Ernährung
"Bodybuilding ist mindestens 80% Ernährung" - Vince Gironda
"Ernährung ist 100%, Training ist 100%, Regeneration ist 100%" - Dorian Yates
"Wenn Du nicht wächst, dann ist es wahrscheinlich Deine Ernährung und nicht Dein Training, die Dich zurückhält " - Dr. John Berardi
Ich erinnere mich noch daran, als ich ernsthaft mit dem olympischen Gewichtheben begann: nach jeder guten Trainingseinheit belohnte ich mich selbst mit fünf Burgern. Und dies war nicht nur etwas, das ich gelegentlich tat. Ich aß praktisch immer so. Es war deshalb nicht überraschend, dass ich, obwohl ich recht stark war, im Grunde genommen wie ein Haufen Scheiße oder der fettere Bruder des Michelin Mannes aussah.
Ich trainierte hart – manchmal zweimal täglich
Ich verwendete so ziemlich jedes der Menschheit bekannte Supplement und sah trotzdem so aus wie ein Fettsack, der Gewichte bewegt. Was natürlich genau das ist, was ich war. Warum bloß war ich kein schlanker, muskulöser Adonis? War das ein genetischer Fluch? Nein, es waren einfach nur altmodische lausige Ernährungsgewohnheiten. Einer meiner früheren Klienten, ein 180 cm großer, 75 Kilo schwerer Hockeyspieler hatte das entgegengesetzte Problem: er trainierte wie ein Verrückter (ich habe dies überprüft) und konnte auch vernünftige Kraftzuwächse verzeichnen (er überraschte einmal den NY Rangers Kraftsporttrainer, indem er leicht Power Umsetzen mit 275 Pfund ausführte) aber er konnte kein Gramm Muskeln aufbauen. Ich vermutete eine unzureichende Ernährung. Er erzählte mir, dass er viel aß, weshalb ich ihn ein Ernährungstagebuch führen ließ, in das er eine Woche lang alles schreiben sollte, was er aß. Sein Ernährungsschema sah genauso aus, wie ich erwartet hatte: er aß den ganzen Tag über wie ein Vögelchen, worauf eine große Mahlzeit am Abend folgte. Nach dieser großen Mahlzeit fühlte er sich so satt, dass er wirklich glaubte, dass er viel aß, aber seine durchschnittliche Kalorienzufuhr lag bei lediglich 1700 kcal pro Tag. Dies war ein junger Mann mit einem sehr schnellen Stoffwechsel, der an vier Tagen pro Woche zweimal täglich trainierte (eine Trainingseinheit mit Gewichten und eine Trainingseinheit auf dem Spielfeld). 1700 kcal waren kaum genug, um ihn am Leben zu halten, geschweige denn Muskeln aufzubauen! Ich veränderte seine Ernährung und er konnte sein Gewicht innerhalb von weniger als einem Jahr von 75 auf 90 Kilo steigern.
Die Moral von dieser Geschichte ist, dass wenn Du hart trainierst und keine Muskeln aufbaust, Dein Ernährungsplan (unter der Annahme, dass Du einen solchen Plan hast) nicht adäquat ist. Wenn Du das entgegengesetzte Problem hast hart zu trainieren, aber nicht dazu in der Lage zu sein, Fett zu verlieren, dann ist der Grund wahrscheinlich derselbe: Deine Ernährung ist besch...eiden. Wenn Dein Ernährungsansatz nicht optimal für Deine Ziele ist, dann wirst Du nicht die Resultate erzielen, die Du willst.
Mit dieser Information im Hinterkopf wird Dir dieser Artikel die Grundlagen einer guten Ernährung für Deine Körperkomposition (Muskelaufbau und/oder Fettabbau) zeigen. Natürlich ist es nicht ausreichend, die Grundlagen zu kennen. Eine muskelfreundliche Ernährung einzuhalten ist harte, harte Arbeit. In gewisser Hinsicht ist dies sogar schwerer als Training: Du kannst Dich für gewöhnlich dazu motivieren, ein paar mal wöchentlich eine Stunde lang hart zu trainieren. Bei der Ernährung ist es anders. Du musst an 24 Stunden pro Tag während 7 Tagen pro Woche diszipliniert bleiben. Deine Gelüste und Triebe zu kontrollieren kann schmerzhaft sein. Glaub mir, ich weiß das. Es macht keinen Spaß. Nach einem harten Tag, wenn Du müde und gestresst bist, wird dieser große Pott Schokoladeneiscreme beginnen verdammt verlockend auszusehen. Eine korrekte Ernährung kann belohnend sein, aber der psychologische Preis ist hoch.
Nachdem dies gesagt wurde und Du trotzdem gewillt bist, diesen Extraschritt auf dem Weg zu deinem Wunschkörper zu gehen, dann solltest Du auf jeden Fall weiterlesen.
Wovon sprechen wir eigentlich?
Zu verstehen, wie man eine adäquate Ernährung für eine Verbesserung der Körperkomposition oder den Aufbau von Muskeln plant, bedarf eines Grundverständnisses einiger grundlegender Konzepte. Mein Ziel besteht nicht darin, Dir einen umfassenden Kurs bezüglich jeder einzelnen Komponente eines guten Ernährungsprogramms zu geben. Stattdessen hoffe ich Dir genug Informationen geben zu können, so dass Du dazu in der Lage sein wirst, einen Ernährungsartikel zu lesen oder ein Ernährungsprogramm zu planen, ohne dass Du das Gefühl hast Dich in einem fremden Land verlaufen zu haben.
Protein
Jedes Gramm Protein liefert vier kcal. Das Wort Protein kommt aus dem Griechischen und bedeutet „das erste“ oder “von primärer Bedeutung”. Für Bodybuilder und Kraftsportler ist dieser Nährstoff von primärer Bedeutung, weil Proteine unter anderem die Bausteine des Muskelgewebes sind. Protein wird im Körper in Aminosäuren aufgebrochen und diese Aminosäuren werden durch einen Prozess namens Proteinsynthese oder Muskelanabolismus (was von einem anderen griechischen Wort stammt, das „aufbauen“ bedeutet) in Muskelgewebe umgewandelt.
Proteine (Aminosäuren) machen den größten Teil des festen Teils eines Muskels aus. Etwa 20 bis 25% der Muskeln bestehen aus Protein, 70% sind Wasser und andere Flüssigkeiten und die verbleibenden 5 bis 10% bestehen aus Muskelglykogen, Mineralstoffe, intramuskulären Fettsäuren und anderen Elementen. Du musst Dir diese Verhältnisse nicht im Detail merken. Es reicht aus, wenn Du Dich daran erinnerst, dass Protein der wichtigste Nährstoff für ein Muskelwachstum ist. Kein Protein – keine Muskeln.
Wie viel Protein wird für ein maximales Muskelwachstum benötigt?
Gute Frage. Studien haben wieder und wieder gezeigt, dass eine hohe Proteinzufuhr mit einer positiveren Stickstoffbilanz und einer höheren Proteinsyntheserate in Verbindung steht. Mit anderen Worten gilt, dass Du umso mehr Muskeln aufbaust, je mehr Protein Du isst.
Das Ganze ist jedoch nicht ganz so einfach. Irgendwann kommt das Gesetz der sinkenden Erträge zum tragen. Sobald Du die maximale Menge an Protein erreichst, die Dein Körper für den Aufbau von Muskeln verwenden kann, wird jegliche zusätzliche Proteinzufuhr die Rate Deines Muskelaufbaus nicht weiter erhöhen.
Das ist Scheiße, oder? Wäre es nicht toll, wenn alles, was wir tun müssten, um Muskeln aufzubauen, der Verzehr von tonnenweise Protein wäre? Wir wären innerhalb von kürzester Zeit alle 115 Kilo schwere definierte Monster! Selbst die Frauen! Traurigerweise werden wir durch unsere natürliche Biochemie limitiert, wenn es darum geht dazu in der Lage zu sein, Protein (Aminosäuren) zu verwenden, um Muskeln aufzubauen.
Die Proteinsynthese (die Verwendung von Protein für den Aufbau von Muskeln) hängt stark von unseren Hormonen ab. Hormone sind chemische Botenstoffe, die in unserem Körper zirkulieren und dafür verantwortlich sind, dass unser Körper „Dinge tut.“ Eines dieser „Dinge“ ist die Synthese von Protein. Die Hormone, die hauptsächlich für die Anregung dieses Prozesses sind, umfassen Testosteron (das männliche Hormon), Wachstumshormone, Insulin-like Growth Factor 1 (IGF-1), Insulin und Kortisol.
Testosteron erhöht die Proteinsynthese direkt und erlaubt es Dir hierdurch, das Protein, das Du gerade gegessen hast, effektiv zu nutzen. Je mehr Testosteron Du in deinem Körper hast, desto mehr Protein kannst Du in Muskeln umwandeln. Dies ist der Grund dafür, dass Bodybuilder und andere Sportler injizierbares Testosteron oder synthetische Hormone (Steroide) verwenden: durch eine künstliche Erhöhung ihrer Hormonspiegel erhöhen sie die Kapazität ihres Körpers Protein für den Aufbau von Muskeln zu verwenden.
Einige Menschen verfügen von Natur aus über höhere Testosteronspiegel als andere, was es ihnen erlaubt schneller als andere Muskeln aufzubauen, was insbesondere dann gilt, wenn sie mehr Protein konsumieren. Aber Tatsache ist folgendes: wenn Du keine anabolen oder androgenen Steroide verwendest (und als Anfänger solltest Du dies besser nicht tun), dann verfügt Dein Körper nur über eine begrenzte Kapazität Protein für den Muskelaufbau zu verwenden und Testosteron ist der primäre limitierende Faktor.
Du wirst jetzt vielleicht fragen, was mit Wachstumshormonen ist. Man könnte sich vorstellen, dass eine Substanz, die als „menschliches Wachstumshormon“ bezeichnet wird, Menschen wachsen lässt. Nun, dies ist auch der Fall, wenn Du ein Kind bist, aber Wachstumshormone besitzen bei Erwachsenen nur eine milde anabole Wirkung, was bedeutet, dass Wachstumshormone Deine Kapazität Muskeln aufzubauen nur geringfügig erhöhen. Das Hormon IGF-1 ist jedoch hoch anabol. IGF-1 und Wachstumshormone werden in Schüben produziert (die IGF-1 Produktion folgt auf einen Schub der Wachstumshormonproduktion). Wie bei anderen Hormonen variiert auch bei diesen Hormonen die produzierte Menge von Person zu Person und dies kann zu einem limitierenden Faktor werden, wenn es um den Aufbau von Muskeln geht.
Insulin wird häufig als das anabolste Hormon bezeichnet. Dies hängt damit zusammen, dass seine Hauptfunktion darin besteht, den Speichereinheiten des Körper zu sagen, dass sie sich öffnen, Zeug einsaugen und es speichern sollen. Die Hauptspeichereinheiten des Körpers sind Muskeln, Leber und Fettzellen und das „Zeug“, das gespeichert wird, sind die Nährstoffe, die wir essen (Protein, Kohlenhydrate, Fett, usw.). Insulin öffnet diese Speichereinheiten, aber jede hiervon weist ihren eigenen Grad an Empfindlichkeit gegenüber Insulin auf. Je empfindlicher eine Speichereinheit ist, desto leichter wird sie sich öffnen und Nährstoffe speichern.
In einer idealen Welt würden unsere Muskelzellen superempfindlich auf Insulin reagieren, während unsere Fettzellen nur eine geringfügige Empfindlichkeit gegenüber Insulin aufweisen würden. Dies würde Muskelzuwächse sicherlich fördern und Fettzuwächse minimieren. Im Grunde genommen wird Dein Muskelaufbaupotential umso größer ausfallen, je empfindlicher Deine Muskelzellen auf Insulin reagieren. Je empfindlicher Deine Fettzellen auf Insulin reagieren, desto größer wird Dein Schwabbelaufbaupotential ausfallen.
Wir werden später auf dieses Konzept zurückkommen, aber für den Augenblick ist es ausreichend, wenn Du Dir merkst, dass Du umso mehr Aminosäuren in Deinen Muskelzellen speichern und somit umso mehr neues Muskelgewebe aufbauen kannst, je empfindlicher Deine Muskeln auf Insulin reagieren.
Kommen wir zu Kortisol
Bei Kortisol handelt es sich um ein Hormon, das den Muskelaufbau hemmt. Doch nicht nur das – es kann sogar Deine Muskelmasse reduzieren. Kortisol ist das, was wir als kataboles Hormon bezeichnen. Seine Rolle besteht darin, Nährstoffe zu mobilisieren (sie aus den Speichereinheiten freizusetzen) so dass der Körper mehr Energie produzieren kann. Dies umfasst auch die Muskeln: Kortisol kann Muskelgewebe in Aminosäuren aufbrechen, welche dann von der Leber in Zucker (Glukose) umgewandelt werden können, der als schnell verfügbare Energiequelle dient. Dies ist das, was wir als Katabolismus (klingt wie Kannibalismus) bezeichnen. Katabolismus ist das Gegenteil von Anabolismus und für einen Bodybuilder ist das etwas Schlechtes. Es scheint also so, als ob Kortisol ein schlechtes Hormon wäre.
Nun, ja und nein. Kortisol ist während des Trainings sogar notwendig, da es bei der Energieproduktion hilft und die Kapazität des Körpers steigert, mit körperlichem Stress zurecht zu kommen. Wenn die Kortisolspiegel jedoch nach einer Trainingseinheit chronisch erhöht bleiben, dann verbleibt der Körper in einem katabolen Zustand, anstatt in einen anabolen (den Muskelaufbau fördernden) Zustand zu gelangen. Dies geschieht häufig, wenn Menschen unter starkem Stress stehen. Kortisol ist ein Stresshormon, es wird ausgeschüttet, wenn die Stresslevel steigen. Menschen, die einer großen Menge an Stress ausgesetzt sind, werden es deshalb schwerer haben, eine Menge Protein für den Aufbau von Muskeln zu verwenden, da sich ihr Körper in einem konstanten Zustand des Abbaus und nicht des Aufbaus befindet.
Wie Du siehst wird der Verzehr von Tonnen von Protein nicht notwendigerweise bedeuten, dass Du mehr Muskeln aufbaust. Eine übermäßige Proteinzufuhr kann außerdem einen anderen Nachteil besitzen: wenn Protein der dominante Nährstoff Deiner Ernährung ist, dann läufst Du Gefahr, dass sich Dein Körper an die Verwendung von Protein als primäre Energiequelle anpasst. Wenn dies geschieht, dann wird Dein Körper mehr Protein zum Zweck der Energieversorgung verbrennen, was zur Folge hat, dass weniger Protein für Muskelaufbauzwecke zur Verfügung steht. Der Trick besteht darin, Deine Proteinzufuhr bis zu dem Punkt zu erhöhen, an dem Du die maximale Menge für ein optimales Muskelwachstum erreichst.
Wie viel ist das genau? Wie Du wahrscheinlich inzwischen verstanden hast, ist dies eine sehr individuelle Sache. Die meisten steroidfreien Trainierenden werden jedoch von einer Proteinzufuhr im Bereich zwischen 2,7 und 3,3 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht profitieren. Mehr als dies wird wahrscheinlich nicht zu weiteren Zuwächsen führen. Protein findet sich primär in tierischen Produkten wie Fleisch, Fisch, Meeresfrüchten, Eiern, Milch und Käse wieder. Und um sicher zu stellen, dass Du ausreichend qualitativ hochwertiges Protein bekommst, kannst Du auch auf ein hochwertiges Proteinpulver zurückgreifen.
Kohlenhydrate
Kohlenhydrate sind der erste der beiden Energienährstoffe. Jedes Gramm Kohlenhydrate liefert 4 kcal. Die Hauptfunktion von Kohlenhydraten im Körper besteht darin, eine schnelle Energiequelle für körperliche und mentale Arbeit zu liefern. Kohlenhydrate können in einer von den drei Hauptspeichereinheiten des Körpers gespeichert werden: in den Muskeln und der Leber in Form von Glykogen, aber auch in Form von Körperfett. Kohlenhydrate sind unter den meisten Umständen die bevorzugte Energiequelle des Körpers. Wenn also ausreichende Mengen an Kohlenhydraten in der Ernährung vorhanden sind, dann wird es schwer, den Körper dazu zu zwingen, Fett als Energiequelle zu verwenden. Mit anderen Worten ausgedrückt wird Dein Fett bleiben wo es ist, wenn Du viele Kohlenhydrate isst.
Kohlenhydrate verursachen außerdem die stärkste Insulinausschüttung von allen drei Makronährstoffen (Protein, Kohlenhydrate, Fett). Die Erhöhung der Blutzuckerspiegel (Kohlenhydrate sind Zucker) ist der primäre Stimulus für eine Insulinausschüttung. Dies kann sowohl ein Vorteil, als auch ein Nachteil sein: Insulin hilft dabei, Protein und Kohlenhydrate in die Muskeln zu transportieren (was etwas Gutes ist), aber es kann auch eine Fettspeicherung anregen (was weniger gut ist). Darüber hinaus ist es, so lange die Insulinspiegel erhöht sind unter normalen Umständen nahezu unmöglich eine Freisetzung von Fettsäuren aus den Fettzellen anzuregen. Dies bedeutet, dass ein Fettabbau nahezu unmöglich ist, so lange die Insulinspiegel erhöht sind. Erinnere Dich daran, dass erhöhte Insulinspiegel Deinen Körper in einen Speichermodus versetzen.
Eine Erhöhung der Insulinspiegel ist also unter bestimmten Umständen etwas Gutes (wenn Du Nährstoffe so schnell wie möglich in Deine Muskeln schleusen musst), aber während der meisten Zeit sind erhöhte Insulinspiegel nicht wünschenswert. Die einzigen beiden Zeiten, zu denen Du eine Menge Kohlenhydrate essen solltest (und hierdurch die Insulinspiegel erhöhst), sind zum Frühstück und direkt nach dem Training.
Nach dem Aufwachen wird Dir die Erhöhung der Insulinspiegel durch das Frühstück dabei helfen, den katabolen (muskelabbauenden) Zustand zu beenden, der durch acht oder mehr Stunden des Fastens zustande kommt. Nach dem Training wird eine Erhöhung der Insulinspiegel schnell Nährstoffe in die Muskeln transportieren. Dies wird die Regeneration und den Muskelaufbauprozess einleiten, während gleichzeitig die Aktionen von Kortisol beendet werden. Du solltest jedoch im Hinterkopf behalten, dass die Menge an Kohlenhydraten, die Du zu diesen Zeiten zu Dir nehmen solltest, abhängig von Deinen Zielen und Deinem Körperfettanteil stark variieren wird.
Jede andere Zeit stellt keine gute Zeit für den Verzehr signifikanter Mengen von Kohlenhydraten dar, da die resultierende Erhöhung der Insulinspiegel einen negativen Einfluss auf Deine Körperkomposition besitzen wird. Deine Insulinspiegel bleiben nach einer kohlenhydratreichen Mahlzeit für bis zu 4 bis 5 Stunden erhöht, was den Fettabbau für diese Zeitspanne zum Stillstand bringen kann. Eine zuckerreiche Mahlzeit wird also nicht nur neues Fett zu Deinen Fettdepots hinzufügen, sondern auch effektiv eine Verwendung von Fett verhindern, was Dich in eine Fett speichernde Maschine verwandeln wird.
Auch wenn Kohlenhydrate die bevorzugte Energiequelle Deines Körpers darstellen, sind Kohlenhydrate nicht auf die gleiche Art und Weise essentiell wie viele Aminosäuren und Fettsäuren. Dies bedeutet, dass Dein Körper selbst bei einer Ernährung völlig ohne Kohlenhydrate korrekt funktionieren könnte – der Körper würde sich an andere Energiequellen anpassen und weiter gut funktionieren.
Es gibt viele Arten von Kohlenhydraten. Ohne zu tief ins Detail zu gehen, sollte erwähnt werden, dass jedes Kohlehydrat von reinem Zucker bis hin zu Vollkornweizen im Körper in Glukose umgewandelt wird. Der Hauptunterschied besteht in der Geschwindigkeit, mit der diese Kohlenhydrate in Glukose umgewandelt werden. Je schneller ein Kohlenhydrat in Glukose umgewandelt wird, desto stärker wird die Insulinausschüttung ausfallen (weil mehr Glukose auf einmal in den Blutkreislauf gelangt). Die Geschwindigkeit mit der ein Kohlenhydrat (oder jedes andere Nahrungsmittel) den Blutzucker erhöht, wird durch den glykämischen Index (GI) gemessen. Jedem Nahrungsmittel kann ein GI Wert zugeordnet werden und je höher dieser Wert ausfällt, desto schneller erhöht dieses Nahrungsmittel die Blutzuckerspiegel. Auch wenn diese Angaben nicht perfekt akkurat sind, geben sie doch einen Hinweis darauf, wie stark ein gegebenes Nahrungsmittel die Insulinproduktion beeinflussen wird. Du musst hieraus jedoch keine Wissenschaft machen. Wenn Dein Ziel darin besteht, Deine Körperkomposition zu verbessern, dann gelten folgende Regeln:
- Kohlenhydrate, die ein Muss darstellen: grünes Gemüse (Brokkoli, Gurke, Spinat, Sellerie, Spargel, Kopfsalat, usw.)
- Kohlenhydrate, die verzehrt werden können: anderes Gemüse (außer Kartoffeln), Beeren (Blaubeeren, Himbeeren, Erdbeeren, Johannisbeeren, usw.)
- Kohlenhydrate für den gelegentlichen Verzehr: anderes Obst
- Kohlenhydrate, die eher selten gegessen werden sollten: brauner Reis, Vollkornbrot, Vollkornnudeln, Grießbrei, Kartoffeln, Yams
- Kohlenhydrate, die gemieden werden sollten: Weißbrot, Nudeln, Haferflocken
- Kohlenhydrate, die gemieden werden müssen: Kekse, Kuchen, Süßigkeiten und andere zuckerhaltige Nahrungsmittel
Fett
Jedes Gramm liefert 9 kcal. Lasse mich zuerst erwähnen, dass Fett nichts Schlechtes ist. Zumindest sind nicht alle Fette schlecht. Die „guten“ Fette sind die essentiellen Fettsäuren – Fettsäuren, die Dein Körper nicht selbst herstellen kann, die er aber für eine optimale Funktion benötigt. Diese Fette müssen über die Nahrung oder in Form von Supplements zugeführt werden. Diese essentiellen Fettsäuren fallen in zwei grobe Kategorien: Omega-3 und Omega-6 Fettsäuren. Die meisten Menschen nehmen über ihre Nahrung reichlich Omega-6 Fettsäuren zu sich, was insbesondere dann gilt, wenn sie viele tierische Proteinquellen zu sich nehmen. Ein Mangel an Omega-3 Fettsäuren ist in den USA und Europa jedoch weit verbreitet, was primär daran liegt, dass der Fischkonsum im Allgemeinen recht niedrig ist. Omega-3 Fettsäuren – insbesondere die so wichtigen Fettsäuren DHA und EPA – besitzen zahlreiche Vorzüge für die Gesundheit und den Aufbau eines muskulösen Körpers.
Omega-3 Fettsäuren
- Erhöhen die Insulinsensitivität, was positive Auswirkungen auf sowohl Muskelaufbau (Förderung des Nährstofftransports zu den Muskeln), als auch Fettabbau (Reduzierung der Menge von Nährstoffen, die als Fett gespeichert werden) besitzt.
- Erhöhung der Verwendung von Körperfett als Energiequelle – insbesondere während des Trainings.
- Verbesserung von Regeneration und Funktion des Nervensystems.
- Verbesserung der Herz- Kreislauf Gesundheit durch eine Verbesserung des Blutflusses, eine Reduzierung der Triglyzeridspiegel und eine Reduzierung der Bildung von Plaques und Blutgerinnseln.
- Reduzierte Entzündungen und Förderung der Heilung.
Neben den Vorzügen, die mit Omega-3 Fettsäuren in Verbindung gebracht werden, besitzt ein Fettkonsum noch weitere Vorzüge. Einer der Hauptvorzüge besteht in einer Erhöhung der Testosteronproduktion. Cholesterin ist das Rohmaterial für die Produktion unseres Lieblingshormons Testosteron. Wenn Du nicht mindestens 20% Deiner Gesamtkalorien in Form von Fett zu Dir nimmst, dann kann Deine Testosteronproduktion sinken. Und wie Du inzwischen wissen solltest, bedeutet weniger Testosteron auch weniger Muskeln.
Ich empfehle nicht, dass Du Butter und Schmalz mit beiden Händen in Dich hineinstopfst oder becherweise Sahne trinkst – ich möchte Dich nur daran erinnern, dass eine zu starke Reduzierung Deiner Fettzufuhr Deine Muskelaufbauziele ernsthaft sabotieren kann.
Fett wird außerdem für sie Absorption von mehreren Vitaminen (A, D, E und K) benötigt, welche für eine optimale Gesundheit benötigt werden. Wenn Deine Fettzufuhr zu niedrig ausfällt, dann kann es sein, dass Du einen Mangel bezüglich eines oder mehrerer dieser Vitamine entwickelst.
Die Basisstoffwechselrate (BMR)
Deine Basisstoffwechselrate beschreibt die Menge an Energie, die Dein Körper innerhalb von 24 Stunden verbrennt, während Du absolut nichts tust. Wenn Du 24 Stunden lang auf der Couch sitzen und fernsehen würdest, dann würdest Du diese Menge an Kalorien verbrennen. Es ist möglich, die Basisstoffwechselrate durch eine Formel abzuschätzen. Dies ist natürlich nicht zu 100% akkurat, aber diese Formel kann Dir eine recht Gute Idee davon geben, was Dein Körper braucht, um zu funktionieren.
Diese Formeln sehen folgendermaßen aus:
- Männer: BMR = 66 + (13,7 x Gewicht in kg) + (5 x Größe in cm) — (6,8 x Alter)
- Frauen: BMR = 655 + (9,6 x Gewicht in kg) + (1,7 x Größe in cm) — (4,7 x Alter)
Nehmen wir als Beispiel einen 29 Jahre alten Mann, der 175 cm groß ist und 94 Kilo schwer ist:
- BMR = 66 + (13,7 x 94) + (1,7 x 175) — (6,8 x 29)
- BMR = 66 + 1287 + 297 — 197
- BMR = 1453 kcal
Dieser Mann würde 1453 kcal innerhalb von 24 Stunden verbrennen, während er absolut nichts tut. Abhängig von Deinen täglichen Aktivitäten wird Dein tatsächlicher täglicher Energieverbrauch, d.h. die Menge an Kalorien, die Du im Lauf eines Tages verbrennst, variieren. Du kannst diese Menge durch das Multiplizieren Deiner Basisstoffwechselrate mit einem Aktivitätsfaktor abschätzen.
- 0: untätig (Du tust nichts außer fernsehen und Kartoffelchips essen)
- 1,2: sehr leichte Aktivitäten (Schreibtischjob, kein Training, etwas gehen)
- 1,4: leichte Aktivitäten (kein Training, ein Beruf, der etwas leichte körperliche Arbeit umfasst)
- 1,6: moderate Aktivität (die meisten von uns: ein körperlich nicht fordernder Job, aber regelmäßiges Training)
- 1,8 hohe Aktivität (tägliches Training und ein körperlich aktiver Job oder Lebensstil)
- 2,0: sehr hohe Aktivität (zweimal tägliches Training, Sport + Training oder Training und ein körperlich sehr fordernder Job)
Wenn in unserem Beispiel unser 1453 kcal Mann moderat aktiv ist, dann würde sein täglicher Gesamtkalorienverbrauch bei etwa 2324 kcal (1453 * 1,6) liegen. Dies bedeutet, dass er 2324 kcal pro Tag konsumieren muss, um den Status Quo aufrecht zu erhalten (weder Gewicht aufbauen noch abnehmen).
Du solltest Dich daran erinnern, dass es sich hierbei nur um ungefähre Werte handelt. Es ist besser als raten, aber es ist nur bei „normalen“ Personen wirklich präzise. Wenn Du z.B. ein Mesomorph bist (von Natur aus sehr muskulös und schlank), dann neigt diese Formel dazu, Deinen Kalorienverbrauch um etwa 10% zu unterschätzen. Es handelt sich immer noch um eine brauchbare Formel, die jedoch unter Umständen ein paar Anpassungen benötigt.
Ein anderer Weg Deinen Gesamtkalorienverbrauch zu bestimmen besteht darin, eine Woche lang alles aufzuschreiben, was Du isst und dann Deine Kalorienzufuhr zu berechen. Wenn Du während dieser 7 Tage weder Gewicht aufgebaut noch verloren hast, dann hast Du im Grunde genommen genauso viele Kalorien zu Dir genommen, wie Du verbraucht hast. Auch wenn diese Methode etwas präziser ist, kann sie wirklich nervig sein, weshalb die meisten Menschen bei der Berechnung über eine Formel bleiben und ihre Kalorienzufuhr abhängig davon, wie ihr Körper reagiert, anpassen.
Von Christian Thibaudeau | 11/05/07
Quelle: https://www.t-nation.com/diet-fat-loss/nutrition-for-newbies-1

6 Strategien für eine Verbesserung der Insulinsensitivität
In diesem Artikel werde ich sechs Strategien beschreiben - fünf Nährstoffe und eine elegant einfache Ernährungsstrategie - die Dir dabei helfen werden, Deine Insulinsensitivität zu verbessern.
Ich glaube daran den Leuten zu erklären, warum es Sinn macht, etwas zu tun, anstatt ihnen einfach zu sagen, dass sie etwas tun sollten. Deshalb möchte ich kurz darauf eingehen, was es bedeutet, über eine gute Insulinsensitivität zu verfügen. Hierdurch wirst Du mit dem Wissen "bewaffnet" sein, das Dir dabei helfen wird, vernünftige Ernährungsentscheidungen zu treffen.
Was genau versteht man unter Insulinsensitivität?
Was haben Türsteher und Insulin gemeinsam?
Türsteher und Insulin machen so ziemlich dasselbe. Erlaube mir, dies näher zu erklären.
Die Zellen, aus denen Dein Körper besteht, sind so ähnlich wie Nachtclubs - einige empfangen jeden mit offenen Armen, während andere recht exklusiv sind und man jemanden kennen muss, um hineinzukommen.
Als ich zu meiner College Zeit als Türsteher jobbte, erkannte ich schnell, dass einer der Vorzüge in der Aufmerksamkeit war, die ich von einigen Mädels bekam, die wussten, dass ich sie und ihre Freunde umsonst und ohne langes Warten in der Schlange in den Club bringen konnte.
Da ich offensichtlich nicht jeden hereinlassen konnte, ohne dass dieser zahlen musste, musste ich die schwere Entscheidung treffen, wem ich diesen VIP Status zugestehen konnte und wem ich sagen musste, dass ich ihm leider nicht helfen kann.
Unsere Muskelzellen sind recht wählerisch, wenn es darum geht, wen sie hereinlassen. Nährstoffe, die im Blutkreislauf zirkulieren, können nicht einfach sagen "Hey, ich werde mal in die Muskelzelle schwimmen und schauen, was so abgeht." Nein, so funktionieren Muskeln nicht.
Um in eine Muskelzelle zu gelangen, kann es wirklich helfen, wenn Du Insulin auf Deine Seite ziehen kannst. Wenn Du dies schaffst, dann kannst Du Dir ziemlich sicher sein Eintritt zu erlangen, da Insulin so etwas wie der oberste Türsteher in einem Club ist. Wenn Du mit Insulin auf Du und Du bist, dann bist Du praktisch schon drinnen.
Auch wenn Türsteher notorisch kaltschnäuzig sind, haben auch sie menschliche Gefühle. Wenn Du auf einen Türsteher triffst, nachdem ihn seine Stripper Freundin gerade betrogen hat, wird er mit größerer Wahrscheinlichkeit weniger empfänglich für Dein Verlangen nach Eintritt sein, wodurch es schwerer wird, in den Club zu gelangen.
Wenn Du hingegen auf ihn triffst, nachdem sein Lieblingsteam gerade den Superbowl gewonnen hat, wird er wahrscheinlich freundlicher sein und Dich und Deine Freunde eher ohne Eintritt in den Club lassen.
Wenn Du diese Türsteher Analogie verstehst, dann wirst Du auch das Thema Insulinsensitivität verstehen. Sensible Türsteher lassen mehr Menschen in den Club. Empfindliche Insulinrezeptoren lassen mehr Nährstoffe (z.B. Glukose, Aminosäuren, Kreatin) in Deine Muskelzellen, um die anabole Party steigen zu lassen.
Werfen wir mit diesem fundamentalen Verständnis einen Blick auf fünf Wege, zur Maximierung Deiner Insulinsensitivität.
1 – Chrom
Wenn Du schon ein paar Jahre Kraftsport betreibst und Dich in diesem Bereich etwas auskennst, dann mag Chrom auf den ersten Blick vielleicht etwas Old School wirken, doch nur weil etwas nicht neu ist, bedeutet dies nicht, dass es nicht effektiv ist.
Es konnte wiederholt gezeigt werden, dass eine Supplementierung mit Chrom Insulinsensitivität und Glukosetoleranz verbessern. Diese Wirkung geht so weit, dass bei vielen Menschen sogar eine Diabeteserkrankung vom Typ 2 geheilt werden kann (1). Dies hängt damit zusammen, dass ein Chrommangel zur Entwicklung von Diabetes vom Typ 2 führen kann.
Chrom steht so sehr mit der Insulinsensitivität und der Glukosetoleranz in Zusammenhang, dass einige Ernährungsexperten Chrom als Glucose Tolerance Factor (GTF) bezeichnen.
Dosierungen zwischen 200 und 600 mcg pro Tag scheinen sowohl sicher, als auch effektiv zu sein.
Wie bei jedem Mineralstoff und Spurenelement kann die Einnahme zu großer Mengen zu Problemen führen. Aus diesem Grund solltest Du auf keinen Fall der "mehr ist besser" Mentalität verfallen, wenn es um eine Supplementierung mit Chrom oder anderen Mineralstoffen geht.
Ich neige dazu, bei einer Supplementierung mit Chrom (und jedem anderen Mineralstoff oder Spurenelement) einen Ansatz zu verwenden, der vom gesunden Menschenverstand inspiriert wird - wenn Du es eine Zeit lang nicht verwendet hast, dann wirst Du mit größerer Wahrscheinlichkeit einen Mangel aufweisen. Es macht dann Sinn, diese ernährungstechnische Lücke zu füllen, indem Du es als Supplement einnimmst - temporär vielleicht sogar in einer Dosierung, die sich am oberen Ende der Skala befindet.
Nach ein paar Wochen der Supplementierung solltest Du die Dosierung dann so weit reduzieren, dass sie sich am unteren Ende der Skala befindet, da es Dir jetzt lediglich um eine Aufrechterhaltung gesunder Spiegel geht.
Des weiteren solltest Du in Betracht ziehen, von Zeit zu Zeit eine Einnahmepause einzulegen, während der Du kein Chrom supplementierst. Ich finde, dass es gut funktioniert, eine solche Einnahmepause während des Urlaubs einzulegen. Hierdurch wird auch das Reisen etwas einfacher und Du kannst Deinem Körper eine Supplement Pause gönnen.
Was die unterschiedlichen Formen von Chrom angeht sind sich Experten darüber einig, dass auch wenn das weit verbreitete Chromium Picolinate eine brauchbare Darreichungsform darstellt, die Aminosäure Chelate von Chrom, bei denen Chrom an eine Aminosäure gebunden vorliegt, die beste Darreichungsform darstellt, da diese Aminosäurebindung die Absorption von Chrom im Körper fördert.
2 – Vanadium
Vanadium ist ein anderer Old School Mineralstoff, der bei der Optimierung der Glukosetoleranz eine wichtige Rolle spielt (2).
Ich erinnere mich noch daran, als ich in den Neunzigern erstmals Vanadium einnahm. Damals gab es einen regelrechten Hype um Vanadium und seine Fähigkeit, einen massiven, förmlich die Haut sprengenden Pump hervorzurufen. Ich war zunächst extrem skeptisch, aber ich muss zugeben, dass ich von der Wirkung beeindruckt war.
Ohne irgendetwas anderes verändert zu haben, bemerkte ich nach ein paar Tagen der Supplementation mit Vanadyl Sulfat im Fitnessstudio einen deutlich besseren Pump und meinem Trainingspartner, der auch Versuchskaninchen spielte, erging es nicht anders. Es war so, als ob meine Muskeln mehr Glykogen speicherten.
Als ich später mehr über die zu Grunde liegenden wissenschaftlichen Hintergründe lernte, erkannte ich, dass ich wahrscheinlich aufgrund einer Verbesserung meiner Insulinsensitivität als Resultat der Einnahme von Vanadium mehr Muskelglykogen speicherte.
Ich muss jedoch sagen, dass ich niemals wieder diese nahezu sofortige Steigerung meines Trainingspumps verspürte, wenn ich danach wieder mit Vanadium supplementierte. Rückblickend ergibt dies einen Sinn und erklärt auch, warum einige Menschen auf Vanadium schworen, während andere nicht wirklich etwas spürten.
Wenn Du unter einem Vanadiummangel – insbesondere einem schweren Mangel – leidest, dann wirst Du mit großer Wahrscheinlichkeit die positiven Wirkungen einer Supplementation verspüren. Wenn Du hingegen keinen Vanadium Mangel aufweist – oder zumindest keinen schweren Mangel – dann wirst Du wahrscheinlich nicht viel – oder überhaupt nichts – spüren.
Ich kann mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass ich, als ich zum ersten Mal Vanadium einnahm, unter einem deutlichen Mangel litt. Als ich diesen Mangel ausglich, konnte ich die Resultate hiervon förmlich spüren.
Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass ich niemals wieder über einen längeren Zeitraum kein Vanadium einnahm, war es unwahrscheinlich, dass ich eine deutliche Wirkung verspüren würde – was in Wirklichkeit etwas Gutes ist.
Bei vielen Supplements wie z.B. Vitamin C oder Vitamin D wissen wir, dass sie Vorzüge mit sich bringen, auch wenn wir sie nicht förmlich wirken spüren können. Ich glaube, dass dies auch bei Vanadium der Fall ist.
Ich persönlich nehme im Allgemeinen 60 bis 100 mcg Vanadium pro Tag in Form von cheliertem Vanadium zu mir. Diese Dosierung scheint in Kombination mit regelmäßigen Supplement Einnahmepausen konservativ genug zu sein, um eine potentielle Toxizität zu verhindern, aber trotzdem eine gute Insulinsensitivität aufrecht zu erhalten.
3 – Zimt
Wenn Du so wie ich bist, dann wird die Nachricht, dass Zimt eine recht potente Glukose kontrollierende Wirkung besitzt (3), nicht besonders beeindruckend sein. „Hmmm...das ist ganz nett“ wird die Art von Reaktion hierauf sein, von der ich spreche.
Aber stelle Dir für einen Moment vor, dass Du gerade von einem brandneuen Supplement namens CGM1029 gehört hättest, dass es dabei hilft, Nährstoffe bevorzugt in die Skelettmuskulatur und weg vom Fettgewebe zu transportieren.
Das klingt interessanter!
Nur weil etwas neu und rar ist und von einem pharmazeutischen Unternehmen verkauft wird, bedeutet nicht, dass wir es nicht aufregend finden sollten. Wir sollten aber auch nicht zulassen, dass die „langweilige“ Natur von Zimt uns daran hindert, seine enormen Vorzüge zu erkennen.
Auch wenn ich Deiner Logik nicht widersprechen würde, wenn Du Dich dazu entschließt, Zimt Kapseln einzunehmen, während ich guten alten Zimt verwende, bevorzuge ich die altmodische Art und Weise – in meinen Haferflocken und mit anderen Nahrungsmitteln.
(Überraschenderweise schmeckt Zimt auf einem Hackbraten wirklich gut. Ich weiß, dass das wirklich seltsam klingt, aber tue diese Idee nicht ab, bevor Du es nicht probiert hast.)
Da es sich bei Zimt nicht um einen Mineralstoff handelt, denke ich nicht, dass es so wichtig ist, Zimt zyklisch zu verwenden. Aber ich tendiere im Zweifelsfall immer zu Mäßigung.
4 – Alpha Liponsäure
Alpha Liponsäure, kurz ALA – nicht zu verwechseln mit der Omega 3 Fettsäure Alpha Linolensäure – ist ein wahrlich toller Nährstoff.
ALA unterstützt nicht nur die Aufrechterhaltung (oder Verbesserung) der Insulinsensitivität, sondern agiert auch als potentes Antioxidans. Es ist nicht übertrieben zu sagen, dass ALA nahe dran ist, ein echter Supplement Superheld zu sein.
Wenn Du Dir jedoch Studien zu ALA (alias Thioctsäure) ansiehst, dann wirst Du herausfinden, dass einige dieser Studien auf eine mehr neutrale Wirkung hindeuten, während andere erstaunliche Vorzüge zu zeigen scheinen. Nun, wie sich herausstellt, gibt es zwei natürlich vorkommende Isomere (R-ALA und L-ALA), wobei das R Isoimer das wirkungsvollere zu sein scheint (4).
Aus diesem Grund solltest Du, wenn Du mit ALA supplementieren möchtest, darauf achten, dass Du R-ALA verwendest
Anmerkung: Während sich mein wissenschaftliches Verständnis der Ernährung weiterentwickelt, versuche ich vermehrt, mir Nährstoffsynergien zu Nutze zu machen und weniger einzelne, isolierte Inhaltsstoffe zu verwenden.
Wie bei Zimt mache ich mir bei R-ALA nicht zu viele Gedanken darüber, zu viel R-ALA einzunehmen, oder es zu häufig zu verwenden, aber ich lege aus Gründen der Vorsicht trotzdem Einnahmepausen ein.
5 – Cyanidin 3-Glucosid
Wenn ALA fast ein Supplement Superheld ist, dann ist Cyanidin 3-Glucosid der echte Superstar.
Und Cyanidin 3-Glucosid (alias C3G) ist so bahnbrechend und innovativ, wie es ein Supplement Inhaltsstoff sein kann – an diesem Inhaltsstoff ist nichts Old School!
Cyanidin 3-Glucosid (an Glukose gebundenes Cyanidin) ist ein spezifisches Anthocyanin, das starke physiologische Wirkungen aufweist. Anthocyanine verleihen Obst und Beeren ihre kräftige dunkle Farbe. Auch wenn diese Eigenschaft für uns alles andere als aufregend ist, sind es seine physiologischen Wirkungen umso mehr.
Zuerst einmal scheint C3G antikarzinogene Eigenschaften zu besitzen (6). Auch wenn das Vermeiden von Krebs vielleicht nicht zu Deinen guten Vorsätzen für das neue Jahr gehört, denke ich, dass Du mir darin zustimmen wirst, dass alles, was uns dabei helfen könnte gesund zu bleiben, ein Bonus ist.
Und hier beginnen die Dinge wirklich interessant zu werden – C3G besitzt recht potente antioxidative und entzündungshemmende Wirkungen.
Das alleine wäre bereits ein toller Gesundheitsvorzug, aber C3G besitzt entzündungshemmende Auswirkungen auf die Fettzellen. Dies ist toll, da entzündete Fettzellen dazu neigen, falsche Signale zu senden, was unglücklicherweise schrecklich für Deine Körperkomposition ist.
Durch eine Reduzierung der Entzündung und eine Reparatur der fehlerhaften Signale, wird die allgemeine Glukosetoleranz (und die Insulinsensitivität) dramatisch verbessert.
Ich bin mir seit längerer Zeit der zunehmenden Menge an Untersuchungen bewusst, die die positiven Wirkungen von C3G unterstützen, aber es ist das Feedback von Anwendern, das mich wirklich beeindruckt.
Ein Typ, den ich kenne, der C3G eingenommen hat, hat sein Blut untersuchen lassen und sein Nüchternblutzucker war nach 6 Wochen der Einnahme von C3G von 117 – was als prädiabetisch angesehen wird – auf einen normalen und gesunden Nüchternblutzucker von 77 gesunken. Das ist erstaunlich!
Auch wenn wir als Kraftsportler primär aus Gründen der Verbesserung der Körperentwicklung an einer besseren Insulinsensitivität interessiert sind, sollten wir nicht vergessen, dass dieselben Dinge, die dabei helfen können, Diabetes vom Typ II zu verhindern oder zu behandeln, typischerweise auch dabei helfen werden, die Körperkomposition zu verbessern. Dies ist der Grund dafür, dass viele der Ernährungsstrategien, die bei Diabetikern vom Typ 2 helfen, auch bei Bodybuildern und Figurathleten funktionieren.
6 – Kohlenhydratmanagement
Eine häufig übersehene Strategie zur Verbesserung der Insulinsensitivität besteht in der Manipulation der Kohlenhydratzufuhr.
Wenn Du Deinen Körper tagein, tagaus mit Unmengen von Kohlenhydraten – und insbesondere hochglykämischen Kohlenhydraten – bombardierst, dann kann dies Deinen Körper gegenüber Kohlenhydraten desensibilisieren. Und dies geschieht über eine Reduzierung der Insulinsensitivität.
Wenn wir auf unsere Türsteher Analogie zurückkommen, dann ist der regelmäßige Verzehr von großen Mengen hochglykämischer Kohlenhydrate, wenn Du Deine Insulinsensitivität verbessern möchtest, in etwa dasselbe, wie mit der Freundin des Türstehers zu schlafen und zu erwarten, dass er Dich umsonst in den Club lässt – es wird nicht geschehen!
Deshalb solltest Du selbst dann, wenn Dein Ziel darin besteht, Muskeln aufzubauen, in Betracht ziehen, Phasen einer kohlenhydratarmen Ernährung einzuplanen. Dies ist eine Strategie, die ich mit großem Erfolg selbst verwendet habe und die sich als so erfolgreich herausgestellt hat, dass sie zu einem festen Bestandteil meiner Ernährungsplanung geworden ist.
Ich bin aus vielen Gründen ein großer Fan zyklischer Ernährungsstrategien – ich bezeichne dies als zyklische Makronährstoffzufuhr. Einer der Gründe hierfür besteht darin, dass eine kohlenhydratarme Ernährung Deinen Körper wieder empfindlicher gegenüber Kohlenhydraten machen kann (5). Wenn Du anschließend wieder mehr Kohlenhydrate isst, wird Dein Körper diese Kohlenhydrate mit größerer Wahrscheinlichkeit als Muskelglykogen speichern, anstatt sie in Deine Fettspeicher zu schleusen.
Selbst wenn Du keine zyklische Makronährstoffzufuhr verwendest, solltest Du zumindest darauf abzielen vernünftige Mengen an Kohlenhydraten mit einem niedrigeren GI zu all Deinen Mahlzeiten zu essen, wobei die Mahlzeit nach dem Training eine mögliche Ausnahme darstellen kann. Dies wird Deine durchschnittliche tägliche Insulinausschüttung reduzieren und im Lauf der Zeit dabei helfen, Deine Insulinsensitivität zu verbessern oder zumindest aufrecht zu erhalten.
Bonus Trainingstipp
Der Fokus dieses Artikels liegt auf Ernährungsstrategien zur Verbesserung der Insulinsensitivität, aber es gibt auch einen Trainingstipp, der es wert ist, geteilt zu werden.
Ich weiß nicht, ob dieser Tipp durch wissenschaftliche Untersuchungen bestätigt wurde, aber ich glaube fest daran, dass ein hochvolumiges, die Glykogenspeicher entleerendes Training im Lauf der Zeit die Insulinsensitivität verbessern kann. Lasse mich dies erklären.
Wir wissen durch wissenschaftliche Untersuchungen, dass ein Training mit hohem Volumen die Glykogen Speicherkapazitäten erhöhen kann. Sagen wir also, dass Du normalerweise 350 Gramm Muskelglykogen speichern kannst (was ein realistischer Wert ist).
Nach ein paar Wochen eines Trainings mit hohem Volumen, welches Deine Glykogenreserven erschöpft, werden Deine Muskeln eine bessere Fähigkeit entwickeln Glykogen zu speichern – vielleicht 400 Gramm Glukose in Form von Glykogen.
Diese Anpassung macht Sinn, da sie Deinen Körper besser darauf vorbereitet, den nächsten hochvolumigen Trainingsstimulus durchzustehen. Es macht außerdem Sinn, dass unser Körper gleichzeitig durch eine Verbesserung der Insulinsensitivität eine bessere Fähigkeit entwickelt, Glukose (Kohlenhydrate) zu verwenden.
Und da wissenschaftliche Untersuchungen gezeigt haben, dass ein Widerstandstraining die Insulinsensitivität verbessert, ist es nicht weit hergeholt zu denken, dass ein hochvolumigeres Training mehr dieser Vorzüge mit sich bringen könnte.
Auch wenn ich definitiv ein Fan hochintensiver Trainingsprogramme mit niedrigem Volumen bin, zweifle ich daran, dass diese Deine Insulinsensitivität so stark wie möglich verbessern werden.
Aus diesem Grund empfehle ich, gelegentlich in vernünftigem Umfang etwas hochvolumiges Training in Dein Trainingsprogramm aufzunehmen. Du kannst z.B. bei Sätzen a 10 bis 20 Wiederholungen bleiben und vier bis fünf Sätze von vier bis fünf Übungen pro Muskelgruppe ausführen.
Ja, das ist eine Menge an Volumen, aber das ist das, was notwendig ist, um Deine Muskelglykogenspeicher adäquat zu entleeren und auf die folgende Erhöhung der Glykogenspeicherung vorzubereiten. So lange Du nicht viele dieser Sätze bis zum Muskelversagen ausführst, solltest Du dazu in der Lage sein, ein Übertraining zu vermeiden, so lange Du diese Strategie nicht länger als 8 Wochen in Folge verwendest.
Ich vermute, dass Du, wenn Du Dein Trainingsvolumen auf etwa 20 Sätze pro Muskelgruppe erhöhst und sicherstellst, ausreichende Mengen an Kohlenhydraten zu konsumieren, feststellen wirst, dass sich Deine Muskeln nach ein paar Wochen voller und aufgepumpter anfühlen werden, ohne dass es zu einer Zunahme an Körperfett kommt.
Und diese Wirkung wird noch ausgeprägter ausfallen, wenn Du bisher mit einem niedrigen Volumen trainiert hast.
Abschließende Worte
Eine Optimierung der Insulinsensitivität ist definitiv etwas, das es wert ist, sich näher damit zu befassen. Eine bessere Insulinsensitivität wird Dir nicht nur dabei helfen besser auszusehen, sondern auch Deiner Gesundheit zuträglich sein.
Typ und Menge der Kohlenhydrate, die Du konsumierst, zu kontrollieren, ist lediglich ein vernünftiger Gesundheitsratschlag, aber ob Du Dich dafür entscheidest, hier und da zyklisch ein Insulin freundliches Supplement einzustreuen, liegt ganz bei Dir.
Wie auch immer Du Dich entscheiden wirst hoffe ich, dass Dir die Informationen dieses Artikels weitergeholfen haben und Du jetzt über das Wissen verfügst, das Du benötigst, um einige Schritte in die Tat umzusetzen und damit zu beginnen, Deine Insulinsensitivität zu verbessern.
Referenzen
- Diabetes & Metabolism. 2000, 26, 22-27
- J Clin Endo & Metabolism. 2001 Mar;86(3):1410-1717
- Diabetes, Obesity, & Metabolism. Dec 2009; Vol11, issue 12, 1100-1113
- AJP - Endo July 1, 1997 vol. 273 no. 1 E185-E191
- J Am Coll Nutr. 2004 Apr;23(2):177-84
- J Biol Chem. 2006 Jun 23;281(25):17359-68. Epub 2006 Apr 17.
Von Clay Hyght
Quelle: https://www.t-nation.com/supplements/6-strategies-for-improved-insulin-sensitivity

Kreatin war das eindrucksvollste Supplement des 20. Jahrhunderts, aber inzwischen gibt es eine Menge erfahrene Kraftsportler, die es nicht länger verwenden. Warum? Ist es genauso wie diese Zirkusclown-Trainingshosen aus der Mode gekommen? Oder liegt es daran, dass neue Supplements immer besser als alte Supplements sind? Oder hat sich Kreatin als lediglich mittelmäßiges Supplement oder sogar als Schwindel herausgestellt?
Es ist an der Zeit einen weiteren Blick auf dieses ikonenhafte Supplement zu werfen und zu sehen, was wir seit seiner Markteinführung über Kreatin gelernt haben und – was noch wichtiger ist – ob diese alte Waffe es immer noch wert ist, Teil Deines Supplement Arsenals zu sein.
1 – Was wird Kreatin kraftmäßig für mich tun?
Kreatin wird in den Muskelzellen in Form von Phosphokreatin gespeichert und liefert eine Phosphatgruppe, um ATP während hochintensiver Kontraktionen zu regenerieren, wodurch Deine Kapazität hochintensive anaerobe wiederholte Arbeit auszuführen um etwa 15% steigt. Dies bedeutet, dass Du bei jedem gegebenen Satz dazu in der Lage sein solltest, ein oder zwei zusätzliche Wiederholungen mit zusätzlichem Gewicht auszuführen, was alles andere als kalter Kaffee ist.
2 – Was wird Kreatin in Bezug auf die Muskelmasse für mich tun?
Etwa zwei Drittel aller Anwender werden nach den ersten Tagen einer Kreatin Supplementation etwa 0,8 bis 2,9% an Körpergewicht zunehmen. Natürlich variieren die Resultate von Person zu Person enorm. Im Rahmen seiner Untersuchungen fand Tarnopolsky heraus, dass einige Probanden etwa 2 Pfund zunahmen, während ein Proband – der dieselbe Kreatindosierung verwendete und dasselbe Training absolvierte – angeblich 17 Pfund zunahm.
Zusätzlich zu einer Steigerung der Arbeitskapazität baut Kreatin Muskelmasse auf, indem es die Spiegel anaboler Hormone (IGF-1) erhöht, die Myostatinspiegel senkt (erhöhte Spiegel hemmen das Muskelwachstum), die Zellsignalisierung der Sattelitenzellen verbessert (dies hilft bei Reparatur und neuem Muskelwachstum) und einen Proteinabbau reduziert.
3 – Besteht die Gewichtszunahme nicht hauptsächlich aus Wasser?
Die meisten Menschen nehmen nach Beginn der Kreatineinnahme so schnell an Gewicht zu, dass die Logik Dir sagt, dass diese Gewichtszunahme fast ausschließlich aus Wasser besteht. Das mag größtenteils wahr sein, nachdem Du mit der Kreatineinnahme begonnen hast, aber selbst dann scheint die Gewichtszunahme proportional zur Gesamtgewichtszunahme auszufallen. Muskeln bestehen zu 73% aus Wasser – wenn Du durch die Einnahme von Kreatin zehn Pfund an Gewicht zunimmst, werden etwa 7,3 Pfund hiervon Wasser sein.
Kreatin bewirkt in der Tat eine zellulare Voluminisierung und dies ist bei Proteinabbau und Proteinsynthese im Bereich der Skelettmuskulatur (und auch bei anderen Zelltypen) ein wichtiger bestimmender Faktor. Training aktiviert die Proteinsynthese, während gleichzeitig auch Protein abgebaut wird, aber Kreatin verschiebt das Verhältnis in Richtung der Proteinsynthese. Ja, Kreatin liefert eine zusätzliche Phosphatgruppe, um dabei zu helfen ATP während hochintensiver Kontraktionen zu regenerieren, aber die Zellvoluminisierung ist eine sogar noch wichtigere Ursache der muskelaufbauenden Wirkung von Kreatin.
Eine Langzeitanwendung stellt ein etwas anderes Szenario dar, denn bei diesem Szenario erhöht Kreatin die fettfreie Masse ohne begleitende Zunahme an Gesamtkörperwasser. Der Muskelfaserdurchmesser steigt zusammen mit der Kraft und die Langzeitwirkung von Kreatin scheint zum größten Teil durch eine gesteigerte Muskelmasse zustande zu kommen.
4 – Hilft Kreatin auch bei der Regeneration?
Es scheint so zu sein. Eine aktuelle Studie fand heraus, dass Kraftsportler (in diesem Fall Männer, die Curls bis zum Muskelversagen ausführten), die Kreatin verwendeten, unter weniger Muskelkater als die Probanden der Kontrollgruppe litten. Die Wissenschaftler wussten nicht genau warum dies der Fall war, aber sie vermuteten, dass diese Wirkung wahrscheinlich durch eine Kombination der vielfältigen Funktionen von Kreatin zustande kam.
5 – Hilft Kreatin auch bei Ausdauertraining?
Nicht so sehr. Es ist am besten für intensive, wiederholte Anstrengungen geeignet, die weniger als 30 Sekunden andauern, was eine recht gute Beschreibung für ein Training mit Gewichten darstellt.
6 – Warum wirkt Kreatin nicht bei jedem?
Einige Menschen – insbesondere Menschen, die viel Fleisch und Fisch essen – verfügen bereits über große Mengen an Kreatin in ihrem Körper und werden deshalb unter Umständen nicht so gut auf Kreatin ansprechen, da ihre Zellen bereits mit Kreatin gesättigt sind. Andere Menschen, wie z.B. Vegetarier, die nicht so viel Kreatin über ihre Nahrung aufnehmen, können hingegen phänomenale Resultate erzielen.
Auch das Muskelfaserverhältnis spielt eine Rolle. Diejenigen, die über eine recht gleichmäßige Verteilung von schnell du langsam kontrahierenden Muskelfasern verfügen, werden recht gut auf Kreatin ansprechen, während diejenigen, die über etwa 70% schnell kontrahierender Muskelfasern verfügen, wirklich gut auf Kreatin ansprechen werden.
7 – Was ist der beste Typ von Kreatin?
Eine Zeit lang sah es so aus, als ob irgendjemand jeden Monat eine neue Kreatinform auf den Markt bringen würde. Es gab unter anderem Kreatin Ethyl Ester, Dikreatin Malat, Brausekreatin, mikronisiertes Kreatin und selbst gummibärchenartiges Kreatin. Wenn der Einfallsreichtum nicht abgeebbt wäre, dann hätten wir heute vielleicht sogar Beef Jerky Kreatin oder „Ich kann nicht glauben, dass es kein Kreatin ist“ Kreatin.
Diese Produkte wurden angeblich schneller vom Körper aufgenommen oder wiesen eine höhere Aufnahme in die Muskeln auf oder ermöglichten es dem Anwender weniger als bei anderen Kreatinformen zu verwenden, aber es gab keine wissenschaftlichen Daten, die überzeugend zeigen konnten, dass irgendeine Kreatinform besser als Kreatin Monohydrat wirkte. Es gab jedoch etwas, das diese Kreatinformen schneller als reguläres Kreatin konnten: Dein Konto leeren.
8 – Was ist der beste Weg Kreatin zu laden?
Trotz der unzähligen vorgeschlagenen Variationen des Ladens und trotz alles Zähneknirschens funktioniert die Original Lademethode, die erstmals von Richard Kreider in den Neunzigern vorgeschlagen wurde, immer noch am besten:
- 0,3 Gramm Kreatin pro Kilogramm Körpergewicht verteilt auf vier Gaben täglich für 5 bis 7 Tage (es ist jedoch nicht notwendig, mit der Dosierung so präzise zu sein. Runde sie einfach auf 5 Gramm viermal täglich ab.)
- Nachdem Du Deinen Körper mit Kreatin aufgeladen hast, musst Du nur noch 3 bis 5 Gramm Kreatin pro Tag einnehmen, um die volle Kapazität aufrecht zu erhalten.
Es gibt auch eine Studie, die gezeigt hat, dass Du ganz auf das Laden verzichten und stattdessen einfach 3 Gramm Kreatin pro Tag für 28 Tage einnehmen kannst, aber es ist nicht völlig klar, ob diese niedrige Dosierung die Trainingskapazität erhöht.
9 – Muss ich Kreatin mit Kohlenhydraten einnehmen, um meine Insulinspiegel zu erhöhen?
Die Standard Kreatin Belieferungen legen nahe, dass Du Kreatin mit einer großen Ladung Glukose (80 bis 100 Gramm) oder einer Kohlenhydrat/Proteinmischung, die aus 50 bis 80 Gramm Kohlenhydraten und 30 bis 50 Gramm Kreatin besteht, einnehmen musst. Sicherlich wird diese Technik einen starken Insulinschub bewirken, der zu einer gesteigerten Glykogeneinlagerung in der Skelettmuskulatur führt, welche in einem gesteigerten Zellvolumen resultieren könnte, aber eine Einnahme von Kreatin in Kombination mit Kohlenhydraten hat nicht notwendigerweise zur Folge, dass Deine Muskeln mehr Kreatin speichern. Es gibt auch eine Menge an Untersuchungen, die nahelegen, dass Natrium für den Kreatintransport wichtiger als Insulin sein könnte, was jedoch etwas kniffelig sein kann, da die Natriumaufnahme durch Insulin vermittelt wird.
Zusätzlich hierzu könnte diese Abhängigkeit von den Natriumspiegeln im Körper die uralte Empfehlung ungültig machen, Kreatin nach dem Training einzunehmen. Während des Trainings verlierst Du natürlich viel Natrium über den Schweiß, weshalb die Natriumspiegel nach dem Training nicht optimal ausfallen werden und den Kreatintransport beeinträchtigen könnten. Du könntest natürlich das Natriumproblem angehen. Einige Anwender kombinieren Kreatin mit Natrium Bicarbonat, um den Transport zu steigern. Neuere Ansichten legen nahe, dass es absolut keinen Grund gibt, Kreatin vor oder nach dem Training zu verwenden, was das potentielle Natriumproblem negieren würde. Kreatin wirkt über eine Sättigung und nicht über das richtige Timing. So lange Deine Muskeln mit Kreatin gefüllt sind, wird Kreatin da sein, um Dir bei Deinen Trainingseinheiten zu helfen – unabhängig davon, wann Du es eingenommen hast, sei es am Morgen, über Deine Cornflakes gestreut, am Nachmittag mit Deinem Tee oder vor dem zu Bett gehen. Genauso gibt es wahrscheinlich keinen wirklichen Grund Kreatin nach Beendigung der 5 bis 7 Tage andauernden Ladephase weiterhin mit hohen Dosierungen von Kohlenhydraten einzunehmen.
10 – Wann ist die beste Zeit um Kreatin einzunehmen?
Nur für den Fall, dass Du die vorhergehende Frage übersprungen hast, sei noch einmal erwähnt, dass es keine Rolle spielt, wann Du es einnimmst. So lange Du das Ladeprotokoll befolgt hast und Deine Zellen mit Kreatin gesättigt sind, musst Du die folgenden Dosierungen nicht vor oder nach dem Training zu Dir nehmen. Kreatin hört nicht auf die Uhr. Die Sättigung der Muskelzellen (und nicht das Timing) ist das, was zählt.
11 – Muss ich Kreatin zyklisch einnehmen?
Nein.
12 – Beeinträchtigt Koffein oder Säure die Absorption von Kreatin?
Die große Mehrzahl der initialen Kreatinstudien wurden mit in Kaffee oder Tee aufgelöstem Kreatin durchgeführt, weshalb klar sein sollte, dass Kaffee die Absorption nicht beeinträchtigt. Was den Säuregrad angeht, ist dieser bei Kaffee, Traubensaft und Orangensaft niedriger als bei der Magensäure und Kreatin überlebt die Verdauung intakt.
13 – Ist eine Langzeitanwendung von Kreatin sicher und unbedenklich?
Kreatin scheint auch bei einer Dauereinnahme sicher zu sein. Es wurde seit den Sechzigern in geringem Umfang und seit den Neunzigern in großem Umfang verwendet. Sicher, während der frühen Tage haben sich einige Menschen Sorgen darüber gemacht, dass Kreatin zu Dehydration oder Rhabdomyolye beitragen könnte, aber diese Mythen wurden schon vor langer Zeit widerlegt.
14 – Gibt es irgendetwas, was ich tun kann, um die Wirkungen von Kreatin zu maximieren?
Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass die Hauptwirkung von Kreatin in einer Zellvoluminisierung besteht, brauchst Du etwas, das das Volumen der Zellen erhöht, nämlich Wasser. Eine Faustregel besteht darin, etwa 40 ml Wasser pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag zu trinken.
15 – Wie schnell werde ich wissen, ob Kreatin bei mir wirkt?
Du solltest innerhalb weniger Tage etwas sehen oder fühlen, aber gib Kreatin einen Monat, bevor Du irgendwelche Schlussfolgerungen ziehst.
16 – Werde ich Muskeln verlieren, wenn ich aufhöre Kreatin zu nehmen?
Du wirst etwas Flüssigkeit aus Deinen Zellen verlieren, was natürlich das Muskelvolumen reduzieren wird, aber Du wirst keine Muskelmasse, die Du aufgebaut hast, verlieren.
17 – Wird Kreatin Deine Definition verschlechtern?
Ein kleines bisschen. Kreatin macht die Muskelbäuche runder, aber es könnte auch Deine Definition etwas verschlechtern. Fans sichtbarer Venen könnten gut damit beraten sein, Kreatin nur während der Zeit des Jahres zu verwenden, während der sie dick in Kleidung eingepackt sind und dann während der bauchfreien Sommerzeit auf Kreatin verzichten. Natürlich musst Du bereits verdammt definiert sein, um diese minimale Auswirkung sehen zu können.
18 – Warum haben einige Kraftsportler aufgehört Kreatin zu verwenden, wenn es so effektiv ist?
Dies ist reine Spekulation, aber es hängt wahrscheinlich damit zusammen, dass Kreatin eine Zeit lang lediglich ein weiterer Inhaltsstoff von dutzenden, wenn nicht sogar hunderten Bodybuilding Supplements war. Nach einiger Zeit verlor Kreatin an Aufmerksamkeit. Kombiniere dies mit der Tatsache, dass Kreatin in diesen Produkten häufig unterdosiert oder von schlechter Qualität war und deshalb nur eine geringe Wirkung zeigte und Du hast das perfekte Rezept dafür, dieses Supplement zu vergessen oder ihm aus Gleichgültigkeit wenig Beachtung zu schenken. Die Wahrheit ist, dass Kreatin ein wertvolles, super effektives Supplement war und ist.
19 – Auf was sollte ich beim Kauf eines Kreatinprodukts achten?
Stelle sicher, dass das Produkt von einer Firma mit einem guten Ruf stammt. Kaufe wenn möglich ein mikronisiertes Produkt. Und gutes altes Kreatin Monohydrat ist wirklich alles, was Du brauchst.
Von TC Luoma
Quelle: https://www.t-nation.com/supplements/creatine-scam-or-staple

Eine kurze Zusammenfassung:
1. Diejenigen, die übergewichtig und am inaktivsten sind, würden von einer strikten Paleo Diät profitieren, welche ihnen bei Sättigung und Gewichtsabbau helfen würde.
2. Was für bewegungsarme Menschen am besten ist, ist nicht notwendigerweise das, was für Kraftsportler am besten ist. Strikte Paleo Diäten meiden Nahrungsmittel, die fitte Menschen dazu in die Lage versetzen, ihre besten Leistungen zu erbringen und Muskeln aufzubauen.
3. Trainingsernährungssupplements sind nicht Paleo, aber die moderne Wissenschaft der Supplements zu ignorieren wird Deine Zuwächse an Kraft und Hypertrophie begrenzen.
Die Ursprünge von Paleo
Es ist keine Diät – sagen sie. Es ist die natürliche Art und Weise zu essen – die natürliche Art und Weise zu essen, an die sich der Mensch genetisch angepasst hat. Es gibt kein Enddatum – Du hörst niemals mit der Paleo Ernährung auf. Du lebst diese Art der Ernährung, Du verinnerlichst sie und Du isst Speck, während Du beobachtest, wie Deine Taille schrumpft. Die Prämisse? Unsere Gene haben sich seit der paläolithischen Ära kaum verändert. Deshalb sollten wir für eine optimale Gesundheit und Körperkomposition eine prä-landwirtschaftliche Ernährung befolgen – eine Ernährung, die frei von Getreide, den meisten Milchprodukten, Kartoffeln, Zucker und natürlich den modernen Abscheulichkeiten, die heute zutage als Nahrung durchgehen, ist. Kurz gesagt, solltest Du Dich wie ein Höhlenmensch ernähren. Es gibt heute dutzende Variationen der Paleo Ernährung, wovon die meisten von den Ideen des Gastroenterologen Walter L. Voegtlin aus den Siebzigern her rühren. Einige Varianten der Paleo Ernährung sind sehr strikt und erlauben nicht einmal Nüsse, Quinoa, stärkehaltige Nahrungsmittel und nicht Bio Fleisch.
Andere Variationen sind weniger streng und erlauben Süßkartoffeln und sogar Getreidearten wie Reis und Quinoa, Rohmilch, einige Supplements und dunkle Schokolade. Wenn Du Dich als jemand betrachtest, der sich gesund ernährt, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass Du unbeabsichtigt irgendeine Variante der Paleo Ernährung befolgst. Du verzichtest auf verarbeitete Nahrungsmittel und isst Dich an Fleisch, Gemüse und gelegentlich Obst satt. Vor Paleo bezeichneten old School Bodybuilder, Ringer und Kampfsportler, die ihr Gewicht reduzieren mussten, dies als einen Verzicht auf Stärkeprodukte.
Seit 2009 habe ich mehrere Variationen von Paleo durchgeführt – rigide und lockere Varianten – auch wenn ich dies inoffiziell als Teen Bodybuilder getan habe, bevor dies eine große Sache wurde. Ich habe die Vorzüge und Nachteile einer strikten Paleo Ernährung kennen gelernt. Und als Ernährungstrainerin habe ich das Gute, das Schlechte und das Hässliche gesehen. Gehen wir näher hierauf ein.
Das Gute
An einer Sache besteht kein Zweifel – wenn Nordamerika auch nur eine lockere Form von Paleo befolgen würde, dann hätten wir kein Übergewichtsproblem. Wir wären eine schlankere und gesündere Gesellschaft, die weniger von verschreibungspflichtigen Medikamenten und Photoshop abhängig wäre.
Paleo und seine Variationen haben uns gelehrt, gängige Meinungen in Frage zu stellen, die von vielen Ärzten, Ernährungsexperten und offiziellen Gesundheitsexperten stammten. Und auch wenn uns die gängige Lehrmeinung gesagt hat, Nahrungscholesterin zu meiden und reichlich Vollkornbrot und für das Herz gesundes Getreide zu essen, hat Paleo übergewichtige Menschen gelehrt, dass diese Verhaltensmuster genau das sind, was sie fett gemacht hat. Von Paleo haben wir gelernt, dass der beste Weg ernsthafte Leiden wie Diabetes vom Typ 2 zu heilen darin besteht, unsere Pasta, unser Brot und all unser Junkfood gegen Dinge einzutauschen, die direkt aus der Natur kommen: Gemüse, Fleisch, Samen, Eier, Obst und vielleicht ein paar vollfette Milchprodukte.
Die Betonung von vollwertigen Nahrungsmitteln hat einer Vielzahl von Menschen geholfen, auf den Müll zu verzichten, der sie im Teufelskreis der Eigensabotage gefangen gehalten hat. Paleo hat das Bewusstsein der Massen geschärft, hat ihnen einen Schub in Richtung ihrer Fitnessziele gegeben und hat den Ernährungsrichtlinien der Regierung den so dringend benötigten Tritt in die Eier gegeben. Die Paleo Ernährungsprotokolle haben außerdem einen großen Fehler bei fettarmen und vegetarischen Ernährungsformen offengelegt: den Bedarf an gesättigten tierischen Fetten und in der Nahrung enthaltenem Cholesterin. Die Betonung auf Fleisch und tierischen Produkten von Paleo hat viele falsch informierte Menschen gelehrt, dass sie bei einer Abwesenheit dieser Nahrungsmittel leiden werden.
Fleisch und tierische Fette helfen uns die Hormone zu produzieren, die uns einen robusten Sexualtrieb verleihen, uns emotional stabil und glücklich machen, uns dabei helfen Muskeln aufzubauen, und dabei helfen gegen Krankheiten anzukämpfen und einen aktiven Stoffwechsel aufrecht erhalten. Im Internet findet man viele Erfahrungsberichte von Vegetariern, die sich einer Paleo Ernährung zugewandt haben. Aus Ihren Berichten lernen wir, dass eine Ernährung, die aus Brot, Obst und Soja besteht Dich nicht nur „Skinny Fett“ (dünn, aber trotzdem schwabbelig) machen wird, sondern außerdem Verstopfung, Depressionen, Impotenz und Lethargie fördert und es unmöglich macht, signifikante Mengen an Muskeln und Kraft aufzubauen.
Egal welche Form von Paleo die durchschnittliche übergewichtige Person übernimmt, wird es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um eine Verbesserung im Vergleich zur vorhergehenden Ernährung handeln. Eine Nation von Menschen, die sich nach Paleo ernähren würde weniger Krankheiten, eine längere Lebensspanne und niedrigere Gesundheitskosten bedeuten. Ich empfehle meinen übergewichtigen Klienten eine Paleo ähnliche Ernährung. Das Ziel dieser Klienten besteht natürlich lediglich darin, nicht mehr übergewichtig zu sein.
Das Schlechte
Sich voll und ganz nach den Paleo Richtlinien zu ernähren, ist für einen Teil der Bevölkerung inadäquat: für unseren Teil – Kraftsportler und andere Sportler.
Hier ist der Grund dafür: Unsere Trainingseinheiten und unsere Ziele bezüglich der Körperentwicklung benötigen mehr als das, was bei Paleo erlaubt ist – mehr Kohlenhydrate, eine fortschrittliche Trainingsernährung und schnell verdauliches Protein. Wir kommen nicht einfach nur damit durch, verarbeitete Lebensmittel zu essen – wir gedeihen durch sie.
Paleo funktioniert bei der Durchschnittsperson so gut, da das Ziel der Durchschnittsperson darin besteht, nicht krank oder fett zu sein. Die Durchschnittsperson geht nicht Tag für Tag ins Fitnessstudio, um sich darauf vorzubereiten, auf die Bühne zu schreiten, an sportlichen Wettkämpfen teilzunehmen, persönliche Bestleistungen aufzustellen oder mit sichtbaren Adern am Bizeps herumzulaufen. Dies sind keine Ziele des Durchschnittsbürgers. Dies sind unsere Ziele. Wir haben keine durchschnittlichen Ziele und wir sind keine durchschnittlichen Menschen – weshalb sollten wir dann eine Ernährung befolgen, die am besten für solche Menschen geeignet ist? Wenn bewährte Trainingsernährungssupplements in Deiner Ernährung verboten sind, dann musst Du entweder Deine Ernährung zugunsten Deines Sports oder Deiner Körperentwicklung überdenken, oder Du bleibst bei dieser Ernährung und erkennst, dass Du verlieren wirst. Deine Konkurrenz hat einen Vorsprung, falls sie eine zielgerichtete, nicht-Paleo Trainingsernährung verwendet. Sie werden sich schneller regenerieren, härter trainieren, mehr Muskeln aufbauen und sogar schneller Fett als Du verlieren. Kannst Du ohne eine zielgerichtete Trainingsernährung trainieren? Sicher. Aber Du wirst nicht so viel erreichen, wie Du mit einer zusätzlichen Trainingsernährung erreichen könntest. In die Vergangenheit zurück zu gehen ist ein Handicap, wenn Du ein Sportler bist. Du wirst mit Deiner Ernährung zurück in die Vergangenheit gehen, um innerhalb der Grenzen Deiner eisernen Ernährungsregeln zu bleiben.
Zu sagen, dass wir uns genauso wie unsere Vorfahren ernähren sollten, ist dasselbe wie zu sagen, dass wir uns tausende von Jahren wissenschaftlichen Fortschritts vorenthalten sollten. Sicherlich waren nicht alle ernährungstechnischen Fortschritte gut für uns. Nachos werden uns nicht dabei helfen, uns eine Pro-Card zu verdienen, aber andere Fortschritte waren verdammt gut. Wenn wir auf diese verzichten würden, dann würden wir etwas verpassen. Eine Trainingseinheit mit Gewichten, die durch Grünkohl Smoothies und Kokosöl angetrieben wird, wird Dir nicht dabei helfen härter zu trainieren. Training im Fastenzustand, wie dies von vielen Paleo Anhängern empfohlen wird, wird Dir keinen Vorsprung verleihen.
Wenn Du die Paleo Richtlinien befolgst, dann wirst Du Dich nicht so schnell regenerieren, als wenn Du eine Trainingsernährung verwendest, die spezifisch für die Trainingszeit entwickelt wurde. Können unverarbeitete pflanzliche und tierische Nahrungsmittel alle unsere Bedürfnisse als Sportler decken? Nicht wenn wir optimale Muskelzuwächse anstreben, unsere bestmöglichen Leistungen erbringen möchten und unseren Körper von „nicht Fett“ zu „absolut phänomenal“ weiterentwickeln wollen.
Und Trainingsernährung ist nicht das einzige, was verboten ist. Wenn Du ein strikter Paleo Anhänger bist, dann sind auch Hülsenfrüchte, Kartoffeln und Getreide (selbst weizenfreies Getreide) verboten. Wenn Du Bohnen und Haferflocken in dieselbe Kategorie wie Schokoriegel einsortierst, dann solltest Du Dich entspannen und tief durchatmen. Woher kommen bei vielen Paleo Ernährungsplänen die Kohlenhydrate? Primär aus Früchten, Honig und stärkehaltigem Gemüse wie Pastinaken und Speisekürbis. Aber da niemand die Zeit hat, einen Speisekürbis zuzubereiten und ihn für nach dem Training mitzunehmen, werden Obst und Honig zu einer häufig verwendeten Kohlenhydratkomponente. Doch beide sind für die Regeneration nach dem Training nicht optimal.
Obst und Honig sind nicht inhärent schlecht, aber selbst eiserne Paleo Fürsprecher empfehlen, den Konsum dieser Nahrungsmittel zu minimieren, da Fruktose für einen Großteil der Bevölkerung schwer verdaulich ist.
All Deine Stärke gegen fruktosereiche Nahrungsmittel einzutauschen kann hässliche Nebenwirkungen wie Blähungen, ein aufgeblähtes Gefühl, Krämpfe, Verstopfung, Durchfall, Gewichtszunahme und sogar eine nichtalkoholische Fettleber mit sich bringen. Dies sind die Nebenwirkungen eines exzessiven Fruktosekonsums und trotzdem ist Reis streng verboten? Und wenn Dein Ernährungsguru darauf besteht, dass Bienenkotze Essen ist, Proteinpulver aber nicht, dann brauchst Du vielleicht einen neuen Führer.
Glaubst Du, dass der Verzehr eines Apfels am Beintag Dir dabei helfen wird, Deine Regeneration zu beschleunigen und Muskelgewebe aufzubauen? Glaubst Du, dass Yamswurzel auch nur ansatzweise die anabolen Wirkungen von Di- und Tripeptiden und spezialisierten Kohlenhydraten besitzt? Glaubst Du, dass all dies Dir dabei hilft, Deine nächste Trainingseinheit mit noch höherer Intensität zu absolvieren?
Vielleicht denkst Du das wirklich, aber vielleicht trainierst Du auch einfach nicht so hart, wie Du denkst. Wenn Du nicht gerade über eine erstaunlich gute Genetik verfügst, werden Deine meisten Transformationstrainingseinheiten mehr als Fleisch, Obst und Gemüse bedürfen.
Das Hässliche
Wir mögen Grenzen und Strukturen. Wir wollen hören, dass uns jemand sagt “Iss das nicht.” Denn dann haben wir Sicherheit. Klare Richtlinien geben uns ein Gefühl der Kontrolle, denn dann wissen wir, was wir essen und was wir meiden sollen. Aber wenn sich eine fitte Person schuldig fühlt, wenn sie der Versuchung nach Bohnen nachgegeben hat, dann gibt es hier ein Problem – und das Problem sind nicht die Bohnen. Es geht vielmehr darum, hyperrestriktiv zu werden und eine manchmal nützliche Strategie zu weit zu treiben. Paleo kann mit seinen Grenzen hässlich werden – insbesondere dann, wenn Du aufgrund dieser Grenzen bei Dingen ausflippst, die nie Probleme verursacht haben. Wenn Du etwas über einen längeren Zeitraum aus Deiner Ernährung eliminierst und keine Vorzüge bemerkst und es dann wieder in Deine Ernährung aufnimmst und keine Probleme bemerkst, dann brauchst Du Dir über dieses Nahrungsmittel keine Gedanken machen. Insbesondere dann, wenn Du bereits fit bist.
Ich platziere Hülsenfrüchte in dieser Kategorie, weil ich mich daran erinnere, wie ich einmal eine Tüte Lima Bohnen gekauft hatte und mich deshalb schuldig fühlte. Ich hatte meine Gelüste nach diesen Bohnen unterdrückt, da mir eine Stimme in meinem Kopf gesagt hatte „Werden die in diesen Bohnen enthaltenen Lektine verhindern, dass Du Fett verbrennst?“
Zu dieser Zeit führte ich eine eiserne Paleo Diät durch und konsumierte keine verarbeiteten Lebensmittel, keine Trainingsernährung, keine Kartoffeln, keinen Reis und keine Bohnen. Zusätzlich hierzu konnte ich im Fitnessstudio nicht mit hoher Intensität trainieren. Hat mir Paleo dabei geholfen, besser auszusehen oder mich besser zu fühlen? Nein, aber es hat mich gut darin gemacht, mich nach den Paleo Regeln zu ernähren. Siehst Du, wohin das führt? Einbußen bei der Sportlichkeit, um eine Ernährungsweise aufrecht zu erhalten, die nur Dein Ego aufrecht erhält, aber nicht Deine Muskelmasse.
Paleo hat auch Intermittent Fasting beliebt gemacht, was an sich für bestimmte Leute keine schlechte Sache ist – insbesondere dann, wenn es nicht durchgehend verwendet wird. Aber für diejenigen, die Paleo rigide befolgen, wird chronisches Fasten häufig zu einem Weg, Gelüste nach Nahrungsmitteln zu bekämpfen, die bei Paleo nicht erlaubt sind. So besessen von der Reinheit Deiner Nahrung zu sein, dass Du ernährungstechnische Sünden bereuen musst, grenzt schon an eine Essstörung. Dies kann für diejenigen, die bereits Probleme mit einem gestörten Essverhalten zu einer heiklen Lage werden. Die hässliche Seite von Paleo kommt dann zum Vorschein, wenn instinktiver gesunder Menschenverstand durch Fanatismus ersetzt wird. Dieser Fanatismus ist der Punkt, an dem Paleo zu einer Modediät oder zu einem quasi religiösen Dogma wird.
Wenn Du fett bist, dann wird Paleo Deine Gesundheit verbessern, aber wenn Deine Ziele einen Aufbau von Muskelmasse umfassen, dann ist Paleo nicht der Weg Deiner Wahl. Seitdem ich mich von Paleo losgesagt habe, habe ich einen Fanatismus bezüglich vollwertiger Nahrungsmittel gegen gesunden Menschenverstand, größere Bizeps und ironischerweise einen schlankeren Körper eingetauscht. Menschen, die an mehreren Tagen pro Woche hart trainieren, brauchen einfache, leicht verdauliche Kohlenhydrate (und nicht nur zur Trainingszeit) in Kombination mit wissenschaftlich entwickelten Supplements.
Kartoffeln, Bohnen, Reis und Trainingsernährungsdrinks haben Amerika nicht fett gemacht. Das sind keine Nahrungsmittel, die man in unkontrollierten Mengen isst. Und wenn sie Deine Leistungsfähigkeit verbessern, Dir mehr Energie geben und Dich zur Essenszeit befriedigen, dann sind sie nicht nur erlaubte Nahrungsmittel, die Du ohne Schaden zu nehmen essen kannst, sondern essentielle Nahrungsmittel.
Tritt einem Höhlenmenschen in den Hintern
Paleo funktioniert ohne Zweifel für nach Junkfood süchtige, übergewichtige, bewegungsarme Menschen. Aber diese Menschen sind auch nicht durch den Verzehr von Haferflocken und Bohnen fett geworden. Ein Paleo Plan würde diesen Menschen helfen, aber selbiges würde auch dafür gelten, einfach das ganze schmackhafte Junkfood und Fastfood aufzugeben. Wenn diese Menschen die anfängliche Strenge brauchen, dann kann eine Paleo Diät den Grundstein dafür legen, niemals wieder solchen ernährungstechnischen Müll zu essen.
Für diejenigen mit Bodybuilding oder Kraftsportzielen, schüttet Paleo häufig das Höhlenbaby mit dem Höhlen Badewasser aus. Zu wenige Kohlenhydrate aus Quellen wie Reis, Haferflocken, Buchweizen, Kartoffeln und Hülsenfrüchten werden Deine Hypertrophie- und Leistungsziele behindern. Die Trainingsernährung und andere nützliche Supplements zu vernachlässigen ist gleichbedeutend damit, keine optimalen Zuwächse zu erzielen weil Dein Ur-Ur-Urgroßvater keinen Zugang zu diesen Supplements hatte.
Ja, iss Dein Fleisch, Dein Gemüse und Deine ganzen Eier. Ja, verzichte auf die Junkfood Kohlenhydrate und möchtegerne Nahrungsmittel, die Du heute Zutage in den Regalen Deines Supermarktes findest. Aber ignoriere nicht die Nahrungsmittel und Supplements, die Dir dabei helfen Muskeln aufzubauen und bessere Leistungen als jeder Höhlenmensch zu erbringen.
Quelle: https://www.t-nation.com/diet-fat-loss/paleo-the-good-bad-and-the-ugly
Von Dani Shugart

Hier ist eine kurze Zusammenfassung…
- Einige Leute sehen keine Resultate von ihrer Fischöl Supplementation. Ihnen fehlen ein paar Teile des Puzzles.
- Unsere Ernährung enthält viel zu viele Omega-6 Fettsäuren. Dies ruft Entzündungen, zahllose Erkrankungen, Insulinresistenz und Fettleibigkeit hervor.
- Unsere Ernährung enthält viel zu wenig Omega-3 Fettsäuren. Ihre Rolle besteht darin, den negativen Auswirkungen von Omega-6 Fettsäuren entgegen zu wirken.
- Omega-6 und Omega-3 Fettsäuren konkurrieren miteinander um Platz in der Zellmembran. Du kannst nicht einfach Omega-3 Fettsäuren einnehmen und erwarten das Verhältnis von Omega-6 zu Omega-3 Fettsäuren zu verändern, ohne Dich um Deine exzessive Omega-6 Zufuhr zu kümmern.
Mache es richtig und Du bist unzerstörbar
Wenn es richtig verwendet wird, kann Fischöl Dein Herz-Kreislauf System nahezu unzerstörbar machen, praktisch jede Entzündung bekämpfen, Deine Insulinsensitivität verbessern und Dich in eine schlanke, Fett verbrennende Maschine verwandeln.
Unglücklicherweise machen viele Leute das Ganze nicht richtig und erleben deshalb nicht diese tollen Dinge. Sie nehmen die Kapseln, aber sie fühlen für gewöhnlich keinen Unterschied. Das Problem besteht darin, dass ihnen das fundamentale Verständnis dafür fehlt, wie Fischöl oder genauer gesagt Omega-3 Fettsäuren wirken. Dieser Mangel an universellen Wirkungen hat einige Ärzte dazu gebracht, die Vorzüge von Fischöl zu hinterfragen. Aber sie haben, zusammen mit vielen anderen Menschen, die Fischöl oder Omega-3 Fettsäure Supplements einnehmen, eine Menge entscheidender Punkte übersehen.
Das “gute Geschäft” hat unsere Körperchemie durcheinander gebracht
Um zu verstehen, was hier durcheinander gebracht wird, müssen wir uns die faszinierende Geschichte darüber ansehen, wie wir überhaupt erst bei dem Punkt angelangt sind, an dem wir Fischölkapseln benötigen. Es geht alles auf eine scheinbar nicht hiermit in Verbindung stehende Tatsache zurück: Blätter verrotten schnell, aber Samen nicht.
Wenn Du ein Nahrungsmittelhersteller bist, dann willst Du Nahrungsmittel aus Pflanzenbestandteilen herstellen, die lange haltbar sind. Verrottetes Gemüse bedeutet weniger Geld in Deiner Tasche, weshalb Pflanzenzüchter sich Pflanzen oder Pflanzenteile heraussuchen, die langsamer schlecht werden und möglichst lange haltbar sind. Das bedeutet Samen und Körner. Der Grund dafür, dass Blätter so schnell verderben besteht darin, dass sie eine Menge Omega-3Fettsäuren enthalten, während lange haltbare Samen und Körner eine Menge Omega-6 Fettsäuren enthalten, welche als Energievorrat für die sich entwickelnden Setzlinge dienen. So ziemlich jedes Nahrungsmittel, das in einer Schachtel oder einer anderen Verpackung verkauft wird, wird aus einer der drei oder vier am häufigsten verwendeten Getreidesorten hergestellt. Salatdressings, Öle zum Kochen, Erdnussbutter, Snacks jeder Art und alles, was in Plastik verpackt und mit einem menschenähnlichen Bären dekoriert ist, ist voller Omega-6 Fettsäuren. Getreide ist billig und in großen Mengen verfügbar, weshalb wir es auch an jedes Tier verfüttern, das wir später essen wollen. Rinder fressen normalerweise ihr ganzes Leben lang Gras, aber wir stopfen sie mit Getreide voll, um sie fetter zu machen. Dies macht sie nicht nur krank und die Verwendung von Antibiotika notwendig, sondern verändert auch ihr Fettsäureprofil, so dass sie sich in vierbeinige, wiederkäuende Omega-6 Bomben verwandeln.
Selbst der Fisch, den wir früher einmal aufgrund seines Omega-3 Gehalts geschätzt haben, wird mit Pellets groß gezogen, die zum größten Teil aus Soja bestehen, wodurch auch Fisch zu etwas wird, das nicht besser als irgendwelche in Plastik verpackte, käseartige Frankenfood Nahrungsmittel ist, die Du im Tiefkühlbereich Deines Supermarktes findest. Auch Hähnchen sind nicht sicher vor diesen Fettsäure Gräueltaten, da auch sie mit Pellets aus Getreide gefüttert werden, anstatt eine ausgewogenen Ernährung aus Samen und Omega-3 reichen Raupen und Insekten zu sich zu nehmen. Und natürlich wirkt sich diese Fett Praxis auch auf unsere Milchprodukte und Eier aus. Diese Nahrungsmittel enthalten nicht länger brauchbare Mengen an Omega-3Fettsäuren. Man schätzt sogar, dass 9% der Kalorien der durchschnittlichen amerikanischen Ernährung aus einer einzigen Omega-6 Fettsäure – Linolsäure – bestehen, wovon das meiste aus Sojaöl stammt. Es ist eine Pellet basierte Soylent Green Welt – aber was soll’s, es ist ein gutes Geschäft.
Das ist wahrscheinlich das, was Deinen Großvater umgebracht hat
Als Resultat all dieser guten Geschäfte ist das Verhältnis von Omega-6 zu Omega-3 Fettsäuren in diesen Tieren völlig aus dem Gleichgewicht gekommen. Es befindet sich irgendwo im Bereich von 10, 20 oder 25 zu 1, wobei es sich in einem Bereich von etwa 3 zu 1 befinden sollte. Und natürlich sind wir, was wir essen, weshalb sich unser Verhältnis nicht so sehr von dem der tierischen Nahrungsmittel unterscheidet, die wir essen.
Genauso wenig können wir die „Fett ist gleichbedeutend mit Herzinfarkten“ Theorie ignorieren, die in den Siebzigern aufgestellt wurde. Die Menschen begannen damit, Fett aus tierischen Quellen zu meiden und gingen zur Verwendung von Samenölen über. Das Problem bestand jedoch darin, dass zumindest damals tierisches Fett noch respektable Mengen an Omega-3 Fettsäuren enthielt, während Samenöle kaum oder keine Omega-3 Fettsäuren enthalten.
Des Weiteren gingen die Leute vom Verzehr von Butter zum Verzehr von Margarine über, welche einen Doppelschlag aus hohen Konzentrationen von Omega-6 Fettsäuren und hohen Konzentrationen von Transfettsäuren darstellt, von denen letztere eine völlig andere Art von ernährungstechnischen Dämonen darstellt. Wenn Dein Vater oder Dein Großvater frühzeitig an einem Herzinfarkt gestorben ist, dann hatte dies wahrscheinlich etwas damit zu tun.
100 der größten Plagen der Menschheit
Omega-6 Fettsäuren sind die Bausteine für eine Klasse entzündungsfördernder Chemikalien, die rote Blutkörperchen dazu bringen, Gerinnsel zu bilden, aber es sind die entzündungsfördernden Modifikatoren, die Dir Sorgen bereiten sollten. Entzündungen sind auf heimtückische und intime Art und Weise mit mindestens 100 der der größten Plagen der Menschheit inklusive Herzkrankheiten, Schlaganfall, Krebs, Alzheimer und jeder verdammten Autoimmunerkrankung, die der Wissenschaft bekannt ist, verbunden. Aber Entzündungen spielen auch bei Fettleibigkeit eine große Rolle, da sie eine bestehende Insulinresistenz verschlimmern können.
Der Wissenschaftler Joseph Hibbens glaubt, dass die Milliarden, die wir für entzündungshemmende Medikamente (wie Aspirin, Ibuprofen und Acetaminophen) ausgeben, eine direkte Folge davon sind, dass unsere Ernährung zu viele Omega-6 Fettsäuren enthält. Omega-3 Fettsäuren hingegen verlangsamen den Blutverklumpungsprozess und sie halten die entzündungsfördernden Chemikalien in Schach, die mit Omega-6 Fettsäuren in Verbindung stehen. Darüber hinaus erhöhen sie die Insulinsensitivität der Zellen, indem sie die Durchlässigkeit der Zellmembran erhöhen, was den Stoffwechsel anregt und vor Fettleibigkeit schützt.
Es würde der menschlichen Rasse mit Sicherheit gut tun, wenn wir das Verhältnis von Omega-6 zu Omega-3 Fettsäuren im Bereich von 3 zu 1 halten könnten – das Verhältnis, das von der Natur beabsichtigt wurde. Das ist der Grund dafür, dass die meisten Menschen, die es mit ihrer Gesundheit gut meinen, Fischölkapseln einnehmen (wild lebende Fische fressen Algen – ein Pflanzenmaterial, das eine Menge Omega-3 Fettsäuren enthält).
Omega-6 Fettsäuren verdrängen Omega-3 Fettsäuren
Es gibt jedoch ein einfaches Teil des Puzzles, das die meisten Menschen übersehen: Omega-6 Fettsäuren und Omega-3 Fettsäuren scheinen miteinander um Platz in der Zellmembran und um die Aufmerksamkeit von unterschiedlichen entzündungshemmenden und entzündungsfördernden Enzymen zu konkurrieren.
Du kannst nicht einfach ein paar Fischölkapseln einnehmen und erwarten, dass sich alles wieder einrenkt, ohne dass Du gleichzeitig Deine Omega-6 Zufuhr reduzierst, da die vorhandenen Omega-6 Fettsäuren die Omega-3 Fettsäuren wegstoßen werden. Jedes Mal, wenn jemand versucht das Omega-6 Fettsäure Bollwerk zu attackieren, ist es so, als ob die 300 Spartaner versuchen, es mit dem gesamten persischen Heer aufzunehmen – und wir alle wissen, wie das ausgegangen ist.
4 Wege das Problem zu lösen
1. Du solltest definitiv versuchen, Deine Omega-3 Zufuhr mit einem qualitativ hochwertigen Fischöl zu erhöhen, aber Du musst gleichzeitig auch Deine Omega-6 Zufuhr reduzieren. Du kannst dies durch Folgendes erreichen:
• Vermeide die meisten Lebensmittel, die in einer Schachtel oder Polyethylenbeuteln verkauft werden, da dies im Allgemeinen Nahrungsmittel sind, die aus Getreide hergestellt werden, um lange haltbar zu sein (d.h. hohe Konzentration an Omega-6 Fettsäuren).
• Meide Öle wie Sonnenblumenöl, Sojaöl, Maisöl, Färberdistelöl und Baumwollöl und verwende stattdessen Versionen von Färberdistelöl und Sonnenblumenöl, die reich an Ölsäure/Oleinsäure sind.
• Verzichte auf Frittiertes und Nahrungsmittel aus Restaurants, da diese fast immer in OImega-6 reichem Öl frittiert werden. Du kannst Dir eigentlich ziemlich sicher sein, dass die meisten Gerichte in Restaurants zu viele Omega-6 und zu wenige Omega-3 Fettsäuren enthalten.
• Entscheide dich für Rindfleisch von mit Gras gefütterten Rindern.
2. Erinnere Dich daran, dass das Verhältnis der beiden Fettsäuren wichtiger als die Gesamtmenge ist. Wenn Du mehr Omega-6 Fettsäuren isst, solltest Du auch mehr Omega-3 Fettsäuren zu Dir nehmen.
3. Iss wann immer möglich grüne Pflanzen anstelle von Nahrungsmitteln, die aus Samen hergestellt werden.
4. Sag Deinem Arzt, dass er ruhig weiter seine kleinen Cholesterintests machen kann, wenn es ihn glücklich macht, aber dass Du einen Bluttest willst, um Dein Verhältnis von Omega-6 zu Omega-3 Fettsäuren zu bestimmen, um hierdurch Dein echtes Risiko für Herz-Kreislauf Erkrankungen abschätzen zu können.##
Von TC Luoma | 11/18/15
https://www.t-nation.com/supplements/fish-oil-youre-using-it-wrong