Training

Kennst Du diese 8 Zeichen für ein Übertraining? Teil 1
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Es gibt ein grundlegendes Gesetz, das für viele Bereiche des Lebens gilt. Es lautet wie folgt:

Wenn Du mehr willst, dann musst Du mehr tun.

Dieser Grundsatz scheint nahezu überall zu gelten. Du wirst in vielen Bereichen mehr bekommen, wenn Du mehr investierst. Möchtest Du geschäftlich weiter kommen? Dann arbeite hart daran und Du wirst die besten Erfolgsaussichten haben.

Möchtest Du eine erfüllendere Beziehung mit Freunden und Familie? Dann verbringe mehr Zeit damit, diese Beziehung aufzubauen. Möchtest Du der beste Spieler in Deinem Team sein? Dann trainiere härter und länger als Deine Konkurrenten und Du wirst Dich langsam von der Masse absetzen.

Ich glaube Du weißt, worauf ich hinaus will. Beim Training mit Gewichten ist das Ganze jedoch nicht ganz so einfach. Der „mehr ist besser“ Ansatz funktioniert nur bis zu einem gewissen Grad…und dann hört er auf zu funktionieren. Ab einem gewissen Punkt wird mehr sogar kontraproduktiv werden.

Wenn es um den Aufbau von Muskeln, Kraft und Ausdauer geht ist mehr Training im Allgemeinen besser als weniger Training…aber sobald Du die Regenerationsfähigkeit Deines Körpers überschreitest, kann das Ganze schnell den Bach herunter gehen.

Hier ist eine kurze Liste von dem, was als nächstes geschehen wird:

  • Du wirst damit zu kämpfen haben, Deine Trainingseinheiten zu beenden
  • Du wirst Kraft und Ausdauer verlieren
  • Du wirst schlecht schlafen
  • Du wirst mit Erschöpfung und Lethargie zu kämpfen haben
  • Du wirst seltsame Schmerzen verspüren
  • Du wirst öfter krank werden

All dies sind Zeichen dafür, dass ein systemisches Ungleichgewicht zwischen Arbeit und Regeneration vorherrscht. Wissenschaftlich gesehen ist diese Symptomologie als “Übertrainingssyndrom” bekannt (1) und die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass Du irgendwann im Lauf Deiner Fitnesskarriere mit diesem Problem zu kämpfen haben wirst.

Dieser Artikel kann Dir dabei helfen, dieses Problem zu meiden. Du wirst lernen, wie Du ein Übertraining erkennen kannst, bevor es sich zu einem ernsthaften Problem entwickeln wird und was Du tun kannst, um ein Übertraining von vorne herein zu verhindern. Du wirst weiterhin lernen, was Du tun kannst, wenn Du einen Zustand des Übertrainings erreicht hast.

Beginnen wir zunächst mit den weit verbreiteten (und häufig falschen) Klischee zum Thema Übertraining.

Ist Übertraining real?

Wenn Du Dich schon etwas länger mit dem Thema Training beschäftigt hast, dann wirst Du wahrscheinlich zwei Dinge zum Thema Übertraining gehört haben:

1. “So etwas wie ein Übertraining gibt es nicht. Es gibt nur eine nicht ausreichende Regeneration.”

Die zugrunde liegende Idee ist hierbei, dass Menschen, die körperlich von ihren Trainingseinheiten überfordert werden, gar nicht so hart trainieren, sondern sich einfach nicht ausreichend von ihrem Training regenerieren.

2. “Wenn Du mehr als 2 bis 3 schwere Trainingseinheiten mit Gewichten und Cardio Trainingseinheiten mit niedriger Intensität pro Woche ausführst, dann wirst Du unweigerlich in einem Zustand des Übertrainings enden.”

Diese Denkrichtung wird im Allgemeinen durch die Ansicht unterstützt, dass mehr als ein paar intensive Trainingseinheiten pro Woche das zentrale Nervensystem überlasten werden.

Und wenn Du Dich mit beiden Seiten der Diskussion beschäftigt hast, dann wirst Du wahrscheinlich vernünftig klingende Argumente für beide Positionen gehört haben. Doch wie gewöhnlich scheint die Wahrheit irgendwo in der Mitte zu liegen (2).

Ein schweres Training mit Gewichten belastet Deine Muskeln und Dein zentrales Nervensystem stark, doch die meisten Menschen können härter als im Augenblick trainieren, ohne dass es zu negativen körperlichen Nebenwirkungen kommt

Betrachten wir z.B. eine Studie, die von Wissenschaftlern der University of Sydney durchgeführt wurde (3). Bei den Probanden handelte es sich um junge Männer in ihren Zwanzigern und Dreißigern, die bereits über mindestens zwei Jahre Erfahrung mit einem Training mit Gewichten verfügten und dazu in der Lage waren, durchschnittlich 155 Kilo bei Kniebeugen zu bewegen.

Jeder dieser Probanden führte pro Woche je zwei Oberkörper- und Unterkörpertrainingseinheiten aus, was vier Trainingseinheiten mit Gewichten pro Woche entsprach. Für Kniebeugen wurden die Männer in drei Gruppen eingeteilt:

  1. Gruppe 1 führte 1 Satz Kniebeugen bis zum Eintritt des Muskelversagens mit 80% des 1RM Gewichts aus.
  2. Gruppe 2 führte 4 Sätze dieser Art aus.
  3. Gruppe 3 führte 8 Sätze dieser Art aus.

Nach 6 Wochen hatten alle Gruppen an Kraft zugenommen, wobei Gruppe 2 und 3 signifikant mehr Kraft als Gruppe 1 aufgebaut hatten und Gruppe 3 die größten Kraftzuwächse verzeichnen konnte. Wenn Du jemals Kniebeugen mit 80% Deines 1 RM Gewichts (was einem Wiederholungsbereich von 5 bis 7 Wiederholungen entspricht) ausgeführt hast, dann weißt Du, wie hart dieses Trainingsprogramm war. Eine Kniebeugentrainingseinheit dieser Art pro Woche ist fordernd und zwei davon sind regelrecht mörderisch. Und trotzdem konnten keine Anzeichen für ein Übertraining beobachtet werden.

Ein noch besseres – und extremeres – Beispiel findet sich in einer Studie wieder, die von Wissenschaftler der McMaster University durchgeführt wurde (4). Bei dieser Studie wurden 40 junge, übergewichtige Männer in zwei Gruppen eingeteilt.

Eine dieser Gruppen wurde auf folgendes Programm gesetzt:

  1. 40% Kaloriendefizit
  2. Hohe Proteinzufuhr (2,4 Gramm pro Kilo)
  3. 6 Trainingseinheiten mit Gewichten/HIIT Trainingseinheiten pro Woche

Die andere Gruppe tat dasselbe, aß aber nur halb so viel Protein. Wenn Du dies den meisten Personal Trainern zeigen würdest, dann würden diese sagen, dass Du verrückt bist und dass alles, was Du hiermit erreichen wirst, ein Muskelabbau sein wird.

Nun, nach vier Wochen hatten die Probanden in der Gruppe mit hoher Proteinzufuhr durchschnittlich 10,5 Pfund Fett verloren, während sie gleichzeitig 2,5 Pfund Muskeln aufgebaut hatten. Die Probanden der proteinärmeren Gruppe hatten durchschnittlich 8 Pfund Fett verloren und keine neue Muskelmasse aufgebaut.

Mein Punkt ist an dieser Stelle nicht, dass Du 16 schwere Sätze Kniebeugen pro Woche ausführen oder ein massives Kaloriendefizit mit mehreren Stunden intensivem Training pro Woche einhalten solltest. Ich möchte lediglich verdeutlichen wie sehr man den Körper mancher Menschen misshandeln kann, bevor negative Auswirkungen sichtbar werden.

Wie weit Du genau gehen kannst, hängt von vielen Dingen ab, zu denen Dein Alter, Deine genetische Veranlagung, Deine Trainingsgeschichte, Deine Ernährung und Deine Schlafhygiene gehören, aber ich kann Dir Folgendes versprechen: Es ist weitaus schwerer in einen Zustand des Übertrainings zu gelangen, als die meisten Menschen denken.

Ich habe mit vielen Trainierenden gearbeitet und kann mit absoluter Sicherheit sagen, dass Du, wenn Du ein relativ gesunder Erwachsener bist, sehr gut mit etwas wie dem Folgenden zurecht kommen kannst:

  • 3 bis 6 Stunden schweres Training mit Gewichten pro Woche (3 bis 5 Trainingseinheiten)
  • 1 bis 2,5 Stunden Cardiotraining pro Woche (abhängig von Deinen Zielen)
  • 20 bis 25% Kaloriendefizit bei einer proteinreichen Ernährung und einer hohen Kohlenhydratzufuhr

8 Zeichen für ein Übertraining, die Du kennen solltest

Es mag schwer sein, in einen Zustand des Übertrainings zu gelangen – und es mag mehr ein psychologischer als ein körperlicher Zustand sein – aber es kann geschehen. Ich hatte meine erste Erfahrung hiermit vor langer Zeit, während ich mit einem persönlichen Trainer arbeitete.

Dieser ließ mich an 6 Tagen pro Woche Trainingseinheiten von 2 oder mehr Stunden Dauer ausführen, die mich bis weit über den Punkt der körperlichen Erschöpfung hinaus brachten – bis hin zum Punkt der mentalen Erschöpfung. Nach 5 oder 6 Wochen dieser Tortur war ich am Ende. Ich schlief schlecht, mir tat alles weh und ich konnte kaum genügend Energie aufbringen, um meine Trainingseinheiten zu beenden.

Er empfahl mir, eine Woche mit dem Training auszusetzen, um mich zu erholen und 7 Tage später fühlte ich mich so, als ob ich von den Toten zurückgekehrt wäre. Wenn ich damals schon alles gewusst hätte, was ich heute weiß, dann hätte ich mir diese Qual ersparen können.

Ein Übertraining kommt nicht über Nacht zustande. Es ist wie Treibsand – es zieht Dich langsam nach unten und je härter Du dagegen ankämpfst, desto schneller versinkst Du. Aus diesem Grund möchte ich im Folgenden einige Anzeichen für ein Übertraining betrachten, die Dir zeigen, dass es an der Zeit ist, den Fuß vom Gas zu nehmen (5).

1. Deine Trainingseinheiten fühlen sich besonders schwer an

Wenn Dein Körper erschöpft ist, dann steigt die empfundene Anstrengung während des Trainings. Dies ist zu erwarten, wenn Du gerade einen Satz beendet hast, aber wenn dies zur Norm wird, dann könnte dies ein Hinweis darauf sein, dass Dein Körper eine Pause braucht (6).

2. Dir mangelt es an Trainingsmotivation

Wenn Du Dich normalerweise auf Deine Trainingseinheiten freust, aber plötzlich keinerlei Lust mehr darauf hast, ins Fitnessstudio zu gehen, dann ist dies eine Alarmsignal (7).

Bei mir wurde es mit diesem Trainier irgendwann so schlimm, dass ich letztendlich meine Trainingseinheiten nicht mehr beenden konnte. Ich war körperlich so erschöpft, dass ich mich nicht einmal mehr dazu zwingen konnte, es überhaupt zu versuchen.

3. Du leidest unter Depressionen

Bei einigen Menschen geht die Störung der Stimmungslage, die durch ein Übertraining verursacht wird, weit über das Training hinaus. Sie verlieren jegliche Motivation irgendetwas zu tun (8).

4. Du leidest ununterbrochen an einem Muskelkater

Ein Muskelkater ist ein Teil des Trainings mit Gewichten, aber wenn Du erfahrener wirst, wirst Du unabhängig davon, was Du tust weniger und weniger Muskelkater verspüren. (Dies ist übrigens nichts Schlechtes, da ein Muskelkater kein Indikator für ein Muskelwachstum ist).

Wenn Du es mit dem Training jedoch übertreibst, kann ein anhaltender Muskelkater einsetzen, der überhaupt nicht mehr vollständig verschwindet (9).

5. Du schläfst nicht gut

Wenn Du Deinen Körper zu hart forderst, dann kann Dein Nervensystem überstimuliert werden. Dies wird es Dir schwerer machen einzuschlafen und dich vollständig erholt zu fühlen (10).

6. Du bist ständig müde

Wenn Du nicht gut schläfst, dann wirst Du müde sein. So weit keine Überraschung. Wenn Dein Körper jedoch ständig überfordert ist, dann kann es vorkommen, dass Du Dich selbst dann ständig müde und erschöpft fühlst, wenn Du genügend Schlaf bekommst.

7. Du verspürst seltsame Schmerzen

Dies ist eines der ersten Dinge, die ich bemerke, wenn es an der Zeit für eine Auszeit ist. Erst beginnen meine Schultern zu schmerzen, dann meine Handgelenke und dann meine Knie. Diese Symptome beginnen für gewöhnlich nach 8 bis 10 Wochen intensivem Training mit Gewichten und sie verschwinden nach 3 bis 5 trainingsfreien Tagen wieder.

(Ich sollte an dieser Stelle jedoch erwähnen, dass Gelenkschmerzen auch durch andere Dinge wie eine schlechte Form der Übungsausführung oder eine mangelnde Beweglichkeit hervorgerufen werden können).

8. Du wirst häufiger krank, als dies normalerweise der Fall ist

Länger anhaltende Phasen intensiven Trainings können die Funktion des Immunsystems unterdrücken, was Dich anfälliger für Krankheiten machen wird (11).

Im zweiten Teil dieses Artikels werde ich näher darauf eingehen, was Du tun kannst, um ein Übertraining von vorne herein zu vermeiden.

Quelle: https://legionathletics.com/signs-of-overtraining/

Von Mike Matthews

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Tipps der Woche Kniebeugen
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Der Trick besteht drin, mit einer hohen Box zu beginnen und deren Höhe langsam zu reduzieren, wenn Dein Selbstvertrauen steigt. Du solltest außerdem darauf achten, Dich niemals einfach auf die Box fallen zu lassen, Deine Körerspannung zu verlieren oder irgendetwas von dem anderen dummen Scheiß zu tun, den ich überall online sehe. Die Box ist ein Werkzeug und kein Sprungbrett. Setze Dich hin, halte die Spannung und halte die Kontrolle aufrecht.

Ein anderer Weg dies zu erreichen besteht in der Verwendung eins Powerracks. Das Platzieren die Sicherheitspins etwas unterhalb der tiefsten Position der Bewegung kann dem Trainierenden den Seelenfrieden geben, den er braucht, um das Gewicht ganz nach unten zu bewegen, ohne sich davor fürchten zu müssen, nicht mehr hoch zu kommen.

Meistere die Erregung

Verstehe, dass es sowohl eine zu starke, als auch eine zu geringe Erregung gibt. Auch wenn es ganz offensichtlich ein Problem sein kann, nicht bereit für die Ausführung einer Übung zu sein, kann eine zu starke Erregung ein enormes Energieleck darstellen, was insbesondere dann gilt, wenn Du Dich unter der Stange befindest.

Vergiss die Ausreden

Jeder Trainierende, der bei Kniebeugen nur bescheidene Leistungen zustande bringt, verfügt über eine Unmenge an Ausreden dafür, dass er bei Kniebeugen so schlecht ist. Ich habe für solche Leute keine Zeit. Wenn Du bei Kniebeugen scheiße bist, dann nerve jemand anderen mit Deinen Ausreden, der sich vielleicht dafür interessiert – also niemand. Und wenn Du Kniebeugen hasst, dann trainiere keine Kniebeugen. Mache etwas anderes – und vorzugsweise weit entfernt von mir. Denkst Du ernsthaft, dass sich irgendjemand für Deine schwachen Knie oder Deine Rückenprobleme interessiert? Jeder Trainierende hat Probleme, um die er sich kümmern muss. Geh also zum Arzt und halte die Klappe.

Kniebeugentraining ist hart – akzeptiere dies

Es führt kein Weg daran vorbei: ein Satz Kniebeugen mit 10 bis 15 Wiederholungen wird Dir das Gefühl verleihen, dass Dein Herz gleich explodieren wird. Eine Wiederholung mit Deinem 1RM Gewicht kann Dich Sterne sehen lassen. Es gibt keine magischen Tricks, mit deren Hilfe sich Kniebeugen plötzlich leicht anfühlen werden. Sei ein Mann und begib Dich unter die Stange!

Hier ist etwas, das ich nie verstanden habe. Kniebeugen sind für so viele Trainierende so problematisch und doch wird jeder an irgendeinem Punkt mit hartem Stuhl auf der Toilette zu kämpfen haben. Und was tut man dann? Tief einatmen, sich überwinden, wie irre drücken, einen hochroten Kopf bekommen und alles geben. Wenn dies nicht funktioniert, dann bleibe so lange dabei, bis Du Deine Aufgabe erfüllt hast. Die meisten Trainierenden arbeiten also härter auf der Toilette als im Kniebeugenständer.

Tipp: Finde Deinen idealen Kniebeugenstand

Die meisten Powerlifter sind mit einem weiten Stand besser beraten, aber Du musst das verwenden, was für Dich richtig ist. Hier ist Dein Ratgeber

Von Dave Tate

Quelle: https://www.t-nation.com/training/tip-find-your-ideal-squat-stance

Die richtige Kniebeugentechnik ist ein kompliziertes Thema, da es so viele unterschiedliche Ausführungsstile gibt, die funktionieren können. Ich propagiere z.B. einen weiten Stand, was jedoch nicht bedeutet, dass dies der ideale Stil der Übungsausführung für jeden Trainierenden ist. Als erstes solltest Du also den besten Stand für Deine Physiologie, Deine Verletzungshistorie und Deine Ziele finden.

Hier sind einige Kriterien:

  • Wenn Du unter Schulterproblemen leidest, dann wähle einen mittelweiten bis weiten Griff
  • Wenn Du über einen kurzen Rücken verfügst, dann wähle einen mittelweiten bis weiten Stand
  • Wenn Du über einen langen Torso verfügst, dann wähle einen mittelweiten Stand (je länger der Torso ist, desto enger sollte der Stand sein.)
  • Wenn Du über lange Beine und einen langen Rücken verfügst, dann wähle einen engen bis mittelweiten Stand
  • Wenn Du über lange Beine und einen kurzen Rücken verfügst, dann herzlichen Glückwunsch – du kannst Kniebeugen auf jede Art und Weise ausführen, die Du willst

Wenn Du unterstützendes Equipment verwendest, ist ein weiterer Stand offensichtlich besser, da das Equipment die Hüften unterstützt. Der Grund dafür, dass ich weite Kniebeugen so sehr mag, ist die Effizienz. Diese Art der Übungsausführung verkürzt die Distanz, die die Stange überwinden muss, um den tiefsten Punkt zu erreichen, was wichtig für das Powerlifting ist.

Eine gute Kniebeuge

Als nächstes musst Du das Richtige tun. Eine gute Kniebeuge sieht folgendermaßen aus:

  • Körperspannung (von den Händen an der Stange bis zu den Füßen auf dem Boden)
  • Gewölbter Rücken
  • Brust nach oben
  • Ellenbogen unter der Stange
  • Straffer oberer Rücken
  • Der Bauch ist voller Luft. Atme in den Bauch und nicht in die Brust. Schaue in den Spiegel – hebt sich Deine Brust, wenn Du einatmest? Wenn ja, dann lerne die Luft in den Bauch zu ziehen. Der Grund hierfür ist folgender: Wenn Du Luft in die Brust ziehst, was geschieht dann, wenn Du ausatmest? Deine Brust fällt und die Stange driftet nach vorne.
  • Greife die Stange so eng wie möglich, ohne dass Du ein unangenehmes Gefühl in Bizeps oder Schultern verspürst.
  • Belaste zuerst die Hüfte und beuge dann die Knie. Dies erhöht die Beteiligung von Gluteus und Beinbeugern.
  • Die Knie bewegen sich in einer Linie mit den Knöcheln.

Wichtiger als alles andere ist, dass Du bewusst auf den Pfad der Langhantel achtest. Von der Seite gesehen sollte sich die Langhantel gerade nach unten bewegen und auch wieder gerade nach oben bewegt werden, als ob Du sie einfach senkrecht hättest fallen lassen. Die Stange sollte sich auf der Linie bewegen, die ein senkrecht nach unten hängendes Lot beschreibt. Dies ist mit jedem Stand möglich und hängt zu 100% davon ab, wie der Trainierende gebaut ist. Wenn Du Dir unsicher bist, ob Dein Stand korrekt für Dich ist, dann beginne hier.

Es ist jedoch sehr schwer von einem engen Stand zu einem weiten Stand überzugehen. Es kann bis zu zwei Jahre dauern, die Bewegung erneut zu lernen und die notwendige Beweglichkeit zu entwickeln, was insbesondere dann gilt, wenn der Trainierende sehr verspannt ist. Viele Trainierende werden aufgeben und einfach wieder zu ihrem ursprünglichen Stand übergehen und ich kann ihnen dies nicht einmal vorwerfen. Wenn jedoch der Lot Test – senkrechte Bewegung der Stange – offenlegt, dass Du einen weiteren Stand verwenden solltest, dann wirst Du nie Dein volles Potential ausschöpfen, wenn Du Deinen Stand nicht veränderst.

Achte sorgfältig auf Deine Knie. Etwas Bewegung nach vorne ist in Ordnung (bei einem mittelweiten Stand ist dies nicht vermeidbar), aber die Knie sollten niemals über den mittleren Fuß hinaus gehen und sich niemals nach innen oder außen bewegen, wenn Du Dir nicht gerade Bänder oder Sehnen abreißen willst.

Du solltest Dich auch daran erinnern, dass wenn sich Dein Knie nach vorne bewegt, dies die Distanz verlängert, die Du zurücklegen musst, bis Deine Oberschenkel parallel zum Boden verlaufen. Das extremste Beispiel hierfür sind Sisyphos Kniebeugen – am tiefsten Punkt der Bewegung befinden sich Deine Knie fast auf dem Boden. Du bist verdammt weit unten, aber Deine Oberschenkel verlaufen nicht einmal annähernd parallel zum Boden. Du musst also jede Vorwärtsbewegung Deiner Knie durch zusätzliche Kraft ausgleichen.

Versteh mich nicht falsch, ich mag Kniebeugen im olympischen Stil mit einem engen Stand. Ich denke, dass dies toll aussehende Kniebeugen sind und ich kenne eine Menge sehr starke Männer, die Kniebeugen auf diese Art und Weise ausführen. Tatsache ist jedoch folgendes: Bei denjenigen, bei denen dies funktioniert, liegt dies daran, dass dies die richtige Art der Kniebeugenausführung für sie ist. Die meisten Powerlifter wären hingegen weitaus stärker, wenn sie einen weiteren Stand verwenden würden.

Tipp: Überdenke Deine Erholungstage

Führe für schnellere Zuwächse an Deinen Trainingstagen etwas nicht exzentrisches Training aus. Hier ist der Grund dafür.

Von TC Luoma

Quelle: https://www.t-nation.com/training/tip-re-think-your-recovery-days

Niemand macht durch das Training Fortschritte. Stattdessen machen wir Fortschritte, wenn wir uns vom Training regenerieren. Ruhe und Schlaf sind essentiell, aber zu viele Menschen übertreiben es mit dem Konzept der Regeneration. Wenn Du nicht gerade einen Ultra Marathon mit einem Atlas Stein gelaufen bist, dann musst Du Deine trainingsfreien Tage nicht damit verbringen, eine Leiche auf dem Sofa nachzuahmen.

Stattdessen solltest Du Techniken der aktiven Regeneration wie Arbeiten mit dem Gewichtsschlitten, Kettlebell Schwingen, Arbeit mit dem Vorschlaghammer, Medizinballwürfe oder bergauf fahren mit dem Fahrrad nutzen.

Ein Training mit Gewichten umfasst sowohl exzentrische, als auch konzentrische Bewegungen, aber es sind die exzentrischen Bewegungen (das Absenken des Gewichts), die Muskelschäden und Muskelkater hervorrufen und es ist die exzentrische Aktivität, von der Du Dich erholen musst.

Die besten Übungen für eine aktive Regeneration sind nicht exzentrische oder hauptsächlich nicht exzentrische Bewegungen. Als solche kannst Du sie an Deinen Regenerationstagen ausführen, um Deinen Blutfluss zu steigern, was Deine Regeneration verbessert und nach einer Schummelmahlzeit am Regenerationstag ein paar zusätzliche Kalorien verbrennen, die ansonsten als Fett gespeichert würden.

Du musst diese Übungen nicht an jedem einzelnen trainingsfreien Tag ausführen, aber es gibt keinen Grund, diese nicht zweimal wöchentlich auszuführen und einen völlig trainingsfreien Ruhetag zu genießen. Das Ganze könnte z.B. folgendermaßen aussehen:

  • Montag: Training 
  • Dienstag: Training 
  • Mittwoch: Aktive Regeneration 
  • Donnerstag: Training 
  • Freitag: Training 
  • Samstag: Aktive Regeneration 
  • Sonntag: Völlig trainingsfreier Ruhetag 

Tipp: Führe Motorcycle Rudern für den Latissimus aus

Variiere Dein Rückentraining mit zwei Variationen dieser Latissimus Übung

Von Christian Thibaudeau

Quelle: https://www.t-nation.com/training/tip-do-the-motorcycle-row-for-lats

Diese Übung hat sich zu einer meiner Lieblingsbodybuildingübungen für den Rücken entwickelt. Sie ist ganz einfach unübertroffen, wenn es um eine fokussierte Entwicklung des Latissimus dorsi mit einer gezielten Betonung des unteren Teils des Latissimus geht. Diese Übung ist von Vince Girondas Motorcycle Rudern abgeleitet.

Das klassische Motorcycle Rudern

(https://www.youtube.com/watch?v=i-9oVuWe1_s)

Ich bevorzuge dasselbe Bewegungsschema, aber mit nur einem Arm. Der unilaterale Aspekt dieser Übung erlaubt eine stärkere Aktivierung der motorischen Einheiten mit hoher Reizschwelle im Latissimus, während er gleichzeitig einen größeren Bewegungsraum erlaubt.

Der Winkel des Rumpfes verhindert die Beteiligung der Rautenmuskeln, was zur Folge hat, dass sich die meiste Anstrengung auf den Latissimus konzentriert. Der Schlüsselaspekt besteht darin, eine wirklich gute Streckung des Latissimus in der Startposition zu erreichen und mit dem Ellenbogen des ziehenden Armes in Richtung der Hüfte zu ziehen.

Tipp: Führe ausladendes Kreuzheben für eine Steigerung der Gesamtkörperkraft aus

Diese brutale Kreuzheben Variation wird Dich bei Klimmzügen, olympischen Gewichtheberübungen und weiteren Übungen stärker machen

Von Christian Thibaudeau

Quelle: https://www.t-nation.com/training/tip-do-sweeping-deadlifts-for-overall-strength

Ich habe mit der Verwendung dieser Übung angefangen, um meinen Athleten beizubringen, ihren Latissimus bei Kreuzheben und olympischen Gewichtheberübungen stärker einzusetzen, aber ich habe schnell herausgefunden, dass diese Variation Kreuzheben in eine noch umfassendere und vollständigere Übung für den gesamten Rücken verwandeln kann.

Ausladendes Kreuzheben

Reguläres Kreuzheben funktioniert gut für das Training des unteren und mittleren Rückens, sowie des Trapezius. Es gibt etwas Beteiligung des Latissimus, um die Stange nahe am Körper zu halten, aber diese reicht nicht aus, um ein maximales Wachstum anzuregen.

Durch die Verwendung eines Widerstandsbandes, das an der Stange und einem unbeweglichen Gegenstand vor Deinem Körper befestigt ist, kannst Du die Kraft, die Dein Latissimus produzieren muss, drastisch erhöhen. Dieses ausladende Kreuzheben wird Dir dabei helfen, Kraft in allen Muskeln Deines Rückens aufzubauen. Dies ist eine so gute Übung für den Aufbau der Gesamtkörperkraft, dass sie Dir sogar bei Deinen Klimmzügen helfen wird.

Führe 4 bis 6 Sätze a 4 Wiederholungen aus. Verwende ein Gewicht, das etwa 70% Deines Maximalgewichts für Kreuzheben entspricht und gehe weit genug nach hinten, um eine gute Spannung im Latissimus zu spüren.

Eine noch bessere Übung für den oberen Rücken und den Latissimus ist dieselbe Übung unter Verwendung eines weiteren Griffs. Alterniere zwischen beiden. Verwende bei der Variante mit weitem Griff etwa 15 bis 20% weniger Gewicht.

Tipp: Trainiere schwere Lockouts um größere Trizeps zu entwickeln

Für dicke, starke Trizeps musst Du den seitlichen Muskelkopf trainieren. Hier ist der beste Weg dies zu tun

Von Christian Thibaudeau

Quelle: https://www.t-nation.com/training/tip-for-bigger-triceps-do-heavy-lockouts

Der beste Weg, die Dicke der Trizeps zu steigern besteht darin, den seitlichen Muskelkopf der Trizeps zum Wachsen zu bringen. Schwere Lockouts bei Druckübungen sind hier der Schlüssel.

Flachbankdrücken, Bankdrücken auf der reversen Schrägbank und Schulterdrücken stellen eine gute Wahl für ein Training im Bereich der Lockout Position (Position mit überstrecktem Ellenbogen) dar. Platziere die Sicherheitspins der Ablage im Powerrack so, dass Du bei diesen Übungen die Langhantel nur 20 bis 25 Zentimeter weit bewegen kannst. Der seitliche Muskelkopf der Trizeps spricht am besten auf schwere Gewichte an und dies sind die Übungen, die es Dir erlauben, den Trizeps mit dem größten Widerstand zu belasten.

Quelle: https://www.t-nation.com/training/tip-break-mental-barriers-to-squat-heavy

Von Dave Tate

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Vince Gironda inspirierte Trainingseinheiten: 8x8 Training, Einstellung und Prinzipien
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Er wird für immer als der “Iron Guru” bekannt bleiben. Lerne mehr über Vince Girondas Old-School Bodybuilding Philosophien, Ernährungsempfehlungen und Beispieltrainingseinheiten!

Wenn Du ein Fan von Bodybuilding- oder Figurwettkämpfen bist, dann wirst Du vielleicht wissen, dass viele der Top Champions mit einem Trainer und/oder Ernährungsberater zusammenarbeiten, die ihnen dabei helfen, sich auf ihre Wettkämpfe vorzubereiten.

Viele der Menschen die diese Sportler engagieren, sind als Trainer oder „Gurus“ bekannt. Du wirst vielleicht die Namen einiger der Top „Gurus“ von heute kennen, aber es gibt einen Bodybuilding Guru, den man als das Original ansehen könnte.

Er war der „Iron Guru“ der goldenen Ära des Bodybuildings und hat mit vielen Champions dieser Zeit inklusive dem Original Mr. Olympia, Larry Scott, Lou Ferrigno, Frank Zane, und sogar Arnold Schwarzenegger gearbeitet.

Wer war Vince Gironda?

Vince Gironda wurde im Jahr 1917 in der Bronx geboren und zog mit seiner Familie nach Los Angeles, nachdem sein Vater dort einen Job als Stuntman bekommen hatte. Der junge Vince wollte ursprünglich in die Fußstapfen seines Vaters treten, wandte sich dann aber dem Training mit Gewichten zu, nachdem er ein Foto des zu dieser Zeit berühmte Bodybuilders John Grimek gesehen hatte.

Im Alter von 22 Jahren begann Gironda im örtlichen YMCA zu trainieren, bevor er danach im Gym der Easton Brüder trainierte. Diese lehrten ihn alles, was er wissen musste, um ein Trainer zu werden. Während dieser Zeit nahm er selbst an Bodybuilding Wettkämpfen teil.

Auch wenn er nie einen Wettkampf gewonnen hat, konnte er im Jahr 1962 den 2. Platz beim Mr. Universe mit einem Körpergewicht von knapp 80 Kilo belegen. Die spontane Lehre bei den Eastons endete, als Gironda sich dazu entschloss, sein eigenes Fitnessstudio in Nord Hollywood zu eröffnen, das den Namen “Vince’s Gym” trug.

Während der fünfziger und sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts stieg sein Ansehen als Trainer dank der zuvor erwähnten Champions, die Wettkämpfe gewannen und angaben, dies ihm zu verdanken. Dies führte dazu, dass er zum Trainer der Stars wurde, der im Lauf der Jahre mit zahlreichen Hollywoodstars inklusive Clint Eastwood, Denzel Washington und Sean Penn gearbeitet hat.

Die Vince Gironda Trainingseinstellung

Gironda war einer der ersten, der über die Rolle des Geistes sprach, wenn es darum ging, den Körper zu entwickeln. Er stellte sicher, dass alle Menschen, die er trainierte, sich nicht nur auf das konzentrierten, was sie während des Trainings körperlich taten. Sie mussten auch daran glauben und darauf vertrauen, dass sie die Ziele erreichen konnten, die sie sich gesetzt hatten.

Wie Vince Gironda sein Wissen teilte

Neben seinem persönlichen Training war Gironda auch ein begabter Autor, der im Laufe der Jahre viele Artikel zum Thema Muskelaufbau verfasste, die von vielen Menschen im ganzen Land gelesen wurden. Girondas Wissen und Leidenschaft wenn es um das Training ging, wurde von denjenigen geteilt, die ihm bis zu seinem Tod im Jahr 1997 – einen Monat vor seinem 80. Geburtstag – folgten. Während viele seiner Ideen ursprünglich bereits in den Fünfzigern und Sechzigern veröffentlicht und später zugunsten modernerer Entdeckungen ignoriert wurden, werden einige seiner Prinzipien noch immer propagiert und helfen auch heute noch vielen Menschen.

Vince Girondas Ernährungsphilosophien

Auch wenn er primär als der Eisenguru bekannt war, half Gironda auch vielen Menschen bei ihren Ernährungsprogrammen. Seine Philosophie war, dass Bodybuilding zu 85% aus der Ernährung besteht. Viele sehen Gironda als seiner Zeit voraus an, da er kohlenhydratarme Ernährungsformen lange vor der Zeit propagierte, zu denen sie populär wurden.

Er propagierte außerdem die Verwendung ernährungstechnischer Supplements. Die von ihm empfohlenen Produkte umfassten Tabletten aus getrockneter Leber, Kelp Tabletten, Verdauungsenzyme und Produkte aus Drüsen.

Einige seiner Ernährungsempfehlungen waren umstritten. Zu seinen Favoriten gehörten befruchtete Hühnereier und Sahne. Andere Nahrungsmittel, die er empfahl, basierten auf dem entsprechenden Sportler und dem, was er glaubte dass benötigt wurde. Es gab bei ihm kein Patentrezept für eine Ernährung, die für jeden geeignet war.

Prinzipien, die Vince Gironda ablehnte

Gironda war fast so sehr für das bekannt, was er nicht mochte, wie für das, was er bevorzugte. Unabhängig vom Sportler, den er trainierte, war er z.B. absolut gegen eine Verwendung anaboler Steroide und er sprach sich während seiner gesamten Karriere gegen deren Verwendung aus.

Andere Themen, über die er sprach, waren z.B. seine Übungsauswahl. Girondas Fokus lag primär auf den Bereichen Bodybuilding und Körperentwicklung und seine Übungsauswahl spiegelte dies wider.

Er war z.B. kein Fan von Kniebeugen. In seinem Fitnessstudio gab es deshalb keinen Kniebeugenständer. Gironda war der Ansicht, dass Kniebeugen den Gluteus und die Hüften trainieren, was deren Proportionen im Vergleich zu den Oberschenkeln beeinträchtigen kann. Er machte gelegentlich bei Frauen eine Ausnahme, die an Wettkämpfen teilnahmen und seiner Ansicht nach Defizite in diesen Bereichen aufwiesen. Ansonsten empfahl er Beinstrecken, Beincurls und andere Übungen, die Quadrizeps und Beinbeuger isolieren.

Er war auch gegen Situps und gehörte zu den ersten, die diese Übung als eine Übung kritisierten, die nicht wirklich auf die Bauchmuskeln abzielt.

Bankdrücken zum Hals und Gironda Dips

Eine weitere Übung, die Gironda nicht mochte, war Langhantel Flachbankdrücken. Er war der Ansicht, dass diese Übung die vorderen Schultermuskeln zu stark rekrutierte, was für ihn bedeutete, dass sie der Brust nicht helfen würde. Stattdessen entwickelte und propagierte er das Gironda Bankdrücken zum Hals. Bei dieser Variation des Bankdrückens kommt ein weiter Griff zum Einsatz und der Trainierende senkt das Gewicht zum unteren Bereich des Halses anstatt zur Brust ab.

Eine andere Übung, die er nach seinen Präferenzen modifizierte, waren klassische Dips. Seine Gironda Dips ließen den Trainierenden nach unten schauen und das Kinn die Brust berühren. Die Hände werden so positioniert, dass sich die Finger innerhalb der Griffe befanden. Die Ellenbogen werden ausgestellt und die Beine nach vorne gestreckt, anstatt unter dem Körper gebeugt zu werden. Gironda war der Ansicht, dass eine Ausführung von Dips auf diese Art und Weise die Brustmuskulatur isolieren und die Beteiligung der Trizeps minimieren würde.

Vince Girondas “ehrliche” Trainingsprogramme

Auch wenn Girondas Beiträge zur Welt von Fitness und Bodybuilding zahlreich waren, gibt es einen, der sich auch Jahrzehnte später noch vom Rest abhebt. Sein 8 x 8 Programm wurde als sein „ehrliches“ Trainingsprogramm bezeichnet, da es Trainierende dazu brachte, leichtere Gewichte zu verwenden und sich darauf zu konzentrieren, die Muskeln arbeiten zu lassen, anstatt sich auf das verwendete Gewicht zu konzentrieren. Dieses Prinzip wurde im Laufe der letzten Jahre auch als Training mit hoher Trainingsdichte bezeichnet.

Bei diesem Programm werden 8 Sätze a 8 Wiederholungen ausgeführt und die Pausen zwischen den Sätzen dauern lediglich 30 Sekunden lang an. Es ist unmöglich, dies mit höheren Gewichten auszuführen, ohne die korrekte Form der Übungsausführung zu opfern, wogegen sich Gironda entschieden aussprach. Er war der Ansicht, dass die Verwendung leichterer Gewichte und kürzerer Pausen das Muskelfaserwachstum maximieren würde und dabei helfen sollte, so viele Kalorien wie möglich innerhalb der kürzestmöglichen Zeitspanne zu verbrennen.

Es gab zwei unterschiedliche Wege mit der 8 x 8 Methode zu trainieren. Man konnte entweder ein Ganzkörpertrainingsprogramm verwenden oder sich auf die individuellen Muskelgruppen konzentrieren, wie dies bei einem Bodybuilding Splitprogramm der Fall ist. Beide Varianten waren intensiv und man konnte sich danach sicher sein, eine ernsthafte Trainingseinheit ausgeführt zu haben.

Wenn man das Ganzkörpertraining verwendet, sollte man sich auf maximal 5 Übungen beschränken. Auch wenn dies nur 8 Sätzen für jede große Muskelgruppe entspricht, sind dies insgesamt 40 Sätze pro Trainingseinheit.

Beispiel für ein Vince Gironda 8 x 8 Ganzkörpertrainingsprogramm

Übung

Sätze

1. Beinpressen

8

8

2. Beincurls liegend

8

8

3. Rudern sitzend

8

8

4. Kurzhantel Schrägbankdrücken

8

8

5. Seitheben

8

8

Das Vince Gironda inspirierte 8 x 8 Trainingsprogramm

Falls Du ein Bodybuilding Splitprogramm verwenden möchtest, solltest Du bei drei oder vier Übungen für die größeren Muskelgruppen wie Beine, Brust und Rücken bleiben. Für kleinere Bereiche wie Bizeps, Trizeps und Waden werden nur jeweils zwei Übungen empfohlen.

Das Splitprogramm unten ist ein Beispiel dafür, wie entsprechende Programme aussehen könnten. Gironda ließ unterschiedliche Athleten unterschiedliche Programme basierend auf den individuellen Bedürfnissen ausführen.

Montag: Vince Gironda 8x8 Brust Trainingsprogramm

Übung

Sätze

1. Bankdrücken zum Hals

8

8

2. Gironda Dips

8

8

3. Fliegende Bewegungen auf der Schrägbank

8

8

Dienstag: Vince Gironda 8x8 Rücken & Bizeps Trainingsprogramm

Übung

Sätze

1. Langhantelrudern

8

8

2. Latziehen

8

8

3. Kurzhantel Überzüge

8

8

4. Langhantelcurls

8

8

5. Hammercurls

8

8

Donnerstag: Vince Gironda 8x8 Schultern & Trizeps Trainingsprogramm

Übung

Sätze

1. Push Presses (Langhantel Schulterdrücken mit Beinschwung)

8

8

2. Seitheben

8

8

3. Rudern aufrecht

8

8

4. Kurzhantel Trizepsdrücken über Kopf

8

8

5. Trizepsdrücken am Kabelzug

8

8

Freitag: Vince Gironda 8x8 Quadrizeps, Beinbeuger & Waden Trainingsprogramm

Übung

Sätze

1. Beinpressen

8

8

2. Beinstrecken

8

8

3. Kreuzheben mit gestreckten Beinen

8

8

4. Beincurls liegend

8

8

5. Wadenheben stehend

8

8

6. Wadenheben sitzend  

8

8

* 30 Sekunden Pause zwischen den Übungen

**Gironda bevorzugte die Ausführung von Kurzhantelübungen mit beiden Armen zur selben Zeit, anstatt diese alternierend auszuführen, um die Pausenzeiten zu minimieren und die Anstrengungen zu maximieren.

Quelle: https://www.muscleandstrength.com/articles/vince-gironda-inspired-workouts

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Sarkoplasmatische Hypertrophie: die Bros lagen wahrscheinlich richtig Teil 3
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Nachdem ich in den ersten beiden Teilen dieser Artikelserie näher auf das Phänomen der sarkoplasmatischen Hypertrophie eingegangen bin und eine Reihe von Studien und Mechanismen betrachtet habe, die mit einer sarkoplasmatischen Hypertrophie in Zusammenhang stehen können, werde ich im vorliegenden letzten Teil dieser Artikelserie den aktuellen Stand der Forschung zusammenfassen und im Anhang auf neuere Erkenntnisse eingehen, die sich seit Fertigstellung des ursprünglichen Artikels ergeben haben.

Was ist mit Steroiden?

Noch eine Sache, bevor wir zur Zusammenfassung kommen: Ich weiß, dass ich einige Fragen zum Thema Steroide bekommen werde. Tragen diese zur sarkoplasmatischen Hypertrophie bei?

Bro Weisheit sagt ja. Eine Menge Menschen berichten davon, schnell an Gewicht zuzunehmen, wenn sie damit anfangen, Steroide zu verwenden (mehr Gewicht, als lediglich durch eine myofibrillare Hypertrophie erklärbar wäre) und dass sie dieses Gewicht auch sehr schnell wieder verlieren, wenn sie diese Substanzen wieder absetzen, was wahrscheinlich auf Verschiebungen der Mengen an Wasser, die ihr Körper speichert, hindeutet.

Es ist jedoch nicht immer offensichtlich, dass dieses Wasser in den Muskeln selbst gespeichert wird (einige Anwender berichten davon, dass sich ihre Muskeln „voller“ anfühlen, während andere dieses Phänomen mehr als ein aufgeschwemmtes Gefühl wahrnehmen) und die beiden Studien, die dieses Thema bisher betrachtet haben, berichteten von keiner Zunahme an intramuskulärem Wasser (32, 33).

Die Dosierung könnte hierbei jedoch ein Thema sein: Die Dosierungen, die von Trainierenden in der realen Welt verwendet werden, kommen aus ethischen Gründen bei wissenschaftlichen Studien nur selten zum Einsatz. Bei der MacDougall Studie war das sarkoplasmatische Volumen relativ zum Muskelfaservolumen bei den Elite Kraftsportlern (von denen die meisten Steroide verwendeten) im Vergleich zu den „normalen“ Studienteilnehmern sehr viel höher.

Bei den mit einzelnen Muskelfasern durchgeführten Studien, die Bodybuilder mit Powersportlern und untrainierten Mitgliedern der Kontrollgruppe verglichen, konnten auf der anderen Seite keine signifikanten Unterschiede zwischen den Muskelfasern von Bodybuildern, die von einer Verwendung von Steroiden berichtet hatten und den Muskelfasern von Bodybuildern, die von keiner Verwendung von Steroiden berichtet hatten, beobachtet werden.

Bei einer Studie konnten steroidfreie Kraftsportler jedoch fast 50% mehr Kraft pro Einheit Quadrizeps Muskelmasse als Bodybuilder produzieren, die Steroide verwendeten (34) (wobei jedoch wahrscheinlich auch Trainingsunterschiede mit eine Rolle gespielt haben dürften.)

Mit anderen Worten ausgedrückt ist es schwer zu sagen, welche Rolle Steroide spielen, falls sie überhaupt eine Rolle spielen sollten.

Fassen wir alles Zusammen:

  1. Eine sarkoplasmatische Hypertrophie wurde bisher beim Menschen noch nie in überzeugendem Umfang gemessen – zumindest nicht nach den Standards, die mich persönlich überzeugen würden. Eine Studie zeigte eine Zunahme an intrazellularem Wasser nach dem Training, aber die beobachtete Gesamthypertrophie war bei dieser Studie sehr gering, weshalb ich nicht zu viel Vertrauen in diese Resultate legen würde. Eine andere Studie konnte einen geringen Grad an sarkoplasmatischer Hypertrophie in Kombination mit einer sehr robusten Gesamthypertrophie nach sechs Monaten Training zeigen, doch aufgrund des sehr geringen Grades der gemessenen sarkoplasmatischen Hypertrophie würde ich auch in diese Studie nicht zu viel Vertrauen legen. Die Elite Kraftsportler bei dieser Studie wiesen mehr sarkoplasmatisches Volumen relativ zum Muskelvolumen auf, doch da sie nicht an irgendeiner Intervention beteiligt waren, ist es unmöglich zu wissen, ob diese Unterschiede auf dem Training oder bereits zuvor existenten Unterschieden beruhten.
  2. Auch wenn nicht gelöste nicht-Protein Bestandteile im Muskel (wie Glykogen) potentiell geringfügig zu einer sarkoplasmatischen Hypertrophie beitragen könnten, wäre jegliche Auswirkung nur gering und auch nur von temporärer Natur. Eine Erhöhung des Anteils der sarkoplasmatischen Proteine relativ zur Menge des myofibrillaren Proteins wäre mit größerer Wahrscheinlichkeit die Ursache, wenn es zu einer sarkoplasmatischen Hypertrophie kommen würde.
  3. Wir wissen, dass die sarkoplasmatische Proteinsynthese und der sarkoplasmatische Proteinabbau nicht direkt mit der myofibrillaren Proteinsynthese und dem myofibrillaren Proteinabbau in Verbindung stehen und dass in den Muskeln von Säugetieren auch wenn ein 3:1 Verhältnis von myofibrillarem zu sarkoplasmatischem Protein typisch ist, auch ein 1:1 Verhältnis (wenn auch nur bei mittelalten Kaninchen) ohne offensichtliche nachteilige Auswirkungen beobachtet werden konnte.
  4. Die Maximalkraft einzelner Muskelfasern steht in engerem Zusammenhang mit dem Muskelfaserdurchmesser als mit der Muskelfaserquerschnittsfläche. Im Allgemeinen gilt, dass wenn die Querschnittsfläche steigt, die Kraft relativ zur Querschnittsfläche sinkt. Ohne alternative Erklärungen (welche alle unter den meisten Umständen bei gesunden jungen Männern unwahrscheinlich sind – Dinge wie eine Akkumulation anorganischer Phosphate und post-translationale Modifikationen kontraktiler Proteine) ist der offensichtlichste Grund für diese Abnahme eine Abnahme der Myofibrillardichte – also eine sarkoplasmatische Hypertrophie.
  5. Auch wenn das von der augenblicklich verfügbaren wissenschaftlichen Literatur gezeichnete Bild verschwommen ist, scheint es so, als ob ein Krafttraining die Beziehung zwischen Kraft und Querschnittsfläche, während die Muskelfasern wachsen, aufrecht erhält. Und es könnte sein, dass dies bei einem Training im Bodybuilding Stil nicht der Fall ist. Einige der Studien, die eine gesteigerte Kraft pro Muskelquerschnittsfläche zeigten, verwendeten jedoch leichtere Gewichte (60% des 1RM) und eine Studie konnte sogar zeigen, dass das Drehmoment der Quadrizeps von Bodybuildern relativ zur Muskelquerschnittsfläche höher als bei Powerliftern ausfiel.
  6. Es könnte auch sein, dass die Wahrscheinlichkeit einer sarkoplasmatischen Hypertrophie zunimmt, wenn die Muskelfasern deutlich größer werden. Wenn Muskelfasern wachsen, sinkt die Kapillardichte relativ zur Muskelfaserquerschnittsfläche und auch die Mitochondrialdichte nimmt ab, was zur Folge hat, dass sich der Muskel mehr auf den anaeroben Stoffwechsel verlassen muss, der durch sarkoplasmatische Proteine ausgeführt wird. Selbst bei Elite Powerliftern war es mehr die Muskeldicke, die sehr eng mit der Kraft korrelierte (auch wenn diese Studie die Muskelfaserquerschnittsfläche nicht gemessen hat, könnte auch diese eine genauso starke Korrelation aufgewiesen haben).
  7. Basierend auf den augenblicklich verfügbaren Daten mit hoch trainierten Probanden gibt es zu viele potentiell verfälschende Faktoren um sagen zu können, ob unterschiedliche Trainingsstile die Wahrscheinlichkeit für eine sarkoplasmatische Hypertrophie erhöhen. In vivo Messungen werden durch Muskelansatzpunkte, Muskelaktivierung, Cokontraktionen antagonistischer Muskeln, Motivation, Muskelhebelarm, Muskelfiederungswinkel, usw. beeinflusst. Bis jetzt handelt es sich bei den meisten direkten Vergleichen, über die wir verfügen, um in vivo Vergleiche, was bedeutet, dass es nicht viele Studien auf Ebene einzelner Muskelfasern gibt, aus denen wir ersehen könnten, was auf zellularer Ebene vor sich geht (welches die Ebene ist, die man betrachten muss, wenn man eine sarkoplasmatische Hypertrophie studieren möchte). Die einzige Studie, die Muskelfasern von Bodybuildern und Powersportlern verglichen hat, scheint auf eine sarkoplasmatische Hypertrophie bei den Bodybuildern hinzudeuten, doch dies könnte auch mit angeborenen Unterschieden, die unabhängig vom Training sind oder damit, um wie viel größer die Muskelfasern von Bodybuildern sind, zusammenhängen.

Ich muss zugeben, dass ich diesen Artikel mit einer anderen Meinung beende, als ich ihn begonnen habe. Vor etwa 5 Tagen war ich mir sicher, dass eine sarkoplasmatische Hypertrophie entweder ein Mythos ist oder im besten Fall eine triviale Rolle bei der Muskelhypertrophie spielt. Jetzt bin ich mir ziemlich sicher, dass eine sarkoplasmatische Hypertrophie stattfindet, und auch wenn ich noch nicht vollständig überzeugt bin, bin ich jetzt doch viel offener für die Idee, dass diese eine deutliche Auswirkung auf das Gesamtmuskelwachstum besitzt.

Ich bin weiterhin skeptisch, wenn es darum geht, ob ein Training auf eine spezifische Art und Weise das „Risiko“ für eine sarkoplasmatische Hypertrophie entweder minimieren (aus der Perspektive eines Powerlifters) oder die Chance für eine sarkoplasmatische Hypertrophie steigern kann (aus der Perspektive eines Bodybuilders), aber ich bin offen für die Idee, dass dies möglich sein könnte.

Letztendlich ist dies eine Frage, die nicht abschließend beantwortet werden kann, so lange wir nicht über mehr qualitativ hochwertige Studien an einzelnen Muskelfasern verfügen (oder so lange nicht ein paar tapfere Seelen gewillt sind, einen Kubikzentimeter ihrer Muskeln der Wissenschaft zu spenden).

Menschen mit einem großen Wissen zum Thema Muskelphysiologie finden sich auf beiden Seiten der Debatte wieder. Dr. Stuart Phillips (35) und Dr. Anders Nedergaard (36) glauben, dass eine sarkoplasmatische Hypertrophie Blödsinn ist, während Dr. Brad Schoenfeld (37) glaubt, dass sie stattfindet, aber beim Gesamtmuskelwachstum nur eine kleine Rolle spielt und Lyle McDonald (38) davon überzeugt zu sein scheint, dass eine sarkoplasmatische Hypertrophie stattfindet und beim Muskelwachstum eine nennenswerte Rolle spielen kann.

Ich hoffe dass dieser Artikel dem Leser zumindest zu einem besseren Verständnis zu diesem Thema verholfen hat und einige Fragen aufgeworfen hat, an die nicht jeder Leser gedacht hätte.

Nachtrag, Juni 2017

Eine im Jahr 2007 von Cribb et al. Veröffentlichte Studie (39) fügt einen weiteren Aspekt zu dieser Diskussion hinzu. Ich hatte diese Studie bei meiner ursprünglichen Suche übersehen, da es sich mehr um eine Supplement Studie (die die Auswirkungen von Kreatin und Wheyprotein betrachtete) als um eine Muskelphysiologiestudie handelt.

Bei den Studienteilnehmern handelte es sich um Freizeitbodybuilder, die über eine brauchbare Menge an Trainingserfahrung verfügten – die durchschnittlichen Leistungen lagen zu Beginn der Studie bei 100 Kilo. Diese Probanden wurden auf vier Gruppen aufgeteilt:

  • Eine Gruppe supplementierte mit Kohlenhydraten
  • Eine Gruppe supplementierte mit Kohlenhydraten und Kreatin
  • Eine Gruppe supplementierte mit Wheyprotein
  • Eine Gruppe supplementierte mit Wheyprotein und Kreatin

Alle Probanden trainierten 11 Wochen lang mit einem Max-OT Programm.

Die Studie untersuchte (unter anderem) den Muskelgehalt an kontraktilen Proteinen: die Menge an kontraktilem Protein pro Masseeinheit. Wenn der Gehalt an kontraktilem Protein zunimmt, dann ist dies ein Hinweis auf eine relative myofibrillare Hypertrophie, während eine Reduzierung ein Hinweis auf eine relative sarkoplasmatische Hypertrophie wäre.

Die Gruppen, die Wheyprotein und/oder Kreatin einnahmen, wiesen größere Zunahmen an kontraktilem Proteingehalt als die Gruppe auf, die lediglich Kohlenhydrate supplementierte (p<0,05). Darüber hinaus neigten die beiden Gruppen, die Kreatin verwendeten zu einer stärkeren Zunahme an kontraktilem Proteingehalt als die Gruppe, die lediglich Wheyprotein verwendete (p=0,07-0,08).

Doch es gibt noch zwei weitere interessante Anmerkungen zu dieser Studie:

Zunahmen an kontraktilem Proteingehalt waren unabhängig von Erhöhungen des 1RM Gewichts bei Kniebeugen und Zunahmen an kontraktilem Proteingehalt korrelierten stark mir einer Hypertrophie aller drei primärer Muskelfasertypen. Dies bedeutet, dass bei dieser Studie eine myofibrillare Hypertrophie der primäre Grund für eine allgemeine Muskelfaserhypertrophie war.

Erwähnenswert ist auch, dass die Veränderungen des kontraktilen Proteingehalts recht gering waren: bis zu 40 mg/g. Dies bedeutet, dass der Anteil des Muskelfasergewichts, der aus kontraktilen Proteinen bestand um maximal 4% zugenommen hatte. Doch auch wenn dies nur eine relativ geringe Erhöhung ist, steht diese doch im Gegensatz zur MacDougall Studie, die eine geringfügige Reduzierung des kontraktilen Proteingehalts während des Trainings beobachtete.

Dies könnte uns einen Hinweis darauf geben, dass der Trainingsstil tatsächlich das Verhältnis von sarkoplasmatischer zu myofibrillarer Hypertrophie beeinflussen könnte. Die Probanden der Cribb Studie trainierten mit Sätzen a 4 bis 6 Wiederholungen, während die Probanden der MacDougall Studie mit Sätzen a 8 bis 10 Wiederholungen trainierten.

Es ist jedoch immer unsicher Vergleiche zwischen Studien zu ziehen, weshalb man dies mit Sicherheit nicht als Beweis dafür ansehen kann, dass der Trainingsstil das Verhältnis von sarkoplasmatischer zu myofibrillarer Hypertrophie beeinflusst.

Darüber hinaus fand eine Studie von Moore et. Al. heraus, dass auch wenn der Proteinkonsum sowohl myofibrillare, als auch sarkoplasmatische Proteinsynthese beeinflusst, ein Krafttraining (10 Sätze mit 8 bis 10 RM Gewichten) nur die myofibrillare Proteinsynthese beeinflusst (40). Die Frage des Trainingsstils bleibt jedoch weiter unbeantwortet, denn die sarkoplasmatische Proteinsynthesereaktion hätte bei einer anderen Trainingsintervention auch anders ausfallen können.

Zu guter Letzt ist dies eine gute Studie, die man mit Menschen teilen kann, die behaupten, dass Kreatin lediglich über eine Erhöhung des Wassergehalts in der Muskulatur ein Muskelwachstum (d.h. eine sarkoplasmatische Hypertrophie) hervorruft. Die Gruppen, die bei dieser Studie Kreatin verwendet hatten, wiesen die größte Zunahme an kontraktilem Proteingehalt auf – und selbst wenn der Wassergehalt der Muskulatur zugenommen hatte, wurde er von der beobachteten Zunahme an kontraktilem Proteingehalt übertroffen.

Nachtrag, Januar 2018

Eine aktuelle Meta-Analyse von Schoenfeld et al. die die Auswirkungen der Trainingslast auf Hypertrophie, dynamische Kraft und isometrische Kraft betrachtete, hilft dabei eines der Hauptargumente zu widerlegen, das von Menschen verwendet wird, um zu belegen, dass ein leichtes Training mit hohen Wiederholungszahlen eine sarkoplasmatische Hypertrophie hervorruft. Diese Leute behaupten, dass aufgrund der Tatsache, dass Kraftzuwächse bei schwererem Training größer ausfallen, ein schweres Training mehr kontraktiles Protein (myofibrillare Hypertrophie) aufbauen muss, während ein leichteres Training die Muskelmasse vergrößern muss, ohne genauso viel kontraktile Proteine aufzubauen (sarkoplasmatische Hypertrophie). Ich habe bereits zuvor in diesem Artikel beschrieben, warum dies kein völlig logisches Argument ist, doch diese Meta-Analyse gibt uns mehr direkte Hinweise zur Hand, um dies zu widerlegen.

Es überrascht nicht zu sehen, dass auch diese Meta-Analyse zu dem Ergebnis kam, dass ein schweres Training besser für die dynamische Kraft ist. Bei der dynamischen Kraft gibt es jedoch auch eine technische Komponente und schwereres Training hilft dabei, diese technischen Fähigkeiten zu trainieren. Auf der anderen Seite gab es keinen signifikanten Unterschied zwischen einem Training mit hoher Last und niedriger Last für Zuwächse an isometrischer Kraft (d.h. eine Kraftfreisetzung, bei der praktisch keine technische Komponente ins Spiel kommt).

Dies legt nahe, dass eine niedrige Trainingslast kontraktile Proteine genauso effektiv wie ein Training mit hoher Last aufbaut – ein Training mit niedriger Trainingslast ist ganz einfach kein so gutes Training dafür, wie man diese kontraktilen Proteine effektiv für maximale dynamische Kontraktionen (z.B. Maximalversuche) einsetzen kann.

Aus Schoenfeld et al (2017) (41). Abbildung aus Volume 1, Issue 7 of MASS (42).

Referenzen:

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  2. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26280652
  3. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10407928
  4. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2376744/
  5. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC1205363/
  6. https://www.physiology.org/doi/full/10.1152/ajpendo.1997.273.4.E790
  7. https://www.physiology.org/doi/full/10.1152/ajpendo.1997.273.4.E79
  8. https:// https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371%2Fjournal.pone.0089431
  9. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24471859
  10. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/7199447
  11. https://physoc.onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1113/expphysiol.2010.055269
  12. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26388513
  13. https://physoc.onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1113/expphysiol.2010.055269
  14. https://link.springer.com/article/10.1007/s00421-001-0543-7
  15. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19026016
  16. https://physoc.onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1113/expphysiol.2010.053975
  17. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12121854
  18. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12783042
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  22. https://link.springer.com/article/10.1007%2FBF00421155
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  24. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/2335176
  25. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/3597252
  26. https://link.springer.com/article/10.1007%2FBF00441291
  27. http://www.sportsci.org/jour/0102/rar.htm
  28. https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0012033
  29. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22106173
  30. https://www.physiology.org/doi/full/10.1152/ajpendo.1997.273.4.E790
  31. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22106173
  32. https://www.physiology.org/doi/full/10.1152/ajpendo.2001.281.6.e1172
  33. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15076791
  34. https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0105330
  35. https://twitpl.us/f8NN
  36. https://andersnedergaard.dk/en/kropblog/sarcoplasmic-hypertrophy/
  37. http://www.lookgreatnaked.com/blog/new-study-bodybuilding-type-training-increases-intracellular-water-content/
  38. https://bodyrecomposition.com/training/periodization-for-bodybuilders-part-2.html/
  39. https://journals.lww.com/acsm-msse/Fulltext/2007/02000
  40. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19124543
  41. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/2883479
  42. https://www.strongerbyscience.com/mass/

Quelle: https://www.strongerbyscience.com/sarcoplasmic-vs-myofibrillar-hypertrophy/

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3 Sätze a 10 Wiederholungen (3 x 10): Die Geschichte, die Logik, die Argumentation
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Anfang dieser Woche hatte ich das Glück, genug Zeit mit einem Freund von mir verbringen zu können, der vor kurzem seine Ausbildung als Physiotherapeut abgeschlossen hat. Während wir über die relativen Vorzüge unterschiedlicher Trainingsprotokolle diskutierten, beklage mein Freund, dass sich Personen seines Berufsstandes zu sehr auf Standardprotokolle für das Reha Training ihrer Patienten verlassen. Seiner Ansicht nach neigen viele Physiotherapeuten dazu, ihren Patienten unabhängig von Trainingserfahrung, Alter und persönlichen Präferenzen Programme mit 3 Sätzen a 10 Wiederholungen zu verordnen.

Mein Freund führt seit etwa einem Jahrzehnt ein Krafttraining aus, was vielleicht seinen Enthusiasmus für variierende Wiederholungsbereiche für unterschiedliche Populationen erklärt. Im Lauf ihrer Trainingskarriere verwenden Trainierende 5 x 5, 3 x 8, 1 x 20 und eine Vielzahl weiterer Satz- und Wiederholungsschemata. Aus diesem Grund kennen sie die Wirkungen, die unterschiedliche Trainingsprotokolle besitzen können. Doch selbst außerhalb der Welt der Physiotherapie kann man häufig beobachten, dass Trainierende mit nahezu religiösem Eifer bestimmte Trainingsprotokolle einhalten. Wann hat man das letzte Mal gehört, dass irgendjemand ein Programm mit 4 Sätzen a 11 Wiederholungen propagiert hat? Das wäre ein Sakrileg…Wiederholungsbereiche müssen für die große Mehrzahl von trainierenden durch 2 teilbar sein!

In der Tat ist es nicht nur die Welt der Physiotherapie, die sich in 3 Sätze a 10 Wiederholungen verliebt hat. Auch viele Programme für Anfänger und Fortgeschrittene propagieren dieses Schema. Als ich mein erstes „echtes“ 5 x 5 Programm abgeschlossen hatte, wurde ich von älteren Trainierenden dazu ermutigt, zu einem 3 x 10 Programm als Einführung ins Bodybuilding überzugehen. Mit diesem Gedanken im Hinterkopf möchte ich in diesem Artikel die Geschichte des 3 x 10 Trainingsprogramms untersuchen – ein Trainingsprotokoll, das sowohl von vielen Trainierenden, als auch von Physiotherapeuten bevorzugt wird.

Auf der Suche nach dem Begründer…

Ich beschäftige mich in meinen Artikeln regelmäßig damit, dass Trainierende die gängigen Meinungen im Bereich von Kraftsport und Bodybuilding als gegeben hinnehmen, ohne diese zu hinterfragen. Langhantelkniebeugen scheinen eine zeitlose Übung darzustellen, aber wenn man sich genauer mit ihrer Geschichte befasst, dann wird man sehen, dass sie erst im frühen zwanzigsten Jahrhundert auf der Bildfläche erschienen sind. Ähnliches gilt für das traditionelle Bankdrücken. Unsere Basisübungen sind eigentlich recht modern. Dasselbe gilt auch für ein Training mit 3 Sätzen a 10 Wiederholungen – ein Trainingsprotokoll, das während der späten 1940-iger und der frühen 1950-iger popularisiert wurde.

Unsere Geschichte beginnt jedoch in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts mit einem Jungen aus Alabama, der im Jahr 1917 geboren wurde. Thomas Lanier DeLorme erlebte während seiner formenden Jahre eine ganze Reihe Widerwärtigkeiten. Er hatte mit der Armut der Jahre der „Großen Depression“ und einem hässlichen Schub rheumatischen Fiebers zu kämpfen. Sein jugendlicher Körper war also recht zerbrechlich. Obwohl er letztendlich eine Körpergröße von über 180 Zentimetern erreichte, war DeLorme während seiner Teenagerzeit für vier Monate ans Bett gefesselt, um seine Erholung von einem Fieber zu unterstützen, das ihn auf 63 Kilo hatte abmagern lassen. Wie von den Rangältesten der Körperkultur Jan und Terry Todd berichtet wurde, verwendete DeLorme seine Zeit, um sowohl Medizin als auch Muskelaufbau zu studieren.

Zunächst entschloss sich DeLorme dazu, Medizin zu studieren, da er anderen helfen wollte, die Hilfe brauchten. Dieses selbstlose Ziel wurde von seinem zweiten Beschluss begleitet, seinen Körper nicht nur wieder aufzubauen, sondern seine Körperentwicklung auch zu verbessern. Deshalb verbrachte dieser junge Mann seine Zeit, zwischen Medizinlehrbüchern und Ausgaben von „Strength&Health“ hin und her zu wechseln – eine seltsame, aber zugegebenermaßen profitable Kombination. Im Jahr 1939 wurde DeLorme an der University of Alabama für ein Medizinstudium aufgenommen. Von dort ging er nach New York, um sein Studium fortzusetzen und um die Welt der Mukoskelettalrehabilitation zu verändern.

Der Krieg, Gewichtheben und Watkins…die Experimente beginnen

In New York angekommen wurde DeLorme von einem Sergeant Namens Walter Easley kontaktiert, der mit DeLorme seine kürzlich durchgeführte Knieoperation besprechen wollte. Nachdem ihm die Ärzte gesagt hatten, dass sich sein Knie nie wieder vollständig erholen würde, suchte Easley bei seiner Suche nach Hilfe den jungen Mann aus Alabama auf. Easley hatte mit fast religiösem Eifer die Instruktionen befolgt, leichtes Training für seine Rehabilitation auszuführen. Solche Ratschläge wurden durch den führenden amerikanischen Physiotherapeuten R. Tait McKenzie untermauert, der glaubte, dass ein schweres Training auf dem Weg der Besserung kontraproduktiv war. Ein Ratschlag, denen viele Physiotherapeuten folgten. Doch DeLorme war keiner von diesen.

Stattdessen riet DeLorme Easley die maximale Menge an Gewicht zu verwenden, mit der er so viele Wiederholungen wie möglich ausführen konnte. Unter Verwendung von Eisenschuhen führte Easley bis zu 70 Wiederholungen Beinstrecken pro Bein aus. Dies war ein unorthodoxer Ansatz, der in einer nahezu vollständigen Rehabilitation resultierte. Als sich die Nachricht über Easleys Rehabilitation verbreitete, stiegen Ansehen und Bekanntheit von DeLorme. Andere Armeeangehörige begannen DeLormes Ratschläge zu befolgen, der ein schweres Widerstandstraining propagierte.

Zu DeLormes Glück – und zum Unglück seiner Patienten – befand sich die USA mitten im zweiten Weltkrieg, als DeLormes Karriere im Bereich der Rehabilitation begann. Dies bedeutete eine nahezu unendliche Menge an Soldaten, die auf der Suche nach Hilfe bei der Rehabilitation und Heilung von beschädigten Bändern, Knochen und Stressfrakturen waren. Dies waren die perfekten Probanden für DeLormes Theorien. DeLorme trat schon bald zusammen mit Dr. Arthur Watkins der Armee bei, welcher ähnliche Ansichten vertrat und diese beiden Männer begannen Geschichte zu schreiben.

Im Jahr 1945 schrieb DeLorme eine Arbeit mit dem Titel “Restoration of muscle power by heavy-resistance exercises,” die im Journal of Bone and Joint Surgery veröffentlicht wurde. Unter Verwendung von 300 Fallstudien konnte er eine hervorragende Reaktion im Bereich von Muskelhypertrophie und Kraft in Kombination mit einer Besserung der Symptome beobachten, sobald Patienten seine Methode mit 7 bis 10 Sätzen a 10 Wiederholungen befolgten. Die Trainierenden begannen mit einem relativ leichten Gewicht und erhöhten dieses, bis sie ihr Maximalgewicht für 10 Wiederholungen erreichten.

Im Jahr 1948 und erneut im Jahr 1951 änderten DeLorme und Watkins ihre Ansichten, da die Erfahrungen gezeigt hatten, dass dieses Volumen zu hoch war und in den meisten Fällen 20 bis 30 Gesamtwiederholungen zu besseren Resultaten führten. Weniger Wiederholungen erlaubten ein Training mit schwereren Gewichten, was zu einer stärkeren und schnelleren Muskelhypertrophie führte.

Training mit progressivem Widerstand: 3 x 10 Magnum Opus

DeLorme und Watkins begannen deshalb weniger Wiederholungen und stattdessen einen Fokus auf schwerere Gewichte zu propagieren. Sie taten dies unter Verwendung wissenschaftlicher Studien. Studien, die replizierbarer waren, als die Ratschläge des muskulösen Typen im Fitnessstudio. Zusammen mit mehreren weiteren Autoren schrieben die beiden die wissenschaftliche Abhandlung „Progressive Resistance exercise“, ein medizinisches Lehrbuch, das im Jahr 1951 veröffentlicht wurde und eines der ersten groß angelegten Trainingsbücher dieser Ära darstellte. Dieses Buch war in vielerlei Hinsicht ein Ausgangspunkt für die Trainingswissenschaft.

Frustrierenderweise besaß ich eine Ausgabe dieses Buches, das jedoch leider bei einem Umzug verloren ging. So ist das Leben… Doch dank des exzellenten Dave Draper Forums (https://www.davedraper.com/fusionbb/showtopic.php?tid/21871/ ) können wir im Internet einige Auszüge dieses Buches finden, ohne eine neue Ausgabe zu kaufen.

Über die Wiederholungsgeschwindigkeit:

„Die Entwicklung und das Nachlassen der Spannung sollten gleichmäßig und ohne Pause am höchsten oder tiefsten Punkt der Bewegung ausfallen. Das Gewicht sollte weder ballistisch mit Schwung nach oben bewegt werden, noch unter Einfluss der Schwerkraft nach unten fallen gelassen werden.“

Über die Anzahl der Wiederholungen:

„Die Anzahl der Kontraktionen pro Durchgang wird willkürlich bei 10 festgesetzt. Wenn weniger Wiederholungen notwendig wären, könnte das Gewicht erhöht werden. Ob 10 die optimale Anzahl für rapide Zuwächse an Kraft ist, wurde nie durch andere Kriterien, als empirische Erfahrungen von Trainierenden bestimmt. Es handelt sich jedoch wahrscheinlich um die Zahl, die sich nahe am Optimum befindet.“

Über die Dauer der Pausen zwischen den Sätzen:

„Die Länge der Pausenintervalle zwischen den Durchgängen ist nur insofern wichtig, als dass sie die Gesamtarbeit beeinflusst, die während einer Behandlungsphase verrichtet werden kann. Kurze Pauseinintervalle reduzieren wahrscheinlich die Anzahl der Durchgänge, die mit der vorgeschriebenen Wiederholungszahl von 10 Wiederholungen durchgeführt werden können. Alle existierenden Daten neigen dazu, darauf hinzudeuten, dass ein in die Länge gezogenes Training nicht die primäre Grundvoraussetzung für eine Steigerung der Kraft darstellt. Die Kraftentwicklung – die Menge an Arbeit, die innerhalb einer Zeiteinheit ausgeführt wird - ist wichtig. Eine kurz andauernde, aber intensive Anstrengung ist das Ziel, das man kontinuierlich im Hinterkopf haben sollte.“

Über das Aufwärmen / die Steigerung des Gewichts von Satz zu Satz:

„Man glaubt, dass die erhöhte Temperatur innerhalb des Muskels die viskosen und elastischen Eigenschaften des kontraktilen Gewebes auf eine Art und Weise beeinflusst, die die Arbeit steigert, die bei derselben Energieproduktion verrichtet wird, was auf einer Beschleunigung der involvierten chemischen Prozesse beruht.

Durch die initiale Verwendung geringer Gewichte und einer Erhöhung des Gewichts nach jedem Satz a 10 Wiederholungen, wird der Muskel aufgewärmt und darauf vorbereitet, seine maximale Kraft für 10 Wiederholungen freizusetzen…

Bei einer Ausführung von lediglich 10 Wiederholungen mit dem 10RM Gewicht würden die Kraftzuwächse in etwa genauso stark ausfallen, wie dies bei der Ausführung von 3 Sätzen der Fall ist. Wenn es nicht notwendig wäre, den Muskel physiologisch auf eine maximale Anstrengung vorzubereiten, dann würde ein Satz a 10 Wiederholungen völlig ausreichen.

Dies wurde wieder und wieder bei der klinischen Behandlung von Verletzungen bei jungen Sportlern demonstriert… So erstaunlich wie es scheinen mag, haben viele Sportler eine große Kraft entwickelt und hierfür niemals mehr als 5 Wiederholungen bei einer einzelnen Übung ausgeführt. Die Menge an bewegtem Gewicht scheint bei der Anregung der Hypertrophie der entscheidende Faktor zu sein.

Einige Wissenschaftler sind der Ansicht, dass es die Menge an Arbeit ist, die innerhalb einer Zeiteinheit ausgeführt wird, die für die Kraft verantwortlich ist. Auch wenn diese nicht eindeutig sind, deuten Beobachtungen darauf hin, dass es die Spannung ist, die der Muskel entwickeln muss, die zu einem großen Teil – wenn nicht sogar ausschließlich – für die Anregung der Hypertrophie und die Steigerung der Kraft verantwortlich ist.

Das Aufwärmen sollte die Ausführung von 10 Wiederholungen mit dem 10RM Gewicht nicht beeinträchtigen. Mit anderen Worten ausgedrückt bedeutet dies, dass wenn der Patient nach Ausführung der ersten 10 Wiederholungen mit dem ersten Gewicht (50% des 10RM Gewichts) und 10 Wiederholungen mit dem zweiten Gewicht (75% des 10RM Gewichts) zu erschöpft ist, um 10 Wiederholungen mit dem 10 RM Gewicht auszuführen, bei den ersten beiden Sätzen nur 5 Wiederholungen ausgeführt werden sollten, so dass der Patient frischer und ausgeruhter für die 10 Wiederholungen mit dem 10 RM Gewicht ist.

Eine andere Möglichkeit besteht darin, den mittleren Satz mit 10 Wiederholungen (75% des 1RM Gewichts) auszulassen und nach dem ersten Satz mit 10 Wiederholungen mit 50% des 10RM Gewichts direkt zu 10 Wiederholungen mit dem 10RM Gewicht überzugehen.

Regelmäßig sind Patienten nicht dazu in der Lage 10 Wiederholungen mit dem 10 RM Gewicht auszuführen, wenn zuvor kein Satz mit einem leichteren Gewicht ausgeführt wurde.“

Über den Trainingseffekt auf den Muskel:

„Eine Steigerung der Kraft wird durch eine messbare Zunahme an Größe begleitet, die auf eine Hypertrophie der zuvor existierenden Muskelfasern und nicht auf eine Hyperplasie zurückführbar ist. Auch die Menge an Bindegewebe nimmt zu und das Sarkolemma wird dicker. Es kommt zu einer Erhöhung der Anzahl der Kapillaren und der Gehalt an Muskelhämoglobin, Phosphokreatin und Glykogen steigt. Der Nettoeffekt dieser Veränderungen ist eine Zunahme an Ausdauer, die manchmal beeindruckend ist.“

Über die optimale Anzahl an Gesamtwiederholungen:

„In den ersten Publikationen, die sich mit einem progressiven Widerstandstraining beschäftigten, wurden 70 bis 100 Wiederholungen propagiert, wobei diese Wiederholungen im Rahmen von 7 bis 10 Sätzen a 10 Wiederholungen ausgeführt wurden. Weitere Erfahrungen haben gezeigt, dass diese Zahl zu hoch ist und dass in den meisten Fällen 20 bis 30 Gesamtwiederholungen weitaus befriedigendere Resultate liefern. Weniger Wiederholungen erlauben ein Training mit schweren Gewichten und führen zu einer stärkeren und schnelleren Muskelhypertrophie.“

Führe drei Sätze a 10 Wiederholungen aus. Verwende beim ersten Satz 50% Deines Maximalgewichts für 10 Wiederholungen. Verwende beim zweiten Satz 75% Deines Maximalgewichts für 10 Wiederholungen und verwende bei letzten Satz 100% Deines 10RM Gewichts.

Eine Erklärung für die Beliebtheit dieses Trainingsprotokolls

Für Physiotherapeuten ist die Anziehungskraft dieses Programms leicht erklärbar. DeLorme und Watkins hatten replizierbare Beweise dafür geliefert, dass dieses Programm dabei hilft, Muskeln aufzubauen und Patienten beweglicher und stärker zu machen. Dies waren wissenschaftliche Beweise in ihrer besten Form. Darüber hinaus war dieses Programm Patienten leicht erklärbar und kurz genug, um eine Befolgung des Programms sicherzustellen.

Ob die modernen Physiotherapeuten, auf die sich mein Freund bezog, diese Protokolle tatsächlich bis ins letzte Detail befolgen, ist eine andere Frage. Wie es scheint empfehlen viele einfach 3 Sätze a 10 Wiederholungen, ohne Wert auf progressiv schwerere Gewichte zu legen. Dies ist jedoch eine völlig andere Geschichte für einen anderen Tag und wird zweifelsohne durch die Tatsache beeinflusst, dass aus irgendeinem seltsamen Grund nicht jeder die Möglichkeit oder das Interesse hat, in ein Fitnessstudio zu gehen.

Wenn es um Bodybuilder geht, ist der Reiz dieses Ansatzes etwas schwere fest zu machen. Während DeLorme und Watkins in erster Linie auf die medizinische Gemeinschaft abzielten, brachte sie ihr Interesse am Training in Kontakt mit der Welt des Bodybuildings und des Krafttrainings. In der Tat war DeLorme in den 1940-igern dafür bekannt, mit Leuten wie John Farbotnik, dem 1950 Mr. America, in Kontakt zu stehen.

Es gibt auch Vermutungen, dass der Bodybuilder George Eiferman DeLorme kannte, auch wenn dies schwerer fest zu machen ist. Die Wahrheit könnte in der Tat sein, dass DeLorme und Watkins ganz einfach die wissenschaftliche Begründung für ein Trainingsprotokoll gefunden hatten, das bereits zuvor im Bereich des Bodybuildings verwendet wurde. Mit Sicherheit propagierten bereits die alten Bob Hoffman Kurse 10 bis 15 Wiederholungen.

Was vermutlich neu am DeLorme und Watkins Ansatz war, waren die Empfehlungen zu den verwendeten Gewichten (d.h. 50%, 75% und 100%). Die Langlebigkeit und Beliebtheit ihrer Protokolle könnten auf die Tatsache zurückführbar sein, dass sie effektiv sind. Dies ist etwas, was Dir jeder sagen wird, der sie ausprobiert hat und aus diesem Grund wird dieser Ansatz noch immer von modernen Trainern propagiert.

Quelle: HTTPS://PHYSICALCULTURESTUDY.COM/2017/08/04/3-SETS-X-10-REPS-THE-HISTORY-LOGIC-AND-REASONING/#MORE-10233

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