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Rhodiola

Rhodiola

Der griechische Arzt Dioskurides war der Erste, der die medizinische Anwendung von "rodia riza" im Jahr 77 n. Chr. in seinem großen Werk "materia medica" beschrieb. Wegen des rosenartigen Geruchs eines frisch angeschnittenen Wurzelstocks gab der schwedische Botaniker Carl von Linné dieser Pflanze den Namen Rhodiola rosea.

Die Franzosen und Schweden setzten die Arzneipflanze Rhodiola rosea im 18. und 19. Jahrhundert medizinisch ein. So erwähnt sie noch 1974 die 9. Ausgabe des Französischen Arzneibuchs. Bereits 1775 fand Rhodiola rosea L. Eingang in die Schwedische Pharmakopoe. Die Volksmedizin Russlands und der skandinavischen Länder verwendete diese Pflanze über viele Jahrhunderte. Bereits die Wikinger setzten Rhodiola rosea zur Stärkung ihrer Kräfte und Ausdauer ein. Eskimos und Lappen sollen die Blätter dieser arktischen Nutzpflanze noch heute wegen ihrer anregenden Wirkung essen. Carl von Linné (1707 bis 1778) führte als Anwendungsgebiete den Leistenbruch, Scheidenerkrankungen, Migräne und Kopfschmerzen an. Zwischen 1775 und 1960 erwähnt die wissenschaftliche Literatur Schwedens, Norwegens, Islands, Russlands, Frankreichs und Deutschlands verschiedene medizinische Anwendungen.

Seit 1960 wurden mehr als 180 pharmakologische, phytochemische und klinische Untersuchungen veröffentlicht. Da die meisten davon entweder in slawischer oder skandinavischer Sprache vorliegen, blieben die Ergebnisse im übrigen Europa weitestgehend unbekannt.

Rhodiola rosea L. ist im deutschsprachigen Raum meist unter "Rosenwurz" bekannt und heißt in England "Golden Root", "Arctic Root" oder "Roseroot", in Schweden "Rosenrod" und in Frankreich "Rhodiole rose".

Anspruchslos und hoch hinaus

Es gibt über 200 Rhodiola-Arten. Rhodiola rosea ist eine widerstandsfähige Hochgebirgspflanze, die zur Familie der Dickblattgewächse (Crassulaceen) gehört. Sie bevorzugt karge Böden und ist sowohl in den arktischen Regionen als auch in den Gebirgsregionen Europas und Asiens zu finden. Als wahre Überlebenskünstlerin wächst sie bis in Höhen von 4500 Meter über dem Meer.

Die Pflanze wird zwischen 10 und 35 cm hoch und hat einen knollenartigen Wurzelstock, das Rhizom. Daraus wachsen Stiele mit blaugrünen, fleischigen Blättern. Die Blattreihe unter dem Blütenstand ist ganzrandig oder leicht gezähnt. Die Pflanze ist eingeschlechtlich. Die männlichen Blüten unterscheiden sich mit ihrer typisch gelbgrün bis leuchtend gelben und häufig rötlichen Farbe von den wesentlich kleineren und teilweise verkümmerten weiblichen Blüten mit gelblich grüner Farbe. Die anfangs grünen und später purpurroten Balgfrüchte färben sich zur Reifezeit braunrot. In ihrer kurzen Vegetationsperiode zwischen Mai und September duftet die Pflanze ähnlich wie Rosen. In vielen Ländern wird sie als Tee oder Gemüse zubereitet. Zur Herstellung der medizinisch genutzten Extrakte dienen die knollenförmigen Speicherwurzeln. Die Extrakte werden zu Kapseln weiter verarbeitet.

In Russland intensiv erforscht

Die Verwendung von Rhodiola rosea in der traditionellen Volksmedizin ist vielfältig. Sie soll die körperliche Ausdauer erhöhen, die Arbeitsleistung steigern, langes Leben ermöglichen, Höhenkrankheit verhindern, Müdigkeit, Blutarmut, Impotenz, gastrointestinale Beschwerden, Infektionen und nervöse Störungen bekämpfen. In den Bergtälern Sibiriens erhielt das Brautpaar bei der Hochzeit ein Bündel der Wurzelknollen, damit sie viele, gesunde Kinder bekommen sollten. In Mittelasien war der Tee aus Rhodiola das probate Mittel gegen Erkältung, Schnupfen und Husten während der strengen Winter. Jahrhundertelang war nur einzelnen Familienmitgliedern der asiatischen Völker bekannt, wo die Wurzel geerntet und wie sie extrahiert werden konnte. Die chinesischen Kaiser nannten sie ehrfurchtsvoll "Goldene Wurzel".

1961 fand der russische Botaniker G. V. Krylov vom Botanischen Institut von Novosibirsk auf einer Expedition in das Altai-Gebirge in Südsibirien große Gebiete, in denen die "Goldenen Wurzeln" wuchsen. Auch erfuhr er von den Einwohnern, dass der Extrakt aus dieser Pflanze vor geistigem und körperlichem Stress, Giften und Erkältungen schützen sollte.

Seit 1969 ist Rhodiola rosea fester Bestandteil der offiziellen Medizin der Sowjetunion. 1975 führte das Sowjetische Ministerium für Gesundheit mit dem Präparat "Rhodiola Extrakt Flüssig" einen alkoholischen Extrakt gegen Müdigkeit, Infektionskrankheiten und zur Erhöhung der Vitalität, des Gedächtnisses und der Arbeitsleistung ein.

In Schweden wurde Rhodiola rosea im Jahr 1985 als pflanzliches Medizinprodukt eingeführt und im Phytomedizinischen Handbuch für Pharmazeuten als ein Mittel gegen Müdigkeit und Abgeschlagenheit beschrieben. Sechs Gruppen von Inhaltsstoffen sind inzwischen bekannt: Phenylpropanoide, Phenylethanoide, Flavonoide, Monoterpene, Triterpene und phenolische Säuren.

Standardisierung in zwei Stufen

Die Standardisierung des Extrakts von Rhodiola rosea verlief in zwei Stufen. In den Jahren um 1970 wurde Salidrosid aus der Gruppe der Phenylethanoide als Hauptwirkstoff angesehen. Die russische Arzneibuch-Kommission verlangte einen Gehalt von mindestens 0,8 Prozent Salidrosid für alle Tinkturen und Extrakte.

In den späten 80ern des vorigen Jahrhunderts fanden auf Grund wachsender Nachfrage auch andere Rhodiola-Arten Verwendung. Einige Arten waren pharmakologisch wirkungslos, andere hingegen wirkten sogar besser als reiner Rhodiola-rosea-Extrakt. 1986 konnten russische Wissenschaftler nachweisen, dass Rhodiola rosea und auch die anderen wirksamen Rhodiola-Arten drei Zimtalkoholderivate Rosavin, Rosin und Rosarin enthalten. Sie stammen aus der Gruppe der Phenylpropanoide und wurden unter dem Begriff Rosavine zusammengefasst. Die überarbeitete Sowjetische Pharmakopoe von 1989 zieht sowohl Salidrosid in mindestens 0,8 bis 1 Prozent als auch Rosavin in mindestens 3 Prozent zur Standardisierung heran. Immer wieder kommen Fälschungen auf den Markt. Die echte Rhodiola rosea lässt sich nur so identifizieren: Sie enthält Rosavine und Salidrosid stets im Verhältnis 3 zu 1.

Aktive Verbindungen in Rhodiola Rosea

Salidrosid

Salidrosid, auch als Rhodiolosid bekannt, ist das wichtige bioaktive Molekül in Rhodiola Rosea. Es ist wahrscheinlich für die Auswirkungen von Rhodiola auf das Gehirn verantwortlich (1, 2).

Rosavin

Rosavin besitzt viele derselben Eigenschaften und Mechanismen wie Salidrosid, aber es scheinen höhere Dosierungen von Rosavin notwendig zu sein, um dieselben Wirkungen zu erzielen (3).

Tyrosol

Tyrosol ist in standardisierten Rhodiola Rosea Extrakten präsent, erscheint aber häufig nicht auf dem Etikett kommerzieller Produkte. Tyrosol ist ein Antioxidans und könnte zu den Gesundheitsvorzügen von Rhodiola beitragen (4).

Wirkmechanismen von Rhodiola Rosea

Rhodiola ist im Bereich der traditionellen Medizin in Teilen von Europa und Asien eine wichtige Heilpflanze. Laut den Heilkundlern dieser Zweige der traditionellen Medizin hilft Rhodiola Menschen mit Stress, Angststörungen, Erschöpfung, Depressionen, Konzentrationsproblemen, Burnout und Herzproblemen. Es wird auch zur Verbesserung der Funktion des Immunsystems und zu Verlängerung des Lebens eingesetzt. (5, 6)

Das ist eine lange Liste – doch wird diese auch durch die Wissenschaft unterstützt? Nun, die Antwort ist kompliziert (5, 6). Im Rahmen von Zellstudien aktiviert Rhodiola AMPK, erhöht die Wirkung von Nrf2 und blockiert den JAK2-STAT3 Pfadweg. Werfen wir einen kurzen Blick auf diese wichtigen Mechanismen.

AMPK Aktivierung

Viele der von Rhodiola berichteten Wirkungen könnten einem Protein namens AMPK zugeschrieben werden. AMPK ist für das Energiegleichgewicht und eine Verhinderung von oxidativem Stress wichtig. Es verhindert eine Insulinresistenz, hält die Blutzuckerspiegel niedrig und verhindert einen Fettaufbau in der Leber. Wenn sich freie Radikale ansammeln erhöht AMPK die Produktion antioxidativer Proteine (7, 8, 9).

Nuclear factor-κB (NF-kB) kontrolliert viele Gene, die Entzündungen verursachen und es ist bei entzündlichen Erkrankungen wie Arthritis, Morbus Crohn und Arteriosklerose sehr aktiv. AMKP reduziert durch eine Reduzierung der Aktivität von NF-kB Entzündungen (10, 11). AMPK erhöht außerdem die Aktivität von PI3K – ein für die Insulin Signalisierung wichtiges Protein (8, 12). Rhodiola Extrakte und reines Salidrosid aktivierten im Rahmen von Zellstudien beide AMPK (13, 14, 15).

Nrf2 Aktivierung

Nrf2 ist ein Protein, das zahlreiche wichtige antioxidative Proteine aktiviert und vor oxidativem Stress schützt. In Zellen erhöhten die in Rhodiola enthaltenen aktiven Verbindungen die Aktivität von Nrf2 und dessen antioxidativer Wirkungen (16, 17).

JAK2-STAT3 Hemmung

In Kombination bilden die JAK2 und STAT3 Gene einen Pfadweg, der Entzündungen verschlimmert. In Rhodiola enthaltenes Salidrosid blockierten in Zellstudien diesen Pfadweg und reduzierte hierdurch Entzündungen (18, 19).

Potentielle Gesundheitsvorzüge von Rhodiola Rosea

Rhodiola kann die geistige Leistungsfähigkeit steigern

Training, die richtige Ernährung und ausreichende Mengen guter Schlaf sind ein sicherer Weg, die Leistungen des Gehirns aufrecht zu erhalten und zu optimieren (20,21, 22). Es gibt jedoch auch einige Supplements, die helfen können und eines hiervon ist Rhodiola.

Eine Studie untersuchte bei 56 Ärzten, die während Nachtschichten arbeiteten, die Auswirkungen von Rhodiola auf die mentale Erschöpfung (23). Die Ärzte wurden für eine Studiendauer von 2 Wochen zufallsbedingt entweder in eine Gruppe, die 170 mg Rhodiola erhielt oder eine Placebogruppe eingeteilt. Rhodiola reduzierte mentale Erschöpfung und verbesserte die Leistungen bei mit der Arbeit in Verbindung stehenden Aufgaben im Vergleich zum Placebo um 20%.

Eine andere Studie betrachtete die Auswirkungen von Rhodiola bei Militärkadetten, die Nachtschichten schoben. Die Kadetten konsumierten entweder 370 oder 555 mg Rhodiola oder eines von zwei Placebos pro Tag für 5 Tage (24). Beide Rhodiola Dosierungen verbesserten im Vergleich zu den Placebos die mentale Arbeitskapazität.

Im Rahmen einer anderen Studie erlebten Schüler nach der Einnahme eines Rhodiola Supplements für 20 Tage eine signifikante Reduzierung mentaler Erschöpfung, verbesserte Schlafschemata und eine gesteigerte Lernmotivation (25).

Auch zwei Reviewartikel fanden Hinweise darauf, dass Rhodiola mentale Erschöpfung lindern kann, hoben jedoch hervor, dass die begrenzte Qualität der Untersuchungen keine soliden Schlussfolgerungen erlaubt (26, 27).

Der genaue Wirkmechanismus von Rhodiola rosea ist noch nicht vollständig aufgeklärt, zumal die vielen Inhaltsstoffe sehr unterschiedlich im Körper wirken. Die Studien aus den letzten Jahren beschäftigen sich hauptsächlich mit dem Einfluss von Rhodiola rosea auf die geistige Leistungsfähigkeit.

Wahrscheinlich beeinflussen die Inhaltsstoffe von Rhodiola rosea den Stoffwechsel einiger Neurotransmitter wie Serotonin, Dopamin, Noradrenalin und Acetylcholin im Gehirn. Die Neurotransmitter dienen der Verarbeitung von Informationen und der Speicherung im Gehirn. Das optimale Zusammenwirken dieser Botenstoffe ist verantwortlich für die geistige Leistung und letztendlich für das Gedächtnis. Vermutlich beeinflusst Rhodiola rosea die Ausschüttung dieser Botenstoffe positiv und fördert zudem die Durchlässigkeit der Blut-Hirn-Schranke für deren Vorstufen. Auch Stress beeinträchtigt das Konzentrationsvermögen, das Gedächtnis und mindert die geistige Leistungsfähigkeit. Hier wirkt Rhodiola rosea als Adaptogen. Das heißt: Ihre Inhaltsstoffe verbessern die Anpassungsfähigkeit des Organismus an außergewöhnliche Belastungen und erhöhen die natürliche Widerstandsfähigkeit.

Rhodiola Rosea kann die Auswirkungen von Stress reduzieren

Rhodiola ist schon lange als Adaptogen bekannt – eine natürliche Substanz, die die Widerstandsfähigkeit des Körpers auf nichtspezifischen Wegen steigert. Man glaubt, dass der Konsum von Adaptogenen während stressvoller Zeiten dabei helfen kann, besser mit stressigen Situationen zurecht zu kommen (28, 29).

Eine Studie untersuchte bei 101 Menschen, die unter privatem und beruflichem Stress litten, die Auswirkungen von Rhodiola. Die Probanden bekamen vier Wochen lang 400 mg Rhodiola pro Tag (30). Diese Studie konnte bereits nach drei Tagen signifikante Verbesserungen von Stresssymptomen wie Erschöpfung, Müdigkeit und Ängstlichkeit beobachten. Diese Verbesserungen setzten sich über die gesamte Studiendauer fort.

Auch bei der bereits erwähnten Studie mit Miltärkadetten zeigte sich, dass in den Rhodiola-Gruppen die Probanden unter Stress deutlich weniger ermüdeten und bessere mentale Funktionen zeigten als die in der Kontrollgruppe (24).

Es konnte außerdem gezeigt werden, dass Rhodiola Symptome von Burnout reduzieren kann, die bei chronischem Stress auftreten können. Im Rahmen einer Studie mit 118 Probanden, die unter stressbedingtem Burnout litten, verbesserte Rhodiola viele begleitende Probleme inklusive Stress und Depressionen (31).

Salidrosid agiert wie viele Adaptogene im Bereich der Hypothalamus-Hypophysen-Adrenalachse. Dieses Drüsensystem kontrolliert viele der Stressreaktionen des Körpers wie z.B. die Ausschüttung des Stresshormons Kortisol (32, 33).

Darüber hinaus beeinflussen Adaptogene wie Salidrosid die Expression von Hsp70, einem Hitzeschockprotein, das den Zellen dabei hilft, sich an wiederholten Stress derselben Quelle anzupassen. Die genauen Auswirkungen von Salidrosid auf Hsp70 sind jedoch unklar (32, 34, 35). Einige Studien legen nahe, dass Adaptogene wie Rhodiola die Expression von Hsp70 steigern, was die Toleranz gegenüber emotionalem und körperlichem Stress bei gesunden Menschen erhöht.

Rhodiola kann Erschöpfung reduzieren

Stress, Ängstlichkeit und unzureichender Schlaf sind nur einige der vielen Faktoren, die zu Erschöpfung beitragen können, die sowohl körperlicher, als auch mentaler Natur sein kann. Aufgrund seiner adaptogenen Eigenschaften glaubt man, dass Rhodiola dabei helfen kann, Erschöpfung zu lindern.

Eine vierwöchige Studie mit 60 Probanden mit stressbedingter Erschöpfung betrachtete die Auswirkungen von Rhodiola auf die Lebensqualität, Symptome von Erschöpfung, Depressionen und Aufmerksamkeit. Die Probanden erhielten entweder 575 mg Rhodiola pro Tag oder ein Placebo. Die Studie kam zu dem Ergebnis, dass Rhodiola im Vergleich zum Placebo positive Auswirkungen auf den Grad der Erschöpfung und der Aufmerksamkeit besaß (36).

Im Rahmen einer ähnlichen Studie erhielten 100 Probanden, die unter Symptomen chronischer Erschöpfung litten, für acht Wochen 400 mg Rhodiola pro Tag. Die Probanden erlebten signifikante Verbesserungen bezüglich Stresssymptomen, Erschöpfung, Lebensqualität, Stimmungslage und Konzentrationsfähigkeit (37). Diese Verbesserungen wurden nach nur einer Woche der Behandlung beobachtet und bis zur finalen Woche der Studie konnten weitere Verbesserungen beobachtet werden.

Rhodiola könnte dabei helfen, Symptome von Depressionen zu lindern

Depressionen sind eine weit verbreitetet, ernsthafte Erkrankung, die beeinflusst, wie sich Menschen fühlen und wie sie agieren (38). Man glaubt, dass Depressionen auftreten, wenn das Gleichgewicht bestimmter Neurotransmitter durcheinander gerät. Für gewöhnlich verschreiben Ärzte Antidepressiva, um diese Ungleichgewichte auszugleichen (39).

Man glaubt, dass auch Rhodiola antidepressive Eigenschaften besitzt, indem es das Gleichgewicht der Neurotransmitter im Gehirn wieder herstellt (40, 41, 42).

Im Rahmen einer sechswöchigen Studie zur Untersuchung der Effektivität von Rhodiola bei Symptomen von Depressionen wurde 89 Patienten mit milden oder moderaten Depressionen zufallsbedingt in eine von drei Gruppen eingeteilt, die entweder 340 mg oder 680 mg Rhodiola pro Tag oder ein Placebo erhielten (43). Beide Rhodiola Gruppen erlebten signifikante Verbesserungen bezüglich allgemeiner Depressionen, Schlaflosigkeit und emotionaler Stabilität, während die Placebogruppe keine Verbesserungen zeigte. Interessanterweise zeigte nur die Gruppe, welche die höhere Dosis erhielt, ein gesteigertes Selbstwertgefühl.

Eine andere Studie verglich die Wirkungen von Rhodiola mit dem häufig verschriebenen Antidepressivum Sertralin. Bei dieser Studie wurden 57 Patienten mit Depressionen zufallsbedingt in eine von drei Gruppen eingeteilt, die entweder Rhodiola, Sertralin oder ein Placebo erhielten (44). Während sowohl Rhodiola, als auch Sertralin Symptome von Depressionen reduzierten, besaß Sertralin eine stärkere Wirkung. Rhodiola besaß jedoch weniger Nebenwirkungen und wurde besser vertragen.

Rhodiola Rosea kann die Trainingsleistung steigern

Rhodiola ist auch vielversprechend, wenn es um eine Steigerung der Trainingsleistung geht (45). Im Rahmen einer Studie bekamen Probanden zwei Stunden vor einem Test auf dem Trainingsrad 200 mg Rhodiola oder ein Placebo (46). Diejenigen, die Rhodiola bekommen hatten, waren dazu in der Lage, 24 Sekunden länger als die Mitglieder der Placebogruppe zu trainieren. Auch wenn 24 Sekunden wenig zu sein scheinen, kann der Unterschied zwischen erstem und zweitem Platz bei einem Rennen im Millisekundenbereich liegen (47).

Eine andere Studie betrachtete die Auswirkungen von Rhodiola auf die Ausdauertrainingsleistung (48). Die Studienteilnehmer fuhren ein simuliertes 6 Meilen Radrennen. Eine Stunde vor dem Rennen bekamen die Probanden entweder 1,4 mg Rhodiola pro Pfund Körpergewicht oder ein Placebo. Diejenigen, die Rhodiola bekommen hatten, beendeten das Rennen signifikant schneller als die Mitglieder der Placebogruppe.

In diesen und anderen Studien konnte gezeigt werden, dass Rhodiola die Trainingsleistung durch eine Reduzierung der empfundenen Erschöpfung verbessern konnte (49).

Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass Rhodiola irgendwelche Auswirkungen auf Muskelkraft oder Schnellkraft besitzt (46, 50).

Rhodiola kann die Funktion des Immunsystems verbessern – insbesondere bei hart trainierenden Sportlern

Ein Rhodiola Extrakt könnte potentiell die natürliche Immunreaktion des Körpers auf Bedrohungen durch Bakterien und Viren verbessern. Direkt nach anstrengenden Trainingseinheiten kommt es bei Sportlern zu einer kurzzeitigen Reduzierung der Funktion des Immunsystems. Während dieses Zeitraumes ist die Gefahr, sich eine Infektionskrankheit zuzuziehen, deutlich erhöht (51). Rhodiola könnte dabei helfen, dies zu verhindern, indem es die Funktion des Immunsystems gerade zum richtigen Zeitpunkt verbessert. Im Rahmen einer Studie nahmen Marathonläufer 600 mg Rhodiola pro Tag für einen Monat vor und eine Woche nach ihrem Marathonlauf ein (52). Die Wissenschaftler betrachteten dann Blutproben der Sportler und versetzten diese mit Viren. Bei den Läufern, die Rhodiola eingenommen hatten, wuchsen und verbreiteten sich die Viren langsamer als bei denjenigen, die kein Rhodiola eingenommen hatten, was nahelegt, dass Menschen, die Rhodiola Supplements einnehmen, über eine bessere Funktion des Immunsystems verfügen (52). Rhodiola aktiviert drei wichtige Immunreaktionsgene - RIG-I, MDA5, und ISG – in einem Typ weißer Blutkörperchen, der als Monozyten bekannt ist. Im Rahmen einer Studie mit dem Dengue Virus erhöhte diese epigenetische Wirkung die Mengen an Zytokinen in infizierten Zellen. Diese Zytokine verbesserten die Fähigkeit der Zellen, den Virus zu eliminieren (53).

Rhodiola könnte Entzündungen reduzieren

JAK2 und STAT3 sind zwei Gene, die in ihrer Kombination einen Pfadweg bilden, der Entzündungen fördert und verstärkt. Salidrosid verhindert eine Aktivierung des JAK2-STAT3 Pfadweges und reduziert hierdurch Entzündungen (18, 19).

Rhodiola könnte außerdem selektiv die Spiegel der entzündungsfördernden Zytokine IL-1, IL-6 und TNF-alpha senken. Seine Extrakte könnten die Expression dieser Zytokine im gesamten Körper reduzieren.

Im Rahmen einer Studie, bei der Mäusen ein E. coli Toxin injiziert wurde, konnte eine hohe Dosis eines Rhodiola Extraktes Entzündungen in Nieren und Gehirn reduzieren (54). Insbesondere Salidrosid reduzierte die Expression dieser Zytokine in den Immunzellen des Gehirns. Entzündungen dieser unterstützenden Zellen im Gehirn führen häufig zu kognitiven Dysfunktionen und Krankheiten wie Alzheimer (54).

Die Resultate bezüglich der entzündungshemmenden Wirkungen von Rhodiola erscheinen auf den ersten Blick widersprüchlich. In einige Studien erhöhte Rhodiola die Spiegel des Zytokins INF-gamma, während es bei anderen Studien diese Spiegel senkte. Rhodiola scheint in niedrigen Dosierungen nützlich zu sein und in höheren Dosierungen toxisch zu werden (58, 71).

Dieses faszinierende Phänomen ist auch als Hormesis bekannt. In den richtigen Dosierungen könnte Rhodiola hormetisch sein: sie könnte eine adaptive Stressreaktion anregen, die der allgemeinen Gesundheit förderlich ist (57, 58).

Rhodiola könnte die Blutzuckerspiegel senken und bei der Kontrolle von Diabetes helfen

Diabetes ist eine Erkrankung, die dadurch charakterisiert wird, dass der Körper entweder zu wenig Insulin produziert, oder nicht mehr ausreichend auf Insulin reagiert, was in hohen Blutzuckerspiegeln resultiert (59). Diabetiker verwenden für gewöhnlich Insulin Injektionen oder Medikamente zur Verbesserung der Insulinsensitivität im ihre Blutzuckerspiegel im normalen Bereich zu halten. Interessanterweise legen mit Tieren durchgeführte Untersuchungen nahe, dass Rhodiola dabei helfen könnte, die Diabeteskontrolle zu verbessern (60). Im Rahmen von mit diabetischen Ratten durchgeführten Untersuchungen konnte gezeigt werden, dass Rhodiola die Mengen der Glukosetransporter im Blut erhöht. Diese Transporter senken die Blutzuckerspiegel, indem sie Glukose in die Zellen transportieren (61, 62).

Da diese Studien mit Nagetieren durchgeführt wurden, sind ihre Resultate nicht direkt auf den Menschen übertragbar, aber dennoch vielversprechend.

Rhodiola Rosea könnte Anti-Krebs Wirkungen besitzen

Das in Rhodiola enthaltene Salidrosid wurde auf seine Anti-Krebs Wirkungen hin untersucht. Im Reagenzglas durchgeführte Untersuchungen haben gezeigt, dass dieser Inhaltsstoff das Wachstum von Blasenkrebs-, Darmkrebs- und Leberkrebszellen hemmen konnte (63, 64, 65, 66). Als Resultat hiervon vermuten Wissenschaftler, dass Rhodiola bei der Behandlung unterschiedlicher Typen von Krebs hilfreich sein könnte.

Rhodiola besitzt antioxidative Eigenschaften und kann dabei helfen, vor den schädlichen

Auswirkungen freier Radikale zu schützen

Freie Radikale sind potentiell schädliche Moleküle, die während des Energiestoffwechsels von gesunden Zellen produziert werden. Freie Radikale sind etwas völlig Normales, aber sie müssen sich im Gleichgewicht mit Antioxidantien befinden, um exzessiven oxidativen Stress zu verhindern, welcher Fette, Proteine und die DNA der Zellen schädigen kann. Ein Übermaß kann außerdem zur Schädigungen von Gehirnzellen führen und gilt als eine der Ursachen für das altersbedingte Absinken der geistigen Leistungsfähigkeit.

Unglücklicherweise kann der Körper auch durch größere Mengen an freien Radikalen durch Strahlung oder schädliche Verbindungen wie Zigarettenrauch, Luftverschmutzung und industrielle Chemikalien belastet werden.

Das in Rhodiola enthaltene Salidrosid konnte im Rahmen von Zellstudien und mit Tieren durchgeführten Untersuchungen dabei helfen, das Gleichgewicht zwischen freien Radikalen und Antioxidantien wiederherzustellen. Es schütze das Gehirn von Tieren vor einer schlechten Durchblutung und ischämschen Schlaganfällen. Salidrosid aktiviert den Nrf2 Pfadweg, welcher schützende Gene aktiviert, die Spiegel antioxidativer Proteine erhöht und die Zellen schützt (68, 69). Rhodiola könnte oxidativen Stress durch eine Aktivierung von AMPK reduzieren und verhindern. AMPK aktiviert antioxidative Proteine und könnte außerdem den Nrf2 Pfadweg aktivieren (70, 71).

Die antioxidative Aktivität von Rhodiola könnte außerdem dabei helfen, der Alterung des Körpers entgegenzuwirken, wobei die zugrundeliegenden Mechanismen beim Menschen noch nicht gut untersucht sind (72). So wird Osteoporose – eine Krankheit, die mit zunehmendem Alter zu einer reduzierten Knochendichte führt – zumindest teilweise durch oxidativen Stress verursacht. Im Rahmen einer Studie konnte Salidrosid aus Rhodiola den Kalziumverlust in menschlichen Knochenzellen und in einem Mäusemodell von Osteoporose verhindern (73).

Rhodiola könnte das Gehirn vor Schäden schützen

Durch eine Aktivierung von AMPK könnte Rhodiola Nerven und Neuronen vor Schäden durch Alzheimer und Hirnverletzungen schützen (2, 8, 74).

Im Rahmen einer mit Ratten durchgeführten Studie schützte Salidrosid vor den schlimmsten Auswirkungen von Gehirnschäden bei unterschiedlichen Typen von Schlaganfällen. Ratten, denen Salidrosid verabreicht wurde, bevor sie unter Gehirnschäden litten, wiesen weniger Entzündungen auf und die Gesamtmenge der Schäden war signifikant geringer. Diese Resultate legen nahe, dass eine Rhodiola Supplementation den Schutz des Gehirns bei Menschen, die ein erhöhtes Schlaganfallrisiko aufweisen, verbessern könnte (2).

Bei einem Schlaganfall hängt die Chance auf eine Erholung stark davon ab, wie schnell eine erste Behandlung begonnen wird. Im Rahmen einer mit Ratten durchgeführten Studie reduzierte Salidrosid aus Rhodiola die Komplikationen eines Schlaganfalls selbst dann, wenn die Standardbehandlung erst mit Verzögerung begann (75).

Diese schützenden Wirkungen könnten auf die antioxidativen Wirkungen von Rhodiola zurückgeführt werden. Frei Radikale können Gehirnzellen inklusive Nervenstammzellen im wachsenden Gehirn schädigen. Rhodiola erhöht die Expression antioxidativer Proteine und reduziert die Mengen freier Radikale im Gehirn (17, 76).

Bei Parkinson sterben Neuronen im Bereich der Basalganglien ab. Gesteigerter Stress in einem Teil der Zelle, der als endoplasmatisches Retikulum bezeichnet wird, könnte der zugrundeliegende Auslöser sein. Im Rahmen einer Zellstudie konnte Salidrosid das endoplasmatische Retikulum von Basalganglien vor Stress schützen (77, 78). Den Autoren der Studie zufolge legen diese Resultate nahe, dass Rhodiola auf seine potentiellen Anwendungsbereiche bei der Behandlung von Parkinson hin untersucht werden sollte.

Rhodiola könnte sich positiv auf die Herzgesundheit auswirken

Im Herz und im Rest des Körpers hält AMPK das oxidative Gleichgewicht aufrecht. In Reaktion auf Stress aktiviert AMPK Gene, die antioxidative Proteine produzieren und den Blutdruck senken. Bei Studien mit Zellkulturen und Tieren konnten Rhodiola Extrakte AMPK aktivieren und das Herz vor oxidativem Stress schützen, den Blutdruck senken und einen korrekten Rhythmus des Herzschlages aufrecht erhalten (13, 79, 80).

Rhodiola könnte die Gesundheit der Lunge fördern

Die Lunge ist aufgrund in der Atemluft enthaltener Toxine und Verunreinigungen besonders anfällig für oxidativen Stress (81). In der Lunge kann oxidativer Stress über einen längeren Zeitraum zu Asthma, Lungenkrebs und COPD führen (81).

Im Rahmen einer mit Ratten durchgeführten Studie konnte beobachtet werden, dass Salidrosid aus Rhodiola die Lunge von Ratten vor oxidativem Stress schützen konnte, was vermutlich auf die Expression antioxidativer Proteine und eine Reduzierung der Mengen an entzündungsfördernden Zytokinen zurückgeführt werden kann (82).

Rhodiola könnte Schmerzen lindern

Im Rahmen mehrerer Studien konnten Rhodiola und Rhodiolaextrakte bei Ratten mit Diabetes, Arthritis und Verletzungen Schmerzen und Schwellungen reduzieren (83, 84, 85).

Sowohl Salidrosid, als auch Rosavin scheinen Schmerzen durch eine Reduzierung von Entzündungen zu lindern. In dieser Hinsicht ähneln diese Inhaltsstoffe von Rhodiola vielen weit verbreiteten entzündungshemmenden Schmerzmitteln wie nichtsteroidalen Entzündungshemmern (84, 86).

Rhodiola Rosea könnte die Sexualfunktion verbessern

Rhodiola wird manchmal auch als Libido Booster oder als Mittel zur Behandlung erektiler Dysfunktion vermarktet. In Kombination mit Zink, Folsäure und Biotin könnte es auch bei einer Neigung zu vorzeitigen Samenerguss hilfreich sein (87).

Viele Behauptungen bezüglich einer verbesserten Sexualfunktion gehen jedoch auf eine einzige Studie zurück, die mit 120 Erwachsenen über 50 durchgeführt wurde, weder eine Placebo-, noch eine Kontrollgruppe umfasste und sich darüber hinaus nicht auf die Sexualfunktion, sondern auf eine Reihe unterschiedlicher körperlicher und kognitiver Symptome konzentrierte (88, 89).

Die potentiellen Auswirkungen von Rhodiola auf die Sexualfunktion stehen wahrscheinlich mit den antidepressiven Wirkungen dieser Heilpflanze in Verbindung. Eine Studie fand heraus, dass Rhodiola bei Menschen mit Burnout alle Symptome inklusive sexueller Dysfunktion reduzierte (90).

Sexualfunktion und Stress sind natürlich eng miteinander verbunden. Durch eine Verbesserung der Widerstandsfähigkeit gegenüber Stress und seine antioxidativen Wirkungen könnte dieses Adaptogen zu einer gesunden Libido beitragen. In anderen Fällen, bei denen sexuelle und erektile Dysfunktion nicht mit Stress in Verbindung stehen, wird Rhodiola wahrscheinlich keine Wirkung zeigen.

Dosierung und Zeitpunkt der Einnahme

Es ist am besten Rhodiola auf leeren Magen und nicht vor dem Zubettgehen einzunehmen, da Rhodiola eine leichte anregende Wirkung besitzt (91).

Die optimale Dosierung für eine Reduzierung von Stresssymptomen, Erschöpfung oder Depressionen liegt bei einer Einzelgabe von 400 bis 600 mg pro Tag (30, 37, 44).

Um von den leistungssteigernden Wirkungen von Rhodiola profitieren zu können, sollten 200 bis 300 mg ein oder zwei Stunden vor dem Training eingenommen werden (46, 48, 49).

Dauergebrauch und Stoßtherapie

Die derzeit angegebenen Dosierungen variieren je nach Prozentgehalt des Wirkstoffs Rosavin im verwendeten Extrakt. Für den Dauergebrauch wird eine Tagesdosis von 360 bis 600 mg eines Rhodiola-rosea-Extraktes mit 1 Prozent Rosavin oder 180 bis 300 mg eines solchen mit 2 Prozent Rosavin beziehungsweise 100 bis 170 mg eines mit 3,6 Prozent Rosavin angenommen.

Rhodiola-rosea-Extrakt sollte bereits einige Wochen vor der erwarteten Stresssituation und während der Dauer der Belastung eingenommen werden. Bei einer kurzzeitigen Belastung wie einer Prüfung kann der Anwender die Dosis verdreifachen, wobei er den Einnahmezeitraum von vier Monaten nicht überschreiten sollte. Hieran sollte sich eine einnahmefreie Phase anschließen. Nüchtern 30 Minuten vor dem Frühstück, beziehungsweise der Mahlzeit eingenommen, ist die Resorption am besten. In den Studien sind unter den beschriebenen Dosierungen keine Nebenwirkungen aufgetreten. Toxische Wirkungen bei fachgerechtem Gebrauch sind nicht bekannt. Wie bei übermäßigem Kaffeegenuss kann es auch bei extrem hoher Dosierung von Rhodiola rosea zu Unruhe und Schlaflosigkeit kommen. Anwender sollten Extrakte aus Rhodiola rosea wegen ihrer anregenden Wirkung in der ersten Tageshälfte einnehmen. Während der Schwangerschaft und Stillzeit sollten Frauen von einer Einnahme absehen.

Sicherheit und Nebenwirkungen

Für sich alleine in therapeutischen Dosierungen eingenommen ist Rhodiola im Allgemeinen sicher und unbedenklich und besitzt nur milde bis moderate Nebenwirkungen. Die häufigsten beobachteten Nebenwirkungen waren Schwindel und Mundtrockenheit (93).

Es wurden bisher keine Studien zur Bestimmung der Wirkungen von Rhodiola bei schwangeren und stillenden Frauen durchgeführt, doch diese Pflanze wird im Bereich der georgischen traditionellen Medizin seit langem an schwangere Frauen verabreicht. Bevor Studien dieses Thema näher untersucht haben, ist von einer Verwendung von Rhodiola durch schwangere und stillende Frauen abzuraten (94, 95, 96, 97).

Bei einer Dosierung von 600 mg pro Tag reduzierte Rhodiola in Kombination mit Vitamin C bei Teenagern mentale Erschöpfung und verbesserte die Examensnoten, sowie die Fähigkeit Sprachen zu lernen. Die Auswirkungen von Rhodiola auf Kinder wurden jedoch nicht untersucht. Auch wenn Rhodiola Tee traditionell in den Bergregionen des Kaukasus an Kinder verabreicht wird, ist von einer Verwendung von Rhodiola Supplements durch Kinder abzuraten, bevor weitere Erkenntnisse vorliegen (97).

Interaktionen mit Medikamenten

Salidrosid und Rosavin sind biologisch hochaktive Moleküle, die im menschlichen Körper zahlreiche Wirkungen besitzen. Deshalb sollte man bei einer Verwendung von Rhodiola in Kombination mit Medikamenten vorsichtig sein und eine Supplementation im Voraus mit dem behandelnden Arzt abklären, um unerwünschte Wechselwirkungen zu vermeiden. Folgende Wechselwirkungen sind bekannt:

Antidepressiva

  • MAO Hemmer: Monoamin Oxidase Hemmer sollten nicht mit Substanzen wie Rhodiola kombiniert werden, die die Dopamin- oder Norepinephrinspiegel erhöhen können (99).
  • Selektive Serotonin Wiederaufnahmehemmer: SSIs wie Escitalopram oder Paroxetin können mit Rhodiola interagieren und unerwünschte Nebenwirkungen wie Muskelschmerzen, Zahnfleischschmerzen und unregelmäßigen Herzschlag verursachen. Darüber hinaus kann es zu Ruhelosigkeit, Zittern, Schwitzen und anderen Symptomen eines Serotonin Syndroms kommen (100, 101).

Diabetes Medikamente

  • Metformin: Rhodiola und Metformin besitzen einige ähnliche Wirkungen, da sie beide AMPK aktivieren und die Insulinsensitivität erhöhen. Eine Kombination von Rhodiola mit Metformin sollte im Voraus mit dem behandelnden Arzt abgeklärt werden (102, 103, 104)
  • Jedes CYP2C9 Substrat: Rhodiola hemmt das Enzym, das viele orale Diabetes Medikamente abbaut, worauf wir weiter unten noch näher eingehen werden.

Blutdruckmedikamente

Rhodiola senkt über eine Aktivierung von AMPK den Blutdruck, weshalb man vorsichtig sein sollte, wenn man bereits Medikamente einnimmt, die den Blutdruck senken (79). Darüber hinaus werden viele Blutdruckmedikamente durch das CPY2C9 Enzym abgebaut (105) (siehe unten).

CYP2C9 Substrate

Viele Medikamente werden durch eine Gruppe von Enzymen abgebaut, die als Cytrochrom P450 Enzyme bezeichnet werden. Wenn diese Enzyme blockiert werden, hat dies zur Folge, dass die entsprechenden Medikamente länger und in höheren Konzentrationen im Blutkreislauf verbleiben, was die Wirkung verstärken kann (106, 107).

Sich widersprechende Studien haben zwei entgegengesetzt Wirkungen von Rhodiola auf das Enzym CYP2C9 aus dieser Gruppe gezeigt. Bei zwei Studien blockierte Rhodiola die Wirkungen von CYP2C9 und bei einer Studie erhöhte Salidrosid alleine die Aktivität dieses Enzyms. Es bedarf deshalb weiterer Studien, um die vollständigen Auswirkungen von Rhodiola und seiner aktiven Verbindungen auf CYP2C9 zu verstehen (106, 107, 108).

CYP2C9 Substrate umfassen alle Verbindungen, die durch dieses Enzym verstoffwechselt werden. Folgende Medikamente könnten bei einer Kombination mit Rhodiola höhere Blutspiegel erreichen:

  • Nichtsteroidale Entzündungshemmer wie Aspirin, Ibuprofen und Naproxen (109).
  • Blutgerinnungshemmer wie Warfarin (105).
  • Blutdruckmedikamente wie losartan (105).
  • Phenytoin, ein krampflösendes Medikament (106, 110).

Einige dieser Medikamente – insbesondere Warfarin und Phenytoin – weisen einen sehr engen therapeutischen Index auf, was bedeutet, dass bereits sehr geringe Variationen eine große Bandbreite von Wirkungen besitzen können. In einigen Fällen kann bereits eine Veränderung der Ernährung die Wirkungen dieser Medikamente verändern. Rhodiola könnte mit Warfarin und Phenytoin auf unerwartete Art und Weise interagieren, weshalb Personen, die diese Medikamente Einnehmen vor einer Supplementation mit Rhodiola den behandelnden Arzt konsultieren sollten (106, 110, 111).

Fazit

Rhodiola wird seit Jahrhunderten in russischen und skandinavischen Ländern im Bereich der traditionellen Medizin eingesetzt.

Studien haben herausgefunden, dass Rhodiola dabei helfen kann, die körperliche Reaktion auf körperliche Stressoren wie Training und psychologische Stressoren wie Erschöpfung und Depressionen verbessern kann.

Darüber hinaus haben im Reagenzglas und mit Tieren durchgeführte Studien die Rolle von Rhodiola bei der Krebsbehandlung und Diabeteskontrolle untersucht, wobei es in diesen Bereichen weiterer Humanstudien bedarf.

Alles in Allem besitzt Rhodiola viele Gesundheitsvorzüge und wird als sicher mit einem geringen Risiko für Nebenwirkungen angesehen, wenn es in den empfohlenen Dosierungen verwendet wird.

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