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Riboflavin

Vitamin B2 (Riboflavin)Entdeckung des Vitamins B2 1920 bei der Isolation aus Eiern. Riboflavin oder auch Lactoflavin ist die chemische / medizinische Bezeichnung für Vitamin B2. "Wachstumsvitamin". Riboflavin oder auch Lactoflavin bzw. Vitamin B2 ist ein wasserlösliches Vitamin, das gelb gefärbt ist und in gelöster Form durch Lichteinwirkung leicht zerstört werden kann. Riboflavin kann nur in freier Form resorbiert (vom Körper aufgenommen) werden. In Lebensmitteln ist es meist in Form von verschiedenen Phosphorverbindungen vorhanden. Vor der Resorption muss diese Verbindung erst freigesetzt werden. In den Organen (Leber, Niere, Herz) wird es wieder in gebundener Form gespeichert. Die Speicherdauer hält nicht länger als 2 - 6 Wochen an.


Aufgabe/Funktion

Riboflavin dient als Coenzym und spielt vor allem bei Wachstumsprozessen eine Rolle.

Es wird auch gerne zur Kontrolle von Reinigungsprozessen (Flächen, Hände etc.) in der Pharmaindustrie eingesetzt, da es auch in geringer Konzentration bei UV-Licht leuchtet und damit gut sichtbar ist. Riboflavin ist an einer Reihe von Reaktionen beteiligt, die für den Abbau von Fettsäuren und Purinen verantwortlich sind. Dabei sind sie oftmals an der Energiegewinnung aus den Nährstoffen in der Atmungskette beteiligt. Außerdem aktiviert sie die Vitamine B6 (Pyridoxin).


Vorkommen

Der tägliche Bedarf beträgt etwa 1,2 mg und wird üblicherweise durch die normale Nahrungsaufnahme gedeckt. Es wird oft auch als Farbstoff eingesetzt und als E 101 deklariert. Riboflavin ist zwar stark lichtempfindlich, dafür aber sehr hitzestabil, so dass es beim Kochen nicht zerstört wird. Seine Zersetzung durch Hitze setzt erst ab 240°C ein. Wegen seines Vorkommens in Milch wird sie auch als Lactoflavin bezeichnet. Riboflavin ist in allen lebenden Zellen des Tier- und Pflanzenreichs vertreten. Große Mengen sind in Milch, Milchprodukten, Vollkorngetreide, Leber, Niere und Herz aber auch in Gemüse wie Broccoli, Spargel oder Spinat vorhanden. Allerdings nicht in freier Form, sondern als Verbindungen von Phosphat mit coenzymatischen Charakter. Durch Keimen von Getreide steigt der Riboflavingehalt an. Salate mit frischen Getreidekeimlingen oder Müslis mit Roggen- oder Haferkeimlingen bilden also nicht nur einen kulinarischen Genuss. In sonnengetrockneten Lebensmittel befinden sich wegen der starken Lichtempfindlichkeit von Riboflavin nur noch geringe Mengen des Vitamins. Beim Garen sind wegen der großen Hitzestabilität keine nennenswerten Verluste zu erwarten. Lediglich beim Garen in Flüssigkeit laugen die Lebensmittel aus. Um einem hohen Auslaugungsverlust vorzubeugen, verarbeitet man die Lebensmittel am günstigsten mit schonenden Garmethoden, wie Dünsten oder Blanchieren.


Mangelerscheinungen (Hypovitaminose)

Bei normaler Ernährung treten keine Mangelerscheinungen auf. Allerdings kann es bei Schwangeren und Alkoholkranken zu Mangelerscheinungen kommen, die sich in Exanthemen, Hautrissen und Lichtüberempfindlichkeit äußern. Außerdem äußert sich ein Mangel an Vitamin B2 durch:

  • Hautveränderungen, wie Rötungen oder Schuppen in den Augenwinkeln,
  • brüchigen und stumpfen Fingernägeln,
  • Eintrübungen der Augenlinse (Katarakt) und
  • Veränderungen des Nervensystems.

Die klassische Mangelkrankheit, an der allerdings neben B2 auch ein Mangel an den Vitaminen B3, B6 und B9 beteiligt ist, heißt Pellagra. Sie war früher die Krankheit der armen Landbevölkerung. Der Namen kommt aus dem lateinischen und bedeutet „Raue Haut“, denn die Krankheit beginnt immer mit typischen Veränderungen an Hautpartien, die der Sonne ausgesetzt sind. Die Krankheit konnte damals mit Hefe geheilt werden, da diese sehr viel Vitamin B2 enthält.


Folgen einer Überdosierung (Hypervitaminose)

Ein Überschuss an Vitamin B2 wird bei normaler Nierenfunktion ausgeschieden. Hohe Dosen können Übelkeit und Erbrechen auslösen. Die Toxität von B2 ist sehr gering.


Bedarf

Der Riboflavinbedarf steht wie bei Thiamin im engen Zusammenhang mit der Energieaufnahme. So sind Zufuhrempfehlungen mit der täglichen Energieaufnahme gekoppelt. Die DGE empfiehlt eine tägliche Zufuhr von 1,7 mg bei Männern und 1,5 mg bei Frauen. Als Grundwert gilt: pro aufgenommenen 1000 kcal. sollten 0,6 mg Riboflavin zugeführt werden. Der Bedarf an Riboflavin steigt bei der Zufuhr von bestimmten Medikamenten.


Bedarf im Sport

10-100mg pro Tag, mehrmals zu den Mahlzeiten einnehmen.

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