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Sojaprotein

Sojabohnen (Glycine max) gehören zu den Hülsenfrüchten und sind ursprünglich in Ostasien sowie in Afrika und Australien beheimatet. Schon vor rund 3000 Jahren kultivierten die Chinesen die Sojapflanze, erst im 19. Jahrhundert wurde sie auch in Amerika und Europa eingeführt. Heute wird Soja weltweit angebaut, auf die USA entfallen dabei mehr als die Hälfte der weltweiten Produktion. Sojapflanzen dienen vorwiegend als Tierfutter, ihre Samen, die Sojabohnen, sind auf vielfältige Weise für die menschliche Ernährung nutzbar. Soja wird in Asien seit langem nicht nur als Nährpflanze angesehen, auch die gesundheitlichen Wirkungen von Soja sind seit Jahrtausenden bekannt. In China wurde Soja traditionell u.a. bei Erkältungen, Hautkrankheiten, Diarrhoe, Verstopfung, Anämien und Beingeschwüren angewendet.

 

Soja – reich an Nährstoffen und Phytaminen

Sojabohnen haben einen hohen Gehalt an Ölen und Proteinen. Letztere enthalten sehr viele hochwertige essentielle Aminosäuren, darunter Glutamin, Arginin, Lysin, Leucin und Isoleucin. Sojaproteine sind in ihrer Qualität mit tierischen Eiweißen vergleichbar, sie werden daher zur Herstellung von "Kunstfleisch" genutzt. Sojaöle werden für die Produktion von Margarinen verwendet. Andere Bestandteile der Sojabohnen werden u.a. für die Herstellung von Mehlen, Milch, Joghurt und Quark verwendet. Junge Sojabohnen-Keimlinge können außerdem als Sprossen-Gemüse gegessen werden. Sojabohnen enthalten neben Fetten (u.a. 55% essentielle Linolsäure), Proteinen und Kohlenhydraten eine Reihe anderer Nährstoffe. Dazu gehören Lecithin, einige Vitamine (B2 und E) und Mineralstoffe (Kobalt), Saponine, Isoflavonoide, Cholin und Betain.

 

Soja – die gesundheitlichen Wirkungen

Menschen aus asiatischen Ländern nehmen mit ihrer traditionellen Ernährung etwa 15 bis 40 mg Soja pro Tag zu sich. Bei uns werden Sojaprodukte eher selten eingesetzt, wir nehmen daher meist weniger als 2 mg täglich zu uns. Soja kann den Schutz von Herz-Kreislauf- und Krebskrankheiten fördern. Es trägt dazu bei, das Gesamt-Cholesterin und LDL-Cholesterin sowie die Triglyzeride zu senken. Vor allem bei erhöhten Cholesterinwerten kann ein Austausch tierischer Proteine gegen Sojaproteine einen cholesterinsenkenden Effekt haben. Vermutlich kann Soja auch dazu beitragen, den Blutdruck zu senken und die Peroxidation von Lipoproteinen zu verringern. In den USA ist es daher inzwischen erlaubt, dass sojaprotein-haltige Lebensmittel den Zusatz tragen dürfen, dass der Verzehr zur Vorbeugung von Herzkrankheiten beiträgt. Mit seinen antikarzinogenen Wirkungen kann Soja speziell dem Brust-, Prostata- und Uteruskrebs vorbeugen. Aus asiatischen Ländern ist bekannt, dass hormonabhängige Krebskrankheiten (Brust- und Prostatakrebs) weitaus seltener auftreten. Dies ist eventuell dem reichlichen Verzehr von Sojaprodukten zu verdanken. Soja kann außerdem die Knochendichte erhöhen und auf diese Weise zum Schutz vor Osteoporose beitragen. Bei Frauen in der Menopause können eventuell einige der typischen Symptome gelindert werden. Sojaproteine können Hämatokrit (Anteil der roten Blutkörperchen) senken und die Blutdicke verringern. Sie können das Abnehmen bei Reduktionsdiäten erleichtern und das Muskelwachstum fördern.


Isoflavonoide - die wichtigsten Phytamine in Soja

Isoflavonoide gehören zur Gruppe der Bioflavonoide und sind auch in anderen Pflanzen enthalten, Soja ist jedoch die reichhaltigste Quelle für diese Phytamine. Isoflavonoide haben antioxidative und antikarzinogene Wirkungen, die jeweils auf unterschiedliche Krebsarten auf ähnliche Weise einwirken. Allen gemeinsam ist eine den Östrogenen ähnliche Struktur, jedoch mit deutlich schwächerer Wirkung. Isoflavonoide werden daher oft als Phytoöstrogene bezeichnet. Isoflavonoide sind in der Sojabohne unterschiedlich verteilt, die höchsten Mengen sitzen in den Samenschalen. Einige Sojaprodukte, z.B. Sojasaucen und Sojaöle, enthalten diese Phytamine nicht.


Genistein ist das wichtigste Isoflavonoid in Soja und ist wasserlöslich. Von allen Isoflavonoiden ist Genistein bisher am besten erforscht. Es kann östrogene Wirkungen haben, aber auch unerwünschten östrogenen Wirkungen im Körper vorbeugen und so beispielsweise zum Schutz vor Brustkrebs beitragen. Genistein kann Prozesse innerhalb der Krebsbildung (Angiogenese) hemmen und krebsfördernde Enzyme blockieren. Dieses Isoflavonoid hat außerdem antioxidative Wirkungen und regt im Immunsystem die natürlichen Killer-Lymphozyten an. Genistein kann das Gesamt-Cholesterin und LDL senken sowie das "gute" HDL erhöhen. Genistein trägt zur Knochenbildung bei, wobei Zink die Effektivität fördert. Genistein kann außerdem die unerwünschten Begleitsymptome der Menopause senken. Daidzein ist ebenfalls ein Isoflavonoid und Phytoöstrogen und hat auf etwas geringere Weise ähnliche Wirkungen wie Genistein. In Soja sind weitere Isoflavonoide enthalten, dazu gehören Glycetin, Daidzin und Genistin.


Soja – in der Regel sicher in der Aufnahme

Sojabohnen können schwer verdaulich sein und Blähungen auslösen. Die Unverdaulichkeit kann durch Einweichen der Bohnen über Nacht und durch ausreichendes Kochen vermieden werden. Einweich- und Kochwasser sollten weggeschüttet und nicht für die Zubereitung der Speisen verwendet werden. Von Sojabohnen-Extrakten und Sojaproteinen sind keine negativen Wirkungen bekannt. Die Anwendung von Isoflavonoiden in hoher Dosierung über einen langen Zeitraum ist bisher wenig erforscht. Krebskranke sollten vor einer Strahlentherapie mindestens eine Woche vorher keine Sojaprodukte zu sich nehmen. Das enthaltene Genistein kann die Krebszellen vor den zytotoxischen Effekten der Therapie schützen.


Soja – zur Nahrungsergänzung

Sojabohnen-Extrakte sind als Kapseln erhältlich, die oft auf den Gehalt der Isoflavonoide Genistein und Daidzein standardisiert sind. Weiter werden Sojaprotein-Konzentrate, teilweise als Sojaprotein-Isolate bezeichnet, als lose Pulver angeboten. Sie enthalten meist 90% Sojaproteine sowie 10% andere Sojabestandteile, darunter auch Isoflavonoide. Je nach gewünschter Wirkung können zur Nahrungsergänzung Soja-Extrakte oder Soja-Proteine angewendet werden. Auch die Dosierung sollte danach bestimmt werden.


Bedarf im Sport

Sojaprotein besitzt einige Charakteristika, die andere Proteine nicht bieten:

  • Der Glutaminanteil liegt bei 19%, fast so hoch wie beim Casein und deutlich höher als der von Molke (Whey).
  • Sojaprotein kann, im Gegensatz zu anderen Proteinen, dazu beitragen, den Schieldrüsenhormonspiegel anzuheben, was für Bodybuilder in der Diät hilfreich ist. Dabei kommt es häufig auch zu einer Verbesserung der Blutfettwerte.
  • Eines der Isoflavone in Soja, das sog. Daidzein, hat bei männlichen Versuchstieren zu einer Anhebung des Testosteron- und Wachstumshormonspiegels geführt. Es kam außerdem zu einem geringeren Muskelmasseverlust während einer Diät gegenüber Casein.

 

Referenzen

  1. Arndt K. (HG.) (2001) Handbuch Nahrungsergänzungen-Bedeutung und Anwendung leistungssteigernder Substanzen für Bodybuilding und Kraftsport. Seiten: 216-218
  2. Young VR, Wayler A, Garza C, Stenke FH, Murray E, Rand WM, Scrimshaw NS (1984) A long-term metabolic balance study in young men to assess the nutritional quality of an isolated soy protein and beef protein. Am J Clin Nutr 39: 8-15
  3. Barth CA, Scholz-Ahtens KE, Pfeuffer M, Hotze A (1990) Response of hormones and lipid metabolism to different dietary proteins. Monogr Atheroscler 16: 110-25

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