Tattoos im Bodybuilding – Ausdruck der Persönlichkeit oder Problem auf der Bühne?
Tattoos im Bodybuilding – Ausdruck der Persönlichkeit oder Problem auf der Bühne?
Tattoos gehören längst zum festen Bestandteil der Fitness- und Bodybuilding-Szene. Sie stehen für Persönlichkeit, Geschichten, Kämpfe – oft für genau die Dinge, die ein Athlet durchlebt hat, um dahin zu kommen, wo er jetzt steht. Doch sobald man den Schritt auf die Bühne macht, stellt sich eine berechtigte Frage: Sind Tattoos im Bodybuilding ein Nachteil?
Tinte trifft Symmetrie
Bodybuilding ist ein Sport der Optik – es geht um Linien, Proportionen, Details. Und genau hier können Tattoos zum zweischneidigen Schwert werden. Große, dunkle Motive oder flächige Tribal-Tattoos können Muskeldefinitionen verdecken, Übergänge optisch unterbrechen und die Symmetrie des Körpers stören. Gerade bei Wettkämpfen, wo jedes Detail zählt, kann das den Unterschied machen – nicht weil Tattoos „schlecht“ sind, sondern weil sie die Beurteilung erschweren.
Der Juryblick zählt – nicht deine Geschichte
Was für dich ein Symbol deiner Transformation ist, ist für den Kampfrichter unter Umständen einfach nur ein schwarzer Schatten auf dem Lat oder ein verwischter Bereich am Arm. Und wenn der neben dir „clean“ ist, wirkt seine Definition schnell härter – selbst wenn du objektiv mehr gearbeitet hast.
Was kann man tun?
- Tattoos clever platzieren: Wer plant, auf die Bühne zu gehen, sollte neue Tattoos möglichst auf Areale setzen, die wenig Einfluss auf Muskelbeurteilung haben – etwa Hand, Waden oder Unterarme.
- Make-up oder Camouflage: Viele Bühnenathleten nutzen spezielle Abdeckprodukte, um dunkle Tattoos etwas zu kaschieren. Es ist Aufwand – aber auf Topniveau zählt jedes Prozent.
- Bewusst entscheiden: Tattoos sind für die Ewigkeit – der Bühnenmoment ist flüchtig. Wenn dir das Tattoo wichtiger ist als der letzte Feinschliff in der Bewertung, dann ist das absolut okay. Nur: Sei dir darüber bewusst.
Fazit: Kein Verbot, aber ein Risiko
Tattoos sind kein No-Go im Bodybuilding – aber sie sind auch kein neutrales Element. Sie können deine Präsenz unterstreichen oder Details verschwinden lassen. Wenn du auf die Bühne willst, überleg dir gut, wo und wie du deine Geschichte unter die Haut bringst. Denn im Rampenlicht zählt manchmal weniger, was du fühlst – sondern das, was die Jury sieht.
Von Leon Hiebler / @HeraklesStrength