Training

Es liegt nicht an mir, es liegt an Dir
CrossFit ist sehr beliebt geworden, da es eine große Lücke im Bereich der Fitnessindustrie ausgefüllt hat – es gibt gewöhnlichen Menschen Zugang zu intensiven Trainingseinheiten, die zusammen mit einer unterstützenden Gemeinschaft Gleichgesinnter ausgeführt werden. Die CrossFit Gemeinschaft entspricht den Erlebnissen vieler College Sportler, bei denen ein Team Zugang zu fantastischen Equipment hat und auf täglicher Basis über einen Zeitraum von vier Jahren in Form gebracht wird. Dann, wenn College Abschluss kommt, verändert sich alles.
Vielleicht hast Du Dich in CrossFit verliebt, aber Dich dann dafür entschieden, dass es nicht länger das Beste für Dich ist. Der Grund dafür, dass Du Dich von CrossFit trennen möchtest, könnte jedoch eine große Rolle spielen, wenn es darum geht, was als nächstes kommt. Sprechen wir zunächst über die häufigsten dieser „Trennungsgründe“ und dann darüber, wie Deine Optionen für die Zukunft aussehen könnten.
CrossFit, ich liebe Dich nicht mehr weil...
Du teuer bist
CrossFit ist eine teure Freundin. Im Vergleich zu einer Mitgliedschaft in einem kommerziellen Fitnessstudio, die zwischen 20 und 60 Euro pro Monat kosten kann, ist eine CrossFit Mitgliedschaft mit Kosten von 100 bis 180 Euro pro Monat deutlich teurer. Dies mag immer noch ein Schnäppchen sein, wenn Du die Resultate berücksichtigst, aber darum geht es hier nicht. Wenn eine solche Mitgliedschaft zu einer zu großen finanziellen Belastung wird, wird es vielleicht notwendig, dass Du Dich von dieser trennst.
Ich mich verletzt habe
Wie jede andere intensive Form des Trainings bringt auch CrossFit ein gewisses Verletzungsrisiko mit sich und eine Gruppenumgebung ist für verletzte Sportler nicht so toll. In meinem Fitnessstudio haben wir ständig Sportler, die unter irgendeiner Art von Verletzung oder Einschränkung leiden und es bedarf einer Menge Programmanpassungen, um sie gesund zu halten und ihnen ein schmerzfreies Training zu ermöglichen. Sie trainieren nicht mit dem Rest der Herde, weil sie es ganz einfach nicht können. Und eine Anpassung des CrossFit Trainings kann nicht in jedem Fall helfen, was insbesondere in einem Kurs mit einem Dutzend oder mehr Menschen gilt, die dasselbe WOD ausführen.
Ich mehr Optionen und Freiheiten will
CrossFit hat eine Reihe von Standardübungen, die in viele Trainingseinheiten eingebaut werden. Hierzu gehören Box Sprünge, Burpees, Wall-Balls, Thrusters, Kipping Klimmzüge, usw. Wer hat entschieden, dass diese Übungen für Dich wichtig oder relevant sind? Nun, CrossFit hat dies entschieden. Aber vielleicht hasst Du es ja einen großen, blöden Medizinball wieder und wieder gegen eine Wand zu werfen. Vielleicht hast Du von Burpees endgültig die Nase voll, was verständlich ist. Wir verstehen das. Glücklicherweise kannst Du einfach durch die Tür gehen und nie wieder eine dieser Übungen ausführen.
Ich mich spezialisieren möchte
CrossFit ist stolz darauf, dass es keine Spezialisierung umfasst, aber wenn Du bei einer Sache wirklich gut sein möchtest, oder Dich auf Dein Training für ein spezifisches ästhetisches Ziel konzentrieren möchtest, dann kann es gut sein, dass ein Training ohne Spezialisierung nicht länger das Richtige für Dich ist. Wenn Du Dich in den Gedanken verliebt hast, muskulös zu werden, dann könnte es eine gute Entscheidung sein, zu einem Bodybuilding Training überzugehen, denn viele traditionelle Hypertrophietrainingsmethoden werden von CrossFit ignoriert.
Wenn Du hingegen gut beim olympischen Gewichtheben werden möchtest und vielleicht sogar an Wettkämpfen teilnehmen willst, dann könnte es vielleicht an der Zeit sein, damit aufzuhören so viel Zeit mit Burpees und Seilspringen zu verbringen (Einige CrossFit Boxen bieten Spezialisierungsklassen für olympisches Gewichtheben an, während andere dies nicht tun). CrossFit wurde vielleicht entwickelt, um Deine Leidenschaft für das Krafttraining zu wecken, aber es mag nicht unbedingt die beste Wahl sein, um Deine Ziele zu erreichen, wenn sich Deine sportlichen Fähigkeiten, Deine Fitness und Deine Interessen weiterentwickeln.
Verabschiede Dich auch von dem, was Spaß macht
CrossFit hat es Dir erlaubt viele Dinge zu tun, die Du in den meisten anderen Fitnessstudios nicht tun werden kannst. Kommerzielle Fitnessstudios beginnen damit, sich anzupassen und erweitern ihre Trainingsmöglichkeiten um mehr Langhanteln und freien Raum, aber zumindest im Augenblick werden Dinge, die Du unabhängig vom Trennungsgrund vermissen wirst, unter anderem Folgendes umfassen:
- Olympische Gewichtheberübungen
- Das Fallenlassen von Gewichten
- Die Verwendung von Olympiascheiben im Allgemeinen
- Kreide
- Platz und Freiraum
- Gewichtsschlitten
- Ausgefallene Kniebeugen Racks und ähnliches Equipment
- Glute Ham Raise Maschinen
- Eine große Auswahl an anderem coolen Zeugs: Medizinbälle, Kettlebells, Bänder, Seile, Ringe, gute Rudermaschinen, usw.
Die Realität ist, dass kommerzielle Fitnessstudios nicht auf die Bedürfnisse von olympischen Gewichthebern oder muskulösen starken Athleten ausgerichtet sind.
Wie Du etwas Besseres für Dich findest
CrossFit Gyms und Krafträume, die auf eine Spezialisierung ausgerichtet sind – und alles bereitstellen, was olympische Gewichtheber, Powerlifter und andere spezifische Athleten benötigen – befinden sich am einem Ende des Kontinuums. Kommerzielle Fitnessstudios (Inklusive Planet Fitness und McFit) befinden sich am anderen Ende. Hier ist das Problem: Wenn Du den CrossFit Lebensstil aufgibst, dann ist es nicht leicht, eine gute Alternative zu finden. Doch keine Sorge. Hier sind ein paar Ideen basierend auf den Gründen, die Du dafür hattest, CrossFit den Laufpass zu geben.
Trennungsgrund – Geld
Wenn Du Deinen finanziellen Ausgaben ein Downgrade verpassen musst, dann hast Du ein Problem.
Primäre Trainingsalternativen:
- Kommerzielles Fitnessstudio.
- Die freie Natur.
- Billigere Spezialitätenmitgliedschaften wie Krafträume für Kletterer.
Was Du verlieren wirst:
- Anleitungen und vorgefertigte Trainingseinheiten.
- Die Atmosphäre einer Gemeinschaft.
- Verantwortlichkeit und Motivation.
Wie Du die Lücke schließen kannst:
- Lerne, wie Du Dich selbst trainieren kannst. Gib etwas Geld für Bücher und DVDs zum Thema Training aus.
- Lese mehr Artikel auf einschlägigen Sport, Fitness und Bodybuilding Seiten.
- Finde Hobbys wie Radfahren, Laufen, Klettern, Tennis, usw., die die CrossFit Gemeinschaft durch eine andere Gemeinschaft ersetzen.
Trennungsgrund – Verletzung
Wenn Geld nicht das größte Problem war, dann gib dieselbe Menge an Geld für eine Mitgliedschaft in einem anderen Studio aus, in dem man sich mehr um Dich und Deine individuellen Bedürfnisse kümmert. Viele Trainingseinrichtungen, die Sportler trainieren, werden auch entweder Trainingsstunden bei persönlichen Trainern oder in einem ähnlichen Gruppenumfeld, aber mit individualisierten Programmen für jeden Teilnehmer anbieten. Hierdurch erhältst Du eine Anleitung von Experten, ohne dass Du in ein Training gepresst wirst, das nicht zu Deinen Bedürfnissen passt.
Primäre Trainingsalternativen:
- Personal Training.
- Sportliche Leistungszentren, die individualisierte Programme anbieten.
- Alles, was zu den Einschränkungen Deiner Verletzungen oder Deinen Zielen passt.
Was Du verlieren wirst:
- Das wettkampfmäßige “so viele Wiederholungen wie möglich” gegen die Uhr Trainingsformat.
- Die Gemeinschaftsatmosphäre (nur vielleicht).
- Verantwortlichkeit und Motivation.
Wie Du die Lücke schließen kannst:
- Lerne etwas über Deine Verletzung und den Reha Prozess. Investiere etwas Geld in Lehrmaterial, das Dir hilft zu verstehen, was Du brauchst, um Verletzungen zu verhindern.
- Finde einen Trainer und eine Trainingseinrichtung, die Deinen Bedürfnissen für Gemeinschaft, Verantwortlichkeit, usw. entspricht.
- Finde Hobbys, die die Gemeinschaft ersetzen.
Trennungsgrund – Abwechslung und Freiraum
Drei Worte: keine weiteren Burpees. Wenn Du es leid bist, Trainingseinheiten durchzuführen, die aus demselben Kartenstapel an Übungen gezogen wurden, dann bist Du wahrscheinlich nicht alleine. Du kannst in eine brandneue, aufregende Welt von Trainingseinheiten weiterziehen.
Primäre Trainingsalternativen:
- Personal Training
- Kommerzielle Fitnessstudios
- Eine neue Spezialisierungstrainingseinrichtung
- Deine eigene Garage oder Dein Keller
Was Du verlieren wirst:
- Die Gemeinschaftsatmosphäre
- Vorprogrammierte Trainingseinheiten
- Trainingseinheiten gegen die Uhr
Wie Du die Lücke schließen kannst:
- Wenn Du echte Freiheit willst, dann kannst Du in Betracht ziehen, Dein eigenes Homegym aufzubauen. Ein anfängliches Investment von ein paar tausend Euro wird sich innerhalb weniger Jahre auszahlen.
- Finde einen Trainer, der Dir dabei helfen kann, mit einem neuen Trainingsplan zu beginnen, oder der Dir dabei hilft zu lernen, wie Du Deine eigenen Trainingseinheiten planst.
- Probiere unterschiedliche vorgefertigte Trainingspläne aus und beginne zu entdecken, was für Dich funktioniert und was nicht.
- Kaufe etwas spezialisiertes Equipment, das Du mit in Dein kommerzielles Fitnessstudio nehmen kannst und halte Dein Training aufregend.
Trennungsgrund – Spezialisierung
Es ist toll, ein Spezialist zu sein. Major League Baseballspieler scheinen mit dem Leben ihrer Wahl sehr zufrieden zu sein und sie werden mit Sicherheit gut dafür bezahlt, nur das Eine zu tun. Wenn Du bei irgendetwas weltklasse werden willst, dann musst Du Dich spezialisieren. Oder wenn Du ein spezifisches Ziel hast und dies schneller erreichen möchtest, dann wird die Ausführung zielgerichteter Trainingseinheiten eine vernünftige Entscheidung darstellen.
Primäre Trainingsalternativen:
- Personal Training.
- Ein kommerzielles Fitnessstudio.
- Ein neues Spezialisierungsstudio.
- Dein eigenes Homegym in Deiner Garage oder Deinem Keller.
Was Du verlieren wirst:
- Vorprogrammierte Trainingseinheiten.
- Trainingseinheiten mit Deiner Gemeinschaft von Freunden.
- Eine konkurrierende Trainingsatmosphäre.
Wie Du die Lücke schließen kannst:
- Finde einen Trainer, der sich auf Dein spezifisches Ziel oder Deinen Typ von Training spezialisiert hat.
- Lese, lerne und stelle Deinen eigenen Plan auf.
- Finde Hobbys, die Dein Ziel unterstützen, wie Wandern, wenn Du Gewicht verlieren möchtest oder Spinning, wenn Du daran interessiert bist, einen Marathon zu laufen.
Bonus: Wie Du Deine eigenen Trainingseinheiten im CrossFit Stil zusammenstellst
Hier sind ein paar „quick and dirty“ Vorlagen, die Du verwenden kannst, um ausgeglichenere Trainingseinheiten im CrossFit Stil zusammenzustellen. Und als zusätzlichen Bonus kannst Du diese Trainingseinheiten in jedem kommerziellen Fitnessstudio ausführen. Wähle eine Übung aus jeder der Kategorien unten und führe diese in Form eines Zirkels mit nur kurzen Pausen oder ohne Pausen zwischen den Übungen aus und Du wirst Deine Herzfrequenz nach oben bringen, eine große Menge an Arbeit innerhalb einer kurzen Zeitspanne ausführen und eine ausgewogene Trainingseinheit erhalten.
Hüftdominant:
Eine Übung, die primär die hintere Muskelkette (unterer Rücken, Gluteus und Beinbeuger) verwendet. Diese Übungen können am leichtesten als Hüft-Scharnier Bewegungen charakterisiert werden.
Beispiele: Kreuzheben, Hip-Thrusts, Beincurls, Glute Ham Raises.
Quadrizeps-Dominant:
Eine Übung, die hauptsächlich die Quadrizeps fordert und durch eine tiefe Beugung der Knie charakterisiert wird.
Beispiele: Kniebeuge, Ausfallschritte
Druckübungen:
Übungen, bei denen ein Gewicht vom Körper weg oder der Körper von einem Gewicht weggedrückt wird.
Beispiele: Liegestütze, Bankdrücken, Drücken über Kopf.
Zugübungen:
Übungen, bei denen das Gewicht zum Körper hin oder der Körper zu einem Gewicht hingezogen wird.
Beispiele: Klimmzüge, alle Variationen von Ruderübungen
Konditionsübungen:
Etwas, das Deine Herzfrequenz schnell nach oben bringt und diese ohne unnötiges Verletzungsrisiko für ein oder zwei Minuten hochhält.
Beispiele: Mountain Climber, Sprungkniebeugen, Farmers Walk, Battling Ropes, Kettlebell Schwingen
Spezialisierungsübungen:
Übungen, die auf eine bestimmte Muskelgruppe oder ein spezifisches Ziel abzielen, während der Rest des Körpers nicht gefordert wird:
Beispiele: Bizepscurls, Schulterübungen, Übungen für die Rotatorenmanschette, allgemeine Bodybuildingübungen.
Hier sind 2 Beispieltrainingseinheiten:
Trainingseinheit A
Führe die Übung so schnell wie möglich mit guter Form aus und gehe dann nach so wenig Pause wie möglich zur nächsten Übung über. Pausiere 90 Sekunden zwischen den Zirkeln. Wiederhole den Zirkel 4 bis 8 mal.
A1 Rumänisches Kreuzheben mit der Langhantel 15 Wdh., 45 Kilo (Hüfte)
A2 Langhantel Push Press 10 Wdh., 45 Kilo (Drücken)
A3 Reverse Langhantel Ausfallschritte 10 Wdh. Pro Bein, 45 Kilo (Quadrizeps)
A4 Langhantelrudern 10 Wdh., 45 Kilo (Ziehen)
A5 Kurzhantel Trizepsdrücken 15 Wdh., 20 Kilo (Spezialisierung)
A6 Mountain Climber 60 Sekunden (Kondition)
Trainingseinheit B
Führe die Übung so schnell wie möglich mit guter Form aus und gehe dann nach so wenig Pause wie möglich zur nächsten Übung über. Pausiere 60 Sekunden zwischen den Zirkeln. Wiederhole den Zirkel 6 bis 10 mal.
A1 Goblet Kniebeugen 12 Wdh., 35 Kilo (Quadrizeps)
A2 Liegestütze, so viele Wiederholungen wie möglich (Drücken)
A3 Pull Through (Maschine) 12 Wdh. (Hüfte)
A4 Maschinenrudern am Kabel 12 Wdh. (Ziehen)
A5 Face Pull 12 Wdh. (Spezialisierung)
A6 Split Sprungkniebeugen 60 Sekunden (Kondition)
Es ist leicht kreativ zu werden, indem Du Übungen basierend auf dem Equipment wählst, das Dir zur Verfügung steht. Hoffentlich belegst Du nicht so viel Equipment, dass Du Dir den Zorn der anderen Studiomitglieder zuziehst, aber wenn Du es tust, dann ist es halt so. Das ist ganz einfach ein Teil des Lebens.
Dir ist wahrscheinlich aufgefallen, dass olympische Gewichtheberübungen, Kreuzheben, schwere Kniebeugen und ähnliche Übungen nicht in den Zirkeln enthalten sind. Diese Übungen sind einfach nicht sicher, wenn sie mit maximalen Wiederholungen und so schnell wie möglich durchgeführt werden. Es wäre sowieso schwer diese Übungen in diesem Format in einem kommerziellen Fitnessstudio auszuführen, was etwas ist, das Du entweder lieben oder bedauern wirst, wenn Du erkennst, dass CrossFit vielleicht doch nicht so schlecht war, wie Du gedacht hast.
Von Dan Blewett
Quelle: https://www.t-nation.com/training/how-to-break-up-with-crossfit

Wenn es um ein Training mit Gewichten geht, dann sind Trainingsplateaus für die meisten Menschen unvermeidlich. Ziehe diese 11 Tipps in Betracht und bringe Deine Kraftzuwächse wieder auf Kurs.
Hattest Du jemals einen dieser Tage, an dem alles schief zu laufen scheint?
Dein Post-Workout Shake läuft Dir schon vor dem Training aus, Deine Trainingshose reißt beim Aufwärmen und bei Deinem Versuch ein neues Maximalgewicht beim Kreuzheben zu erreichen, scheint die Hantelstange am Boden festgeklebt zu sein. Ganz zu schweigen, dass man in Deinem Fitnessstudio von Dir erwartet Höchstleistungen zu erbringen, während aus den Lautsprechen “My Heart Will Go” von Celine Dion schallt. Nein, das wird nicht geschehen.
Wenn Du diesen Artikel liest, trainierst Du wahrscheinlich bereits seit einigen Jahren und verfügst über einiges an Erfahrung. Vielleicht hast Du schon einmal an einem Powerlifting Wettkampf oder einem lokalen Bodybuilding Wettkampf teilgenommen, aber unabhängig vom Titel dieses Artikels wird es unvermeidlich sein, dass Du irgendwann ein Plateau erreichst, wenn Du lange genug trainierst. Was passiert, wenn dies geschieht? Du brauchst nicht weiter nach Antworten suchen, dieser Artikel wird sich mit 11 Themen beschäftigen, die Dich davon abhalten könnten, den Körper zu erreichen, den Du Dir wünschst.
1. Du priorisierst Erschöpfung über Fitness
Aus irgendwelchen Gründen gibt es im Bereich der Fitnessindustrie einen sehr verstörenden Trend: einige Trainier sind davon besessen, ihre Klienten völlig fertig zu machen. Am Ende werden einige Leute in einer Lache ihres eigenen Schweißes auf dem Boden liegen und sich fragen, warum sie ihre Beine nicht mehr spüren können.
Und wenn Deine Idee von einem Trainingsprogramm darin besteht, einfach ins Fitnessstudio zu gehen und zu tun, was immer Dir in den Kopf kommt, dann wirst Du Probleme haben, konsistente Fortschritte zu machen – falls Du überhaupt Fortschritte erzielst.
Jeder Trainer, der diesen Namen verdient, wird Dir sagen, dass die besten Sportler ihr Training im Voraus planen. Dies ist die gesamte Idee, die einer Periodisierung zugrunde liegt – Du solltest wissen, was Du morgen, nächste Woche und in einem Monat machen wirst. Lasse von dieser Grundeinstellung ab, dass Du Dich bei jeder einzelnen Trainingseinheit zerstören musst und denke lieber über Deine langfristige Progression nach.
2. Du isst wie ein magersüchtiges Mädchen
Das uralte Sprichwort ist immer noch wahr – „Du kannst eine schlechte Ernährung nicht durch Training ausgleichen“ – aber das gilt für beide Richtungen: Muskelaufbau und Fettabbau. Du wirst niemals Muskelmasse aufbauen, wenn Du nicht mehr Kalorien zu Dir nimmst, als Dein Körper braucht, um sein augenblickliches Gewicht aufrecht zu erhalten. Du kannst das erste Gesetz der Thermodynamik nicht durch Training überwinden – es bedarf Kalorien, um Muskeln aufzubauen – und nicht nur Protein!
Zu lernen viel zu essen ist ein Prozess. Wenn Du versuchst 30 Kilo innerhalb von 18 Monaten zuzunehmen und routinemäßig über 4.000 kcal pro Tag essen musst, um Deine neu aufgebaute Masse zu halten, dann werde ich der erste sein, der zugibt, dass Du essen manchmal als Teilzeithobby ansehen musst. Du musst die Tatsache akzeptieren, dass es Zeiten geben wird, zu denen Du nicht hungrig sein wirst. Passe Dich an und finde Lösungen: bereite Dir einen Smoothie zu und nimm mehr flüssige Kalorien zu Dir, iss ballaststoffärmere Nahrungsmittel, trage eine Kühltasche vorbereiteter Nahrungsmittel und einen Wheyshake mit Dir herum oder iss einfach öfter.
3. Du denkst, dass mehr immer besser ist
Es ist lustig, ich sehe viele Artikel und Trainingssplits, die von Profibodybuildern stammen und die ein erstaunlich hohes Volumen propagieren. Ich spreche hier nicht über ein einfaches 4 x 10. Ich spreche von einer ernsthaften Rhabdomyolyse – das Zeugs, das Dich 2 Wochen lang davon abhält, Deine Zähne zu putzen.
Auch wenn Du Dir nichts anderes aus diesem Artikel merkst, erinnere Dich daran, dass der Kontext in allen Situationen von entscheidender Bedeutung ist. Wenn Du das nächste mal einen dieser Artikel liest, solltest Du im Hinterkopf behalten, dass diese Jungs eine andere Unterstützung als Du verwenden und deshalb mit deutlich mehr Trainingsstress zurecht kommen werden.
4. Du bist ungeduldig
Wir leben in einer Kultur, die von sofortiger Belohnung besessen ist. Ich bin der Meinung, dass dies der Entwicklung des Charakters und der Arbeitsethik unserer Jugend schadet, aber das ist ein anderes Thema.
Ich hasse es, Dir dies sagen zu müssen, aber Du wirst nicht über Nacht wie Rich Froning aussehen. Auch wenn Dir Supplementfirmen weismachen wollen, dass Du 20 Pfund solide Muskelmasse innerhalb von 2 Monaten aufbauen kannst, ist dies physikalisch unmöglich, wenn Du nicht dieselbe Art von Unterstützung wie unsere zuvor erwähnten Bodybuilding Freunde nutzt. Kraft wird submaximal über Wochen und Monate aufgebaut - und nicht dadurch, dass Du bei jeder Trainingseinheit eine neue maximale Einzelwiederholung zu erreichen versuchst. Joe DeFranco hat einmal gesagt „Lerne Kraft aufzubauen, anstatt Deine Kraft zu testen.“
5. Du verstehst die Propriozeption nicht
“Proprio-was?
Propriozeption ist im Grunde genommen die Fähigkeit, Veränderungen der Bewegung und der Positionierung Deiner Körpersegmente wahrzunehmen. Hier ist ein einfaches Beispiel, um Dir zu helfen, die Dinge zu visualisieren: Denke an einen Flughafen - das Kontrollzentrum (Dein Gehirn) könnte die Flugzeuge (Deine Gliedmaßen), die landen und starten (sich bewegen), aus den Augen verlieren, aber man ist sich immer ihrer Position bewusst. Dasselbe kann man über deinen Körper sagen – die Propriozeption ist im Grunde genommen Dein innerer Radar.
Schließe z.B. Deine Augen und berühre Deine Kniescheibe mit Deinem Zeigefinger. Danach berührst Du Deine Nase mit Deinem kleinen Finger. Woher wusstest Du, welcher Finger Dein Gesicht berührt? Woher wusstest Du, dass Du wirklich Deine Kniescheibe und nicht Deinen Oberschenkel oder Dein Schienbein berührst? Propriozeption ist das Zauberwort.
Ich habe jedoch schon mit einer ganzen Reihe von Athleten gearbeitet, denen des an kinästhetischem Bewusstsein gemangelt hat, was im Gegenzug ihre Fähigkeit beeinflusst hat, auf Trainingshinweise zu reagieren und ihre Bewegungsmechanik zu verbessern. Um Deine Technik zu optimieren, musst Du zuerst verstehen, wie Du kleine Veränderungen der Bewegung im Bereich eines jeden Körpersegments vornimmst.
6. Deine “Technik” erinnert an eine neugeborene Giraffe, die zum ersten Mal versucht auf den Beinen zu stehen
Ich bin von Natur aus ein Techniker – Biomechanik ist mein Ding. Wenn ich Dich durch ein paar einfache Veränderung Deiner Haltung und Deiner Atmung besser machen kann, dann sind wir im Geschäft.
Technik sollte als eine Art Spektrum angesehen werden: an einem Ende sind die Jungs, die einfach „greif es und reiß es, bro“ predigen. Am anderen Ende ist die Technikpolizei, die nicht über 100 Kilo reißen kann, weil „sie die Scherkräfte auf ihrer Wirbelsäule spüren können.“ Ich bin nicht die Art von Typ, der Dich hassen wird, weil Du dadurch eine persönliche Bestleistung aufgestellt hast, dass Deine Knie leicht gebeugt waren oder dass Dein Hals leicht überstreckt war. Gleichzeitig musst Du Dich jedoch daran erinnern, dass die Physik auch auf Dich zutrifft – Wenn Du Kniebeugen, Drücken, Ziehen und Pressen mit einer bescheidenen Körperposition ausführst, dann werden Deine Knie Dich dies wissen lassen.
7. Du verlässt Deine Komfortzone nicht
Es ist Montagnachmittag, Du bist gerade mit der Arbeit fertig geworden und Du machst Dich auf den Weg ins Fitnessstudio, um nach dem langen, erholsamen Wochenende ein gutes Training zu absolvieren. Was wirst Du also trainieren. Lass mich raten, Deine Brustmuskeln, richtig? Wenn Du wie die meisten Männer bist, dann liebst Du Deine „Spiegelmuskeln.“ Du weißt schon, die Muskeln, die jeder pausenlos anzuspannen scheint – alias Brustmuskeln, Bauchmuskeln und Bizeps. Komm wieder runter, die sind wirklich nicht so groß.
Du musst die Idee überwinden, dass Du immer auf das zurückkommst, womit Du Dich wohlfühlst. Lege dies ab, denn ein Wachstum kommt außerhalb Deiner Komfortzone zustande. Du hast die Wahl: entweder Du machst alles, was notwendig ist, oder Du gibst Dich mit dem Status Quo zufrieden.
8. Dir ist nicht klar, wie wichtig Ruhe und Erholung sind
Wenn Du wie die meisten Menschen in der westlichen Welt bist, dann leidest Du unter Schlafmangel. Die amerikanische National Sleep Foundation hat kürzlich ihre Empfehlungen aktualisiert und empfiehlt, dass junge Erwachsene zwischen 18 – 25 pro Nacht zwischen 7 und 9 Stunden Schlaf bekommen sollten. Sie erwähnen jedoch auch, dass manche Menschen bis zu 10 bis 11 Stunden Schlaf benötigen.
An einem idealen Tag wären wir alle dazu in der Lage aufzuwachen, wenn die Sonne aufgeht und einzuschlafen, wenn die Sonne untergeht. Mit der Entwicklung so wundervoller Dinge wie Elektrizität und Technologie sehen wir uns neuen Problemen ausgesetzt, die unseren Schlaf beeinträchtigen können.
Wenn Du während des Tages konstant auf der Suche nach Koffein bist, um wach zu werden, dann ist es an der Zeit, abends etwas früher schlafen zu gehen. Exprimentiere mit ein paar „Schlaf Hacks“ und beginne auf die inneren Signale Deines Körpers zu hören.
9. Du schaffst es nicht zuzugeben, dass Du nicht weißt, wie man herunterfährt
Wir leben in einer hektischen Welt, die im Grunde genommen niemals herunterfährt. Wenn Du wie die meisten Menschen bist, dann kämpfst Du mit dem Berufsverkehr, stresst Dich bei der Arbeit und lebst von Koffein, um Deine Produktivität trotz Deines schlechten Lebensstils zu verbessern. Stress ist individuell und kontextabhängig, was bedeutet, dass Training nicht die einzige Situation ist, die eine „Kampf oder Flucht Reaktion“ hervorruft. Wenn Du den Typ im Auto vor Dir auf der Autobahn anbrüllst, weil er Dir zu langsam fährt, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass Du einiges an Adrenalin ausschütten wirst, obwohl dies eigentlich nicht nötig wäre. Dein Nervensystem ist so entwickelt, dass es einen gewissen anabolen Regenerationsprozess initiiert, wenn Dein parasympathisches Nervensystem aktiv wird, was normalerweise als „Ruhe- und Verdauungszustand“ bezeichnet wird. Wenn Du es jedoch deinem Leben erlaubst, konstant Deinen Stresslevel zu diktieren, dann wirst Du dich chronisch in einem Zustand befinden, in dem Dein sympathisches Nervensystem angeregt ist und es schwer haben, Dich vom Trainingsstress zu erholen. Fazit ist, dass Du lernen musst, Deine Stressreaktion zu kontrollieren und Dich an alles anzupassen, was Dein Leben auf Dich schleudert.
10. Dein Ruhetag besteht aus Cardiotraining und zusätzlichem Training für Deine Schwachpunkte
Du kennst bestimmt auch so einen Typen, der jeden Tag Bilder von seinem Mittagessen bei Instagram postet und den Hashtag #nodaysoff überstrapaziert. Ja, das ist einer von denjenigen, die ausbrennen und ein Plateau erreichen werden, bevor sie irgendeinen nennenswerten Level an Kraft erreicht haben.
Ich habe nichts gegen Cardio, geh und schiebe einen Gewichtsschlitten, springe Seil oder führe einen Langhantelkomplex aus, aber heb Dir den Ellipsentrainer für eine andere Zeit auf. Etwas leichtes Gehen, Rudern oder etwas Zeit auf dem Airdyne Trainer kann dabei helfen, den Abtransport von Stoffwechselabfallprodukten zu steigern und Deine Regeneration zwischen zwei Trainingseinheiten zu verbessern.
Wenn Deine Idee von „leichtem Cardio für eine Anregung des Blutflusses“ aus 60 Minuten bergauf Sprints besteht, dann wirst Du beim Kniebeugentraining morgen eine harte Zeit haben oder keinen Hauch von Regeneration verspüren.
Sein wir ehrlich, wenn Du nicht gerade das doppelte Deines Körpergewichts ziehst, dann brauchst du kein zusätzliches Training für Deine Beinbeuger oder einen spezialisierten Gluteus – Du musst Dich einfach nur darauf konzentrieren allgemein stärker zu werden und auch etwas Arbeit am Esstisch verrichten.
11. Du konzentrierst Dich auf Perfektion anstatt auf Spitzenleistungen
Wenn Du kontinuierlich darauf konzentriert bist, den “optimalen” Trainingssplit oder den perfekten Zeitpunkt für Deinen Post-Workout Shake zu finden, dann geht das am Ziel vorbei. Nachhaltigkeit ist die wichtigste Variable, die über Deine langfristigen Erfolge innerhalb und außerhalb des Fitnessstudios bestimmen wird. Wenn Du Deinen Lebensstil nicht auf lange Sicht gesehen aufrecht erhalten kannst, dann werden auch Deine Erfolge nicht anhalten. Mache Dir weniger Gedanken über das perfekte Trainingsprogramm, sondern wähle einfach eins und bleibe für 4 bis 6 Monate bei diesem, während Du Dich bei jeder einzelnen Trainingseinheit auf eine progressive Überlastung konzentrierst.
Was Deine Besessenheit von Protein Perfektion angeht – die Diskussion über das ganze „anabole Zeitfenster“ ist immer noch nicht abgeschlossen, aber ich würde jetzt nicht sagen, dass Du nach dem Training nicht etwas zu Dir nehmen solltest. Das bedeutet jedoch nicht, dass Du 3 Messlöffel Wheyprotein mit einer halben Packung Dextrose in Dich hineinkippen musst – stelle einfach sicher, dass Du eine ausgewogene Mahlzeit aus vollwertigen Nahrungsmitteln mit einer soliden Dosis Protein zu Dir nimmst.
Höre auf damit, ständig in den Spiegel zu schauen und lerne, Dein Training und Deine Ernährung an Deinen Lebensstil anzupassen. Erinnere Dich daran, dass Perfektion der Feind der Progression ist.
Es ist also Deine Wahl, wie sehr willst Du es?
Wenn Du ein Kraftsportler oder ein Körperathlet bist, dann sind Plateaus unvermeidlich. Aber Deine Reaktion auf Widrigkeiten bestimmt das Ergebnis. Die Tatsache, dass Du diesen Artikel liest, bedeutet, dass Du einzigartig bist, es bedeutet, dass Du nicht zufrieden bist und kontinuierlich nach Progression strebst. Sehr gut, verliere diese Einstellung nie. Dieser Artikel sollte Dir etwas exzellentes Futter für Deine Gedanken geben, aber jetzt liegt es bei Dir – entweder veränderst Du etwas oder bist mit dem Status Quo zufrieden.
Quelle: https://www.muscleandstrength.com/articles/11-reasons-youre-not-getting-stronger

Der Prozess des Muskelaufbaus ist ein hochkomplexer physiologischer und biomechanischer Prozess, der selbst den erfahrensten Trainierenden verwirren kann. Hier sind 5 einfache Schritte, mit denen Du noch heute auf dem richtigen Weg beginnen kannst.
Bist Du auf der Suche nach dem umfassendsten Muskelaufbauratgeber im Internet? Gut, dass Du vorbei geschaut hast, ich habe genau das, wonach Du gesucht hast.
Dieser Ratgeber wird Dich durch alle Bereiche von Ernährung über Training bis hin zur richtigen Supplementation leiten und auf den richtigen Weg bringen, um möglichst viel Qualitätsmuskelmasse aufzubauen.
Wie baust Du wirklich Muskeln auf?
Bevor wir über die praktischen Grundlagen des Aufbaus von Muskeln sprechen, müssen wir die Grundlagen der Muskelphysiologie durchgehen, um sicherzustellen, dass wir uns auf demselben Wissenstand befinden.
Wenn jemand mit Gewichten trainiert, dann generiert er durch Mikrorisse Traumata innerhalb der Muskelfasern. Sobald solche Beschädigungen stattfinden, beginnt eine Kaskade biochemischer Signale und Sattelitenzellen werden aktiv. Diese Zellen verbinden sich mit Muskelzellen, um die beschädigten Bereiche zu reparieren und helfen dabei, neue kontraktile Komponenten zu synthetisieren.
Wenn diese Komponenten die Muskelquerschnittsfläche vergrößern, dann erlebst Du das Phänomen, das als Muskelhypertrophie bekannt ist.
Im Grunde genommen musst Du Dich daran erinnern, dass das Ziel des Trainings darin besteht, die Muskelproteinsynthese anzuregen, wobei der Schlüssel für den Aufbau von Muskeln in der zellulären Reparatur und nicht in den Schäden besteht.
Versteh mich nicht falsch, es ist etwas Wahres an der Aussage „stimuliere, anstatt zu vernichten“, aber um das Supergenie und den Leistungsspezialisten Alex Vida zu zitieren:
"Für Adaptationen ist es notwendig, den Körper zu zwingen etwas zu tun, was er nicht wirklich tun will – und das wird weh tun. Wenn es leichter wird, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass Du fauler wirst.“
Somatotypen: Spielen sie überhaupt eine Rolle?
Wenn es um Training und Ernährung geht, dann wollen sich die meisten Menschen in eine der 3 Kategorien von Körpertypen einsortieren: ectomorph, mesomorph oder endomorph.
Bevor wir diese drei Somatypen näher betrachten, sollten wir zunächst die Herkunft und die Signifikanz des Einsortierens in Körpertypen untersuchen.
Somatypen wurden ursprünglich von einem Physiologen aus Rhode Island namens William Herbert Sheldon entwickelt. Ursprünglich wurde eine Einsortierung in Körpertypen entwickelt, um den physiologischen Zustand einer Person basierend auf ihrer Athropometrie zu charakterisieren.
Am Ende übernahm die Bodybuilding und Fitness Gemeinschaft das Somatyp Klassifizierungssystem als Weg, die körperlichen Abweichungen bei Trainierenden zu kategorisieren.
Doch nicht nur das – das Originalmodell, das von Sheldon entwickelt wurde, war ausschließlich für Männer entwickelt worden, weshalb sich die Frage stellt, was Frauen verwenden sollten?
Wie Du siehst, sind Somatypen bezüglich Design, Anwendung und Signifikanz recht beschränkt. Nachdem dies gesagt wurde, sind hier typische Charakteristika einer jeden Klassifizierung in Sheldons Entwicklungsmodell:
Ectomorph
Der typische „dürre“ Typ:
- Schmale Gelenke
- Enge Schultern
- Recht schlanker Körperbau
- Lange Knochenstruktur
- Groß und schlaksig
Dieser Typ von Trainierendem wird in der Gemeinschaft des Trainings mit Gewichten auch als “Hardgainer” bezeichnet.
Mesomporph
- Recht sportlicher Körperbau
- Schwere Knochenstruktur
- Höhere Level an Körpermasse
- Irgendwie bulliges Erscheinungsbild
- Von Natur aus stark, was selbst bei einem Mangel an korrektem Training gilt
Endomorph
- Kleiner und stämmiger Körperbau:
- Dickliches Erscheinungsbild
- Etwas höhere Mengen an Körperfett
- Die Länge der Gliedmaßen bietet Vorzüge für ein Krafttraining im Bereich des Unterkörpers
Dir wird auffallen, dass ich anders als es bei den meisten anderen Artikeln zu diesem Thema der Fall ist, keine spezifischen Empfehlungen für Training und Ernährung abhängig vom Somatyp geben werde.
Wenn ich ehrlich bin, dann glaube ich, dass die meisten dieser Artikel einen recht kurzsichtigen Ansatz verwenden, da viele Menschen die „Schema F“ Empfehlungen, die mit ihrem Körpertyp in Verbindung gebracht werden, nicht befolgen.
Was geschieht z.B. wenn Du einen ectomorphen Körperbau aufweist, Dich aber mit einer kohlenhydratreicheren Ernährung schrecklich fühlst und gut mit 5 Trainingstagen pro Woche zurecht kommst?
Solltest Du weiter die Zähne zusammenbeißen und Kohlenhydrate in Dich hinein schaufeln, Cardiotraining meiden und nur an 3 Tagen pro Woche trainieren, weil dies das ist, was all die Internet Experten empfehlen?
Die kurze Antwort ist „nein.“
Somatypen wurde niemals als Mittel zur Abschätzung des Muskelwachstumspotentials oder der individuellen genetischen Reaktion auf ein Training entwickelt.
Erinnere Dich daran, dass Körpertypen nicht der Weisheit letzter Schluss sind – Du bist nicht zu einem Leben in der Hardgainer Hölle verdammt, weil Du groß und schlaksig bist und schmale Schultern hast.
Genauso wenig bist Du dazu verdammt Fett anzusetzen, wenn Du ein Endomorph bist, der Kohlenhydrate liebt. Bei den Somatypen handelt es sich lediglich um Orientierungspunkte – nicht mehr und nicht weniger.
Limitiere Dich nicht selbst psychologisch, indem Du glaubst, dass Dein Somatyp etwas ist, das Du nicht kontrollieren kannst und das den limitierenden Faktor für Deine Zuwächse darstellt.
Alexander Juan Antonio Cortes hat dies wie folgt beschrieben,
“Ich denke, dass Somatypen als sehr allgemeine Klassifizierung für Trainingsanfänger nützlich sind – und nicht als Begründung dafür, sein Potential zu limitieren. Dein Somatyp ich nicht einmal real. Verwende Somatypen nicht als Entschuldigung dafür, ein vorgefasstes Limit zu generieren, wo keine echtes Limit existiert.
SCHRITT 1: BERECHNE DEINEN KALORIENBEDARF
Als erstes musst Du Deine Basisstoffwechselrate (BMR) bestimmen. Die Basisstoffwechselrate ist im Grunde genommen eine Abschätzung der minimalen Energie, die notwendig ist, um Deine grundlegenden Körperfunktionen (Herzfunktion, Atmung, usw.) aufrecht zu erhalten, wenn Du 24 Stunden körperlich bist.
Nachdem Du Deine Basisstoffwechselrate bestimmt hast musst Du den Aktivitätsfaktor mit diesem Wert multiplizieren, um Deinen täglichen Kalorienverbrauch zu erhalten. Dieser Wert ist eine Kombination der Kalorien, die notwendig sind, um Deine Basisstoffwechselrate aufrecht zu erhalten und Dir die notwendige Energie für Deine täglichen Aktivitäten zu liefern.
Wenn Du „BMR Rechner“ bei Google eingibst, wirst Du zahlreiche Seiten finden, die Dir dabei helfen werden, Deine Basisstoffwechselrate zu bestimmen. Den auf diesem Weg bestimmten Wert wirst Du für die folgenden Berechnungen benötigen.
Fettarmer Masseaufbau:
Ein fettarmer Masseaufbau wird im Allgemeinen für gesunde Menschen mit durchschnittlichem Gewicht empfohlen. Verwende die folgende Formel, um Deinen täglichen Kalorienbedarf für einen fettarmen Masseaufbau zu berechnen:
- Täglicher Gesamtkalorienbedarf + 250 kcal
Aggressiver Masseaufbau:
Wenn Du noch recht neu beim Training bist, untergewichtig bist oder ein klassischer Hardgainer bist, dann könnte es von Vorteil sein, einen aggressiveren Ernährungsansatz zu verwenden. Verwende die folgende Formel, um Deinen täglichen Kalorienbedarf für einen aggressiven Masseaufbau zu bestimmen:
- Täglicher Gesamtkalorienbedarf + 500 kcal
Behalte im Hinterkopf, dass all dieser Berechnungen auf Algorithmen basieren, die für den Durchschnittsmenschen erstellt wurden. Diese Algorithmen können nicht alle individuellen Faktoren, wie NEAT (nicht Trainingsbedingte Thermogenese), Genotypen, Hormone, Lebensstilfaktoren, Hobbys oder Dominanz des Nervensystems berücksichtigen.
Deshalb werden einige Individuen mehr Kalorien zu ihrem berechneten Gesamtkalorienverbrauch hinzufügen müssen, um Gewicht aufzubauen, während andere weniger Kalorien brauchen werden, um den Zeiger der Waage in die richtige Richtung zu bewegen. Beginne mit der berechneten Zahl, ernähre Dich einen Monat dementsprechend, kontrolliere die Waage und schätze die notwendige Kalorienmenge anhand Deiner Fortschritte erneut ab.
Wenn Du seit ein oder zwei Jahren trainierst, ist es realistisch auf eine Gewichtszunahme von grob einem halben Pfund pro Woche abzuzielen. Anfänger sollten auf einen etwas höheren Wert von 0,75 bis 1 Pfund pro Woche abzielen, um ihr Muskelaufbaupotential zu maximieren.
SCHRITT 2: PLANE DEINE MUSKELAUFBAUERNÄHRUNG
Triff Joe.
Joe ist ein 20 Jahre alter Student, der neu beim Training mit Gewichten ist, aber ein paar Muskeln aufbauen möchte. Er ist 75 Kilo schwer, 185 cm groß und arbeitet nebenbei in einem Restaurant. Er versucht an 4 Tagen pro Woche zu trainieren, er ist recht dünn und erinnert an den durchschnittlichen Ectomorph.
Wir werden Joe als praktisches Beispiel verwenden, um Dir die Schritte zu zeigen, die notwendig sind, um Deine Kalorien und Makronährstoffe zu bestimmen. In Schritt 1 hast Du gelernt, wie Du Deine Basiskalorien berechnest und hier werden wir Dir zeigen, wie Du diese Kalorienmenge in Makronährstoffe aufbrichst und Deine Mahlzeiten planst.
- Gesamtkalorienbedarf: ~2750 kcal
- Abgeschätztes Kalorienziel für einen aggressive Masseaufbau: 2750 + 500 = 3250 kcal
- Protein:
- Beginne mit 1 Gramm pro Pfund Körpergewicht
- Jedes Gramm Protein enthält 4 kcal
- 150g
- 150g (d.h. das doppelte Körpergewicht) = 150x4 = 600 kcal
- Fett:
- Beginne mit 0,9 Gramm pro Kilo Körpergewicht
- Jedes Gramm Fett enthält 9 kcal
- ~70g = 70 * 9 = 630 kcal
- Kohlenhydrate:
- Fülle die verbleibenden Kalorien mit Kohlenhydraten auf
- Jedes Gramm Kohlenhydrate liefert 4 kcal
- 3250 – 1230 (600+630) = 2020 kcal geteilt durch 4 = 505g
Joe würde also auf grob 150g Protein, 70g Fett und 505g Kohlenhydrate pro Tag abzielen.
Verfalle jetzt nicht in Panik. Ich weiß, dass das nach einer großen Menge an Kohlenhydraten und/oder Kalorien klingen mag, aber einige Jungs (und Mädels) benötigen diese Mengen, um Muskeln aufzubauen.
Wenn Du es nicht schaffst, so viele Kohlenhydrate zu essen, oder wenn Dir diese Menge an Kohlenhydraten nicht gut zu tun scheint, dann kannst Du auch Deine Fettzufuhr auf Kosten der Kohlenhydratzufuhr erhöhen, da Fette eine höhere Kaloriendichte aufweisen und somit weniger Nahrungsvolumen liefern.
Ich sollte außerdem anmerken, dass diese Empfehlungen für junge, gesunde und aktive Menschen gedacht sind. Bei älteren Menschen, und Menschen, die nicht auf spezifische Ernährungsstrategien ansprechen, können bestimmte Nährstoffe einer Manipulation bedürfen.
Joes Muskelaufbauernährung
Zutat Portionsgröße Haferflocken 1.5 Tassen Ganze Eier 3 große Banane 1 große Gemischtes Gemüse 1 Tasse Mahlzeit 1: 865 kcal - 125g Kh/ 25g F/ 35g P Zutat Portionsgröße Hühnchen 120 Gramm Weißer Reis 2 Tassen Brokkoli 1 Tassen Olivenöl 1 Esslöffel Kirschen 1 Tasse Mahlzeit 2: 820 kcal - 120g Kh/ 20g F/ 40g P Zutat Portionsgröße Mageres Rinderhack 180 Gramm Süßkartoffeln 2 große Grüne Bohnen 2 Tassen Geschnittene Mango 1 Tasse Mahlzeit 3: 855 kcal - 90g Kh /15g F/ 40g P Zutat Portionsgröße Putenhackfleisch 120 Gramm Vollkornspaghetti 180 Gramm Tomatensauce 1/2 Tasse Apfel 1 mittelgroßer Mahlzeit 4: 870 kcal - 155g Kh/ 10g F/ 45g P Du musst Dich nicht exakt an diesen Mahlzeitenplan halten. Es ist nichts Magisches an den enthaltenen Nahrungsmitteln. Dieser Plan stellt lediglich ein Beispiel dar, das Dir zeigen soll, wie Du leicht die Makronährstoffe für Deinen Körper berechnen kannst und dann einen vernünftigen Mahlzeitenplan basierend auf diesen Nährstoffmengen zusammenstellen kannst.
Gesamtkalorienzahl: 3230 kcal - 490g Kh / 70g F / 160g P
Tägliches Ziel: 3250 kcal - 505g Kh / 70g F / 150g P
Diese Werte stimmen nicht zu 100% überein, aber sie liegen nahe genug zusammen, dass die geringen Abweichungen keinen großen Unterschied machen werden. Konsistenz und Einhaltung eines Ernährungsplanes sind für den Erfolg entscheidend – und nicht Deine Fähigkeiten bestimmte Makronährstoffmengen exakt zu erreichen.
Nachdem dies gesagt wurde, sind hier einige einfache Richtlinien für das Abmessen Deiner Nahrungszufuhr, wenn Du keine Waage zur Hand hast, oder auf eine Waage verzichten möchtest:
- 1 Handfläche = 1 Portion für eine Proteinquelle (~ 150 bis 180 Gramm)
- Die Länge Deines Daumens = 1 Portion für Fettquellen
- 1 hohle Hand = 1 Portion für Kohlenhydratquellen
- 1 Faust = 1 Portion Gemüse
Ich sollte außerdem anmerken, dass die meisten Menschen ihre Makronährstoffmengen regelmäßig (alle 4 bis 6 Wochen) neu berechnen sollten und Kalorien hinzufügen sollten, wenn ihr Gewicht nicht steigt. Dein Körper wird versuchen trotz der Tatsache, dass Du versuchst zuzunehmen, versuchen, einen Zustand der Homöostase aufrecht zu erhalten, so dass Du unter Umständen Anpassungen dadurch erzwingen musst, dass Du Deine Kalorien noch weiter erhöhst.
Muskelaufbaunahrungsmittel
Nahrungsmittel enthalten Kohlenhydrate in Form von Glukose, Fette in Form von Triglyzeriden und Proteine in Form von Aminosäuren. Kalorien sind die Bausteine für Muskeln, aber Du sollest Dir auch der individuellen Makronährstoffe bewusst sein und eine grobe Vorstellung davon haben, welche Mengen Du hiervon konsumierst.
Wenn es um Muskelzuwächse geht, solltest Du Dein Bestes tun, um die Dinge auf der Nahrungsseite der Gleichung einfach und gesund zu halten. Bleibe hierbei einfach bei vollwertigen Nahrungsmitteln, die möglichst wenige Zusatzstoffe enthalten. Hier sind ein paar Vorschläge für den Anfang:
Protein:
- Geflügel, mageres Rindfleisch, Wheyprotein, Fisch (fette und magere Varianten), Eier.
Kohlenhydrate:
- Reis, Quinoa, Haferflocken, Kartoffeln, Obst, Gemüse
Fette:
- Olivenöl, gemischte Nüsse und Samen, Kokosöl, Käse, Avocados
Behalte im Hinterkopf, dass es, wenn Deine Kalorienzufuhr steigt, progressiv schwer werden kann, genügend Nahrungsmittel zu konsumieren, um Deine Ziele zu erreichen. Wenn dies zu einem Problem wird, dann kannst Du flüssige Nahrungsmittel wie Smoothies, Kokosmilch oder Vollmilch verwenden, um Deine Kalorienzufuhr zu erhöhen.
Du kannst, sobald Du Deinen Mikronährstoffbedarf gedeckt hast, im Bedarfsfall auch auf verarbeitete Nahrungsmittelquellen zurückgreifen, um die Kalorienzufuhr zu erhöhen, wenn es Dir an Appetit mangelt.
Hart trainierende Menschen können aufgrund ihrer höheren Arbeitsleistung eine größere Menge an verarbeiteten Nahrungsmitteln zu sich nehmen, aber idealerweise sollten verarbeitete Nahrungsmittel nur 10 bis 15% ihrer Kalorienzufuhr ausmachen.
Grundlegende Supplementation
Dieser Bereich ist genau das was der Name nahelegt: eine Ergänzung für ein bereits solides Ernährungs- und Trainingsprogramm.
Wenn Du diese beiden Bereiche nicht abgedeckt hast, wirst Du nicht dazu in der Lage sein, mit Hilfe von Supplements einen schlechten Lebensstil und Deine Entscheidung, die beiden wichtigsten Komponenten Deiner Muskelentwicklung und Deines körperlichen Wachstums zu vernachlässigen, auszugleichen.
Paul Carter hat dies folgendermaßen ausgedrückt:,
"Wenn Deine Supplements mehr als Deine restliche Ernährung kosten, dann läuft etwas sehr falsch."
- Kreatin – Kreatin ist billig und effektiv und seine Wirkungen werden durch unzählige wissenschaftliche Studien unterstützt, die seine Effizienz bezüglich Leistungsfreisetzung, Muskelhypertrophie und Leistungsfähigkeit des anaeroben Energiesystems zeigen.
- Fischöl – Ein gesundes Gleichgewicht von Omega-3 und Omega-6 Fettsäuren ist sowohl für die langfristige Herz-Kreislauf Gesundheit, als auch die Kontrolle der Blutfettwerte von entscheidender Bedeutung.
- Vitamin D – Streng genommen ist Vitamin D kein Vitamin. Es ist vielmehr ein fettlöslicher Nährstoff, der Vitamin A, E und K ähnelt, sich aber von anderen fettlöslichen Vitaminen dadurch unterscheidet, dass es aus hormoneller Sicht als Steroid Vorläuferstoff agiert. Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass optimale Vitamin D Spiegel Herzgesundheit, kognitive Fähigkeiten und Knochendichte beeinflussen können.
- Wheyprotein – Wenn Du mit Deiner Proteinzufuhr zu kämpfen hast, oder Deine Mahlzeitenfrequenz erhöhen möchtest, um mehr Kalorien zu Dir zu nehmen, dann stellt Wheyprotein eine der besten und kostengünstigsten Optionen dar, die portabel, schmackhaft und bequem ist.
*OPTIONAL*
- Probiotika/Verdauungsenzyme – Wenn Du jeden Tag 4.000 kcal zu Dir nimmst, dann muss Dein Verdauungssystem Überstunden schieben. Ganz zu schweigen davon, dass eine Verbesserung der Darmflora die Produktion kurzkettiger Fettsäuren, die Nährstoffabsorption und die individuelle Immunreaktion auf Antigene fördern kann.
- BCAAs – Die Verwendung von BCAAs ist zugegebenermaßen kontextabhängig. Wenn Du Dich in einem Fastenzustand befindest oder exzessiv lange Trainingseinheiten absolvierst, dann machen BCAAs etwas mehr Sinn, aber für den durchschnittlichen Trainierenden gibt es weisere Wege, sein Geld zu investieren.
- ZMA – Schlaf ist beim Aufbau neuer Muskeln und bei der Verbesserung Deiner Regeneration zwischen den Trainingseinheiten essentiell. Viele Sportler leiden jedoch unter einem Mangel an Zink und Magnesium, da die intensiven Trainingseinheiten die Reserven dieser Mineralstoffe aufbrauchen können. Ein solcher Mangel kann sich negativ auf Schlaf und Hormonproduktion auswirken und hierdurch die Trainingsresultate beeinträchtigen.
Muskelaufbau Ernährungstipps
PROTEIN:
- Unterstütze Deine Trainingseinheiten mit Protein vor und nach dem Training
- Iss Protein zu jeder Mahlzeit und jedem Snack
- Halte einen Abstand von 3 bis 4 Stunden zwischen den Mahlzeiten ein, um es den Aminosäurespiegeln zu erlauben, wieder auf den Ausgangswert abzusinken
- Stelle sicher, dass Du etwas Protein oder zumindest verzweigtkettige Aminosäuren (BCAAs) vor dem Training zu Dir nimmst, um den Anabolismus zu maximieren
KOHLENHYDRATE:
- Sollten bevorzugt rund um das Training konsumiert werden
- Können je nach persönlichen Präferenzen und individueller Reaktion aufgeteilt werden – z.B. über den Tag verteilt, später am Tag, weniger am Abend, mehr am Morgen, usw.
- Priorisiere Obst, Gemüse und andere vollwertige Nahrungsmitteloptionen – Reis, Kartoffeln, Haferflocken, usw.
- Kohlenhydrate sollten weder gefürchtet, noch vollständig gemieden werden, da sie für den Muskelaufbauprozess sehr wichtig sind
- Wenn Kohlenhydrate dazu neigen, Dich müde zu machen, dann wähle Optionen mit einem niedrigeren glykämischen Index oder konsumiere einfach den größeren Teil Deiner Kohlenhydrate später am Tag, nachdem Du trainiert hast
FETT:
- Experimentiere damit, Fette in der Zeit vor, während und nach dem Training zu meiden, da sie die Nährstoffverdauung verzögern
- Iss Fette zu den anderen Mahlzeiten des Tages, da sie den glykämischen Index der Mahlzeit senken und die Absorption fettlöslicher Vitamine verbessern
- Konsumiere eine ausgeglichene Vielfalt von mehrfach ungesättigten, einfach ungesättigten und gesättigten Fetten
- Meide Fette, die nicht natürlich vorkommen (d.h. künstlich hergestellte Fette, wie Maisöl, Rapsöl, Distelöl, usw.)
- Stelle eine ausreichende Zufuhr von Omega-3 Fettsäuren aus unterschiedlichen Quellen sicher
SCHRITT 3: WÄHLE DEIN TRAININGSPROGRAMM
Die Ernährung ist nur ein Teil der Gleichung – wenn Du nicht trainierst, dann spielt es keine Rolle, ob Deine Makronährstoffzufuhr perfekt ist oder ob Du die gesündeste Ernährung, die der Menschheit bekannt ist, einhältst.
Wenn Du der abenteuerlustige oder wissbegierige Typ bist, dann könntest Du daran interessiert sein, Dein eigenes Trainingsprogramm zusammenzustellen, aber dies macht etwas Experimentieren und Wissen notwendig. Abhängig von Deinen Präferenzen und Zielen, wird Dein Training wahrscheinlich auf einen der folgenden Trainingssplits hinauslaufen:
- Ganzkörper – 3 Trainingstage pro Woche
- Oberkörper/Unterkörper – 4 Trainingstage pro Woche
- Beine/Push/Pull – 3 bis 5 Trainingstage pro Woche
Wir werden in einer anderen Sektion dieses Ratgebers auf die Übungsauswahl eingehen, aber im Allgemeinen wirst Du herausfinden, dass eines dieser Templates für die meisten Übungen am besten funktionieren wird.
Erinnere Dich daran, dass es hier nicht darum geht, ein modisches oder schickes Trainingsprogramm zu verwenden – es geht vielmehr um eine unermüdliche Anwendung der Grundlagen, bis Du zu einem Meister der mondänsten Dinge wirst.
Ein paar Worte zur Technik
Wenn Du mit dem Training beginnst, kann es verlockend sein, sich mehr auf das Gewicht auf der Stange, als auf die Biomechanik der Bewegung zu konzentrieren. Lege Dich nicht selbst herein – eine schlechte Technik wird sich auf lange Sicht rächen.
Idealerweise solltest Du Deine Trainingseinheit mit 5 Minuten mit der Faszienrolle beginnen und dann zu ein paar dynamischen Dehnübungen und Aktivierungsübungen für Deine Schultern und Hüften übergehen. Dieses Aufwärmen muss nicht besonders lange sein, aber es wird auf lange Sicht einen drastischen Unterschied machen, wenn Du diese Elemente in Dein Trainingsprogramm einbaust.
Die effektivsten Muskelaufbauübungen
Kreuzheben
Kreuzheben ist ohne Zweifel eine der besten Muskelaufbauübungen, die ein Trainierender in sein Trainingsprogramm mit aufnehmen kann. Wie viele Kraftsportler, die 300 Kilo beim Kreuzheben bewegen können, haben einen schmalen Rücken? Genau wie Kniebeugen sollte auch Kreuzheben idealerweise mit einer Langhantel ausgeführt werden.
Kniebeugen
Führe tiefe Kniebeugen aus und versuche noch tiefer zu gehen. Tiefe Kniebeugen stellen eine der härtesten Übungen dar, wenn es darum geht, sie wirklich zu meistern, aber sie sind für jedes Trainingsprogramm essentiell. Aufgrund von Unterschieden bezüglich der Hüftanatomie und der Knochenstruktur wird nicht jeder dazu in der Lage sein, mit dem Po bis zu den Knöcheln hinunter zu gehen, aber im Allgemeinen sollte jeder daran arbeiten, sowohl klassische Kniebeugen mit der Stange im Nacken, als auch Frontkniebeugen zu meistern.
Dips
Du solltest dazu in der Lage sein, Dein Körpergewicht durch den Raum gegen die Gravitation zu manipulieren. Wenn Du nicht dazu in der Lage bist einfache Übungen wie Liegestütze, Dips und Klimmzüge auszuführen, dann musst Du an Deiner relativen Kraft arbeiten. Nachdem dies gesagt wurde, möchte ich darauf hinweisen, dass Dips eine exzellente Muskelaufbauübung für Brust, Trizeps und Schulter darstellen, wenn eine progressive Überlastung aufrechterhalten wird.
Klimmzüge
Die Ausführung von Klimmzügen ist der einfachste Weg, die relative Kraft einer Person zu bestimmen. Wenn Du Bankdrücken mit Deinem Körpergewicht trainieren kannst, aber nicht mindestens 5 Klimmzüge ohne Zusatzgewicht schaffst, dann ist es an der Zeit, Deine Prioritäten neu zu bestimmen. Klimmzüge sind eine exzellente Masseaufbauübung für Latissimus, Bizeps und oberen Rücken und sollten vor Maschinen Versionen wie Latziehen wann immer möglich vorgezogen werden.
Bankdrücken
Bankdrücken ist genauso amerikanisch wie Apfelkuchen, Feuerwerk und Weißkopfseeadler. Wenn Du an einem Montag in ein Fitnessstudio gehst, dann kannst Du Dir ziemlich sicher sein, dass 85% der Männer im Gebäude Bankdrücken trainieren werden – und das mit gutem Grund. Variationen von Langhantel und Kurzhantel Bankdrücken oder Schrägbankdrücken stellen sehr effektive Masseaufbauübungen für Brust, Schultern und Trizeps dar.
Drücken über Kopf / Schulterdrücken
Jeder möchte gerne wissen, wie viel Du auf der Bank drückst, aber wann hat Dich zuletzt jemand danach gefragt, wie viel Du über Kopf drückst? Schulterdrücken ist ein exzellenter Indikator für Deine allgemeine Oberkörperkraft und ein ausgewogenes Trainingsprogramm. Die meisten erfahrenen Trainierenden sollten dazu in der Lage sein, ihr Körpergewicht über Kopf zu drücken.
Rudern
Bilaterale (Langhantel) und unilaterale (Kurzhanteln) Versionen des Ruderns sind beide sehr vorteilhaft, wenn es um die Entwicklung der Muskulatur des oberen Rückens geht, welcher bei den meisten Trainierenden relativ schwach ist. Auch an Maschinen ausgeführte Versionen können nützlich sein, da jede Form des Ruderns spezifische Vorteile mit sich bringt, aber Du wirst im Allgemeinen mehr von den Versionen mit freien Gewichten profitieren.
Deine Regeneration bestimmt darüber, wie hart Du trainieren kannst
Es wäre ein unverzeihlicher Fehler, nicht auf die wichtige Bedeutung der Regeneration einzugehen. Deine Regeneration außerhalb des Fitnessstudios wird über Deine Trainingsfrequenz, Deine Trainingsdauer und Deine Intensität entscheiden.
Du kannst Dich im Kraftraum nicht kontinuierlich maximal fordern und erwarten, dass Dein Körper auf täglicher Basis 100% Leistung erbringt. Wie ich bereits zu Beginn des Artikels gesagt habe, ist die zellulare Reparatur der Schlüssel für den Muskelaufbau – und nicht die Muskelbeschädigungen, die durch das Training hervorgerufen werden.
Wenn Du Bodybuilder oder Profisportler siehst, die mit einem enormen Volumen trainieren, dann solltest Du bedenken, dass hier spezifische Parameter im Spiel sind, die es diesen Sportlern erlauben extrem hart zu trainieren und sich außergewöhnlich gut und schnell vom Training zu erholen – und diese Parameter sind leistungssteigernde Substanzen.
Abgesehen von einem möglichen Steroidkonsum dreht sich ihr ganzer Lebensstil um ihr Training: sie essen, trainieren, essen, schlafen, ruhen, essen, schlafen und beginnen dann wieder von vorne. Externe Stressfaktoren werden begrenzt, um es ihnen zu erlauben, all ihre Zeit und ihre Energie auf ihr Training zu konzentrieren und ihren Körper oder ihre sportlichen Fähigkeiten zu verbessern.
Der durchschnittliche Trainierende sollte sich auf folgende 3 Punkte konzentrieren:
- Schlaf
- Stress
- Die Notwendigkeit zu ruhen
Schlaf
Schlaf ist zweifelsohne einer der am häufigsten vernachlässigten leistungssteigernden Faktoren. Ein ganzer wissenschaftlicher Forschungsbereich beschäftigt sich ausschließlich mit Schlaf und seinen Auswirkungen auf Körperkomposition und Muskelwachstum.
Die meisten Trainierenden sollten auf 8 Stunden Schlaf oder mehr pro Nacht abzielen. Es reicht aus zu sagen, dass Du dazu in der Lage sein solltest, jeden Tag natürlich zur selben Zeit aufzuwachen, ohne hierfür einen Wecker zu benötigen. Wenn dies nicht der Fall ist, dann musst Du Deine „Schlafhygiene“ und Deinen Tag-Nachtrhythmus verbessern.
Stress
Stress kann in bestimmten Situationen etwas Gutes sein, denn auch Training ist ein Stressfaktor, oder? Das ist natürlich wahr, aber wenn Du in Deinem Leben multiple Stressfaktoren hast, die mental und körperlich auf Dir lasten, dann wirst Du schnell die negativen Auswirkungen dieser Stressfaktoren auf Deine Gesundheit und Deine Leistungsfähigkeit spüren.
Verbring 5 bis 10 Minuten pro Tag in völliger Ruhe ohne soziale Medien oder elektronische Geräte. Du wirst überrascht sein, wie schwer dies sein kann, aber es ist wichtig, dass Du Abstand vom konstanten Stress durch Updates, Texten und unaufhörlichen Nachrichten bekommst. Umgebe Dich mit Menschen, die ähnliche Ziele haben und gewillt sind, Dich bei Deinen Bestrebungen zu unterstützen. Wenn Dich jemand kontinuierlich herunterzieht, wird sich dies negativ auf Deine Motivation und Deinen Trainingswillen auswirken.
Ruhe
Muskeln benötigen Zeit, um sich zu regenerieren. Du kannst nicht erwarten, dass Deine Brust- und Schultermuskeln volle Leistungen erbringen, wenn Du am Vortag 8 Sätze Bankdrücken trainiert hast.
Die meisten Muskeln können sich innerhalb von etwa 48 Stunden ausreichend erholen, weshalb es ein guter Anfang wäre, sie jeden zweiten Tag zu trainieren. Aus diesem Grund basieren die meisten Anfängerprogramme auf einem Schema aus einem Tag Training, gefolgt von einem Tag Pause.
Hiermit soll nicht gesagt werden, dass Du niemals Muskelgruppen an mehreren Tagen in Folge trainieren solltest, da es Programme gibt, die genau dies tun (z.B. Smolov, Sheiko, usw.) und Trainierende hervorragende Resultate mit diesen Programmen erzielen. 48 Stunden Pause stellen jedoch eine solide Faustregel dar.
Doch nicht nur das – Dein ganzer Körper benötigt Zeit, um sich an den Stimulus des Trainings anzupassen, weshalb Du nicht erwarten solltest, nach 6 Monaten Training im Fitnessstudio wie Arnold auszusehen.
Durch einen leichten Muskelkater hindurch zu trainieren ist in Ordnung, aber wenn Du kontinuierlich bis zu dem Punkt trainierst, an dem Du kaum noch laufen kannst, dann ist es an der Zeit zugunsten Deines Körpers einen Schritt zurück zu gehen.
Empfohlene Trainingsprogramme
Wenn Du gerade erst mit dem Training begonnen hast, dann solltest Du Dir einige der Optionen, die Du in diesem Blog oder auf anderen Sites im Internet findest ansehen und sie genauso ausführen wie sie dort beschrieben sind. Zu viele junge Trainierende wollen jede Trainingsvariable verändern, anstatt das Programm so auszuführen, wie es gedacht ist. Und nein, Du brauchst keinen vollen Trainingstag, an dem Du Dich ausschließlich auf Deine Arme konzentrierst, wenn Du es nicht einmal schaffst, einen einzigen Klimmzug auszuführen.
Auf alle möglichen unterschiedlichen Trainingsprogramme im Detail einzugehen, würde den Rahmen dieses bereits jetzt schon sehr langen Artikels bei weitem sprengen, weshalb Du Dir die Trainingsprogramme ansehen solltest, die Du in diesem Blog oder auf anderen Sites im Internet findest.
SCHRITT 4: SETZE DEINEN NEUEN PLAN IN DIE TAT UM
Wenn es darum geht, Deine Ziele zu erreichen, dann sollest Du Dich daran erinnern, dass nichts funktionieren wird, bis Du es in die Tat umsetzt. Du wirst Deine Ziele nicht dadurch erreichen, dass Du Dir wünschst oder hoffst, anders zu sein – also gehe ins Fitnessstudio und tue etwas. Niemand hat gesagt, dass es einfach sein würde, sie haben lediglich gesagt, dass es die Anstrengungen wert sein wird.
Finde Zeit zu trainieren
Die meisten Menschen haben einen 9 bis 5 Uhr Job, aber wenn Du Dich noch nicht im Berufsleben befindest, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass Du ein Schüler oder Student bist, der Kurse hat, die über den ganzen Tag verteilt sind und dass diese in Verbindung mit den zugehörigen Hausarbeiten einen großen Teil Deiner Zeit verschlingen werden.
Wahrscheinlich wirst Du entweder morgens oder abends trainieren müssen, um Dein Training in Deinen hektischen Tagesablauf integrieren zu können. Hier sind ein paar Dinge, die Du im Hinblick auf die möglichen Trainingszeiten in Betracht ziehen solltest:
Training am Morgen:
Verbessert Deine mentale Aufmerksamkeit und gibt den Ton für den Tag an
- Verhindert, dass Du später am Tag aus irgendwelchen Gründen auf Dein Training verzichtest
- Motiviert Dich, gesündere Nahrungsmittelentscheidungen zu treffen, da Du den Tag „auf dem richtigen Fuß“ begonnen hast
- Lehrt Dich Disziplin, da Du freiwillig früher als normalerweise aufstehen musst, um hart zu trainieren und Dich zu verbessern
- Gibt Dir mehr Zeit für Dein Sozialleben nach der Arbeit
- Gibt Dir etwas, worauf Du Dich zu Beginn eines jeden Tages freuen kannst
Training am Abend:
- Die körperliche Leistungsfähigkeit ist typischerweise später am Tag höher und erreicht am Nachmittag ihren Höhepunkt
- Bedeutet weniger Stress, da Du Dich nicht beeilen musst, pünktlich zur Arbeit zu kommen
- Erlaubt längere Trainingseinheiten mit längerem Aufwärmen und längeren Pausen zwischen den Sätzen, welche typischerweise mit stärkeren Verbesserungen auf kurze und lange Sicht korrelieren
- Ermöglicht einen weniger hektischen Morgen, da Du länger schlafen kannst, in Ruhe Dein Essen für den Tag zubereiten kannst, Deine Trainingssachen packen kannst und Dich adäquat auf den vor Dir liegenden Tag vorbereiten kannst.
- Erlaubt eine entspanntere Atmosphäre wodurch es Dir leichter fallen kann, andere um Rat zu fragen, oder Dich einfach mit den anderen Leuten im Fitnessstudio zu unterhalten, um nach einem harten Arbeitstag zu entspannen.
- Hilft vielen Menschen dabei herunterzukommen, bevor sie zu Bett gehen
Nahrungszubereitung
Die Ernährung ist die Krux Deines Erfolges. So lange Du Deine Ernährung nicht auf einen optimalen Stand gebracht hast, wirst Du Deine Ziele nicht erreichen – und zwar unabhängig davon, ob es Dir um einen Muskelaufbau oder einen Fettabbau geht.
Hierbei wird der größte Teil Deines Erfolges durch die Zubereitung Deiner Nahrung und einer konsistent guten Ernährung zustande kommen.
Natürlich wirst Du gelegentlich auch ein paar Mahlzeiten in Restaurants essen, da es immer soziale Aktivitäten wie Feiern oder Einladungen zum Essen gibt, die weder ignoriert noch vergessen werden sollten. Wenn Du jedoch Deine Mahlzeiten selbst zubereitest und kochst, dann wird es Dir sehr viel leichter fallen, einen gesunden Lebensstil aufrecht zu erhalten. Dieser Prozess beginnt nicht erst in Deiner Küche, sondern bereits zu dem Zeitpunkt, an dem Du den Supermarkt oder das Lebensmittelgeschäft Deiner Wahl betrittst.
Wenn Du nur gesunde Nahrungsmitteloptionen zu Hause hast, dann wird es sehr viel einfacher sein, primär vollwertige und nahrhafte Lebensmittel zu essen. Die Zubereitung und Vorbereitung der Nahrung für die Woche wird etwas Zeit bedürfen, aber am Ende wird dies Dein Leben besonders während hektischer Phasen sehr viel leichter machen.
Führe ein Trainingstagebuch
Es gibt nichts Wichtigeres, als Deine Fortschritte zu kontrollieren. Du wirst nie wissen, wie weit Du gekommen bist, wenn Du nicht zurück auf Deine Erfolge und Misserfolge schauen kannst.
Du musst nicht jeden einzelnen Aspekt Deines Weges dokumentieren, aber einige werden diesen Prozess mögen und auch durch die kleinen Dinge Befriedigung verspüren. Fotos und Körpermaße sind ein einfacher Weg, Deine Fortschritte objektiv zu messen, anstatt sich einfach nur auf subjektive Meinungen und das, was Du im Spiegel siehst, zu verlassen.
Wichtiger als alles andere ist jedoch, dass Du über Deine Ernährung und Dein Training Buch führst. Du solltest Dich bei jeder Trainingseinheit auf eine progressive Überlastung konzentrieren und Du solltest außerdem eine allgemeine Vorstellung davon haben, wie viele Kalorien Du zu Dir nimmst. Über die Abschätzung der Kalorienzufuhr habe ich oben bereits gesprochen. Stelle einfach sicher, dass Du Dich konsistent hieran hältst, so dass Du Anpassungen vornehmen kannst, wenn Deine Fortschritte stagnieren.
SCHRITT 5: BLEIBE MOTIVIERT
Es bis ins Fitnessstudio zu schaffen ist häufig der schwerste Teil des Tages. Sobald Du dort angekommen bist und mit Deinem Aufwärmtraining beginnst, werden die Dinge sehr viel leichter.
Bei einigen Trainierenden scheint die Motivation jedoch mit jedem weiteren Tag abzunehmen, da sie mit zu wenig Schlaf zu kämpfen haben, Trainingseinheiten ausfallen lassen oder ihre Ernährung schleifen lassen, wenn sie Stress haben. Inmitten dieser auf soziale Medien fokussierten Welt kann es schwer sein, Motivation zum Trainieren zu finden, wenn so viele Selfies mit freiem Oberkörper gepostet werden, um die Fortschritte bestimmter Individuen zu zeigen.
Wir müssen uns daran erinnern, dass psychologische Faktoren bei der Motivation und den Bemühungen trotz des Einflusses externer Faktoren bei der Sache zu bleiben, eine sehr große Rolle spielen.
Wenn es um Deine Ziele geht, dann werden Individuen mit einer hohen spezifischen Motivation häufig ihre Ziele erreichen und erfolgreich bleiben, da sie durch die Aktivität selbst motiviert werden, anstatt hierfür eine Bestätigung durch andere zu benötigen.
5 Regeln von erfolgreichen Trainierenden
1. Wissen
Wenn es um den Aufbau des bestmöglichen Körpers geht, dann musst Du gewillt sein, zu experimentieren und von Deinem Körper zu lernen. Niemand wird Dir sagen können, welches die effektivste Ernährungsstrategie und welches der effektivste Trainingssplit für Deinen individuellen Genotyp ist. Doch nicht nur das – andere Menschen kennen Deine persönlichen Präferenzen, Deine Vorgeschichte in Bezug auf Verletzungen, deine Asymmetrien, Deinen Erfahrungslevel und Deine augenblickliche Arbeitskapazität nicht.
2. Vorbereitung
Wenn Du Ziele bezüglich Deiner Körperentwicklung hast, dann musst Du Deine Ernährung überwachen. Es wird etwas Arbeit bedürfen, ein paar gesunde Mahlzeiten vorzubereiten und sicherzustellen, dass Du genügend Kalorien bekommst. Doch nicht nur das, Du musst auch Dein Training auf diese Art und Weise angehen. Wenn Du Deine Trainingstasche nicht mit dem notwendigen Equipment gefüllt hast, dann wirst Du Zeit damit verschwenden, nach Deinem Gewichthebergürtel oder Handgelenksbandagen zu suchen, die Du bereits eingepackt haben solltest.
3. Harte Arbeit
Ich werde ein Geheimnis mit Dir teilen, das die Art und Weise, auf die Du Training und Ernährung siehst, verändern wird: es gibt kein Geheimnis, das Deine Muskelzuwächse verdreifachen wird. Der Aufbau von Muskeln bedarf Zeit, Kalorien und einer progressiven Überlastung und Du wirst um diese Dinge nicht herum kommen, falls Du Dich dafür entscheidest, für die Dauer Deiner Trainingskarriere natural zu bleiben.
4. Hingabe
Hast Du Dich je gefragt, warum die meisten Freizeitsportler niemals ihre Fitnessziele erreichen? Hingabe und Konsistenz in Fitnessstudio und Küche bedürfen Zeit und Anstrengung – zwei Dinge, die viele nicht aufbringen, wenn es darum geht, ihren Körper zu verbessern oder ein Kraftplateau zu durchbrechen.
5. Progression
Über den gesamten Verlauf Deiner Trainingskarriere solltest Du konsistent sowohl mental, als auch körperlich nach Fortschritten streben. Anfänglich wirst Du vielleicht unablässig auf Ernährung und Training fokussiert sein, aber wenn Du sowohl mental, als auch in Bezug auf Deine Muskelentwicklung reifer wirst, solltest Du Dich auch auf das Gleichgewicht zwischen Training und dem Rest Deines Lebens konzentrieren. Es geht nie um eine „alles oder nichts“ Grundeinstellung. Bei allen Aspekten des Lebens ist das richtige Gleichgewicht entscheidend, doch dies bedarf seiner Zeit und kommt im Lauf der Zeit mit zunehmenden Fortschritten zustande.
“Woher weiß ich, dass ich Fortschritte erziele?”
Wie ich bereits weiter oben in der Ernährungssektion erwähnt habe, besteht der einfachste Weg, Deine Fortschritte objektiv zu messen darin, dass Du ganz einfach sicherstellst, dass Du die für Deinen Erfahrungslevel empfohlene Menge an Gewicht aufbaust. Darüber hinaus kannst Du außerdem die Maße für jeden der folgenden Körperteile mit einem Maßband messen:
- Unterarm
- Bizeps
- Hals
- Schultern
- Brust (messe unter den Armen auf Höhe der Brustwarzen oder geringfügig höher)
- Fällt für Frauen weg
- Taille (auf Höhe des Bauchnabels)
- Hüfte (am dicksten Punkt des Gluteus)
- Oberschenkel (In der Mitte zwischen Hüfte und Knie)
- Waden (am dicksten Punkt des Muskelbauches)
TIPPS & TRICKS
- Stelle sicher, dass Du bei Deinen Messungen konsistent bist (d.h. achte darauf, immer an derselben Stelle zu messen und auf den Zustand des Muskels: angespannt vs. entspannt)
- Ziehe das Maßband nicht übermäßig stramm an. Es sollte eng anliegen.
- Schreibe alle Maße auf und beobachte die Veränderungen der Werte im Lauf der Zeit, um einen Überblick über Deine Fortschritte zu bekommen.
- Miss nicht nach dem Training, da anstrengende körperliche Tätigkeiten eine stärkere Durchblutung der trainierten Muskeln hervorrufen können (alias Pump), wodurch die Muskeln größer als normal erscheinen können.
- Miss beide Seiten des Körpers, um mögliche Asymmetrien feststellen zu können und daran arbeiten zu können, diese Defizite auszugleichen.
Du kannst auch Deinen Körperfettanteil unter Verwendung eines Calipers messen, um zu sehen, ob Du Dein Verhältnis von fettfreier Körpermasse zu Fettmasse verbesserst, aber beachte, dass Messungen mit einem Caliper sehr schwer zu duplizieren sind und häufig verfälscht werden, wenn Du diese an Dir selbst durchführst, da du beim Ablesen der Ergebnisse aufgrund Deiner Erwartungen unter Umständen nicht objektiv sein wirst.
Aus diesen Gründen bist Du besser damit beraten, einen Experten diese Caliper Messungen durchführen zu lassen oder ganz einfach bei den Messungen mit dem Maßband in Kombination mit Waage und Spiegel zu bleiben, um Deine Fortschritte abzuschätzen.
Erinnere Dich daran, dass es hier um Fortschritte und nicht um Perfektion geht.
Die 11 wichtigsten Muskelaufbautipps:
Muskelaufbau ist nicht kompliziert. Stelle einfach sicher, dass Du Dich an diese 11 wichtigen Tipps erinnerst:
- Nichts wird geschehen, so lange Du Deine Ernährung nicht auf die Reihe gebracht hast.
- Konzentriere Dich auf eine progressive Überlastung mit entweder mehr Gewicht, mehr Wiederholungen oder mehr Sätzen.
- Bleibe bei Mehrgelenksübungen.
- Missbrauche die Trainingsfrequenz nicht (zumindest nicht zu Beginn) – mehr ist nicht immer besser.
- Minimiere Stress und maximiere Deine Regeneration.
- Schlafe so viel wie möglich und halte regelmäßig ein Nickerchen.
- Bleibe bei vollwertigen Nahrungsmitteln, aber fürchte Dich nicht davor, ein paar verarbeitete Nahrungsmittel (10 bis 15% Deiner Kalorien) in Deine Ernährung einzubauen, wenn Du wenig Appetit hast und kontinuierlich Gewicht verlierst.
- Iss etwa 250 bis 500 kcal mehr als Du verbrauchst.
- Betone Protein bei jeder Mahlzeit und iss etwa 2 bis 2,2 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht.
- Versuche pro Woche 0,5 bis 0,75 Pfund (Fortgeschrittene) oder 0,75 bis 1 Pfund (Anfänger) Körpergewicht pro Woche aufzubauen.
- Passe Deine Kalorienzufuhr gemäß Deiner wöchentlichen Gewichtszunahme oder Abnahme nach oben oder unten an.
Häufig gestellte Fragen
F: Wie viel muss ich essen?
A: Beginne mit den obigen Berechnungen, aber habe keine Angst davor, die Werte nach oben oder unten anzupassen. Dein Stoffwechsel und Deine Physiologie werden sich an mehr Nahrung anpassen, indem sie versuchen einen Zustand der Homöostase aufrecht zu erhalten und Dein Körpergewicht zu regulieren. Einige werden ihre Kalorienzufuhr stärker als andere erhöhen müssen, aber die Zahl auf der Waage lügt nicht. Wenn das Gewicht nicht steigt, dann wirst Du wahrscheinlich Deine Kalorienzufuhr erhöhen müssen.
F: Wie viel Protein brauche ich?
A: Die wissenschaftliche Fachliteratur unterstützt etwa 2 bis 2,2 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht bei jungen Erwachsenen. Kannst Du mehr essen? So lange Du gesunde, funktionierende Nieren hast, lautet die Antwort „Ja“. Wirst Du zusätzliche physiologische Vorzüge hierdurch erzielen? Mit größter Wahrscheinlichkeit nicht. Und nicht nur das. Da unsere Gesamtkalorienmenge vorbestimmt ist, müssen wir, wenn wir mehr Protein konsumieren, entweder die Menge an Kohlenhydraten oder die Menge an Fett reduzieren, um unsere Kalorienzufuhr im festgelegten Bereich zu halten.
Sobald Du Deinen Proteinbedarf gedeckt hast (~ 2 bis 2,2 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht), wirst Du unter Berücksichtigung des Einflusses, den Kohlenhydrate auf den Anabolismus und den anaeroben Energiepfadweg besitzen, größere Vorzüge durch eine höhere Kohlenhydratzufuhr erreichen. Wie ich jedoch oben bereits angemerkt habe, werden diese Empfehlungen bei älteren Trainierenden aufgrund der reduzierten anabolen Reaktion auf den Verzehr von Aminosäuren abweichen.
F: Welche Supplements brauche ich?
A: Rein technisch gesehen überhaupt keine. Eine bessere Frage wäre „Welche Supplements sind nützlich?“. In diesem Fall würde ich auf den Abschnitt zur grundlegenden Supplementation unter SCHRITT 2 oben verweisen.
F: Wie viel Gewicht sollte ich verwenden?
A: Verwende ein Gewicht, das fordernd ist, es Dir aber trotzdem erlaubt, die gewünschte Anzahl an Wiederholungen kontrolliert und mit korrekter Technik auszuführen.
F: Wann erhöhe ich das Gewicht?
A: Sobald Du die gewünschte Anzahl an Wiederholungen ausführen kannst, solltest Du das Gewicht erhöhen. Wenn Du einen vorgegebenen Wiederholungsbereich hast, dann ziele auf das untere Ende dieses Bereichs ab, wenn sich das Gewicht schwer anfühlt. Wenn es sich leicht anfühlt, dann ziele auf das obere Ende ab. Sobald Du es schaffst, das obere Ende des Wiederholungsbereichs zu erreichen, erhöhst Du das Gewicht erneut und wiederholst den Prozess.
F: Wie minimiere ich einen Fettaufbau während des Masseaufbaus?
A: Als erstes musst Du erkennen, dass es wenn Du Gewicht zunimmst, nahezu unmöglich ist (von Steroiden einmal angesehen), ausschließlich Muskeln ohne den begleitenden Aufbau von etwas Körperfett aufzubauen. Du kannst jedoch das Verhältnis von fettfreier Körpermasse zu Fettmasse verbessern, indem Du sicherstellst, dass Dein Kalorienkonsum nicht zu aggressiv ist (z.B. 1000+ kcal oberhalb Deines Kalorienverbrauchs).
Zusätzlich hierzu sollte es selbstverständlich sein, dass Du hart trainieren und Dich auf eine progressive Überlastung konzentrieren musst, um sicherzustellen, dass die Kalorien, die Du zu Dir nimmst, tatsächlich für ein Muskelwachstum verwendet werden. Du solltest auch Dein Cardiotraining nicht vernachlässigen. Sowohl HIIT, als auch Cardiotraining mit gleichbleibender, niedrigerer Intensität spielen bei einer Erhöhung der Dichte der Mitochondrien, einem Gleichgewicht der Neurotransmitter, einer Verbesserung der oxidativen Kapazität und einer Beeinflussung der neuronalen Plastizität eine Rolle.
F: Muss ich Cardiotraining ausführen?
A: Ja, wie ich bei der Antwort auf die letzte Frage bereits erwähnt hatte, wäre es ideal ein paar Optionen mit hoher und niedriger Intensität mit in Dein Trainingsprogramm aufzunehmen, da beide ihre eigenen physiologischen Vorzüge besitzen.
F: Spielen die Makronährstoffe eine Rolle?
A: Um es kurz und bündig zu sagen, “ja”. Sobald Du Dich für eine Kalorienmenge entschieden hast, ist die Makronährstoffzusammensetzung Deiner Ernährung die nächste wichtige Variable. Wenn Du Dich z.B. nachdem Du die Kalorienmenge festgelegt hast dafür entscheiden würdest, nur 50 Gramm Protein, kein Fett und den Rest der Kalorien in Form von Kohlenhydraten zu konsumieren, dann würde dies beim Aufbau fettfreier Körpermasse definitiv eine Rolle spielen.
F: Spielt das Mahlzeitentiming eine Rolle?
A: Am Ende des Tages ist die wichtigste Variable im Hinblick auf eine Gewichtszunahme oder einen Gewichtsabbau die konsumierte Kalorienmenge. Die Mahlzeitenfrequenz und das Timing rund um Deine körperlichen Aktivitäten können jedoch sehr wohl Deine Trainingsintensität und Deine Trainingsdauer beeinflussen und somit potentiell weitere Verbesserungen der Körperkomposition erlauben.
Erinnere Dich daran, dass ein Muskelwachstum kein pulsierender Prozess ist. Es steigt nicht akut an und fällt dann wieder auf den Ausgangswert ab. Wenn also keine Aminosäuren im Blutkreislauf zirkulieren, dann müssen sie durch einen Abbau von Muskelgewebe bereitgestellt werden, da die Muskeln die konzentrierteste Quelle für Aminosäuren im Körper darstellen.
Nachdem dies gesagt wurde, wäre es wahrscheinlich eine gute Idee abhängig von Deinem Tagesablauf und Deinen Präferenzen zwischen 3 und 6 Mahlzeiten über den Tag verteilt zu essen. Idealerweise solltest Du den Anabolismus alle 3 bis 5 Stunden durch Nahrung anregen.
F: Gibt es ein Zeitfenster nach dem Training?
A: Wenn Dein Ziel darin besteht, die größtmögliche Menge an Muskelmasse aufzubauen, dann könnte es vielleicht von Vorteil sein, Nährstoffe innerhalb eines Zeitfensters von 30 bis 60 Minuten nach dem Training zu essen. Muss dies ein Proteinshake sein? Nein, aber idealerweise sollte es eine fettärmere Mahlzeit sein, um die Verdauungsgeschwindigkeit der Nährstoffe im Verdauungstrakt zu beschleunigen.
Wenn Du jedoch gerade erst vor dem Training eine Mahlzeit mit gemischten Makronährstoffen gegessen hast, dann solltest Du im Hinterkopf behalten, dass diese Mahlzeit immer noch verdaut wird, weshalb es nicht notwendig ist, dass Du nach Deinem letzten Trainingssatz die Gewichte fallen lässt und so schnell wie möglich zu Deinen Spind rennst, um einen Proteinshake hinunter zu stürzen.
F: Wie häufig sollte ich trainieren?
A: Abhängig von Deinem Erfahrungslevel, Deinen Präferenzen, Deiner Regenerationskapazität und der verfügbaren Zeit, wirst Du wahrscheinlich herausfinden, dass 3 bis 5 Trainingseinheiten mit Gewichten pro Woche den optimalen Bereich darstellen. Wenn Du gerade erst mit dem Training mit Gewichten begonnen hast, dann solltest Du bei 3 Trainingstagen pro Woche bleiben und Dich langsam hocharbeiten.
Anfänger und leicht Fortgeschrittene können mit 4 Tagen pro Woche in Form eines Splitprogramms wie einem Unterkörper/Oberkörper Split zurecht kommen und weiter Fortgeschrittene Trainierende könnten abhängig vom verwendeten Trainingsprogramm und den verwendeten Regenerations- und Ernährungsstrategien dazu in der Lage sein, mit 5 Trainingseinheiten pro Woche zurecht zu kommen.
F: Muss ich mich ausruhen?
A: Es gilt das, was ich bereits ganz am Anfang gesagt habe: “…der Schlüssel zum Muskelaufbau ist die zellulare Reparatur und nicht die Muskelbeschädigungen. Das Ziel des Trainings besteht darin, die Proteinsynthese anzuregen und nicht, die trainierte Muskelgruppe vollständig zu vernichten.“
F: Ich bin niemals hungrig, aber ich muss mehr essen – aber wie?
A: Iss häufiger, trinke während des Essens weniger (da Flüssigkeit mit Deiner Nahrung um Platz im Magen konkurriert), iss von größeren Tellern und aus größeren Schüsseln, gib Limetten- oder Zitronensaft zu Deinem Wasser, das Du während den Mahlzeiten trinkst, hinzu (dies kann dabei helfen, die Produktion von Magensäure, die die Nahrung abbaut, zu erhöhen) und konsumiere mehr Kalorien in flüssiger Form (insbesondere rund um Dein Training, wenn Dein Appetit den Rest des Tages über leidet).
F: Solltest Du trainieren, wenn Du krank bist?
A: Lasse Dich von den Symptomen leiten. Leichte Halsschmerzen oder eine laufende Nase können es notwendig machen, dass Du ein bis zwei Tage lang etwas langsamer machst, aber es ist nicht notwendig, dass Du Dir Bettruhe verordnest und das Schlimmste annimmst. Du sollest jedoch bedenken, dass längeres intensives Training Deine Immunfunktion reduzieren und anfälliger für bakterielle oder virale Krankheiten machen kann, weshalb es wichtig ist, dass Du auf Deinen Körper hörst und entsprechend reagierst.
F: Muss ich Kniebeugen und Kreuzheben trainieren?
A: Ja, Kniebeugen und so genannte Scharnierübungen wie Kreuzheben sind für das Muskelwachstum essentiell.
F: Muss ich konventionelle Kniebeugen mit der Stange im Nacken und konventionelles Kreuzheben ausführen?
A: Nein. Du solltest sicherstellen, dass die motorischen Schemata von Kniebeugen und Kreuzheben betont werden, aber Du solltest andere Variationen (Frontkniebeugen, Sumo Kreuzheben, Safety Bar Kniebeugen, rumänisches Kreuzheben) erst dann mit in Dein Trainingsprogramm aufnehmen, wenn Du die Technik bei diesen weiter fortgeschrittenen Übungen meistern kannst.

Möchtest Du mit einer alarmierenden Rate Kraft aufbauen? Hast Du einen relativ uneingeschränkten Zeitplan und möchtest Du sehen, wie Du aussehen würdest, wenn Du bis an Deine Grenzen gehst? Möchtest Du, dass Freunde, die Dich eine Zeit lang nicht gesehen haben, auf Deinen Körper starren und fragen „Ey Mann, was zum Teufel hast Du gemacht?“
Nun, wenn das zutrifft, dann ist dies ein Artikel für Dich.
Abhängig von der Zeit des Jahres erhöhen Trainer von Sportteams normalerweise über einen begrenzten Zeitraum das Trainingsvolumen, indem sie zwei Trainingseinheiten pro Tag als Teil einer Ladephase oder rapiden Konditionierungsphase mit in den Trainingsplan aufnehmen. Denke an all die hochklassigen Wettkampfsportler wie olympische Gewichtheber, Schwimmer, Footballspieler oder Leichtathleten – sie alle trainieren zweimal täglich.
Wenn es jedoch um Krafttraining und Bodybuilding geht, dann besteht die vorherrschende Meinung darin, dass man den Muskeln zwischen den Trainingseinheiten ausreichend Zeit für die Regeneration gönnen muss, wobei viele sogar sagen, dass derselbe Muskel nur einmal innerhalb von 48 Stunden trainiert werden kann.
Tatsache ist jedoch, dass wir weder Anfänger noch Weicheier sind.
Wir wissen, was wir im Fitnessstudio tun und unser Ziel besteht darin, so muskulös wie möglich zu werden, weshalb wir einen weniger konservativen Ansatz wählen können. Einige werden diesen vielleicht sogar als irrsinnig ansehen.
Aber lass sie dürr und durchschnittlich bleiben. Wenn Dein Ziel darin besteht, groß und stark zu werden, dann ist ein zweimal tägliches Training genau die richtige Medizin für Dich. Das Ganze funktioniert folgendermaßen.
Die Ware
Ein zweimal tägliches Training kann dir dabei helfen frustrierende Plateaus und Wachstumsbarrieren zu durchbrechen und Dir jedes Mal, wenn Du ans Eisen gehst, intensivere Trainingseinheiten erlauben.
Zum einen machen es Dir die kürzeren Trainingseinheiten leichter, dich auf die Trainingsqualität zu konzentrieren und das Meiste aus jedem Satz und jeder Wiederholung herauszuholen. Die Fähigkeit, Dich neu zu fokussieren und Dich zwischen den Trainingseinheiten zu erholen, wird Dir dabei helfen, jede Trainingseinheit mit Eifer anzugehen, anstatt während einer lange andauernden, einmal täglichen Trainingseinheit immer stärker zu erschöpfen.
Wenn Du definierst oder versuchst schlanker zu werden, dann ist ein zweimal tägliches Training (in Verbindung mit einer sauberen Ernährung) als ob Du Benzin in ein Feuer gießt. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass das Aufteilen einer 30 Minuten langen intensiven Cardiotrainingseinheit in zwei 15 Minuten Trainingseinheiten, die in einem zeitlichen Abstand von etwa 6 Stunden ausgeführt werden, mehr Kalorien verbrennt, als sich am Stück durch die 30 Minuten zu quälen (Almuzaini et al., 1998).
Wissenschaftler führen dies auf eine Erhöhung des EPOC (excess post-Exercise Oxygen Consumption, auf Deutsch in etwa erhöhter Sauerstoffverbrauch nach dem Training) zurück – und dies konnte bei Radfahren mit moderater Intensität beobachtet werden! Stell Dir die potentielle Erhöhung des EPOC vor, wenn Du zwei hochintensive Trainingseinheiten mit Gewichten ausführst!
Hier sind die wichtigsten Trainingsparameter, wenn es darum geht, Dein Muskelaufbaupotential zu maximieren (Schoenfeld, 2010):
- Mechanische Spannung: externe Kräfte, die durch die Gewichte auf die Muskeln wirken und in einer Muskelkontraktion resultieren.
- Stoffwechseltechnischer Stress: die Akkumulation stoffwechseltechnischer Nebenprodukte während und nach dem Widerstandstraining, die als Stoffwechselprodukte bezeichnet werden (Laktat, Wasserstoffionen und anorganische Phosphate), welche indirekt Zell- und Muskelschwellungen vermitteln.
- Muskelbeschädigungen: dies bezieht sich auf die Mikrorisse, die durch das Bewegen von Gewichten zustande kommen und die für gewöhnlich von einem verzögert einsetzenden Muskelkater begleitet werden.
Die Regeln
- Trainiere bei den Trainingseinheiten am Morgen und Abend jeweils dieselben Muskelgruppen. Du wirst vielleicht mit Trainingsprogrammen, die zwei Trainingseinheiten pro Tag umfassen, vertraut sein, bei denen bei jeder Trainingseinheit andere Muskelgruppen trainiert werden. Für Hypertrophiezwecke ist es jedoch effektiver morgens und abends dieselben Muskeln zu belasten.
- Zwischen den beiden täglichen Trainingseinheiten sollten 6 bis 8 Stunden liegen und Du solltest außerdem darauf achten, dass Du Deine tägliche Makronährstoffzufuhr einhältst. Eine schlechte Ernährung wird direkt Deine Fähigkeiten behindern, auf dem Level zu trainieren, das für dieses Programm nötig ist. Dies ist nicht der richtige Zeitpunkt, um die neuste Fastendiät auszuprobieren. Wenn Du dies tust, dann kannst Du Deiner Regeneration und Deinen potentiellen Fortschritten auf wiedersehen sagen. Verinnerliche hypertrophiefreundliche Ernährungsgewohnheiten inklusive einer geeigneten Ernährung rund um Dein Training und mache Dich bereit zu wachsen.
- Führe dieses Programm für die Dauer eines vier Wochen Blocks aus.
- Erhöhe das Gewicht auf der Stange progressiv bei jeder Trainingseinheit, während Du alle anderen Trainingsparameter konstant hältst.
- Stelle sicher, dass Du bei den Pausenintervallen streng bist und befolge die Uhr. Es dreht sich alles darum, trainieren zu gehen, alles zu geben und die Uhr zu befolgen. Während des Trainings herumzusitzen und Deinen Facebook Status zu aktualisieren, wird nicht hilfreich sein.
- Lasse es während der fünften Woche ruhig angehen. Dies wird es Deinem Körper erlauben, sich zu erholen, sich wiederaufzubauen und sich auf einem Level zu regenerieren, das höher als vor Beginn des Programms ausfällt, was für gewöhnlich auch als Superkompensation bezeichnet wird. (Zatsiorsky & Kraemer, 2006).
Die morgendlichen Trainingseinheiten
Dich auf Mehrgelenksübungen zu konzentrieren, wird dazu dienen, Dein Nervensystem anzukurbeln. Dies wird außerdem Co-Kontraktionen anderer synergistischer Muskeln umfassen, um dabei zu helfen, ein strukturelles Gleichgewicht zu fördern und das potentielle Verletzungsrisiko zu reduzieren.
Verwende bei diesen morgendlichen Trainingseinheiten ein kontrolliertes Tempo mit erhöhter Zeit unter Spannung – ein 3122 Tempo ist ideal.
Das Tempo gibt die Wiederholungskadenz an, bei der die Stange über einen Zeitraum von 3 Sekunden abgesenkt wird, worauf eine Pause von einer Sekunde Dauer am tiefsten Punkt folgt, wonach das Gewicht während einer 2 Sekunden andauernden konzentrischen Phase nach oben bewegt wird und in einer 2 Sekunden andauernden Kontraktion am höchsten Punkt der Bewegung endet.
Vermeide während dieser Trainingseinheit ein Training bis zum Muskelversagen, da Du noch ein paar Reserven für Deine zweite Trainingseinheit später am Tag benötigst. Am Ende Deiner Trainingseinheit, die nicht länger als eine halbe Stunde dauern sollte, solltest Du Dich aufgepumpt und angeregt – und nicht erschöpft – fühlen. Wenn Du nach dieser Trainingseinheit völlig am Ende bist, musst Du bei der nächsten morgendlichen Trainingseinheit den Fuß etwas vom Gas nehmen.
Die abendlichen Trainingseinheiten
Dies ist der Zeitpunkt, an dem das Bodybuilding inspirierte Zeugs ins Spiel kommt. Isolationsübungen spielen eine größere Rolle, auch wenn weiterhin dieselben Regeln gelten – langsames Tempo und 2 Sekunden andauernde Kontraktionen am höchsten Punkt jeder Bewegung.
Hier ist der Kick. Erinnerst Du Dich daran, dass Du bei der ersten Trainingseinheit nicht bis zum Muskelversagen trainiert hast? Nun, jetzt kannst Du alles geben.
Verwandle den letzten Satz einer jeden Übung in einen absteigenden Satz. Reduziere nach Erreichen des Muskelversagens das Gewicht um 20% und setze den Satz fort. Wiederhole dies bis zur völligen Erschöpfung. Dies wird Pump, Muskelbeschädigungen und stoffwechseltechnischen Stress maximieren.
Doch auch diese Trainingseinheit sollte nicht länger als 30 Minuten andauern.
Das Programm
| SO | MO | DI | MI | Di | FR | SA | |
| Morgen | Pause | Beine | Brust, Trizeps | Pause | Rücken, Bizeps | Schultern, Bauch | Pause |
| Abend | Pause | Beine | Brust, Trizeps | Pause | Rücken, Bizeps | Schultern, Bauch | Pause |
Beine
Morgen
| Übung | Sätze | Tempo | Pause | ||
| A | Kniebeugen | 4 | 6-8 | 3122 | 90-120 Sek. |
| B | Beinpresse | 4 | 8-10 | 3122 | 90 Sek. |
| C | Rumänisches Kreuzheben | 4 | 8-10 | 3122 | 90 Sek. |
Abend
| Übung | Sätze | Tempo | Pause | ||
| A | Glute-Ham Raise | 3 | 12-15 | 4132 | 60 Sek. |
| B | Beinstrecken | 3 | 12-15 | 4132 | 60 Sek. |
| C | Hip Thrust | 2 | 20 | 4132 | 60 Sek. |
| D | Wadenheben sitzend | 2 | 20 | 4132 | 60 Sek. |
Brust & Trizeps
Morgen
| Übung | Sätze | Tempo | Pause | ||
| A | Langhantel Bankdrücken | 4 | 6-8 | 3122 | 90-120 Sek. |
| B | Kurzhantel Schrägbankdrücken | 4 | 8-10 | 3122 | 90 Sek. |
| C | Dips mit Zusatzgewicht | 4 | 8-10 | 3122 | 90 Sek. |
Abend
| Übung | Sätze | Tempo | Pause | ||
| A | Fliegende Bewegungen am Kabelzug | 3 | 12-15 | 4132 | 60 Sek. |
| B | Butterflys | 3 | 12-15 | 4132 | 60 Sek. |
| C | Kurzhantel Trizepsdrücken auf der reversen Schrägbank | 2 | 20 | 4132 | 60 Sek. |
| D | Kurzhantel Trizepsdrücken über Kopf | 2 | 20 | 4132 | 60 Sek. |
Rücken & Bizeps
Morgen
| Übung | Sätze | Tempo | Pause | ||
| A | Klimmzüge mit Zusatzgewicht | 4 | 6-8 | 3122 | 90-120 Sek. |
| B | Rudern mit unterstützter Brust | 4 | 8-10 | 3122 | 90 Sek. |
| C | Latziehen | 4 | 8-10 | 3122 | 90 Sek. |
Abend
| Übung | Sätze | Tempo | Pause | ||
| A | Press Down mit gestreckten Armen | 3 | 12-15 | 4132 | 60 Sek. |
| B | Überzüge am Kabel auf der reversen Schrägbank | 3 | 12-15 | 4132 | 60 Sek. |
| C | Schrägbankcurls | 2 | 20 | 4132 | 60 Sek. |
| D | Scottcurls mit der SZ Stange | 2 | 20 | 4132 | 60 Sek. |
Schultern und Bauch
Morgen
| Übung | Sätze | Tempo | Pause | ||
| A | Schulterdrücken stehend | 4 | 6-8 | 3122 | 90-120 Sek. |
| B | Arnold Presses | 4 | 8-10 | 3122 | 90 Sek. |
| C | Kurzhantel Schulterheben | 4 | 8-10 | 3122 | 90 Sek. |
Abend
| Übung | Sätze | Tempo | Pause | ||
| A | Face Pulls | 3 | 12-15 | 4132 | 60 Sek. |
| B | Lean-Away Seitheben | 3 | 12-15 | 4132 | 60 Sek. |
| C | Externe Rotation auf der Seite liegend | 2 | 20 | 4132 | 60 Sek. |
| D1 | Reverse Crunches | 2 | 20 | kontrolliert | 60 Sek. |
| D2 | Farmers Carry | 2 | 20 | N/A | 60 Sek. |
Was kannst Du erwarten?
Das kumulative Volumen dieses Programms übersteigt das Volumen der meisten Programme, was zur Folge haben kann, dass der Körper während der ersten Woche eine Art Schockreaktion zeigen kann. Aber erinnere Dich daran, dass dies kein Kraftprogramm, sondern ein Programm für den Masseaufbau ist.
Wenn Du auf eine Erhöhung der Kraft bei Kniebeugen, Drücken und Kreuzheben aus bist, dann verwende lieber ein anderes Programm. Dieses Programm ist dazu gedacht, Deine Muskeln größer zu machen – und das ist alles.
Konzentriere Dich darauf, den Muskel durch eine genaue Befolgung der Temporichtlinien und der Spannungstechniken zu stimulieren. Masseprogramme wie dieses zielen auf eine gesteigerte sarkoplasmatische Hypertrophie ab und genau wie Mikrotraumata eine Rolle spielen, sind auch der Pump und die Zeit unter Spannung genauso wichtig, wenn nicht sogar wichtiger.
Stelle sicher, dass Du Dich auf beide Trainingseinheiten eines Tages mental vorbereitest. Es bedarf einer Menge an Fokus, die Sätze durchzuführen, während Du bis zur letzten Wiederholung dasselbe Tempo einhältst. Bleibe diszipliniert – dies wird Dir zu Resultaten verhelfen, mit denen Du mit Sicherheit zufrieden sein wirst.
Zusammenfassung
Es ist eine einfache Gleichung – trainiere häufiger und Du wirst bessere Resultate erzielen. Schneide Dir von großen Sportlern wie Michael Phelps, LeDainian Tomlinson und Michael Jordan eine Scheibe ab, die diese Methode zu ihrem sportlichen Vorteil verwendet haben und wende dieselbe Mentalität auf Dein Bodybuildingprogramm an.
Dies kann den Unterschied zwischen erstaunlichen Zuwächsen und der verhassten Frage „Trainierst Du überhaupt?“ ausmachen.
Referenzen
- Almuzaini, K.S., Potteiger, J.A., & Green, S.B. (1998). Effects of split exercise sessions on excess post-exercise oxygen consumption and resting metabolic rate. Can J Appl Physiol, 23(5), 433-443.
- Schoenfeld, B.J. (2010). The mechanisms of muscle hypertrophy and their application to resistance training. J Strength Cond Res 24(10), 2857-2872.
- Thibaudeau, C. (2006). The black book of training secrets. Enhanced Edition. F.Lepine Publishing.
- Zatsiorsky, V. & Kraemer, W. (2006). Science and practice of strength training, Second Edition. Human Kinetics.
Von Jon-Erik Kawamoto, Lee Boyce | 05/19/13
Quelle: https://www.t-nation.com/training/2-a-day-training-for-radical-gains

Fragliche Praktiken
Auch wenn sowohl Männer, als auch Frauen im Fitnessstudio vorhersehbare Fehler machen, sind einige der aktuellen Trends im Bereich des weiblichen Figurtrainings besonders fragwürdig. Als erstes wird man sich fragen, wer einige der dümmlichen Dinge, die man Frauen im Fitnessstudio mache sieht, verwendet – wie z.B. Trainingseinheiten, die ausschließlich aus Sprüngen und pseudo-polymetrischen Übungen bestehen.
Wie wäre es mit Trainingseinheiten, die nichts außer Trizeps Kickbacks umfassen, Übungen, die sich stark auf die Balance konzentrieren (wie Kurzhanteldrücken auf einem BOSU Balancetrainer stehend) und Multi-Tasking Übungen wie Ausfallschritte mit leichten Kurzhanteln, die Du bei jedem Ausfallschritt über dem Kopf nach oben drückst?
Zeitverschwendende Trainingseinheiten
Männer werden sich mit einer sehr viel größeren Wahrscheinlichkeit auf bewährte Grundübungen verlassen, die seit Jahrzehnten erfolgreich von Athleten für den Aufbau ihrer Körper verwendet werden – Kniebeugen, Druckübungen aller Art, Klimmzüge, Dips, Rudern, Kreuzheben und natürlich auch direktes Training für Arme, Bauchmuskeln und Waden.
Viele Frauen konzentrieren sich hingegen hauptsächlich auf Übungen, die so hohe Anforderungen an die sportlichen Fähigkeiten und/oder die Balance stellen, dass sie nicht mit ausreichend Gewicht ausgeführt werden können, um Kraft oder Hypertrophie signifikant zu verbessern. Ein gutes Beispiel hierfür ist, wenn Frauen gleichzeitig Ausfallschritte und Drücken über Kopf ausführen. Wenn diese Kurzhanteln leicht genug für Drücken über Kopf sind, dann werden sie nicht ausreichend schwer sein, um beim Ausfallschrittteil der Übung eine Herausforderung darzustellen. Oder Übungen wie Schulterdrücken auf einem BOSU Balancetrainer. Wenn Du auf einer instabilen Oberfläche stehst, wirst Du nicht dazu in der Lage sein ein Gewicht zu verwenden, das schwer genug ist, um die Zielmuskeln zu fordern.
Wenn Deine Trainingsziele primär stärker, schlanker oder muskulöser zu werden umfassen, dann müssen die Übungen, die Du ausführst, es Dir erlauben, eine signifikante Menge an Arbeit zu verrichten, was als das Bewegen einer spezifischen Masse über eine gegebene Distanz definiert ist. Übungen, die die Menge an Arbeit, die Du verrichtest, signifikant einschränken (oder sogar eliminieren), sind zum Zweck des Aufbaus von Kraft und Muskeln suboptimal. Mit anderen Worten ausgedrückt sind diese Übungen ziemlich nutzlos.
Übungen, die etwas bringen und Übungen, die nicht viel bringen
Die Übungen mit Gewichten, die für die meisten Trainierenden (Männer oder Frauen) am besten funktionieren, sind die Übungen, bei denen relativ schwere Gewichte über eine relativ große Distanz bewegt werden – natürlich mit einer ausreichenden Sicherheit. Dies ist der Grund dafür, dass viele Kraftsporttrainer und Athleten Kniebeugen mit einer Langhantel über die letzten Jahrzehnte als „Königin der Übungen“ bezeichnet haben. Einige würden Kreuzheben für diesen Titel vorschlagen, aber unabhängig von der eigentlichen Übung wirst Du verstehen, was ich meine. Zusätzlich hierzu bezeichnen mehr als ein paar Experten Dips und Klimmzüge als „Kniebeugen für den Oberkörper.
Es ist wichtig, die gemeinsamen Charakteristika dieser vier Übungen zu sehen. Die erlauben es Dir auf sichere Art und Weise ein schweres Gewicht über eine große Distanz zu bewegen. Und es sollte angemerkt werden, dass alle vier dieser Übungen eine ganze Reihe unterschiedlicher Muskeln gleichzeitig fordern.
Vergleiche diese Übungen mit einigen der Übungen, die wir alle Frauen kürzlich haben ausführen sehen – sowohl in Person, als auch in den sozialen Medien.
- Bulgarische Spilt Kniebeugen mit dem hinteren Fuß in der Schlinge eines Schlingentrainers, während gleichzeitig ein paar leichte Kurzhanteln am Ende jeder Wiederholung nach oben gedrückt werden.
- Eine Kniebeugen / gedrehte Ausfallschritte Kombo, die mit sehr leichten Gewichten für sehr viele Wiederholungen ausgeführt wird.
- Eine Burpee / Klimmzug Kombo, die von einer hart arbeitenden Frau, die es gut meinte ausgeführt wurde, die nicht stark genug war, um eine korrekte Liegestütze oder einen korrekten Klimmzug auszuführen. Beide Übungen werden mit der schlechten und unsicheren Technik ausgeführt, die man erwarten würde.
- Kniebeugen, die mit zusammen stehenden Knien und Füßen ausgeführt werden. Abgesehenen von den offensichtlichen Gefahren, die von dieser Übung hinsichtlich einer Instabilität ausgehen, reduziert der verwendete Stand den Bewegungsraum im Vergleich zu einer konventionelleren Platzierung der Füße dramatisch.
Warum trainieren so viele Frauen auf diese Art und Weise?
Warum sind weibliche Trainierende so anfällig dafür, die Tatsache zu ignorieren, dass sie, um signifikante Fortschritte erzielen zu können, ein relativ schweres Gewicht über eine große Distanz bewegen müssen?
Es ist wahrscheinlich, dass Frauen diese Techniken von anderen Fitness Profis lernen, die entweder Trainerinnen oder Wettkämpferinnen im Figurbereich sind. Aber unter der Annahme, dass dies der Fall ist, stellt sich die Frage, wie diese Fitness Profis auf solche bekloppten Ideen gekommen sind. Was sind die zugrunde liegenden Prämissen oder Gründe? Hier sind einige mögliche Erklärungen für dieses Mysterium.
1 – Angst, wie ein Mann auszusehen
Es gibt weiterhin einen hartnäckigen Mythos, dass mehr konventionelle Widerstandstrainingsübungen (d.h. die Übungen, die wirklich etwas bringen) nur dazu dienen werden Frauen maskuliner zu machen, was insbesondere bei einer Ausführung mit schweren Gewichten gelten soll. Dieser schädliche Fehler ist schwer auszumerzen. Es gibt die überwältigende Tendenz zu glauben, dass wir, wenn wir einfach das tun, was jemand anderes tut, dieselben Resultate erzielen werden. Das Problem besteht hierbei jedoch darin, dass wir unter Umständen nicht über dieselbe Genetik oder dieselben leistungssteigernden Substanzen verfügen.
Es ist ein klassischer Fall, bei dem eine Korrelation fälschlicherweise als Ursache angesehen wird. Wenn Frauen die muskelbepackten Körper von Profibodybuilderinnen und Kraftsportlerinnen sehen, dann hält sie dies davon ab, wie diese Frauen zu trainieren. Dies ist natürlich ein Fehler.
2 – Nicht auf gute Trainer zu hören
Wann immer Du als Trainer mit einem neuen Klienten beginnst, besteht die Gefahr eines geistigen Wettstreits. Viele Klienten haben feste Vorstellungen davon, was sie denken tun zu müssen und als Fitness Profi hast Du natürlich auch Deine Vorstellungen. Häufiger als man glauben mögen neigen Trainer dazu, nach und nach den schlecht informierten Wünschen ihrer Klienten nachzugeben, anstatt ihre Position als Profi zu verteidigen und auf guten Entscheidungen zu bestehen.
3 – Eine Überschätzung der Energiekosten der Übungen, die sie ausführen
Viele Männer machen denselben Fehler. Dies gilt insbesondere für Sprungübungen, die sehr anstrengend sind und deshalb die Vorstellung hervorrufen, dass sie viele Kalorien verbrennen. Und um fair zu sein, werden viele dieser Übungen pro Zeiteinheit mehr Kalorien als andere Übungen verbrennen. Bei dieser Denkweise gibt es jedoch ein paar Probleme:
- Du kannst diese Übungen nicht über einen ausreichend langen Zeitraum ausführen, um einen hohen Kalorienverbrauch hervorzurufen.
- Sprungübungen bergen ein hohes Risiko für Deine Gelenke – insbesondere für die Knie von Frauen. Wann immer Du die potentielle Verwendung einer Übung abwägst, musst Du das Kosten-Nutzen Verhältnis untersuchen. Wenige Vorzüge bei niedrigem Risiko bedeuten einen minimalen Wert. Wonach wir suchen sind Übungen mit niedrigem Risiko und großen Vorzügen.
- Diese Übungen bewirken nicht viel – oder gar nichts, wenn es darum geht, Kraft oder Muskeln aufzubauen.
Das zugrundeliegende Problem besteht darin, dass Menschen dazu neigen anzunehmen, dass schwierig oder schmerzhaft mit „effektiv“ gleichgesetzt werden kann, auch wenn dies häufig nicht der Fall ist.
4 – Der Langeweile nachgeben
Ein wirklich effektives Training neigt dazu, eher monoton zu sein. Dies ist der Grund dafür, dass die meisten erfolgreichen Trainingsprogramme (wie z.B. P90X) alle auf einem großen Grad an Variabilität basieren. Trotzdem sind die meisten erfolgreichen Gewichtstrainingsprogramme vergleichsweise langweilig.
5 – Sie neigen zu dem, was sie am besten können
Dies ist die menschliche Natur. Frauen neigen dazu, bei Aufgaben, die mehr Beweglichkeit, Ausdauer und Komplexität bedürfen relativ gesehen besser zu sein und ihr Training neigt dazu, diese widerzuspiegeln.
6 – Sie engagieren frauenfeindliche Trainer
Ich habe über einen Zeitraum von mehreren Monaten eine handvoll männliche Trainer in einem lokalen kommerziellen Fitnessstudio beobachtet. Wenn sie einen männlichen Klienten haben, dann lassen sie ihn legitime, effektive Übungen wie Kniebeugen, Klimmzüge, rumänisches Kreuzheben, Schulterdrücken usw. ausführen.
Der nächste Klient ist häufig weiblich. Sie wird instruiert 10 Minuten auf dem Trainingsrad zu fahren, worauf 10 Minuten Arbeit mit der Schaumstoffrolle und laufen mit elastischen Bändern um die Knie folgt. Hiernach kommen ein paar Sumokniebeugen mit leichten Kettlebells, etwas Seitheben und ein paar Sätze Gluteusbrücken.
Die Probleme beschränken sich jedoch nicht auf ineffektive Übungen, sondern umfassen auch inadäquate Trainingsgewichte und zu viel Zeit, die mit vorbereitenden Aktivitäten verbracht wird. Zusätzlich hierzu zeigen diese Trainer echten Enthusiasmus, wenn sie mit männlichen Klienten trainieren, wogegen sie mit Desinteresse glänzen, wenn sie mit Frauen arbeiten – zumindest dann, wenn die Klientin nicht gerade besonders heiß ist. Diese Trainer respektieren und schätzen die Mehrzahl ihrer Klientinnen ganz einfach nicht.
3 Dinge, die Frauen richtig machen
Es gibt jedoch auch viele Dinge, die Männer im Fitnessstudio von Frauen lernen können.
- Männer neigen z.B. dazu, sich übermäßig stark auf das Gewicht auf der Stange und nicht ausreichend auf die Qualität der Bewegung und die Geist-Muskel Verbindung zu konzentrieren. Männern ist außerdem fast immer Quantität wichtiger als Qualität – und dies häufig zu ihrem Nachteil. Dies alles ist bei Frauen nicht der Fall.
- Frauen versuchen nie auf eine dämliche Art und Weise durch Schmerzen hindurch zu trainieren. Männer erlauben es hingegen häufig ihrem Ego, über den gesunden Menschenverstand zu dominieren. Das ist genauso dumm wie gefährlich.
- Zu guter Letzt neigen Frauen häufig dazu, sich als Anfängerinnen zu bezeichnen, auch wenn sie bereits über eine Menge Erfahrung verfügen, wogegen Männer aufgrund ihres Y-Chromosoms dazu neigen zu denken, dass sie von Geburt an wissen, wir man mit Gewichten trainiert. Das Resultat hiervon ist, dass Frauen im Vergleich zu Männern viel offener dafür sind, etwas zu lernen.
von Charles Staley
Quelle :https://www.t-nation.com/training/6-mistakes-women-are-still-making-in-the-gym