bodybuilding-nutrition-habits

Weiterlesen
Sind Kohlenhydrate wirklich unser Feind?
thumb

Eine detaillierte Betrachtung, welche Kohlenhydratnahrungsmittel Du wann und warum essen solltest. Dieser Artikel ist ein Muss für Menschen, die Muskeln aufbauen oder Gewicht verlieren möchten.

Ich bekomme eine Menge Fragen bezüglich des Konsums von Kohlenhydraten gestellt und eine der allgemeinen Fragen, die mir am häufigsten gestellt wird, ist: „werden mich Kohlenhydrate nicht fett machen“? Dies ist nicht der Fall. Kohlenhydrate sind ein Energienahrungsmittel für den Körper und werden in Deinen Muskeln und Deiner Leber für eine Verwendung durch den Körper gespeichert. Diese Kohlenhydrate werden von jeder Zelle Deines Körpers, von Deinem Gehirn und für die Bewegung von Muskeln verwendet. Was immer Du auch tust, die Glukose im Blut, die aus Kohlenhydraten stammt, wird verwendet werden, um Energie für diese Aktivität zu liefern.

Die meisten Kohlenhydratnahrungsmittel stammen aus pflanzenbasierten Quellen. Die typischen Kohlenhydratquellen, die wird essen, umfassen Brot, Getreide, Zerealien, Obst, Gemüse, Bohnen, Erbsen und andere Hülsenfrüchte.

Einige tierische Nahrungsmittel wie z.B. Milch und Milchprodukte enthalten eine signifikante Menge an Kohlenhydrate. Es gibt unterschiedliche Typen von Kohlenhydraten, wie einfache und komplexe Kohlenhydrate, wobei die einfachen Kohlenhydrate am schnellsten verdaut werden. Nahrungsmittelquellen für einfache Kohlenhydrate umfassen Tafelzucker, Obst, Süßigkeiten, Erfrischungsgetränke und Dinge wie Kuchen und Kekse.

Die meisten Quellen komplexer Kohlenhydrate enthalten Ballaststoffe, welche für eine gesunde Verdauung notwendig sind und Dich länger satt halten können, da sie Wasser absorbieren, was die Menge des Nahrungsbreis erhöht. Dies macht außerdem den Stuhl weicher und erleichtert die Passage durch den Verdauungstrakt. Zusätzlich hierzu können lösliche Ballastsstoffe dabei helfen, die Blutzuckerspiegel zu stabilisieren, da sie die Rate verlangsamen, mit der Glukose in den Blutkreislauf gelangt. Sie können sogar dabei helfen, die Cholesterinspiegel zu senken, was für eine Reduzierung des Risikos für Herz-Kreislauf Erkrankungen wichtig ist. Das Gefühl der Sättigung, das Ballaststoffe vermitteln, kann darüber hinaus Menschen, die versuchen Gewicht zu verlieren, dabei helfen, ihren Appetit besser zu kontrollieren.

Einige pflanzenbasierte Nahrungsmittel werden mehr Ballaststoffe als andere enthalten. Gute Quellen für Ballaststoffe umfassen Obst, Gemüse, Vollkornbrot, Vollkornreis, Vollkornnudeln, Getreide, Nüsse, Samen und Kleie. Besonders gute Quellen für lösliche Ballaststoffe sind Obst, Gemüse, Bohnen und Haferflocken. Andere Nahrungsmittelquellen für komplexe Kohlenhydrate werden als Stärkeprodukte klassifiziert und umfassen Dinge wie Brot, Getreide, Kartoffeln, Nudeln, Reis, Hülsenfrüchte, Gemüse und Samen.

Brauchen wir zum Überleben Kohlenhydrate?

Kohlenhydrate sind die Nährstoffe, die wir in den größten Mengen brauchen. Veröffentlichten wissenschaftlichen Artikeln zufolge, sollten 45 bis 65% unserer Gesamtkalorien in Form von Kohlenhydraten konsumiert werden. Wir benötigen diese Menge an Kohlenhydraten, da Kohlenhydrate die Hauptenergiequelle des Körpers darstellen. Kohlenhydrate können vom Körper leicht als Energiequelle verwendet werden. Alle Gewebe des Körpers können Glukose als Energiequelle verwenden. Kohlenhydrate werden von Nervensystem, Nieren, Gehirn und Muskeln (inklusive Herz) benötigt, um richtig funktionieren zu können. Kohlenhydrate können in den Muskeln und in der Leber in Form von Glykogen für eine spätere Verwendung gespeichert werden.

Die Nebenwirkungen einer kohlenhydratarmen Diät.

Von der kohlenhydratarmen Diät wird berichtet, dass sie die beste Diät für einen Fettabbau ist. Aber dieser Typ von Diät kann auch Nebenwirkungen besitzen. Eine Nebenwirkung ist die Entleerung der Muskelglykogenspeicher und da Glykogen zusammen mit Wasser gespeichert wird, verschwindet auch dieses Wasser aus den Muskeln, was zu einer Dehydration führen kann. Diätende sehen dem Gewichtsverlust durch eine Ausscheidung zuvor gebundenen Wassers als Fettabbau an, was jedoch nicht der Fall ist.

Eine weitere ernsthafte Nebenwirkung, die Deine Trainingsziele beeinträchtigen wird, besteht darin, dass Du während einer kohlenhydratarmen Diät schneller ermüden wirst, was zu einem Gefühl der Lethargie führen kann, die Dir Deine Trainingsmotivation rauben wird. Dies führt dann zu weniger Training, was wiederum Deine Stoffwechselrate senken wird. Muskelglykogen ist die normale Wahl Deiner Muskeln, was die Energiequelle angeht und ohne Glykogen werden Deine Muskelfasern weniger stark kontrahieren. In Abwesenheit von Glykogen als Energiequelle wird der Körper zu Beginn Protein aus den Muskeln und Fett verwenden. In dieser initialen Phase wird ein Muskelabbau schnell vonstatten gehen und durch die Verwendung von leicht verfügbarem Muskelprotein für den Stoffwechsel oder für eine Umwandlung in Glukose als Energielieferant verursacht werden. Wenn Du dann übermäßige Mengen an Protein zu Dir nimmst, wird diese Situation nicht verhindert werden, da ein Kaloriendefizit vorherrscht.

Ein weiterer wichtiger Aspekt einer kohlenhydratarmen Diät ist, dass wenn die Insulinspiegel chronisch niedrig sind, der Katabolismus von Protein zunehmen wird, während gleichzeitig die so wichtige Proteinsynthese zum Stillstand kommt. Eine andere Nebenwirkung dieser Art von Diät besteht darin, dass Muskeln und Haut schlaff werden und herunterhängen werden. Hängende Muskeln und hängende Haut sehen nicht gut aus und Du wirst dieses gesunde, strahlende Aussehen verlieren, obwohl Du etwas Fett verloren hast.

Kohlenhydratarme Diäten sind außerdem reich an Fett, was problematisch sein kann. Es gibt Studien, die zeigen, dass ein gesteigerter Konsum von tierischen Produkten und/oder gesättigten Fetten das Risiko für Herzkrankheiten, Schlaganfall, Gallensteine, Nierensteine, Arthritis Symptome, usw. erhöhen kann. Fett ist mit Sicherheit ein notwendiger und wünschenswerter Bestandteil Deiner Ernährung, sollte jedoch hauptsächlich in Form von gesunden Fetten konsumiert werden.

Ein weiteres Problem von kohlenhydratarmen Diäten ist ein potentieller Mangel an ausreichenden Mengen an bestimmten Nährstoffe, Phytonährstoffen und Antioxidantien, die sich primär in Hülsenfrüchten, Gemüse, Vollkornprodukten und Obst wiederfinden. Diese Nährstoffe sind im Rahmen einer proteinreichen, kohlenhydratarmen Diät sogar noch wichtiger als normalerweise.

Die Umwandlung von Glukose in Glykogen

Nach einer Mahlzeit steigen die Blutzuckerspiegel und die Bauchspeicheldrüse ist das erste Organ, das hierauf reagieren wird, indem sie das Hormon Insulin ausschüttet, das den unterschiedlichen Körpergeweben das Signal gibt, überschüssige Glukose aufzunehmen. Aus dieser überschüssigen Glukose bilden Muskeln und Leber Glykogen. Die Muskeln speichern etwa zwei Drittel der Gesamtmenge des im gesamten Körper vorhandenen Glykogens und verwenden dieses Glykogen während des Trainings.

Die Leber speichert das andere Drittel und stellt dieses in Form von Blutzucker für Gehirn und andere Organe zur Verfügung, wenn die Blutzuckerspiegel sinken. Glykogen ist dafür gemacht, bei Bedarf Glukose freizusetzen. Wenn die Blutzuckerspiegel sinken und die Zellen Energie benötigen, wird ein Bauchspeicheldrüsenhormon, das unter der Bezeichnung Glukagon bekannt ist, in den Blutkreislauf ausgeschüttet. Tausende von Enzymen in den Leberzellen reagieren hierauf, indem sie einen Schub an Glukose für eine Verwendung durch alle Zellen des Körpers in den Blutkreislauf freisetzen. Ein anderes Hormon namens Epinephrin tut dasselbe als Teil des Verteidigungsmechanismus des Körpers im Fall von Gefahren.

Die Umwandlung von überschüssiger Glukose in Fett

Eine anhaltende hohe Glukosezufuhr über die Nahrung führt zu einer gesteigerten Fettsynthese. Wenn die Glukosezufuhr auch dann noch weiter fortgesetzt wird, wenn die Glykogenspeicher in Muskeln und Leber bereits vollständig gefüllt sind, wird diese Glukose nicht etwa ausgeschieden. Sie wird vielmehr in eine Energiespeicherform umgewandelt, die eine unbegrenzte Kapazität aufweist – d.h. Triglyzeride, die im Fettgewebe gespeichert werden. Hierfür wird Glukose im Rahmen eines Prozesses, der als Glykolyse bezeichnet wird, zunächst in Pyruvat umgewandelt. Dieses Pyruvat wird anschließend in Acetyl-CoA umgewandelt, welches das Ausgangsmaterial für die Synthese von Fettsäuren darstellt. Diese Synthese findet in der Leber statt. Hierauf folgt eine Umwandlung von Fettsäuren in Triglyzeride (auch in der Leber) und der Transport dieser Triglyzeride in das Fettgewebe, wo sie gespeichert werden.

Welche Kohlehydrate sollten wir essen?

Zuerst einmal sollten wir die Nahrungsmittel außen vor lassen, die wir nicht essen sollten, wozu Süßigkeiten, Kekse, Kuchen, Gebäck und verarbeitete Nahrungsmittel wie Brot, Nudeln, weißer Reis und im Grunde genommen alle Nahrungsmittel, die zugesetzten Zucker enthalten, gehören. Der primäre Typ von Kohlenhydraten, den wir essen sollten, sind Kohlenhydratquellen mit einer hohen Nährstoffdichte, die Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe enthalten. Diese Kohlenhydratquellen mit hoher Nährstoffdichte besitzen nicht nur eine geringere Auswirkung auf die Insulinausschüttung, sondern versorgen zusätzlich Deinen Körper mit essentiellen Nährstoffen, welche die Stoffwechselfunktion verbessern.

Viele Vitamine und Mineralstoffe, die in Kohlenhydraten enthalten sind, sind außerdem Co-Faktoren, die den Körper bei der Fettverbrennung unterstützen. Andere dienen als Antioxidantien, die mit dafür verantwortlich sind, dass die Körperzellen optimal funktionieren können. Die enthaltenen Ballaststoffe fördern die Sättigung, was unseren Drang danach, zu viel zu essen, reduziert. Die Gruppe der Kohlenhydratquellen mit hoher Nährstoffdichte umfasst Produkte aus Vollkorngetreide, Gemüse und Obst.

Verarbeitete oder raffinierte Kohlenhydrate solltest Du völlig meiden, da beim Prozess der Verarbeitung viele Nährstoffe verloren gehen und hierdurch Nahrungsmittel entstehen, die lediglich leere Kalorien liefern und nur wenig zu einer optimalen zellularen Funktion beitragen. Ein Verzehr dieser Arten von Nahrungsmitteln regt die Bauchspeicheldrüse dazu an, große Mengen an Insulin auszuschütten, welche die Fettspeicherenzyme aktivieren, während gleichzeitig die Aktivität von Enzymen gehemmt wird, die für die Fettverbrennung verantwortlich sind. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit eines Aufbaus von zusätzlichem Körperfett.

Wenn Du darüber nachdenkst Getreide in Deine Ernährung zu integrieren, dann solltest Du die braunen Varianten wählen – Nahrungsmittel wie brauner Reis, Vollkornnudeln und Vollkorn-/Mehrkornbrot – während Du die weißen Typen dieser Nahrungsmittel meiden solltest. „Braune“ Getreideprodukte werden vom Körper langsamer verarbeitet, wodurch sichergestellt wird, dass die hierbei freigesetzte Glukose langsamer in den Blutkreislauf gelangt, was zur Folge hat, dass die Insulinspiegel stabiler bleiben werden und somit auch das Potential für eine Fettspeicherung niedriger ausfallen wird.

Was Gemüse angeht solltest Du wann immer möglich die grünen Varianten wählen, da diese extrem kalorienarm sind und somit in großen Mengen konsumiert werden können. Andere Gemüsesorten wie Mais, Erbsen und Speisekürbis weisen einen höheren Kaloriengehalt auf, können aber in moderaten Mengen gegessen werden.

Wenn es um Obst geht, solltest Du Obst aus der Dose meiden, da dieses in der Regel gezuckert ist. Du solltest auch Deinen Konsum von Obstsäften begrenzen, da diese weniger – oder überhaupt keine – Ballaststoffe als Obst in seiner natürlichen Form liefern und auch weniger Vitamine und Mineralstoffe enthalten. Erinnere Dich daran, dass Flüssigkeiten den Magen sehr schnell passieren, was im Gegenzug eine deutliche Erhöhung der Blutzucker- und Insulinspiegel zur Folge haben sollte.

Die wichtige Bedeutung der Kohlenhydratzufuhr nach dem Training

Die Mahlzeit nach dem Training ist die wichtigste Mahlzeit, die ein mit Gewichten trainierender Mensch essen kann. Wie oben bereits erwähnt wurde, werden die Glykogenspeicher während des Trainings entleert und Deine Leber und Deine Muskeln werden deshalb nach dem Training nach Nährstoffen gieren. Die Ausschüttung des Enzyms Glukagon Synthase wird aktiviert und dieses Enzym ist an der Förderung der Glykogenspeicherung beteiligt. Diese Enzymausschüttung fördert in Kombination mit anderen Transportern eine rapide Aufnahme von Glukose, wodurch eine schnellere Wiederauffüllung der Glykogenspeicher ermöglicht wird.

Eine Verzögerung des Kohlenhydratkonsums um zwei Stunden kann den Umfang der Glykogen Resynthese um 50% reduzieren, weshalb eine Kohlenhydratzufuhr während der ersten Stunde nach dem Training entscheidend ist. Es kann abhängig von der während dem Training verbrauchen Menge an Glykogen bis zu 20 Stunden dauern, bis die Glykogenspeicher wieder aufgefüllt sind. Von einem Konsum von Kohlenhydraten mit einem moderaten bis hohen glykämischen Index konnte gezeigt werden, dass er den Muskeln direkt nach dem Training schnell Glukose zur Verfügung stellt, während auch gezeigt werden konnte, dass niederglykämische Kohlenhydrate nicht dieselbe rapide Zufuhr von Glukose bewirken.

Eine Zufuhr von Kohlenhydraten direkt nach dem Training ist also mehr als empfehlenswert, aber Studien haben auch gezeigt, dass der Konsum von etwas Protein nach dem Training auch vorteilhaft ist. Sowohl die Kohlenhydrate als auch das Protein einer Protein- & Kohlenhydratmischung nach dem Training werden die Insulinausschüttung anregen, was die Glykogen Resynthese unterstützt und das zusätzliche Protein liefert den trainierten Muskeln Aminosäuren.

Die empfohlene Menge von Kohlenhydraten nach dem Training liegt bei mindestens einem Gramm Kohlenhydrate pro Kilogramm Körpergewicht. Der Konsum von Wheyprotein nach dem Training wirkt aufgrund der schnellen Aufnahme dieser Proteinquelle am besten, da die enthaltenen Aminosäuren die Muskeln schneller erreichen. Dies ist zu einer Zeit, während der die Muskeln auf ein Wachstum vorbereitet sind von Vorteil, da dies bedeutet, dass praktisch die gesamte Menge des zugeführten Proteins mit nur wenigen Verlusten für Muskelreparatur und Wachstum verwendet wird.

Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist auch sehr wichtig, da Glykogen zusammen mit Wasser in den Muskeln eingelagert wird. Vernachlässige also Deine Flüssigkeitszufuhr nach dem Training nicht.

Wie viele Kohlenhydrate brauchst Du?

Glukose wird vom Körper effizienter als Fettsäuren oxidiert und kann unter aeroben und anaeroben Zuständen verwendet werden. Infolgedessen sollten mindestens 50% der täglichen Gesamtenergiemenge in Form von Kohlenhydraten konsumiert werden. Eine gesteigerte Muskelaktivität bedarf einer adäquaten Versorgung mit Energielieferanten für die ATP-Synthese durch die Muskeln.

Wenn die Muskelaktivität steigt, schüttet die Nebennierenrinde Adrenalin aus. Adrenalin erhöht den Glukoseabbau (durch eine Aktivierung der für diesen Abbau verantwortlichen Enzyme und eine Deaktivierung der Syntheseenzyme). Wenn die Muskelaktivität sinkt, wird die Adrenalinausschüttung eingestellt. Wenn dann Glukose nach einer Mahlzeit wieder verfügbar wird, beginnt der Körper mit einer Wiederauffüllung der Glykogenspeicher der Muskeln. Glukose kann den Muskelzellen nur durch eine Verwendung von gespeichertem Muskelglykogen oder von der Leber über den Blutkreislauf zur Verfügung gestellt werden.

Im Gegensatz zu verdaulichen Kohlenhydraten liefern Ballaststoffe und unverdauliche Kohlenhydrate nur eine minimale Menge an Energie über eine Fermentierung durch Darmbakterien. Eine Verstoffwechslung oder Fermentierung von Ballaststoffen liefert kurzkettige Fettsäuren, die über den Darm aufgenommen werden. Die kurzkettige Fettsäure Butyrat wird innerhalb der Colonozyten verwendet, während Propionat und Acetat absorbiert und zu Muskeln und Leber transportiert werden.

Fermentierbare Ballaststoffe liefern ungefähr 2 kcal pro Gramm. Unverdauliche Komponenten von Ballaststoffen sind für den Verdauungstrakt nützlich, da sie den Transport von Nährstoffen und Abfallprodukten im Darm fördern, wodurch der intramurale Druck reduziert und ein regelmäßiger Stuhlgang gefördert werden.

Vollkornprodukte liefern komplexe Kohlenhydrate und neigen dazu, mehr Nährstoffe und Ballaststoffe als Produkte aus verarbeitetem Getreide zu liefern. Ein Verzehr von ausreichenden Mengen an Vollkornprodukte kann das Risiko für Herz-Kreislauf Erkrankungen senken.

Die empfohlene Menge an Kohlenhydraten für einen Freizeitsportler liegt bei mindestens 60% der Gesamtenergiezufuhr (unter der Annahme, dass die Gesamtenergiezufuhr adäquat ausfällt). Für Ausdauer- und Kraftsportlersportler werden 6 bis 10 Gramm Kohlenhydrate pro Kilogramm Körpergewicht empfohlen.

Wenn Du Fett verlieren möchtest, besteht eine brauchbare Richtlinie darin, Deine Kalorienzufuhr um mindestens 500, aber nicht um mehr als 1000 kcal im Vergleich zur Erhaltungskalorienmenge zu senken. Für Menschen, die nur eine geringe Menge an Gewicht verlieren möchten, wird ein Defizit von 1000 kcal zu groß sein.

Als Richtlinie für eine minimale Kalorienzufuhr empfiehlt das American College of Sports Medicine (ACSM), dass die Kalorienzufuhr 1200 kcal pro Tag bei Frauen und 1800 kcal bei Männern nicht unterschreiten sollte, doch bereits diese Kalorienmengen können recht niedrig sein.

Erinnere Dich immer an Folgendes: Die absolute minimale Menge an Kohlenhydraten, die für eine gesunde Hirnfunktion benötigt wird, liegt bei 150 Gramm.

Quelle: https://www.muscleandstrength.com/articles/are-carbohydrates-really-our-enemy.html

Weiterlesen
Mythen vs. Fakten: 12 Bodybuilding Ernährungsgewohnheiten näher betrachtet Teil 1
thumb

Pop-Tarts nach dem Training, Eiklar und ein Anregen des Stoffwechsels. In der Welt der Muskelaufbauernährung gibt es so einige seltsame Gewohnheiten. Finde heraus, welche legitim sind und welche reine Zeitverschwendung sein könnten.

Es ist an der Zeit, dass wir einen Blick auf all die Fortschritte werfen, die im Bereich der Bodybuildingsubkultur im Lauf der letzten Jahrzehnte gemacht wurden. Dank Eisensportlern überall auf der Welt haben wir mehr Eigelb verschwendet, als dies irgendeine andere Spezies je tun wird und praktisch alle proteinreichen Nahrungsmittel der Erde erschöpft.

Aber keine Angst, die neue Generation von Bros da draußen kann sich jetzt auf wichtigere Themen, wie welcher Geschmack von Pop-Tarts am besten für IIFYM (if it fits your Macros) geeignet ist und ob es zwingend notwendig ist, eine leucinreiche Proteinquelle exakt 30,5605767 Sekunden nach Beendigung des Trainings zu sich zu nehmen, um eine optimale Proteinsynthese zu erreichen.

Okay, Satire beiseite. Fitness- und Bodybuildinganhänger haben im Verlauf der Evolution und Gesundheit, Fitness und Bodybuilding einige seltsame (in Ermangelung eines besseren Begriffs) Angewohnheiten entwickelt, von denen sie glauben, dass sie notwendig sind, um ein bestmögliches Aussehen und bestmögliche Leistungen zu erreichen. Doch der Pragmatiker in mir fragt sich angesichts vieler dieser Angewohnheiten „Warum?“

Warum werfen Bodybuilder das Eigelb weg und essen nur das Eiklar? Warum ist Natrium inhärent ungesund? Warum ist eine fade, einfache, monotone Ernährung inhärent gesünder und besser für Fettabbau und Muskelaufbau? Warum sind Kohlenhydrate nach 6 Uhr (oder einer anderen zufällig gewählten Uhrzeit am Abend) verboten? Warum glauben die meisten Trainierenden, dass ihr Körper verkümmern wird, wenn Sie nicht exakt alle 3 Stunden eine Mahlzeit essen?

Machen diese Angewohnheiten irgendwelchen Sinn oder hat die Bodybuildingsubkultur Menschen, die im Fitnessstudio trainieren haltslose und unsinnige Praktiken anerzogen? Arbeitet der menschliche Körper wirklich auf eine solche „schwarz und weiß“ Art und Weise, wie viele dieser Eisensüchtigen glauben?

Die Aufgabe, diese Praktiken näher auf ihren Sinn hin zu überprüfen, ist aufwändig, aber ich glaube, dass es die notwendige Zeit wert ist, diese beliebten Bodybuilding- und Fitnessgewohnheiten mit einem unvoreingenommenen Ansatz zu betrachten und zu untersuchen, was wirklich eine wissenschaftliche Grundlage besitzt und was einfach nur völliger Unsinn ist, der von Menschen mit anderweitigen Motiven und subjektiven Ansichten propagiert wird.

Lasset die Spiele beginnen

Dies ist das A und O Leute – der Punkt, an dem Jungen zu Männern und Mädchen zu Frauen werden… Okay, vielleicht treibe ich das Ganze etwas zu weit, aber ich glaube Du weißt, worauf ich hinaus will. Unten findest Du eine Liste von Gewohnheiten, die im Bereich der Gesundheits-, Fitness- und Bodybuildingsubkultur vorherrschen, sowie ein detaillierter Blick darauf, ob diese im großen Gesamtbild der Dinge wirklich Sinn machen, oder nicht.

Bevor Du weiter liest, solltest Du Dir einen Moment Zeit nehmen, um jegliche Voreingenommenheit abzulegen, die Du bezüglich irgendwelcher Gewohnheiten hast, die Du selbst praktizierst. Ich selbst war einmal ein Hühnchenbrust Liebender, 6 Mahlzeiten am Tag Essender, Tupperware mit sich herumtragender Sportler, aber glücklicherweise hat mir meine Aufgeschlossenheit gezeigt, dass dies vielleicht nicht unbedingt ein notwendiger Lebensstil ist – nicht einmal für Bodybuilding Zwecke. Wenn Du nicht aufgeschlossen bist und ungewillt bist, trotz Deiner vorhergehenden Überzeugung auf wissenschaftlichen Beweisen basierende Fakten zu akzeptieren, dann verschwendest Du wahrscheinlich Deine Zeit.

1. Das “anabole Zeitfenster” schließt sich nicht so schnell, wie Du denkst

Ich finde es passend, mit der seit lange vorherrschenden Idee zu beginnen, dass uns nach dem Training nur eine begrenzte Zeitspanne zur Verfügung steht, um die entleerten Speicher des Körpers wieder mit Nährstoffen aufzufüllen. Dies ist zweifelsohne eine der am häufigsten praktizierten Gewohnheiten in der Bodybuildingsubkultur, wobei viele Trainierende regelrecht in Panik verfallen, wenn sie auch nur 15 bis 30 Minuten nach dem Training ohne ihren ach so wertvollen Protein- und Kohlenhydratshake auskommen müssen.

Es könnte für Dich etwas überraschend sein, dass Du nach dem Training in Wirklichkeit eine ganze Menge Zeit hast (insbesondere dann, wenn Du vor dem Training eine feste Mahlzeit gegessen hast), um von den physiologischen Vorzügen einer Zufuhr von Nährstoffen zu profitieren – und wenn ich „eine ganze Menge Zeit“ sage, dann sprechen wir hier von mehreren Stunden und nicht nur von Minuten, wie einige Menschen zu glauben scheinen.

Du wirst Dich jetzt vielleicht fragen, warum das so ist. Nun, Du solltest berücksichtigen, dass es, wenn Du eine Mahlzeit vernünftiger Größe vor den Training isst, mehr als 5 bis 6 Stunden dauern wird, bevor die zirkulierenden Substratspiegel (sprich Nährstoffspiegel im Blut) wieder ihren Ausgangswert erreichen. Deshalb wird die Nahrung, die Du vor dem Training gegessen hast, häufig auch dann noch weiter verwendet, nachdem Du Dein Training längst beendet hast.

Darüber hinaus scheinen die akuten Reaktionen auf ein Widerstandstraining wie eine Heraufregulierung der GLUT4 Expression im Muskelgewebe und eine gesteigerte Muskelproteinsynthesereaktion selbst dann für Stunden anzuhalten, wenn Du im Fastenzustand trainiert hast (1. 2). Falls Du jedoch in einem Fastenzustand trainiert hast, wäre es mit Sicherheit weise, recht bald nach dem Training Protein/Aminosäuren zu Dir zu nehmen, um die akuten stoffwechseltechnischen Reaktionen auf das Training zu Deinem Vorteil zu nutzen.

Fazit

Bevor Du jetzt auf die Idee kommst, nach dem Training zu hungern, sollte erwähnt werden, dass die Quintessenz hier nicht ist, dass Du nach dem Training überhaupt nichts essen solltest...Vielmehr geht es darum, dass Du Dich nicht wegen jeder Nanosekunde verrückt machen solltest, die nach Deiner letzten Wiederholung bis zur Nahrungsaufnahme nach dem Training vergeht. Stelle einfach nur sicher, dass Du während der ersten Stunden nach dem Training (sagen wir 0 bis 3 Stunden, je nach betrachteter Untersuchung) eine qualitativ hochwertige Proteinquelle zu Dir nimmst, und alles wird gut sein.

2. Wenn Du Dir etwas Gutes tun willst…dann iss endlich das verdammte Eigelb mit

Wie in der Einleitung dieses Artikels bereits angedeutet wurde, bestehen viele Bodybuilder und Gesundheitsenthusiasten darauf, auf ganze Eier zu Gunsten von Eiklar zu verzichten. Diese Angewohnheit scheint von der Idee herzurühren, dass Eigelb Fett (und Cholesterin) enthält und deshalb inhärent nutzlos und ungesund ist. Diese Annahme ist jedoch sehr kurzsichtiger Natur.

Du solltest Dir Folgendes vor Augen führen: ein Eiklar besteht lediglich aus ein paar Gramm Protein mit geringen Mengen an Mikronährstoffen, während der Eidotter ein Nahrungsmittel mit sehr hoher Nährstoffdichte ist, das deutliche Mengen an B Vitaminen, fettlöslichen Vitaminen (wie A, E, D und K) enthält und eine gute Quelle der für die Herzgesundheit wichtigen essentiellen Fettsäure DHA ist.

Wenn Du ganze Einer (und/oder Eigelb) aus Furcht vor ihrem Cholesteringehalt meidest, dann solltest Du Dir klar machen, dass wissenschaftliche Untersuchungen nahelegen, dass Nahrungscholesterin kein so signifikanter Faktor wie der Konsum von gesättigten Fetten ist, wenn es um eine Erhöhung der Cholesterinspiegel geht (3). Einige Studien legen sogar nahe, dass der Verzehr von ein paar ganzen Eiern pro Tag die Blutfettwerte und die Insulinsensitivität sogar verbessern könnte (4).

Fazit

Die wichtigste Botschaft ist, dass Nahrungsmittel sehr viel mehr als lediglich ihre Makronährstoffzusammensetzung und ihr Kaloriengehalt sind. Der Vorteil von Eiklar ist, dass es wenige Kalorien hat und qualitativ hochwertiges Protein enthält, doch dies kommt auf Kosten eines sehr geringen Gehalts an anderen Nährstoffen. Im Gegensatz hierzu weist Eigelb eine hohe Nährstoffdichte auf und stellt außerdem eine hervorragende Quelle für Protein und essentielle Fettsäuren dar.

Natürlich enthält Eigelb aufgrund der zusätzlichen Makronährstoffe ganz offensichtlich mehr Kalorien, aber das sind keine „leeren Kalorien“. Zusätzlich hierzu wird Eigelb aufgrund seines Fettgehalts deutlich besser als Eiklar sättigen.

Am Ende des Tages solltest Du Dich nicht davor fürchten, ein paar Eidotter mit zu verwenden, wenn Du Dein Morgenomelette zubereitest. Denke daran, dass Du, wenn Du ganze Eier isst, das Beste aus beiden Welten bekommst – und als zusätzlichen Bonus musst Du Dir nicht die Mühe machen, jedes Ei zu trennen und Dir nicht länger Gedanken darüber machen, dass jeder gelbe Tropfen in der Pfanne Dich umbringen wird.

3. Willst Du Muskeln aufbauen? Dann verzichte auf eine maximale Insulinausschüttung und erhöhe die Insulinspiegel lediglich ein bisschen.

Fast jeder Fitnessstudio Junkie wird Dir erzählen, dass Du direkt nach dem Training schnell absorbierbare Kohlenhydrate zu Dir nehmen musst, um eine dramatische Insulinreaktion hervorzurufen. Dies mag in der Theorie gut klingen, da Insulin ein hoch anaboles Speicherhormon ist und dem Muskelaufbau und der Muskelreparatur zuträglich ist.

Aber bevor Du jetzt losläufst und Dich auf die Suche nach der nächsten mit Dextrosse überladenen Flasche Gatorade begibst, um mit ihr Dein Protein herunterzuspülen, solltest Du wissen, dass eine exorbitante Erhöhung der Insulinspiegel innerhalb des normalen physiologischen Bereichs (die Reaktion verläuft nicht linear) nicht viele zusätzliche Vorzüge im Hinblick auf die Muskelproteinsynthese besitzt. Wissenschaftliche Untersuchungen scheinen darauf hinzudeutet, dass auch wenn etwas Insulin die Muskelproteinsynthesereaktion auf eine Nahrungszufuhr verstärkt, es einen Punkt der Sättigung gibt, ab dem zusätzliches Insulin keine stärkere wünschenswerte Reaktion mehr hervorruft (5).

Zusätzlich hierzu solltest Du außerdem bedenken, dass Du auch mit Hilfe komplexer Kohlenhydrate, die nicht notwendigerweise einen hohen glykämischen Index aufweisen, eine ausreichende Insulinreaktion hervorrufen kannst. Hiermit möchte ich nicht nahelegen, dass Du Deine Insulinspiegel nicht erhöhen musst, aber eine langsame, anhaltende Insulinreaktion wird so ziemlich dieselben Vorzüge bezüglich der Muskelproteinsynthese wie eine rapide, akute Insulinreaktion besitzen.

Fazit

Letztendlich verstärkt Insulin in der Tat die Muskelproteinsynthesereaktion auf eine nominale Dosis Aminosäuren, aber überflüssige Mengen von schnell absorbierbaren Kohlenhydraten sind hierfür weder notwendig noch liefern sie zusätzliche Vorzüge (zumindest was die Muskelproteinsynthese angeht). (6)

Was die Kohlenhydratquelle angeht, wird diese primär davon abhängen, was Dein Gesamtziel ist. Ich könnte einen Sinn in einer Verwendung schnell absorbierbarer Kohlenhydrate bei Ausdauersportlern und Trainierenden, die ihre Glykogenspeicher möglichst schnell wiederauffüllen müssen oder bei Bodybuildern, die sehr lange Trainingseinheiten absolvieren, sehen. Das andere, was Du im Hinterkopf behalten solltest ist, dass Fruktose (die sich hauptsächlich in Obst wiederfindet) keine insulinogene Kohlenhydratquelle ist, weshalb Du Dich nicht ausschließlich auf fruktosereiche Nahrungsmittel (wie die meisten Obstsorten) als Kohlenhydratquelle nach dem Training verlassen solltest.

4. Das Proteinrätsel – brauchst Du wirklich 4,5 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht?

Protein, Protein, Protein...im Bereich der Bodybuildingsubkultur scheint bezüglich Protein die Idee vorzuherrschen, dass mehr immer besser ist. Aber wie viel brauchst Du wirklich? Viele Trainingsmethoden und Programme wie z.B. DoggCrapp Training predigen, dass mehr als 4,5 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht am besten sind, doch es gibt nicht viele wissenschaftliche Untersuchungen, die nahelegen, dass Du von solch hohen Mengen an Protein profitieren kannst.

In der Tat legt eine Auswertung des Proteinbedarfs bei Kraftsportlern nahe, dass eine bescheidenere Menge (etwa 2 bis 2,7 Gramm Protein pro Kilogramm fettfreier Körpermasse) für eine optimale 24 Stunden Proteinsynthese und eine optimale Stickstoffbilanz ausreichend sind (7).

Der Schlüsselfaktor, den man in diesem Zusammenhang mit berücksichtigen muss ist, dass viele Bodybuilder und Sportler leistungssteigernde Substanzen verwenden, welche die Stickstoffeinbehaltung fördern können, weshalb mehr Protein für diese Individuen besser sein wird. Es ist jedoch wichtig, dass Trainierende, die keine leistungssteigernden Verbindungen verwenden, nicht davon ausgehen, dass auch sie solch große Mengen an Protein benötigen, da sie ganz einfach nicht auf dieselbe Art und Weise hiervon profitieren werden.

Fazit

Wenn Du ein leidenschaftlicher Trainierender bist, der keine Steroide oder andere leistungssteigernde Verbindungen verwendet, die die Stickstoffeinbehaltung fördern, dann gibt es keinen Grund dafür, 4,5 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht zu Dir zu nehmen (wenn Du nicht gerade auf übelriechende, gasförmige Emissionen stehst, die aus Deinem Verdauungstrakt entweichen alias „Proteinfürze“ stehst). Wie oben bereits erwähnt wurde, legen wissenschaftliche Untersuchungen nahe, dass eine effiziente Proteindosierung bei 2 bis 2,7 Gramm Protein pro Kilogramm fettfreier Körpermasse pro Tag besteht.

Für Individuen, die Steroide oder andere leistungssteigernde Verbindungen verwenden, wird mehr Protein in der Tat wahrscheinlich zusätzliche Vorzüge mit sich bringen, was bedeutet, dass die 4,5 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht in diesem Fall Sinn macht (dies bedeutet jedoch nicht, dass es kein Maximum gibt).

Der beste Weg besteht darin sicherzustellen, dass Du nominale Mengen an Protein in Verbindung mit ausreichenden Mengen an Kohlenhydraten und Fetten zu Dir nimmst, um Deine tägliche Kalorienmenge zu erreichen.

5. Der Aufstieg von IIFYM und Pop-Tarts—verabschiede Dich von diesen Mikronährstoffen

Dies ist eines der lustigeren Themen, über das ich gerne diskutiere, weil die Leute dazu zu neigen scheinen, felsenfest an ihrer Meinung festzuhalten – egal wie viele wissenschaftliche Fakten ihrer Ansicht widersprechen (und ich liebe diese hitzigen Diskussionen). Wenn Du mit dem Begriff IIFYM nicht vertraut bist, sei erwähnt, dass es sich hierbei um einen Ernährungsansatz handelt, der auf der Idee basiert, dass die Menge an Makronährstoffen und Kalorien am Wichtigsten ist, während alles andere, was in den konsumierten Nahrungsmitteln enthalten ist, sowie weitere Faktoren weitestgehend uninteressant sind.

Sehr zum Ärger aller Anhänger einer „sauberen Ernährung“ hat das IIFYM Mantra – aus welchem Grund auch immer – viele Trainierende dazu gebracht, mehr Pop-Tarts zu essen (und ich bin mir sicher, dass Kellogs dies liebt).

Das Wichtigste, was viele Menschen, die auf den IIFYM Zug aufspringen, übersehen, ist der Mangel an Nahrungsmitteln mit einer hohen Mikronährstoffdichte und ein Mangel an Ballaststoffen ihrer Ernährung. Wie weiter oben bereits erwähnt wurde, sind Nahrungsmittel weitaus mehr, als Lieferanten von Kalorien und Makronährstoffen und die Notwendigkeit von Ballaststoffen und Mikronährstoffen in der Ernährung zu übersehen, stelle wahrscheinlich keinen gesunden Weg dar, sich zu ernähren. Ein weiteres Problem ist, dass die Ernährung vieler dieser Menschen, große Mengen an Zucker und Transfetten enthält und diese Menschen trotzdem denken, dass sie ihren Makronährstoffbedarf decken.

Darüber hinaus sollte man nicht vergessen, dass die Stoffwechselrate sich mit zunehmendem Alter verlangsamt (und diese Menschen führen häufig ein bewegungsärmeres leben), so dass der Freiraum, der für Nahrungsmittel mit hoher Kaloriendichte wie Pop-Tarts zur Verfügung steht, abnimmt. Dinge mit denen Du als Teenager wahrscheinlich noch davonkommen kannst, werden in späteren Jahren Deines Lebens ihren Tribut zollen. Ich hatte eine Menge Freunde, die in ihrer Jugend mengenweise Pizza, Eiscreme und all das „gute“ Zeugs essen konnten und trotzdem schlank geblieben sind. Einige von ihnen haben diese Ernährungsgewohnheiten beibehalten und sind jetzt recht schwabbelig (und das in ihren mittleren Zwanzigern).

Ich sollte klarstellen, dass IIFYM auch nicht besser oder schlechter als viele andere Ernährungsansätze ist, da es einfach und sehr praktisch ist. Meine Hauptbedenken sind jedoch, dass die Leute die wichtige Bedeutung von Mikronährstoffen vergessen, dass sie nicht genügend Ballaststoffe zu sich nehmen und dass ihnen letztendlich die Selbstkontrolle fehlt, lediglich moderate Mengen der Nahrungsmittel zu essen, die sie lieben und sie deshalb damit enden unkontrollierte Mengen hiervon in sich hinein zu stopfen.

Fazit

IIFYM ist keine Ausrede, die wichtige Bedeutung von Mironährstoffen und Ballaststoffen zu ignorieren oder exorbitante Mengen an Zucker und Transfetten zu essen. Wenn Du ein gesundheitsorientierter Kraftsportler bist und versuchst wie aus Stein gemeißelte Bauchmuskeln zu entwickeln, dann ist es sehr unwahrscheinlich, dass Du Deinen Makro- und Mikronährstoffbedarf dadurch decken wirst, dass Du Dich auf Pop-Tarts und Proteinshakes verlässt.

Makronährstoffe und Kalorien sind in der Tat die wichtigsten Faktoren, die darüber entscheiden werden, ob Du zunehmen wirst und welche Leistungen Du erbringen wirst, weshalb IIFYM in dieser Hinsicht Sinn macht. Du solltest nur nicht vergessen Nahrungsmittel mit hoher Nährstoffdichte zu essen und Deine Ernährung abwechslungsreich zu gestalten. Es gibt keinen Grund dafür, dass Du nicht Deine Ziele bezüglich Körperentwicklung und Leistungsfähigkeit erreichen kannst, während Du gleichzeitig die Nahrungsmittel genießt, die Du magst, aber tue dies in Maßen – ein Stück Kuchen wird Dir nicht schaden, aber ein ganzer Kuchen wird dies vielleicht tun.

6. Läuft Dein Stoffwechsel auf Hochtouren?

Das typische Mantra in der Bodybuilding Subkultur besagt, dass Du alle 2,5 bis 3 Stunden essen solltest, um Deinen Stoffwechsel auf Hochtouren laufen zu lassen. Dies ist jedoch weder wissenschaftlich noch anekdotenhaft gesehen wahr.

Die Theorie, dass Du regelmäßig über den Tag verteilte häufige Mahlzeiten essen musst, scheint sich dank der Mainstream Medien und hochkarätigen Bodybuildern, die die Vorzüge des kontinuierlichen Essens im Vergleich zu ein paar größeren Mahlzeiten mit größerem zeitlichen Abstand preisen, selbst aufrecht zu erhalten. Doch häufige kleinere Mahlzeiten regen den Stoffwechsel nicht stärker an, als wenn Du nur zwei oder dreimal täglich isst. Hier ist die Begründung:

Unter der Annahme, dass die Energie-/Nährstoffzufuhr bei beiden Ernährungsweisen gleich ist, wird auch die thermische Wirkung der Nahrung (TEF) identisch ausfallen – unabhängig davon, wie die Nährstoffe über den Tag verteilt werden. Sagen wir z.B., dass Du an einem Tag 3 Mahlzeiten isst (von denen jede 60 Gramm Protein, 60 Gramm Kohlenhydrate und 20 Gramm Fett enthält) und an einem anderen Tag 6 Mahlzeiten isst (von denen jede 30 Gramm Protein, 30 Gramm Kohlenhydrate und 10 Gramm Fett enthält). Die thermische Wirkung der Nahrung pro Mahlzeit wird an den Tagen mit 3 Mahlzeiten pro Mahlzeit höher ausfallen, aber über 24 Stunden gesehen wird der Gesamtumfang der thermischen Wirkung der Nahrung trotzdem genauso hoch wie an den Tagen mit 6 Mahlzeiten ausfallen, da Du weniger Mahlzeiten isst. Ein anderes Beispiel wäre, dass Du eine ganze Pizza vor Dir hast. Die thermische Wirkung der Nahrung beim Verzehr der gesamten Pizza wird unabhängig davon, auf wie viele Teile Du die Pizza aufteilst, immer derselbe sein. Du könntest bei 2 Mahlzeiten jeweils eine halbe Pizza oder bei 8 Mahlzeiten jeweils eine achtel Pizza essen – die gesamte thermische Wirkung wird am Ende immer dieselbe bleiben.

Fazit

Glaube nicht an die Idee, dass der Verzehr kleinerer, häufigerer Mahlzeiten auf irgendeine magische Art und Weise Deine Stoffwechselrate stärker als der Verzehr weniger größerer Mahlzeiten erhöhen wird, da dies nicht die Art und Weise ist, auf die der Körper thermodynamisch auf Nahrung reagiert. Am Ende des Tages wird die Gesamtenergiezufuhr (und auch das Verhältnis der Makronährstoffe) die thermische Wirkung der Nahrung bestimmen – und nicht die Häufigkeit der Nahrungszufuhr.

Dies waren die ersten 6 Bodybuilding Ernährungsgewohnheiten, die sich in gewisser Hinsicht als Mythen und Fehlinterpretationen wissenschaftlicher Fakten herausgestellt haben. Im zweiten Teil dieses Artikels werden wir einen Blick auf 6 weitere weit verbreitete Bodybuilding Ernährungsgewohnheiten und ihren Wahrheitsgehalt werfen.

Quelle: https://www.muscleandstrength.com/articles/myth-fact-bodybuilding-nutrition-habits

Weiterlesen
Die Wissenschaft des Nährstofftimings
thumb

Im ersten Teil dieses Artikels habe ich das Konzept des Nährstofftimings vorgestellt und zwei der Schlüsselphasen des Nährstofftimings näher betrachtet: Die Energiephase und die anabole Phase. Im zweiten Teil dieses Artikels werde ich zwei weitere Schlüsselphasen des Nährstofftimings betrachten: die Wachstumsphase und die „Rest des Tages“ Phase.

Nährstofftiming – die Wachstumsphase

Nachdem Protein und Kohlenhydrate während der Energiephase und der anabolen Phase zugeführt wurden, hat sich die netto Proteinbilanz in den positiven Bereich verschoben. Die Muskelglykogenspeicher wurden wieder aufgefüllt, der Katabolismus wurde reduziert und der Anabolismus wurde gesteigert. Jetzt ist es an der Zeit darüber nachzudenken, wie wir diesen Prozess weiter voranbringen können. Letztendlich wurden alle Schäden bereits hervorgerufen und die akute Phase der Reaktion hat begonnen, um die Schäden zu beheben, was bedeutet, dass Dein Stoffwechsel bis morgen auf Hochtouren laufen wird – es ist also definitiv an der Zeit, etwas zu essen.

Doch auch wenn sich Dein Körper in einer Umbauphase befindet, wird er während der Wachstumsphase schnell wieder zu seiner normalen physiologischen Funktion zurückkehren. Anders ausgedrückt bedeutet dies, dass sich das Wachstumsfenster schließt und wir uns von der gesteigerten Insulinsensitivität verabschieden müssen. Du kannst Dich zurücklehnen und beobachten, wie die Spiegel Deiner muskelaufbauenden Hormone sinken. Darüber hinaus sinkt der Proteinumsatz und erreicht eine Rate, die sich nur geringfügig über dem Normalwert befindet.

Während dieser langsamen Rückkehr zur „Normalität“ ist es wichtig, die Zufuhr hochglykämischer Kohlenhydrate und die schnell verdaulicher Proteine einzustellen. Das ist richtig, auch wenn diese Nahrungsmittel während der Energiephase und der anabolen Phase die anabolen Superstars waren, musst Du während der Wachstumsphase und der „Rest des Tages“ Phase auf sie verzichten. Hohe Insulinspiegel sind während und nach dem Training etwas tolles, aber wenn Deine Insulinspiegel den ganzen Tag über erhöht sind, dann wird Deine Belohnung aus zusätzlichem Schwabbelfett bestehen.

Das “Wann”, “Was” und “Wie viel” der Wachstumsphase

Auch wenn das exakte “Wann” während der Wachstumsphase etwas verschwommen ist, haben an der University of Western Ontario durchgeführte Studien gezeigt, dass so lange die Muskelglykogenkonzentrationen nicht stark reduziert sind (worunter man eine Entleerung der Glykogenspeicher um mehr als 70% verstehen würde) Kohlenhydrat- und Proteinmahlzeiten dabei helfen können, die entleerten Glykogenspeicher innerhalb von weniger als 6 Stunden wiederaufzufüllen. Aus Gründen der Einfachheit werde ich deshalb die Wachstumsphase als einen Zeitraum von 6 Stunden nach dem Training ansehen.

Während der Wachstumsphase ist es wichtig weiterhin etwas Protein und Kohlenhydrate zu sich zu nehmen, wobei Du jedoch definitiv damit beginnen solltest, die Gesamtmenge an pro Mahlzeit verzehrten Kohlenhydraten zu reduzieren, während Du gleichzeitig die Proteinmenge pro Mahlzeit erhöhst. Während für die Energiephase und die anabole Phase ein Verhältnis von Kohlenhydraten zu Protein von 2:1 empfohlen wurde, ist wäre jetzt ein Verhältnis, das näher bei 1:1 liegt, optimal.

Außerdem solltest Du jetzt damit beginnen echte Nahrungsmittel zu kauen, anstatt Drinks zu schlürfen. Wenn wir davon ausgehen, dass Du direkt nach dem Training einen Post-Workout Drink trinkst und Du am Morgen oder am frühen Abend trainierst, dann wirst Du genügend Zeit für zwei feste Mahlzeiten haben, die aus langsamer verdaulichem Protein (Fleisch, Hüttenkäse, Quark, Joghurt, usw.) und niederglykämischen Kohlenhydraten (Obst, Gemüse, Bohnen, Quinoa, usw.) bestehen sollten. Wenn Du spät am Abend trainierst, dann bist Du angeschissen – nein, war nur ein Witz. Wenn Du spät am Abend trainierst, dann kannst Du einfach eine Mahlzeit essen und Dir entweder einen mitternächtlichen Shake (Casein und ein paar Haferflocken wären eine gute Wahl) gönnen, oder die zweite Mahlzeit der Wachstumsphase einfach auslassen.

Wie viel Du isst, hängt letztendlich wieder von Deinen Zielen ab. Wenn Du Deinen täglichen Energiebedarf einmal berechnet hast, planst Du diese Mahlzeiten ganz einfach in Deine tägliche Kalorienzufuhr ein. Erinnere Dich daran, dass die Wachstumsphase genau wie die Energiephase und die anabole Phase durch eine gesteigerte Fettoxidation charakterisiert wird (und das selbst in Gegenwart von ein paar Nahrungskohlenhydraten). Nutze dies zu Deinem Vorteil, indem Du den größten Teil Deiner täglichen Kohlenhydratzufuhr im Verlauf dieser drei Phasen zu Dir nimmst.

Nährstofftiming – die “Rest des Tages” Phase

Diejenigen, die mitgerechnet haben, werden erkennen, dass Energiephase, anabole Phase und Wachstumsphase etwa 7 bis 8 Stunden Deines Trainingstages abdecken. Während dieser 7 bis 8 Stunden wirst Du 4 Mahlzeiten zu Dir nehmen. Unter der Annahme, dass Du etwa 8 Stunden pro Tag schläfst, verbleiben also noch 8 bis 9 Stunden und 3 Mahlzeiten. Es sind diese 8 bis 9 Stunden und 2 bis 3 Mahlzeiten, die ich als den „Rest des Tages“ ansehe.

Da der Rest des Tages durch die normale Physiologie charakterisiert wird, sollte die Nahrung, die Du während dieser Phase zu Dir nimmst, an das angepasst werden, was Du über Deine Toleranz bezüglich Kohlenhydraten und Fetten in Deiner Ernährung weißt. Einige werden wahrscheinlich über eine relativ schlechte Kohlenhydrattoleranz und eine relativ geringe Insulinsensitivität verfügen. Als Resultat hiervon sollten diese Menschen während des Tages hauptsächlich Protein und Fette zu sich nehmen. Andere werden hingegen mit mehr Kohlenhydraten besser fahren. Als Resultat hiervon sollten diese Menschen während des restlichen Tages mehr Protein und Kohlenhydrate essen (wobei eine ausreichende Fettzufuhr und insbesondere essentielle Fette jedoch nicht vernachlässigt werden sollten).

Meiner Erfahrung nach werden die meisten Trainierenden, die an einem niedrigen Körperfettanteil interessiert sind, davon profitieren, während der 3 Mahlzeiten der „Rest des Tages“ Phase einfach Protein und Fette (mit Gemüse) zu essen, während der Energiephase und der anabolen Phase ein Verhältnis von Kohlenhydraten zu Protein von 2:1 einzuhalten und bei den 2 Mahlzeiten der Wachstumsphase ein Verhältnis von Kohlenhydraten zu Protein von 1:1 zu beachten (wobei auch während der Wachstumsphase ein paar gesunde Fette erlaubt sind).

Das “Wann”, “Was” und “Wie viel” der „Rest des Tages“ Phase

Wie bereits angesprochen wurde, ist die “Rest des Tages” Phase das, was nach Deinem Training und den 6 Stunden nach dem Training übrig bleibt. Während dieser Zeit ist es wichtig das zu verwenden, was Du über Deinen Körper weißt, um zu bestimmen, was Du essen wirst, während Deine Ziele darüber entscheiden, wie viel Du essen solltest. Einige werden mit Mahlzeiten, die aus ein paar Kohlenhydraten, Protein und ein paar guten Fetten bestehen davonkommen, während andere sich auf Mahlzeiten, die aus Protein und Fett in Kombination mit etwas Gemüse bestehen, beschränken müssen.

Unabhängig davon, zu welcher Gruppe Du gehörst, kannst Du davon ausgehen, dass Deine Muskelglykogenspeicher während Deiner Energiephase, Deiner anabolen Phase und Deiner Wachstumsphase wieder vollständig aufgefüllt wurden und dass Du alles in Deiner Macht stehende getan hast, um den Wachstums- und Regenerationsprozess anzuregen.

Ein interessanter Weg, Deine Nahrungszufuhr während eines „Nährstofftiming“ Tages zu betrachten ist, dass Du während der 3 Mahlzeiten der „Rest des Tages“ Phase das isst, was eine Atkins Diät empfiehlt, während Du Dich während der Wachstumsphase analog zur Zone Diät ernährst und während der Energiephase und der anabolen Phase die Art von Ernährung einhältst, die von offizieller Seite durch Organisationen wie die DGE (deutsche Gesellschaft für Ernährung) empfohlen wird.

Natürlich wurde dieses System nicht dafür entwickelt, die drei großen Ernährungsrichtungen zusammenzuführen, sondern um das zu verwenden, was wir zum augenblicklichen Zeitpunkt über den Trainingsstoffwechsel wissen, um Deinen täglichen Energiebedarf zu decken und hierdurch Wachstum, Adaption, Leistungsfähigkeit und Körperkomposition zu optimieren. Es ist jedoch mit Sicherheit interessant zu sehen, dass die effektivste Ernährungsstrategie für Sportler das Beste der drei beliebtesten Ernährungsrichtungen verwendet und einen goldenen Mittelweg findet.

Wäre es nicht an der Zeit damit zu beginnen, diese Informationen zu verwenden, um Dein Training zu unterstützen? Wenn maximaler Muskelaufbau, gesteigerte sportliche Leistungsfähigkeit, positive Veränderungen Deiner Körperkomposition und eine deutliche Verbesserung der Regeneration Deine Ziele sind, dann möchte ich Dich dazu ermutigen, den Prinzipien des Nährstofftimings eine Chance zu geben.

Referenzen:

  1. Bishop NC, Gleeson M, Nicholas CW and Ali A. Influence of carbohydrate supplementation on plasma cytokine and neutrophil degranulation responses to high intensity intermittent exercise. Int J Sport Nutr Exerc Metab 12: 145-156, 2002.
  2. Fournier PA, Brau L, Ferreira LD, Fairchild T, Raja G, James A and Palmer TN. Glycogen resynthesis in the absence of food ingestion during recovery from moderate or high intensity physical activity: novel insights from rat and human studies. Comp Biochem Physiol A Mol Integr Physiol 133: 755-763, 2002.
  3. Ivy JL. Glycogen resynthesis after exercise: effect of carbohydrate intake.Int J Sports Med 19 Suppl 2: S142-S145, 1998. 4. Ivy JL, Res PT, Sprague RC and Widzer MO. Effect of a carbohydrate-protein supplement on endurance performance during exercise of varying intensity. Int J Sport Nutr Exerc Metab 13: 382-395, 2003.
  4. Jentjens RL, van Loon LJ, Mann CH, Wagenmakers AJ and Jeukendrup AE. Addition of protein and amino acids to carbohydrates does not enhance postexercise muscle glycogen synthesis. J Appl Physiol 91: 839-846, 2001.
  5. Kiens B and Richter EA. Utilization of skeletal muscle triacylglycerol during postexercise recovery in humans. Am J Physiol 275: E332-E337, 1998.
  6. Kimber NE, Heigenhauser GJ, Spriet LL and Dyck DJ. Skeletal muscle fat and carbohydrate metabolism during recovery from glycogen-depleting exercise in humans. J Physiol 548: 919-927, 2003
  7. MacDougall JD, Gibala MJ, Tarnopolsky MA, Macdonald JR, Interisano SA and Yarasheski KE. The time course for elevated muscle protein synthesis following heavy resistance exercise. Can J Appl Physiol 20: 480-486, 1995.
  8. Maughan RJ. Fluid and electrolyte loss and replacement in exercise. J Sports Sci 9 Spec No: 117-142, 1991.
  9. Nicholas CW, Tsintzas K, Boobis L and Williams C. Carbohydrate-electrolyte ingestion during intermittent high-intensity running. Med Sci Sports Exerc 31: 1280-1286, 1999.
  10. Nieman DC. Exercise immunology: nutritional countermeasures. Can J Appl Physiol 26 Suppl: S45-S55, 2001.
  11. Noakes TD. Fluid replacement during exercise. Exerc Sport Sci Rev 21: 297330,1993.
  12. Pascoe DD, Costill DL, Fink WJ, Robergs RA and Zachwieja JJ. Glycogen resynthesis in skeletal muscle following resistive exercise. Med Sci Sports Exerc25: 349-354, 1993.
  13. Phillips SM, Tipton KD, Aarsland A, Wolf SE and Wolfe RR. Mixed muscle protein synthesis and breakdown after resistance exercise in humans. Am J Physiol 273: E99-107, 1997.
  14. Price TB, Rothman DL, Taylor R, Avison MJ, Shulman GI and Shulman RG. Human muscle glycogen resynthesis after exercise: insulin-dependent and -independent phases. J Appl Physiol 76: 104-111, 1994.
  15. Tipton KD, Borsheim E, Wolf SE, Sanford AP and Wolfe RR. Acute response of net muscle protein balance reflects 24-h balance after exercise and amino acid ingestion. Am J Physiol Endocrinol Metab 284: E76-E89, 2003.
  16. Tipton KD, Rasmussen BB, Miller SL, Wolf SE, Owens-Stovall SK, Petrini BE and Wolfe RR. Timing of amino acid-carbohydrate ingestion alters anabolic response of muscle to resistance exercise. Am J Physiol Endocrinol Metab 281: E197-E206, 2001.
  17. van Loon LJ, Kruijshoop M, Verhagen H, Saris WH and Wagenmakers AJ. Ingestion of protein hydrolysate and amino acid-carbohydrate mixtures increases postexercise plasma insulin responses in men. J Nutr 130: 2508-2513, 2000.
  18. van Loon LJ, Saris WH, Kruijshoop M and Wagenmakers AJ. Maximizing postexercise muscle glycogen synthesis: carbohydrate supplementation and the application of amino acid or protein hydrolysate mixtures. Am J Clin Nutr 72: 106-111, 2000.
  19. van Loon LJ, Saris WH, Verhagen H and Wagenmakers AJ. Plasma insulin responses after ingestion of different amino acid or protein mixtures with carbohydrate. Am J Clin Nutr 72: 96-105, 2000.
  20. Zachwieja JJ, Costill DL, Pascoe DD, Robergs RA and Fink WJ. Influence of muscle glycogen depletion on the rate of resynthesis. Med Sci Sports Exerc 23: 44-48, 1991.

Quelle: https://www.t-nation.com/diet-fat-loss/science-of-nutrient-timing-2

Von John Berardi, PhD

Weiterlesen