Gesundheit

Mehr als 85% aller Menschen leiden gelegentlich an Rückenschmerzen. Meist werden diese durch Ruhe und nichtsteroidale Entzündungshemmer (NSAIDs) behandelt. Unglücklicherweise führen diese Wirkstoffe bei einigen Personen zu Magenproblemen und können in einigen Fällen sogar Auslöser für Herzinfarkte oder Schlaganfälle sein. Forscher der University of Pittsburgh haben anhand einer Studie herausgefunden, dass Fischölkapseln Rückenschmerze genau so effektiv lindern können wie nichtsteroidale Entzündungshemmer. Fischöl enthält Omega 3 Fettsäuren, welche entzündungshemmende Wirkungen auf Gelenke und Körpergewebe besitzen. Die Probanden dieser Studie nahmen für eine Dauer von 75 Tagen 1,2 bis 2,4 Gramm Fischöl ein. Die Studie war jedoch schlecht überwacht, so dass die beobachteten Wirkungen auch auf den Placeboeffekt zurückgeführt werden könnten. Andere Studien kamen zu dem Ergebnis, dass Supplements, die Glucosamin oder Chondroitin enthalten, ebenfalls effektiv geben Gelenkschmerzen eingesetzt werden können. Die kombinierte Einnahme dieser Supplements in Verbindung mit Fischöl könnte zusätzliche positive Effekte und Wirkungen bei der Behandlung oder Vorbeugung von Rückenschmerzen bewirken. (Journal Surgical Neurology, 65:326-331, 2006)

Starkes Übertraining führt zu einer Überproduktion an freien Radikalen, welche Muskelkater, DNA Schädigungen und eine Schwächung des Immunsystems verursachen können. Freie Radikale sind hochreaktive Chemikalien, die während verschiedener Stoffwechselvorgänge entstehen. Man kann sie sich als „biologischen Rost“ vorstellen, der Kohlenhydrate, Aminosäuren, Fette und Nukleinsäuren (die Bausteine der DNA) beschädigen kann. Antioxidatien wie Glutathion, Vitamin C und Vitamin E binden freie Radikale und schützen so die Körperzellen vor Beschädigungen. Griechische Forscher haben herausgefunden, dass die Gabe von 500mg L-Cystein für die Dauer von einem Monat bei Basketballspielern, welche hochintensivem Training ausgesetzt wurden (erzwungenes Übertraining), im Vergleich zu Mitgliedern einer Placebogruppe die Spiegel der Antioxidatien im Körper anhob und die Rate der DNA Schäden verringerte. L-Cystein könnte also dabei helfen die destruktiven Auswirkungen des Übertrainings zu reduzieren und DNA Schädigungen vorzubeugen. (Pharmacological Research, 53:386-390, 2006)

Schlafentzug verringert die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit bei allen Menschen beginnend beim Soldaten, der an der Front im Irakkrieg kämpft bis hin zum Studenten, der nächtelang für seine Abschlussprüfungen büffelt. Das Gehirn ist wie alle anderen Zellen im Körper auf Adenosintriphosphat (ATP) und Creatinphosphat (CP) als Energielieferant angewiesen. Die Creatinphosphatspiegel sind jedoch während Phasen mit Schlafmangel oder Schlafentzug verringert. Mehrere Studien haben herausgefunden, dass Supplements, welche Creatinmonohydrat enthalten, die geistige Leistungsfähigkeit verbessern und den IQ erhöhen können. Britische Forscher haben zudem herausgefunden, dass Creatinsupplements dabei helfen können, mit den Folgeerscheinungen von Schlafentzug besser fertig zu werden. Personen, die für 24 Stunden auf Schlafentzug gesetzt wurden und 5 Gramm Kreatin bekamen schnitten bei Tests zur Reaktionsfähigkeit, der Balance und des Gemütszustandes besser ab als Mitglieder der Kontrollgruppe, welche kein Kreatin eingenommen hatten. Creatinsupplements können dabei helfen die kognitive Leistungsfähigkeit während Phasen starken Stresses zu verbessern, (Psychopharmacology, 185:93-103, 2006)

Nahezu jeder entwickelt Arthritis (schmerzende Gelenke), wenn er altert. Aus diesem Grund geben Menschen Milliarden von Dollars für Medikamente und Supplements wie Glukosamin und Chondroitinsulfat oder nichtsteroidale Entzündungshemmer aus, um ihre Gelenkschmerzen zu lindern. Glukosamin und Chondroitinsulfat verringern bei Personen mit moderater bis schwerer Arthritis die Arthritissymptome um 20 %. (New England Journal Medicine, 354: 795-808, 2006) Diese Supplements sind bezüglich der Reduzierung der Symptome genauso effektiv wie Antiarthritismedikamente.
Forscher der University of Kentucky fanden bei einer mit Ratten durchgeführten Studie heraus, dass eine Glukosaminsupplementation den Cholesterinspiegel und die Blutfettwerte erhöht – beides wichtige Risikofaktoren für Erkrankungen der Koronararterien. Allerdings hatte das Supplement bei Langzeitanwendung keinen Einfluss auf Erkrankungen der Blutgefäße, so dass man davon Ausgehen kann, dass die Einnahme sicher ist. Glukosamin und Chondroitinsulfat sind relativ preisgünstig und zeigen bei den meisten Menschen keinerlei Nebenwirkungen. (Journal Nutrition, 136:2856-2861, 2006)

Selen spielt bei der Proteinsynthese, der Aufrechterhaltung der Muskelmasse, der Immunfunktion und der Neutralisierung freier Radikale (hochreaktive Chemikalien, die natürlich im Körper entstehen und das Altern sowie Krankheiten fördern) eine Rolle. Viele ältere Menschen bekommen durch ihre Ernährung nicht ausreichen Selen, was zu Muskelabbau (Sarkopenie) beitragen kann.
Eine von der John Hopkins School of Medicine durchgeführte Studie mit fast 1.000 älteren Erwachsenen (65 Jahre und älter), die in Italien lebten, fand heraus, dass niedrige Selenspiegel im Blut mit Muskelschwäche in Verbindung stehen. Griffkraft, Kraft der Knie und Hüftkraft waren bei den Probanden mit den höchsten Selenspiegel am größten. Niedrige Selenspiegel tragen zu reduzierter Kraft, Muskelmasse, Gleichgewicht und Beweglichkeit bei älteren Erwachsenen bei. Leitungswasser und proteinreiche Nahrungsmittel wie Fleisch enthalten Selen und es wird normalerweise auch Multivitaminpillen zugefügt. Bei der Einnahme von selenhaltigen Supplements sollte man vorsichtig sein, da eine übermäßige Selenzufuhr toxisch und sogar tödlich wirken kann.
(American Journal Clinical Nutrition, 86:347-352, 2007)