Gesundheit

Wenn Du wissen möchtest, wie Dein Körperfettanteil mit Deiner Gesundheit in Verbindung steht und wie schlank Du sein kannst, ohne dass dies negative Folgen für Deinen Körper hat, dann solltest Du diesen Artikel lesen
Heute zutage spricht jeder davon, hart und definiert bis auf die Knochen zu werden, doch die wenigsten erkennen, dass dies auch ein Fluch sein kann. Sobald Du einmal wirklich schlank warst, wird alles andere inakzeptabel sein. Schlank wird zur neuen Norm. Von diesem Punkt an wirst Du automatisch alles, was fetter ist als fett ansehen.
Aus diesem Grund sind viele Menschen, die einst darauf fixiert waren, einen sehr niedrigen Körperfettanteil zu erreichen, jetzt darauf fixiert, diesen Grad der Schlankheit aufrecht zu erhalten. Man könnte argumentieren, dass eine solche Voreingenommenheit bezüglich des Körperfettanteils im Allgemeinen mental ungesund ist, aber es gibt hier definitiv eine Grauzone.
Einige Menschen sehen Hingabe und Antrieb, während andere eine neurotische Besessenheit sehen. Wer letztendlich Recht hat, hängt in der Realität von den individuellen Umständen ab. Man sollte auch die mentale und emotionale Befreiung, die durch das Erreichen eines schlanken Körpers zustande kommt, nicht vergessen.
Wenn Du mit Deinem Körper wirklich zufrieden bist, dann wirst Du nicht mehr so viel Zeit damit verbringen, darüber nachzudenken. Sein wir ehrlich – wenn wir das Gefühl haben, dass wir zu fett oder zwar schlank aber schwabbelig oder was auch immer sind, dann ist das wie Zahnschmerzen – es geht nicht von alleine weg.
Sicher, wir können uns davor drücken, es wahrzunehmen oder es mit Rationalisierungen oder anderen Formen der mentalen Gymnastik unterdrücken, aber es wird niemals wirklich verschwinden. Sein Schatten wird immer sichtbar sein.
Nun, stelle Dir vor, dass Du Dir nie wieder Gedanken hierüber machen müsstest. Stelle Dir vor, dass Du nie wieder Energie dafür verschwenden müsstest zu zweifeln, Dir Sorgen darüber zu machen oder Deine Entscheidungen, was und wie Du essen solltest, zu hinterfragen. Stelle Dir vor, dass Du Dich niemals mehr schuldig fühlen müsstest, weil Du die ernährungstechnischen Versprechen, die Du Dir selbst gegeben hast, gebrochen hast.
Und stelle Dir den ultimativen Lohn vor: Die Freiheit all diese Aufmerksamkeit und Energie positiveren und bedeutungsvolleren Dingen widmen zu können.
Nun, es gibt zwei Wege dieses Fitness Nirvana zu erreichen:
- Überwinde Dein Verlangen danach, schlank und muskulös zu sein und finde Befriedigung an Deinem augenblicklichen Zustand
- Werde schlank und muskulös. Ich persönlich denke, dass Variante Nummer zwei nicht nur leichter, sondern auch psychologisch gesünder ist.
Doch das ist nicht das, worüber wir in diesem Artikel sprechen werden. Stattdessen werden wir uns auf die körperlichen Auswirkungen unterschiedlicher Körperfettspiegel konzentrieren.
Genauer gesagt werden wir eine einfache Frage beantworten:
Welche Körperfettanteile sind gesund und welche sind ungesund?
Nachdem wir jetzt auf dem gleichen Stand sind, sollten wir zum eigentlichen Thema kommen.
Was ist der Körperfettanteil?
Dein Körperfettanteil ist ganz einfach der Prozentsatz Deines Gewichts, der aus Fett besteht. Wenn Du z.B. 75 Kilo wiegst und 7,5 Kilo Fett mit Dir herumträgst, dann liegt Dein Körperfettanteil bei 10% (7,5 geteilt durch 75).
Dein Körperfettanteil verändert sich, wenn sich Deine Körperkomposition verändert. Dies bedeutet, dass er sich natürlich verändert, wenn Du Fett aufbaust, aber er verändert sich auch dann, wenn Du Muskeln aufbaust.
Sagen wir z.B., dass Du mit einem Muskelaufbauprogramm bei einem Gewicht von 75 Kilo und einem Körperfettanteil von 10% beginnst. Du ernährst und trainierst richtig und baust 7,5 Kilo Muskeln und 2,5 Kilo Fett auf, so dass Du jetzt 85 Kilo wiegst und 10 Kilo Fett mit Dir herumträgst.
Nun, Deine Gesamtfettmasse hat nun um 33% zugenommen (von 7,5 auf 10 Kilo), aber Dein Körperfettanteil ist nur um 2% auf etwa 12% angestiegen.
Wenn Du dann für ein Jahr mit dem Training aufhören und die 5 Kilo Muskeln, die Du aufgebaut hast, wieder verlieren würdest, aber kein Fett abbauen würdest, dann würde Dein Köperfettanteil immer noch bei etwa 12% liegen (10 geteilt durch 80), aber Du würdest deutlich schwabbeliger aussehen. Der Punkt ist also, dass Dein Körperfettanteil steigt und sinkt, wenn Du Muskeln und Fett auf- und abbaust.
Wie kannst Du Deinen Körperfettanteil bestimmen?
Es gibt eine ganze Reihe von Wegen zur Berechnung Deines Körperfettanteils und diese können bezüglich Zuverlässigkeit und Genauigkeit deutlich variieren.
Hier sind einige Beispiele:
- Körperfettwaagen und andere Messungen, die auf elektrischen Impedanzmessungen basieren, sind notorisch inkonsistent und inakkurat.
- Die meisten Methoden zur Hautfaltenmessung sind nicht viel besser, da sie anfällig für technische Fehler und fehlerhafte Berechnungsformeln sind.
- Selbst der hoch gelobte DEXA Scan kann genauso sehr wie jede andere Methode daneben liegen.
Doch glücklicherweise ist der exakte Zahlenwert gar nicht so wichtig, wenn es rein um eine Bewertung der Fortschritte geht. Hierfür ist eine Kombination aus Waage, Maßband, Caliper und Fortschrittsbildern völlig ausreichend.
Was geschieht, wenn Du Körperfett verlierst?
Du siehst besser aus – wer hätte das gedacht? Abgesehen hiervon geschehen eine Menge anderer Dinge in Deinem Körper, während Du schlanker wirst (1). Du schläfst besser, Dein Körper spricht besser auf Training und Ernährung an, Dein allgemeines Krankheitsrisiko sinkt, Deine Lebensqualität steigt und die Liste könnte noch ewig fortgesetzt werden (2). Im Grunde genommen funktioniert so ziemlich alles, was physiologisch eine Rolle spielt, besser, wenn Du schlanker bist.
Doch treibe die Schlankheit zu weit und sie wird schädlich. Wenn Deine Körperfettspiegel zu niedrig werden, dann ist die Liste der potentiellen negativen Folgen für die Gesundheit lang und umfasst (3)…
- Haarausfall
- Zahn- und Zahnfleischprobleme
- Niedriger Blutdruck
- Bradykardie (Sportlerherz)
- Menstrual Dysfunktion
- Hypogonadysmus (Hodenunterfunktion)
- Unterzuckerung
- Verstopfung
- Muskelkrämpfe
- Chronische Erschöpfung
- Stimmungsschwankungen
- Konzentrationsstörungen
Der Grund dafür, dass Deine Körperfettspiegel solch profunde Auswirkungen auf Deine Gesundheit und Dein Wohlbefinden haben ist, dass Fett sehr viel mehr als hässliches, öliges Fleisch ist. Es spielt im Körper viele vitale Rollen, die den Schutz der Organe vor Beschädigungen, die Aufrechterhaltung der Körpertemperatur, die Produktion von Hormonen und anderen Chemikalien und sehr viel mehr umfasst.
Einige dieser vitalen Hormone und Chemikalien, die gesunde Körperfettspiegel benötigen, umfassen…
- Aromatase
Dies ist ein Enzym, das am Stoffwechsel der Sexualhormone beteiligt ist
- TNF Alpha und IL-6
Dies sind Proteine, die für das Immunsystem besonders wichtig sind.
- Leptin
Dies ist ein Hormon, das primär mit der Regulierung des Körpergewichts in Verbindung steht
- Angiotensin
Dies ist ein Hormon, das an der Kontrolle des Blutdrucks beteiligt ist.
- Lipoprotein Lipase
Dies ist ein Enzym, das an der Speicherung und dem Stoffwechsel von Fett zur Freisetzung von Energie beteiligt ist.
Wenn die Körperfettspiegel zu stark sinken, dann wird die Produktion dieser (und vieler weiterer) Chemikalien beeinträchtigt, was im Gegenzug Deine Gesundheit beeinträchtigen kann.
Fazit ist, dass es einen Punkt gibt, ab dem gut auszusehen und gesund sein, sich gegenseitig ausschließen. Und sobald dies geschieht, besteht der einzige Weg, die Gesundheit wiederherzustellen darin, etwas von dem Fett wieder aufzubauen, das Du verloren hast (4).
Was ist ein gesunder Körperfettanteil für Männer?
Wenn Du schon etwas länger im Bereich der Fitness aktiv bist, dann hast Du wahrscheinlich schon eine Menge Meinungen zu diesem Thema gehört. Ignoranz und Neid sind hier weit verbreitet, was zur Folge hat, dass der allgemeine Trend dahin geht, niedrige Körperfettspiegel als ungesund und verantwortungslos zu verurteilen.
Diese Ängste werden jedoch stark überbewertet.
Die Realität ist, dass die negativen Auswirkungen, die mit niedrigen Körperfettanteilen bei Männern in Verbindung gebracht werden, erst bei sehr niedrigen Körperfettanteilen ins Spiel kommen – bei etwa 5% Körperfett, um genau zu sein (5).
Wie das Bild unten zeigt, entsprechen 5% Körperfettanteil bereits einer extremen Definition bis auf die Knochen. Dies ist der Grad von Schlankheit, den Bodybuilder und Athleten der Fitnessklasse auf die Bühne bringen (und für den nicht unerhebliche Mengen an Medikamenten und verbotenen Substanzen benötigt werden). Und selbst diese Athleten können einen solch niedrigen Körperfettanteil nicht lange aufrechterhalten, bevor ernsthafte Probleme beginnen.
Glücklicherweise fällt der Typ von Definition, denn die meisten Männer erreichen wollen, in den 7 bis 9% Bereich, der auf natürliche Art und Weise erreichbar und auf gesunde Art und Weise aufrechterhaltbar ist (6). Ich sollte dies wissen, da ich meinen Körperfettanteil das ganze Jahr über im Bereich von 8% halte und bisher keine negativen Auswirkungen bei gleichzeitig mehr oder weniger perfekter Gesundheit beobachten konnte.
Der Punkt ist also der Folgende: Wenn Du ein Mann bist und Dein Ziel darin besteht, schlank, sportlich und muskulös zu sein, dann gibt es nichts, worüber Du Dir Gedanken machen musst. Diät und Ernährung sind alles, was Du brauchst (und ein paar Supplements können Dir natürlich auch weiterhelfen).
Was ist ein gesunder Körperfettanteil für Frauen?
Viele Menschen denken, dass niedrige Körperfettspiegel ungesund für Männer, aber extrem ungesund für Frauen sind. Auch das kann man zu einem großen Teil auf Ignoranz und Neid zurückführen.
Negative Auswirkungen, die mit niedrigen Körperfettspiegeln bei Frauen in Verbindung gebracht werden, beginnen bei etwa 12% Körperfett deutlich zu werden.
Die folgenden Bilder dienen dazu, Dir eine Vorstellung davon zu geben, von was wir hier in der Praxis sprechen.
Ich habe mit tausenden von Frauen gearbeitet und bisher noch keine Frau getroffen, die sagt, dass sie einen Körperfettanteil von 12% anstrebt (abgesehen von Wettkämpfen natürlich). Stattdessen haben sich die meisten Frauen ein Ziel gesetzt, dass erreichbarer und aufrechterhaltbarer ist und bei den meisten einem Körperfettanteil von 18 bis 20% entspricht.
Eine Behandlung der weiblichen Körperfettspiegel und Gesundheit wäre nicht vollständig, ohne Bedenken bezüglich der Hormonspiegel und der Menstruation zu adressieren. Viele Frauen glauben, dass zu schlank zu werden unweigerlich größere hormonelle Störungen hervorrufen wird, die zu einem Ausbleiben der Periode führen können.
Nun, es ist nicht ganz so einfach. Niedrige Körperfettspiegel werden mit niedrigen Spiegeln des Hormons Leptin in Verbindung gebracht (7), was die Menstruation beeinflussen kann (7) (und zwar insbesondere dann, wenn die Körperfettspiegel zu stark sinken).
Was die Wissenschaftler jedoch verwirrt hat, ist die Tatsache, dass man für jede Athletin, die unter einem Ausbleiben der Periode leidet, eine Athletin mit normaler, regelmäßiger Periode finden kann, die genauso schlank ist. Darüber hinaus verlieren Athletinnen ihre Periode bei sehr unterschiedlichen Körperfettspiegeln.
Es war klar, dass hier mehr als nur die Körperfettspiegel im Spiel ist. Nun, die Zahnräder der Wissenschaft drehten sich weiter und man fand letztendlich eine Antwort: die Energiebilanz (8). Die Energiebilanz beschreibt die Beziehung zwischen der Menge an Energie, die Du isst und die Menge an Energie, die Du verbrennst.
Du kannst Dir das Ganze als eine Art Bankkonto Deines Körpers vorstellen:
- Wenn Du mehr Energie zu Dir nimmst, als Du verbrennst, dann befindest Du Dich im Zustand einer positiven Energiebilanz (Kalorienüberschuss)
Wenn Du Deinen Körper im Zustand eines Kalorienüberschusses hältst, dann nimmst Du zu
- Wenn Du weniger isst, als Du verbrennst, dann befindest Du Dich in einem Zustand einer negativen Energiebilanz (Kaloriendefizit).
Wenn Du Deinen Körper im Zustand eines Kaloriendefizits hältst, dann nimmst Du ab.
Im Körper geschehen eine Menge Dinge, wenn Du zu viel oder zu wenig isst und einige hiervon haben etwas mit der Menstruation zu tun. Das ist der Grund dafür, dass Studien zeigen, dass die Energiebilanz die Menstruation stärker als die Körperfettspiegel beeinflusst (8).
Genauer gesagt kann eine Frau, wenn sie weniger Energie zuführt, als sie verbraucht, ihre Periode verlieren. Und je größer der Unterschied zwischen Zufuhr und Verbrauch ausfällt, desto häufiger können die Menstrualstörungen ausfallen (9).
Dies erklärt, warum eine ausbleibende Periode am häufigsten bei Sportlerinnen vorkommt, die an Sportarten teilnehmen, die ein niedriges Körpergewicht und Schlankheit erfordern, wozu unter anderem Ballet, Turnen, Langstreckenlauf und Schwimmen gehören.
In den meisten Fällen läuft das Ganze ganz einfach auf zu hartes Training in Kombination mit einer zu niedrigen Kalorienzufuhr hinaus (10) (was der Grund dafür ist, dass auch viele Frauen, die sich den A… aufreißen, um Gewicht zu verlieren, ihre Periode verlieren). Dies ist auch der Grund dafür, dass die Periode bei solchen Sportlerinnen häufig wieder zurückkommt, wenn die Energiezufuhr ausreichend erhöht oder der Energieverbrauch in ausreichendem Umfang reduziert wird.
Wenn Du also Deine Periode verlierst, während Du diätest, um Fett zu verlieren, dann bedeutet dies nicht notwendigerweise, dass Du zu schlank bist. Es bedeutet wahrscheinlich eher, dass Du bei Deinem Kaloriendefizit zu aggressiv bist und den Abstand zwischen Energiezufuhr und Verbrauch etwas verringern solltest.
Es sollte außerdem angemerkt werden, dass auch hohe Stresslevel zu reproduktiven Problemen beitragen können (11). Dies ist einer der vielen Gründe dafür, dass Du eine ausreichende Entspannung in Deinem Leben zu einer Priorität machen solltest (was insbesondere während einer Diät gilt).
Zu guter Letzt sollte erwähnt werden, dass ich auch schon Frauen gesehen habe, die nach Erreichen ihres Zielgewichts mit einer unregelmäßigen Periode zu kämpfen hatten, da sie es verpasst hatten, im Anschluss an ihre Diät ihre Kalorienzufuhr wieder in angemessenem Umfang zu erhöhen. Stattdessen sind sie bei ihrer kalorienreduzierten Diät geblieben – für gewöhnlich weil sie Angst davor hatten, dass mehr zu essen zu einer Gewichtszunahme führen könnte.
Das Fazit zum Thema gesunder Körperfettanteil
Höre auf damit auf fette Menschen zu hören, die sagen, dass es ungesund ist, schlank zu sein. Es ist ungesund extrem schlank zu sein, doch es ist nahezu unmöglich solch niedrige Körperfettspiegel auf natürlichem Weg zu erreichen (und werden von den meisten Menschen auch nicht als erstrebenswert angesehen).
Wichtiger ist die Tatsache, dass es ungesund ist, chronisch zu wenig zu essen und überzutrainieren, was unabhängig vom Körperfettanteil gilt.
Werde also schlank, ernähre Dich richtig, trainiere hart, achte auf Deine Regeneration und mache Deine Gesundheit zu einer Priorität und Du kannst nicht verlieren.
Referenzen:
1. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23412685
2. https://www.bmj.com/content/353/bmj.i2433
3. https://bjsm.bmj.com/content/47/16/1012.abstract
4. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23412685
5. https://bjsm.bmj.com/content/47/16/1012.abstract
6. https://bjsm.bmj.com/content/47/16/1012.abstract
7. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22252944
8. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17909417/
9. öhttps://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25352438
10. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3435916/
11. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20840250
Quelle: https://www.muscleforlife.com/healthy-body-fat-percentages/
Von Michael Matthews

Dein Körpergewicht ist so reguliert, dass es in einem bestimmten Bereich zu bleiben neigt, aber Du kannst diesen Bereich zu Deinen Gunsten verändern – und wir werden Dir zeigen, wie Du dies erreichen kannst.
Es besteht kein Zweifel daran, dass Dein Gewicht dazu neigt über einen längeren Zeitraum in einem bestimmten Bereich zu verbleiben (1). Und es besteht auch kein Zweifel daran, dass Diäten für die meisten Menschen ganz einfach nicht zu funktionieren scheint (2). Sicher, Du kannst Gewicht verlieren, aber die meisten Menschen bauen dieses Gewicht wieder auf, wenn sie mit ihrer Diät aufhören. Und um dem Ganzen das i-Tüpfelchen aufzusetzen, bekommen wir häufig erzählt, dass auch Sport nicht viel bringt, wenn es um eine dauerhafte Gewichtsreduzierung geht.
Was können wir dann noch tun? Müssen wir ganz einfach das Körpergewicht akzeptieren, das Mutter Natur und unsere Umwelt für uns auserkoren haben? Gibt es wirklich keinen effektiven Weg ein aus unserer Sicht ideales Körpergewicht zu erreichen und auf lange Sicht aufrecht zu erhalten?
Nun, es gibt einen Kontrapunkt zu obigen Untersuchungen: Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass etwa 20% der übergewichtigen Menschen ihr Gewicht erfolgreich um mindestens 10% senken können und ihr neues Gewicht hiernach für mindestens ein Jahr halten können (3).
Was geht hier vor sich?
All dies hat etwas mit dem sogenannten Setpoint des Körpers zu tun, der sehr real ist und bei Deinen Bestrebungen schlank zu werden und zu bleiben entweder für oder gegen Dich arbeiten kann.
In diesem Artikel werden wir einen Blick darauf werden, warum sich Dein Körpergewicht auf seinem augenblicklichen Level eingependelt hat, warum es schwierig ist, dieses Defaultgewicht zu reduzieren und wie Du letzteres tatsächlich erreichen kannst.
Was besagt die Setpoint Theorie des Körpergewichts?
Die Setpoint Theorie des Körpergewichts ist einfach: sie besagt, dass der Körper Hormone, Hunger, Veränderungen des Verhaltens und andere physiologische Mechanismen verwendet, um sein Gewicht (und insbesondere seinen Körperfettanteil) in einem bestimmten Bereich zu halten.
Ein einfacher Weg sich dies vorzustellen, ist ein Tempomat oder ein Thermostat für das Körpergewicht und den Körperfettanteil – und Dein Körper versucht den Wert zu halten, der eingestellt ist.
Es gibt reichlich mit Tieren durchgeführte Untersuchungen, die dies unterstützen (4). Lasse eine Ratte hungern und ihr Stoffwechsel wird sich verlangsamen, ihr Hunger wird zunehmen und sie wird sich weniger bewegen, um Energie zu sparen. Wenn Du ihr anschließend wieder freien und uneingeschränkten Zugang zu Nahrung gibst, wird sie schnell wieder ihr Ausgangsgewicht erreichen.
Wenn Du hingegen eine Ratte zwangsernährst und fett fütterst, dann geschieht das Gegenteil: Stoffwechselrate und Aktivitätslevel steigen, der Appetit lässt nach und nach Beendigung der Zwangsernährung sinkt das Gewicht schnell wieder auf den Ausgangswert.
Wir Menschen verfügen über ähnliche Mechanismen, um unseren „bevorzugten“ Gewichtsbereich und unsere bevorzugte Körperkomposition aufrecht zu erhalten (5), aber in unserem Fall sind diese Mechanismen nicht auf dieselbe Art und Weise wie bei Ratten verdrahtet.
Unsere Körper verwenden ein asymmetrisches System der Körpergewichtsregulierung, das sich mehr gegen einen Gewichtsverlust als gegen eine Gewichtszunahme verteidigt (6). Dies ist der Grund dafür, dass es den meisten Menschen schwerer fällt Gewicht zu verlieren als Gewicht zuzunehmen und dass die Menschen dazu neigen im Lauf der Zeit fetter und nicht schlanker zu werden (7).
„Und was ist mit Menschen, die essen können, was sie wollen, aber kein Gewicht zunehmen?“ wirst Du jetzt vielleicht fragen.
Zuerst einmal zeigen Untersuchungen, dass einige Menschen auf natürliche Art und Weise mehr wie Ratten auf eine übermäßige Nahrungszufuhr reagieren, indem sie unbewusst ihren Aktivitätslevel erhöhen und die zusätzlichen Kalorien verbrennen (8). (Menschen, die hohe Level an so genannter nicht trainingsinduzierter Thermogenese, auch als NEAT bekannt, aufweisen, können bis zu 2000 kcal mehr pro Tag als Menschen mit niedrigen NEAT Leveln verbrennen (8).)
Zweitens essen die „iss alles und bleibe schlank“ Typen selten so viel, wie Du oder sie denken, wenn man das Ganze kalorientechnisch betrachtet. Viele werden ein oder zwei große Mahlzeiten pro Tag essen, ohne zwischen den Mahlzeiten groß etwas zu sich zu nehmen und sie haben niemals mit Hunger zu kämpfen.
Kombiniere dies mit einem hohen Level an nicht trainingsinduzierter Thermogenese (NEAT) und einem starken Sättigungsgefühl und Du hast jemanden, der nicht leicht zunimmt und dem es leicht fällt, sein Gewicht zu halten. Dies trifft sowohl auf Körperfett, als auch auf Muskelmasse zu – diese Menschen sind also in jeder Hinsicht geborene „Hardgainer“.
Doch zurück zum eigentlichen Thema.
Fazit ist, dass es gut belegt ist, dass unsere Körper über ein komplexes System zur Regulierung des Körpergewichts verfügen (9). Auch wenn „Settling Point“ ein akkuraterer Begriff wäre (10), da „Setpoint“ einen fixen und unveränderlichen Punkt bezeichnet, was glücklicherweise nicht der Fall ist, ist die grundlegende Prämisse des Setpoints des Körpergewichts gut etabliert.
Doch wie funktioniert dieses System? und wie können wir seine Programmierung verändern?
Was bestimmt den Setpoint Deines Körpergewichts?
Der Setpoint Deines Körpers wird durch mehrere Faktoren bestimmt. Die primären hiervon sind:
- Genetische Veranlagung
- Körperliche Aktivitätslevel
- Ernährung
- Hormonelles Profil (insbesondere Sexualhormone, Hungerhormone und Stresshormone)
Werfen wir einen kurzen Blick auf jeden dieser Faktoren.
Genetische Veranlagung und Setpoint
Wenn es um Übergewicht geht, dann ist die Genetik für viele der Sündenbock der Wahl. Sie wollen gerne glauben, dass es nicht ihre Schuld ist, sondern, dass sie dafür bestimmt sind, fett zu sein.
Glücklicherweise ist die bei den meisten von uns nicht der Fall.
Ja, es gibt genetische Variationen, die eine Veranlagung für einen höheren oder niedrigeren Setpoint zur Folge haben können, aber die Auswirkungen dieser Veranlagungen sind gering (11). Darüber hinaus deuten epigenetische Untersuchungen darauf hin, dass bestimmte „Übergewichtsgene“ alleine durch sportliches Training ausgeschaltet werden können (12).
Die Wahrheit ist Folgendes: auch wenn Deine Gene eine Veranlagung für einen gewissen Grad an „Fettheit“ bewirken können, kannst Du dies durch das richtige Verhalten überwinden.
Körperliche Aktivität und der Setpoint
Die Aufrechterhaltung eines gegebenen Körpergewichts über einen längeren Zeitraum bedarf auch eines Energiegleichgewichts (13). Dies bedeutet, dass die Energiezufuhr im Großen und Ganzen dem Kalorienverbrauch entsprechen muss. (Ja, das Ganze ist in Wirklichkeit etwas komplizierter, aber das ist eine kurze Zusammenfassung.)
Unabhängig von Deinem Setpoint wirst Du, wenn Du jeden Tag zu viel oder zu wenig isst, entsprechend Gewicht verlieren oder Gewicht aufbauen. Es ist deshalb nicht überraschend, dass das Level der körperlichen Aktivität bei der Bestimmung Deines Setpoints eine wichtige Rolle spielt (14).
Menschen, die körperlich sehr aktiv sind, verbrennen eine Menge mehr an Energie als diejenigen, die bewegungsarm sind und haben im Allgemeinen auch einen niedrigeren Setpoint (15).
Die Ernährung und der Setpoint
Da wir darüber sprechen, wie die Energiebilanz den Setpoint beeinflusst, sollten wir einen Blick auf den Energiezufuhrteil der Gleichung werfen: die Ernährung. Basierend auf dem, was Du im obigen Abschnitt gelernt hast, kannst Du korrekterweise annehmen, dass die Energiezufuhr den Setpoint nicht per se bestimmt.
Dies bedeutet, dass der Konsum von viel Nahrung nicht notwendigerweise Deinen Setpoint erhöht oder hoch hält und dass der Verzehr von wenig Nahrung Deinen Setpoint nicht notwendigerweise senkt oder niedrig hält.
Ausdauersportler essen als Untermenge der allgemeinen Bevölkerung z.B. eine Menge mehr Nahrung als der Durchschnittsbürger, weisen aber in der Regel einen Körperfettanteil auf, der unter dem Durchschnitt liegt (16). Dies bedeutet eine Menge Nahrung, aber ein niedriger Setpoint.
Auf der anderen Seite kostet es nicht viel Energie übergewichtig zu sein und es ist möglich, das Übergewicht mit einer relativ niedrigen Menge an Nahrung aufrecht zu erhalten (16). Millionen von übergewichtigen Menschen fallen in diese Kategorie: sie sind nicht dazu in der Lage, ihr Gewicht zu senken, obwohl sie ihrer Ansicht nach nur wenig essen.
Darüber hinaus kannst Du jeden Tag so lange Sport treiben, bis Dir Arme und Beine abfallen und es nicht schaffen, ein einziges Pfund an Gewicht zu verlieren, weil Dein Körper darauf programmiert ist, seine Energiezufuhr in Reaktion hierauf zu erhöhen. Und dieser Instinkt ist bei einigen Menschen stärker als bei anderen (17).
Wie Du also wahrscheinlich schon geschlussfolgert hast, ist es die Beziehung zwischen Energiezufuhr und Energieverbrauch, die den Setpoint beeinflusst. Wenn Du Deinem Körper kontinuierlich mehr Energie zuführst, als er verbraucht – und wenn es nur 100 kcal pro Tag sind, was einer Banane mehr als Du verbrennst entspricht – wirst Du langsam aber mit Sicherheit an Gewicht zunehmen (18).
Während Du an Gewicht zunimmst, wird Dein Körper Strategien einsetzen, um den Kalorienüberschuss auszugleichen (19) und eine weitere Gewichtszunahme zu verhindern, aber diese „Anti-Übergewicht“ Mechanismen können unseren modernen Lebensstil mit seinem Überkonsum an Nahrungsmitteln mit hoher Kaloriendichte und seinem Mangel an Bewegung nicht ausgleichen (20).
(Unsere jämmerlich inadäquate „Verteidigung“ gegen Übergewicht macht Sinn, wenn wir sie im Kontext unserer Evolution betrachten. Die Fähigkeit uns selbst zu Tode zu fressen ist eine sehr neue Entwicklung, während die Bedrohung eines Todes durch Verhungern für Millionen von Jahren fast täglich gegenwärtig war.)
Und während Du fetter und fetter wirst, steigt auch Dein Setpoint
Je länger Du in einem gegebenen Bereich Deines Körpergewichts verbleibst, desto mehr gewöhnt sich Dein Körper hieran (21) und verteidigt sich nur schwach gegen eine weitere Gewichtszunahme, aber stark gegen eine Gewichtsreduzierung.
Die Implikationen hiervon sind weitreichend. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass die signifikante Erhöhung der täglichen Kalorienzufuhr in der westlichen Welt bereits alleine ausreicht, um die dramatische Erhöhung der Übergewichtraten zu erklären (22).
Die Ernährung, die einem niedrigen Setpoint am zuträglichsten ist
Wenn Du einen anderen Blog lesen würdest, dann wäre dies die Stelle, an der der Autor wahrscheinlich die transformativen Auswirkungen einer sauberen Ernährung, der Paleo Ideologie, einer kohlenhydratarmen Ernährung oder irgendeiner anderen restriktiven Ernährungsform predigen würde.
Nun, gut dass Du hier bist und nicht dort, denn ich habe bessere Neuigkeiten für Dich:
Die beste Ernährung zur Aufrechterhaltung eines niedrigen Setpoints ist eine Ernährung, die am besten dazu geeignet ist, einen Status einer neutralen Energiebilanz aufrecht zu erhalten. Dies bedeutet, dass jede Ernährung, die eine übermäßige Nahrungszufuhr fördert, sowohl für Dein Körpergewicht, als auch für Deinen Setpoint schlecht ist, während eine Ernährung, die ein Gleichgewicht zwischen Energiezufuhr und Energieverbrauch fördert, gut für Dein Körpergewicht und Deinen Setpoint sind.
Und wie sieht dies in der Praxis aus?
Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass es leichter ist, bei einer fettreichen Ernährung zu viel zu essen (23) und dass die Übergewichtsrate bei Menschen, die sich fettreich ernähren, höher als bei Menschen ausfällt, die sich fettarm ernähren (24). So lange Du es nicht schaffst, Deine Kalorienzufuhr strikt zu regulieren, ist eine fettreiche Ernährung für die meisten Menschen ein perfektes Rezept für einen hohen Setpoint (25).
Dies ist nicht besonders überraschend, wenn man bedenkt, welche hohe Energiedichte fettreiche Nahrungsmittel aufweisen und wie leicht es ist, zu viel von diesen zu konsumieren.(selbst gesunde Fette wie Nüsse, Milchprodukte und Öle). Erinnere Dich daran, dass ein täglicher Kalorienüberschuss von lediglich einem Esslöffel Olivenöl ausreichend ist, um eine kontinuierliche Gewichtszunahme zu verursachen (26).
Darüber hinaus gibt es Hinweise darauf, dass eine fettarme, kohlenhydratreiche Ernährung einen effektiven Weg darstellt, den Setpoint zu normalisieren und zu stabilisieren (27). Dies hängt zumindest teilweise damit zusammen, dass Kohlenhydrate besser als Fette sättigen (28) (und somit einer übermäßigen Nahrungszufuhr entgegenwirken) und der Körper besonders gut darin ist, überschüssige Kohlenhydrate zu verbrennen, anstatt sie in Form von Fett zu speichern (29).
Diese Untersuchungen stimmen mit dem überein, was ich auch bei meiner Arbeit beobachte. Jede Woche höre ich von Menschen, die eine fettreiche, kohlenhydratarme Ernährung einhalten und nicht dazu in der Lage sind, Gewichtsabbauplateaus zu durchbrechen. Gleichzeitig höre ich jede Woche von Menschen, die ich vor einer kohlenhydratarmen Ernährung bewahrt habe und die jetzt schlanker sind und sich besser als je zuvor fühlen, seitdem sie eine proteinreiche Ernährung mit moderater bis hoher Kohlenhydratzufuhr und moderater bis niedriger Fettzufuhr einhalten.
Das hormonelle Profil und der Setpoint
Genau wie Deine genetische Veranlagung beeinflussen auch Deine natürlichen Hormonspiegel Deinen Setpoint, wobei sie diesen nur beeinflussen, aber nicht bestimmen.
Hier sind einige Beispiele hierfür:
- Höhere Testosteronspiegel werden mit einem schlankeren Körper in Verbindung gebracht
- Leptinspiegel und eine Leptinsensitivität spielen beim der Verteidigung gegen einen Gewichtsabbau eine wichtige Rolle (30)
- Hohe Spiegel des Stresshormons Kortisol werden mit einer Fettansammlung im Bereich des Bauches in Verbindung gebracht (31)
Und auch wenn einige Menschen von Natur aus ein besseres hormonelles Profil als andere aufweisen – was höhere Testosteronspiegel, eine gute Leptinsensitivität und allgemein niedrigere Kortisolspiegel umfasst – ist die gute Nachricht, dass wir alle dadurch ein gesundes hormonelles Profil erreichen können, dass wir uns darauf konzentrieren, gesund zu leben.
Und das ist recht einfach:
- Nimm die Mehrzahl Deiner Kalorien in Form von nahrhaften Nahrungsmitteln zu Dir
- Iss genug Protein
- Treibe regelmäßig Sport
- Achte darauf, genug Schlaf zu bekommen
- Manage Deine Stresslevel
Achte hierauf und Dein hormonelles Profil wird mehr als adäquat für die Aufrechterhaltung eines niedrigen Setpoints sein.
Wie kannst Du Deinen Setpoint verändern
Nachdem wir nun die relevante Theorie behandelt haben, ist es an der Zeit, dass wir uns auf die Praxis konzentrieren. Wir wissen, wie leicht es ist, den Setpoint zu erhöhen – eine chronisch erhöhte Kalorienzufuhr ist alles, was hierfür nötig ist – aber das ist wahrscheinlich nicht Dein Ziel, wenn Du diesen Artikel liest.
Du wirst vielmehr wissen wollen, wie Du Deinen Setpoint senken kannst und das ist komplizierter – komplizierter aber machbar. Es gibt hierfür allerdings keine schnelle Lösung. Es gibt keine Abkürzungen oder „Bio Hacks“, um dies zu erreichen. Eine Reduzierung des Setpoints bedarf vielmehr Geduld, Disziplin und Konsistenz, wobei die gute Nachricht ist, dass es nicht besonders schwer ist.
Das Ergebnis wird die Anstrengungen auf jeden Fall wert sein. Du kannst einen niedrigen Körperfettanteil mit relativer Leichtigkeit aufrecht erhalten und trotz gelegentlicher zu hoher Kalorienzufuhr eine gewisse Widerstandsfähigkeit gegenüber einer Zunahme an Körperfett entwickeln.
Das Ganze funktioniert folgendermaßen:
Reduziere Dein Körperfett auf den gewünschten Level
Der gesamte Sinn der Reduzierung Deines Setpoints besteht darin, einen niedrigeren Körperfettanteil aufrecht zu erhalten, so dass der erste Schritt natürlich darin besteht, einen niedrigen Körperfettanteil zu erreichen, der aufrechterhalten werden kann.
Dies kannst Du am besten durch eine Kalorienrestriktion und die Kombination von Widerstandstraining und hochintensivem Intervalltraining (HIIT) erreichen.
Baue Muskeln auf
Nichts hilft mehr dabei, einen niedrigen Setpoint aufrecht zu erhalten, als eine substantielle Menge an Muskeln aufzubauen (und nein, Du musst nicht fett werden, um dies zu erreichen).
Muskeln stellen stoffwechseltechnisch aktives Gewebe dar, was bedeutet, dass sie Deinen Grundumsatz erhöhen (32). Je mehr Muskeln Du hast, desto mehr Energie wird Dein Körper im Ruhezustand verbrennen. Und je mehr Energie Dein Körper im Ruhezustand verbraucht, desto mehr kannst Du jeden Tag essen ohne fett zu werden.
Darüber hinaus deuten wissenschaftliche Untersuchungen darauf hin, dass Du umso weniger Fett in Reaktion auf eine übermäßige Kalorienzufuhr aufbaust, je mehr Muskelmasse Du hast (33). Dies bedeutet, dass Du umso weniger dafür bestraft wirst, wenn Du zu viel isst, je mehr Muskeln Du hast. Dieser Spielraum bewirkt Wunder, wenn es um eine langfristige Einhaltung einer bestimmten Ernährung geht, denn eine große Menge an Muskelmasse erlaubt Dir regelmäßige kalorienreiche Mahlzeiten mit nur geringen Konsequenzen.
Einfach gesagt wird es Dir umso leichter fallen schlank zu werden und zu bleiben, je mehr Muskeln Du hast.
Verwende Trainings- und Ernährungsprogramme, um eine gesunde Körperkomposition aufrecht zu erhalten.
Wie bereits zuvor in diesem Artikel beschrieben wurde, wird es umso leichter werden, ein gewisses Körpergewicht aufrecht zu erhalten, je länger Du bei diesem Gewicht verbleibst. Und je gesünder Dein Körper ist, desto besser werden seine Hormone Deine Anstrengungen unterstützen schlank zu bleiben.
Der Schlüssel besteht darin, dass Du zuerst bewusst Deine Energiebilanz kontrollierst, da Deine Instinkte Dich wahrscheinlich dazu bringen werden, zu viel zu essen. Dies bedeutet im Endeffekt eine korrekte Mahlzeitenplanung und das richtige Management von Schummelmahlzeiten.
Achte langfristig hierauf und Dein Körper wird ein neues Defaultgewicht und einen neuen Setpoint entwickeln, den er versucht aufrecht zu erhalten und zu verteidigen.
Referenzen:
1. https://stacks.cdc.gov/view/cdc/19140
2. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17469900
3. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16002825
4. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19136999/
5. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11803695
6. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12403079
7. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/8363190
8. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16439708
9. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21173874
10. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11803695
11. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19506576/
12. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/9228205
13. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10221987/
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33. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23736367
Quelle: https://www.muscleforlife.com/body-weight-Setpoint/
Von Michaele Matthews

1. Trinke Kaffee
Trinke jeden Tag 3 bis 4 Tassen regulären oder entkoffeinierten Kaffee und Du könntest länger leben. Kaffee ist insofern ein kleines Mysterium, als wir nicht wirklich sicher sind, wie er einige der Dinge tut, die er bewirkt. Eines ist jedoch sicher: je mehr Kaffee Du trinkst, desto besser bist Du dran. In der Tat wirst Du umso länger leben, je mehr Kaffee Du trinkst.
Bei einer Sterblichkeitsstudie, die 400.000 Personen umfasste und im New England Journal of Medicine veröffentlicht wurde, lag die Sterblichkeit bei Kaffeetrinkern um 6 bis 16% niedriger als der Durchschnitt. Eine japanische Studie, die im American Journal of Clinical Nutrition veröffentlicht wurde, kam zu dem Ergebnis, dass Kaffeetrinker während der 19 –jährigen Studiendauer ein um 24% niedrigeres Sterberisiko aufwiesen.
Die optimale Menge scheint im Bereich von 3 bis 4 Tassen regulärem oder entkoffeinierten Kaffee zu liegen, aber eine Studie, die den Konsum von 6 Tassen Kaffe pro Tag umfasste, sah eine Reduzierung der Diabetesdiagnosen im Bereich von 33%. Andere Leiden, die positiv beeinflusst wurden, umfassten Leberkrebs, Fettleber, alkoholbedingte Erkrankungen der Leber, Herzkrankheiten, Schlaganfall, Depressionen, Alzheimer und Parkinson.
2. Halte Deine Testo Spiegel hoch
Niedrige Androgenspiegel werden mit einer höheren Sterblichkeitsrate in Verbindung gebracht – und sie werden Dich außerdem fett machen.
Du weißt wahrscheinlich, dass männliche Hormone bei Muskelaufbau, Kraft, Libido, Energie und niedrigen Körperfettspiegeln eine Rolle spielen, aber ausreichende Spiegel dieser Hormone sind auch dafür wichtig, einfach nur am Leben zu bleiben. Im Gegensatz zu dem, was Dir einige Leute über hohe Testosteronspiegel erzählen wollen, sind es nicht hohe Testosteronspiegel, sondern niedrige Testosteronspiegel, die das wahre Problem darstellen.
Niedrige Androgenspiegel weisen eine starke Korrelation mit folgenden Problemen auf:
- Erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf Erkrankungen
- Verengung der Halsschlagadern
- Abnormales EKG
- Häufigeres Auftreten einer Herzinsuffizienz
- Gesteigertes Auftreten von Angina Pectoris
- Erhöhter Body Mass Index (BMI)
- Typ 2 Diabetes
- Metabolisches Syndrom
- Insulinresistenz
- Höhere Sterblichkeitsrate durch alle Ursachen inklusive Herz-Kreislauf Erkrankungen
Vielleicht hast Du Dir den letzten Eintrag auf der Liste zweimal angesehen. Das solltest Du auch. Eine Studie, die 858 männliche Probanden umfasste, kam zu dem Ergebnis, dass Studienteilnehmer mit niedrigen Androgenspiegeln ein um 88% höheres Risiko aufwiesen, zu sterben – und zwar aus allen Gründen und selbst dann, wenn Variablen wie Alter, Krankheiten und Body Mass Index mit berücksichtigt wurden.
Bist Du immun gegen niedrige Spiegel männlicher Hormone, weil Du mit schweren Gewichten trainierst? Nein. Männliche Sportler haben oft niedrigere Testo Spiegel als untrainierte Männer. Eine Studie kam zu dem Ergebnis, dass Gewichtheber Testosteronspiegel aufwiesen, die um 60 bis 85% niedriger als bei unsportlichen Männern ausfielen.
Einige Wissenschaftler führen diesen Unterschied auf Veränderungen des Leber- und Muskelstoffwechsels von Androgenen zurück, der durch die Hoden der Athleten nicht kompensiert werden kann. Ich vermute hingegen, dass dieses Phänomen etwas mit einer bisher noch nicht erklärbaren trainingsinduzierten Erhöhung des Steroidhormon bindenden Globulins (SHGB) zu tun hat, welches Androgene im Gewebe schlechter verfügbar macht. Niedrige Androgenspiegel scheinen bei Kraftsportlern epidemische Ausmaße anzunehmen. Sicher, die Androgenspiegel steigen für gewöhnlich nach einer intensiven Trainingseinheit, aber diese Erhöhung ist nur kurzlebig und die Spiegel fallen hiernach häufig unter den Normalwert.
Halte also Deine Androgenspiegel hoch. Verwende pflanzliche Testo-Booster und ziehe eine ärztlich überwachte Hormonersatztherapie in Betracht, wenn Deine Spiegel sehr niedrig sind.
3. Halte Deine Östrogenspiegel unter Kontrolle
Hohe Östrogenspiegel können das Risiko für degenerative Erkrankungen und einen frühzeitigen Tod erhöhen.
Es wird immer offensichtlicher, dass eine Menge Ärzte idiotische Inselbegabte sind. Ein Paradebeispiel ist die große Östrogenstudie, die im Journal of the American Medical Association veröffentlicht wurde.
Die Wissenschaftler überwachten die Östrogenspiegel einer großen Gruppe von Männern. Sie fanden heraus, dass Männer deren Östradiolspiegel (eine Form von Östrogen) im normalen Bereich zwischen 21,80 und 30,11 pg/ml lagen, das geringste Sterberisiko während der dreijährigen Studiendauer aufwiesen. Männer mit den höchsten Spiegeln (über 37,99 pg/ml) wiesen ein um 133% höheres Sterberisiko während desselben Zeitraums auf. Männer mit den niedrigsten Östrogenspiegeln (unter 12,90) waren jedoch am schlechtesten dran und wiesen ein um 317% höheres Sterberisiko auf.
Einige Ärzte schlossen aus dieser Studie, dass Männer Östrogen brauchen, weshalb sie ihren Patienten nichts geben wollen, das die Östrogenspiegel senkt. Mit anderen Worten ausgedrückt ignorieren viele Ärzte das weitaus häufigere Problem hoher Östrogenspiegel und weigern sich deshalb, Antiöstrogenmedikamente zu verschreiben. Das Problem ist, dass mit steigenden Östrogenspiegeln auch das Risiko für degenerative Erkrankungen steigt. Das Risiko für Arteriosklerose steigt und selbiges gilt für das Schlaganfallrisiko. Die Prostata wächst. Und das Risiko zu Sterben steigt auch.
Wenn Du ein Sportler bist, dann beeinträchtigen hohe Östrogenspiegel außerdem Deine Fähigkeit Kraft und Muskeln aufzubauen und sie machen es schwerer, schlank zu werden. Sicherlich muss das Östrogen unter Kontrolle gehalten werden. Wenn Du unter hohen Östrogenspiegeln leidest kannst Du ein natürliches Supplement zur Senkung der Östrogenspiegel in Betracht ziehen, oder – falls das Problem wirklich gravierend ist – einen Arzt konsultieren, der Dir ein östrogensenkendes Medikament verschreiben kann.
4. Höre auf damit, Dich von innen zu kochen.
Zu viele gleichmäßig über den Tag verteilte Mahlzeiten halten den Blutzuckerspiegel den ganzen Tag über hoch, was zu einer Reihe von Komplikationen führt.
Wenn man Fleisch Hitze aussetzt, dann wird es braun. Dies ist ganz einfach die Folge davon, dass sich Zucker mit Protein verbindet, was auch als Maillard-Reaktion bekannt ist. Dies ist gut, wenn Du ein Schweinekotelett brätst, aber es ist nicht so gut, wenn Du dies Deinen inneren Organen antust. Dich selbst zu kochen klingt nach einem recht unwahrscheinlichen Szenario.
Es ist jedoch genau das, was passiert, wenn Du Deinen Blutzuckerspiegel gewohnheitsmäßig über 85mg/dl hältst. Wenn Du Dich lange genug „kochst“, dann wird dies zu Erkrankungen der Nieren, Gelenkschäden, einer Versteifung des Bindegewebes Arteriosklerose und Insulinresistenz führen, welche letztendlich zu Diabetes vom Typ 2 führen kann. Zusätzlich hierzu wirst Du pummelig werden.
Wissenschaftler haben abgeschätzt, dass einer von drei Amerikanern bis zur Mitte des Jahrhunderts entweder halb gar oder gut durchgebraten enden wird. Dies ist einfach nur die logische Folge unseres augenblicklichen Lebensstils, der Ernährungsexzesse im Allgemeinen, den Verzehr von zu vielen schnell verdaulichen Kohlenhydraten über einen zu langen Zeitraum und zu wenig Bewegung und Sport umfasst. Überraschenderweise kann bereits der einfache Verzehr mehrerer kleiner über den Tag verteilter Mahlzeiten zu Insulinresistenz und problematisch hohen Blutzuckerspiegeln führen.
Diese multiplen Mahlzeiten bewirken, im Gegensatz zu dem, was die meisten Menschen denken, über den Tag verteilt multiple Insulinschübe, welche im Gegenzug die Zellen insulinresistenter machen. Im Lauf der Zeit wird mehr und mehr Insulin ausgeschüttet werden, um die Insulinresistenz zu kompensieren, bis es letztendlich den Kampf verliert. Die Blutzuckerspiegel werden steigen und erhöht bleiben.
Viele Ärzte sagen Dir, dass Du Deinen Blutzuckerspiegel im Fastenzustand unter 100 halten solltest, da alles, was höher als dies ausfällt (bis 126 mg/dl) ein Zeichen für einen prädiabetischen Zustand darstellt. Sobald Deine Werte im nüchternen Zustand über 126 liegen, wirst Du als Diabetiker angesehen. Die Maillard-Reaktion beginnt jedoch bereits bei oder oberhalb von 85 mg/dl.
Es gibt ein paar Dinge, die Du unternehmen kannst. Du kannst beginnen weniger Mahlzeiten pro Tag zu essen (3 oder 4 anstelle von 6), wobei Du sicherstellst, dass die Mahlzeiten glykämisch korrekt sind (proteinreich und reich an gesunden Fetten bei wenig Kohlenhydraten oder zumindest wenig einfachen, schnell verdaulichen Kohlenhydraten).
5. Nimm jeden Tag Curcumin
Curcumin ist ein wirkungsvoller Entzündungshemmer, aber seine anderen Wirkungen reichen von Schmerzmanagement bis hin zu Vorzügen, die nahezu jedes Organ im menschlichen Körper betreffen.
Curcumin kann:
- Die Herz-Kreislauf Gesundheit verbessern
- Das Körperfett reduzieren
- Gesunde Cholesterinspiegel unterstützen
- Die Verlangsamung einer Abnahme der kognitiven Fähigkeiten bewirke
- Als Aromatasehemmer agieren
- Die Ablagerung von Plaques in den Arterien reduzieren
- Das Diabetesrisiko reduzieren
Und wie fast alles, was von einer Pflanze stammt, besitzt Curcumin auch antioxidative Wirkungen. Curcumin kommt im Gewürz Kurkuma vor und in Indien werden größere Mengen dieses Gewürzes, als sonst wo auf der Welt konsumiert. Wenn man die scheinbar unendlichen Gesundheitsvorzüge von Curcumin berücksichtigt, dann sollte man glauben, dass die Inder das gesündeste Volk der Welt sein müssten. Unglücklicherweise kann der Körper Curcumin nicht besonders gut aufnehmen. Curcumin einfach als Hauptbestandteil von Currypulver zu sich zu nehmen wird unabhängig von der verwendeten Menge keine große Wirkung entfalten.
Um von den Wirkungen von Curcumin profitieren zu können, musst Du es als Teil einer Formel zu Dir nehmen, die Piperin enthält, welches die Absorption von Curcumin um bis zu 2000% erhöht. Nimm ein paar Gramm pro Tag zu Dir. Curcumin ist eine der wenigen Verbindungen, nach deren Verwendung Du bewusst spüren wirst, dass Du Dich besser fühlst.
6. Iss nährstoffdichtes Chili
Koche und iss Dinge, die eine hohe Nährstoffdichte aufweisen.
Die meisten von uns essen jede Woche denselben Müll – warum sollten wir nicht sicherstellen, dass zumindest etwas von den Zeugs, das wir ständig essen, eine Tonne Nährstoffe enthält? Dieses Chili ist proteinreich, weist einen niedrigen glykämischen Index auf und enthält mehrere Nahrungsmittel, die sich weit oben auf der ANDI Skala (Aggregate Nutrient Density Index) befinden – eine Skala, die Nahrungsmittel nach ihrer Nährstoffdichte sortiert.
Dieses Chili ist so nahrhaft, dass Du Dich wahrscheinlich über einen längeren Zeitraum ausschließlich davon ernähren könntest. Ach ja, es schmeckt auch noch verdammt gut. Das folgende Rezept sollte genügend Mahlzeiten für den größten Teil der Woche ergeben.
Nährstoffdichtes Chili Rezept:
- 3 Hackfleisch von mit Gras gefütterten Rindern oder Pute
- 1 bis 2 mittelgroße gehackte Zwiebeln
- 2 Rote Paprika, gewürfelt
- 5 Karotten, gewürfelt
- 2 Tassen Spinat
- 2 Knoblauchzehen
- 900 Gramm geschälte Tomaten mit Saft
- 1,3 Liter scharfer Hot V8 Saft
- 500 Gramm rote Kidneybohnen, abgetropft
- 500 Gramm weiße Bohnen, abgetropft
- 2 Esslöffel Jodsalz (um Dich vor einem weit verbreiteten Jodmangel zu schützen
- 2 Esslöffel Oregano
- 5 Esslöffel Chilipulver
- ¾ Esslöffel Cayennepfeffer
- 1 Tasse rohe Cashews, gemahle
- Optional: 125 Gramm Rinderleber, fein gehackt (diese geringe Menge wird den Geschmack nicht beeinträchtigen)
Zubereitung:
- Brate das Hackfleisch (und die Leber, falls gewünscht) in einem großen Topf und entnimm es nach dem Braten.
- Brate Zwiebeln, Paprika, Karotten und Knoblauch in Öl im selben Topf.
- Gib Tomaten, V8 Saft, Bohnen, alle Gewürze und die gemahlenen Cashews hinzu und rühre das ganze gut durch.
- Lasse das Ganze für mindestens zwei Stunden unter gelegentlichem Umrühren köcheln. Gib den Spinat etwa 10 Minuten vor dem Essen hinzu.
7. Mäßige Deine Antioxidantienzufuhr
Zu viele Antioxidantien sind nicht besser als zu wenige und können mehr schaden, als nutzen.
Die Theorie, die im Jahr 1972 aufgestellt wurde, war Folgende: Freie Radikale beeinträchtigen die Funktion der Mitochondrien der Zellen und setzen eine Kaskade von Enzymen in Bewegung, die die Zelle zerstückeln und töten, was letztendlich zu Organversagen und möglicherweise einem systemischen Versagen der Körperfunktionen führt. Aus diesem Grund musst Du Dich mit Antioxidantien schützen, um unempfindlich gegenüber Angriffen von Chemikalien, schlechter Ernährung, zu viel Sonnenlicht, radioaktiver Strahlung, Umweltverschmutzung, Internet Trolle usw. zu sein. Das ist der Grund dafür, dass nahezu jeder in der zivilisierten Welt blind daran glaubt, dass der Verzehr von so vielen Antioxidantien wie möglich etwas Gutes ist.
Es ist jedoch recht wahrscheinlich, dass wir alle falsch liegen. Ja, eine Reduzierung der Produktion freier Radikale ist eine gute Sache…bis zu einem gewissen Punkt. Das Problem ist wahrscheinlich ein Problem der Dosierung, des inkorrekten Timings, der falschen Antioxidantien oder zu vieler Antioxidantien. Wenn Du die Freisetzung freier Radikale durch Antioxidantien vollständig ausschaltest, dann wird das Membranpotential der Energie produzierenden Organellen, die als Mitochondrien bekannt sind, kollabieren und die Zelle auflösende Proteine werden in der Zelle verteilt werden. Wenn eine ganze Reihe von Mitochondrien dies tut, dann stirbt die Zelle. Wenn viele Zellen sterben, dann werden Organgesundheit und allgemeine Gesundheit hierunter leiden.
Freie Radikale sind wichtig für die Gesundheit, da sie – zusätzlich dazu, dass sie der Zelle sagen, wann oder wann nicht sie „Selbstmord“ begehen soll – auch die Zellatmung, welche als ATP Produktion (die Energiewährung der Zelle) bekannt ist, feinabstimmen. ATP ist für die Existenz Deines Körpers essentiell. Wenn Du durch die Verwendung von Antioxidantien zu viel mit diesen Mechanismen herumspielst, wirst Du vielleicht keinen bewussten Unterschied fühlen, aber es könnte sein, dass Du Dich auf zellularer Ebene Stück für Stück selbst zerstörst.
Natürlich solltest Du Antioxidantien zu Dir nehmen, aber wahrscheinlich keine individuellen Antioxidantien in Tabletten- oder Kapselform. Die Ernährungswissenschaft hat in ihrer Selbstüberschätzung einzelne Antioxidantien herausgepickt und diese unter der Annahme megadosiert, dass sie alleine, anstatt im Zusammenspiel mit dutzenden, hunderten oder sogar tausenden anderen Antioxidantien, agieren. Dies ist der Grund für Berichte darüber, dass zu viel Vitamin E oder C ernsthafte Gesundheitsprobleme hervorrufen kann.
Betrachte einen bescheidenen Spross Thymian. Dieser Spross alleine enthält 30 unterschiedliche Antioxidantien. Ist es nicht möglich, dass ihre angeblichen Vorzüge vielleicht – und nur vielleicht – dann zustande kommen, wenn sie alle zusammen aufgenommen werden, anstatt nur ein oder zwei dieser Antioxidantien herauszupicken? Aus diesem Grunde ist es schlauer, wenn Du Deine Antioxidantien in Form von Obst und Gemüse oder vielleicht auch in Form einer gefriergetrockneten Obst und Gemüse Formel zu Dir nimmst, die tausende Antioxidantien in Verbindung mit unzähligen Phytochemikalien enthält. Auf diesem Weg bekommst Du wahrscheinlich die korrekte Menge an Antioxidantien für eine optimale Kontrolle freier Radikale – genug, um vorzeitiges Altern oder Schädigungen des Körpers zu verhindern, aber nicht so viel, dass ein Selbstmord der Zellen gefördert wird.
8. Trainiere Sprints
Sprinten lässt Dich nicht nur heiß aussehen, sondern verbessert auch die mitochondrielle Gesundheit und Leistung.
Wenn die Leute nur Sprinten würden, anstatt Cardio Maschinen zu verwenden. Denke an all den Platz, der hierdurch für Gewichte, Racks und Maschinen frei würde.
Die Vorzüge von Sprints umfassen unter anderem Folgendes:
- Bevorzugte Verbrennung von Fett und Erhöhung der Fettoxidation nach dem Training um 75%.
- Baut Muskeln in den Beinen und im Rumpf auf.
- Baut bei Frauen deutliche Mengen an Muskeln auf (bei Frauen steigt die Proteinsynthese nach dem Sprinten um 222%, während sie bei Männern nur um 43% steigt).
- Verbessert die Insulinsensitivität.
Darüber hinaus verbessert Sprinten die mitochondrielle Gesundheit und Leistungsfähigkeit. Intensives Training wie sprinten erhöht die Anzahl der Mitochondrien innerhalb der Zellen, was gut für die Leistungsfähigkeit und die allgemeine systemische Gesundheit ist (da die Anzahl der Mitochondrien – je höher desto besser – stark mit der Leistungsfähigkeit, der Herzgesundheit, der Gesundheit der Prostata, der Gesundheit der Leber, usw. korreliert).
9. Nimm Aspirin.
Aspirin kann dabei helfen freie Radikale zu kontrollieren, die Gesundheit zu verbessern, die Lebensspanne zu verlängern und potentiell sogar Fett zu verbrennen.
Du kennst vielleicht die Verbindung zwischen Aspirin und Herzinfarkten. Bei Menschen über 50 resultiert die Einnahme einer Baby Aspirin (80 mg) in einer Reduzierung des Herzinfarktrisikos um 22% und einer Reduzierung des Schlaganfallrisikos um 25 bis 80%. Darüber hinaus gibt es Hinweise darauf, dass die Einnahme einer Baby Aspirin jeden Tag zu einer substantiellen Reduzierung des Darmkrebsrisikos führt.
Doch dies sind unter Umständen nicht die wichtigsten Gründe für eine regelmäßige Einnahme von Aspirin – was insbesondere dann gilt, wenn Du in Deinen Vierzigern, Dreißigern oder sogar Deinen Zwanzigern bist. Aspirin hat sich als milder respiratorischer Entkoppler herausgestellt, was einige seiner mysteriösen Gesundheitsvorzüge erklärten könnte. Die Entkopplung ist ein zellularer Prozess, der einen konstanten Fluss an Elektronen die Atmungskette entlang (d.h. ATP Produktion) in den Energie produzierenden Mitochondrien ermöglicht. Dieser Prozess begrenzt den Fluss freier Radikale, ohne diesen völlig auszuschalten und könnte somit theoretisch die Gesundheit verbessern, die Lebenserwartung erhöhen und sogar Fett verbrennen.
Eine völlige Deaktivierung der Produktion freier Radikale, wie sie unter Umständen zustande kommen kann, wenn Du Antioxidantien überdosierst, kann zum Zelltod führen, was so ziemlich das Gegenteil von dem ist, was man mit der Einnahme von Antioxidantien bewirken will. Eine respiratorische Entkopplug, wie sie durch Aspirin zustande kommt, ist also etwas Gutes.
Ziehe die Einnahme von einer Baby Aspirin in Betracht, aber bedenke auch, dass Aspirin bei einem kleinen Prozentsatz der Bevölkerung Magenblutungen hervorrufen kann.
Quelle: https://www.t-nation.com/living/9-ways-to-live-longer-and-look-better-naked
Von TC Luoma

Ich habe in letzter Zeit eine Unmenge an Fragen zum Thema Alkohol und Fettabbau gestellt bekommen. Dies geschieht jedes Jahr, wenn die Sommerzeit beginnt – Partys, Clubs, Urlaub und das ganze Zeugs. Alkohol ist eine Schlüsselzutat. Was die Leute wissen wollen, ist im Grunde genommen, wie sehr Alkohol fett machen kann, wie er die Proteinsynthese beeinflussen kann, wie sie ihn in ihre Ernährung einplanen können und was sie trinken sollten, wenn sie feiern gehen.
Ich denke, dass dies ein interessantes Thema ist, das wir näher betrachten sollten – was nicht zuletzt auch damit zusammenhängt, dass die meisten Menschen aus der Gesundheits- und Fitnesswelt dazu neigen, eine Menge Spaß zu verpassen, da sie versuchen auf Alkohol zu verzichten. Ich kenne eine Menge Leute, die lieber zu Hause bleiben und sich um ihre Ernährung kümmern, als auszugehen und sich ein paar Drinks zu gönnen. Das ist wirklich traurig, da es aus den falschen Gründen geschieht.
Ich mache diesen Menschen keinen Vorwurf. Lies Dir die Bodybuilding- und Fitnesszeitschriften durch oder höre auf die „Experten“ und Du wirst schnell glauben, dass ein paar Drinks Deine Muskeln zusammenfallen lassen werden, Dich impotent machen werden und Dir eine fette Wampe bescheren werden. Das ist natürlich zum größten Teil völliger Blödsinn. Aber all das ist kein Wunder, wenn wir es mit der Mainstream Fitnessfanatikern zu tun haben, die die Dinge nicht einmal dann ins rechte Licht rücken könnten, wenn ihr Leben davon abhängen würde.
Dieser Artikel soll als Überblick über die Auswirkungen von Alkohol auf alle Dinge dienen, die jemanden interessieren könnten, der daran interessiert ist, seine Körperkomposition zu optimieren. Und am Ende dieses Artikels werde ich dem Leser zeigen, wie selbst ein hoffnungsloser Säufer wie ich trotz regelmäßigem Alkoholkonsum schlank bleiben kann.
Alkohol und Thermogenese
Es gibt eine anhaltende Debatte darüber, ob Alkoholkalorien zählen oder nicht zählen (1). Diese Diskussion wurde durch die Tatsache ausgelöst, dass Trinker weniger als Nichttrinker wiegen (2) und Studien einen beschleunigten Fettabbau beobachten konnten, wenn Fett und Kohlenhydrate durch eine äquivalente Menge an Kalorien in Form von Alkohol ersetzt werden. Die Verbindung zwischen niedrigerem Körpergewicht und moderatem Alkoholkonsum fällt bei Frauen besonders stark aus. Bei Männern ist diese Verbindung neutral oder schwach, aber sie ist vorhanden.
Wie kann dies unter Berücksichtigung der Tatsache erklärt werden, dass Alkohol bezüglich der Energiedichte pro Gramm hinter Fett an zweiter Stelle von allen Nährstoffen liegt? Ganz zu schweigen davon, dass Alkohol in Form von Flüssigkeit konsumiert wird und dass Flüssigkeiten nicht viel zur Sättigung beitragen.
Der Kaloriengehalt von Alkohol wird mit 7,1 kcal pro Gramm angegeben, aber der reale Wert liegt aufgrund der thermischen Wirkung der Nahrung (TEF), die bei Alkohol bei etwa 20% der Kalorien liegt, eher im Bereich von 5,7 kcal pro Gramm (3). Hiermit liegt Alkohol bezüglich der thermischen Wirkung nur knapp an zweiter Stelle hinter Protein, welches abhängig von der Aminosäurekomposition eine thermische Wirkung von 25 bis 30% aufweist. Die aus dem Alkoholkonsum resultierende erhöhte Thermogenese wird zumindest zum Teil durch Katecholamine vermittelt (4).
Ist eine höhere thermische Wirkung eine brauchbare Erklärung für den niedrigeren Körperfettanteil von Menschen, die regelmäßig Alkohol konsumieren? Wir müssen hier mit in Betracht ziehen, dass Alkohol die Sättigung nicht wie andere Nährstoffe beeinflusst. Die Hemmung der Impulskontrolle, die mit einem erhöhten Alkoholkonsum in Verbindung steht, kann außerdem eine erhöhte Kalorienzufuhr zur Folge haben. Bist Du jemals mitten in der Nacht von einer Party nach Hause gekommen und hast danach eine ganze Packung Frühstückszerealien heruntergeschlungen? Das ist das, was ich meine.
Es ist unwahrscheinlich, dass die Auswirkungen von Alkohol auf das Körpergewicht bei der allgemeinen Bevölkerung ausschließlich auf die thermische Wirkung zurückgeführt werden kann. Eine alternative Erklärung besteht darin, dass Alkoholkonsum die Nahrungszufuhr auf lange Sicht reduziert (6).
Eine andere Erklärung ist, dass regelmäßiger Alkoholkonsum die Nährstoffpartitionierung durch eine Verbesserung der Insulinsensitivität auf wünschenswerte Art und Weise beeinflusst.
Alkohol, Insulinsensitivität und Gesundheit
Moderater Alkoholkonsum verbessert die Insulinsensitivität (7), senkt die Triglyzeridspiegel (8) und verbessert die glykämische Kontrolle – und das nicht nur bei gesunden Menschen, sondern auch bei Typ 2 Diabetikern (9). Es gibt keinen klaren Konsens bezüglich der Mechanismen, die einer Verbesserung der Insulinsensitivität von Alkohol zugrunde liegen, aber eine mögliche Erklärung könnte sein, dass Alkohol die Schlankheit durch eine Anregung von AMPK in der Skelettmuskulatur fördert (10). Es ist nicht weit hergeholt anzunehmen, dass dies auf längere Sicht gesehen wünschenswerte Auswirkungen auf die Nährstoffpartitionierung besitzen könnte.
Wenn Dich die Auswirkungen von Alkohol auf die Insulinsensitivität nicht beeindrucken, dann solltest Du die Tatsache in Betracht ziehen, dass Studien konsistent gezeigt haben, dass Menschen, die moderate Mengen an Alkohol trinken, länger als Menschen leben, die keinen Alkohol trinken (11). Dies kann hauptsächlich auf ein reduziertes Risiko für Herz-Kreislauf Erkrankungen zurückgeführt werden. Alkohol kann jedoch auch zu einem gesünderen und krankheitsfreien Leben beitragen, da er vor Alzheimer (12), dem metabolischen Syndrom (13), rheumatischer Arthritis (14), Erkältungen (15), unterschiedlichen Arten von Krebs (16), Depressionen (17) und vielen anderen Erkrankungen der westlichen Welt schützen kann – und diese Liste wird länger und länger.
Man kann fast zweifelsfrei sagen, dass moderater Alkoholkonsum gesünder als eine vollständige Abstinenz ist. Mit dieser Information im Hinterkopf ist es seltsam, dass die Fitness- und Gesundheitsgemeinschaft Alkohol ablehnt. Diese irrationale Einstellung scheint auf der Ansicht zu basieren, dass Alkohol fett macht und Muskelzuwächse behindert. Werfen wir also einen Blick auf diese Behauptungen.
Alkohol, Hormone und Training
Du hast wahrscheinlich schon gehört, dass Alkohol die Testosteronspiegel senkt. Auch wenn dies wahr ist, wird die tatsächliche Auswirkung stark übertrieben dargestellt. Eine dreiwöchige Studie, in deren Rahmen Männer und Frauen 30 bis 40 Gramm Alkohol pro Tag konsumierten, zeigte am Ende der Studiendauer eine Reduzierung der Testosteronspiegel um 6,8% bei Männern, während bei Frauen keine Veränderungen bezüglich der Testosteronspiegel beobachtet werden konnten (18). Dies entspricht einer Menge von drei Bier pro Tag für drei Wochen bei einer mickrigen Reduzierung der Testosteronspiegel bei Männern um 6,8%. Was glaubst Du, welche Auswirkungen ein paar Bier am Abend ein oder zweimal pro Woche haben würden? Wahrscheinlich so gut wie keine.
Um eine signifikante Reduzierung der Testosteronspiegel zu erreichen, müsstest Du ernsthafte Mengen an Alkohol konsumieren. 120 Gramm Alkohol, was etwa 10 Bier entspricht, wird die Testosteronspiegel für bis zu 16 Stunden nach dem Saufgelage um 23% senken (19). Wenn Du so viel trinkst, dass Du im Krankenhaus landest, erreichst Du eine ähnliche Wirkung mit einer Reduzierung der Testosteronspiegel um etwa 20% (20).
Ein paar Studien haben einen Alkoholkonsum während der Post-Workout Phase betrachtet. Eine Studie untersuchte die hormonelle Reaktion auf einen Alkoholkonsum nach dem Training, der bei 70 bis 80 Gramm Alkohol lag, was etwa 6 bis 7 Bier entspricht (21). So viel zu einer „Optimierung“ des Nährstofftimings. Doch trotz dieses heftigen Trinkgelages direkt nach dem Training konnten keine Auswirkungen auf die Testosteronspiegel und nur eine sehr geringe Auswirkung auf die Kortisolspiegel beobachtet werden. Letzteres war aufgrund der Auswirkungen von Alkohol auf die Katecholamine zu erwarten. Ein Zitat aus diesem Paper fasst die wissenschaftlichen Ergebnisse bezüglich der Auswirkungen von Alkohol auf die Testosteronspiegel wie folgt zusammen:
Auch wenn die Mehrzahl der mit Menschen durchgeführten Studien keine Auswirkungen von Ethanol auf die Serumspiegel des Luteinizing Hormons (LH) beobachten konnte, haben einige eine Erhöhung beobachtet, während andere eine Reduzierung unterstützen.
Koziris LP, et al (2000)
Es scheint so, als ob der Fitness Mainstream, der den “Alkohol senkt die Testosteronspiegel” Mythos am intensivsten propagiert, bei der Auswahl der Studien, die diese Behauptung unterstützen, Rosinenpickerei betrieben hat. Nun, das stellt eigentlich keine große Überraschung dar. Wir haben Ähnliches in der Vergangenheit bereits sehr oft bei der Mahlzeitenfrequenz und unzähligen anderen Ernährungsmythen beobachtet.
Wenn es um die Regeneration nach einem Krafttraining geht, steigert ein moderater Alkoholkonsum (60 bis 90 Gramm Alkohol) die trainingsinduzierten Muskelbeschädigungen nicht (22) und beeinträchtigt auch nicht die Muskelkraft (23).
Die Studienlage zu diesem Thema ist jedoch etwas durchwachsen. Eine Studie, bei der ausschließlich ein sehr brutales exzentrisches Training zum Einsatz kam, auf das ein Alkoholkonsum im Bereich von 80 Gramm Alkohol folgte (1 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht), konnte eine beeinträchtigte Regeneration der trainierten Muskeln beobachten (24). In diesem Zusammenhang sollte angemerkt werden, dass die Regeneration nach exzentrischem Training länger dauert und dass das im Rahmen dieser Studie verwendete Volumen ziemlich irre war.
Eine andere Studie betrachtete ein erschöpfendes Ausdauertraining, auf das ein Alkoholkonsum im Bereich von 120 Gramm (1,5 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht) folgte und konnte signifikante Reduzierungen der Testosteronspiegel beobachten, die bis zum nächsten Tag anhielten (25).
Die Gemeinsamkeit bei diesen beiden Studien besteht darin, dass entweder ein extrem brutales Training oder ein ungewöhnlich hoher Alkoholkonsum nach dem Training zum Einsatz kamen. So lange Du es Dir nicht zur Angewohnheit machst, nach 50 exzentrischen Wiederholungen Beinstrecken bis zum Muskelversagen die ganze Nacht über von Bar zu Bar zu ziehen, sollten diese Studien jedoch nicht auf Dich zutreffen. Und doch sind es gerade Studien wie diese, welche die Aufmerksamkeit bei den Mitgliedern der Fitnessbewegung wecken, die sich strikt gegen Alkohol aussprechen.
Und was ist mit der Proteinsynthese? Seltsamerweise findet man bezüglich der akuten Auswirkungen von Alkohol auf die Muskelproteinsynthese bei normalen Menschen im Bereich der wissenschaftlichen Literatur praktisch keine Daten. Diese Auswirkungen wurden nur bei chronischen Alkoholikern untersucht, welche von vorne herein eine reduzierte Rate der Muskelproteinsynthese aufweisen. Chronische alkoholische Myopathie, welche einen Muskelverlust hervorruft, ist eine unerwünschte Nebenwirkung von Alkoholmissbrauch (26). Eine Studie konnte jedoch auch zeigen, dass Alkoholiker, die nicht unter einer Myopathie litten, einen niedrigeren Körperfettanteil und dieselbe Menge an fettfreier Muskelmasse wie Menschen aufwiesen, die keinen Alkohol tranken (27). So viel zur Behauptung, dass Alkohol Deine Muskeln zum Schwinden bringen wird.
Wenn Du mit Ratten durchgeführten Studien irgendeinen Wert zumisst, dann wird klar, dass Alkohol die Proteinsynthese negativ beeinflusst. Doch andererseits sind die Resultate von mit Ratten durchgeführten Untersuchungen fast nie direkt auf die menschliche Physiologie anwendbar. Es gibt profunde Unterschiede bezüglich der Art und Weise, auf die Menschen und Ratten mit Makronährstoffen und Toxinen umgehen (28).
Alkohol und Fettspeicherung
Werfen wir kurz einen Blick darauf, wie Nährstoffe nach einer gemischten Mahlzeit gespeichert und verbrannt werden:
- Kohlenhydrate und Protein unterdrücken die Fettoxidation über eine Erhöhung der Insulinspiegel. Diese Makronährstoffe tragen jedoch selbst nicht in irgendeinem bedeutsamen Umfang zur Fettsynthese bei.
- Da die Fettoxidation unterdrückt ist, werden Nahrungsfette in den Fettzellen gespeichert.
- Während die Stunden vergehen und die Insulinspiegel sinken, wird Fett aus den Fettzellen freigesetzt. Die Fettspeicherung ist ein anhaltender Prozess und Fettsäuren gelangen im Lauf des Tages kontinuierlich in die Fettzellen hinein und aus den Fettzellen heraus. Der Netto Fettaufbau wird mehr oder weniger von Kalorienzufuhr und Kalorienverbrauch diktiert.
Wenn wir jetzt Alkohol zu diesem Mix hinzugeben, dann erhält dieser bei der Substrathierarchie sofortige Priorität (29): Alkohol bremst die Fettoxidation, unterdrückt aber gleichzeitig auch die Kohlenhydrat- und Proteinoxidation (30).
Dies macht Sinn, wenn man berücksichtigt, dass das Stoffwechselabfallprodukt Acetat von Alkohol toxisch ist. Eine Verstoffwechslung dieses toxischen Abfallprodukts hat deshalb höchste Priorität. Folgendes Zitat fasst das stoffwechseltechnische Schicksal von Alkohol recht gut zusammen:
„Ethanol (Alkohol) wird in der Leber in Acetat umgewandelt. Ein unbekannter Anteil hiervon wird dann zu Acetyl-CoA aktiviert, aber nur ein geringer Anteil wird in Fettsäuren umgewandelt.
Das meiste Acetat wird in den Blutkreislauf freigesetzt, wo es den peripheren Gewebestoffwechsel beeinflusst. Die Freisetzung von nichtveresterten Fettsäuren aus den Fettzellen wird reduziert und Acetat ersetzt Lipide im Energieträgermix (31).“
Hellerstein MK, et al (1999).
Acetat selbst ist ein extrem schlechter Vorläuferstoff für die Fettsynthese. Es gibt ganz einfach keinen Stoffwechselpfadweg, der mit brauchbarer Effizienz Fett aus Alkohol herstellen kann. Studien zur Fettsynthese nach einem substanziellen Alkoholkonsum beim Menschen sind nichtexistent, aber Hellerstein (31) schätzte die de novo Lipogenese nach einem Alkoholkonsum auf etwa 3%. Aus den 24 Gramm Alkohol, die im Rahmen dieser Studie konsumiert wurden, wurden also lediglich magere 0,8 Gramm Fett in der Leber synthetisiert.
Die Auswirkungen von Alkohol auf die Fettspeicherung sind denen von Kohlenhydraten recht ähnlich: durch eine Unterdrückung der Fettoxidation ermöglicht Alkohol eine leichtere Speicherung von Nahrungsfetten. Während es jedoch zu einer Umwandlung von Kohlenhydraten in Fett kommen kann, sobald die Glykogenspeicher gesättigt sind, scheint eine de novo Lipogenese über einen Alkoholkonsum weniger wahrscheinlich zu sein.
Zusammenfassung
- Ein moderater Alkoholkonsum wird mit einer Vielzahl von Gesundheitsvorzügen in Verbindung gebracht. Die Langzeitauswirkungen auf die Insulinsensitivität und das Körpergewicht (über Insulin oder eine Reduzierung des Appetits) könnten für uns von besonderem Interesse sein.
- Die thermische Wirkung von Alkohol ist hoch und der wahre Kaloriengehalt liegt nicht bei 7,1 kcal, sondern eher im Bereich von 5,6 kcal pro Gramm. Es ist jedoch trotzdem leicht, durch Alkoholkonsum zu viele Kalorien zu konsumieren. Kalorie für Kalorie ist die kurzfristige Sättigungswirkung von Alkohol niedrig. Zusätzlich hierzu kann ein gesteigerter Alkoholkonsum außerdem durch eine Enthemmung bezüglich ernährungstechnischer Beschränkungen eine übermäßige Nahrungszufuhr fördern.
- Die negativen Auswirkungen von Alkohol auf die Testosteronspiegel und die Regeneration werden von der Fitness Mainstream Bewegung stark übertrieben dargestellt. Abgesehen von einem sehr hohen akuten Alkoholkonsum oder einem längerfristigen täglichen Alkoholkonsum sind die Auswirkungen nicht signifikant und es ist unwahrscheinlich, dass sie Muskelzuwächse oder Trainingsadaptionen negativ beeinflussen werden.
- Die Auswirkungen von Alkoholkonsum auf die Muskelproteinsynthese sind was normale menschliche Probanden angeht, unbekannt. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass eine negative Auswirkung existieren könnte, aber es ist sehr unwahrscheinlich, dass diese so stark ausfällt, wie viele Leute Dich glauben machen möchten.
- Alkohol wird von der Leber in Acetat umgewandelt. Die Oxidation von Acetat hat vor der Oxidation anderer Nährstoffe Vorrang, wobei Acetat zu Kohlendioxid und Wasser oxidiert wird. Doch auch wenn Alkohol ein potenter Hemmer der Lipolyse ist, kann Alkohol/Acetat alleine keine Fettzuwächse bewirken. Es ist vielmehr all der Müll, den die Leute in Kombination mit Alkohol zu sich nehmen, der zu Fettzuwächsen führt.
Wie Du bei einem Alkoholkonsum Fett verlieren oder Fettzuwächse verhindern kannst
Nachdem Du jetzt die Auswirkungen eines Alkoholkonsums auf den Substratstoffwechsel kennst, ist es an der Zeit für mich Dir zu zeigen, wie Du Alkohol für Deinen Fettabbau funktionieren lassen kannst – oder alternativ - wie Du regelmäßig Alkohol konsumieren kannst, ohne Fett anzusetzen. Und das ohne Kalorien zählen zu müssen und Du so viel trinken kannst, wie Du willst.
Wende diese Methode genauso an, wie ich sie beschrieben habe. Wenn Du aufgepasst hast, dann wirst Du die zugrundeliegenden Mechanismen verstehen. Ich habe diese Methode an mir selbst und zahlreichen Klienten getestet. Du kannst Dir also sicher sein, dass ich an dieser Stelle kein groß angelegtes bizarres Experiment durchführe.
Die Regeln sind die Folgenden:
- Begrenze an diesem Tag Deinen Fettkonsum auf 0,3 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht (oder bleibe zumindest so nahe wie möglich an diesem Wert.)
- Begrenze Deine Kohlenhydratzufuhr auf 1,5 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht. Nimm alle Kohlenhydrate in Form von Gemüse und den in Proteinquellen versteckten Kohlenhydraten zu Dir. Gleichzeitig begrenzt Du alle kohlenhydratreichen Alkoholquellen wie mit Fruchtsäften zubereiteten Cocktails und Bier. Ein 330 ml Glas Bier enthält etwa 12 Gramm Kohlenhydrate, während ein gewöhnlicher Cosmopolitan etwa 13 Gramm enthält.
- Gute Alkoholquellen umfassen trockene Weine, welche sehr kohlenhydratarm sind und nur etwa 0,5 bis 1 Gramm Kohlenhydrate pro 100 ml liefern. Süße Weine liegen mit 4 bis 6 Gramm pro 100 ml sehr viel höher. Cognac, Gin, Rum, Scotch, Tequila, Vodka ind Whisky sind im Grunde genommen praktisch kohlenhydratfrei. Trockene Weine und hochprozentige Getränke sind das, was Du idealerweise trinken solltest. (Es besteht jedoch keine Notwendigkeit diesbezüglich super neurotisch zu sein. Letztendlich solltest Du Deine Drinks genießen. Du solltest Dir lediglich darüber bewusst sein, dass es bessere und schlechtere Optionen gibt.)
- Iss so viel Protein, wie Du willst – ja, das ist richtig, es gibt hier keine Grenzen. Aufgrund der Begrenzung bezüglich der Nahrungsfette, musst Du Dein Protein in Form von mageren Proteinquellen zu Dir nehmen. Proteinquellen wie fettarmer Hüttenkäse, Proteinpulver, Hühnchen, Pute, Thunfisch und Eiklar sind an diesem Tag gute Proteinquellen.
- Für einen effektiven Fettabbau sollte dies auf einen Abend pro Woche beschränkt werden. Wende dieses Protokoll an und Du wirst Fett auf wöchentlicher Basis verlieren, solange Deine Ernährung während der restlichen Woche passt.
Im Grunde genommen dreht sich bei der Ernährungsstrategie, die ich hier beschrieben habe, alles darum, sich auf die Substrate zu konzentrieren, die mit geringster Wahrscheinlichkeit während hyperkalorischer Situationen eine Netto Fettsynthese hervorrufen werden. Alkohol und Protein, Deine primären Makronährstoffe an diesem Tag, sind extrem schlechte Vorläuferstoffe für die de novo Lipogenese. Alkohol unterdrückt die Fettoxidation, aber indem Du Dir an diesem Tag Nahrungsfette vorenthältst, wirst Du kein Fett speichern. Genauso wenig wird Protein eine messbare de novo Lipogenese hervorrufen. Eine hohe Proteinzufuhr wird außerdem die schwache Auswirkung von Alkohol auf die Sättigung kompensieren und das Risiko reduzieren, dass Du Deine Ernährung ruinierst, wenn Du Alkohol trinkst.
Ein netter Bonus nach einem Abend mit Alkoholkonsum ist außerdem, dass Alkohol effektiv Wassereinlagerungen beseitigt. Du kannst eine Wasser ausscheidende Wirkung erleben, was für all diejenigen motivierend sein kann, die bei ihren Fettabbauanstrengungen ein Plateau erreicht haben. Wende diese Strategie mit gesundem Menschenverstand an. Erinnere Dich daran, dass dies eine kurzfristige Strategie* für diejenigen ist, die gerne etwas trinken möchten, ohne hierdurch ihre Fettabbaufortschritte signifikant zu beeinträchtigen oder einen unerwünschten Fettaufbau hervorzurufen. Dies ist nichts, was man auf täglicher Basis tun sollte, aber es ist eine der Strategien, die ich verwende, um bei mir und meinen Klienten einen niedrigen Körperfettanteil aufrecht zu erhalten.
* Natürlich kannst Du immer in moderaten Mengen trinken und sicherstellen, dass Du nie Dein Kalorienbudget des Tages überschreitest. Aber wo bleibt da der Spaß? Ich bevorzuge es, das System mit der Art von stoffwechseltechnischer Mogelei auszutricksen, die ich oben beschrieben habe.
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Kräuter und Gewürze lassen Essen nicht nur besser schmecken, sondern machen es auch sehr viel nahrhafter. Sie fallen definitiv in die „Superfood“ Kategorie. Aber viele Menschen kennen nicht einmal den Unterschied zwischen Kräutern und Gewürzen.
- Kräuter: Stammen typischerweise von Blättern und Stängeln.
- Gewürze: Stammen typischerweise von Samen, Früchten und Rinde.
Die meisten Skalen und Indizes zum Thema Nährstoffdichte platzieren Kräuter und Gewürze an zweiter Stelle direkt hinter Innereien. Schaue Dir folgendes Ranking der Nährstoffdichte des organischen Chemikers Dr. Mathieu Lalonde an:
- Innereien
- Kräuter und Gewürze
- Nüsse und Samen
- Kakao
- Fisch und Meeresfrüchte
- Schwein
- Rind
Dieses Ranking klingt nach recht guten Nachrichten, wenn Du gerade keinen Appetit auf Schafshirn, Schweineleber oder Rindernieren hast. Peppe stattdessen einfach Dein Essen mit Kräutern und Gewürzen auf.
Was macht Kräuter und Gewürze so nahrhaft?
Zuerst einmal sind sie voll gepackt mit Antioxidantien, wobei die Spiegel vieler dieser Antioxidantien das, was man in Obst und Gemüse vorfindet, bei weitem übersteigen. Die Phenolspiegel in Nelken entsprechen 30% des Trockengewichts, im Vergleich zu 5% bei Blaubeeren. Und Oregano enthält 42 mal mehr Antioxidantien als Äpfel (1 Esslöffel = 1 mittelgroßer Apfel).
Auch wenn diese Werte durch Hitze reduziert werden (um bis zu 50 Prozent), zeigen wissenschaftliche Untersuchungen, dass sie immer noch die oxidativen Beschädigungen instabiler Fetten und die Entstehung zellschädigender, karzinogener Verbindungen, die während des Kochens entstehen, hemmen können. Eine im American Journal of Clinical Nutrition veröffentlichte Studie zeigte, dass Fleisch, das mit einer antioxidantienreichen Gewürzmischung gewürzt wurde, die Spiegel von Malondialdehyd (ein Marker für die Oxidation) um 71 Prozent reduzierte.
Eine Zugabe von Kräutern und Gewürzen zu Deinen Mahlzeiten bedeutet also, dass Du den Schutz Deines Körpers vor Beschädigungen durch freie Radikale erhöhst.
Weitere Vorzüge umfassen:
- Eine Reduzierung von Entzündungen
- Eine bessere Kontrolle von Blutzucker und Appetit
- Ein gestärktes Immunsystem (antibakteriell, antiviral)
- Eine verbesserte Verdauung und eine verbesserte Gesundheit des Verdauungssystems
- Verbesserte Blutfettwerte (Triglyzeride, Cholesterin)
Die Top 10 Kräuter
1 - Rosmarin
Dieses carnosolreiche Kraut, das häufig zu Olivenöl und Fischölsupplements hinzugefügt wird, stellt den perfekten Schutz für die Arterien dar. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass Rosmarin die Bildung von HCAs (heterozyklische aromatische Amine) beim Braten und Frittieren von Fleisch hemmt, die oxidative Stabilität von Butter verbessert und sogar eine Heraufregulierung der Glutathionspiegel fördert. Rosmarinsäure, der aktive Inhaltsstoff von Rosmarin, scheint außerdem bei einer Verstopfung der Nase und Allergiesymptomen zu helfen, wodurch es zur perfekten Zutat von Suppen und Tees wird.
2 – Thymian
Thymol, das in Thymian enthaltene Antioxidans, ist ein perfekter Infektionshemmer. Dieses Mitglied der Familie der Minze ist ein beliebter Inhaltsstoff in Mundspülungen und Reinigern und wird außerdem in Form von Tee zur Behandlung von allem von Fußpilz bis hin zu Hefeinfektionen verwendet. Thymian ist außerdem als Stabilisator für beim Kochen eingesetzte Öle verwendet. In Kombination mit Rosmarin und Knoblauch ergibt Thymian eine nette Trockenmarinade, die besonders gut zu Lamm passt.
3 – Oregano
Was das Antioxidantien Ranking angeht, ist Organo ein wahres Kraftwerk. Es enthält 42 mal mehr Antioxidantien als Äpfel, 30 mal mehr Antioxidantien als Kartoffeln, zwölf mal mehr Antioxidantien als Orangen und viermal mehr Antioxidantien als Blaubeeren.
Oregano ist außerdem ein kraftvoller antiviraler und antibakterieller Wirkstoff, der E. Coli und Staphylokokken so effektiv wie Penicillin abtötet. Dies macht Oregano zur perfekten Zugabe zu Deinen Mahlzeiten, um Dich vor in der Nahrung enthaltenen Pathogenen (und karzinogenen Verbindungen, die beim Kochen entstehen) zu schützen und es stellt außerdem eine perfekte Zutat für Deine Suppen und Tees dar, um Dich vor Husten, Erkältung und Übelkeit zu schützen.
Ein wenig Oregano kann einen großen Unterschied machen, was insbesondere dann gilt, wenn wir über die getrocknete Form sprechen, die einen stärkeren Geschmack als frische Blätter aufweist.
4 – Salbei
Dieses Kraut bekommt nicht so viel Publicity wie die entzündungshemmenden Gewürze, wenn es um eine Unterstützung des Gehirns geht, aber das in Salbei enthaltene Öl scheint den Abbau eines wichtigen Neurotransmitters namens Acetylcholin zu hemmen, welcher die Gedächtnisleistung unterstützt und dessen Spiegel bei Menschen, die unter Alzheimer oder Demenz leiden, häufig reduziert sind.
Bei einer im Jahr 2003 im Journal of Clinical Pharmacy and Therapeutics veröffentlichten Studie konnten die Wissenschaftler bei 42 Probanden mit einer leichten bis moderaten kognitiven Beeinträchtigung nach einer Verabreichung eines Salbei Extrakts über einen Zeitraum von 4 Monaten eine signifikante Verbesserung der Gehirnfunktion beobachten. Eine lange Liste anderer Studien hat ähnliche Verbesserungen bei gesunden Menschen (sowohl junge, als auch ältere Menschen) beobachtet, wenn es um Gedächtnisleistung und Aufmerksamkeit ging.
Genau wie Rosmarin, ist dieses nach Pinie schmeckende Kraut eine reichhaltige Quelle für Rosmarinöl, welches einen zusätzlichen Schutz gegen eine Oxidierung von Fetten und eine Schädigung durch freie Radikale bieten kann. Gib Salbei zu Fleischgerichten und gedünstetem Gemüse hinzu.
5 – Basilikum
Wenn Du schon einmal Pesto gegessen hast, dann hast Du auch schon Basilikum gegessen. Und auch wenn Basilikum oft für seine entzündungshemmenden Eigenschaften und seinen hohen Vitamin K Gehalt gepriesen wird, solltest Du Basilikum auch für einen zusätzlichen Schutz vor Bakterien zu Deinem Essen hinzufügen. Basilikum kann mit seinen zahlreichen flüchtigen Ölen (Estragol, Myrcen Cineol, Eugenol, Limonen, usw.) direkt eine lange Liste an Infektionen (inklusive Listerien, Staphylokokken und E. Coli) bekämpfen.
Es ist nicht überraschend, dass seine hohen Konzentrationen an Polyphenolen und Flavonoiden auch eine gesteigerte Widerstandsfähigkeit gegenüber zellulären Schäden bedeuten. Dies scheint für alle Teile der Pflanze und alle Unterarten zu gelten. Königsbasilikum – auch als indisches Basilikum bekannt – ist im Bereich der Heilkunde die am besten untersuchte und beliebteste Spezies.
6 – Minze
An dieser Stelle sprechen wir von den Blättern der grünen Minze und der Pfefferminze, die wie Zahnpasta und Kaugummi schmecken. Abgesehen davon, dass sie eine effektive Option zur Bekämpfung von Übelkeit und Infektionen darstellt, liefert Minze auch gesunde Mengen Verdauungsunterstützung und Unterstützung für den Magen-Darm Trakt.
Im Rahmen einer Studie aus dem Jahr 2007 konnte bei 75% von 57 Probanden eine signifikante Linderung eines Reizdarmsyndroms nach 4 Wochen einer Pfefferminzöl Supplementation beobachtet werden. Wie? Hinweise deuten darauf hin, dass es sich hierbei um eine Kombination aus einer Entspannung der Muskeln des Verdauungstraktes, einer Anregung der Enzymproduktion und dem Abtöten eines übermäßigen Wachstums „schlechter“ Darmbakterien im Dünndarm handelt. Füge zu Deinen Mahlzeiten etwas Minze hinzu, oder nimm nach dem Essen Minze in Form von Pfefferminze zu Dir.
7 – Ginseng
Ginseng ist als Adaptogen bekannt. Ein Adaptogen ist etwas, das Dich ins Gleichgewicht bzw. einen Zustand der Homöostase bringt. Dies bedeutet, dass Ginseng Dich wach macht, wenn Du müde bist und Dich beruhigt, wenn Du aufgedreht bist, was primär auf einer gesteigerten Widerstandsfähigkeit gegenüber zellularem Stress beruht.
Ginseng wird für gewöhnlich für seine Fähigkeiten vermarktet, die geistige Leistungsfähigkeit zu steigern und die Stimmungslage zu verbessern, aber der Bereich in dem Ginseng wirklich hilfreich ist, ist die Verhinderung kognitiver Beeinträchtigungen und neuronaler Schädigungen. Im Rahmen einer chinesischen Studie konnte bei Patienten mit leichter bis moderater Demenz eine signifikante Verbesserung der Gedächtnisleistung nach 12 Wochen einer Supplementation mit einem Ginseng Extrakt im Vergleich zu einem Placebo beobachtet werden.
Dieser zusätzliche Schutz des Gehirns ist wahrscheinlich das Resultat einer Reduzierung von oxidativem Stress, aber auch die entzündungshemmenden Eigenschaften von Ginseng könnten hier eine Rolle spielen. Neben einer Verbesserung der kognitiven Leistungen wird Ginseng auch mit einer Verbesserung der Blutzuckerspiegel und einer Stärkung des Immunsystems in Verbindung gebracht und sogar zur Behandlung sexueller Dysfunktion verwendet.
8 – Estragon
Schlaf und Gesundheit des Verdauungstraktes sind entscheidende Komponenten für ein langes, gesundes Leben. Glücklicherweise kann Estragon bei beidem helfen, wenn Du Dich daran gewöhnst, ihn regelmäßig zu Deinem Essen hinzuzufügen. Estragon verbessert die Verdauung durch eine Anregung der Enzymproduktion und eine Entspannung der Muskeln des Verdauungstraktes, während er gleichzeitig bakterielle Infektionen bekämpft, die im Verdauungstrakt präsent sein können. Was den Schlaf angeht scheint Estragon durch die schmerzlindernden Eigenschaften von Eugenol angetrieben zu werden. Die Franzosen verwenden Estragon zu Behandlung von Schlaflosigkeit.
9 – Koriander
Im Journal Phytotherapy Research wird Koriander als “antimikrobiell, antioxidativ, antidiabetisch, angstlösend, antiepilleptisch, antidepressiv, antimutagen, entzündungshemmend, antidyslipidämisch, blutdrucksenkend, nervenschützend und duiretisch“ beschrieben.
Sowohl die Blätter, als auch die Samen des Korianders tragen zu den oben aufgeführten Vorzügen bei, aber die Samen des Koriander (Coriandrum sativum) wurden in dieser Hinsicht intensiver untersucht, was insbesondere bezüglich der Auswirkungen auf Blutzucker, Blutdruck und Blutcholesterinspiegel gilt.
10 – Dill
Wenn es ein Mitglied der Gruppe der Kräuter gibt, das Du Frisch essen und nicht bei hohen Temperaturen kochen solltest, dann ist es Dill. Dill verliert einen Großteil seiner Nährstoffe, wenn er erhitzt wird und einen Großteil seines Geschmacks, wenn er getrocknet wird.
Dill agiert mehr antibakteriell und antimikrobiell als antioxidativ. Er ist am besten für seine den Magen beruhigenden, die Verdauung verbessernden und Bakterien abtötenden Fähigkeiten bekannt. Scheue also nicht davor zurück Dill zu Suppen, Salaten, Saucen und gekochtem Fisch hinzu zu geben. Lobend erwähnt werden sollten außerdem Lorbeer, Fenchel, Petersilie, Schnittlauch und Zitronengras.
Die Top 10 Gewürze
1 – Kurkuma
Curcumin ist die primäre in Kurkuma enthaltene gesundheitsfördernde Verbindung und Kurkuma stellt die Basis von Curry dar. Kurkuma wirkt entzündungshemmend und hilft hierdurch das Risiko für so ziemlich jede degenerative Erkrankung zu reduzieren, was insbesondere Krankheiten betrifft, die mit Gehirn, Herz und Nervensystem in Verbindung stehen.
Es gibt wissenschaftliche Untersuchungen, die darauf hindeuten, dass die niedrigen Raten von Alzheimer in Indien (im Vergleich zu den USA) und Ostasien (im Vergleich zu Europa) mit dem in diesen Ländern höheren Kurkumakonsum in Verbindung stehen könnten. Dies basiert auf der Fähigkeit von Curcumin, die Blut-Hirn Schranke zu überwinden und eine Reihe von nervenschützenden Wirkungen zu entfalten.
Curcumin ist außerdem ein wirkungsvolles Antioxidans, was bedeutet, dass es einen Doppelschutz vor Krankheiten entfaltet. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass die antioxidativen Wirkungen von Curcumin 5 bis 10 mal stärker als die entsprechenden Wirkungen von Vitamin C und E ausfallen.
2 – Zimt
Wenn Du an Zimt denkst, dann denke an den Blutzucker. Zimt ist eines der besten Dinge, die Du zu Deiner Ernährung hinzufügen kannst, um Deine Insulinsensitivität und Deine glykämische Kontrolle zu verbessern. Ein Studienreview, das im Journal Diabetes Obesity and Metabolism veröffentlicht wurde, betrachtete die Auswirkungen von Zimt auf den Nüchternblutzucker bei Typ 2 Diabetikern und kam zu dem Ergebnis, dass die durch Zimt bewirkten Reduzierungen von 10 bis 29% reichten.
Ein einfacher Weg Zimt zu Deiner Ernährung hinzuzufügen besteht darin, ihn zu Deinem Kaffee oder Tee hinzuzufügen. Hierdurch kannst Du leicht auf 1 bis 3 Gramm (1 bis 2 Teelöffel) Zimt kommen, was dem Bereich entspricht, in dem die oben erwähntem positiven Auswirkungen beobachtet wurde. Zimt ist außerdem ein Gewürz, das zu vielen anderen Nahrungsmitteln passt. Die beliebte Kombination von Süßkartoffeln und Zimt wird Deine Geschmacksknospen erfreuen ohne Deinen Blutzuckerspiegel in die Höhe zu treiben.
3 – Knoblauch
Knoblauch ist so etwas wie eine Versicherungspolice. Er schützt Dich vor Erkältungen und anderen Krankheiten und verbessert die allgemeine Gesundheit Deines Verdauungstraktes, wo viele Krankheiten ihren Anfang haben. Eine regelmäßige Dosis Knoblauch hält die Dinge in Deinem Verdauungstrakt im Gleichgewicht, indem sie Hefe und pathogene Bakterien abtötet und die nützlichen Mikroorganismen nährt, die uns schlank und gesund halten. Zwiebeln und Schalotten tun dasselbe, aber was Knoblauch von diesen absetzt, ist sein Allicin Gehalt. Allicin ist eine Verbindung, die nur dann freigesetzt wird, wenn Knoblauchzehen gehackt oder zerdrückt werden, weshalb Du Knoblauch wenn möglich frisch genießen solltest.
4 – Cayenne/Pepperoni
Dieses Gewürz kommt von diesen kleinen rotten und grünen Chilischoten. Es ist am besten für seine Fähigkeit bekannt, Deinen Stoffwechsel anzuregen und Dein Blut in Wallung zu bringen. Der hohe Capsaicingehalt ist für dem Anstieg des Energieverbrauchs und die Weitung der Blutgefäße bekannt.
Der wahre Vorzug von capsaicinhaltigen Gewürzen liegt jedoch in ihrer Fähigkeit, den Hunger zu kontrollieren. Zweifelsohne ist dies der größere treibende Faktor hinter all den positiven Untersuchungen bezüglich des Fettabbaus. Bei einer im Journal Physiology & Behavior veröffentlichten Studie wurden 25 normalgewichtige Männer und Frauen auf zwei Gruppen aufgeteilt. Eine Gruppe erhielt ein Gramm Pepperonigewürz und die andere nicht. Die Gruppe, die das Gewürz bekam, wies eine etwas höhere Körpertemperatur und einen etwas höheren Energieverbrauch, sowie einen signifikant niedrigeren Appetit und ein deutlich niedrigeres Verlangen danach auf, fette, salzige und süße Nahrungsmittel zu essen.
Eine im Jahr 2009 veröffentlichte Studie zeigte einen signifikanten Unterschied bezüglich der Ghrelinspiegel (ein Hungerhormon) nach einer capsaicinhaltigen Mahlzeit im Vergleich zu einer capsaicinfreien Mahlzeit.
Scharfe Gewürze können jedoch auch den Verdauungstrakt reizen. Wenn Du bereits unter Problemen in dieser Richtung leidest oder vermutest, unter solchen Problemen leiden zu können, dann könnte es weise sein, auf solche Gewürze zu verzichten.
5 – Ingwer
Ingwer ist am besten für seine entzündungshemmenden Wirkungen bekannt. Er hilft dabei, die Muskeln des Verdauungssystems zu beruhigen und lindert Übelkeit inklusive Morgenübelkeit. Es gibt reichlich Untersuchungen, die nahe legen, dass Ingwer Arthritisschmerzen und Muskelkater lindern kann, was angesichts der entzündungshemmenden Eigenschaften nicht verwunderlich ist. Zusätzlich hierzu liefert Ingwer eine heftige Dosis Antioxidantien, weshalb Du einen Schutz vor Krankheiten – und insbesondere Krankheiten, die Gehirn und Herz betreffen – erwarten kannst.
6 – Nelken
Wenn wir die weiter verbreiteten Kräuter und Gewürze betrachten, dann weisen gemahlene Nelken den höchsten ORAC Wert – ein Maß für den Antioxidantienstatus – auf, wobei einige Untersuchungen nahe legen, dass dieser Wert doppelt so hoch wie bei Oregano, dem an zweiter Stelle folgenden Mitglied der Kräuterfamilie, ausfällt.
Nelken sind gut für die Verdauung, da sie “den Magen aufwärmen” und den Körper dazu anregen, Magensäure zu produzieren, welche für den richtigen Abbau von Nahrung und die Aufnahme der in der Nahrung enthaltenen Nährstoffe ist. Nelken liefern außerdem einen Schuss antimikrobiales, antifungales und antivirales Öl, welches potentielle Pathogene bekämpft und die allgemeine Kraft und Funktion von Immunsystem und Verdauungssystem steigert.
Entgegen der allgemeinen Meinung ist ein Mangel an Magensäure der Grund dafür, dass viele Menschen mit Sodbrennen und anderen Verdauungsproblemen zu kämpfen haben. Leg also das Malox weg und hole dir ein paar Nelken (am besten in Kombination mit Apfelessig).
7 – Kümmel
Kümmel ist ein weiterer beliebter Inhaltsstoff von Curry und ist außerdem für den köstlichen Taco Geschmack mexikanischer Gerichte verantwortlich. Kümmel unterstützt die Verdauung, bekämpft Bakterien und wirkt als Antioxidans. Er könnte außerdem den Blutzucker senken, die Glykation reduzieren (bei Ratten) und die Immunreaktion verbessern (bei Stress ausgesetzten Mäusen). Letztere Informationen sollten jedoch mit Vorsicht genossen werden.
8 – Kardamon
Kardamon ist eines der besten Gewürze zur Unterstützung der Verdauung, sein kraftvolles Öl tötet pathogene Bakterien (Streptococcus mutans und Candida albicans) im Mund und wahrscheinlich auch im Verdauungstrakt und er besitzt die Adern weitende Wirkungen, die einen besseren Blutfluss und eine bessere Sauerstoffversorgung des gesamten Körpers unterstützen können. Neben einer Zugabe von Kardamon zu Tee oder süßen Gerichten, kannst Du auch Kardamonkapseln zur Bekämpfung von schlechtem Atem und zur Reinigung der Zähne durch die faserige Hülle kauen, wie dies in Indien weit verbreitet ist.
9 – Fenchelsamen
Dieses kühlende Gewürz unterstützt die Verdauung und bekämpft schlechten Atem. Die in Fenchelsamen enthaltenen essentiellen Öle scheinen außerdem Infektionen abzuwehren und die Muskeln des Magens zu entspannen. Fenchel ist dafür bekannt, dass er bei Infektionen des Verdauungstrakts Linderung bringen kann und vor einem übermäßigen Bakterienwachstum und Infektionen schützen kann. Fenchel ist außerdem eine reichhaltige Quelle für Antioxidantien. Eine Analyse konnte 23 Bioflavonoide und phenylreiche Verbindungen im essentiellen Öl identifizieren, das aus Fenchelsamen gewonnen wird.
10 – Schwarzer Pfeffer
Schwarzer Pfeffer ist das am häufigsten konsumierte Gewürz und trotzdem sind seine Vorzüge den meisten Menschen nicht bekannt. Wenn diese besser bekannt wären, dann würde man mehr Kombinationen von Pfeffer mit anderen Gewürzen sehen, da eine Verstärkung der Aufnahme anderer Nährstoffe einer der größten Vorzüge von Pfeffer ist. Im Rahmen einer Studie verabreichten Wissenschaftler zwei Gramm Kurkumin mit oder ohne Piperin (eine im Pfeffer enthaltene Chemikalie) und konnten beobachten, dass Piperin die Bioverfügbarkeit von Kurkumin um 2000 % steigern konnte.
Lobend erwähnt werden sollten außerdem Safran, Anis, Senfsamen, Piment, Bockshornklee und Kakaobohnen.
Eine Anmerkung zur Krankheitsvorbeugung
Bei der Krankheitsvorbeugung geht es um Ernährung, Lebensstil und genetischen Veranlagungen als Ganzes – und nicht um einzelne Nahrungsmittel, egal wie nahrhaft diese auch sein mögen. Kräuter und Gewürze können jedoch Oxidation, Entzündungen und andere krankheitsfördernde Faktoren reduzieren. Und ja, von bestimmten Verbindungen konnte gezeigt werde, dass sie Krankheiten gezielt bekämpfen können, was jedoch nicht bedeutet, dass wir uns auf diese als primäre Mittel zur Behandlung oder Verhinderung von Krankheiten verlassen sollten.
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Quelle: https://www.t-nation.com/diet-fat-loss/top-20-herbs-spices-for-super-health
Von Mike Sheridan