Training

Die 10 Besten Wege für den Aufbau der Schultermuskeln Wie Du größere und breitere Schultern aufbauen kannst
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Die Frage

Wir haben 10 Experten aus dem Kraftsportbereich folgende Frage gestellt:

Was ist Dein mit Abstand bester Trainingstipp für den Aufbau von Schultermasse?

Die Schultern brauchen einen Mix aus allem

Die Schultern brauchen im Gegensatz zu anderen Muskelgruppen, die alleine durch ein paar Mehrgelenksübungen und schwerem Training wachsen, eine Menge von allem. Warum? Weil unterschiedliche Bereiche der Schultermuskeln besser auf unterschiedliche Stimulationen ansprechen.

Die hinteren Schultermuskeln sprechen am besten auf hohe Wiederholungszahlen und eine Menge Zeit unter Spannung an. Aber um dicke, dichte und massive vordere und seitliche Schultermuskeln zu entwickeln, musst Du etwas schweres Schulterdrücken oder Nackendrücken ausführen.

Es gibt zwei primäre Schlüsselaspekte, wenn es um den Aufbau muskulöser Schultern geht: der erste ist Abwechslung (ein Training aus unterschiedlichen Winkeln) und der zweite ist die Zeit unter Spannung. Das tatsächliche Gewicht, das Du bewegst, spielt nur eine untergeordnete Rolle, wenn es um den Aufbau der Schultern geht.

Ich möchte hiermit natürlich nicht sagen, dass Du Schulterdrücken mit 2,5 Kilo Kurzhanteln ausführen solltest, aber super kontrollierte Bewegungen mit perfekter Technik werden Dich weit bringen. Was ich als jemand, der hohe Wiederholungszahlen hasst, gerne mache, ist Dreifachsätze oder Megasätze mit unterschiedlichen Winkeln, unterschiedlichen Tempo und unterschiedlichen Übungen auszuführen. Hier ist ein Beispiel:

Beginne mit schwerem Langhantel Schulterdrücken stehend. Führe die erste Hälfte des Satzes so aus, dass Du die Bewegung gerade unterhalb der Ohren anhältst und in dieser Position für 2 bis 3 Sekunden pausierst. Führe die zweite Hälfte der Bewegung mit normaler, gleichmäßiger Geschwindigkeit aus. Führe danach zwei Variationen von Seitheben aus – eine, bei der Du Dich zur Seite lehnst (https://www.youtube.com/watch?v=8u8s1E7cxK0) und eine bei der Du aufrecht stehst – um die Schultern aus zwei unterschiedlichen Winkeln zu trainieren.

Als Abschluss führst Du danach eine Übung für die hinteren Schultermuskeln mit einer hohen Wiederholungszahl aus, wobei Du Dich bewusst auf eine maximale Kontraktion am höchsten Punkt der Bewegung konzentrierst. Diese Position maximaler Kontraktion hältst Du während der ersten Hälfte des Satzes für 2 bis 3 Sekunden. Du kannst dieselbe Idee verwenden und sie basierend auf Deinen Präferenzen verändern. Die Optionen sind endlos.

- Amit Sapir – IFBB Pro, Powerlifting Weltrekordalter

Konzentriere Dich hauptsächlich auf Isolationstraining und trainiere die Schultern aus möglichst vielen Winkeln

Ich verwende gerne “Wachstumsfaktor” Sätze, die 2 bis 4 Isolationsübungen für die Schultern kombinieren, welche ohne Pause ausgeführt werden. Dies wird Deine Schultern für mindestens ein oder zwei Minuten unter Spannung halten.

Natürlich besteht kein Zweifel daran, dass schweres Bankdrücken und schweres Drücken über Kopf mit niedrigen Wiederholungszahlen die Masse Deiner Schultern steigern kann, doch diese Übungen neigen dazu, sich hauptsächlich auf die vorderen Schultermuskeln zu konzentrieren und je stärker dieser Bereich wird, desto schwerer wird es werden, den seitlichen Teil der Schultermuskeln vollständig zu stimulieren, da die vorderen Schultermuskeln immer versuchen werden, zu kompensieren. Und die seitlichen Schultermuskeln sind nun einmal wichtiger für breite Schultern.

Nackendrücken trainiert zwar alle drei Muskelköpfe der Schultermuskeln recht gut aber es dürfte eine gute Idee sein, beim dieser Übung lieber nicht zu viel Gewicht zu verwenden.

Probiere folgendes aus: Drücken über Kopf mit einer hohen Anzahl von Sätzen a 3 Wiederholungen mit 80 bis 85% Deines Maximalgewichts. Verwende ein ausreichend schweres Gewicht, um die Rekrutierung Deiner schnell kontrahierenden Muskelfasern zu verbessern und das Nervensystem zu aktivieren, aber gehe mit dem Gewicht nicht so weit nach oben, dass es Deine Schultergelenke überlastet. Führe dann für den größten Teil Deiner Trainingseinheit die oben beschriebenen Wachstumsfaktor Supersätze aus.

Stelle Dir Deine eigenen Supersätze so zusammen, dass Du Deine Schultermuskeln für ein bis zwei Minuten unter konstanter Spannung hältst.

Die Schultermuskeln sind sehr viel komplexer, als wir ursprünglich gedacht hatten. Es gibt mehr als drei Ansatzpunkte. Ganz zu schweigen davon, dass das Schultergelenk das beweglichste Gelenk des ganzen Körpers ist, was es wichtig macht, eine Menge unterschiedliche Winkel zu verwenden, um sowohl eine vollständige Muskelentwicklung zu erreichen, als auch die Gesundheit der Schultern aufrecht zu erhalten.

- Christian Thibaudeau – Kraftsport Trainer und Leistungsexperte

Verwende Kabelzüge in Kombination mit traditionellen Intensitätstechniken

Natürlich sollte Langhantel Schulterdrücken stehend eine Deiner Basisübungen darstellen, aber wenn Dein Hauptziel in der Entwicklung muskulöserer Schultern besteht, dann solltest Du auch Training am Kabelzug mit in Dein Programm aufnehmen.

Es ist wahr, dass die meisten Schultermaschinen nicht viel taugen. Sie zwingen Dich in eine Bewegungsebene, was unnatürlich ist, da die Schulter nicht wirklich auf diese Art und Weise funktionieren. Kabelmaschinen sind jedoch etwas anderes. Kabelmaschinen sind genauso gut wie Kurzhanteln und in einigen Aspekten sind sie sogar besser. Ich mag die Free Motion Schultermaschine (https://www.youtube.com/watch?v=o9C6jWq279I) und ähnliche Maschinen.

Bei solchen Maschinen kannst Du schnell und einfach alle Arten von Variablen für das Schulterwachstum manipulieren:

  • Techniken für eine schnelle Hypertrophie – Durch schnelle Gewichtsveränderungen kannst Du absteigende Sätze, aufsteigende Sätze, Teilwiederholungen, statisches Halten und so ziemlich jede andere bewährte Hypertrophietechnik verwenden. Diese Maschinen machen es Dir sehr leicht, die Zeit unter Spannung zu verlängern, ohne dass Du Dir hierfür ein anderes Paar Kurzhanteln holen oder das Gewicht auf der Stange verändern musst.
  • Übungswechsel – nach einem Satz Drücken über Kopf kannst Du Deine Position verändern, das Gewicht schnell ändern und direkt zu einem Satz Burnout Seitheben, Frontheben oder Seitheben für die hinteren Schultermuskeln übergehen. Dies erspart es Dir außerdem, mehrere Maschinen und/oder Gewichte zu blockieren, weshalb ein solches Training hervorragend für ein volles Fitnessstudio geeignet ist.
  • Griffveränderungen – Anders als bei einer Langhantel kannst Du Deinen Griff in der Mitte eines Satzes verändern: weit, eng, Untergriff, Obergriff oder neutraler Griff. Du kannst außerdem ohne Pause von bilateralen (mit beiden Armen) zu unilateralen (einarmigen) Übungen übergehen.
  • Winkel – Als zusätzlichen Bonus erlaubt Dir die Kabelmaschine die Zugrichtung nach Belieben zu verändern und jeden möglichen Winkel zu wählen, was bei den meisten anderen Maschinen völlig unmöglich ist. Ich habe mir kürzlich das AC Gelenk verletzt, als ich eine Gruppe Nonnen vor einer Gruppe Terroristen retten musste.* Es war danach völlig unmöglich eine Langhantel zu verwenden, aber die Kabelmaschine erlaubte es mir den Winkel und die Spannung so zu manipulieren, dass ich um die Verletzung herum trainieren und mich schneller von der Verletzung erholen konnte.

* Okay, ich bin über meinen Hund gestolpert….

- Chris Shugart – T Nation Chief Creative Officer

Der beste Weg Schultermuskeln aufzubauen besteht in der Verwendung von Dreifachsätzen Die Schultermuskeln bestehen zu 50% aus schnell kontrahierenden und zu 50% aus langsam kontrahierenden Muskelfasern (Madidis et al. 2007). Um auf beide Typen von Muskelfasern abzuzielen, umfasst das folgende Trainingsprogramm die spezifischen Wiederholungsbereiche, und verwendet sowohl schwere, als auch leichtere Gewichte.

Die Schultermuskeln sprechen am besten auf multiple Übungen mit kurzen Pausenintervallen und eine Variation der Last und der Mechanik des Widerstandes (d.h. freie Gewichte, Maschinen und Kabelzüge) an.

Gib folgendem Dreifachsatz eine Chance:

  • 1A Kurzhantel Seitheben, 6-8 Wiederholungen
  • 10 Sekunden Pause
  • 1B Seitheben an einer Maschine, 10-12 Wiederholungen
  • 10 Sekunden Pause
  • 1C Seitheben am Kabelzug, 15-20 Wiederholungen
  • 120 Sekunden Pause
  • Wiederhole das Ganze

Möchtest Du diesen Dreifachsatz fordernder machen? Hierfür kannst Du anstatt das Gewicht zu erhöhen, was beim Seitheben häufig zu einer schlechten Technik führt, Übung A1 sitzend ausführen und die Negativwiederholung beim Seitheben am Kabelzug (1B) langsamer ausführen.

Wenn Du Seitheben ausführst, solltest Du Dich nicht darauf konzentrieren, ein möglichst schweres Gewicht zu verwenden, sondern darauf, jedem Millimeter einer jeden Wiederholung bewusst zu spüren.

- Michael Warren – Kraftsport Trainer und Leistungsexperte

Probiere kniende Scrape the Rack Presses aus (https://www.youtube.com/watch?v=2IccuuYU_RE)

Die respektlose Antwort wäre, Dir an dieser Stelle zu sagen, dass Du Schulterdrücken ausführen und die Klappe halten sollst. Das Problem beim Schulterdrücken besteht jedoch darin, dass die meisten Menschen bei dieser Übung wirklich, WIRKLICH schlecht sind und damit enden, diese Übung in eine stehende Version von Schrägbankdrücken zu verwandeln – sie beugen ihren Rücken so weit nach hinten, dass sie die Schultern bei weitem nicht so intensiv trainieren, wie sie dies gerne hätten.

Eine Übung, die ich gerne bei meinen Klienten verwende, sind im Knien ausgeführtes Scrape the Rack Presses.

Wenn Du kniest, nimmst Du den unteren Rücken aus der Gleichung heraus, was diese Übung automatisch fordernder macht, da es schwerer ist abzufälschen. Und da Du gegen das Rack drückst, erreichst Du eine stärkere Aktivierung des Serratus und eine Rekrutierung der hinteren Körpermitte wird Dir zu einer etwas stärkeren Beckenneigung nach hinten verhelfen, was in einer besseren allgemeinen Haltung für die Übungsausführung resultiert.

Ich lasse meine Klienten häufig einen schweren Satz dieser Übung mit 6 bis 8 Wiederholungen, gefolgt von einer leichteren Kurzhantelvariation ausführen, so dass sie ihre Schultermuskeln wirklich arbeiten spüren können. Den meisten Trainierenden fällt es schwer ihre Schultermuskeln zum Wachsen zu bringen, da sie zu viel Schwung aus dem ganzen Körper zur Unterstützung verwenden.

Führe nach den Scrape the Rack Presses eine dieser beiden Übungen unter Verwendung leichter Kurzhanteln (5 bis 10 Kilo) aus:

  • Kurzhantel Seitheben: ziele auf 20 bis 30 Wiederholungen ab
  • Kurzhantel Seitheben nach dem Leiter Prinzip:
  • führe 5 Wiederholungen mit 5 Sekunden Halten in der höchsten Position aus
  • führe 4 Wiederholungen mit 4 Sekunden Halten aus,
  • führe 3 Wiederholungen mit 3 Sekunden Halten aus,
  • führe 2 Wiederholungen mit 2 Sekunden Halten aus,
  • führe 1 Wiederholung aus

- Tony Gentilcore – Kraftsport Trainer und Leistungsexperte

Führe isodynamisches Seitheben aus

Wenn Du muskulöse Schultern aufbauen willst, dann trainiere weiter schwer und baue Kraft auf. Schließe anschließend Deine Trainingseinheit mit isodynamischen Seitheben ab (https://www.youtube.com/watch?v=R0jidWxPeVM). Diese Methode umfasst ein Halten in der höchsten Position des Seithebens zu Beginn des Satzes, um Deine Geist-Muskel Verbindung zu verbessern und Deinem Muskelwachstum einen Schub zu geben – insbesondere für den seitlichen Schulterkopf.

Da der seitliche Schulterkopf notorisch schwer rekrutierbar ist, wird Dir diese Methode dabei helfen, in ihrer Entwicklung stagnierende Muskelfasern zu rekrutieren, während sie Deine Schultern einer Tonne stoffwechseltechnischen Stresses aussetzt und reichlich Spannung für die Anregung eines Wachstums liefert. Halte die Kurzhanteln für etwa 10 bis 20 Sekunden in dieser Position und führe danach 10 bis 15 Wiederholungen aus. Wiederhole das Ganze für 3 bis 5 Sätze mit 30 bis 60 Sekunden Pause zwischen den Sätzen.

- Eric Bach – Kraftsport Trainer und Leistungsexperte

Megasätze Seitheben unter Verwendung eines 25-5-10 Wiederholungsschemas

Beginne mit einem leichten Paar Kurzhanteln und führe 25 Wiederholungen aus. Nimm Dir hiernach sofort ein schwereres Paar Kurzhanteln und führe 15 Wiederholungen aus. Anschließend nimmst Du ein noch schwereres Paar Kurzhanteln und führst weitere 10 Wiederholungen aus. Pausiere ein paar Minuten, während Du Dich selbst verfluchst und führe dann den nächsten Megasatz aus. Beginne jetzt mit 10 Wiederholungen, gefolgt von 15 Wiederholungen, gefolgt von 25 Wiederholungen. Wenn Du dies zweimal wöchentlich tust, wirst Du mit ziemlicher Sicherheit einiges an neuer Muskelmasse im Bereich der seitlichen Schultermuskeln aufbauen.

- Paul Carter – Kraftsport- und Bodybuilding Trainer

Der Trainingstipp, der für die Schulterentwicklung die größte Rolle spielt, besteht aus zwei Teilen

  • Finde heraus, wie viel Schulterdrücken Du tolerieren kannst
  • Finde heraus, welches ergänzende Training Du ausführen kannst, um diese Toleranz zu steigern

Die meisten Trainierenden werden an irgendeinem Punkt Schulterprobleme bekommen und selbst bei denjenigen, die keine Symptome verspüren, ist normalerweise irgendetwas strukturell nicht in Ordnung. Die meisten Menschen über 50 werden unter irgendwelchen pathologischen Veränderungen der Rotatorenmanschette leiden, so dass man das Argument vorbringen könnte, dass jeder sich auf dem Weg zu Schulterproblemen befindet. Dieser Weg ist für einige lediglich etwas länger als für andere.

Mit diesem Gedanken im Hinterkopf besteht der beste Tipp für eine langfristige Schulterentwicklung darin, herauszufinden, wie viel Schulterdrücken Du tolerieren kannst. Verwende Schulterdrücken das ganze Jahr über zyklisch. Ersetzte Schulterdrücken durch Landmine Presses (https://www.youtube.com/watch?v=I-nmC2QdSSI) oder hier und da durch zusätzliches horizontales Drücken.

Erinnere Dich auch daran, dass jedes Bisschen an Prävention besser als jegliche Heilung ist. Baue etwas Training für die externen Rotatoren am Ende Deiner Oberkörper Trainingseinheiten ein – bereits 2 bis 3 Sätze pro Woche können einen großen Unterschied machen. Führe etwas Schulterheben als aufwärmen aus. Verwende eine Faszienrolle für Deine Brustmuskeln, Deinen Latissimus und Deinen Oberkörper. Führe mehr Zugübungen als Druckübungen aus. All diese Dinge werden Deine Toleranz gegenüber Schulterdrücken erhöhen und zu besseren langfristigen Resultaten führen.

- Eric Cressey – Kraftsport und Leistungstrainer

Führe Push Presses (Schulterdrücken stehend mit Schwung aus den Beinen) mit betonten Negativwiederholungen aus

Wenn es um den Aufbau massiver Schultern geht, dann besteht der Schlüssel in einer strategischen Überlastung, exzentrischen Muskelbeschädigungen und Zeit unter Spannung. Push Presses mit betonten (d.h. extra langsam ausgeführten) Negativwiederholungen decken jeden dieser Hypertrophie induzierenden Mechanismen ab. Dies macht diese Übung zu einer des effektivsten funktionalen Masseaufbauübungen für den gesamten Schulterbereich inklusive Schultermuskeln, Trapezius und oberem Rücken.

Führe einfach gewöhnliche Push Presses aus, bei denen Du die Kraft Deines Unter- und Oberkörper verwendest, um das Gewicht über den Kopf nach oben zu bewegen. Pausiere in der höchsten Position für mehrere Sekunden und senke das Gewicht dann über einen Zeitraum von 4 bis 5 Sekunden ab. Pausiere am tiefsten Punkt der Bewegung, bevor du das Ganze für insgesamt 3 bis 6 Wiederholungen wiederholst.

Da das Gewicht etwa 15 bis 25% schwerer als das Gewicht sein sollte, dass Du typischerweise bei strikt ausgeführtem Schulterdrücken stehend verwendest, wird eine Ausführung dieser kontrollierten Negativwiederholungen die muskelaufbauenden Vorzüge steigern. Stelle Dir diese Übung als schwere Negativwiederholungen für die Schultern vor, wobei Dir der Schwung aus den Beinen anstelle eines Trainingspartners dabei helfen wird, das Gewicht nach oben zu bewegen.

Abgesehen vom Hypertrophiestimulus, den diese Negativwiederholungen generieren, wird die Verwendung übertrieben schwerer Gewichte mit strikter motorischer Kontrolle und rigider Körpermechanik Wunder für Deine Kraft und Deine neuromuskulare Effizienz bewirken. Als Resultat hiervon sollten Deine Gewichte bei nahezu jeder Oberkörperübung dramatisch steigen, was einen direkten Einfluss auf den Aufbau gigantischer Schultern besitzen wird.

Aufgrund der erweiterten Zeit unter Spannung (jede Wiederholung sollte mindestens 8 Sekunden lang sein), sollte ein vollständiger Satz etwa 30 Sekunden lang andauern. Die Verwendung schwerer Gewichte in einer Position über Kopf für eine solch lange Zeitspanne wird massive Muskelzuwächse anregen.

Möchtest Du die Herausforderung noch etwas steigern? Dann führe Deinen letzten Satz aus und reduziere danach das Gewicht um die Hälfte, bevor Du ohne Pause weitere strikte Wiederholungen bis zum Muskelversagen ausführst. Dies wird so unangenehm sein, dass es fast unerträglich ist, aber das resultierende Schulterwachstum wird den Schmerz wert sein.

- Joel Seedman, Ph.D. – Kraftsporttrainer und Leistungsexperte

Für maximale Schultermasse bedarf es Abwechslung

Zusätzlich zu den unterschiedlichen Variationen des Schulterdrückens und des Ruderns aufrecht, solltest Du Frontheben, Seitheben und Seitheben für die hinteren Schultermuskeln aus unterschiedlichen Positionen und mit unterschiedlichen Formen des Widerstandes ausführen. Meine Lieblingsmethoden umfassen:

  • Absteigende Sätze Kurzhantel Seitheben
  • Seitheben mit Gummibändern und hohen Wiederholungen unter Verwendung von Gummibändern mit Griffen
  • Lean Away Seitheben am Kabelzug, bei denen Du Dich vom Kabelzug weg lehns
  • Seitheben für die hinteren Schultermuskeln auf einer Bank liegend
  • Reverse Butterflys
  • Schweres einarmiges Kurzhantel Seitheben leicht nach vorne gelehnt, während Du Dich an einer Wand abstützt.

Wenn Deine Schultermuskeln ein schwaches Glied in der Kette sind und Du danach strebst, diese schnell zu verbessern, dann solltest Du Deine Schultern dreimal wöchentlich mit 9 Sätzen pro Trainingseinheit trainieren.

- Bret Contreras – Kraftsporttrainer und Leistungsexperte

Quelle: https://www.t-nation.com/training/the-12-best-ways-to-build-shoulders

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Eine Frage der Kraft Teil 27
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Aufwärmen außer Kontrolle

F: Gibt es irgendwelche Modeerscheinungen in der Krafttrainingsgemeinschaft, die Dich verrückt machen?

A: Ja, exzessives Aufwärmen und Beweglichkeitstraining, das vor dem eigentlichen Krafttraining 40 bis 60 Minuten andauern kann. Wenn diese Sportler ihr Aufwärmen hinter sich gebracht haben, verfügen sie nicht mehr über genügend Energie, um zu trainieren. Sie verlieren außerdem ihren mentalen Fokus und auch ihr Verletzungsrisiko steigt.

Beweglichkeitstraining sollte meiner Meinung nach im Rahmen einer eigenen Trainingseinheit ausgeführt werden, die vier bis sechs Stunden nach dem Training mit Gewichten liegen sollte.

Newsflash: das Aufwärmen sollte für die nachfolgende Aufgabe spezifisch sein. Kicken wird Dich für Taekwondo aufwärmen, während das Bewegen progressiv schwererer Gewichte Dich auf ein Krafttraining vorbereiten wird.

Ein weiteres Hauptärgernis sind Leute, die fortgeschrittene Übungen ausführen, ohne zunächst die Grundlagen zu meistern. Du siehst Trainer in New York, die ihre exklusiven Klienten Bankdrücken mit Ketten ausführen lassen, obwohl diese kaum die Stange ohne Gewicht nach oben drücken können. Sie verwenden diese coolen Trainingsmethoden, doch sie verdienen sie nicht – sie brauchen sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Wenn der Klient keine 150% seines Körpergewichts auf der Bank drücken kann, dann braucht er keine ausgefallenen Trainingsmethode. Ich habe einen anderen Idioten in Scottsdale gesehen, der seine menopausale fettleibige Klientin einarmiges Kurzhantelreißen hat ausführen lassen. Ihre Form der Übungsausführung war so grauenhaft, dass wahrscheinlich sogar ein Nashorn beim Ballett bessere Leistungen hätte erbringen können.

Dies ist von der Seite des Trainer nicht mehr als Marketing. Ketten sehen cooler als eine Bank mit einem paar Kurzhanteln aus, aber das ist genau alles, was die meisten Klienten zu Beginn brauchen.

Unterarmtraining

F: Meine Unterarme sehen aus wie die Knöchel von Paris Hilton. Hast Du irgendwelche Tipps?

Als erstes solltest Du damit aufhören, Griffhilfen zu verwenden, wenn Du Deinen oberen Rücken trainierst. Kein weiteres Rudern und keine weiteren Klimmzüge mit Griffhilfen. Zweitens solltest Du, so oft dies möglich ist, die dicken Stangen verwenden, wenn Du Deinen Oberkörper trainierst. Das wird Deine Unterarme schnell formen.

Hier ist ein schnelles Trainingsprogramm, das Dir zusätzliche Masse an den Unterarmen bescheren wird:

A1) Kurzhantel Handgelenkcurls mit nach unten zeigenden Handflächen: 10-12 Wiederholungen mit einem 2010 Tempo. Danach gehst Du ohne Pause zu Übung A2 über.

A2) Handgelenkcurls am Kabelzug (untere Rolle) mit nach unten zeigenden Handflächen: 15-20 Wiederholungen mit einem 1010 Tempo. Pausiere für 60 Sekunden und gehe dann wieder zu Übung A1 über.

Führe den A1-A2 Zyklus dreimal durch (führe 3 Sätze pro Übung aus).

B1) Kurzhantel Handgelenkcurls mit nach oben zeigenden Handflächen: 10-12 Wiederholungen mit einem 2010 Tempo. Danach gehst Du ohne Pause zu Übung B2 über.

B2) Handgelenkcurls am Kabelzug (untere Rolle) mit nach oben zeigenden Handflächen: 15-20 Wiederholungen mit einem 1010 Tempo. Pausiere für 60 Sekunden und gehe dann wieder zu Übung B1 über.

Führe den B1-B2 Zyklus dreimal durch.

C1) Einarmige radiale Flexion mit einem Vorschlaghammer (https://www.youtube.com/watch?v=Cp0-mh0Y7mM): 10-12 Wiederholungen mit einem 2012 Tempo. Pausiere 30 Sekunden und mache dann mit Übung C2 weiter

C2) Einarmige Unularflexion mit einem Vorschlaghammer (https://www.youtube.com/watch?v=pwSTWXSr8H4): 10-12 Wiederholungen mit einem 2012 Tempo. Pausiere 30 Sekunden und gehe dann wieder zu Übung C2 über.

Führe den C1-C2 Zyklus dreimal durch.

Je stärker Du bei Übung C1 und C2 bist, desto weiter sollte sich Deine Hand von der Eisenmasse weg befinden. Wenn Du diese Übungen mit Deiner Hand am unteren Ende eines 5 Kilo Vorschlaghammers ausführen kannst, dann werden Deine Unterarme monströs sein.

Falls Du keinen Vorschlaghammer zur Verfügung hast, kannst Du die Bewegungen alternativ auch mit einem Seilgriff am Kabelzug ausführen.

Anmerkung: Wenn Du dieses Programm ausführst, dann solltest Du Dein Bizeps- und Trizepstraining um etwa 40% reduzieren. Alternativ kannst Du dieses Programm, wenn Du viel Zeit hast, auch am Armtrainingstag 4 bis 6 Stunden nach Deinem Armtraining ausführen.

Eine niedrige Kohlenhydratzufuhr für Ausdauersportler?

F: Dein Ernährungsansatz geht für den größten Teil der Population mehr in die Richtung einer Reduzierung der Kohlenhydrate und der Getreideprodukte. Aber was ist mit einer niedrigen Kohlenhydratzufuhr für Ausdauersportler? Brauchen diese nicht die Energie aus den Kohlenhydraten?

A: Wenn diese Sportler über den Genotyp – die genetische Veranlagung – verfügen, gute Ausdauersportler zu sein, dann werden sie von Natur aus gut mit Kohlenhydraten zurecht kommen.

Sie sind nicht dafür gemacht, Powersportler zu sein und dies gilt sowohl für ihre Nahrungsmitteltoleranz, als auch für ihre körperliche Struktur. Ihre Ernährung sollte zu 65 bis 70% aus Kohlenhydraten bestehen. Und erinnere Dich daran, dass 25% der Population genetisch gesehen gut mit Kohlenhydraten zurecht kommt.

Ich habe in der Vergangenheit mit Ausdauersportlern gearbeitet – Schwimmen, Biathlon, Ski Langlauf – und es ist für einen Ski Langläufer nichts Ungewöhnliches, 6.000 kcal pro Tag zu sich zu nehmen, von denen 70% aus Kohlenhydraten bestehen. Diese Typen von Sportlern haben früher nicht genügend Protein konsumiert, aber das ist heute größtenteils zumindest unter den Sportlern, die gute Leistungen erbringen, eine Sache der Vergangenheit.

Du kannst keine Untersuchungen aus den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts nehmen und diese auf Sportler aus den 21 Jahrhundert anwenden. Ihr Trainingsvolumen war nicht annähernd so hoch wie das Trainingsvolumen moderner Sportler, bei denen es nichts Ungewöhnliches ist, bis zu dreimal täglich zu trainieren. Einige Nationaltrainer lassen ihre Sportler bis zu 10.000 kcal pro Tag konsumieren. Solange sie keine flüssigen Kohlenhydrate verwenden, ist dies niemals erreichbar.

Sind Kohlenhydrate also etwas für hart trainierende, genetisch entsprechend veranlagte Ausdauersportler? Mit Sicherheit.

Cross-was?

F: Was hältst Du von diesem CrossFit Zeugs?

A: Ich habe keinen Schimmer, was zum Teufel das sein soll. Ist das eines dieser Systeme, das ein Mischmasch aus allem ist?

Warte, ich habe einen Artikel darüber gesehen. Sah aus wie ein Haufen ausgezehrter Möchtegerne Fitness Models, die Ihre Seelen im Kraftraum gesucht haben.

Das erinnert mich an ein ungarisches Sprichwort: „Wenn Du nur einen Hintern hast, dann kannst Du nicht auf zwei Pferden sitzen.“ Wenn Du versuchst ALLES während Deiner Trainingseinheit zu tun, dann wirst Du nichts erreichen.

Ein anderer Weg dies zu sehen, ist sich jemanden vorzustellen, der seine Unterhose über seiner Hose trägt. Es ist etwas anderes und mag einigen Leuten vielleicht sogar Spaß machen, aber es ist nicht sehr effektiv.

Kein Sportler ist mit solch einer Art des Trainings je zu einem gute Sportler geworden.

Wenn eine Trainingseinheit am Tag nicht genug ist

F: Hast Du irgendwelche allgemeinen Tipps für zwei Trainingseinheiten an einem Tag für Hypertrophie?

Ein zweimal tägliches Training ist der schnellste Weg zu Zuwächsen an Kraft und Muskelmasse, wenn Du die Zeit dafür hast. Typischerweise würdest Du hierfür ein schweres oder ein „neutrales“ Training am Morgen und ein Training, das mehr auf die Zeit unter Spannung abzielt, am Abend ausführen.

Hierbei handelt es sich um relative Werte. Ein olympischer Gewichtheber wird am Morgen vielleicht Sätze a 2 Wiederholungen oder Einzelwiederholungen ausführen und am Nachmittag mit Sätzen a 6 Wiederholungen arbeiten. Ein Bodybuilder könnte mit 6 Wiederholungen pro Satz am Morgen und Sätzen a 20 Wiederholungen am Nachmittag arbeiten. Du musst also entscheiden, was zum entsprechenden Trainierenden passt.

Eine Faustregel ist, dass Du am Morgen die motorischen Einheiten mit einer höheren Reizschwelle rekrutieren willst, während Du am Nachmittag auf eine Rekrutierung der motorischen Einheiten mit einer niedrigeren Reizschwelle abzielst. Alternativ kannst Du auch morgens eine reguläre Trainingeinheit ausführen und abends ein rein exzentrisches Training (nur Negativwiederholungen) ausführen.

In den meisten Fällen sollte während beider Trainingseinheiten dieselbe Muskelgruppe trainiert werden – schwer am Morgen, leichter am Nachmittag. Ein Beispiel wären 4 bis 6 Wiederholungen am Morgen und 12 bis 15 Wiederholungen am Nachmittag.

Wenn es Dir primär um Kraft geht, dann solltest Du bei beiden Trainingseinheiten dieselben Übungen verwenden. Wenn Du Dich mehr auf eine Muskelhypertrophie konzentrierst, dann solltest du unterschiedliche Variationen dieser Übungen verwenden. Powerlifter werden also zweimal am Tag Kniebeugen trainieren, während Bodybuilder am Morgen Bankdrücken und am Nachmittag Kurzhantel Schrägbankdrücken trainieren werden.

Du musst außerdem auf einen zeitlichen Abstand von mindestens vier bis sechs Stunden zwischen den Trainingseinheiten achten. Dieser Abstand ist von entscheidender Bedeutung. Wenn Du einen kürzeren Abstand – vielleicht nur zwei oder drei Stunden zwischen den beiden Trainingseinheiten – verwendest, dann wirst Du während der zweiten Trainingseinheit noch zu erschöpft sein.

Was die Länge einer jeden dieser beiden Trainingseinheiten angeht, könntest Du mit 20 Minuten am Morgen und 20 Minuten am Nachmittag beginnen. Hiervon ausgehend kannst Du Dich auf bis zu einer Stunde pro Trainingseinheit hocharbeiten. Du solltest Dir jedoch etwa 11 Wochen Zeit nehmen, um Dich bis auf zwei Trainingseinheiten von je einer Stunde Dauer hoch zu arbeiten.

Zwei Schlüsselpunkte: Als erstes musst Du für je 10 Tage mit zwei Trainingseinheiten pro Tag fünf Tage mit nur einer Trainingseinheit pro Tag einplanen, um Deinem Körper eine Pause zu gönnen. Ich empfehle ein Training von etwa 40 Minuten Dauer morgens an diesen Tagen. Nach diesen 5 Tagen kannst Du zurück zu einem zweimal täglichen Training gehen.

Zweitens ist es ohne einen geeigneten Post-Workout Drink nach jeder Trainingseinheit unmöglich, sich von diesem Training zu erholen. Stelle außerdem sicher, dass Du während jeder Trainingseinheit BCAAs zu Dir nimmst.

Der Post-Post-Workout Drink

F: Ich habe gehört, dass viele Trainer jetzt zwei Post-Workout Drinks empfehlen: einen direkt nach dem Training und einen weiteren etwa eine Stunde später. Was Denkst Du darüber?

Ich habe dies vor vier Jahren ausprobiert und keinen Vorteil in einem Post-Post-Workout Drink gesehen. Ich würde lieber einen Post-Workout Drink und dann eine Stunde später eine feste Mahlzeit zu mir nehmen.

Fail: Cryotherapie

F: Was hältst Du vom Cryotherapie Trend?

A: aktuelle Untersuchungen zeigen, dass Cryotherapie Behandlungen nichts für die Regeneration bewirken – gar nichts.

Das einzige, was sie bewirken, ist eine Erhöhung der Kortisolspiegel nach dem Training, was ein Stressor ist. Meiner Meinung nach verzögern solche Behandlungen die Regeneration sogar – genau wie alles andere auch, das die Kortisolspiegel erhöht – und sind deshalb kontraproduktiv. Weitere aktuelle Untersuchungen zeigen auch, dass solche Behandlungen den Muskelkater nach dem Training nicht reduzieren. Ich habe nie gesehen, dass Cryotherapie irgendetwas für die Regeneration getan hat. Es ist reine Zeitverschwendung.

Eine Menge englische Fußballteams haben früher viel Geld in sogenannte Cryo-Suits investiert – im Grunde genommen ein Anzug, der Dich einfriert. Sie haben damit aufgehört diese Dinger zu verwenden, da sie in Wirklichkeit die Anzahl der Verletzungen erhöht haben – 150.000 Euro ab ins Klo.

Einige Dinge mögen im anfänglichen ersten Studien gut klingen, aber sie bewähren sich in der Praxis nicht. Die Cryotherapie war vor einigen Jahren ein heißes Thema, aber dann wurde es still darum? Warum? Weil es einfach nicht funktioniert hat.

Die “besten” Pausenintervalle

F: Ich bin etwas verwirrt, was die richtigen Pausenintervalle für Kraftzuwächse angeht. Einige der stärksten Typen in meinem Fitnessstudio scheinen kaum zu pausieren, während sich andere ewig lange Zeit zwischen den Sätzen lassen. Was ist am besten?

Beide Systeme sind gut, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen. Lange Pausenintervalle erlauben eine Regeneration des Nervensystems. Kürzere Pausenintervalle helfen dabei, die Arbeitskapazität zu steigern.

Im Bereich das Physiologie hast Du zwei Variablen, wenn Du ein Energiesystem betrachtest: die Kraft des Systems und die Kapazität des Systems. Die Kraft entspricht dem Antriebsstrang Deines Autos. Sie bestimmt, wie schnell es von 0 bis 100 beschleunigt. Wenn Du lange zwischen den Sätzen pausierst, dann steigerst Du die Kraft des Systems.

Die Kapazität entspricht dem Benzintank Deines Autos. Wenn Du die Pausenintervalle verkürzt und Dich dazu zwingst, Anstrengungen ohne viel Erholung dazwischen zu wiederholen, dann vergrößerst Du das Fassungsvermögen Deines Benzintanks.

Was ist besser? Du solltest eine Mischung aus beidem verwenden. Im Sport des Gewichthebens kann es notwendig sein, dass Du einen Versuch nach kurzer Zeit wiederholen musst. Wenn Du nicht über die notwendige Arbeitskapazität verfügst, dann hast Du ein Problem. Die besten Trainer verwenden deshalb eine Mischung aus kurzen und langen Pausenintervallen.

Die beste Tageszeit für das Training

F: Was ist unter der Annahme, dass eine Person die Wahl hat, die beste Tageszeit für das Training? Genau genommen gibt es basierend auf dem natürlichen Tagesrhythmus zwei Zeiten: drei und elf Stunden nach dem Aufwachen.

Dein Körper wird seinen Tageszyklus jedoch an Dein Schema anpassen. Wenn Du z.B. immer um 6 Uhr morgens aufwachst und um 7 Uhr morgens trainierst, dann passt das nicht zum natürlichen Tagesrhythmus. Wenn Du jedoch konsistent immer zu dieser Zeit trainierst, wird sich Dein Körper anpassen.

Im Jahr 1982 war ich Teil einer Studiengruppe, die nach Russland reiste. Ich fragte einen ehemaligen Champion im Ringen, der auch Mediziner war, was die eine Sache ist, die westliche Sportler bezüglich ihres Trainings ändern sollten.

Er zögerte nicht und sagte „sie müssen methodischer vorgehen.“ Manchmal trainieren wir morgens und manchmal um drei Uhr nachmittags. Wir brauchen einen festeren Rhythmus.

Meiner Erfahrung nach ist eine regelmäßige Trainingszeit sehr wichtig. Der durchschnittliche Trainierende mit einem Job wird bessere Resultate erzielen, wenn er eine feste Trainingszeit wählt und bei dieser bleibt anstatt manchmal vor der Arbeit, manchmal in der Mittagspause und manchmal nach der Arbeit zu trainieren.

Split Training: Rücken mit Bizeps oder Trizeps?

F: Was ist bei einem Splitprogramm besser: Rücken mit Bizeps und Brust mit Trizeps? Oder Rücken mit Trizeps und Brust mit Bizeps? Ist die Vorermüdung, die Zustande kommt, wenn man die Bizeps zusammen mit dem Rücken trainiert etwas Gutes oder etwas Schlechtes? Die Bizeps wären frisch und ausgeruht, wenn man sie zusammen mit der Brust trainieren würde, oder?

Ich trainiere gerne die Brust als primäre Muskelgruppe und verwende Bizepstraining, um mich zwischen den Sätzen für die Brust zu erholen. Auf diesem Weg sind die Bizeps frisch. Du kannst also einen Satz Kurzhantel Bankdrücken ausführen, auf den ein Satz Curls folgt. Am Rückentag kannst Du dann den Trizeps zwischen den Sätzen für den Rücken trainieren.

Ich habe dies von einem Weltmeister beim Powerlifting gelernt, als ich gerade einmal 18 Jahre alt war. Es hat wirklich gut funktioniert, im Lauf der Jahre habe ich herausgefunden, dass dies einer der besten Trainingssplits überhaupt ist.

Die wichtigste Lektion

F: Was würdest Du sagen ist die beste Lektion, die Du als Kraftsport Trainer je gelernt hast?

Übernimm das, was nützlich ist und lasse das weg, was nutzlos ist. Das ist das Bruce Lee Prinzip.

Bei einigen Trainingssystemen ist nur ein Teil effektiv und gut. Diejenigen, die ein solches System befolgen sind aufgrund des effektiven Teils erfolgreich und erzielen trotz des Mülls im selben System Fortschritte. Ich habe noch nie ein perfektes Trainingssystem gesehen, aber es gibt immer Teile, die man verwenden kann.

Ich glaube, dass Louie Simmons einige hervorragende Ideen hat, aber ich würde nicht 100% von dem verwenden, was er tut. Auch die Russen haben ein paar hervorragende Ideen, aber ich würde auch nicht 100% ihrer Ideen verwenden.

Die besten Trainer zeichnen sich dadurch aus, dass sie nicht dogmatisch sind: sie lernen von vielen unterschiedlichen Systemen.

Quelle: https://www.t-nation.com/training/question-of-strength-45, https://www.t-nation.com/training/question-of-strength-46

Von Charles Poliquin

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Wie Du reverses Pyramidentraining verwenden kannst, um Deinem Training einen Schub zu geben
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Nach Jahren des Trainings und der Arbeit mit tausenden von Klienten, habe ich eine einfache Lektion gelernt: der Aufbau von Muskeln und Kraft ist nicht so kompliziert. Du musst einfach eine Handvoll von Regeln befolgen und Dein Körper wird damit reagieren, muskulöser und stärker zu werden.

Hier sind ein paar Dinge, die nicht notwendig sind:

  • Du musst nicht ständig Dein Trainingsprogramm verändern, um Deine Muskeln zu „verwirren“
  • Du musst Dich nicht auf schicke, modische Wiederholungsschemata oder Intensitätstechniken wie Supersätze, absteigende Sätze, Megasätze, usw. konzentrieren.
  • Du musst nicht jeden Tag Stunden im Fitnessstudio verbringen und Dich mit 20+ Sätzen pro Muskelgruppe quälen.

Stattdessen musst Du Dich auf schwere Mehrgelenksübungen, eine progressive Überlastung der Muskeln, eine ausreichende Nahrungszufuhr (insbesondere ausreichend Protein) und ausreichend Ruhe und Erholung konzentrieren.

Wenn das bereits alles wäre, das Du weißt und befolgst, dann wärst Du besser informiert als 95% aller Trainierenden in Fitnessstudios und würdest auch bessere Resultate als diese erzielen. Abhängig von Deinen Zielen könnte dies bereits alles sein, was Du brauchst.

Falls Dein Ziel jedoch darin besteht, Dein genetisches Potential für Muskelmasse und Kraft vollständig auszuschöpfen, dann gibt es etwas mehr, was Du wissen solltest. Eines der Dinge, über die Du etwas lernen solltest, ist die Trainingsperiodisierung und insbesondere reverses Pyramidentraining.

In diesem Artikel werden wir über beides sprechen: was Trainingsperiodisierung und reverses Pyramidentraining ist, wie beides funktioniert, für wen sie geeignet sind und wie Du sie in die Tat umsetzt.

Legen wir los…

Was ist Trainingsperiodisierung?

“Periodisierung” ist ein schickes Wort, das methodische Variationen des Training beschreibt, die Dinge wie Veränderungen des Arbeitsvolumens (Anzahl der ausgeführten Sätze), der Intensität (Prozentsatz des 1RM Gewichts, der bei den Arbeitssätzen verwendet wird), der ausgeführten Übungen, der Pausenzeiten, usw. umfasst.

Es gibt drei primäre Periodisierungsmodelle:

  1. Lineare Periodisierung
  2. Nichtlineare Periodisierun
  3. Simultane Periodisierung

Lineare Periodisierung

Die lineare Periodisierung ist die wahrscheinlich am häufigsten verwendete Variante der Periodisierung und sie ist im Grunde genommen recht einfach. Sie beginnt mit einer Phase mit hohem Volumen und niedriger Intensität und arbeitet sich schrittweise zu einem niedrigeren Volumen hochintensiven Trainings nach oben oder umgekehrt.

Im Lauf mehrerer Monate könnte Dich ein einfaches Trainingsprogramm mit linearer Periodisierung von einem Training mit einem Wiederholungsbereich von 12 bis 15 Wiederholungen pro Satz zu einem Wiederholungsbereich von 10 bis 12 Wiederholungen zu einen Wiederholungsbereich von 8 bis 10 Wiederholungen zu einem Wiederholungsbereich von 6 bis 8 Wiederholungen usw. übergehen lassen, bis Du irgendwann bei schweren Sätzen mit 2 Wiederholungen oder schweren Einzelwiederholungen ankommst.

Ein weiteres weit verbreitetes Model der linearen Periodisierung, das sich im Bereich des Bodybuildings wiederfindet, ist ein 8 Wochen Zyklus, der aus 2 Wochen Training mit submaximaler Anstrengung, gefolgt von 6 Wochen Training mit maximaler Intensität besteht.

Das Problem bei vielen Mainstream Programmen mit linearer Periodisierung ist Folgendes: wenn Du zu lange nur in einem Wiederholungsbereich trainierst, dann entwickelst Du nur eine biomechanische Kapazität (Muskelausdauer mit hohen Wiederholungszahlen, reine Kraft mit niedrigen Wiederholungszahlen, usw.) weiter, während Du gleichzeitig bei anderen schlechter wirst (1).

Wenn ein Trainierender z.B. für 2 bis 3 Monate ein reines Krafttraining (1 bis 3 Wiederholungen mit schweren Gewichten) ausführt, dann wird er am Ende dieser Phase vermutlich seine Kraft gesteigert haben, während jedoch gleichzeitig seine Muskelausdauer nachgelassen haben dürfte. Wenn er danach 2 bis 3 Monate mit 10 bis 12 Wiederholungen pro Satz trainiert, würde sich dies positiv auf seine Muskelausdauer auswirken, aber gleichzeitig würde seine Kraft nachlassen.

Ein Weg, diese Limitierung zu überwinden, besteht darin, kürzere Phasen einer Art des Trainings (z.B. 2 bis 3 Wochen) oder eine nichtlineare Periodisierung zu verwenden, was uns zur nächsten Variante der Periodisierung bringt…

Nichtlineare Periodisierung

Bei einer nichtlinearen Periodisierung werden die Trainingsvariablen weniger sequentiell und über kürzere Zeiträume verändert. Ein Typ nichtlinearer Periodisierung umfasst z.B., dass Du Dich für 2 bis 3 Wochen auf das Training in einem bestimmten Wiederholungsbereich konzentrierst, während Du die anderen Wiederholungsbereiche auf einem Erhaltungslevel weiter trainierst:

  • 2 bis 3 Wochen mit Fokus auf 10 bis 12 Wiederholungen bei gleichzeitigen Erhaltungstraining in den Wiederholungsbereichen von 1 bis 3 und 4 bis 6 Wiederholungen
  • 2 bis 3 Wochen mit Fokus auf 4 bis 6 Wiederholungen bei gleichzeitigen Erhaltungstraining in den Wiederholungsbereichen von 1 bis 3 und 10 bis 12 Wiederholungen
  • 2 bis 3 Wochen mit Fokus auf 1 bis 3 Wiederholungen bei gleichzeitigen Erhaltungstraining in den Wiederholungsbereichen von 4 bis 6 und 10 bis 12 Wiederholungen

Usw.

Simultane (oder konjugierte) Periodisierung

Bei der simultanen oder konjugierten Periodisierung handelt es sich um eine Variante der nichtlinearen Periodisierung, bei der Du jede biomechanische Kapazität (jeden Wiederholungsbereich) während jeder Trainingseinheit trainierst.

Diese Methode wurde in Russland entwickelt und wird von vielen Kraftsport- und Bodybuilding Experten (wie Louie Simmons von Westside Barbell) als der optimale Weg zur Periodisierung des Trainings propagiert. Das Ganze könnte z.B. folgendermaßen aussehen:

  • Satz 1 bis 3: 1 bis 3 Wiederholungen
  • Satz 4 bis 7: 4 bis 6 Wiederholungen
  • Satz 8 bis 10: 10 bis 12 Wiederholungen
  • Satz 11 und 12: 20 bis 30 Wiederholungen

Dieses Modell der Periodisierung ist auch als reverses Pyramidentraining bekannt. Dieses Modell trägt seinen Namen, weil es das Gegenteil des traditionellen Pyramidentrainings darstellt, bei dem Du eine Trainingseinheit mit leichteren Gewichten und mehr Wiederholungen beginnst und das Gewicht im Lauf der Trainingseinheit schrittweise erhöhst.

Von allen Typen der Periodisierung, die ich ausprobiert habe, ist die simultane Periodisierung meine Lieblingsvariante. Sie ist extrem effektiv für den Aufbau von Kraft und Muskelmasse, sie ist relativ einfach zu planen und die Trainingseinheiten sind gleichzeitig fordernd und vergnüglich.

Bevor wir damit beginnen zu beschreiben, wie Du reverses Pyramidentraining in der Praxis einsetzen kannst, sollten wir zuerst darüber sprechen, warum eine Trainingsperiodisierung funktioniert und warum Du überhaupt eine Periodisierung verwenden solltest.

Warum solltest Du Deine Trainingseinheiten periodisieren?

Es gibt drei primäre Faktoren, die an einer Anregung des Muskelwachstums beteiligt sind (2):

  • Progressive Spannungsüberlastung
  • Muskelbeschädigungen
  • Muskelerschöpfung

Die progressive Spannungsüberlastung ist meiner Meinung nach der wichtigste dieser drei Faktoren (3). Dieser Begriff bezieht sich auf eine progressive Erhöhung der Spannungslevel in den Muskelfasern im Lauf der Zeit, was in der Praxis bedeutet immer schwerere Gewichte zu bewegen.

Muskelbeschädigungen beziehen sich auf das, wonach der Name klingt – Beschädigungen der Muskelfasern, die durch hohe Level an Spannung hervorgerufen werden. Diese Beschädigungen machen Reparaturvorgänge notwendig und wenn der Körper mit ausreichend Nährstoffen versorgt wird und genügend Ruhe bekommt, dann wird er diese Muskelfasern stärker wiederaufbauen, so dass sie besser mit zukünftigen Belastungen zurechtkommen werden.

Zellulare Erschöpfung bezieht sich darauf, die Muskelfasern durch wiederholte Aktionen bis zum Muskelversagen bis an ihre stoffwechseltechnischen Grenzen zu fordern.

Du kannst Dir diese drei Faktoren als separate Wachstumspfadwege vorstellen, was bedeutet, dass Du auf jeden hiervon bei Deinem Training abzielen kannst und als Resultat einen variierenden Grad der Anregung der Hypertrophie anregen wirst.

Dir wird vielleicht schon aufgefallen sein, dass natural Trainierende, die sich auf ein Training mit hohen Wiederholungszahlen konzentrieren und nur wenig oder gar kein schweres Training ausführen, das im Lauf der Zeit schwerer und schwerer wird, keine nennenswerten Fortschritte erzielen. Sie induzieren zwar eine Menge Muskelbeschädigungen auf zellularer Ebene – insbesondere dann, wenn sie Supersätze, absteigende Sätze und andere modische Trainingsmethoden verwenden – aber in Abwesenheit von progressiver Spannungsüberlastung wird das Muskelwachstum nur sehr langsam vonstatten gehen.

Diese „Pumper“ konzentrieren sich darüber hinaus häufig auf Isolationsübungen, was die Effektivität ihrer Trainingseinheiten weiter reduziert, da die Anzahl der Muskelfasern, die Du während einer Trainingseinheit aktivierst, das Gesamtmuskelwachstum stark beeinflusst (4).

Und was hat all dies mit einer Trainingsperiodisierung zu tun? Nun, eine gute Periodisierung lässt Dich alle drei Pfadwege der Hypertrophie abdecken:

  • Progressive Überlastung
  • Muskelbeschädigungen
  • Stoffwechseltechnischer Stress/stoffwechseltechnische Erschöpfung

Wie Du vielleicht schon richtig geraten hast, wird dies durch die Verwendung unterschiedlicher Wiederholungsbereiche verwendet. Ein Periodisierungsprogramm könnte Dich z.B. Sätze in den Wiederholungsbereichen von 1 bis 3 Wiederholungen, 4 bis 6 Wiederholungen und 8 bis 10 Wiederholungen ausführen lassen.

Durch eine Betonung des schweren Trainings betonst Du die progressive Überlastung und Muskelbeschädigungen und durch das Hinzufügen von Sätzen in höheren Wiederholungsbereichen fügst Du stoffwechseltechnischen Stress und Erschöpfung hinzu. Das Resultat hiervon ist eine maximale Stimulation von sowohl Kraftzuwächsen, als auch Hypertrophie.

Doch so toll eine Trainingsperiodisierung auch sein mag, ist sie nicht für jeden geeignet….

Wer sollte sein Training periodisieren – und wer nicht?

Es steht außer Frage, dass etwas fortgeschrittene und weiter fortgeschrittene Trainierende, die Kraft, Muskelmasse und Leistungsfähigkeit maximieren wollen, ihr Training periodisieren sollte, doch ich würde Anfängern keine Periodisierung empfehlen. (Als Anfänger würde ich einen Trainierenden mit weniger als 1 bis 1,5 Jahren Trainingserfahrung, einen männlichen Trainierenden, der seit Beginn des Trainings weniger als 10 Kilo Muskelmasse aufgebaut hat oder eine weibliche Trainierende, die seit Beginn ihres Trainings weniger als 5 Kilo Muskelmasse aufgebaut hat, definieren.) Hierfür gibt es mehrere Gründe:

Du solltest Dein Training nicht komplexer und komplizierter als nötig machen

Einer der Gründe dafür, dass ich Anfängern keine Periodisierung empfehlen würde ist, dass dies für sie lediglich eine unnötige Komplexität des Trainings darstellt. Wenn Du ein Trainierender bist, dann kannst Du erwarten während Deines ersten Trainingsjahres 5 bis 10 Kilo Muskeln aufzubauen – für weibliche Trainierende gilt ungefähr die Hälfte dieses Wertes. Egal was Du bei Deinem Training und Deiner Ernährung auch tun wirst, wirst Du ohne eine Verwendung leistungssteigernder Verbindungen oder außergewöhnliche genetische Veranlagungen einfach nicht mehr aufbauen können.

Diese Werte kannst Du ohne jegliche Periodisierung erreichen – warum sich also Gedanken darüber machen?

Eine unnötige Erhöhung des Verletzungsrisikos

Ein gut zusammengestelltes Periodisierungstrainingsprogramm wird Dich wirklich schwere Gewichte bei Übungen wie Kniebeugen, Kreuzheben, Bankdrücken und Schulterdrücken bewegen lassen – und als Anfänger wirst Du hiermit förmlich um Verletzungen betteln.

Bevor Du mit einem Training mit wirklich schweren Gewichten und schweren Sätzen mit 2 oder 3 Wiederholungen oder schweren Einzelwiederholungen beginnst, solltest Du sicherstellen, mit jeder Übung gut vertraut zu sein und dazu in der Lage zu sein, auch bei steigenden Gewichten eine korrekte Form der Übungsausführung beibehalten zu können. Dies bedeutet, dass Du eine gewisse Kraftbasis aufbauen musst, was Du am besten ohne Periodisierung erreichst –und was seine Zeit dauern wird.

Als Anfänger kannst Du höhere Wiederholungsbereiche nicht effektiv nutzen.

Wie Du weißt beginnst Du den Wachstumspfadweg der stoffwechseltechnischen Belastung zu betonen, wenn Du die Gewichte reduzierst und die Anzahl der Wiederholungen erhöhst. Das Problem hierbei ist, dass dieser Pfadweg den schwächsten Antrieb für eine Hypertrophie liefert. Wenn Du Deine Muskeln nicht gleichzeitig auch progressiv überlasten und beschädigen kannst, dann wird ein Training mit hohen Wiederholungszahlen ganz einfach nicht viel für Dein Muskelwachstum tun.

Und wie erreichst Du eine Überlastung und Muskelbeschädigungen mit einem Training mit hohen Wiederholungszahlen? Nun, Du musst dazu in der Lage sein, höhere Wiederholungszahlen mit moderat schweren Gewichten zu absolvieren – und wenn Du gerade erst mit dem Training beginnst, dann wirst Du zu schwach sein, um dies tun zu können. So einfach ist das.

Wenn Du muskulöser und stärker wirst, dann wird auch Deine Muskelausdauer steigen. Irgendwann wirst Du dann dazu in der Lage sein, bei höheren Wiederholungszahlen eine respektable Menge an Gewicht zu verwenden. Und das ist der Zeitpunkt zu dem es profitabel wird, mit höheren Wiederholungszahlen zu arbeiten. Bis Du so weit bist, bist Du besser damit beraten, Dich darauf zu konzentrieren, diesen Punkt durch eine Verwendung schwererer Gewichte zu erreichen.

Nachdem wir dies geklärt hätten, ist es nun an der Zeit zu betrachten, wie reverses Pyramidentraining funktioniert und wie Du es in Dein Training integrieren kannst.

Wie reverses Pyramidentraining funktioniert

Eine reverse Pyramide sieht folgendermaßen aus:

  1. Du wärmst Dich auf, um Deine Muskeln auf die schweren Gewichte vorzubereiten.
  2. Du beginnst mit Deinen schwersten Übungen.
  3. Du gehst progressiv zu höheren Wiederholungsbereichen über.

Ein Beispiel könnte in etwa so aussehen:

  • Wärme Deine mit Muskeln mit mehreren Sätzen auf, um sie auf das vorzubereiten, was kommt, ohne sie hierbei zu erschöpfen
  • Bankdrücken: 2 Sätze a 2 bis 3 Wiederholungen (ca. 90% des 1RM)
  • Schrägbankdrücken: 3 Sätze a 4 bis 6 Wiederholungen (ca. 85% des 1RM)
  • Kurzhantel Schrägbankdrücken: 3 Sätze a 4 bis 6 Wiederholungen
  • Dips: 2 Sätze a 8 bis 10 Wiederholungen (ca. 75% des 1RM)

Wenn Dir diese Trainingseinheit zu kurz und einfach vorkommt, dann sei Dir versichert, dass sie sehr viel schwerer und effektiver ist, als Du denkst.

Hier ist ein Beispiel dafür, wie ich ein Unterkörpertraining für eine Frau periodisieren würde:

  • Aufwärmsätze
  • Kniebeugen: 2 Sätze a 4 bis 6 Wiederholungen
  • Frontkniebeugen: 3 Sätze a 8 bis 10 Wiederholungen
  • Rumänisches Kreuzheben: 3 Sätze a 8 bis 10 Wiederholungen
  • Bulgarische Splitkniebeugen: 2 Sätze a 13 bis 15 Wiederholungen
  • Hip-Thrusts: 2 Sätze a 13 bis 15 Wiederholungen

Falls Du Dich wunderst, warum bei den Sätzen für Frauen höhere Wiederholungszahlen zum Einsatz kommen, sei erwähnt, dass Frauen nicht so gut wie Männer auf sehr schweres Training ansprechen. Ich würde auch bei Frauen etwas sehr schweres Training in ein Periodisierungstrainingsprogramm einbauen, doch dies wäre nur einmal alle 4 bis 5 Wochen der Fall.

Nachdem ich mit recht vielen unterschiedlichen Modellen der Periodisierung experimentiert habe, haben sich für mich folgende grundlegende Prinzipien herauskristallisiert:

Du solltest moderat schweres Training betonen und dieses mit sehr schwerem und leichterem Training abrunden

Wie Du in den Beispielen oben sehen kannst, beginnst Du Dein Training mit 2 Sätzen sehr schwerem Training, gehst dann zu 6 Sätzen moderat schweren Trainings über und beendest Dein Training mit 2 Sätzen mit leichteren Gewichten. Dies funktioniert recht gut.

Du führst nicht so viel schweres Training aus, dass das Risiko eines Übertrainings besteht oder dass Dir in der Mitte Deiner Trainingseinheit der Saft ausgeht. Gleichzeitig führst Du genügend leichteres Training aus, um Deinem Körper einen Hypertrophieschub zu geben, ohne länger als notwendig dem Pump nachzujagen.

Dein schwerstes Training sollte immer mit Mehrgelenksübungen ausgeführt werden

Dies ist ein Schlüsselaspekt dieser Form des Trainings. Mit der Ausnahme des Armtrainings solltest Du Deine Trainingseinheiten unabhängig davon, ob Du eine Periodisierung verwendest, immer mit schweren Mehrgelenksübungen beginnen. Dies wären Kreuzheben, Kniebeugen, Bankdrücken und Schulterdrücken stehend. (Für diese Übungen gibt es kein Äquivalent für die Arme).

Du sollest diese Übungen zuerst ausführen, da sie Dir die meiste Gesamtkörperentwicklung verleihen werden und auch die meiste Energie benötigen. Außerdem solltest Du nicht versuchen, fliegende Bewegungen mit Kurzhanteln oder Seitheben mit 90% Deines Maximalgewichts auszuführen, da dies wahrscheinlich Deine Schultern zum Explodieren bringen würde.

Als allgemeine Faustregel gilt, dass Du, wenn Du Gewichte jenseits der 80% Deines 1RM Gewichts verwendest, Deine Übungsauswahl auf Mehrgelenksübungen beschränken solltest. Somit sollten Deine Periodisierungstrainingseinheiten immer mit schweren Mehrgelenksübungen beginnen.

Du solltest die höheren Wiederholungsbereiche verwenden, um Unterstützungs- und Isolationsübungen auszuführen

Trainingsprogramme, die sich auf Isolationsübungen konzentrieren, werden heute zutage immer unbeliebter, was alles in allem etwas Positives ist. Du kannst mit solchen Programmen eine Menge Zeit verschwenden ohne nennenswerte Resultate zu erzielen. Doch in einem gut zusammengestellten Trainingsprogramm hat auch ein Training mit hohen Wiederholungszahlen und Isolationsübungen seinen Platz.

Diese Trainingseinheiten sind hervorragend zur Unterstützung der Entwicklung der kleineren, hartnäckigen Muskeln wie Schultern, Bizeps, Trizeps und Waden geeignet. Die Wahrheit ist, dass es schwer ist, die Proportionen Deines Körpers alleine mit Mehrgelenksübungen auszubalancieren. Es ist unwahrscheinlich, dass Du so Schultern, Arme und Waden entwickeln wirst, die wirklich hervorstechen, was Deinem körperlichen Gesamterscheinungsbild abträglich sein wird.

Du solltest alle 4 bis 6 Wochen entladen

Unter Entladen versteht man eine beabsichtigte Reduzierung der Trainingsintensität, um Deinen Muskeln und Deinem zentralen Nervensystem eine Pause vom schweren Training zu geben. Dies ist nicht notwendig, wenn Deine Trainingseinheiten hauptsächlich aus leichten Isolationsübungen bestehen, aber es ist sehr notwendig, wenn Du eine Menge schwere Mehrgelenksübungen ausführt. Wenn Du dies vernachlässigst, dann kannst Du leicht in einen Zustand des Übertrainings kommen.

Meine bevorzugte Methode des Entladens ist einfach. Hier ist ein Beispiel:

Entladen Push

  • Langhantel Schulterdrücken: 3 Sätze a 8 bis 10 Wiederholungen (50% 1RM)
  • Schrägbankdrücken: 3 Sätze a 8 bis 10 Wiederholungen (50% 1RM)
  • Enges Bankdrücken: 3 Sätze a 8 bis 10 Wiederholungen (50% 1RM)
  • Dips: 2 Sätze mit dem Körpergewicht bis zum Muskelversagen

Entladen Pull

  • Kreuzheben: 3 Sätze a 8 bis 10 Wiederholungen (50% 1RM)
  • Langhantelrudern: 3 Sätze a 8 bis 10 Wiederholungen (50% 1RM)
  • Einarmiges Kurzhantelrudern: 3 Sätze a 8 bis 10 Wiederholungen (50% 1RM)
  • Klimmzüge: 2 Sätze mit dem eigenen Körpergewicht bis zum Muskelversagen

Emtladen Beine

  • Kniebeugen: 3 Sätze a 8 bis 10 Wiederholungen (50% 1RM)
  • Frontkniebeugen: 3 Sätze a 8 bis 10 Wiederholungen (50% 1RM)
  • Beinpressen: 3 Sätze a 8 bis 10 Wiederholungen (50% 1RM)
  • Pistolenkniebeugen: 2 Sätze mit dem eigenen Körpergewicht bis zum Muskelversagen<p< Diese Trainingseinheiten sind nicht hart und sollen es an dieser Stelle auch gar nicht sein. Du solltest das Fitnessstudio mit einem Pump, aber energiegeladen verlassen.

Das Fazit zum reversen Pyramidentraining

Anders als viele Trainingsgimmicks und Schemata ist reverses Pyramidentraining eine bewährte Trainingsmethodologie, die bei etwas fortgeschrittenen und weiter fortgeschrittenen Trainierenden gut funktioniert. Wenn Du ein paar Jahre Trainingserfahrung hast und das Gefühl hast, nicht weiter zu kommen oder wenn Du so viel Kraft und Muskelmasse aufbauen willst, wie Deine Genetik erlaubt, dann kann Dir reverses Pyramidentraining helfen.

Befolge die Richtlinien in diesem Artikel und Du wirst die Stolperfallen dieses Trainingsstils vermeiden und keine Probleme damit haben, effektive Trainingseinheiten zusammenzustellen, die auch Spaß machen.

Referenzen:

1. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/2585297
2. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20847704
3. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/128681
4. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18787090/

Quelle: https://www.muscleforlife.com/reverse-pyramid-training-workout/

Von: Michael Matthews

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Eine Frage der Kraft Teil 26
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Mache mich vaskular!

F: Gibt es einen Weg, vaskularer zu werden?

A: Ja. Zuerst musst Du einen niedrigen Körperfettanteil erreichen. Wenn Du 20% Körperfett mit Dir herumträgst, wirst Du nie vaskular aussehen. Deine Vaskularität verhält sich entgegengesetzt proportional zu Deinem Körperfettanteil.

Aber es gibt auch Nährstoffe, die Deine Vaskularität steigern können. Einer von ihnen ist ein Typ von Glukosamin, der blutgefäßspezifisch ist. Auch Resveratrol kann Deine Vaskularität verbessern, da es das Gefäßsystem stärkt.

Verbindungen wie Acetyl Carnitin und Citrullin, die die Stickstoffoxydproduktion erhöhen, können bei längerfristiger Einnahme die Elastizität der Blutgefäße verbessern, was Dir dabei helfen wird vaskularer auszusehen, wenn Du aufgepumpt bist.<p< Auch Glyzerin, das häufig von Bodybuildern vor Wettkämpfen verwendet wird kann helfen, wobei die Wirkung temporär ist und nur für etwa zwei Stunden anhält.

Keine Männerbrüste mehr

F: Ich habe Männerbrüste. Keine Gynäkomastie durch Steroide oder Pubertätsgynäkomastie, sondern lediglich eine Menge Fetteinlagerungen im Bereich der Brust. Dieses Fett scheint auch dann zu bleiben, wenn ich definiere. Gibt es irgendetwas Nichtoperatives, das ich tun kann? Was sagt das über mein Hormonprofil?

A: In den meisten Fällen – eigentlich fast immer – ist dies ein Zeichen für einen Zinkmangel. Zink ist der beste natürliche Aromatasehemmer.

Wie viele Menschen essen Nüsse aus biologischem Anbau? Wie viele Menschen essen nicht raffiniertes Getreide? Wie viele Menschen essen Fleisch von mit Gras gefüttertem Vieh? Muscheln oder Austern? So ziemlich jeder leidet unter einem Zinkmangel – insbesondere Menschen, die mit Gewichten trainieren.

Niedrige Zinkspiegel sind gleichbedeutend mit einer gesteigerten Aktivität des Aromataseenzyms und dies bedeutet Männerbrüste. In den letzten zehn Jahren habe ich keinen männlichen Klienten gesehen, der zu Beginn nicht unter einem Zinkmangel gelitten hat.

Andere Dinge, die eine natürliche Anti-Aromatase Aktivität aufweisen, wären Traubenkernextrakte, Resveratrol und DIM. Du solltest außerdem versuchen Xenoöstrogene mit Kalzium D-Glucarat zu eliminieren. Dieses ist keine Kalziumquelle, sondern eine Quelle für D-Glucarat, welches körperfremde Östrogene eliminiert.

Xenoöstrogene zu eliminieren ist auch sehr schwierig, wenn Deine Ernährung arm an Ballastsstoffen ist. Jedem Mann mit Männerbrüsten, der zu mir kommt, verordne ich 30 Gramm Ballaststoffe pro Tag, aufgeteilt auf 40% lösliche Ballaststoffe und 60% unlösliche Ballaststoffe. Auch DIM wirkt gut in dieser Hinsicht.

Ich verkaufe einen Haufen dieser Produkte in England, da so viele der Männer dort Männerbrüste haben, weil sie so viel Bier trinken. Bier besitzt eine Östrogenwirkung. Bevor jetzt jemand fragt – wenn Du schon Alkohol trinken musst, dann sei erwähnt, dass Rotwein eine Aromatisierung verhindert. Pinot Noir oder Merlot stellen eine gute Wahl dar. Du siehst nicht viele Männer mit Männerbrüsten in Frankreich.

Stretching: Gute und schlechte Nachrichten

F: Was sind Deine Protokolle für Deine Sportler, wenn es um Stretching geht?

A: Es gibt drei unterschiedliche Typen von Stretching, von denen jeder seine eigenen Vor- und Nachteile hat. Eine Faustregel ist, dass die Typen, die gut für kurzfristige Verbesserungen sind, schlecht für langfristige Verbesserungen sind und umgekehrt.

Der Schlüssel zu einer sehr guten Beweglichkeit und Flexibilität ist die Verwendung aller drei Methoden in der richtigen Reihenfolge. Die richtige Reihenfolge ist PNF, dann ballistisch und zuletzt statisch. Aber führe nie Stretching vor einem Training mit Gewichten aus.

Um beweglich zu werden, musst Du Beweglichkeitstraining ausführen. Klingt eigentlich recht offensichtlich, oder? Aber die wissenschaftliche Studienlage ist recht eindeutig: 20 Minuten pro Tag an vier Tagen pro Woche zum Aufwärmen für das Training verbessert die Beweglichkeit nicht.

Das Minimum an Beweglichkeitstraining, das Du pro Woche brauchst, um Deine Beweglichkeit zu verbessern, sind sechs Stunden. Die gute Nachricht ist, dass Du nach 6 bis 8 Wochen so beweglich sein wirst, wie es Deine genetische Veranlagung erlaubt. Und danach kannst Du diese Beweglichkeit mit nur einer Stunde Beweglichkeitstraining pro Woche aufrechterhalten.

Wenn Du es also ernst mit Deiner Beweglichkeit nimmst, musst Du Dich darauf spezialisieren. Die gute Nachricht ist, dass Du, sobald Du einmal beweglich bist, dies mit ein wenig Training pro Woche aufrechterhalten kannst.

Kreuzheben und eine breite Taille

F: Kann Kreuzheben Deine Taille breiter machen?

A: Nein, nur Fett wird dies bewirken. Als der Eisensport noch eine Subkultur war, bevor Arnold diesen Sport beliebt gemacht hatte, trainierten aller Eisensportler – Bodybuilder, Powerlifter und Gewichtheber – zusammen und hingen auch zusammen ab. Gewichtheber trainierten Curls, Powerlifter führten olympische Kniebeugen aus und Bodybuilder trainierten Power Umsetzen (Power Cleans). Und Powerlifter ernährten sich damals auch sauberer.

Als Bodybuilding zu einer Mainstream Sportart wurden, gaben viele dieser Jungs gute Übungen auf und diese Mischung aus Trainings- und Ernährungsstilen ging verloren. Jetzt gab es eine Trennung. Powerlifter begannen damit, Burger und Fastfood zu essen. Sie wurden fett und die Leute brachten Kreuzheben mit den breiten Taillen in Verbindung.

Ich habe alpine Schifahrerinnen 250% ihres Körpergewichts beim Kreuzheben bewegen gesehen – und sie hatten eine schmale Taille. Kreuzheben wird Deine Gesäßmuskulatur aufbauen, aber es tut nichts dafür, Deinen Taillenumfang zu vergrößern. Um es noch einmal zu wiederholen: das einzige, was Deine Taille breiter machen wird, ist Fett. Nicht das Training ist für eine breite Taille verantwortlich, sondern die Ernährung.

Und erinnere Dich daran, dass die Bauchmuskeln ein – wenn auch geringes – Potential für eine Hypertrophie in Reaktion auf Training aufweisen. Es kann also gut sein, dass ein Elite Diskuswerfer, der eine Million Wiederholungen Körperdrehungen ausgeführt hat, eine breitere Taille als der Durchschnittsbürger aufweist, aber an dieser Stelle sprechen wir von Volumen. Auch Griechisch-römische Ringer, die eine Menge Drehbewegungen gegen einen Widerstand ausführen, können eine breitere Taille als Durchschnittsportler haben. Sie haben in der Tat eine dickere Taille als sie Freistilringer aufweisen. Selbiges gilt auch für Judokämpfer.

Aber wir sprechen hier nicht von 40 Zentimeter mehr Taillenumfang, sondern vielleicht 2 bis 5 Zentimeter und es sind Muskeln und kein Fett. Der durchschnittliche Trainierende oder Bodybuilder muss sich jedoch über nichts Gedanken machen.

Pimp My Serratus

F: Selbst bei einem einstelligen Körperfettanteil ist mein Serratus nicht besonders gut sichtbar. Gibt es einen Weg, diesen Muskel gezielt aufzubauen?

Es gibt in Wirklichkeit zwei unterschiedliche Serratus anterior Muskeln. Einer hebt die Schultern (Schulterflexion) und der andere ist für eine Schulterextension verantwortlich. Wenn Du eine Menge Kurzhantelschulterdrücken und Klimmzüge ausführst, dann wirst Du auch Deinen Serratus trainieren. Überzüge werden den anderen Teil des Serratus trainieren.

Für gewöhnlich wird ein Mensch, der auch bei niedrigem Körperfettanteil keinen sichtbaren Serratus hat, nicht genügend Kurzhantelübungen wie Kurzhantelbankdrücken und Kurzhantelrudern über den vollen Bewegungsraum ausgeführt haben. Er wird zu häufig die Langhantel verwendet haben (was einen geringeren Bewegungsraum bedeutet).

Schau Dir die Menschen mit dem am besten entwickelten Serratus haben – Turner. Sie ziehen und drücken sich an Geräten selbst nach oben. Der durchschnittliche Bodybuilder sollte ganz einfach mehr Kurzhanteltraining über den vollen Bewegungsraum ausführen, um seine Serratusentwicklung zu verbessern.

Abfälschen – ja oder nein?

F: Was hältst Du von abgefälschten Wiederholungen, bei denen Du etwas Schwung aus dem Körper verwendest, um ein oder zwei zusätzliche Wiederholungen Bizepscurls zu erzwingen?

Ich habe kein Problem mit abgefälschten Wiederholungen, wenn sie verwendet werden, um den konzentrischen Widerstand zu überwinden, so dass Du mehr Gewicht beim konzentrischen Teil der Bewegung verwenden kannst.

Mit anderen Worten ausgedrückt fälschst Du die Aufwärtsbewegung (konzentrischer Teil der Bewegung) ab, weil Du ein schwereres Gewicht absenken willst, als Du nach oben bewegen kannst, um Dich auf den negativen Bereich der Bewegung zu konzentrieren. Das ist ein exzentrischer Curl.

Wenn ein Typ allerdings sagt, dass er 8 Wiederholungen Curls mit 90 Kilo schafft, aber jede Wiederholung schlechter und schlechter wird, dann kann er keine 8 Wiederholungen Curls mit 90 Kilo ausführen, sondern nur 8 abgefälschte Wiederholungen mit 90 Kilo.

Abgefälschte Wiederholungen können verwendet werden, um die Dauer eines Satzes zu verlängern. Du könntest z.B. 6 Wiederholungen mit guter Form ausführen und dann bei den letzten beiden Wiederholungen etwas Schwung verwenden, so dass Du das Gewicht kontrolliert absenken kannst. Ich denke, dass so etwas in Ordnung ist.

Das Problem besteht jedoch darin, dass die meisten Trainierenden, die bei Curls abfälschen, dies auch bei Bankdrücken, Kreuzheben, usw. tun. Sie lassen ihr Ego das Training beeinflussen.

Es gibt also zwei Situationen, in denen Abfälschen in Ordnung ist:

  1. Um einen Satz auf konzentrischer Ebene fortzusetzen, nachdem die Kraft nachgelassen hat.
  2. Als Weg den konzentrischen Bereich der Wiederholung zu umgehen, um rein exzentrische

Wiederholungen auszuführen. Du solltest hierbei jedoch sicherstellen, dass Du dies auch als exzentrisches Training ansiehst.

Eine gute Anwendung für abgefälschte Wiederholungen ist das Power Umsetzen (Power Clean) eines Gewichts, so dass Du es kontrolliert in einer reversen Langhantelcurlbewegung absenken kannst.

Ein anderes gutes Beispiel wäre, ein Gewicht in einer Push Press Bewegung (Schulterdrücken stehend mit Schwung aus den Beinen) nach oben zu drücken und es dann kontrolliert abzusenken.

Der Punkt ist, dass Du nicht wie diese Clowns trainierst, die behaupten enorme Gewichte zu bewegen, während sie nur 40% der Arbeit verrichten und der Trainingspartner den Rest – wobei man diesen Trainingspartnern eines lassen muss – sie weisen eine tolle Trapeziusentwicklung auf.

Wie viel Protein?

F: Gilt die alte “Zwei Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht” Regel immer noch? Ich höre einige Trainer sagen, dass wir weniger Protein brauchen, während andere 300 Gramm Protein pro Tag für einen 90 Kilo Athleten empfehlen?

A: Für einen 90 Kilo schweren Mann wären 300 Gramm Protein pro Tag das absolute Minimum. Ich denke in der Tat, dass die Regel eher etwas in Richtung von 4 bis 4,5 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht empfehlen sollte, wenn man davon ausgeht, dass die entsprechende Person schlank ist.

Für etwa 70% der Bevölkerung, die Kohlenhydrate in größeren Mengen nicht so gut verträgt, sind 4,5 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht gut für den Masseaufbau. Es kann einen enormen Unterschied machen. Ich persönlich konnte nicht über 85 Kilo kommen, bis mich der Bodybuilder Milos Sarceb davon überzeugt hatte, 4,5 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht zu mir zu nehmen. Es dauerte nicht lange, bis ich in schlankem Zustand mehr als 90 Kilo wog.

Wenn eine Person sehr gut mit Kohlenhydraten zurecht kommt, würde der Wert auf 2 bis 3,5 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht fallen.

Man muss die Proteinzufuhr also bis zu einem gewissen Grad individualisieren. Trotzdem „verdienen“ die meisten Menschen die Kohlenhydrate, die sie essen, nicht. Für die meisten Menschen gilt die Regel, dass sie sich ihre Kohlenhydrate verdienen müssen.

Die Wahrheit über Kniebeugen mit dem Gewicht über Kopf

F: Sind Kniebeugen mit dem Gewicht über Kopf eine gute Übung oder einfach nur eine Modeerscheinung? Und sind sie gut für eine Hypertrophie?

Kniebeugen mit dem Gewicht über Kopf taugen nicht viel, wenn es um Massezuwächse geht, aber als Werkzeug zur Abschätzung der Leistungsfähigkeit sind sie unschlagbar.

Du kannst das Risiko eines Sportlers für Verletzungen im Bereich des Unterkörpers bei Ausübung seiner Sportart gut dadurch abschätzen, in wie guter Form er Kniebeugen mit dem Gewicht über Kopf ausführen kann. Eine perfekte Form ist gleichbedeutend mit einem extrem niedrigen Verletzungsrisiko und Forschergruppen aus Schweden und der Schweiz haben dies im Rahmen unterschiedlicher Studien klar gezeigt.

Warum ist diese Übung für Massezuwächse ungeeignet? Weil Hypertrophie das Produkt von Zeit unter Spannung und Last ist. Es muss schwer genug sein und lange genug andauern. Das wird bei Kniebeugen mit dem Gewicht über Kopf nicht geschehen.

Selbst olympische Gewichtheber führen diese Übung nicht mehr aus. Die Leute, die sich auskennen, haben 1975 damit aufgehört diese Übung zu verwenden. Es handelt sich um eine vergessene Übung für Trainingszwecke…und das aus gutem Grund.

Der einzige Grund, dass Trainierende diese Übung als Herausforderung ansehen besteht darin, dass sie nicht besonders beweglich sind. Es ist eine dieser Übungen, die zwar cool aussieht, aber eine völlige Zeitverschwendung darstellt.

Scapjacks

F: ich erinnere mich daran, eine einzigartige Art und Weise des Trainings im MM2K Magazin gesehen zu haben, bei der man mit einer Hand Kurzhantelcurls und gleichzeitig mit dem anderen Arm Trizepsdrücken am Kabelzug ausführte. Diese Art des Trainings sollte eine Art neurologische Überlappung generieren und den neuromotorischen Antrieb steigern. Was zum Teufel war das?

Scapjacks. Dies ist ein Weg mehr motorische Einheiten zu rekrutieren.

Wenn Du gleichzeitig die Ellenbogenflexoren (Bizeps) auf der rechten Seite und die Ellenbogenextensoren (Trizeps) auf der linken Seite aktivierst, dann rekrutierst Du in beiden Pools motorischer Einheiten mehr motorische Einheiten. Hammer Strength hat sogar Trainingsmaschinen hergestellt, die sich dieses neurologische Prinzip zu Nutze machten.

Das Problem besteht jedoch darin, dass Du das Gewicht sehr präzise anpassen musst, so dass Du mit beiden Armen nach derselben Anzahl an Wiederholungen den Punkt des Muskelversagens erreichst – also mit dem Bizeps und dem Trizeps Arm. Dies ist mit den Gewichtsabstufungen in kommerziellen Fitnessstudios nur schwer erreichbar.

Scapjacks waren also zu ihrer Zeit eine sehr gute Idee und sie haben immer noch ihren Wert, aber sie haben den Praxistest nicht bestanden.

Jeder Trainer durchläuft diese Phase, während der er versucht nach Dingen zu suchen, die cool sind. Wenn er jedoch älter und weiser wird, verlässt er sich mehr auf Bewährtes.

Hier ist eine Analogie. Scapjacks sind wie ein fliegender Kick mit Drehung. Du probierst das einmal bei einer Prügelei aus und es funktioniert nicht. Ein Tritt in die Eier ist dort immer noch die beste Option. Wenn Du also mehr motorische Einheiten rekrutieren möchtest, dann probiere anstelle von Scapjacks lieber Klimmzüge oder Dips an Ringen aus.

Der beste Weg, Kreatin zu verwenden

F: Kreatin gibt es schon ewig und es wurde bis zum geht nicht mehr untersucht. Was sind Deine augenblicklichen Richtlinien für seine Verwendung?

Kreatin ist eines dieser Dinge, die wenn Du sie zum ersten Mal verwendest, am besten funktionieren. Es ist wie beim Sex – das erste Mal wird Dir immer in Erinnerung bleiben.

Ich glaube immer noch an das Ladeprotokoll. Viele dieser Typen, die von einer Ladephase abraten, basieren ihre Empfehlungen auf Studien, die sehr weichgespülte Trainingsprotokolle verwendet haben. Für solche Weichspülerprogramme braucht kein Mensch eine Kreatin Ladephase.

Der fortgeschrittene Trainierende sollte eine kleine Dosis (5 Gramm) Kreatin vor dem Training und eine weitere kleine Dosis nach dem Training verwenden.

Die sogenannten „Nebenwirkungen“ von Kreatin wie Magenprobleme wurden übrigens durch Billigkreatinmarken hervorgerufen, die wie sich herausstellte mit Schwermetallen kontaminiert waren.

Es gab Billigkreatin aus China, das Analysen zufolge 97% Kreatin und 3% Schwermetalle enthielt. Ich habe noch nie Nebenwirkungen wie Krämpfe, Durchfall, usw. nach der Verwendung von qualitativ hochwertigem Kreatin gesehen (solange natürlich nicht zu viel verwendet wird).

Du solltest außerdem noch etwas anderes im Hinterkopf behalten: Kreatin hat neben einer Steigerung von Kraft und Muskelaufbau noch weitere Funktionen, zu denen unter anderem die Verhinderung einer Gehirnalterung und eine Entsäuerung des Körpers gehören.

Quelle: https://www.t-nation.com/training/question-of-strength-43, https://www.t-nation.com/training/question-of-strength-44

Von Charles Poliquin

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Der Beste Weg eine Muskelhypertrophie zu stimulieren (Muskeln aufzubauen) Teil 2
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Nachdem ich im ersten Teil dieses Artikels beschrieben habe, was der Begriff Hypertrophie bedeutet und wie Du eine Hypertrophie stimulieren kannst, werde ich im vorliegenden zweiten Teil dieses Artikels auf die Trainingsfrequenz eingehen und anhand einiger Beispieltrainingsprogramme zeigen, wie Du all diese Theorie in die Praxis umsetzen kannst. Zu guter Letzt werde ich noch kurz auf Supplements, die Dir beim Muskelaufbau helfen können, eingehen.

Wie oft solltest Du eine Muskelgruppe trainieren?

Du hast vielleicht schon gehört, dass es mit der Trainingsfrequenz wie mit der Proteinzufuhr ist. Viele Leute sagen, dass eine Muskelgruppe nur einmal pro Woche zu trainieren in etwa so ist, wie sich proteinarm zu ernähren – beides wird Deinem Muskelwachstum nicht zuträglich sein. Doch das ist ganz einfach nicht wahr.

Eine Erhöhung der Trainingsfrequenz nur um die Frequenz zu erhöhen, wird Deine Resultate nicht notwendigerweise verbessern. Alles zwei- bis dreimal pro Woche zu trainieren ist nicht notwendigerweise besser für den Muskelaufbau.

Wie häufig Du jede Muskelgruppe trainieren kannst und solltest, hängt von der Intensität (Last) und dem Volumen (Wiederholungen) Deiner einzelnen Trainingseinheiten ab. Und hier ist eine allgemeingültige Regel:

Je höher Volumen und Intensität der einzelnen Trainingseinheiten sind, desto weniger häufig kannst Du diese ausführen. Mit anderen Worten ausgedrückt gilt, dass Du, wenn Du die Intensität Deines Trainings erhöhst, das Volumen reduzieren musst. Und wenn Du die Intensität reduzierst, kannst Du hingegen das Volumen erhöhen.

Der Grund hierfür ist, dass ein schweres Training mit Gewichten – und insbesondere ein Training mit schweren Mehrgelenksübungen – den Körper enorm belastet. Du kannst nur eine bestimmte Menge an schwerem Training pro Woche ausführen, bevor Du mit einem Übertraining in Verbindung stehende Probleme bekommen wirst.

Dies ist der Grund dafür, dass beliebte Krafttrainingsprogramme wie Starting Strength und andere Dich zwei bis dreimal pro Woche Kniebeugen und Kreuzheben ausführen lassen…aber nur 3 bis 5 Sätze pro Trainingseinheit.

Und dies bringt uns zum nächsten Punkt:

Ein gut zusammengestelltes Trainingsprogramm tut zwei Dinge für jede größere Muskelgruppe Deines Körpers:

  1. Es betont schwere Grundübungen wann immer dies möglich ist.
  2. Es hält Dich in einem optimalen Bereich, was die Gesamtzahl der Sätze pro Woche (das Volumen) angeht.

Nummer eins ist recht simpel – Auswahl von Übungen und Wiederholungsbereich basierend auf Prozentsätzen des 1RM Gewichts.

Nummer zwei ist etwas komplizierter, da es schwer ist Vorgaben zu machen, die für jeden Trainierenden passend sind. Wie Du weißt muss das Volumen notwendigerweise anhand der Intensität modifiziert werden, aber es gibt noch weitere Faktoren wie Ernährung, Trainingserfahrung, Qualität des Schlafes, Genetik, usw., die mit ins Spiel kommen.

Wir können hierfür Rat in der wissenschaftlichen Literatur suchen (und zwar dort, wo sich diese mit anekdotenhaften Erfahrungen überschneidet). Ein guter Ausgangspunkt ist ein umfassendes Review von Studien zum Thema Training mit Gewichten, das von Wissenschaftlern der Universität von Göteborg durchgeführt wurde (1).

Dieses Review kam zur Schlussfolgerung, dass das optimale Volumen im Bereich von 60 bis 180 Wiederholungen pro Muskelgruppe pro Woche liegt, wenn Gewichte im Bereich von 60 bis 80% des 1RM Gewichts verwendet werden. Wie man erwarten würde, gilt das untere Ende des Wiederholungsbereichs für schwerere Gewichte und das obere für leichtere Gewichte.

Wenn Du also z.B. die Mehrzahl Deiner Sätze im Bereich von 80 bis 85% Deines 1RM Gewichts ausführst, dann sollten sich Deine Gesamtwiederholungen pro Woche und Muskelgruppe im Bereich von 60 bis 80 befinden. Wenn Du hingegen deutlich leichtere Gewichte verwendest, dann sollte Dein wöchentliches Gesamtvolumen sich näher am oberen Ende des Wiederholungsbereichs in der Nähe von 180 Wiederholungen befinden.

Und wenn Du ein Programm verwendest, dass Dich moderate Gewichte im Bereich von 70 bis 75% Deines 1RM Gewichts bewegen lässt, dann sollte sich auch die wöchentliche Gesamtzahl Deiner Wiederholungen irgendwo in der Mitte des Bereichs von 60 bis 180 Wiederholungen befinden.

Ein weiteres gutes Paper zu diesem Thema, das lesenswert ist, ist ein großes Studienreview, das von Wissenschaftler der Arizona State University durchgeführt wurde und das zu ähnlichen Schlussfolgerungen kam (2). Das Fazit dieses Reviews war, dass wenn es um den Muskelaufbau geht, die Trainingsfrequenz nicht so wichtig wie Intensität und wöchentliches Gesamtvolumen ist. Mit anderen Worten ausgedrückt sind das Training mit schweren Gewichten und das Erreichen eines optimalen wöchentlichen Volumens wichtiger, als die Anzahl der Trainingseinheiten, die Du absolvierst.

Es gibt Hinweise darauf, dass eine Erhöhung der Frequenz die Hypertrophie steigern kann (3), aber wir benötigen weitere Untersuchungen, um wichtige Fragen zu diesem Thema zu beantworten und diese Resultate besser einordnen zu können. Hier ist das, was der Autor der Studie, Dr. Brad Schoenfeld, zu diesem Thema zu sagen hatte:

Alle Muskeln, die wir untersucht haben, zeigten ein stärkeres Wachstum durch eine höhere Trainingsfrequenz.

Für den Bizeps waren die Resultate „statistisch signifikant“, was bedeutet, dass es eine um 95% höhere Wahrscheinlichkeit gab, dass diese Resultate nicht zufällig zustande kamen. Auch wenn die Resultate für Quadrizeps und Trizeps keine statistische Signifikanz erreichten, deuten andere statistische Werte auf einen recht klaren Vorteil eines Trainingsprogramms mit höherer Frequenz hin.

Die Resultate scheinen konsistent mit der Zeitkurve der Proteinsynthese zu sein, welche etwa für 48 Stunden anhält (es gibt Hinweise darauf, dass diese Zeitkurve mit zunehmender Trainingserfahrung verkürzt wird).

Theoretisch gesehen würde eine wiederholte Anregung der Proteinsynthese, nach dem diese abgeebbt ist, in größeren Zuwächsen im Lauf der Zeit resultieren.

Doch bevor Du jetzt auf diesen Zug aufspringst und Dein augenblickliches Trainingsprogramm über den Haufen wirfst, gibt es einige Dinge, die Du in Betracht ziehen musst, wenn Du diese Resultate in die Praxis übertragen möchtest. Zuerst einmal ist es wichtig, sich daran zu erinnern, dass bei dieser Studie das Volumen bei den unterschiedlichen Szenarien ausgeglichen wurde.

Dies wurde getan, um die Auswirkungen der Frequenz auf die Muskeladaptionen zu isolieren – eine essentielle Strategie zur Bestimmung der Kausalität. Der primäre Vorzug eines Splitprogramms besteht jedoch in der Fähigkeit, das Volumen pro Trainingseinheit zu erhöhen, während gleichzeitig eine ausreichende Regeneration zwischen den Trainingseinheiten ermöglicht wird.

Da es eine enge dosisabhängige Beziehung zwischen Volumen und Hypertrophie gibt, muss das wöchentliche Volumen bei dieser Gleichung berücksichtigt werden. Sicher ist es möglich, dass ein Splitprogramm mit einem höheren wöchentlichen Volumen genauso gut oder sogar besser als ein Ganzkörpertraining funktioniert – oder vielleicht auch nicht. Wir wissen es basierend auf der augenblicklich verfügbaren Literatur ganz einfach nicht.

Zusätzlich hierzu berichtete die große Mehrzahl der Probanden der Studie, dass sie ein Split Programm als Basis ihres gewöhnlichen Trainings verwendeten, bei dem die Muskeln nur einmal wöchentlich trainiert werden. Dies eröffnet natürlich die Möglichkeit, dass der für den Körper ungewohnte Stimulus die Ergebnisse beeinflusst hat.

Es gibt in der Tat einige Untersuchungen, die zeigen, dass Muskeladaptionen gesteigert werden, wenn Programmvariablen außerhalb der traditionellen Normen verändert werden. Es ist deshalb vorstellbar, dass Probanden in der Ganzkörpertrainingsgruppe vom ungewohnten Stimulus einer höheren Trainingsfrequenz profitieren konnten.

Unter Berücksichtigung des augenblicklichen Standes der wissenschaftlichen Literatur und anekdotenhafter Hinweise denke ich deshalb, dass es vertretbar ist, Folgendes zu sagen:

  • Jeder Typ von Trainingssplit hat seine Vor- und Nachteile: Ein gut zusammengestellter Trainingssplit nach Muskelgruppen wird besser als ein schlecht zusammengestelltes Ganzkörpertrainingsprogramm und umgekehrt. Du solltest einen Trainingssplit und ein Programm wählen, das am besten zu Deinen Umständen und Bedürfnissen passt.
  • Du solltest die Trainingsfrequenz als Werkzeug zum Erreichen Deines wöchentlichen Zielvolumens ansehen…und nicht als unverhandelbaren Aspekt des Muskelaufbaus (wie progressive Überlastung, zum Beispiel).

Muskelaufbauprogramme, die wirklich funktionieren

Jedes Wort, das ich geschrieben habe und jede Studie, die ich verlinkt habe, wären bedeutungslos, wenn Du diesen Artikel nicht verwenden könntest, um Resultate zu erzielen. Deshalb möchte ich diesen Artikel mit ein paar Trainingprogrammen abschließen, die Dir aus erster Hand zeigen werden, wie alle Teile dieses Puzzles zusammenpassen.

Hier sind sie…

Das 5 Tage Trainingsprogramm

  • Die Arbeitssätze werden mit 85% des 1RM Gewichts (4 bis 6 Wiederholungen) ausgeführt, so lange nicht anders angegeben.
  • Wärme Dich auf, indem Du 3 bis 4 Sätze a 8 bis 10 Wiederholungen mit 50% Deines 1RM Gewichts ausführst.
  • Pausiere 3 bis 4 Minuten zwischen den Arbeitssätzen.
  • Pausiere 1 Minute zwischen den Aufwärmsätzen
  • Erhöhe das Gewicht, wenn Du das obere Ende eines Wiederholungsbereichs für einen Satz erreichst.

Tag 1: Brust & Bauchmuskeln

  • Langhantel Schrägbankdrücken - Aufwärmsätze und dann 3 Arbeitsätze
  • Kurzhantel Schrägbankdrücken - 3 Arbeitsätze
  • Langhantel Flachbankdrücken – 3 Arbeitssätze
  • Face Pulls – 3 Arbeitssätze a 8 bis 10 Wiederholungen pro Satz mit 1 bis 2 Minuten Pause zwischen diesen leichteren Sätzen
  • 3 Bauchmuskel Zirkel

Tag 2: Rücken und Waden

  • Langhantel Kreuzheben – Aufwärmsätze und dann 3 Arbeitssätze
  • Langhantelruden – 3 Arbeitssätze
  • Klimmzüge mit weitem Griff – 3 Arbeitssätze (mit Zusatzgewicht, wenn möglich)
  • Optional: Latziehen mit engem Griff – 3 Arbeitssätze
  • Optional: Langhantel Schulterheben (Shrugs) – 2 Arbeitssätze
  • Wadenheben stehend – 3 Sätze a 4 bis 6 Wiederholungen
  • Wadenheben sitzend – 3 Sätze a 4 bis 6 Wiederholungen

Tag 3: Schultern und Bauch

  • Langhantel Schulterdrücken stehend oder sitzend – Aufwärmsätze und dann 3 Arbeitssätze
  • Seitheben – 3 Arbeitssätze
  • Seitheben vorgebeugt – 3 Arbeitssätze
  • 3 Bauchmuskel Zirkel

Tag 4: Beine

  • Kniebeugen – Aufwärmsätze und dann 3 Arbeitssätze
  • Beinpressen – 3 Arbeitssätze
  • Rumänisches Kreuzheben – 3 Arbeitssätze
  • Wadenheben an der Beinpresse – 3 Sätze a 8 bis 10 Wiederholungen
  • Donkey Wadenheben – 3 Sätze a 8 bis 10 Wiederholungen

Tag 5: Oberkörper & Bauch

  • Langhantel Schrägbankdrücken – Aufwärmsätze und dann 3 Sätze a 8 bis 10 Wiederholungen mit 1 bis 2 Minuten Pause zwischen diesen leichteren Sätzen
  • Langhantelcurls – Aufwärmsätze und dann 3 Arbeitssätze
  • Enges Bankdrücken – 3 Arbeitssätze (keine Notwendigkeit für ein Aufwärmen mach dem Schrägbankdrücken)
  • Alternierende Kurzhantelcurls – 3 Arbeitssätze
  • Trizepsdrücken sitzend – 3 Arbeitssätze
  • 3 Bauchmuskel Zirkel

Das 4 Tage Trainingsprogramm

Tag 1: Brust & Trizeps & Waden

  • Langhantel Schrägbankdrücken – Aufwärmsätze und dann 3 Arbeitssätze
  • Langhantel Flachbankdrücken – 3 Arbeitssätze
  • Dips (Brust Variante, mit Zusatzgewicht, wenn möglich) – 3 Arbeitssätze
  • Trizepsdrücken sitzend – 3 Arbeitssätze
  • Wadenheben stehend – 3 Sätze a 4 bis 6 Wiederholungen
  • Wadenheben sitzend – 3 Sätze a 4 bis 6 Wiederholungen

Tag 2: Rücken & Bizeps & Bauchmuskeln

  • Kreuzheben – Aufwärmsätze und dann 3 Arbeitssätze
  • Langhantelrudern – 3 Arbeitssätze
  • Klimmzüge mit weitem Griff – 3 Arbeitssätze (mit Zusatzgewicht, wenn möglich)
  • Langhantelcurls – 3 Arbeitssätze
  • 3 Bauchmuskel Zirkel

Tag 3: Oberkörper & Waden

  • Langhantel Schrägbankdrücken – Aufwärmsätze und dann 3 Sätze a 8 bis 10 Wiederholungen mit 1 bis 2 Minuten Pause zwischen diesen leichteren Sätzen
  • Langhantel Schulterdrücken sitzend oder stehend – Aufwärmsätze und dann 3 Arbeitssätze
  • Seitheben – 3 Arbeitssätze
  • Seitheben vorgebeugt – 3 Arbeitssätze
  • Wadenheben an der Beinpresse – 3 Sätze a 8 bis 10 Wiederholungen
  • Donkey Wadenheben – 3 Sätze a 8 bis 10 Wiederholungen

Tag 4: Beine & Bauchmuskeln

  • Kniebeugen – Aufwärmsätze und dann 3 Arbeitssätze
  • Beinpressen – 3 Arbeitssätze
  • Rumänisches Kreuzheben – 3 Arbeitssätze
  • 3 Bauchmuskel Zirkel

Das 3 Tage Trainingsprogramm

Pausiere mindestens einen Tag zwischen jeder Trainingseinheit.

Tag 1: Ziehen & Bauch

  • Kreuzheben – Aufwärmsätze und dann 3 Arbeitssätze
  • Langhantelrudern – 3 Arbeitssätze
  • Klimmzüge mit weitem Griff – 3 Arbeitssätze (mit Zusatzgewicht, wenn möglich)
  • Langhantelcurls – 3 Arbeitssätze
  • 3 Bauchmuskel Zirkel

Tag 2: Drücken und Waden

  • Langhantel Schrägbankdrücken – Aufwärmsätze und dann 3 Arbeitssätze
  • Langhantel Schulterdrücken stehend oder sitzend – Aufwärmsätze und dann 3 Arbeitssätze
  • Langhantel Flachbankdrücken – 3 Arbeitssätze
  • Seitheben – 3 Arbeitssätze
  • Optional: Enges Bankdrücken – 3 Arbeitssätze
  • Wadenheben stehend – 3 Sätze a 4 bis 6 Wiederholungen
  • Wadenheben sitzend – 3 Sätze a 4 bis 6 Wiederholungen

Tag 3: Beine

  • Kniebeugen – Aufwärmsätze und dann 3 Arbeitssätze
  • Beinpressen – 3 Arbeitssätze
  • Rumänisches Kreuzheben – 3 Arbeitssätze
  • Wadenheben an der Beinpresse – 3 Sätze a 8 bis 10 Wiederholungen
  • Donkey Wadenheben – 3 Sätze a 8 bis 10 Wiederholungen

Führe eine dieser Trainingseinheiten für die nächsten 8 Wochen aus und schaue, wie Dein Körper reagiert. Was die Resultate angeht, ist das 5 Tage Programm besser als das 4 tage Programm, welches besser als das 3 Tage Programm ist.

Was ist mit Supplements?

Ich habe mir dieses Thema bis zum Schluss aufgehoben, weil Supplements ganz offen gesagt weit weniger wichtig als eine korrekte Ernährung und korrektes Training sind. Supplements bauen keine tollen Körper auf – hierfür sind die richtige Ernährung und das richtige Training notwendig.

Doch auch wenn Supplements nicht unbedingt eine vitale Rolle beim Muskelaufbau und Fettabbau spielen und manchmal auch völlige Geldverschwendung sein können, können die richtigen Supplements helfen. Die Wahrheit ist, dass es sichere und natürliche Substanzen gibt, von denen wissenschaftlich nachgewiesen werden konnte, dass sie Vorzüge wie gesteigerte Kraft, gesteigerte Muskelausdauer, gesteigertes Muskelwachstum, gesteigerten Fettabbau und mehr mit sich bringen können.

Hier sind einige Supplements, die Dir beim Muskelaufbau helfen können

Kreatin

Kreatin ist eine Substanz, die natürlich im Körper und Nahrungsmitteln wie rotem Fleisch vorkommt. Kreatin ist die wahrscheinlich am besten untersuchte Verbindung im Bereich der Sportsupplements und hunderte von Studien kommen zu einem sehr klaren Konsens: Eine supplementation mit Kreatin hilft:

  • Beim Aufbau von Muskelmasse und Kraft (4)
  • Bei einer Verbesserung der anaeroben Ausdauer (Muskelausdauer) (5)
  • Bei der Reduzierung von Muskelschäden und Muskelkater (6)

Proteinpulver

Du brauchst zwar nicht zwangsläufig Protein Supplements für den Muskelaufbau, aber unter Berücksichtigung der Menge an Protein, die Du täglich brauchst, kann es schwer sein, all Dein Protein über natürliche Nahrung zu Dir zu nehmen. Dies ist der Hauptgrund dafür, dass ich Protein Supplements verwende, wobei Wheyprotein besonders gut für die Proteinzufuhr nach dem Training geeignet ist.

Pre-Workout Booster

Ein gutes Pre-Workout Supplement kann Dir im Fitnessstudio zusätzliche Energie liefern und Dein Durchhaltevermögen und Deine Leistungen steigern. Nachfolgende Inhaltsstoffe solltest Du in einem guten Pre-Workout Produkt suchen:

  • Koffein bringt Dir weitaus mehr als einen Energieschub. Es kann außerdem Muskelausdauer und Kraft steigern.
  • Beta-Alanin ist eine natürlich vorkommende Aminosäure, die die Trainingsinduzierte Erschöpfung reduzieren, die anaerobe Trainingskapazität steigern und das Muskelwachstum beschleunigen kann.
  • Citrullin Malat ist eine Aminosäure die die Muskelausdauer steigern, einen Muskelkater reduzieren und die aerobe Leistungsfähigkeit steigern kann
  • Betain ist eine natürlich in Pflanzen vorkommende Verbindung, die Muskelausdauer und Kraft, sowie Wachstumshormonausschüttung und IGF-1 Produktion in Reaktion auf ein Training steigern kann.
  • Theanin ist eine Aminosäure, die sich primär in Tee wiederfindet und die Auswirkungen von körperlichem und mentalem Stress reduziere, die Stichstoffoxydproduktion steigern und Aufmerksamkeit, Fokus, Gedächtnisleistung, mentale Fähigkeiten und Stimmungslage verbessern kann.

Das Fazit zum Thema Hypertrophie

Wie Du siehst, ist die Wissenschaft zum Thema Muskelaufbau recht gerade heraus. Die Wissenschaft wird in der Zukunft unser Wissen bezüglich der zugrunde liegenden Mechanismen und wie wir unsere Resultate weiter optimieren können weiter vertiefen, aber wir „normale Trainierende“, die einfach nur muskulös, hart, schlank und stark sein wollen, haben alles Wisse, das wir hierfür benötigen bereits zur Hand.

Wenn Du die Ratschläge dieses Artikels befolgst, dann kannst Du hiermit bereits den größten Teil Deines genetischen Potentials für den Muskelaufbau ausschöpfen.

Hier ist eine kurze Zusammenfassung:

1. Wir sollten bei unserem Training schwere Gewichte betonen

Ein Training mit hohen Wiederholungszahlen hat seine Berechtigung und seine Anwendungsbereiche, aber wenn Du Muskeln so schnell wie möglich aufbauen möchtest, dann solltest Du Dich auf Gewichte im Bereich von 75+% Deines 1RM Gewichts konzentrieren.

2. Wir sollten uns auf Mehrgelenksübungen konzentrieren

Auch dieses Thema würde eigentlich einen eigenen Artikel verdienen, aber ein gut zusammengestelltes Trainingsprogramm, das auf Grundübungen aufbaut, wird jedes Programm übertreffen, das hauptsächlich Isolationsübungen umfasst – und zwar jedes mal.

3. Wir sollten eine Progression sicherstellen

Unabhängig vom verwendeten Wiederholungsbereich oder der Übungsauswahl oder allem anderen musst Du sicherstellen, dass Du im Lauf der Zeit eine Progression erreichst. Und dies bedeutet mehr Wiederholungen mit demselben Gewicht auszuführen, was es Dir letztendlich erlauben wird, das Gewicht auf der Stange zu erhöhen, worauf Du versuchst, mehr Wiederholungen mit dem neuen Gewicht auszuführen, usw.

Referenzen:

1. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17326698
2. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16287373
3. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25932981
4. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12945830
5. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16287344
6. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19956970

Quelle: https://legionathletics.com/HYPERTROPHY-HOW-TO-BUILD-MUSCLE/

Von Mike Matthews

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