Die 10 dümmsten Ernährungsmythen

  • Die 10 dümmsten Ernährungsmythen

Was müssen Sie dazu wissen...

  1. Sojaprotein ist für eine Anregung der Muskelproteinsynthese praktisch nutzlos.
  2. Eine Entgiftung der Leber oder eine „Reinigung“ des Darms durch Kaffeeeinläufe ist mehr als dümmlich.
  3. Hören Sie auf damit, sich Gedanken über Wachstumshormone in Milch zu machen.
  4. Sie können Krebs nicht verhungern lassen, indem Sie Zucker aus Ihrer Ernährung eliminieren.
  5. Sie müssen nicht alle Ihre Mikronährstoffe an einem Tag zu sich nehmen. Stattdessen können Sie Ihre Ernährung in Blöcken von zwei oder drei Tagen oder sogar wochenweise betrachten.
  6. Das „hormonfrei“ Label auf Geflügel ist unnötig und irreführend.
  7. Menschen, die entrahmte Milch trinken, bauen mehr Fett als Menschen auf, die Vollmilch trinken.
  8. Hören Sie auf damit, wegen Fruktose neurotisch zu sein.
  9. Der Verzehr von Pute wird Sie nicht schläfrig machen.

 

1 – Hey, Soja wird vielleicht Ihre Eier zum Schrumpfen bringen, aber zumindest handelt es sich um gutes Protein!

Vor etwa 15 Jahren habe ich in der Welt des Körpersports die Neuigkeit verbreitet, dass einige Studien gezeigt hatten, dass Soja in einer Schrumpfung der Hoden und niedrigeren Testosteronspiegeln resultiert. Trotzdem sind einige Leute immer noch hartnäckig der Ansicht, dass Sojaprotein zumindest ein gutes Muskelaufbauprotein ist.

Sie hatten zumindest ein Argument hierfür, auch wenn dieses nicht besonders stichhaltig war. Ihre Begründung bestand darin, dass Sojaprotein sich von Soja dadurch unterscheidet, dass die Isoflavone, die für die Senkung der Testosteronspiegel und die Hodenschrumpfung verantwortlich gemacht werden, beim Herstellungsprozess von Sojaprotein entfernt werden und deshalb im Endprodukt nicht mehr vorhanden sind.

Dies mag wahr sein, oder auch nicht, da einige Berichte darauf hinweisen, dass Isoflavone in der Tat in einigen Sojaprotein Produkten vorhanden sind. Unabhängig davon, welche Position Sie unterstützen, geben aktuelle Untersuchungen uns einen völlig anderen Grund dafür, Soja zu meiden.

Eine Studie der McMaster University fand heraus, dass Sojaprotein, wenn es um die Muskelproteinsynthese geht, nicht besser als Wasser ist. Die Wissenschaftler gaben 30 Männern 0 Gramm Protein, 20 Gramm Soja oder 40 Gramm Soja im Ruhezustand und nach einem Widerstandstraining. Dann verglichen Sie die Resultate mit einer Gruppe von Männern, die stattdessen 20 oder 40 Gramm Wheyprotein verwendet hatten.

Während 40 Gramm Soja die Muskelproteinsynthese geringfügig erhöhten, wirkten 20 Gramm Soja genauso gut wie 0 Gramm Soja. Bei den Gruppen, die 20 oder 40 Gramm Wheyprotein zu sich genommen hatten, war die Muskelproteinsynthese hingegen signifikant erhöht. Die Wissenschaftler theoretisierten, dass Wheyprotein so gut (und Soja nicht so gut) wirkte, weil Wheyprotein einen sehr viel höheren Anteil an Leucin – die primäre Aminosäure für den Muskelaufbau – als Sojaprotein enthält.

Zusätzlich hierzu wird ein höherer Prozentsatz der Aminosäuren in Sojaprotein – inklusive Leucin – oxidiert, wodurch sie für die Proteinsynthese nicht zur Verfügung stehen.

Wenn Sie Muskeln aufbauen wollen, dann ist es sicherlich am besten, Sojaprotein zu meiden, so lange nicht das unwahrscheinliche Ereignis eintritt, dass eine Wunderstudie uns davon überzeugt, dass alle mit Soja in Verbindung stehenden Probleme gelöst wurden.

 

2 – Ihre Leber ist ein Müllabladeplatz! Entgiften Sie sie!

Irgendwann ist irgendein wohlmeinender Naturheilkundler, Kräuterarzt oder Analfetischist auf die Idee gekommen, dass unser Körper periodische Reinigungen benötigt.

Die Fürsprecher dieser Idee argumentieren damit, dass Luft, Wasser und Nahrung, die wir atmen und verzehren, mit toxischen Chemikalien überladen sind. Der Naturheilkundler und der Kräuterarzt empfehlen, dass wir gelegentlich auf den Verzehr von fester Nahrung verzichten und stattdessen eine eklige Mischung aus Kohl, Sellerie und Rüben schlürfen, um uns von diesen Toxinen zu reinigen.

Der Analfetischist argumentiert, dass wir stattdessen den Hintereingang verwenden sollten und unseren Darm mit Wasser, Kaffee oder Katzenstreu (Bentonite) spülen sollten, um die Toxine herauszuspülen.

Nun, sie haben alle halb recht.

Die Luft, das Wasser und die Nahrung, die wir atmen oder verzehren, sind in der Tat mit toxischen Chemikalien belastet, doch der Körper verfügt über ein recht effizientes Entgiftungssystem, das unsere Leber, unsere Nieren und unsere Milz umfasst. Darüber hinaus gibt es keine allgemein akzeptierten Hinweise darauf, dass Saft diesen Organen dabei hilft, ihre Aufgabe effizienter zu erfüllen.

Diese Systeme benötigen jedoch eine Unterstützung durch Nährstoffe. Paradoxerweise entzieht Fasten der Leber Aminosäuren (Cystein, Glutamin, Glycin), die für diesen natürlichen Entgiftungsprozess benötigt werden. Des Weiteren machen Aminosäuren Toxine wasserlöslicher, wodurch es möglich wird, diese über die Gallensäure abzutransportieren.

Und die Darmreinigung? Das ist einfach zu lächerlich und dumm, um überhaupt näher darauf einzugehen.

 

3 – Die in Milch enthaltenen Wachstumshormone werden Ihnen einen zweiten Kopf wachsen lassen!

Hören Sie endlich mit dieser Wachstumshormonphobie auf. Ja, einige Bereiche der Milchindustrie verwenden Wachstumshormone, um die Milchproduktion zu steigern und ja, etwas hiervon scheint in die Milch zu gelangen, die wir zu uns nehmen. Große Sache.

Wachstumshormone sind riesige Proteinmoleküle, die nach dem Verzehr im Verdauungstrakt in ihre Aminosäurebestandteile aufgebrochen werden – so wie Milch und andere Proteine, die den wilden Ritt durch Ihr Verdauungssystem durchlaufen müssen.

Abgesehen hiervon handelt es sich um Wachstumshormone für Kühe und wenn nicht gerade einer Ihrer Elternteile ein Wiederkäuer mit vier Mägen war, der eine Glocke um den Hals trug, werden diese Wachstumshormone sowieso keine Auswirkungen auf Sie besitzen.

 

4 – Krebs ernährt sich vom Gummibärchen!

Im Jahr 2007 verbreitete irgendein Bastard einen Internet Hoax mit dem Titel “Krebs Update von John Hopkins.” Neben anderen Dingen erklärte dieser Artikel, dass sich Krebs von bestimmten Nahrungsmitteln wie Zucker ernährt.

Dies ängstigte Krebspatienten überall auf der Welt zu Tode und brachte viele von ihnen dazu, Zucker zu meiden. Die Dinge wurden noch schlimmer, als die ehrenwerte Sendung 60 Minutes im Jahr 2012 eine Sendung über einen Arzt ausstrahlte, der so ziemlich dieselbe Behauptung aufstellte.

Von Angst getriebene Krebspatienten begannen damit, ihre Schränke von allem zu reinigen, was Zucker enthalten könnte. Das Problem hierbei besteht darin, dass viele Dinge Zucker enthalten und wenn Sie etwas über Krebspatienten wissen, dann wissen Sie, dass eines der größten Probleme, mit dem diese konfrontiert werden, darin besteht, genügend Kalorien und Nährstoffe zu sich zu nehmen, was primär damit zusammenhängt, dass sie häufig ihren Appetit durch eine Chemotherapie verlieren.

Es gibt mehrere offensichtliche Probleme, die mit einer unzureichenden Nahrungszufuhr in Zusammenhang stehen, aber eines hiervon ist besonders gravierend. Studien aus den Achtzigern, die eine Unterernährung bei AIDS Patienten untersucht haben, sagen uns, dass wir unabhängig von allem anderen, was in unserem Körper vor sich geht, sterben, sobald unser Körpergewicht auf unter 66% unseres Idealgewichts fällt. Deshalb müssen Krebspatienten alles essen, was möglich ist, um ihre Kalorienzufuhr ausreichend hoch zu halten.

Abgesehen hiervon ernährt sich Krebs nicht von Zucker per se. Sicher, er wird Zucker verwenden, doch seit Adolf Krebs, der den berühmten Krebszyklus entdeckte, damit begann Taubenbrüste in seinem Labor zu zerhacken, wissen wir, dass das geläufige stoffwechseltechnische Zwischenprodukt für jeglichen Energiebedarf Zuckermoleküle mit 6 Kohlenstoffatomen sind, was alle Kohlenhydrate und nicht nur Zucker umfasst.

Können Sie Krebszellen verhungern lassen, indem Sie auf alle Kohlenhydrate verzichten? Vielleicht, aber alles andere wird leiden, bevor der Krebs verhungert ist. Dieser Krebs/Zucker Mythos ist also ein Mythos, der so schnell wie möglich aus der Welt geschafft werden sollte.

Ach ja, die Leute sollten sich vielleicht daran erinnern, dass ein einfacher Auftritt im Fernsehen der entsprechenden Person nicht automatisch einen echten Expertenstatus verleiht. Produzenten buchen Menschen basierend auf Kontroversen und Modeerscheinungen, wobei ihnen die Konsequenzen egal sind.

 

5 – Oh Nein! Riesige Hühner mit Gyno werden kommen und uns holen!

Ich vermute, dass es lobenswert ist, dass Mütter, die es gut meinen, in der Tiefkühlsektion des Supermarktes herumwühlen und nach Hühnchen suchen, das als „hormonfrei“ oder „natürlich“ gekennzeichnet ist, aber dies ist verschwendete Mutterliebe.

Das „hormonfrei“ Label ist überflüssig und manipulativ, da die Verwendung von Hormonen im Bereich der Geflügelzucht sowieso verboten ist. Was das Label „natürlich“ angeht, bedeutet dies lediglich, dass keine künstlichen Zusatzstoffe oder Konservierungsstoffe im Hühnchen enthalten sind, aber das gilt für nahezu jedes Geflügel in jedem Supermarkt.

Und weil wir gerade beim Thema Etiketten sind: Das Label „aus freilaufender Haltung“ legt nahe, dass die Hühner ein idyllisches Leben leben und in der Prärie nach Grashüpfern und dem Sinn des Lebens suchen.

Unglücklicherweise bedeutet dieses Etikett in Wirklichkeit lediglich, dass Sie einen Zugang nach draußen haben, was jedoch auch nur bedeuten kann, dass sich ein Loch in der Wand befindet, durch das sie sich theoretisch nach draußen zwängen könnten oder dass sie vielleicht Zugang zu einem kleinen eingezäunten betonierten Bereich haben, der sich direkt neben einer Autobahn befindet.

 

6 – Oh Nein! Ich habe meinen Tagesbedarf an Riboflavin nicht bekommen!

Ich habe darüber geschrieben, dass Menschen, die nur Nahrungsmittel mit einer hohen Nährstoffdichte essen, theoretisch so viel essen können, wie sie wollen, ohne an Gewicht zuzunehmen. Der „Trick“ besteht natürlich darin, dass Nahrungsmittel mit einer hohen Nährstoffdichte für gewöhnlich nicht besonders kalorienhaltig sind und Sie sich somit automatisch an kalorienarmen Nahrungsmitteln satt essen, so dass Sie nicht zunehmen.

Ich habe jedoch herausgefunden, dass es eine Untermenge von Menschen gibt, die es trotz einer „gesunden“ Ernährung schaffen, fett zu werden. Sie haben offensichtlich ein Hintertürchen in meiner Argumentation gefunden und nutzen dieses schamlos aus.

Hier ist das, was geschieht: Sie werden frühstücken. Die bestellen Eier und Vollkorntoast mit Biobutter. Und etwas Joghurt. Und Granola. Ach ja, etwas Orangensaft und eine Schüssel Obst. Und Speck. Ich hätte fast den Speck vergessen.

Sie haben die Idee der vollständigen Ernährung und Nahrungsmitteln mit hoher Nährstoffdichte verinnerlicht, aber sie haben diese auf ein absurdes Extrem gehoben, indem sie versuchen alle ihre Nährstoffe bei jeder Mahlzeit zu bekommen. Als Resultat hiervon ist ihre Kalorienzufuhr jenseits von gut und böse. Trotz ihrer vernünftigen Wahl von Nahrungsmitteln werden sie fetter und fetter.

Sie haben vernachlässigt, dass sie nicht alle ihre Nährstoffe bei jeder Mahlzeit bekommen müssen. Es ist so wie die alte Bohnen und Reis Sache, die von Vegetariern praktiziert wurde. Reis mangelt es an den Aminosäuren Lysin und Threonin, so dass Sie Reis mit Bohnen kombinieren müssen, um ein vollständiges Protein zu erhalten, da Bohnen das Lysin und das Threonin enthalten, an dem es dem Reis mangelt.

Nun, das ist soweit richtig, aber Sie müssen diese Nahrungsmittel nicht im Rahmen derselben Mahlzeit essen. Sie können Ihren Reis essen und später am Tag etwas lysinhaltige Nahrung zu sich nehmen.

Sie müssen nicht einmal all ihre Mikronährstoffe an einem Tag bekommen. Stattdessen können Sie Ihre Ernährung in Blöcken a zwei oder drei Tagen oder sogar in Wochenblöcken betrachten. Auch wenn es für viele Vitamine einen täglichen Bedarf gibt, werden viele andere für eine spätere Verwendung gespeichert.

Ein extremes Beispiel ist der Tagebedarf an Vitamin B12, der etwa der Größe des Punktes am Ende dieses Satzes entspricht. Der Körper recycelt jedoch einen Teil des Vitamin B12 und die Speicher können für einen Zeitraum von 5 Monaten bis hin zu 30 Jahren ausreichen, bevor irgendein Mangel offensichtlich wird.

Essen Sie Nahrungsmittel mit einer hohen Nährstoffdichte, aber es besteht keine Notwendigkeit, jeden Makronährstoff, jedes Vitamin, jeden Mineralstoff, jede Phytochemikalie oder jedes Antioxidans mit jeder Mahlzeit zu sich zu nehmen, Sie fetter Bastard in spe.

 

7 – Vollmilch ist das, was sie verwendet haben, um Rasputin umzubringen!

Über Jahre hat Amerika Vollmilch so behandelt, als ob es ein flüssiges Medium wäre, das verwendet wird, um das Ebola Virus zu transportieren. Die Leute dachten, dass Vollmilch sie fett macht, den Cholesterinspiegel erhöht und die Arterien verhärtet, weshalb sie fettarme oder fettfreie Milch wählten, welche so etwas wie das Klaustaler der Milch ist – d.h. gefärbtes Wasser.

Überaschenderweise sind zahlreiche Hinweise zutage getreten, die zeigen, dass diejenigen, die Vollmilch getrunken hatten (und allgemein fettreiche Milchprodukte gegessen hatten), weniger als diejenigen dazu neigten, fett zu werden, die die fettarmen Versionen verzehrt hatten.

Die Studien scheinen stimmig und signifikant zu sein – kein drei Personen Pool von Probanden und keine Studien, die von einer Firma finanziert wurden, die ein finanzielles Interesse an einem bestimmten Studienergebnis hatte. Eine der Studien überwachte Männer, die fettreiche Milchprodukte aßen, über einen Zeitraum von 12 Jahren und die andere Studie war eine Metaanalyse, die 16 Studien umfasste. Beide zeigten, dass eine fettreiche Ernährung mit einem niedrigeren Risiko für Übergewicht in Verbindung stand.

Die noch zu beweisende Theorie ist, dass fettreiche Milch irgendeine bioaktive Substanz enthält, die den Stoffwechsel auf eine Art und Weise verändert, die dabei hilft, Fett zu verwenden und zum Zweck der Energieversorgung des Körpers zu verbrennen. Natürlich könnte es sich bei dieser „bioaktiven Substanz“ lediglich um konjugierte Linolsäure (CLA) handeln – eine Fettsäure, die seit langem als Fatburner bekannt ist.

Was die Gesundheitsbedenken angeht, erkennen nur wenige Menschen, dass Vollmilch neben gesättigten Fettsäuren – deren Rolle bei Herzerkrankungen inzwischen als minimal bis nicht existent angesehen wird – auch Oleinsäure bzw. Ölsäure enthält – die Fettsäure, die Olivenöl aus Sicht von Ernährungsexperten so wertvoll macht.

Von zusätzlicher Bedeutung ist das Vitamin Paradoxon, das von fettarmer oder fettfreier Milch repräsentiert wird. Milch enthält fettlösliche Vitamine wie Vitamin A, D, E und K. Wenn Sie jedoch das Fett aus einem Milchprodukt entfernen, dann entfernen Sie auch den größten Teil der fettlöslichen Vitamine, die danach wieder zugesetzt werden müssen.

So lange Sie jedoch kein Fett mit ihrer fettfreien Milch konsumieren oder nicht vor kurzem etwas Fett gegessen haben oder planen, bald nach Ihrem Glas Milch etwas Fett zu essen, werden viele der Vitamine in Ihrem Verdauungstrakt herumschwimmen und vergeblich darauf warten, abgeholt und im Körper verteilt zu werden, anstatt die Schande zu erleben, ausgeschieden zu werden und in der Toilette zu landen.

Wenn Sie ein Kalorienzähler sind, dann werden Sie wahrscheinlich weiterhin fettarme oder fettfreie Milch wählen. Andere werden vielleicht Vollmilch eine Chance geben wollen.

 

8 – Natürlich sind Sie Fett, haben einen unangenehmen Körpergeruch und leiden unter Akne! Sie haben etwas Fruktose gegessen!

Der menschliche Körper bevorzugt Glukose als seine Energiequelle. Er wird jedoch auch bereitwillig Fruktose akzeptieren.

Nach dem Verzehr wird Fruktose in die Leber transportiert (wenn Sie nicht gerade unter einem echten Energiemangel leiden) und dann zu den Leber Mitochondrien weitergeleitet, welche die Fruktose entweder als Glykogen für eine kurzfristige Nutzung oder als Fett speichern.

Auch wenn dieser Prozess reversibel ist, ist er für Gesundheit und Funktion der Leber nicht gut, falls er länger anhält. Einige Wissenschaftler sind sogar so weit gegangen, Fruktose als „Alkohol ohne den Rausch“ zu bezeichnen.

Unglücklicherweise hat die Tatsache, dass Fruktose als Fett gespeichert werden kann und potentiell die Leber schädigt, eine unverhältnismäßige Furcht vor Fruktose hervorgerufen – eine Krankheit, die ich als „Fruktose Wahnvorstellungssyndrom“ bezeichne.

Die Wissenschaft unterstützt diese Ängste nicht. John Sievenpiper, ein Ernährungswissenschaftler am St. Michaels Hospital in Toronto, Kanada, untersuchte 41 mit Menschen durchgeführte Studien und merkte an, dass Menschen, die dieselbe Menge an Kalorien zu sich nahmen, unabhängig davon, ob diese Kalorien in Form von Fruktose oder einer anderen Kohlenhydratquelle zugeführt wurden, dieselbe Menge an Gewicht zunahmen.

Und Sie können auch leicht eine empirische Betrachtung durchführen und sehen, dass trotz des massenhaften Meidens von allen Dingen, die Fruktose enthalten, die Rate des Übergewichts weiter zugenommen hat.

Doch wenden wir etwas Logik auf die Situation an. Die „wirkungsvollste“ Fruktosemischung – der von vielen gefürchtete fruktosereiche Maissirup – weist einen Fruktosegehalt von 55% auf, während die restlichen 45% aus Glukose bestehen. Vergleichen Sie dies mit Sucrose alias Tafelzucker, welcher aus einer Mischung aus 50% Fruktose und 50% Glukose besteht.

Dies bedeutet, dass Sie, wenn Sie 100 Gramm fruktosereichen Maissirup pro Tag konsumieren würden, was etwas mehr als die Menge ist, die in drei Dosen Cola enthalten ist, 5 Gramm mehr Fruktose zu sich nehmen würden, als wenn Sie die gleiche Menge an Sucrose konsumieren würden.

Dieser Unterschied ist nicht wirklich der Rede wert...

 

9 – Essen Sie keine Pute, wenn Sie noch fahren müssen!

Einige Menschen glauben, dass Pute Sie schläfrig machen wird, weil sie die Aminosäure Tryptophan enthält, welche ein Vorläufer des Entspannungs- und Wohlfühlhormons Serotonin ist.

Ja, Pute enthält Tryptophan, aber dasselbe gilt auch für alle anderen vollständigen Proteinquellen. Abgesehen hiervon ist Tryptophan eine große, schwerfällige Aminosäure, der es schwer fällt, ihr Molekulargerüst durch die engen Türen der Blut-Hirn Schranke zu zwängen.

Wenn Tryptophan als Teil eines vollständigen Proteins konsumiert wird, erreichen einige der anderen kleineren und wendigeren Aminosäuren die Blut-Hirn Schranke zuerst und blockieren Tryptophans behäbige Versuche, diese zu überwinden.

Wenn Sie Tryptophan jedoch für sich alleine verzehren, sieht das Ganze völlig anders aus. Ohne Konkurrenten könnte Tryptophan es schaffen, sich in größeren Mengen durch die Blut-Hirn Schranke zu quetschen und sein Serotonin Ding zu tun. Aber die Behauptung, dass Pute Sie schläfrig macht, ist völliger Blödsinn.

Was Sie an Thanksgiving oder Weihnachten in der Soßenpfütze auf Ihrem Teller zum Einschlafen bringt, ist eher die enorme mit Fett und Kohlenhydraten überladene 3000 kcal Mahlzeit, die Sie gerade gegessen haben.

 

10 – Normales Salz wird Ihren Kopf zum Explodieren bringen!

Ich werde nicht darüber sprechen, warum die Verbindung zwischen Natriumkonsum und Bluthochdruck im besten Fall dürftig ist. Stattdessen werde ich über etwas weitaus Heimtückischeres sprechen, das etwas damit zu tun hat, was der „Salz ist schlecht“ Mythos den meisten von uns ernährungstechnisch gesehen angetan hat.

Sie sind sich der Tatsache bewusst, dass der Körper Jod benötigt, richtig? Der Körper verwendet Jod, um die Schilddrüsenhormone T3 und T4 herzustellen. Wenn Ihre Ernährung nicht genug Jod enthält, können Sie Knötchen in Ihren Schilddrüsen oder sogar einen monströsen Kropf an Ihrem Hals entwickeln.

Ein milderer Mangel kann es Ihnen schwer machen schlank zu bleiben oder Sie mit mysteriöser Erschöpfung, Depressionen, unerklärlichen Autoimmunkrankheiten, einer psychiatrischen Störung, fibrozystischen Brusterkrankungen oder sogar Krebs plagen. Andere weniger ernsthafte Symptome können trockene Haut oder Verstopfung umfassen.

Wenn Sie am Meer wohnen, bekommen Sie wahrscheinlich reichlich Jod (vorausgesetzt, sie essen lokal angebaute Nahrungsmittel). Je weiter Sie jedoch vom Meer entfernt leben, desto schwerer wird es für Sie, ausreichend Jod zu bekommen.

Glücklicherweise begannen die klugen Leute der Morton Salt Company im Jahr 1924 damit, Jod zu ihrem Salz hinzuzufügen. Dies löste das Problem eines Jodmangels in den USA, da Menschen in Kansas jetzt genauso viel Jod durch ihre Ernährung zu sich nahmen, wie Menschen in Massachusetts.

Doch dann kamen die Ärzte. Sie begannen damit, den Leuten zu sagen, dass sie ihren Salzkonsum begrenzen sollten, da sie ansonsten hohen Blutdruck entwickeln und ein Herzversagen fördern würden. Die Leute hörten auf die Ärzte. Als Resultat hiervon begannen sie, einen Jodmangel zu entwickeln.

Doch es gibt auch andere Faktoren, die es statistisch gesehen wahrscheinlich machen, dass Sie unter einem Jodmangel leiden. Im Trinkwasser enthaltene Chemikalien wie Chlor und Fluor konkurrieren mit Jod um dieselben Rezeptoren im Körper. Dann gibt es Leute, die viel Sport treiben und eine Menge wertvolles Jod über den Schweiß verlieren.

Was übrig bleibt, ist eine Gesellschaft, in der nach einigen Schätzungen bis zu 74% der Erwachsenen unter einem Jodmangel leiden.

Womit viele wieder beginnen müssen, ist die Verwendung von Jodsalz. Denken Sie nicht, dass Sie vom Haken sind, nur weil Sie viel Salz essen, wenn Sie in Restaurants essen oder viel Nahrung aus Konserven oder Doritos essen. Restaurants oder Hersteller von verarbeiteten Nahrungsmitteln verwenden kein Jodsalz.

Genauso enthalten Meersalz und das rosa Gourmet Salz aus der Wüste Gobi, das Ihre Kosmetik und Deodorant meidende naturalistische Freundin verwendet, nur magere Mengen an Jod.

Holen Sie sich etwas altmodisches Jodsalz, lassen Sie den Salzstreuer auf dem Esstisch stehen und verwenden Sie ihn freizügig (natürlich immer vorausgesetzt, dass Sie nicht unter mit Natrium in Verbindung stehendem Bluthochdruck leiden).

 

Von TC Luoma | 12/08/14

Quelle: https://www.t-nation.com/diet-fat-loss/10-dumbest-diet-myths

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