Ernährung

Kontrolliere sie und werde leichter hart und definiert
Wenn Du an Hormone denkst, dann wirst Du insbesondere im Bereich der Fitness und Bodybuilding Welt wahrscheinlich an Dinge wie Testosteron, Insulin, Kortisol und Wachstumshormone denken. Du wirst wahrscheinlich nicht an GLP und GIP denken.
GLP und GIP sind Hormone des Verdauungstraktes und mit ihnen kann Deine Fähigkeit hart und definiert zu werden, stehen oder fallen. Das lustige daran ist, dass die meisten Menschen noch nie etwas von diesen Hormonen gehört haben und selbst Experten bis vor kurzem deren vollen Einfluss noch nicht vollständig verstanden haben.
Die unerwarteten Offenbarungen eines Magenbypasses
Eine Magenbypass Operation hat sich zur Behandlung der Wahl bei stark fettleibigen Patienten entwickelt. Diese Operation kann auch als Beweis dafür angesehen werden, dass das Kalorienmodell des Stoffwechsels korrekt ist.
Als diese Operation ursprünglich entwickelt wurde, bestand die Idee darin, das Volumen an Nahrung, das gegessen werden kann, zu reduzieren. Man glaubte, dass der beobachtete Fettabbau ausschließlich auf der Tatsache basierte, dass die Patienten weniger aßen oder weniger Nahrung absorbierten. Man glaubte, dass diese reduzierte Kalorienaufnahme der einzige Grund für den Gewichtsabbau ist.
Wenn Du die Größe des Magens physikalisch reduzierst, dann kann der Patient nicht mehr so viel wie früher essen und verliert an Gewicht. Das war die Theorie und die Reduzierung der Kalorienzufuhr spielt auch definitiv eine Rolle. Aber ist das schon die ganze Geschichte?
Langsam entwickelte sich ein neues Verständnis für das, was hier geschieht. Es gibt eine unbeabsichtigte und erst vor Kurzem entdeckte Konsequenz dieser Magenbypass Operationen: reduzierter Hunger und (in einem geringeren Umfang) reduzierte Gelüste. Wie kann das sein? Diese Operation findet nicht im Gehirn statt, welches der Bereich ist, der diese Gefühle kontrolliert.
Noch interessanter ist die Tatsache, dass bei einem hohen Prozentsatz der Patienten, die vor der Operation unter Diabetes oder einer Insulinresistenz litten, diese Probleme vollständig verschwanden. Stelle Dir vor, dass Du vor der Operation von konstantem Hunger, unstillbaren Gelüsten und Diabetes gequält wurdest und während Du Dich von der Operation erholst feststellst, dass Dein Hunger und Deine Gelüste verschwunden sind und Dein Diabetes geheilt wurde.
Was geschieht hier?
Die positiven Auswirkungen, die diese Operation auf den Stoffwechsel und den Gewichtsabbau haben, sind nicht einfach nur eine Sache der Kalorien, sondern hängen mit einer unbeabsichtigten Manipulation der endokrinen Eigenschaften der Schleimhäute des Verdauungstrakts zusammen. Mit endokrin ist in diesem Zusammenhang die hormonelle Aktivität des Verdauungstrakts gemeint.
Das Verdauungssystem ist nicht einfach nur ein Ort, an dem Nahrung verdaut und absorbiert wird. Das Verdauungssystem schüttet auch Hormone aus.
Um Nahrung absorbieren und den Stoffwechsel regulieren zu können, benötigt der Körper einen Weg, um eine Kommunikation zwischen Gehirn, Bauchspeicheldrüse und anderen Organen und Gewebetypen bezüglich der Art von Nahrung, die zugeführt wird, zu ermöglichen. Handelt es sich bei der Nahrung um eine große Schüssel süßer Zerealien, die eine große Menge an Insulin notwendig macht? Oder handelt es sich um ein riesiges Steak, das eine Zeit lang im Magen verweilen wird, um verdaut zu werden?
Unser Verdauungstrakt ist mit Sensorzellen ausgekleidet, die die Nahrung „untersuchen“, die verzehrt wurde. Diese Zellen liefern dem Körper Informationen über Menge und Zusammensetzung der verzehrten Nahrung und senden Signale über Hormone/Peptide an Gehirn, Bauchspeicheldrüse, Fettzellen, usw.
Man geht inzwischen davon aus, dass diese Hormone des Verdauungstrakts den primären Mechanismus darstellen, über den diese Operationen ihre Wirkungen entfalten.

GLP und GIP
Das Glucose-Dependent Insulinotropic Peptid (GIP) und das Glucagon-like Peptid (GLP) dürften die beiden wichtigsten Hormone sein. Diese Hormone sind auch unter der Bezeichnung Inkretine bekannt.
Diese beiden Hormone schalten den Hunger im Gehirn ab und regen eine Ausschüttung von Insulin an, sobald sie große Mengen von Glukose wahrnehmen. Diese beiden Hormone sind der Grund dafür, dass Glukose, welche direkt in eine Vene injiziert wird, eine sehr viel geringere Insulinausschüttung als dieselbe Menge an verzehrter Glukose hervorruft.
GIP wird von so genannten K Sensorzellen ausgeschüttet, die den Verdauungstrakt im Bereich des oberen Dünndarms auskleiden, wo die Nahrung den Magen verlässt (das Duodenum). GLP wird von den L Sensorzellen ausgeschüttet, die sich auch im Duodenum befinden, aber im unteren Bereich des Darmes eine höhere Konzentration aufweisen.
Bei einem Magenbypass werden die GIP Konzentrationen reduziert, während die GLP Spiegel erhöht werden. Dies hängt damit zusammen, dass der Bereich des Darms, der die meisten GIP ausschüttenden Zellen umfasst umgangen wird und keinen Kontakt mehr mit der Nahrung hat, während die meisten Bereiche, die GLP ausschütten, erhalten bleiben.
GIP und GLP besitzen sehr unterschiedliche Auswirkungen auf den Stoffwechsel, Sie unterdrücken beide den Appetit und bewirken beide eine Insulinausschüttung (aber nur in Gegenwart von Glukose). Fettleibige Menschen und Diabetiker weisen eine reduzierte GLP Aktivität auf und der Einfluss von GIP auf die Bauchspeicheldrüse ist unterdrückt.
GPL besitzt mehrere Wirkungen, die es für Diabetiker und Fettleibige im Vergleich zu GIP sehr vorteilhaft machen. GLP reduziert die Spiegel des Hormons Glukagon – ein Hormon, das bei Diabetes außer Kontrolle ist und bewirkt, dass kontinuierlich Glukose von der Leber ausgeschüttet wird. GLP hilft dem Körper außerdem dabei, neue, funktionalere Bauchspeicheldrüsenzellen zu produzieren, wodurch die korrekte Funktion des Insulinmechanismus wiederhergestellt wird.
GLP reduziert darüber hinaus einen Abbau von Muskelgewebe. Es verlangsamt außerdem die Freisetzung der Nahrung aus dem Magen, was zur Folge hat, dass andere Hungerhormone (wie Ghrelin) länger unterdrückt bleiben.
All dies führt zu mehr GLP, weniger GIP, niedrigere Glukagonspiegel (was den Blutzucker normalisiert), einer Wiederherstellung der Insulinsensitivität und Reaktivität, einem unterdrückten Appetit, reduzierten Gelüsten und einer gesteigerten Fettverbrennung. Diese Veränderungen beeinflussen die Menge an Kalorien, die konsumiert wird, positiv.
Anmerkung: Wir wissen bisher nicht, wie lange diese Wirkung andauert, da einige Patienten im Lauf der Jahre ihr verlorenes Gewicht wiederaufbauen, jedoch nur selten bis zu dem Gewicht, das sie einmal hatten.
Was bedeutet dies für uns?
All dies zeigt uns, dass ein Gewichtsabbau nicht einfach nur eine Frage der Kalorien Mathematik ist, sondern komplexe Interaktionen der hormonellen Biochemie umfasst.
Die meisten Menschen müssen keine teuren und risikoreichen Operationen über sich ergehen lassen, um von denselben Wirkungen und Vorzügen profitieren zu können. Die GLP und GIP Spiegel können auch mit Hilfe von Nahrung manipuliert werden. Auch Ballaststoffe (insbesondere zähflüssige Ballaststoffe), Protein, bittere Nahrungsmittel, Probiotika und weitere Faktoren sind dazu in der Lage, die Sensorzellen des Verdauungstrakts zu manipulieren und hierdurch den Hunger zu reduzieren, bei Gelüsten zu helfen und die Insulinsensitivität wiederherzustellen.
Wie kannst Du diese Wissenschaft für den Fettabbau verwenden?
- Nutze GIP und GLP zu Deinem Vorteil, indem Du Nahrungsmittel verzehrst, die ihre den Appetit unterdrückenden Wirkungen, aber nicht ihre die Insulinausschüttung anregenden Wirkungen stimulieren. Dies bedeutet Protein, Fett und Ballaststoffe ohne Stärke und Zucker. Protein, Fett und Ballaststoffe werden alle einen Einfluss auf GIP und GLP entfalten, und solange Du während derselben Mahlzeit keine großen Mengen an Stärke oder Zucker isst, wirst Du schneller satt werden und länger satt bleiben.
- Kombiniere niemals Fett und Stärke/Zucker. Diese Kombination wird die GIP Spiegel stark erhöhen und im Lauf der Zeit zu einer höheren Insulinausschüttung führen.
- Wähle zähflüssige Ballaststoffe. Diese Art von Ballaststoffen kleidet den Verdauungstrakt aus und lässt diesen „glauben“, dass sich mehr Nahrung im Verdauungstrakt befindet, als dies in Wirklichkeit der Fall ist. Die Verwendung eines Ballaststoff basierten Getränks als Snack ist ein hervorragender Weg, sich diese Wirkung zu nutze zu machen. Die besten Ballaststoffe für diesen Zweck sind Haferkleie, Akazie und Glukomannan. Aber sei vorsichtig, denn wenn diese Ballastsstoffe in Kombination mit Zucker oder Stärke verzehrt werden, kannst Du genau die gegenteilige Wirkung erreichen. Denke daran, dass Du Ballastsstoffe verwendest, um den Appetit zu kontrollieren und nicht um ihn zu eliminieren. Meide Produkte, die zu dem Zweck entwickelt wurden, den Appetit zu eliminieren und die mit Süßstoffen überladen sind.
- Iss die richtigen Kohlenhydrate. Ballaststoffreiche Kohlenhydrate wie nicht stärkehaltiges Gemüse und weniger süße Obstsorten weisen das beste Ballaststoff zu Zucker/Stärke Verhältnis auf. Dies sind die Kohlenhydrate, die Du vorziehen solltest.
- Verzweigtkettige Aminosäuren – und insbesondere Leucin – können einen speziellen Einfluss auf GLP besitzen. Ein BCAA Supplement, das als Snack und nicht einfach nur zur Förderung der Regeneration nach dem Training verwendet wird, könnte eine weise Wahl darstellen.
Referenzen
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Von Dr Jade Teta
Quelle: https://www.t-nation.com/diet-fat-loss/the-hidden-fat-loss-hormones

Auch wenn verzweigtkettige Aminosäuren (BCAAs) für sich alleine bereits zahlreiche interessante Eigenschaften besitzen und dabei helfen können, anabole und antikatabole Prozesse zu fördern und zu optimieren, stellen BCAAs und Glutamin eine wirkungsvolle synergistische Kombination dar, die einer alleinigen Verwendung von BCAAs oder Glutamin in vielerlei Hinsicht deutlich überlegen ist.
Während BCAAs die im Muskelprotein am häufigsten vorkommenden Aminosäuren sind, ist Glutamin die im Blutkreislauf und in den Zellen am häufigsten vorkommende freie Aminosäure. Glutamin ist für die Funktion des Immunsystems und der Zellen, die an der Regeneration und der Reparatur des Muskelgewebes beteiligt sind, essentiell. Darüber hinaus werden Glutamin viele weitere positive Wirkungen zugeschrieben, die von der Heilung der Magenschleimhaut bis hin zu einer Anwendung als Supplement zur Linderung des Verlangens nach Alkohol und Nikotin reichen.
Ähnlich wie bei den BCAA Spiegeln konnte gezeigt werden, dass es eine Korrelation zwischen der Konzentration von Glutamin im Körper und der Rate der Proteinsynthese gibt. Mit andern Worten ausgedrückt sind die Glutaminspiegel ein guter Indikator für einen anabolen Zustand. Wenn die Glutaminspiegel im Blut hoch sind, sind die Chancen für positive Anpassungen bezüglich Muskelmasse und Kraft in Reaktion auf ein Training mit Gewichten höher und niedrige Glutaminspiegel im Blut sind ein deutliches Zeichen für ein Übertraining und/oder eine Mangelernährung. Die Synergie zwischen BCAAs und Glutamin existiert, da beide nicht nur viele der selben anabolen und antikatabolen Wirkungen induzieren, sondern BCAAs unter Stressbedingungen direkt zur Erhöhung der Glutaminspeicher beitragen können, indem sie als Ausgangsstoffe für die Bildung von Glutamin dienen.
Von einer Kombination aus Glutamin und BCAAs konnte gezeigt werden, dass sie bei Patienten mit Verbrennungen und nach schweren Operationen die Stickstoffbilanz dramatisch verbessert und den Muskelabbau reduziert. Darüber hinaus konnte gezeigt werden, dass bei Sportlern bereits eine relativ niedrig dosierte Kombination von 3 Gramm BCAAs und 5 Gramm Glutamin deutlich größere Zuwächse an Muskelmasse und Kraft als Wheyprotein alleine bewirkt. Anekdotenhafte Berichte deuten darauf hin, dass einige Sportler bei Verwendung höherer Dosierungen von BCAAs und Glutamin in Verbindung mit einer optimalen Ernährung und einem optimalen Training deutlich größere Zuwächse verzeichnen können. Auch wenn BCAAs und Glutamin bereits für sich alleine viele Vorzüge besitzen scheint die Kombination dieser beiden Supplements die potentiellen Vorzüge deutlich zu steigern.
Wie sieht die richtige Dosierung aus?
Um die zahlreichen anabolen Wirkungen von BCAAs und Glutamin zu maximiere, ist es wichtig, dass ausreichend hohe Dosierungen verwendet werden. Auch wenn gezeigt werden konnte, dass bereits 3 Gramm BCAAs pro Tag Vorzüge mit sich bringen, zeigen Studien, die höhere Dosierungen von BCAAs im Bereich von 20 Gramm pro 50 Kilogramm fettfreiem Körpergewicht verwendeten, deutlich dramatischere Resultate. Noch bessere Resultate können während intensiver Trainingsphasen oder einer strengen Diät mit BCAA Dosierungen von bis zu 0,45 Gramm pro Kilogramm fettfreier Körpermasse erzielt werden. Die optimale Dosierung für diesen Anwendungszweck kann man leicht berechnen, indem man das Gewicht des Körperfetts vom Körpergewicht abzieht und das Resultat mit 0,45 multipliziert. Wenn man also 100 Kilo wiegt und einen Körperfettanteil von 10% aufweist, dann liegt die fettfreie Körpermasse bei 90 Kilo, was mit 0,45 multipliziert eine Menge von ca. 40 Gramm BCAAs pro Tag ergibt.
Bei Glutamin liegt die minimale Dosierung bei 0,1 Gramm pro Kilogramm fettfreier Körpermasse. Deutlich bessere Resultate wird man jedoch mit Dosierungen zwischen 0,2 und 0,45 Gramm Glutamin pro Kilogramm fettfreier Körpermasse erzielen. Derselbe Trainierende mit 100 kg Körpergewicht und einem Körperfettanteil von 10% sollte also zwischen 10 und 40 Gramm Glutamin pro Tag zu sich nehmen, wobei die höheren Dosierungen besonders während intensiver Trainingsphasen in Verbindung mit einem hohen Kaloriendefizit und einer reduzierten Kohlenhydratzufuhr am meisten Sinn machen.
Das richtige Timing
Die vielleicht größten Meinungsunterschiede unter Experten auf dem Gebiet der BCAA oder Glutamin Supplementation gibt es bezüglich des richtigen Timings dieser Nährstoffe. Abhängig davon, wen man fragt, wird man unterschiedliche Antworten bekommen. Ich glaube, dass jeder darin übereinstimmt, dass die größten körperlichen Belastungen bei einem Sportler während der Trainingseinheiten oder während Sportereignissen auftreten. Da eine BCAA und/oder Glutamin Supplementation während dieser Phasen der höchsten Belastung ihre größten Vorzüge entfaltet, macht es Sinn, dass eine Supplementation mit diesen Verbindungen vor dem Training stattfinden sollte, um sicherzustellen, dass im Körper hohe Spiegel von BCAAs und Glutamin während der Belastung vorhanden sind.
Man sollte sich daran erinnern, dass über die Nahrung zugeführtes Protein im Verdauungstrakt in einzelne Aminosäuren inklusive BCAAs und Glutamin aufgebrochen wird. Man sollte sich weiterhin daran erinnern, dass Kohlenhydrate dabei helfen werden, die BCAA und Glutamindepots im Körper zu schonen. Wenn man sich gut ernährt, den Körper in regelmäßigen Abständen mit ausreichend Protein versorgt und einen normalen Lebensstil pflegt, dann sollten während der größten Zeit des Tages ausreichende Mengen an BCAAs und Glutamin im Körper vorhanden sein. Wenn während des Trainings eine plötzliche katabole Belastung für den Körper zustande kommt, wird jedoch auf die BCAA und Glutaminspeicher zurückgegriffen, wenn man beginnt die Glykogenspeicher aufzubrauchen.
Dies ist die Zeit, während der strategisch erhöhte BCAA und Glutaminspiegel ihre größte anabole und antikatabole Wirkung entfalten werden. Aus diesem Grund sollte man als erstes hohe BCAA und Glutaminspiegel während des Trainings sicherstellen, indem man die tägliche Dosierung dieser beiden Nährstoffe in zwei Hälften aufsplittet und die erste Hälfte 30 Minuten vor dem Training oder zu Beginn der Trainingseinheit und die zweite Hälfte direkt nach dem Training zu sich nimmt. Auf diesem Weg wird man die größten Vorzüge für sein Geld erhalten. Man sollte diese Vorgehensweise zwei Wochen lang ausprobiere und schauen, ob man einen substantiellen Unterschied bezüglich Regeneration, verzögert einsetzendem Muskelkater, Fettabbau, Muskelwachstum und Energiespiegeln während des Trainings feststellen wird.
Es wird natürlich zusätzliche Vorzüge mit sich bringen, wenn man die tägliche BCAA und Glutamindosierung erhöht und diese Supplements auch zu anderen Zeiten des Tages verwendet. Während einer strengen Diät, bei der sowohl die Kalorienzufuhr als auch die Kohlenhydratzufuhr signifikant reduziert werden, wird eine Supplementation mit 2 bis 5 Gramm BCAAs und Glutamin zwischen den Mahlzeiten dabei helfen, eine positive Stickstoffbilanz aufrecht zu erhalten und die bestehende Muskelmasse vor einem Abbau zu schützen. Darüber hinaus kann Glutamin zwischen den Mahlzeiten dabei helfen, das Verlangen nach Süßem und Kohlenhydraten zu reduzieren. Ein weiterer Punkt, der nicht unerwähnt bleiben sollte, ist die Auswirkung auf die Wachstumshormonausschüttung.
Sowohl von BCAAs als auch von Glutamin konnte gezeigt werden, dass sie unabhängig voneinander bei Verwendung einer Dosierung von lediglich 3 Gramm die Wachstumshormonspiegel erhöhen können. Durch die Verwendung von 3 bis 5 Gramm BCAAs und 3 bis 5 Gramm Glutamin zwischen den Mahlzeit und zusätzlichen 5 bis 10 Gramm Glutamin vor dem zu Bett gehen können Sportler – und insbesondere Sportler ab einem Alter von 30 Jahren – von erhöhten Wachstumshormonspiegeln profitiere. Dies kann zu einem geringeren Körperfettanteil, gesteigerter Energie und einer beschleunigten Regeneration nach dem Training führen.

“Warum macht mich mein Frühstück hungrig?” Nachdem mir jemand diese Frage zum wer-weiß-wievielten-Mal gestellt hatte, habe ich mich dazu entschlossen, mich mit einer tiefgreifenderen Untersuchung der möglichen Gründe und Mechanismen zu beschäftigen. Ich dachte mir, dass es eine gute Idee wäre, meine Gedanken zu diesem Thema mit euch zu teilen.
Der Durchschnittsbürger isst sein Frühstück
Was geschieht also dann, wenn du beginnst zu essen? Schlechte Dinge? Nein, nicht notwendigerweise, abhängig von den anderen Variablen dieser Gleichung – mehr dazu sehr bald.
Willkommen beim Durchschnittstypen, der so durchschnittlich ist, wie es nur irgend möglich ist – mit allen Implikationen, was bedeutet, dass er fett ist, eine schlechte Insulinsensitivität aufweist und außer Form ist – er entspricht also dem Standard des modernen Menschen, der in der wissenschaftlichen Literatur verwendet wird.
Der Durchschnittstyp setzt sich hin und isst sein Frühstück und aufgrund des Einflusses von Kortisol reagiert seine Bauchspeicheldrüse mit einer rapiden und – relativ zu anderen Zeiten des Tages, wenn alles andere gleich ist – starken Insulinausschüttung. Dies senkt die Blutzuckerspiegel schneller wieder zurück auf den Ausgangswert als später am Tag, was in diesem Kontext ein wünschenswerter Effekt ist.
Auch wenn der durch die Nahrungszufuhr induzierte Insulin Spitzenwert sehr viel schneller zustande kommt und aufgrund des Zusammentreffens mit dem Maximalwert des Kortisol Tagesrhythmus sehr viel höher ausfällt, sollte die Nettowirkung darin bestehen, dass die durchschnittliche Insulinausschüttung und die durchschnittlichen Blutzuckerwerte während der Phasen des Frühstücks niedriger als später am Tag ausfällen, wenn es zu einer Nahrungszufuhr bei niedrigen Kortisolspiegeln kommt. In gewisser Hinsicht könnte die träge Bauchspeicheldrüse unseres Durchschnittstypen sogar von der verstärkten Insulinreaktion am Morgen profitieren.
Das war unser Durchschnittstyp. Aber was ist mit einem überdurchschnittlich fitten Menschen? An dieser Stelle beginnt das Ganze interessant zu werden.
Insulinsensitivität und Insulinresistenz: eine kurze Einführung
Mir ist etwas sehr seltsames aufgefallen und ich habe es viel zu oft beobachtet, um es als zufällig abzutun.
Als ich erstmals mit dem Diäten begann, kam ich gut mit einer typischen hohen Mahlzeitenfrequenz mit dem typischen fitnessorientierten, auf Haferflocken basierenden Frühstück zurecht. Ich begann recht fett mit etwa 100 Kilo und verlor mit Hilfe eines recht generischen Ansatzes fast 20 Kilo.
Natürlich machte ich massenweise Anfängerfehler – insbesondere im Cardio Bereich, wo ich es übertrieben habe – und litt infolgedessen unter diesen Fehlern. Ich hatte meine Rückschläge – wie jeder andere auch – aber ich stand sie alle durch.
Wie auch immer, es dauerte in Hinblick auf meine Schlankheit eine Zeit lang, bis das Frühstück begann zu einem Problem zu werden. Als erstes hatte ich schon immer das Gefühl, dass es eine unnötige kalorienmäßige Last darstellte, die mich beim Diäten beeinträchtigte. Ich war morgens nicht hungrig, aber dafür am Abend umso mehr.
Wenn ich es damals besser gewusst hätte, dann hätte ich natürlich früher damit angefangen, das Frühstück wegzulassen, aber damals predigte jeder die wichtigen Vorzüge des Frühstücks und ich traute mich nicht wirklich, all diese goldenen Regeln der Fitness zu brechen.
Zweitens schien es so, als ob der Hungerschub nach dem Frühstück sowohl im Hinblick auf Frequenz, als auch hinsichtlich der Stärke mit jedem verdammten Gramm Körperfett, das ich ab einem bestimmten Punkt verlor, zunehmen würde. Ab einem bestimmten Punkt wurde dieser Hunger übermäßig und das war der Zeitpunkt, an dem ich was die Fortschritte anging auf der Stelle zu treten begann. Dies ging so lange weiter, bis ich mich dazu entschloss meine eigenen Untersuchungen anzustellen und nicht länger diesen Blödsinn zu schlucken, mit dem mich so genannte Fitness Gurus und andere zweifelhafte Quellen fütterten. Der Rest ist Geschichte.
Wie auch immer, lass mich meinen Laborkittel anziehen und Dir erklären, wie dies mit all dem zusammenpasst, was ich bis jetzt erzählt habe. Wir haben jetzt den zweiten Schlüsselpunkt bei dieser Hypothese hinter dem Phänomen des Hungers nach dem Frühstück erreicht. Der erste Schlüsselpunkt war, wie Du Dich vielleicht erinnern wirst, die Cortisol Awakening Response (CAR) und ihr Maximalwert, der mit dem Frühstück zusammenfällt.
Der zweite Schlüsselpunkt ist die Insulinsensitivität. Was geschieht, wenn eine Person mit hoher Insulinsensitivität etwas isst? Kurz zusammengefasst senden steigende Blutzuckerspiegel ein Signal an die Bauchspeicheldrüse und die Bauchspeicheldrüse reagiert mit Insulin. Das Insulin transportiert dann die Glukose aus dem Blut an Orte, wo sie gebraucht wird (z.B. Leber und Muskeln), wodurch die Blutzuckerspiegel sinken und verhindert wird, dass sich Glukose im Blut ansammelt.
Wenn die Blutzuckerspiegel über einen längeren Zeitraum erhöht sind (wie man dies bei unbehandelter Typ 2 Diabetes, Insulinresistenz, schlechter Insulinsensitivität usw. beobachten kann) bewirkt dies alle Arten von schlechten Dingen, was der Grund dafür ist, dass wir versuchen sollten, diese so schnell wie möglich wieder auf den Ausgangswert zu senken. Dies ist der Grund dafür, dass eine hohe Insulinsensitivität etwas Gutes ist.
Wenn Dein Körper eine hohe Insulinsensitivität aufweist, dann reagiert Deine Bauchspeicheldrüse schnell mit einem starken Insulinschub auf Glukose, der langsam nachlässt, wenn er nicht länger benötigt wird. Ein schneller Anstieg der Insulinspiegel gefolgt von einem schnellen Absinken. Das Nettoergebnis sind niedrigere Blutzucker- und Insulinspiegel nach dem Essen.
Im Gegensatz hierzu resultiert eine Insulinresistenz in einer trägen Insulinreaktion mit einem geringen Insulinschub mit einem langsamen Absinken der Insulinspiegel. Das Netto Ergebnis sind höhere Blutzucker- und Insulinspiegel nach dem Essen.
Stelle Dir einen Graphen vor, der die Insulinausschüttung in der Phase nach dem Essen aufzeigt, bei dem sich die Zeit auf der x-Achse und die Höhe der Insulinspiegel auf der y-Achse befinden. Stelle dir jetzt ein pulsartiges Schema für eine Person mit hoher Insulinsensitivität und ein bergiges Schema für eine insulinresistente Person vor – so würde das Ganze aussehen.
Ein wichtiger Punkt beim obigen Szenario ist, dass die Insulinspiegel bei der Person mit hoher Insulinsensitivität einen höheren Maximalwert erreichen.
Insulin und die Blutzuckerregulierung
Erinnere Dich daran, dass Kortisol die Insulinausschüttung verstärkt. Wenn Du über hohe Kortisolspiegel verfügst (z.B. beim Spitzenwert der CAR) und etwas isst, dann wird die Insulinausschüttung vestärkt. Deine Bauchspeicheldrüse reagiert schneller und stärker.
Aber unsere fitte Beispielperson verfügt bereits über eine wirklich robuste Insulinreaktion, da sie eine hohe Insulinsensitivität aufweist. Und jetzt füge hierzu die verstärkende Wirkung der CAR auf die Insulinausschüttung hinzu. Was erhältst Du? In der Theorie einen sehr starken und scharfen Insulin Puls. Und was ist die Konsequenz hiervon?
Anders ausgedrückt – nur als Beispiel – was ist die Folge einer Injektion von zu viel Insulin relativ zum Bedarf? Wenn du es hiermit übertreibst, dann riskierst Du all die gravierenden Folgen einer lebensbedrohlichen Unterzuckerung, welche in extremem Hunger, Verwirrtheit, Koma, Hirnschäden und Tod – in dieser Reihenfolge – resultiert.
Während obiges eine reale Gefahr für Diabetiker darstellt, ist eine solche Gefahr bei gesunden Individuen nicht gegeben. Wir haben im Lauf der Evolution ein extrem effizientes regulierendes System zur Verhinderung eines zu starken Abfalls der Blutzuckerspiegel entwickelt, das verhindert, dass unsere Blutzuckerspiegel so weit abfallen, dass hierdurch unsere Körperfunktionen und unsere Wahrnehmung beeinträchtigt werden und unsere Überlebenschancen sinken.
In der Tat ist die Blutzuckerregulation ein sehr sicheres System mit redundanten Mechanismen, die dazu in der Lage sind, die Glukosefreisetzung auch dann, wenn ein System ausfällt, so weit zu erhöhen, dass sie unseren Bedarf deckt. Glukagon, Epinephrin (Adrenalin), Kortisol und Wachstumshormone sind unterschiedliche Hormone, die zusammenarbeiten, um die Rolle des jeweils anderen zu erfüllen, falls dieses seine Aufgaben nicht korrekt erfüllen kann.
Aber dieses System hat sich nicht dazu entwickelt, sich um Blutzuckerspiegel zu kümmern, die gerade niedrig genug sind, um Hunger auszulösen, ohne hierüber hinausgehende gravierende Nebenwirkungen zu besitzen. In der Tat waren niedrige Blutzuckerspiegel als Hungersignal der Fokus einer der frühesten Theorien zur Appetitregulierung.
Warum macht das Frühstück den durchschnittlichen fitten Menschen hungrig?
Im Rahmen der “glukostatischen Theorie” postulierte Jean Mayer in den 1950-ern, dass der Blutzucker als primäres, Hunger auslösendes Signal diente, das uns dazu brachte, zu essen (Mayer, 1953). Spätere Studien haben uns gelehrt, dass die Appetitregulierung weitaus komplizierter ist, aber dass der Blutzucker in dieser Gleichung eine klare Rolle spielt.
Aufbauend auf Mayers Theorie schlug Campfield eine komplexere und verfeinerte Theorie vor, in deren Rahmen er – kurz zusammengefasst – vermutete, dass fallende Blutzuckerspiegel als Hungersignal dienen könnten (Campfield & Smith, 2003). Dies wurde an anderer Stelle in dem Sinn wiederholt, dass die Geschwindigkeit, mit der die Blutzuckerspiegel fallen, in gewissem Sinn als Alarmsignal dienen können – während eine prompte Senkung der Blutzuckerspiegel nach dem Essen wünschenswert ist, kann ein zu starker und schneller Abfall als Gefahr interpretiert werden und ein Hungersignal auslösen.
Wenn unsere insulinsensitive, fitte Person also sein Frühstück direkt zum Maximalwert der Cortisol Awakening Response (CAR) isst, dann wird in Reaktion auf diese Mahlzeit eine Menge Insulin ausgeschüttet, was in einem schnellen Abfall der Blutzuckerspiegel resultiert.
Betrachten wir nun die Mahlzeit selbst. Wie sieht das typische Frühstück einer fitten Person aus? Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass diese Mahlzeit reicher an Protein und Kohlenhydraten und arm an Fett ist und recht häufig eine Quelle von Milchprodukten oder Milchprotein umfasst. Jede dieser Komponenten trägt unabhängig voneinander weiter zu einer Insulinausschüttung bei.
Als Konsequenz des obigen zeigt der Hunger kurz nach der Mahlzeit sein hässliches Gesicht. Entweder als Resultat des Blutzuckerspiegels, der etwas zu stark sinkt oder als Resultat davon, dass dieser zu schnell innerhalb eines engen Zeitfensters fällt.
Setzen wir alles zusammen
Und das, meine Freunde, war meine abgekürzte Version der Erklärung für den Hunger nach dem Frühstück. Wenn ich etwas darüber nachdenke, passt diese perfekt zu meinen persönlichen Erfahrungen, meinen Beobachtungen und vielen Anekdoten, die ich im Lauf der Jahre gehört habe.
Hunger nach dem Frühstück ist etwas, das häufiger und in größerem Umfang bei recht schlanken Menschen auftritt. Ich würde schätzen, dass dieses Phänomen in einem Bereich von 12 bis 14% Körperfett recht häufig auftritt. Und wenn Du Dich einem einstelligen Körperfettanteil näherst, ist dieses Phänomen in der Tat recht weit verbreitet – und wird für viele zu einem ernsthaften Hindernis.
Während wir schlanker werden, verbessert sich unsere Insulinsensitivität schrittweise. Und während die Insulinsensitivität Schritt für Schritt steigt, werden wir nach dem Frühstück schneller hungrig und dieser Hunger wird immer nerviger, bis wir uns schließlich fragen, warum wir 1 bis 2 Stunden nach einer Mahlzeit von vernünftiger Größe das Gefühl haben zu verhungern.
In gewissen Sinne ist es lustig, dass die Blutzuckerregulation im Fastenzustand und nicht im zuvor erwähnten Frühstückszenario am besten funktioniert. Dies wird verständlich, wenn Du in Betracht ziehst, dass im Fastenzustand ein Gleichgewicht zwischen Zufuhr und Abfuhr – in diesem Fall Glukose und Insulin - besteht. Die Blutzuckerspiegel sind niedrig und werden bei einer Person mit guter Insulinsensitivität durch niedrige Insulinspiegel gut aufrechterhalten.
Nach dem Frühstück ist die Abfuhr aufgrund von Kortisol disproportioniert zur Zufuhr (Frühstück) – ein Ungleichgewicht, das unter anderen Umständen (d.h. dieselbe Mahlzeit später am Tag mit wenig Kortisol oder bei einer Person mit geringerer Insulinsensitivität) nicht zustande käme.
All dies wirft interessante Fragen bezüglich der Rolle der Kortisol-Insulin Verbindung auf – oder bezüglich des Frühstückskonsums und der Adaption (oder der mangelnden Adaption) im Lauf der menschlichen Evolution und deren Konsequenzen für den modernen Menschen mit seinem modernen Mahlzeitenschema.
Dies ist in der Tat sehr interessant wenn Du die Ereignisse berücksichtigst, die auf stoffwechseltechnischer und transkriptionaler Ebene stattfinden, wenn Du Kortisol und Insulin kombinierst. Ganz zu schweigen von der Rolle von Kortisol im Rahmen der Konditionierung und des schlanker Werdens und der Tatsache, dass auch wenn das Frühstück als erstes morgens eine künstliche Angewohnheit ist, die von einem der ersten und möglicherweise größten Giganten der Nahrungsmittelindustrie (Kellogs) geprägt wurde, diese Angewohnheit mit Sicherheit eine ist, die wir uns sehr schnell angewöhnt haben.
Doch das ist ein Thema für einen anderen Zeitpunkt. Oder für eine andere Person, die intelligent genug ist, die Hinweise auf etwas zu erkennen, die ich gerade gegeben habe – immer davon ausgehend, dass es überhaupt jemanden interessiert.
Abschließende Betrachtung
Abschließend möchte ich hervorheben, dass es ein paar Dinge gibt, die ich außen vor lassen musste, da dieser Artikel bereits jetzt schon recht lang geworden ist. Ich sollte diese vielleicht zumindest kurz und knapp erwähnen, indem ich sage, dass es einen hohen Grad an individueller Varianz der Cortisol Awakening Response gibt und dass dies auch die Insulinausschüttung beeinflussen könnte (d.h. eine stärkere Cortisol Awakening Response könnte einen größeren Einfluss auf die durch die Nahrungszufuhr induzierte Insulinausschüttung besitzen).
Darüber hinaus spielt ganz offensichtlich auch die Nahrungsmittel- und Makronährstoffauswahl bei alldem eine große Rolle, doch diese Rolle könnte eine andere sein, als die meisten erwarten würden. So sind z.B. einige Proteinquellen – oder sollte ich Aminosäuren sagen – nicht nur stark insulinogen, sondern rufen auch eine Kortisolreaktion hervor. Zufälligerweise neigen diese dazu die Proteinquellen zu sein, die häufig zum Frühstück konsumiert werden.
Vielleicht sollte ich erwähnen, dass Protein abhängig vom Kontext eine Kortisolreaktion hervorrufen kann (Benedict et al., 2005; Gibson et al., 1999; Slag et al., 1981). Oh, Du hast gedacht, dass es anders herum wäre – dass Protein die Kortisolspiegel senkt? Nun, dann hast Du heute noch etwas Neues gelernt.
Referenzen
- Benedict, C., Hallschmid, M., Scheibner, J., Niemeyer, D., Schultes, B., Merl, V., Fehm, H. L., et al. (2005). Gut protein uptake and mechanisms of meal-induced cortisol release. The Journal of clinical endocrinology and metabolism, 90(3), 1692–1696. doi:10.1210/jc.2004-1792
- Campfield, L. A., & Smith, F. J. (2003). Blood glucose dynamics and control of meal initiation: a pattern detection and recognition theory. Physiological Reviews, 83(1), 25–58. doi:10.1152/physrev.00019.2002
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“Warum macht mich mein Frühstück hungrig?” Nachdem mir jemand diese Frage zum wer-weiß-wievielten-Mal gestellt hatte, habe ich mich dazu entschlossen, mich mit einer tiefgreifenderen Untersuchung der möglichen Gründe und Mechanismen zu beschäftigen. Ich dachte mir, dass es eine gute Idee wäre, meine Gedanken zu diesem Thema mit euch zu teilen.
Es handelt sich hierbei um einen recht langen Artikel, aber ich hoffe doch, dass dieser interessant genug ist, um eure Aufmerksamkeit aufrecht zu erhalten und interessant genug ist, um euch ein paar Dinge zu lehren.
Mir rutschte das Herz in die Hose, als es vor ein paar Monaten so schien, als ob es überwältigende Beweise für die Vorzüge des Frühstücks gäbe, doch ich konnte diese widerlegen.
Warum macht das Frühstück einige Menschen hungrig?
Wie bereits erwähnt wurde, war es nicht ohne Grund, dass diese Frage mein Interesse über das hinaus weckte, was der Nahrungsmittelauswahl zugeschrieben werden konnte. In Fragebogen haben Klienten häufig angegeben, dass Essen am Morgen sie vor dem Mittagessen hungrig machte und dass dies manchmal bereits weniger als eine Stunde nach dem Frühstück der Fall war.
Auf Facebook, in Emails und bei Unterhaltungen wurden ähnliche anekdotenhafte Erfahrungen zu häufig erwähnt, um durch reine Zufälle erklärbar zu sein – oder um mit einer halbherzigen Antwort abgetan werden zu können, der die Annahme zugrunde liegt, dass jeder ein ungesundes Frühstück gegessen hat.
Diese Leute hatten keine Fruit Loops und kein Erdnussbuttersandwich mit einem Glas Orangensaft zum Frühstück gegessen – Du weißt schon, das Frühstück des Durchschnittsmenschen, das jeden eine Stunde später hungrig machen würde.
Nein, diese Leute hatten ein für Fitnesssportler typisches Frühstück gegessen, das alle Arten von Nahrungsmitteln umfasste, die die meisten von uns schon irgendwann einmal zum Frühstück gegessen haben – Haferflocken, Milchprodukte, Eier, usw. Häufig handelte es sich um eine Mahlzeit, die durch moderate bis hohe Mengen an Kohlenhydraten und Protein, relativ geringe Mengen an Fett und meist eine brauchbare Menge an Ballaststoffen charakterisiert wurde.
Du kannst den ganzen Tag damit verbringen darüber zu diskutieren, wie gesund oder ungesund Vollkornprodukte und Milchprodukte sind, aber die Tatsache bleibt, dass diese Nahrungsmittel nicht pauschal die Tatsache erklären können, dass das Frühstück bei einigen Menschen Hunger auslöst.
Verdammt, Du musst nur nach „Warum macht mich mein Frühstück hungrig“, „hungrig nach dem Frühstück“ oder „Frühstück macht mich hungrig“ googeln und Du wirst sehen, dass die Foren voll von Menschen sind, die über ähnliche Erfahrungen berichten.
Ich würde mich selbst auch zu diesen Menschen zählen. Das Frühstück weg zu lassen war die mit Abstand beste Veränderung meiner Ernährung, als ich im Jahr 2006 mit Intermittent Fasting begonnen habe.
Wie für viele andere Intermittent Fasting Praktizierende war auch für mich das Frühstück etwas echt nerviges und es weg zu lassen hat einen riesigen Unterschied gemacht. Im Vergleich zu früher ging Diäten hierdurch fast von alleine.
Ganz zu schweigen von der langfristigen Aufrechterhaltung des Gewichts. Kein weiteres Zählen der Stunden bis zum Mittag und nicht länger das Gefühl auf Diät zu sein – unabhängig davon, ob ich tatsächlich diätete, mein Gewicht aufrecht erhielt oder Masse aufbaute.
Für mich und viele andere hält das Auslassen des Frühstücks den Hunger sehr viel besser in Zaum, als morgens etwas zu essen – so paradox dies auch klingen mag. Dies ist für mich natürlich sehr interessant, da es etwas verdammt Seltsames ist. Warum sind einige Menschen besser dran, wenn sie morgens überhaupt nichts essen? Wie kann es sein, dass Du unter diesen spezifischen Umständen mit null Kalorien besser als mit hunderten Kalorien dran bist. Das macht einfach keinen Sinn...
Ich habe mich also daran gemacht zu versuchen eine Antwort auf diese Frage zu finden und kam schließlich zu einer befriedigenden Hypothese bezüglich des Mechanismus, der diesem mysteriösen Hungerschub nach dem Frühstück zugrunde liegt, den so viele von uns verspüren.
Der Originalartikel endete damit 12000+ Wörter lang zu sein und hatte einen übertrieben lächerlich akademischen Touch und verzweigte zu allen Arten nur entfernt verwandten Themen. Der Artikel war viel zu lang für die Aufmerksamkeitsspanne der meisten Menschen und viel zu technisch für das Verständnislevel der meisten Menschen.
Gestern habe ich mich dann hingesetzt und das ganze umgeschrieben, wobei ich versucht habe, ihn auf dieselbe Art und Weise herüber zu bringen, wie ich das Thema meiner Freundin oder einem unsichtbaren Freund erklären würde, dem ich das Ganze jetzt schon ein paar Mal erzählt habe.
Anmerkung: Was den Begriff Frühstück angeht, meine ich im Rahmen dieses Artikels ein Frühstück im traditionellen Sinn, d.h. ein Frühstück direkt nach dem Aufstehen – und nicht im ursprünglichen Sinn des Wortes als erste Mahlzeit nach dem nächtlichen Fasten.
Definieren wir Hunger nach dem Frühstück
Zu versuchen Hunger nach dem Frühstück zu definieren ist etwas völlig müßiges. Es ist etwas, das Du sofort verstehen wirst, weil Du dieselben Erfahrungen gemacht hast, oder etwas, bei dem Du Dich fragst, wovon zum Teufel ich spreche, da Du dieses Problem ganz einfach nicht hast. Ich vermute, dass die meisten meiner Leser in die erste Kategorie fallen werden, weshalb ich nicht viel Zeit auf einen akademischen Diskurs verwenden werde, um das Phänomen über das hinaus zu erklären, was ich bereits getan habe. Einfach gesagt werden manche Menschen hungrig – sehr hungrig – und erleben kurz nach dem Verzehr des Frühstücks am Morgen Gelüste unterschiedlicher Stärke.
Im Bereich der wissenschaftlichen Literatur machen Wissenschaftler, die sich auf Untersuchungen zum Thema Appetit, Hunger und Abhängigkeit spezialisiert haben, zwischen den zuvor erwähnten Begriffen (d.h. Hunger, Gelüste, usw.) einen Unterschied, aber da Hunger nach den Frühstück durch Klienten und in Foren als subjektive Erfahrung beschrieben wird, würde ich ohne detailliertere Untersuchungen von meiner Seite schätzen, dass sich die meisten Menschen auf dasselbe Phänomen beziehen, wenn sie über Hunger nach dem Frühstück sprechen und Begriffe wie Gelüste, sich hungrig fühlen, Heißhunger, usw. verwenden. Ich persönlich würde dieses Gefühl als Hunger in dem Sinn beschreiben, wie die meisten Menschen den Begriff Hunger verwenden würden.
Hunger nach dem Frühstück setzt irgendwann zwischen dem Morgen und dem Mittag ein – für gewöhnlich 30 Minuten bis 2 Stunden nach dem Frühstück und manifestiert sich für gewöhnlich nicht in irgendwelchen Symptomen, die über spürbaren Hunger hinaus gehen. Einige Menschen haben jedoch erwähnt, dass Reizbarkeit und eine beeinträchtigte Konzentrationsfähigkeit bei Aufgaben, die größerer Mengen an Konzentration bedürfen, gleichzeitig mit Hunger nach dem Frühstück auftreten.
Ein wichtiger Punkt ist, dass dieselbe Mahlzeit nicht diesen frühen und/oder ausgeprägten Hunger hervorruft, wenn sie später am Tag konsumiert wird. Hunger nach dem Frühstück kann nicht durch Unterschiede bei der Nahrungsmittelauswahl, sondern durch bestimmte individuelle Faktoren und ihre Interaktionen mit einer uhrzeitabhängigen Auswirkung der Nahrungszufuhr auf das Hormonprofil und den Stoffwechsel erklärt werden.
Eine Einführung zum Thema Kortisol
Kortisol ist der Hauptschuldige, wenn es um den Hunger nach dem Frühstück geht. Die meisten von euch werden Kortisol wahrscheinlich mit Stress und Muskelkatabolismus und infolgedessen mit „schlecht“ und „vermeiden“ in Verbindung bringen. Dies ist zwar teilweise korrekt, aber größtenteils falsch.
Da “teilweise korrekt” für viele der blödsinnigen Ernährungsmythen da draußen verantwortlich ist, ist es nutzlos. Menschen, die behaupten, dass der Verzehr von sechs Mahlzeiten pro Tag Deinen Stoffwechsel anregen werden und dass Fasten einen Hungermodus zur Folge hat, haben „teilweise recht“ – aber das meiste ihrer Aussagen ist einfach nur Blödsinn.
Der Kontext ist häufig von entscheidender Bedeutung und dies gilt insbesondere im Hinblick auf Kortisol – was der Grund dafür ist, dass ich an dieser Stelle eine kurze Einführung zu diesem komplexen und facettenreichen Hormon geben werde. Es gibt fast so viele unterschiedliche Definitionen des Begriffs Stress wie es da draußen Mythen über Kortisol gibt aber im Hinblick auf ersteres ist die Definition, die mich aus minimalistischer Sicht am meisten anspricht, die Folgende:
„Stress kann als jede Herausforderung an die Homöostase eines Individuums definiert werden, die eine adaptive Reaktion dieses Individuums notwendig macht.“
Newport & Nemeroff, 2002.
Kortisol wird in Reaktion auf einen Stressor ausgeschüttet, um Dir dabei zu helfen, effizient mit diesem Stressor umzugehen – egal ob es sich bei diesem Stressor um einen 20 Wiederholungen Satz Kniebeugen bis zur völligen Erschöpfung oder um eine sich nähernde Deadline für einen Artikel, der veröffentlicht werden muss, handelt. Die Rolle von Kortisol besteht während diesen Herausforderungen darin, Dir einen Schub zu geben und nicht Dich zu behindern – egal ob der Stressor körperlicher (z.B. Training, Verletzungen, Kälte) oder psychologischer (z.B. eine komplexe kognitiv fordernde Herausforderung) Natur ist.
Dank erhöhter Kortisolspiegel während des Trainings können wir weit über unsere nicht gestresste Komfortzone hinaus gehen und eine adäquate Rate der Anstrengung ohne übermäßig durch Schmerz, Hunger und Erschöpfung abgelenkt zu werden, über einen längeren Zeitraum aufrecht erhalten, als dies ansonsten der Fall wäre. Kortisol verbessert den Muskel- und Glykogenstoffwechsel, erhöht die Schmerztoleranz, reduziert Erschöpfung und stärkt die Motivation.
Ach ja, beantwortet dies die Fragen derjenigen, die mich auf meine Gedanken zum Thema der Verwendung von Kortisolblockern vor dem Training angesprochen haben? Nein? Okay, dann ist alles, was ich sagen kann, viel Glück bei diesen Kniebeugen, Kumpel...
Aufgrund der Kortisolreaktion auf eine kognitive Herausforderung können wir uns schneller und detaillierter an wichtige Fakten erinnern, unsere Konzentration aufrecht erhalten, wachsam bleiben und die ganze Nacht am Computer arbeiten, wenn dies notwendig ist. Kortisol verbessert unsere sensorische Wahrnehmung, unser Erinnerungsvermögen und unsere Wachsamkeit.
Das meiste hiervon wird in Robert Sapolskys exzellentem Buch "Why Zebras Don't Get Ulcers" (warum Zebras keine Magengeschwüre bekommen) behandelt, in dem er auch erklärt, wann und warum Kortisol schlecht für uns wird. Kurz gesagt resultiert länger anhaltender Stress in chronisch erhöhten Kortisolspiegeln, die dann alle Arten von schlechten Dingen bewirken. Es gibt eine Zeit und einen Ort für Kortisol. Doch in unserer hektischen Zeit ist die dünne Linie zwischen Arbeit (Stress) und Freizeit (Ruhe) häufig verschwommen.
Mit konstanten an sich selbst gestellten Anforderungen, niemals endenden Verpflichtungen und endlosen Gelegenheiten zu arbeiten (im Büro, zu Hause, usw.) sind die Stressoren der modernen Gesellschaft von großer psychologischer Vielfalt und sie sind allgegenwärtig, wenn Du es ihnen erlaubst.
In starkem Kontrast hierzu, waren die Stressoren der Vergangenheit häufiger kurzzeitiger und körperlicher Natur. Auch wenn diese wahrscheinlich gravierender und häufig lebensbedrohlich waren, gab es eine klare Linie zwischen Start und Ende. Und dies erklärt den Titel von Sapolskys Buch, das ich nicht oft genug empfehlen kann und das jeder lesen sollte, der eine detailliertere Erklärung von Stress und der Arbeit von Kortisol sucht.
Was Sapolsky jedoch nicht im Detail erklärt ist die Kortisolreaktion nach dem Aufwachen und die akuten Auswirkungen von Kortisol auf die Insulinausschüttung.
Die Kortisolreaktion nach dem Aufwachen
Die meisten Menschen verstehen das Konzept von Training und Arbeit als Stressoren – als Herausforderungen an die Homöostase – welche einer adaptiven Reaktion (Kortisol) bedürfen. Doch nur wenige Menschen denken beim Aufwachen nach dem Schlafen und dem morgendlichen Aufstehen an ein besonders stressiges Ereignis. Das Aufwachen nach dem Schlafen stellt jedoch in der Tat eine starke Herausforderung für die Homöostase dar.
Der Übergang von einem passiven Zustand des Schlafes zu einem aktiven Wachzustand ist – in gewisser Hinsicht – wie der Übergang von gemütlichem Gehen zu einem Sprint, bei dem Du alles geben musst. Im Bereich der Endokrinologie gibt es einen speziellen Namen für die Ereignisse, die auf das morgendliche Aufwachen folgen: Die Cortisol Awakening Response (CAR – auf Deutsch Kortisol Aufwachreaktion), zu der es eine substanzielle Menge an wissenschaftlichen Untersuchungen gibt.
„Aufwachen regt eine ACTH Ausschüttung in der Hypophyse an, welche dann eine Kortisolausschüttung durch die Nebennierenrinde anregt. Die rapide Erhöhung und der Maximalwert der Kortisolspiegel nach dem Aufwachen werden als Cortisol Awakening Response (CAR) bezeichnet. Auch wenn man glaubt, dass CAR ein Teil des Kortisol Tagesrhythmus ist, repräsentieren CAR und Kortisol Tagesrhythmus zwei getrennte adrenokortikale Aktivitäten.“
Shin et al., 2011.
Während sich der Körper darauf vorbereitet den Tag zu beginnen, beginnen die Kortisolspiegel während der zweiten Hälfte der Nacht kontinuierlich zu steigen und erreichen in etwa dann einen Maximalwert, wenn Du deine Augen öffnest. Doch während Du Dich aus dem Bett quälst steigen die Kortisolspiegel auf dem Weg zur Dusche weiter. Sie werden etwa 30 bis 45 Minuten später ihren höchsten Wert erreichen, was in etwa der Frühstückszeit entspricht.
Wir haben jetzt einen Schlüsselpunkt dieser Hypothese hinter dem Hunger nach dem Frühstück erreicht, da das präzise Timing des Maximalwertes des Kortisoltagesrhythmus (CAR) und der Konsum des Frühstücks ein paar sehr interessante Auswirkungen auf die Insulinausschüttung besitzen.
Die Cortisol Awakening Response und die Insulinausschüttung
Du hast also geduscht, hast Dich für den Tag angezogen und all das getan, was Du morgens machst und was mich nichts angeht und jetzt setzt Du Dich hin, um vor der Arbeit, der Schule oder was auch immer Dein Frühstück zu essen. Ich schätze mal, dass es jetzt 30 bis 45 Minuten nachdem Du aus dem Bett gestiegen bist ist, wenn Du wie die meisten Menschen bist.
Wenn Du Dich zum Essen hinsetzt – oder irgendwann um diesen Zeitraum herum – werden Deine Kortisolspiegel ihren höchsten Wert des Tages erreichen, der bei etwa 20-30 nmol/l liegen dürfte. Im Vergleich hierzu liegen die Kortisolspiegel am Abend bei etwa 2-5 nmol/l was dem niedrigsten Wert des Kortisol Tagesrhythmus entspricht, falls Dich die Zahlen interessieren. Natürlich könnte der Kortisolspiegel später am Tag abhängig von der Menge an Stress, der Du ausgesetzt bist auch noch weiter steigen, doch das hat mit unserer Betrachtung nichts zu tun.
„Die frühe Insulinreaktion auf eine Mahlzeit fällt morgens höher als am Nachmittag aus und diese Tatsache kann nur teilweise durch eine moderat erhöhte Ausschüttung von Inkretinen erklärt werden. Rapide nichtgenomische Wirkungen hoher Kortisolspiegel am Morgen könnten zumindest teilweise für diese Beobachtung verantwortlich sein.“
Vila et al., 2011.
Der Punkt ist, dass der Maximalwert des Kortisol Tagesrhythmus mit dem Frühstück zusammenfällt und dass dies der einzige Zeitpunkt während des Tages ist, an dem die Kortisolspiegel ausreichend hohe Werte erreichen, um eine akute und deutliche Auswirkung auf die durch Nahrung induzierte Insulinreaktion zu entfalten.
Wenn dies für den Endokrinologie Enthusiasten und denjenigen, die mit Kortisol vertraut sind, vage klingen mag, dann möchte ich dies kurz in verständlicher Sprache erklären. Was ich hier meine ist, dass während des CAR Maximalwertes die Kortisolspiegel stark genug ansteigen, um die Glukokortikoidrezeptoren zu „quälen“. Dies verändert die nicht genomische Interaktion zwischen Kortisol- und Insulinaktion von einer Unterdrückung durch ersteres, wie diese zu anderen Zeiten während des Tages aufgrund einer Mineralkortikoidbindungsdominanz beobachtet werden kann, zu einer nicht genomischen Anregung bzw. zu einer synergistischen Wirkung (Vila et al., 2010; Dallman et al., 1995)
Wenn der letzte Absatz für Dich nicht viel Sinn ergibt, dann weißt Du jetzt, warum ich den gesamten Artikel umschreiben und vereinfachen musste.
Eine kurzzeitige* Exposition gegenüber Kortisol verstärkt die Insulinausschüttung deutlich und dies ist hier der Schlüsselpunkt.
* Im Gegensatz zu einer langfristigen Exposition, welche die entgegengesetzte Wirkung besitzt.

Jeder, der auch nur im Entferntesten etwas mit Sport oder Fitness zu tun hat, wird mit großer Wahrscheinlichkeit schon einmal etwas über Kreatin gehört haben. Genauso wird man mit ziemlicher Sicherheit die eine oder andere Horrorstory oder völlig übertriebene Aussagen über die leistungssteigernden Wirkungen von Kreatin gehört haben.
Dies führt häufig dazu, dass sich Sportler, die eigentlich von der Verwendung eines Kreatin Supplements profitieren könnten, nicht sicher sind, ob sie Kreatin verwenden sollten oder nicht, da sie an seiner Sicherheit und seiner gesundheitlichen Unbedenklichkeit zweifeln. In der Regel handelt es sich bei den meisten dieser Aussagen um nichts weiter als Mythen, die mit der Realität wenig zu tun haben. Tatsache ist, dass es sich bei Kreatin um eines der sichersten und effektivsten Supplements der Fitnesswelt handelt, das auch bei einer Daueranwendung völlig unbedenklich ist.
Diese Artikel wird einige der am weitesten verbreiteten Kreatin Mythen aufgreifen und erklären, warum es sich hierbei um nichts weiter als Mythen handelt.
Ist Kreatin mit anabolen Steroiden vergleichbar?
Bei anabolen Steroiden handelt es sich um synthetische Analoga des männlichen Sexualhormons Testosteron. Der Besitzt und die Verwendung diese Verbindungen sind in vielen Ländern illegal. Anabole Steroide sind zwar auf dem Schwarzmarkt mehr oder weniger weit verbreitet, doch man kann sie mit Sicherheit nicht legal in einem Supplement Shop kaufen.
Im Gegensatz hierzu handelt es sich bei Kreatin um ein völlig legales Sportsupplement, das weit verbreitet ist und in vielen Geschäften, zu denen in Zwischenzeit sogar gewöhnliche Supermärkte gehören, erhältlich ist. Kreatin ist seit mehreren Jahrzehnten ohne Rezept frei verkäuflich und wird aufgrund einer riesigen Anzahl wissenschaftlicher Untersuchungen als sehr sicher und gesundheitlich unbedenklich angesehen.
Auch wenn Kreatin mit Sicherheit leistungssteigernde Fähigkeiten besitzt, die darauf beruhen, dass es Kraft und Muskelausdauer steigert, während es gleichzeitig die Zellvoluminisierung fördert, beruhen all diese Wirkungen – anders als bei Steroiden – auf nichthormonellen Pfadwegen.
Kann Kreatin die Nieren schädigen?
Wie bei jedem Supplement ist es natürlich auch bei Kreatin ratsam, vor der Verwendung dieses Supplements zuerst seinen Arzt zu konsultieren. Bei Kreatin gibt es darüber hinaus eine Vielzahl wissenschaftlicher Studien, die klar zeigen, dass Kreatin für gesunde Erwachsene ohne bereits zuvor bestehenden Nierenschäden auch bei einer Daueranwendung als sicher und gesundheitlich unbedenklich angesehen werden kann.
Auch wenn es vereinzelt anekdotenhafte Berichte über Nierenschäden bei Kreatinanwender gibt, basieren diese Gesundheitsprobleme mit sehr großer Wahrscheinlichkeit auf bereits vor der Kreatinanwendung vorhandenen, unentdeckten Nierenschäden.
Kann Kreatin Muskelkrämpfe oder Verletzungen verursachen?
Dies ist der unter Sportlern wahrscheinlich am weitesten verbreitete Kreatin Mythos, der so oft von so vielen Mensche wiederholt wird, dass potentielle Kreatinanwender, die selbst noch nie Kreatin verwendet haben, diese Aussage leider häufig als Tatsache ansehen.
Wenn ein Sportler, der Kreatin verwendet, einen Muskelkrampf bekommt, dann wird er schnell die Schuld auf das verwendete Kreatin schieben, auch wenn der eigentliche Grund für den Krampf eher in einer mangelnden Hydration, einem schlechten Elektrolytgleichgewicht oder einer Reihe anderer Faktoren, die in Krämpfen resultieren können, zu suchen ist.
Im Rahmen einer groß angelegten Studie mit über 1500 Teilnehmern resultierte eine Kreatin Supplementation bei Sportlern nicht in einem gehäuften Auftreten von Muskelkrämpfen. Die Mitglieder der Gruppe, die Kreatin verwendete, berichteten sogar von weniger Muskelkrämpfen als die Mitglieder der Kontrollgruppe, die kein Kreatin verwendeten.
Ähnlich hierzu glauben viele Sportler irrtümlicherweise, dass Kreatin ihr Verletzungsrisiko erhöhen kann. Wissenschaftliche Untersuchungen haben jedoch gezeigt, dass Kreatin die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von Verletzungen nicht erhöht.
Eine mit 72 professionellen Footballspielern als Probanden durchgeführte Studie kam zu dem Ergebnis, dass Sportler, die Kreatin supplementierten, weniger Muskelkrämpfe, weniger Muskelsteifheit, weniger Zerrungen, eine geringere Dehydration und weniger Gesamtverletzungen erlebten.
Vielleicht noch interessanter ist eine im Jahr 2001 durchgeführte Studie, die zeigte, dass eine Kreatinsupplementation bei Probanden nach der Ruhigstellung einer der Extremitäten die Rehabilitation im Zuge eines Bewegungstrainings beschleunigen konnte.
Fazit
Bei den in diesem Artikel widerlegten Kreatin Mythen handelt es sich lediglich um die am weitesten verbreiteten Missverständnisse. Wenn man etwas tiefer schürft, dann wird man noch viele weitere finden. Ich hoffe, dass dieser Artikel den Leser dazu ermutigen konnte, alles, was er zukünftig an übermäßig negativen Aussagen zu Kreatin hören wird, mit einer gesunden Portion Skepsis kritisch zu betrachten.
Ich kann jeden nur dazu ermutigen, in einschlägigen Suchmaschinen wie PubMed oder Google Scholar nach legitimer wissenschaftlicher Literatur und Studien zu suchen, wenn es um Kreatin oder andere Supplements geht. Man sollte sich nicht unbedingt auf persönliche Anekdoten oder Aussagen von Trainingskollegen oder Trainern verlassen, sondern stattdessen im Zweifelsfall aussagekräftige, von unabhängiger Stelle begutachtete Studien zu Rate ziehen.
Natürlich gelten all diese Ratschläge auch für allzu positive Aussagen über ein bestimmtes Supplement. Wenn man sich die übertriebenen Werbeassaugen einiger Firmen zur Wirkung von Kreatin oder anderen Supplements ansieht, sollte man immer im Hinterkopf behalten, dass Kreatin kein Steroid, sondern ein natürliches Supplement ist und man deshalb natürlich auch keiner steroidähnlichen Resultate erwarten kann – auch wenn einige Hersteller dies gerne behaupten.
Zum Abschluss dieses Artikels sollte erwähnt werden, dass es weit über tausend wenn nicht sogar tausende mit Kreatin durchgeführte Studien gibt, von denen die überwiegende Mehrzahl zeigt, dass es sich bei Kreatin um ein sicheres und effektives Supplement handelt. Egal ob man ein Freizeitsportler oder Profisportler ist, oder einfach nur eine gute Gesundheit aufrecht erhalten möchte, kann Kreatin eine sinnvolle Bereicherung des persönlichen Supplementplans darstellen.