Gesundheit

Der zweimalige Nobelpreisgewinner Linus Pauling hat in seinem Buch „Vitamin C und die gewöhnliche Erkältung“ Vitamin C zur Behandlung und Prävention im Bezug auf gewöhnliche Erkältung bekannt gemacht. Er behauptete, dass die Einnahme von 1.000mg Vitamin C das Erkältungsrisiko um 45 Prozent reduziert. Seither hat eine Vielzahl von Studien herausgefunden, dass Vitamin C Erkältungen nicht verhindert, aber ihre Schwere reduzieren könnte.
Wissenschaftler der University of Helsinki in Finnland haben Daten aus 30 Studien mit insgesamt mehr als 11.000 Teilnehmern, die mindestens 200mg Vitamin C pro Tag einnahmen, gesammelt. Vitamin C hatte keine Auswirkung auf das Auftreten von Erkältungen, doch es reduzierte die Länge und Schwere von Erkältungen um 8 Prozent. Vitamin C reduzierte das Erkältungsrisiko bei starkem Stress ausgesetzten Personen wie in der Kälte trainierenden Soldaten oder Marathonläufern um 50%. Auch wenn Vitamin C des Erkältungsrisiko bei untätigen Menschen nicht reduzierte, besaß es bei intensiv trainierenden Sportlern doch seine Vorzüge. Hohe Dosierungen von Vitamin C verursachen wenige oder keine Nebenwirkungen.
(The Cochrane Database of Systematic Reviews, 3: CD000980, 2007)

Mittelkettige Triglyzeride (MCTs) wurden als ernährungstechnische Optimierer oder „fettfreies Fett“ bezeichnet, da sie wie alle Fette bei geringem Volumen viel Energie liefern, aber trotzdem schnell aufgenommen und verwendet werden, wie das sonst nur bei Kohlenhydraten der Fall ist. Sie könnten außerdem das Körperfett reduzieren, den Stoffwechsel von Kohlenhydraten- und Proteinen verbessern, die Aufnahme essentieller Mineralstoffe erhöhen und das Risiko für Herz-Kreislauf Erkrankungen reduzieren, indem sie die Blutfettwerte senken.
Forscher der Sun-Yat-Sen University in Guangzhou in China haben herausgefunden, dass MCT Supplements (18 Gramm pro Tag für eine Dauer von 90 Tagen) den Appetit, den Körperfettanteil, den Taillenumfang, das Gesamtcholesterin und die Insulinresistenz bei 46 fettleibigen Probanden, die unter Typ 2 Diabestes litten (acht Männer und 38 Frauen im Alter von 45 bis 65 Jahren) reduzierten.
MCT Supplements fördern den Gewichtsverlust und helfen dabei andere Risikofaktoren, die mit Herzerkrankungen und Schlaganfall in Verbindung stehen, zu reduzieren.
(Metabolism Clinical Experimental, 56: 985-991, 2007)

Einige der einfachsten Nahrungsmittel sind manchmal die gesündesten. Zimt ist ein beliebtes Küchengewürz, das zur geschmacklichen Verfeinerung von Haferflocken, Desserts, Kaffee und heißer Schokolade verwendet wird. Es fördert außerdem den Insulinstoffwechsel und verbessert die Blutzuckerkontrolle. Der aktive Inhaltsstoff ist Zimtsäure, die sich auch in Obst, Gemüse und Blumen wiederfindet.
Thailändische Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die Zugabe von Zimtsäure zu Bauchspeicheldrüsenzellen (die Bauchspeicheldrüse schüttet Insulin aus) die Insulinausschüttung um bis zu 200 Prozent erhöhen kann.
Schwedische Wissenschaftler fanden heraus, dass die Zugabe von 6 Gramm Zimt zu Reispudding bei Menschen den Blutzuckerspiegel reduzierte und die Magenverweildauer des Puddings verlängerte, ohne hierbei den Hunger zu beeinflussen. Zimt enthält Antioxidantien, die als Phenole bezeichnet werden und Entzündungen reduzieren sowie die Gesundheit der Blutgefäße verbessern.
Selbst geringe Mengen von Zimt waren hilfreich. Menschen, die über einen Zeitraum von 40 Tagen 1 Gramm Zimt pro Tag zu sich nahmen, was etwa einem halben Teelöffel entspricht, wiesen reduzierte Blutzuckerspiegel, einen niedrigeren LDL Cholesterinspiegel (das schlechte Cholesterin), einen niedrigeren Gesamtcholesterinspiegel und niedrigere Triglyzeridspiegel (Blutfette) auf.
Die Aufnahme von Zimt in die Ernährung könnte das Risiko für Herzerkrankungen und Diabetes reduzieren. Bodybuilder können davon profitieren, einen Teelöffel Zimt über ihre Haferflocken zu streuen.
(Journal Agricultural Food Chemistry, 56: 7838-7844; American Journal Clinical Nutrition, 85: 1552-1556, 2007)

Pycnogenol ist ein Pflanzenextrakt aus der Rinde maritimer Pinien, die im Südwesten von Frankreich wachsen. Es unterdrückt Entzündungen, stärkt das Bindegewebe und steigert die Stickstoffoxidausschüttung – eine wichtige Chemikalie zur Regulierung der Durchblutung. Mit Pycnogenol durchgeführte Studien zeigen, dass dieses Supplement bei der Behandlung von Menstrualkrämpfen, erektiler Dysfunktion und Muskelkrämpfen hilfreich sein kann.
Peter Cisar und Kollegen von der Comenius University School of Medicine in Bratislav in der Slovakei fanden heraus, dass Pycnogenol die Schmerzen von Menschen, die unter Arthritis der Knie litten, reduzierte. 100 Probanden bekamen 150 Milligramm Pycnogenol oder ein Placebo pro Tag für eine Dauer von drei Monaten verabreicht. Im Verlauf der Studiendauer nahmen die Schmerzen nach und nach ab, ohne dass Nebenwirkungen auftraten. Am Ende der Studie waren die Schmerzen um 40 reduziert, 38 Prozent der Probanden konnten ihre Dosis entzündungshemmender Medikamente (z.B. Advil) reduzieren, 38 Prozent berichteten von weniger Steifheit und 52 Prozent berichteten von einer verbesserten körperlichen Funktion.
Pycnogenol scheint ein sicheres Supplement zu sein. Nebenwirkungen umfassten Übelkeit, Benommenheit und allergische Reaktionen. Bei Diabetikern könnte es zumindest theoretisch die Blutzuckerkontrolle beeinträchtigen, doch von dieser Nebenwirkung wird in der wissenschaftlichen Literatur nicht berichtet. Pycnogenol scheint ein hilfreiches und sicheres Supplement für Bodybuilder zu sein.
(Phytotherapy Research, 22: 1087-1092, 2008)

Grünteeextrakt ist ein beliebtes Supplement für die Gewichtsreduzierung und verbessert außerdem die Gesundheit der Adern sowie die Blutzuckerregulierung. Es ist keine magische Zauberkugel, die die Stoffwechselgesundheit auf einen Schlag verbessert, aber es hilft.
Wissenschaftler spekulieren, dass in diesem Supplement enthaltene Chemikalien, die als Katechine bezeichnet werden – insbesondere Epigallokatechin-3-Gallat – dabei helfen die Stoffwechselgesundheit zu verbessern, die Entstehung freier Radikale zu bekämpfen und das Körperfett zu reduzieren. Grünteeextrakt verbessert die Gesundheit des Endothels (die innere Auskleidung der Adern), wodurch der Widerstand gegenüber dem Blutfluss und somit auch der Blutdruck reduziert werden.
Eine an der University of Padova in Italien unter der Leitung von Italia Papparella durchgeführte Studie zeigte, dass Grünteeextrakt bei Ratten den Blutdruck reduzierte und eine Vergrößerung des Herzens verhinderte, indem es den Stoffwechsel freier Radikale reduzierte. Freie Radikale sind hochreaktive Chemikalien, die auf natürliche Art und Weise bei Stoffwechselvorgängen im Körper entstehen und die mit dem Alterungsprozess, einem Zusammenbruch des Immunsystems, Herzerkrankungen und Krebs in Verbindung gebracht werden.
Andere Studien fanden heraus, dass Grünteeextrakt in Zellkulturen den Zelltod verlangsamte und die Erholung nach einem Herzinfarkt oder Schlaganfall fördert. Eine über 11 Jahre andauernde Studie mit mehr als 40.000 japanischen Erwachsenen fand heraus, dass Menschen, die den meisten grünen Tee tranken, im Vergleich zu Menschen, die keinen grünen Tee tranken, eine reduzierte Sterberate bezüglich aller Todesursachen und durch Herz-Kreislauf Erkrankungen aufwiesen. Grünteeextrakt scheint ein exzellentes Supplement zur Förderung der Stoffwechselgesundheit zu sein, das zudem den Gewichtsabbau beschleunigt.
(Journal Nutrition, 138: 1596-1601, 2008; American Journal Clinical Nutrition, 87: 778-784, 2008)