Training

Hier ist eine kurze Zusammenfassung:
- Nimm an irgendeiner Art von Wettkampf teil und trainiere mit Profis für ein gesteigertes Wachstum und eine gesteigerte Trainingsdisziplin
- Meistere Widerstandstraining, das kein Langhanteltraining umfasst. Experimentiere damit, wie Dein Trainingsprogramm organisiert und periodisiert ist.
- Versuche die Menge an Zeit, die Du pro Woche mit Kniebeugen verbringst zu steigern und experimentiere mit Deiner Trainingsfrequenz beim Kreuzheben.
- Versuche Unterstützungsübungen als Hauptübungen anzusehen und umgekehrt. Und schaue dann, auf welche Übungen Dein Körper am besten anspricht.
Du musst daran arbeiten zu wissen, was funktioniert
Die meisten Trainierenden strömen ziellos ohne Plan, Ziel oder Strategie in die Fitnessstudios dieser Welt.
Die meisten haben nicht annähernd genug mit ihrem Training experimentiert, um auch nur die geringste Spur einer Ahnung davon zu haben, was am besten für sie funktioniert. Sie bleiben das ganze Jahr über beim selben Trainingsprogramm ohne hiermit nennenswerte Fortschritte zu erzielen. Es gibt kein universell bestes Trainingssystem, das für jeden perfekt ist. Wir unterscheiden uns alle, was Anatomie, Physiologie und Psychologie angeht. Wir müssten kontinuierlich danach streben, Methoden und Strategien zu finden, die am besten für unsere einzigartigen Körper funktionieren. Der einzige Weg dies zu lernen besteht darin, im Lauf der Zeit zu experimentieren. Es ist unmöglich zu wissen, was am besten für Dich ist, wenn Du nicht die Zeit und die Arbeit investierst, es herauszufinden.
Hier ist eine Liste von Dingen, die jeder Trainierende während seiner Trainingskarriere ausprobieren sollte.
1 – Nimm an einem Wettkampf teil
An irgendeinem Punkt Deines Lebens solltest Du den Mut aufbringen an irgendeinem Wettstreit oder Wettkampf teilzunehmen – egal ob es sich hierbei um einen Kraftwettkampf oder einen Wettkampf in einer Körpersportart handelt. Dieser Prozess wird Dich Lektionen lehren, von denen Du über viele Jahre profitieren wirst. Deine Optionen sind hierbei schier endlos. Wenn es um Wettkämpfe in einer Körpersportart geht, dann kannst Du an Bodybuilding Wettkämpfen oder Wettkämpfen in der Figur-, Fitness- oder Bikiniklasse teilnehmen. Wenn es um Wettkämpfe bei Kraftsportarten geht, kannst Du an Wettkämpfen im Olympischen Gewichtheben, sowie an Strongman, Powerlifting oder CrossFit Wettkämpfen teilnehmen. Alleine beim Powerlifting wirst Du sowohl Wettkämpfe in allen drei Disziplinen, als auch Wettkämpfe für Bankdrücken, Kniebeugen oder Kreuzheben finden.Nimm in unterschiedlichen Bereichen an Wettkämpfen teil und erweitere Deinen Horizont. Olympisches Gewichtheben wird Deine Quadrizeps aufbauen, Dich lehren, wie Du die richtige Beugung des Oberkörpers aufrecht erhältst, wie Du den unteren Bereich der Bewegung bei Kniebeugen ausführst und außerdem Deine Kraft beim Drücken über Kopf maximieren. Powerlifting wird Dir dabei helfen, die richtige Weite des Standes, die richtige Fußstellung, die richtige Griffweite und die richtigen Trainingsstile zu finden, die Deine Kraft bei Kniebeugen, Bankdrücken und Kreuzheben maximieren werden.
Strongman wird Deine spinalen Erektoren aufbauen, Deine Griffkraft steigern und Deiner Kraftausdauer einen Schub geben. Bodybuilding wird Dich lehren, wie Du Dein Körperfett minimieren kannst, wie Du ein maximales Muskelwachstum in jedem Muskelkopf erreichen kannst und wie Du Dich entsprechend Deiner Ziele ernähren musst. An Wettkämpfen teilzunehmen wird Dich dazu zwingen, Dich richtig hineinzuknien und die Magie geschehen zu lassen.
2 – Trainiere mit Profis
Trainiere zusammen mit Profis, wenn Du kannst. Es gibt so viel, das Du von Wettkampfathleten lernen kannst und viele von ihnen werden ihr Wissen gerne mit Dir teilen, was insbesondere dann gilt, wenn sie sehen, dass Du im Fitnessstudio hart arbeitest.
Finde heraus wo die ernsthaften Kraftsportler und Bodybuilder trainieren und schließe dort eine Mitgliedschaft ab. Es gibt in Deiner Nähe bestimmt irgendwo ein Fitnessstudio, das sich auf Powerlifting, Bodybuilding, Gewichtheben oder Strongman Training spezialisiert hat. Mache Deine Hausaufgaben und trainiere dann dort.
3 – Meistere multiple Formen des Widerstandes
Wir alle lieben die Langhantel. Wenn Du ein Kraftsportler bist, dann erwartet man dies von Dir. Nimm Dir jedoch trotzdem die Zeit, Kurzhanteln, Maschinen, Widerstandsbänder, Kettlebells, Gewichtsschnitten, Gewichtswesten, spezielle Langhanteln, Kabelzüge und mehr zu meistern. Übungen sind Werkzeuge und ein guter Zimmermann hat eine große Werkzeugkiste. Natürlich wirst Du Deinen Hammer häufiger als Deine Imbusschlüssel oder Deinen Meißel verwenden, aber diese Werkzeuge können zur richtigen Zeit extrem wichtige Hilfsmittel sein.
4 – Tüftele an Deinem Trainingsprogramm herum
Unterschiedliche Trainingsstrategien maximieren unterschiedliche Variablen. Hier sind vier beliebte Methoden:
- Hochvolumiges Training (HVT) maximiert das Trainingsvolumen pro Muskelgruppe und wird im Allgemeinen in Kombination mit einem Trainingssplit nach Muskelgruppen verwendet.
- Hochfrequentes Training (HFT) maximiert die Frequenz pro Übung oder Muskelgruppe. Es wird im Allgemeinen in Kombination mit einem Ganzkörpertraining verwendet.
- High Intensity Training (HIT) maximiert die Anstrengung und umfasst die Ausführung eines Satzes bis zum Muskelversagen im Rahmen eines Ganzkörpertrainings.
- Escalating Density Training (EDT) maximiert die Trainingsdichte und wird im Allgemeinen in Kombination mit einem Oberkörper/Unterkörper Split eingesetzt.
Gib jedem dieser Systeme zu gegebener Zeit eine Chance. Du wirst von jedem System etwas lernen und kannst Aspektes eines jeden dieser Systeme im Lauf der Jahre in Dein Training einbauen. Du wirst die besten Fortschritte erzielen, wenn Du die unterschiedlichen Trainingsstile in Deinem Training kombinierst. Wenn Du z.B. seit mehreren Jahren ein Hochvolumiges Training (HVT) ausgeführt hast, wird eine 3 Monate lange HIT Phase sehr nützlich für Dich sein. Wenn Du noch nie ein hochfrequentes Training (HFT) verwendet hast, dann gibt es noch ein paar Zuwächse, die auf Dich warten.
Experimentiere mit jeder dieser Trainingsroutinen zu irgendeinem Zeitpunkt:
- Trainingssplits nach Muskelgruppen umfassen ein hohes Volumen mit natürlichen Fluktuationen der Anforderungen an das ZNS im Lauf der Woche. Ein Beintrainingstag ist z.B. brutal, aber ein Schultertag ist mehr oder weniger ein Spaziergang.
- Ein Ganzkörpertraining erlaubt Dir ein häufigeres Training pro Übung und umfasst höhere stoffwechseltechnische Anforderungen.
- Push-Pull und Oberkörper-Unterkörper Splits sind für Kraftsportler von Vorteil.
Du wirst nie herausfinden, welcher Trainingsstil für Dich am besten funktioniert, wenn Du nicht allen eine ehrliche Chance gibst. Es gibt mehrere Wege Dein Training zu organisieren und es ist die Zeit wert, mit einer Periodisierung zu experimentieren:
- Eine lineare Periodisierung hat für viele Powerlifter während der letzten Jahrzehnte sehr gut funktioniert.
- Die Westside Methode verwendet die konjugierte Methode.
- Eine tägliche wellenförmige Periodisierung hat während der letzten Jahre dank Fürsprechern wie Mike Zourdos einen Schub an Popularität erlebt.
- Eine Block Periodisierung hat zahlreichen Sportlern dabei geholfen, ihre Kraft und Power zu steigern.
Westside, 5/3/1, Starting Strength, The Texas Method, Sheiko, Smolov sind alles erprobte und bewährte Methoden, die es wert sind, dass Du sie im Lauf Deiner Trainingskarriere einmal ausprobierst.
5 – Führe 20 Wiederholungen Kniebeugen aus
Die Bodybuilder der alten Schule haben ihre Zeit in Kniebeugen mit 20 Wiederholungen investiert. Dieses Trainingsprotokoll ist legendär und es ist wichtig, dass auch Du es verwendest. Du wirst lernen 20 Wiederholungen mit einem Gewicht zu erzwingen, mit dem Du zuvor nur 10 Wiederholungen geschafft hast, indem Du Dich weigerst, die Stange zurück auf die Ablage zu legen und tief zwischen den Wiederholungen atmest. Du wirst das Gewicht auf der Stange steigern und mehrere Zentimeter an Oberschenkelumfang aufbauen und Du wirst niemals wieder einen normalen Satz Kniebeugen oder Kreuzheben verfluchen.
6 – Probiere instinktives Training aus
Verwende reines instinktives Training während Pausen zwischen geplanten Phasen des Trainings. Hierbei handelt es sich nicht um ein herumirren ohne Richtung – es geht vielmehr darum, auf die Hinweise Deines Körpers zu achten und basierend darauf, wie Du Dich fühlst zu trainieren, anstatt Dich an einen festen Plan zu halten. Sagen wir, dass Du gerade einen Powerlifting Wettkampf hinter Dich gebracht hast und Du während der nächsten 7 Monate keinen weiteren Wettkampf auf dem Plan hast. Nach dem ersten Wettkampf könntest Du für 3 Monate jedes spezifische Programm für 3 Monate meiden, bevor Du wieder mit ernsthaftem Powerlifting Training beginnst. Zwischen Phasen geplanten Trainings und ungeplanten Trainingsphasen zu alternieren, ist befreiend und erfrischend.
Gehe unvoreingenommen ist Fitnessstudio, höre auf Deinen Körper und führe 3 bis 5 Übungen mit 10 bis 15 Gesamtsätzen pro Trainingseinheit aus. Du musst Dich nicht an eine 7 Tage Kalender halten – wenn Du jeden zweiten Tag trainieren willst, dann tue das. Wenn du 3 Tage in Folge, gefolgt von 2 trainingsfreien Tagen trainieren willst, ist das auch okay.
Vielleicht trainierst Du an einem Tag Kniebeugen, Kettlebell Schwingen, Liegestütze und inverses Rudern. Am nächsten Tag trainierst Du vielleicht Block Pulls, Glute Ham Raises und Schulterdrücken stehend. Am nächsten Tag könnte enges Bankdrücken, Hip Thrusts, Klimmzüge und Ab Wheel Rollouts folgen.
Du könntest Dich auch dafür entscheiden während 6 Trainingseinheiten in Folge klassische Kniebeugen zu trainieren. Mische niedrige, mittlere und hohe Wiederholungszahlen ohne scheinbaren Rhythmus oder Grund. Ich glaube Du verstehst, worauf ich hinaus will. Du kannst während dieser Phasen des instinktiven Trainings leicht Deine Kraft aufrechterhalten oder sogar steigern und persönliche Bestleistungen aufstellen.
7 – Finde Deine ideale Kniebeugenfrequenz
Es gibt eine optimale Kniebeugenfrequenz, die Deine Oberschenkel am schnellsten aufbauen wird, aber Du musst diese durch Trial and Error selbst finden.
Verbringe jeweils zwei Monate damit, eine der folgenden Trainingsfrequenzen zu verwenden:
- Kniebeugentraining einmal pro Woche
- Kniebeugentraining zweimal pro Woche
- Kniebeugentraining dreimal pro Woche
- Kniebeugentraining viermal pro Woche
Bleibe hierbei bei 3 bis 5 Arbeitssätzen pro Trainingseinheit.
Achte sorgfältig auf Deine Kraftlevel und darauf, wie Dein Körper reagiert, so dass Du Deine ideale Kniebeugenfrequenz bestimmen kannst.
Wenn Deine Anatomie gut dafür geeignet ist, mit Kniebeugen zurecht zu kommen, dann würde ich vermuten, dass 3 bis 4 Trainingseinheiten mit Kniebeugen pro Woche ideal für Dich sind. Wenn sich Deine Hüfte, Deine Knie oder Dein Rücken jedoch nach dem Kniebeugentraining wie erschlagen anfühlen, werden 1 bis 2 Trainingseinheiten mit Kniebeugen auf lange Sicht besser sein.
8 – Finde Deine ideale Kreuzheben Strategie
Es gibt auch eine optimale Kreuzheben Strategie, die Deine Leistungen beim Kreuzheben optimieren wird, aber auch hier bedarf es des Experimentierens, um diese Strategie zu finden.
Nimm Dir ein paar Wochen und tue Folgendes:
- Trainiere einmal jede zweite Woche schweres Kreuzheben
- Trainiere einmal pro Woche schweres Kreuzheben
- Trainiere zweimal pro Woche schweres Kreuzheben
- Trainiere einmal pro Woche schweres Kreuzheben und leichter, auf Geschwindigkeit an einem anderen Tag der Woche
- Trainiere dreimal wöchentlich Kreuzheben mit moderatem Volumen und moderater Anstrengung
- Versuche vollständig auf Kreuzheben zu verzichten
Einige Trainierende kommen am besten mit Spezifität zurecht, während andere bessere Resultate mit Abwechslung und dadurch, dass sie sich auf unterstützende Übungen konzentrieren, erzielen. Experimentiere um herauszufinden, was am besten für Dich funktioniert, aber Dir sollte auch klar sein, dass das, was jetzt für Dich am besten funktioniert, nicht das sein muss, was in zwei Jahren von jetzt an am besten für Dich funktionieren wird. Dies ist das, was ein Training mit Gewichten zu einem solchen Spaß macht (oder zu einer solchen Frustration – abhängig davon, aus welchem Blickwinkel Du es betrachtest).
9 – Trainiere eine Zeit lang nur mit bilateralem Training und eine Zeit lang nur mit unilateralem Training
Du wirst vielleicht denken, dass einseitige Übungen Dir nicht dieselben Resultate wie ihre mit beiden Armen oder Beinen ausgeführten Gegenstücke liefern werden, aber kannst Du das wirklich mit absoluter Sicherheit sagen? Exprimentiere. Miss als erstes die Umfänge Deiner Brust, Deiner Arme und Deiner Oberschenkel. Dann trainiere drei Monate lang nur mit bilateralen Übungen. Notiere alle Veränderungen der Körpermaße und alle Kraftzuwächse und achte genau darauf, wie sich Dein Körper fühlt. Führe dann eine Entladewoche durch und gehe danach direkt für drei Monate zu einem unilateralen Training über.
Führe nur Übungen wie gehende oder reverse Ausfallschritte mit einer Langhantel oder Kurzhanteln, bulgarische Splitkniebeugen, Step-Ups, einbeiniges rumänisches Kreuzheben, einbeinige Hip Thrusts, einarmiges Bankdrücken mit Kurzhanteln, einarmiges Kurzhantel Schrägbankdrücken, einarmiges Kurzhantel Schulterdrücken, einarmiges Latziehen und einarmiges Rudern mit einer Kurzhantel aus. Notiere auch hier alle Veränderungen Deiner Körpermaße und Deine Kraftzuwächse und achte genau darauf, wie sich Dein Körper fühlt.
Dies ist der einzige Weg wirklich die Antwort auf die Frage zu finden, wie Dein Körper auf bilaterales und unilaterales Training reagiert. Du wirst im Lauf dieses Prozesses eine Menge lernen, Deine Kraft bei unilateralen Übungen wird dramatisch steigen und Du wirst gehende Ausfallschritte mit einer Langhantel nie wieder als Übung für Weicheier bezeichnen.
10 – Behandle unterstützende Übungen wie Hauptübungen
Kehre Deine Strategie bezüglich Hauptübungen und Unterstützungsübungen für ein paar Monate um. Du hast noch ein ganzes Trainingsleben vor Dir. Es wird Dich nicht umbringen, wenn Kniebeugen, Kreuzheben und Bankdrücken eine Zeit lang die zweite Geige spielen. Es könnte sogar von Vorteil für Dich sein.
Wähle für 3 bis 4 Monate ein paar Übungen, die für gewöhnlich als „unterstützende Übungen“ bezeichnet werden. Vielleicht wählst Du Kurzhantelrudern mit unterstützter Brust, enges Schrägbankdrücken, Langhantel Hip Thrusts, Bulgarische Langhantel Splitkniebeugen und Glute Ham Raises mit Zusatzgewicht.
Führe jede dieser Übungen zweimal wöchentlich aus – einmal mit 3 Sätzen a 5 bis 8 Wiederholungen und einmal 3 Sätze mit 8 bis 12 Wiederholungen. Versuche das Gewicht im Lauf der Zeit zu steigern, wie Du es auch bei Deinen Hauptübungen tun würdest. Führe diese Übungen am Anfang Deiner Trainingseinheit aus, so dass sie die beste Trainingswirkung hervorrufen können. Führe danach Deine Kniebeugen, Dein Kreuzheben und Deine Bankdrückvariationen mit weniger Fokus so aus, wie Du heute Deine unterstützenden Übungen ausführst.
Achte genau auf die Auswirkungen. Dein Körper könnte so gut auf unterstützende Übungen ansprechen, dass Du damit beginnen könntest, sie als Hauptübungen anzusehen.
10 Bonus Ideen
- Verwende strikte 3 Sekunden Pause Wiederholungen nur bei Deinen Hauptübungen.
- Führe nur drei Übungen dreimal wöchentlich mit unterschiedlichen Wiederholungsbereichen (tägliche wellenförmige Periodisierung) aus.
- Verzichte auf jegliches über Kopf ausgeführtes Training, um zu sehen, ob: a. Dies Deine Schulterhypertrophie beeinträchtigt b. Sich dies positiv auf die Gesundheit Deiner Schultern auswirkt
- Verzichte auf jegliches Armtraining, um zu sehen, ob dies das Wachstum Deiner Arme beeinträchtigt
- Verzichte auf jegliches Stabilisierungstraining für Deine Körpermitte, um zu sehen, ob dies a. Den ästhetischen Aspekt Deiner Körpermitte beeinträchtigt b. Deine Kraft bei Kniebeugen und Kreuzheben beeinträchtigt
- Führe nordische Beincurls (https://www.youtube.com/watch?v=qPRZcNx_C0A) an vier oder fünf Tagen pro Woche am Anfang Deiner Trainingseinheiten aus, um die Kraft Deiner Beinbeuger auf den Stand des Restes Deines Körpers zu bringen.
- Nimm zwei Trainingseinheiten für Deine Griffkraft pro Woche in Dein Training auf und beobachte, ob sich dies vorteilhaft auf Deine Leistungen bei Kreuzheben und beim Rückentraining auswirkt.
- Führe zwei Sätze seitliches Gehen mit Bändern (https://www.youtube.com/watch?v=sjgGSPo7Chc) und zwei Sätze Hip Thrusts mit zwei Kurzhanteln oder einer Langhantel vor Deiner Kniebeugentrainingseinheit aus und beobachte, ob sich dies positiv auf die Art und Weise, auf die sich Deine Hüfte bei Kniebeugen anfühlt, auswirkt.
- Verwende ein Okklusionstraining (ein Training mit Einschränkung der Blutzufuhr zu den trainierten Gliedmaßen) für Bizeps und Trizeps zweimal pro Woche aus und beobachte, ob sich dies positiv auf das Muskelwachstum Deiner Arme auswirkt.
- Trainiere wie ein Sportler. Füge schrittweise Sprints, plyometrisches Training, Beweglichkeitstraining und Konditionstraining zu Deinen Trainingseinheiten hinzu.
Von Bret Contreras
Quelle: https://www.t-nation.com/training/10-things-every-lifter-should-try

Hier ist eine kurze Zusammenfassung:
- Das Stage System umfasst mehrere Level der Last bei einer gegebenen Übung. Die erste Stufe wird mit schweren Gewichten ausgeführt. Die zweite Stufe wird mit leichteren Gewichten ausgeführt.
- Dieses System macht sich die Postaktivierungspotenzierung (Post-Activation Potentiation, kurz PAP) zunutze. Kurz zusammengefasst werden schwere Gewichte bei einigen wenigen Sätzen Deine Leistungen bei den folgenden Sätzen mit submaximaler Last verbessern.
- Dieser Ansatz funktioniert am besten mit Übungen wie Kniebeugen, Kreuzheben, Drücken, Rudern und Klimmzügen. Verwende diesen Ansatz jedoch nicht für kleine Muskelgruppen wie Bizeps.
- Durch eine Veränderung einiger weniger Trainingsvariablen kann das Stage System verwendet werden, um sich primär auf Kraft, Hypertrophie oder Geschwindigkeit zu konzentrieren.
Kraft, Masse oder Geschwindigkeit? Triff Deine Wahl:
Das Stage System ist eine der wandlungsfähigsten und vielseitigsten Strategien, die es gibt.
Training für erschreckende Kraft? Es brilliert hierbei. Training, um Masse aufzubauen, so dass Du endlich diese Medium T-Shirts hinter Dir lassen kannst? Es kann auch an Hypertrophie angepasst werden. Möchtest Du bei Deinem Sport schneller werden? Auch das kann mit dem Stage System abgedeckt werden.
Was ist das Stage System?
Das Stage System umfasst multiple Level der Last bei den ersten großen Übungen Deiner Trainingseinheit. Es ist einfach:
- Die erste Stufe (2 bis 3 Sätze) wird schwer ausgeführt
- Die zweite Stufe ( 1 bis 2 weitere Sätze derselben Übung) wird leichter ausgeführt.
Hier sind ein paar Beispiele dafür, wie so etwas aussehen könnte:
- 2x3 (schwer, langsamer), 2x6 (etwas leichter, langsamer)
- 2x3 (schwer, langsamer), 2x3 (schnell, leicht)
- 3x2, 1x5
- 3x3, 1x8
Wie funktioniert es?
Hier ist die super einfache Erklärung: Das Bewegen von schwerem Zeugs lässt magische Dinge geschehen!
Die etwas komplexere Erklärung: Das Bewegen schwerer Gewichte rekrutiert – insbesondere bei erfahreneren Kraftsportlern – mehr Muskelfasern mit hoher Reizschwelle. Dies bedeutet, dass Du mehr Muskelfasern mit schwerer Last rekrutierst.
Zusätzlich erhöhen schwere Kontraktionen die Empfindlichkeit der Muskelfasern gegenüber Kalzium. Im Grunde genommen haben vorhergehende Leistungen einen „Stempel“ auf unserem Nervensystem und unseren individuellen Muskelfasern hinterlassen. Diese vorübergehende Veränderung können nachfolgende Leistungen über einen Prozess, der als Postaktivierungspotenzierung (PAP) bekannt ist, steigern.
Historisch gesehen wurde alle Aufmerksamkeit bezüglich der PAP darauf verwendet, wie es die nachfolgende Kraftproduktion beeinflussen kann. Mit anderen Worten ausgedrückt könnte ein schwerer Satz Kniebeugen Dir dabei helfen, bei folgenden vertikalen Sprüngen etwas höher zu springen.
Was eine Menge Menschen jedoch übersehen haben ist, dass schwere Lasten die nachfolgenden Leistungen bei allen submaximalen Lasten verbessern können – und nicht nur bei denen, die für ein Powertraining verwendet werden.
Dies bedeutet, dass Deine schweren Lasten Deine Fähigkeiten verbessern können, mehr Qualitätsvolumen orientiertes Training mit einem höheren Prozentsatz Deines 1RM auszuführen, um mehr Muskelmasse aufzubauen.
Dies ist ein weiteres Beispiel dafür, warum ein stärkerer Kraftsportler, wenn alle anderen Variablen gleich sind, über das Potential verfügen wird, auch ein massigerer Kraftsportler zu sein.
Um das Meiste aus dem Stage System herauszuholen, müssen wir jedoch verstehen, wie wir es korrekt für jedes einzelne Ziel einsetzen können.
Regeln für das Stage System
Verwende das Stage System nur für eine der Übungen einer Trainingseinheit. Es sollte immer die erste Übung eines gegebenen Trainingstages sein.
Der Grund hierfür? Deine erste Stufe muss schwer sein, weshalb das letzte, was Du tun solltest, darin besteht, diese Übung als zweite oder dritte Übung einer Trainingseinheit auszuführen, wenn Du bereits erschöpft bist.
Als solches ist dieser Ansatz besser für Mehrgelenksübungen wie Kniebeugen, Kreuzheben, Drücken, Rudern und Klimmzüge. Verwende dieses System nicht für direktes Armtraining oder Wadentraining.
Zusätzlich hierzu ist das Stage System nicht gut für Supersätze geeignet, da die Potenzierung nur kurzlebig ist. Eine solche Potenzierung hält 3 bis 10 Minuten lang an. Zusätzlich hierzu trägt die Ausführung einer weiteren Übung mehr Erschöpfung zur Gleichung bei und dies kann die Vorzüge reduzieren.
Deine erste Stufe (die schwere Stufe) sollte immer mehrere Sätze umfassen
Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass PAP durch die Ausführung von mehr als einem Satz optimiert wird. Es ist fast so, als ob es mehrerer Sätze bedarf, um das Nervensystem aufzuwecken.
Doch auch wenn die erste Stufe schwer sein sollte, sollte sie nicht absurd schwer sein.
Hier ist eine Faustregel: Du solltest die konzentrische (anhebende) Komponente der Übung innerhalb von weniger als 3 Sekunden abschließen, wenn Du die Stange so schnell wie möglich bewegst.
Die Wahl Deiner Gewichte sollte auch durch Dein Trainingsziel bestimmt werden:
- Kraft: Trainiere schwerer und führe während Deiner ersten Stufe mehr Sätze a 1 bis 2 Wiederholungen oder oberhalb von 90% Deines 1RM Gewichts aus
- Geschwindigkeit: Arbeite im 68 bis 85% Bereich mit hoher Geschwindigkeit der Stange
- Masse: 80 bis 90% Bereich
Abgesehen von den Jungs, denen es um Kraft geht, besteht das Ziel der initialen Stufe vollständig darin, die schwere Seite des Kontrasts zu generieren, um die PAP Wirkung zu optimieren.
Nimm Dir immer ausreichend Zeit zwischen Stufe 1 und Stufe 2
Erschöpfung ist Dein größter Feind, wenn es darum geht, die nachfolgenden Leistungen zu optimieren. Schwere Sätze sollten Dich stark und athletisch, aber nicht erschöpft machen.
Wenn Du erschöpft bist, wenn Du zur zweiten Stufe übergehst, dann liegt dies entweder daran, dass Du bei der ersten Stufe zu schwer trainiert hast, oder dass Du Dich ganz einfach nicht lange genug ausgeruht hast, bevor Du mit der zweiten Stufe weitergemacht hast.
Wie Du Deine Gewichte wählst
Wie stark solltest Du also Deine Gewichte von der ersten Stufe zur zweiten reduzieren? Dies wird von Deiner Trainingshistorie und individuellen Unterschieden bezüglich der Muskelfasertypen abhängen.
Je mehr langsam kontrahierende Fasern Du hast und je länger Du schon ein Bodybuildingtraining oder Ausdauersportarten betreibst, desto geringer wird diese Reduzierung ausfallen.
Je mehr schnell kontrahierende Muskelfasern Du hast und je länger Deine Trainingshistorie des Bewegens wirklich schwerer Gewichte ist, desto größer wird diese Reduzierung ausfallen müssen.
Als allgemeine Faustregel solltest Du das Gewicht um etwa 3% pro Wiederholung reduzieren. Verwenden wir ein 2 x 3, 2 x 6 Stage System Bankdrücken als Beispiel:
- 300 Pfund x 3
- 300 Pfund x 3
- 270 Pfund x 6 (da 91% von 300 Pfund 273 Pfund sind)
- 270 Pfund x 6 (das Gewicht kann abhängig davon, wie der erste Satz a 6 Wiederholungen gelaufen ist, auch höher oder niedriger gewählt werden)
Aufwärmen und Intensität
Zähle nichts, was unterhalb von 90% Deines besten Gewichts des Tages liegt, bei der ersten Stufe. Mit anderen Worten ausgedrückt bedeutet dies bei erneuter Verwendung unseres 2 x 3 und 2 x 6 Beispiels, dass ein Satz mit 250 Pfund x 3 zu den Aufwärmsätzen zu den 300 Pfund x 3 zählt und bei den Arbeitssätzen nicht mitgerechnet wird.
Dies ist mehr ein Thema bei etwas bis moderat fortgeschrittenen Kraftsportlern, die erst noch ein Gefühl dafür bekommen müssen, wo sich ihre Kraftleistungen befinden. Du wirst ganz einfach nicht von den beschriebenen Vorzügen profitieren, wenn Deine Sätze bei Deiner ersten Stufe nicht schwer genug sind und Du nicht ausreichend schwere Sätze ausführst – also zähle erst dann mit, wenn die Dinge wirklich brutal werden.
Die Verwendung des Stage Systems für Kraft
Stelle Dir selbst folgende Frage:
“Ist der limitierende Faktor meiner Kraft meine neuronale Effizienz oder die Querschnittsfläche (Größe) meiner Muskeln?“
Wenn Du nicht neuronal effizient bist, dann führe während der ersten Stufe mehr Arbeit aus. Dies ist bei moderat fortgeschrittenen Athleten, die vielleicht massig aussehen aber nicht so stark- sind, am weitesten verbreitet.
Wenn Du muskulöser werden musst, um stärker zu werden, dann widme mehr Deiner Aufmerksamkeit der zweiten Stufe. Dies wäre mehr auf einen leichteren Kraftsportler zutreffend, der um eine Gewichtsklasse aufsteigen möchte.
Beispiele für beide Szenarien:
Muskulöserer Athlet, der mehr neuronale Effizienz benötigt, um stärker zu werden:
- 6x1, 2x3
- 8x1, 1x4
- 4x2, 1x5
- 3x2, 2x5
- 3x3, 1x6
Als Faustregel gilt, dass Du bei den Sätzen der ersten Stufe im Bereich von 3 oder weniger Wiederholungen und bei den Sätzen der zweiten Stufe bei sechs oder weniger Wiederholungen bleiben solltest.
Neuronal effizienter Athlet, der mehr Muskelmasse benötigt:
- 4x4, 2x8
- 3x3, 2x8
- 3x2, 3x6 (Der dritte Satz ist extra schwer, da der Effekt nachlässt)
- 5x4, 1x8
Bleibe bei den Sätzen der ersten Stufe bei 2 bis 4 Wiederholungen und bei den Sätzen der zweiten Stufe bei 5 bis 8 Wiederholungen.
Die Verwendung des Stage Systems für den Aufbau von Muskelmasse
Die Verwendung des Stage Systems für den Aufbau von Muskelmasse ist dem zweiten Szenario für Kraft von oben recht ähnlich, wobei Du jedoch über sehr viel mehr Spielraum verfügst, verrücktere Sachen bei Deiner zweiten Stufe zu verwenden.
- 4x4, 2x7
- 3x4, 2x8
- 3x3, 3x6 (auch hier lässt die Wirkung beim dritten Satz nach, was diesen extra quälend macht)
- 5x5, 2x8
- 4x5, 2x10
- 5x5, 1x15-20
Bleibe bei den Sätzen der ersten Stufe bei 3 bis 6 Wiederholungen und bei den Sätzen der zweiten Stufe bei 6 bis 20 Wiederholungen.
Anmerkung: Wenn Du bei den enormen Folgesätzen allzu dreist bist, wirst Du während der restliche Trainingseinheit nicht mehr dazu in der Lage sein, eine Menge Qualitätstraining auszuführen.
Der Satz mit 15 bis 20 Wiederholungen beim letzten Szenario ist ein gutes Beispiel hierfür. Wenn Du dies bei einem Satz Kniebeugen machst, dann solltest Du nicht erwarten, danach noch dazu in der Lage zu sein, Kreuzheben mit einer brauchbaren Last oder einem vernünftigen Volumen als zweite Übung des Tages ausführen zu können.
Verwende Folgesätze mit hohem Volumen sparsam. Sie mögen vielleicht sexy klingen, aber wenn Du auf Deine früheren Trainingslogs zurückschaust, dann wirst Du erkennen, dass Du im Verlauf einer Trainingseinheit mehr qualitativ hochwertiges Volumen ausführen kannst, wenn sich Dein Training während der zweiten Stufe im Bereich von 6 bis 10 Wiederholungen befindet.
Erinnere Dich daran, dass das Ziel darin besteht, diesen Ansatz als Strategie zu verwenden, um die Trainingsdichte Deines Programms zu erhöhen – mehr Volumen innerhalb von weniger Zeit.
Verwendung des Stage Systems für Geschwindigkeit
Wenn Dein Ziel darin besteht, Deine Schnellkraft / Power zu verbessern, dann wirst Du technisch gesehen, das Stage System nicht verwenden. Stattdessen führst Du ein Training mit Komplexen aus.
Dies mag nach einem Wortspiel klingen, aber beim Stage System werden alle Übungen mit derselben Übung ausgeführt. Bei einem Training mit Komplexen wird die schwere Last bei einer Übung verwendet, während bei einer anderen Übung die geringere Last (oder überhaupt keine zusätzliche Last) verwendet wird.
Ein Beispiel wäre die Ausführung schwerer Kniebeugen, wonach Du entweder zu leichteren Springkniebeugen oder vertikalen Sprüngen nur mit dem eigenen Körpergewicht übergehst. Die Wirkungen sind vergleichbar, lediglich die Übungen sind unterschiedlich.
Du kannst das Stage System jedoch immer noch dazu verwenden, Deine Kraftgeschwindigkeit zu verbessern – was für langfristige Verbesserungen beim Powerlifting sehr wichtig ist. Wenn Du eine Stange schneller bewegen kannst, dann werden Deine Chancen eine schwere Wiederholung zu vollenden größer.
Ein guter Ansatz ist hier 4 x 1, 4 x 3, auch wenn die Gesamtzahl der Sätze bei der ersten Stufe von Woche zu Woche im Rahmen eines monatlichen Programms fluktuieren kann.
Die Einzelwiederholungen der ersten Stufe werden mit etwa 90% des 1RM ausgeführt, während die Folgesätze a 3 Wiederholungen mit 60 bis 70% ausgeführt werden, wobei der Fokus auf perfekter Technik und Geschwindigkeit der Stange liegen sollte.
Dieser Ansatz funktioniert beim Kreuzheben Training wirklich gut. Er stellt insbesondere an Tagen, an denen Du Dich nicht so hervorragend fühlst und an denen die Geschwindigkeit der Stange nachlässt, eine hervorragende Option dar. Kürze Dein schweres Training ab und versuche einfach nur mit perfekter Technik und einer submaximalen Last so schnell zu sein, wie Du kannst.
Wie bereits angemerkt wurde, kannst Du die Dinge bei diesem Ansatz etwas verändern und etwas Abwechslung bezüglich der schweren/langsamen und leichteren/schnelleren Übergangsschemata einbauen. Erinnere Dich einfach nur daran, dass das Potential nachlassen wird, weshalb Du wahrscheinlich keine riesigen Vorzüge durch eine Ausführung von mehr als 5 bis 6 Sätzen der zweiten Stufe erzielen wirst.
Von Eric Cressey
Quelle: https://www.t-nation.com/training/stage-system

Es ist an der Zeit sechs beliebte und weit verbreitete Mythen bezüglich des Krafttrainings für Frauen, die sich sehr hartnäckig halten, zu widerlegen.
Es gibt Dutzende dieser Mythen, aber die sechs unten behandelten sind die am weitesten verbreiteten Mythen. Es ist an der Zeit diese ein für alle mal auszuradieren.
Mythos #1: Training mit Gewichten macht Frauen massig und muskulös
Es überrascht nicht, dass dies immer noch der am weitesten verbreitete Mythos ist, was Frauen und Krafttraining anbetrifft, aber regelmäßiges, progressives, schweres Training mit grundlegenden Mehrgelenksübungen macht Frauen definitiv nicht massig und übermäßig muskulös.
Der wahre Schuldige, der Frauen (oder jedem!) ein massiges und unförmiges Erscheinungsbild verleiht, ist überschüssiges Körperfett.
Ich kann Kreuzheben mit 150 Kilo, Klimmzüge mit Zusatzgewicht, Dips an Parallelholmen und Kniebeugen mir dem 1,5-fachen meines Körpergewichts ausführen und sehe nicht massig oder unweiblich aus. All meine Klientinnen führen ein progressives Training mit Gewichten aus (wobei ich natürlich immer Übungen verwende, die für die entsprechende Frau angemessen sind und auch auf ihre Präferenzen eingehe) und nicht eine hiervon hat sich während meiner 10 Jahre als Personal Trainer darüber beschwert, dass sie zu massig geworden ist.
Viele Frauen zögern aufgrund dieses hartnäckigen Mythos damit, schwere Gewichte zu bewegen, aber nach wenigen Wochen lieben sie die körperlichen UND mentalen Resultate, die sie in Verbindung mit anderen phänomenalen Krafttrainingsvorzügen erzielen.
Fazit: Progressives Krafttraining hilft Frauen dabei den Körper aufzubauen, den sie sich wirklich wünschen. Es hilft außerdem dabei, das Selbstvertrauen zu steigern, was ein fantastischer zusätzlicher Bonus ist.
Es ist natürlich wichtig zu erkennen, dass nicht jede Frau denselben Körper erreichen will. Einige Frauen möchten so viele Muskeln wie möglich aufbauen, während andere einfach nur „straff“, aber nicht zu muskulös aussehen möchten. Darüber hinaus verfügen unterschiedliche Frauen über unterschiedliche Körpertypen. Ich habe z.B. lange Gliedmaßen und einen relativ kurzen Torso und deshalb sieht mein Körper völlig anders als der Körper einer Frau aus, die bei selber Körpergröße und selbem Körpergewicht genau entgegengesetzt gebaut ist – kurze Gliedmaßen und ein langer Torso.
Wenn Dein Ziel darin besteht, Fett zu verlieren, aber nicht zu massig und muskulös zu werden, dann brauchst Du Dir keine Gedanken zu machen. Krafttraining wird Dir besser dabei helfen dieses Ziel zu erreichen, als Cardiotraining alleine. Aber Du wirst nicht nach ein paar Wochen Training mit Gewichten eines Morgens aufwachen und wie der Hulk aussehen.
Mythos #2: Ein Training mit Gewichten ist nicht der beste Weg Fett zu verlieren & diesen “straffen” Look zu erzielen
Wenn das primäre Ziel einer Frau darin besteht, Körperfett zu verlieren und schlanker zu werden, dann muss sie einfach nur Cardiotraining ausführen, richtig?
Absolut falsch!
Der einzige Weg, diesen “straffen” und wohlgeformten Look zu erreichen besteht darin ein paar Muskeln aufzubauen und überschüssiges Körperfett zu verlieren. Deshalb ist ein gut geplantes Training mit Gewichten der ultimative Weg, den Körper, den Du Dir wünschst, innerhalb der kürzesten möglichen Zeit zu erreichen.
Mythos #3: Ein Training mit Gewichten ist zu zeitaufwändig
Nein, ist es nicht, Du kannst ein effektives Training mit Gewichten innerhalb von 30 Minuten ein paar Mal wöchentlich absolvieren. So lange Du Mehrgelenksübungen verwendest und Dich selbst forderst (genug Gewicht verwendest) und Deine Leistungen steigerst, brauchst Du nicht viel Zeit.
Du kannst bereits mit zwei Trainingseinheiten mit Gewichten pro Woche hervorragende Resultate erzielen.
Das Wichtigste ist hierbei natürlich, dass Du Dich auf die Qualität und nicht die Quantität des Trainings konzentrierst. Arbeite hart mit ein paar wenigen, hervorragenden Übungen, steigere Deine Leistungen, wann immer dies möglich ist und sei konsistent.
Mythos #4: Du brauchst eine Menge Equipment
Auch das ist nicht der Fall. Brauchst Du ein voll ausgestattetes Fitnessstudio, um einen starken, schlanken und gesunden Körper aufzubauen? Nein!
Du kannst den Körper, den Du Dir wünschst unabhängig davon, über welches Equipment Du verfügst oder nicht verfügst aufbauen. Hast Du nur Dein Körpergewicht, mit dem Du arbeiten kannst? Das ist alles, was Du brauchst.
Was ist, wenn Du nur Dein eigenes Körpergewicht zur Verfügung hast? Kannst Du nur mit Übungen, die das eigene Körpergewicht verwenden, einen tollen Körper aufbauen? Kein Problem. Im Internet findest Du zahlreiche Programme hierfür.
Fazit: Egal ob Du nur zuhause mit Deinem eigenen Körpergewicht trainieren kannst, oder ob Du Zugang zu einem voll ausgestatteten Fitnessstudio hast, kannst Du den Körper aufbauen, den Du Dir wünschst.
Konzentriere Dich darauf, was Du mit dem Equipment, das Dir zur Verfügung steht, tun kannst.
Mythos #5: Krafttraining ist gefährlich.
Alles ist gefährlich, wenn Du es inkorrekt ausführst. Krafttraining stellt hier keine Ausnahme dar.
So lange Du Dir die Zeit nimmst, bei den grundlegenden Übungen die richtige Form der Übungsausführung zu lernen und immer einen Trainingspartner (der Dir bei schweren Gewichten helfen kann) oder zusätzliche Sicherheitsfeatures hast (z.B. Kniebeugen in einem Rack mit Sicherheitsablagen) ist ein Training mit Gewichten sehr sicher. Viel mehr gibt es hierzu nicht zu sagen.
Mythos #6: Der richtige Weg für Frauen mit Gewichten zu trainieren besteht darin, mit leichten Gewichten viele Wiederholungen auszuführen.
Dies ist eine weit verbreitete Empfehlung (die manchmal auch abwertend gemeint ist). Frauen sollten nur sehr leichte Gewichte verwenden und hiermit viele Wiederholungen (für gewöhnlich 15 oder mehr) ausführen – so oder so ähnlich wird dieser Mythos verbreitet.
Auch wenn Übungen mit hohen Wiederholungszahlen im Bereich eines Krafttrainingsprogramms ihren Platz und ihre Vorzüge haben können, sollten sie nicht das einzige sein, das Du tust und sie sollten auch nicht das sein, was Du die meiste Zeit über tust.
Ich ermutige Frauen gerne dazu, sich selbst herauszufordern und zu entdecken, zu was ihre Körper wirklich in der Lage sind. Ich möchte, dass sie die körperliche Kraft erkennen, über die sie verfügen und nicht, dass sie ihr Selbstwertgefühl nur von ihrem Aussehen abhängig machen. Dies kann natürlich nicht mit Trizeps Kickbacks unter Verwendung einer Suppendose als Gewicht erreicht werden – nicht einmal mit der Familiengröße.
Wenn Du kein Dich forderndes Gewicht verwendest, dann lieferst Du Deinem Körper wahrscheinlich auch keinen ausreichenden Trainingsstimulus, an den er sich anpassen muss. Wenn Du Dich z.B. zu absolut perfekten Liegestützen mit 10 oder mehr Wiederholungen pro Satz hochgearbeitet hast, dann wirst Du diese sexy Arme bekommen, hinter denen Du her bist. Eine Suppendose wird nicht dazu in der Lage sein, dies zu bewirken, da sich das Gewicht niemals verändert und super hohe Wiederholungszahlen mit Babygewichten für Deinen Körper keine Herausforderung darstellen werden.
Darüber hinaus wird das Bewegen schwerer Gewichte (primär mit 6 bis 12 Wiederholungen) zu einem gesteigerten Selbstvertrauen führen, was nur einer von vielen Gründen dafür ist, dass Frauen mit Gewichten trainieren sollten. So lange Du dieses Phänomen noch nicht selbst erlebt hast, musst Du mir das einfach glauben. Ich habe dies bei jeder einzelnen meiner Klientinnen beobachtet. Glaubst Du, dass Du Dich stark und selbstsicher fühlen wirst, nachdem Du energisch das Gewicht Deines Shakes für 5 Minuten attackiert hast? Ich glaube nicht.
Von Nia Shanks
Quelle: http://www.niashanks.com/myth-buster-6-female-strength-training-myths-that-wont-die/

Steigere Deine Zuwächse an Kraft und Muskelmasse, indem Du lernst, wie Du absteigende Sätze, Supersätze, Rest-Pause Training und andere beliebte fortgeschrittene Trainingstechniken einsetzt.
Absteigende Sätze. Zeit unter Spannung. Rest Pause Training. Wir alle haben schon Begriffe wie diese in Muskelaufbau Trainingsprogrammen gesehen – möglicherweise ohne jegliche Erklärung, was diese bedeuten. Wenn Dich eine dieser fortgeschrittenen Trainingstechniken verwirrt, dann hast Du den richtigen Ort gefunden.
Dieser Artikel wird die am weitesten verbreiteten fortgeschrittenen Trainingstechniken erklären. Diese Techniken werden als „fortgeschritten“ bezeichnet, da sie erst dann verwendet werden sollten, wenn Du folgende Kriterien erfüllst:
- Muskelaufbau – Du hast mehr als ein paar Kilo Muskelmasse aufgebaut und bist Dir sicher, dass Du weißt, wie man ohne fortgeschrittene Trainingstechniken trainiert, um Muskeln aufzubauen.
- Ernährung – Du ernährst Dich korrekt, wa 0s bedeutet, dass Du weißt, wie man eine Muskelaufbauernährung strukturiert und Du Dir darüber im Klaren bist, wie viel Protein Du täglich zu Dir nimmst.
- Trainingsform – Du kennst Dich mit der korrekten Form der Übungsausführung aus. Wenn Deine Trainingseinheiten daraus bestehen, dass Du das Gewicht beim Bankdrücken von Deiner Brust abprallen lässt oder dass Du ¼ Kniebeugen ausführst, dann ist es am besten, wenn Du fortgeschrittene Trainingstechniken meidest, bis Du eine korrekte Form der Übungsausführung beherrschst.
- Kraft – Du hast routinemäßig Kraft aufgebaut. Auch wenn die absolute Kraft nicht der einzige Indikator dafür ist, dass Du Muskeln aufbauen wirst, signalisiert sie doch, ob Du im Fitnessstudio wirklich alles gegeben hast. Für einen Muskelaufbau ist eine Progression des Widerstands auf irgendeiner Ebene notwendig. Wenn Du Dich im Augenblick nicht in irgendeiner Form antreibst, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass Dir fortgeschrittene Trainingstechniken nur minimale Vorzüge bringen werden.
- Beharrlichkeit – Lässt Du eine Menge Trainingseinheiten ausfallen? Wenn ja, dann musst Du an Deiner Motivation und Deiner Hingabe arbeiten, bevor Du Dir Gedanken über fortgeschrittene Trainingstechniken machst. Beharrlichkeit ist der beste Indikator für Muskelaufbauerfolge. Wenn Du nicht genügend Motivation dafür finden kannst, ins Fitnessstudio zu gehen, dann wird Dir auch keine magische Trainingstechnik helfen können.
Wie bei den meisten Dingen im Bereich des Muskelaufbaus, ist es auch bei fortgeschrittenen Trainingstechniken am besten, nicht gleich ins tiefe Wasser zu springen. Beginne nicht gleich damit, diese Trainingstechniken mit schweren Gewichten auszuprobieren, sondern beginne zunächst mit moderaten Gewichten. Du wirst überrascht sein, zu sehen, dass viele dieser Techniken nach einem leichteren Gewicht als gewöhnlich verlangen. Lerne zunächst, wie Dein Körper mit einer Technik umgeht, bevor Du das Gewicht progressiv erhöhst.
Fortgeschrittene Muskelaufbau Trainingstechniken
Tempo der Wiederholungen
Das Tempo der Wiederholungen ist als eine Folge von drei Zahlen angegeben. Das Folgende sind Beispiele dafür, wie ein solches Tempo in einem Trainingsplan auftauchen könnte:
- 2-1-2
- 2-0-6
- 4-1-6
Diese drei Zahlen stehen jeweils für eine Zeit in Sekunden. Die erste Zahl gibt an, wie lange es dauern sollte, den konzentrischen/anhebenden Teil einer Bewegung auszuführen. Die zweite Zahl gibt an, wie lange Du die Position maximaler Kontraktion halten sollst und die dritte Zahl gibt an, wie lange das Absenken des Gewichts in die Ausgangsposition dauern soll. Dies ist der exzentrische Aspekt einer Bewegung. Betrachten wir 2 Beispiele:
- Bankdrücken – Für dieses Beispiel werden wir ein 2-1-4 Tempo verwenden. Nachdem Du das Gewicht aus der Ablage genommen hast, senkst Du das Gewicht langsam über eine Dauer von 4 Sekunden zu Deiner Brust ab. Von dieser Position aus führst Du den konzentrischen Teil der Bewegung über einen Zeitraum von 2 Sekunden aus. Hiernach hältst Du das Gewicht eine Sekunde lang in der höchsten Position der Bewegung, bevor Du es erneut absenkst.
- Langhantelrudern – Bei diesem Beispiel werden wir ein 2-0-6- Tempo verwenden. Anders als beim Bankdrücken beginnt diese Übung nicht mit dem Absenken des Gewichts. Da diese Übung vom Boden aus beginnt, wirst Du sofort den konzentrischen Teil der Bewegung ausführen. Nimm Dir 2 Sekunden Zeit, um das Gewicht zum Bauch hin nach oben zu bewegen. Die mittlere Zahl ist 0, was bedeutet, dass Du in der kontrahierten Position nicht pausierst, sondern das Gewicht gleich wieder über einen Zeitraum von 6 Sekunden absenkst, und dann die nächste Wiederholung ausführst. Es ist nicht ratsam bei Kreuzheben ein vordefiniertes Tempo zu verwenden. Wenn Du Dir eine unnatürlich lange Zeit nimmst, um das Gewicht anzuheben oder wieder abzusenken, kann dies Deinen Rücken unnötig stark belasten.
Vorermüdung
Für eine Vorermüdung führst Du zuerst eine Isolationsübung für eine Muskelgruppe aus, bevor Du zu einer Mehrgelenksübung übergehst, die auf dieselbe Muskelgruppe abzielt. Das Ziel einer Vorermüdung besteht darin, die Zielmuskelgruppe vorzuermüden, so dass sie härter arbeiten muss, wenn Du die folgende Mehrgelenksübung ausführst. Dies macht insbesondere dann Sinn, wenn bei dieser Mehrgelenksübung unterstützende Muskeln wie z.B. Trizeps und Schultern beim Bankdrücken oder Bizeps und Unterarme beim Rudern dazu neigen, vor der eigentlichen Zielmuskelgruppe (die Brustmuskeln beim Bankdrücken und der obere Rücken beim Rudern) zu ermüden.
Es ist üblich, aber nicht zwingend notwendig, die Technik der Vorermüdung in Kombination mit einem Supersatz zu verwenden.
Hier sind einige Beispiele für eine Vorermüdung für unterschiedliche größere Muskelgruppen:
- Quadrizeps – Beinstrecken (Isolationsübung), gefolgt von Kniebeugen (Mehrgelenksübung).
- Beinbeuger - Beincurls (Isolationsübung), gefolgt von Rumänischem Kreuzheben (Mehrgelenksübung).
- Brust – fliegende Bewegungen mit Kurzhanteln (Isolationsübung), gefolgt von Bankdrücken (Mehrgelenksübung).
- Schultern – Seitheben (Isolationsübung), gefolgt von Schulterdrücken stehend (Mehrgelenksübung).
- Rücken – Latziehen mit gestreckten Armen (Isolationsübung), gefolgt von Klimmzügen (Mehrgelenksübung).
- Trizeps – Skullcrushers (Trizepsdrücken liegend) (Isolationsübung), gefolgt von engem Bankdrücken (Mehrgelenksübung).
Nachermüdung
Nachermüdungen stellen eine Supersatzvariation dar. Bei einer Nachermüdung führst Du 2 Übungen für dieselbe Muskelgruppe direkt nacheinander aus – zuerst eine Mehrgelenksübung und dann eine Isolationsübung – mit limitierter Pause zwischen den Sätzen. Das Ziel einer Nachermüdung besteht darin, eine große Muskelgruppe mit schweren Gewichten müde zu machen und ihr dann mit einer Isolationsübung den Rest zu geben.
Hier sind einige Beispiele für eine effektive Nachermüdung:
- Brust Nachermüdung - Bankdrücken, gefolgt von fliegenden Bewegungen mit Kurzhanteln.
- Rücken Nachermüdung - Langhantelrudern, gefolgt von Latziehen mit gestreckten Armen.
- Schultern Nachermüdung – Langhantel Schulterdrücken stehend, gefolgt von Seitheben.
- Quadrizeps Nachermüdung - Kniebeugen, gefolgt von Beinstrecken.
- Beinbeuger Nachermüdung – Rumänisches Kreuzheben, gefolgt von Beincurls.
- Trizeps Nachermüdung - Enges Bankdrücken, gefolgt von Trizepsdrücken am Kabelzug.
Supersätze
Ein Supersatz stellt die Ausführung von 2 Sätzen zweier unterschiedlicher Übungen direkt nacheinander ohne Pause zwischen den Sätzen dar. Ein Supersatz kann aus einer Kombination einer Isolationsübung und einer Mehrgelenksübung für dieselbe Muskelgruppe, zwei Mehrgelenksübungen für dieselbe Muskelgruppe, antagonistischen Übungen für entgegengesetzte Muskeln oder einer anderen sinnvollen Kombination von zwei Übungen bestehen. Beispiele für antagonistische Muskelgruppen umfassen Brust & Rücken, Quadrizeps & Beinbeuger und Bauchmuskeln & unteren Rücken.
Hier sind einige Beispiele häufig verwendeter Supersätze:
- Brust – Isolationsübung gefolgt von einer Mehrgelenksübung Supersatz – Führe einen Satz fliegende Bewegungen mit Kurzhanteln aus und gehe hiernach ohne Pause zu einem Satz Bankdrücken über.
- Brust - Mehrgelenksübung gefolgt von einer Mehrgelenksübung Supersatz - Führe einen Satz Bankdrücken aus und gehe hiernach ohne Pause zu einem Satz Schrägbankdrücken über.
- Brust – Mehrgelenksübung gefolgt von einer Isolationsübung Supersatz - Führe einen Satz Bankdrücken aus und gehe hiernach ohne Pause zu einem Satz fliegende Bewegungen mit Kurzhanteln über.
- Brust und Rücken - Antagonistischer Supersatz - Führe einen Satz Bankdrücken aus und gehe hiernach ohne Pause zu einem Satz Langhantelrudern über.
Dreifachsätze
Ein Dreifachsatz umfasst die Ausführung von 3 Sätzen von 3 unterschiedlichen Übungen direkt nacheinander ohne Pausen zwischen den Sätzen. Dreifachsätze funktionieren auf dieselbe Art und Weise wie Supersätze und unterscheiden sich nur durch die zusätzliche Übung.
Die meisten Dreifachsätze zielen auf eine einzige Muskelgruppe ab und können auf unterschiedliche Art und Weise strukturiert werden:
- Mehrgelenksübung, Mehrgelenksübung, Isolationsübung Dreifachsatz – Dies ist eine Form der Nachermüdung. Nachdem der Muskel mit zwei schweren Mehrgelenksübungen hart gefordert wurde, gehst Du zu einer leichteren Isolationsübung über und gibst ihm den Rest.
- Mehrgelenksübung, Mehrgelenksübung, Mehrgelenksübung Dreifachsatz – Ein Dreifachsatz, der aus drei Mehrgelenksübungen besteht, stellt wahrscheinlich die härteste Variation eines Dreifachsatzes dar. Dein Körper wird nach zwei schweren Mehrgelenksübungen bereits extrem ermüdet sein und Du wirst den Schmerz spüren.
- Isolationsübung, Mehrgelenksübung, Mehrgelenksübung Dreifachsatz - Dieser Dreifachsatz ist eine Variation der Vorermüdung. Du schwächst den Primärmuskel mit einer Isolationsübung und nachdem er hierdurch ermüdet wurde, machst Du ihm mit zwei Mehrgelenksübungen wirklich fertig.
- Isolationsübung, Mehrgelenksübung, Isolationsübung Dreifachsatz - Dieser Dreifachsatz stellt eine Kombination von Vorermüdung und Nachermüdung dar.
- Mehrgelenksübung, Isolationsübung, Mehrgelenksübung Dreifachsatz – Man könnte sagen, dass die Isolationsübung in diesem Dreifachsatz sowohl als eine Nachermüdung als auch als eine Vorermüdung für die finale Mehrgelenksübung fungiert. Die Isolationsübung in der Mitte erlaubt es Dir, Dir eine kleine Pause von den schweren Gewichten zu nehmen, während der Muskel weiter fertig gemacht wird.
- Isolationsübung, Isolationsübung, Isolationsübung Dreifachsatz - Ein Dreifachsatz, der aus drei Isolationsübungen besteht, funktioniert gut für kleinere Muskelgruppen wie Waden, Bizeps und Trizeps. Diese Form eines Dreifachsatzes könnte auch als letzte Übung für große Muskelgruppen verwendet werden.
Absteigende Sätze
Ein absteigender Satz ähnelt einem Supersatz insofern, als dass Du mehrere Sätze nacheinander ohne Pausen zwischen diesen Sätzen ausführst. Bei einem absteigenden Satz verwendest Du jedoch nur eine einzige Übung. Nachdem Du keine weitere Wiederholung ausführen kannst, oder der Muskel mit einem gegebenen Gewicht ermüdet wurde, reduzierst Du das Gewicht so schnell wie möglich und führst sofort danach weitere Wiederholungen derselben Übung aus. Ein absteigender Satz umfasst im Allgemeinen 3 bis 4 Gesamtsätze.
Absteigende Sätze funktionieren gut mit Kurzhantelübungen und Maschinenübungen, aber Du kannst sie auch bei Langhantelübungen verwenden, wenn Du einen Trainingspartner hast, oder die Gewichtsscheiben im Voraus so sortiert hast, dass sie leicht in den richtigen Abstufungen von der Stange genommen werden können. Hierfür steckst Du mehrere kleinere Scheiben – möglicherweise 2,5 Kilo, und 5 Kilo Scheiben anstelle von 10 oder 20 Kilo Scheiben auf die Stange.
Hier ist ein Beispiel für einen absteigenden Satz:
- Absteigender Satz mit Kurzhantelcurls – Führe einen Satz schwere Kurzhantelcurls mit so vielen Wiederholungen wie möglich aus. Lege hiernach ohne zu Pausieren die Kurzhanteln ab und nimm Dir ein leichteres Paar Kurzhanteln. Führe mit diesen leichteren Kurzhanteln einen weiteren Satz Kurzhantelcurls mit so vielen Wiederholungen wie möglich aus. Dann nimmst Du Dir ohne Pause ein noch leichteres Paar Kurzhanteln und führst mit diesen einen dritten Satz Curls aus. Hiernach kannst Du den Satz beenden oder einen weiteren Satz mit einem leichteren paar Kurzhanteln ausführen.
Megasätze (Giant Sätze)
Ein Megasatz ist eine Folge von 4 Übungen, die direkt nacheinander ohne Pausen zwischen den Sätzen ausgeführt werden. Auch wenn ein Megasatz für gewöhnlich verwendet wird, um auf eine einzige Muskelgruppe abzuzielen, kann er auch auf antagonistische Art und Weise strukturiert werden, so dass zwei Muskelgruppen alternierend trainiert werden. Aufgrund der Anzahl der involvierten Übungen kann ein Megasatz Isolationsübungen und Mehrgelenksübungen auf unterschiedliche Art und Weise kombinieren.
Hier sind ein paar Beispiele für Megasätze:
- Brust Megasatz - Bankdrücken, Butterflys, Dips und fliegende Bewegungen mit Kurzhanteln.
- Brust und Rücken antagonistischer Megasatz - Bankdrücken, Langhantelrudern, Kurzhantel Schrägbankdrücken, Klimmzüge.
Cluster Sätze
Ein Cluster Satz ist eine große Gruppe von Sätzen (für gewöhnlich 5 bis 10), die alle mit derselben Anzahl von Wiederholungen unter Verwendung desselben Gewichts ausgeführt werden. Cluster Sätze werden häufig so strukturiert, dass es eine limitierte und spezifizierte Pausenlänge zwischen allen diesen Sätzen gibt. Das Ziel bei einem Cluster Satz besteht darin, einen Muskel durch die Verwendung einer kumulativen Erschöpfung völlig fertig zu machen. Bei einem Training mit Clustersätzen werden sich die ersten Sätze oft leicht anfühlen, während die späteren Sätze progressiv schwieriger werden.
Hier sind einige Beispiele für Cluster Sätze:
- 8 Sätze x 3 Wiederholungen, 20 Sekunden Pause – Du führst 3 Wiederholungen aus, pausierst 20 Sekunden und wiederholst diesen Zyklus, bis Du alle 8 Sätze ausgeführt hast. Verwende dasselbe Gewicht für alle Sätze.
- 10 Sätze x 4 Wiederholungen, 30 Sekunden Pause - Du führst 4 Wiederholungen aus, pausierst 30 Sekunden und wiederholst diesen Zyklus, bis Du alle 10 Sätze ausgeführt hast. Verwende dasselbe Gewicht für alle Sätze.
- 6 Sätze x 6 Wiederholungen, 45 Sekunden Pause - Du führst 6 Wiederholungen aus, pausierst 45 Sekunden und wiederholst diesen Zyklus, bis Du alle 6 Sätze ausgeführt hast. Verwende dasselbe Gewicht für alle Sätze.
Eine andere Trainingstechnik aus der Familie der Cluster Sätze ist ein Ein-Satz-Training. Ein-Satz-Training umfasst die Verwendung schwerer Gewichte und Pausenintervallen von 30 Sekunden bis 4 Minuten Dauer zwischen den Sätzen. Ein Ein-Satz-Training stellt eine effektive Kraftaufbautechnik dar und funktioniert bei begrenzten Pausenintervallen zwischen den Sätzen auch gut für den Muskelaufbau. Ein Hypertrophietrainingsstil, der als Max Stim Training (Training mit maximaler Stimulation) bezeichnet wird, umfasst Einzelwiederholungen mit begrenzten Pausenintervallen und ist als sehr effektives Bodybuildingsystem bekannt.
Burn Sätze
Ein Burn Satz besteht aus einer Übung, die in einem sehr hohen Wiederholungsbereich – im Allgemeinen 20 bis 30 Wiederholungen oder mehr – ausgeführt werden. Ein Burn Satz wird häufig als Abschlusssatz verwendet und wird verwendet, um einen Muskel aufzupumpen, die Muskelglykogenspeicher zu erschöpfen und/oder Kraftausdauer aufzubauen. Auch wenn Burn Sätze nicht als effektive alleinige Muskelaufbautechnik angesehen werden, funktionieren Burn Sätze gut in begrenztem Umfang in Kombination mit Standardhypertrophietraining.
Die beiden Hauptformen von Burn Sätzen sind Standard Burn Sätze und erweiterte Burn Sätze:
- Standard Burn Sätze – Du führst so viele Wiederholungen wie möglich bei einem einzelnen Satz aus und beendest den Satz, wenn Du den Punkt des Muskelversagens oder der totalen Erschöpfung erreichst.
- Erweitertes Training – Erweitertes Training verlängert einen Standardsatz. Du führst so viele Wiederholungen wie möglich aus und wenn Du Dich dem Muskelversagen näherst, pausierst Du kurz (häufig 3 tiefe Atemzüge), bevor Du weitere Wiederholungen ausführst. Du setzt dieses Pausieren mit anschließender Weiterführung des Satzes so lange fort, bis Du Dein Wiederholungsziel erreicht hast – im Allgemeinen irgendetwas im Bereich von 30 bis 40 Wiederholungen.
Negativwiederholungen
Negativwiederholungen umfassen die Verwendung einer langsamen, kontrollierten exzentrischen Phase einer Übung, um ein Muskelwachstum anzuregen oder das zentrale Nervensystem darauf zu trainieren/vorzubereiten, mit schwereren Gewichten zurecht zu kommen. Der exzentrische Teil einer Übung ist das Absenken des Gewichts in die Ausgangsposition – für gewöhnlich in Vorbereitung auf eine weitere Wiederholung. Im Fall der Verwendung von Negativwiederholungen als fortgeschrittene Trainingstechnik, umfasst das Training keine konzentrischen Wiederholungen (Anheben des Gewichts) – es könnte jedoch erzwungene Wiederholungen umfassen.
Beispiele für ein Training mit Negativwiederholungen wären:
- Negatives Bankdrücken – Ein langsames Absenken des Gewichts aus der Position mit gestreckten Armen zur Brust. Ein Trainingspartner hilft Dir dann, das Gewicht wieder nach oben zu bewegen. Es werden mehrere Negativwiederholungen auf diese Art und Weise ausgeführt.
- Negative Langhantelcurls – Du beginnst mit der Langhantel nahe an Deiner Brust in einer kontrahierten Position der Bizeps und senkst das Gewicht langsam ab, bis Deine Arme vollständig gestreckt sind.
Negativwiederholungen können als isolierte Technik oder am Ende eines Satzes, nachdem Du die trainierte Muskelgruppe bereits bis nahe ans Muskelversagen gefordert hast, verwendet werden.
Langsame Negativwiederholungen
Anders als reguläre Negativwiederholungen werden langsame Negativwiederholungen in einen Satz integriert und nicht erst am Ende des Satzes eingesetzt, wenn Du den Punkt des Muskelversagens erreichst. Bei einem Satz, bei dem langsame Negativwiederholungen zum Einsatz kommen, wird die konzentrische/anhebende Phase der Wiederholung mit normaler Geschwindigkeit ausgeführt, worauf jeweils eine langsame Negativwiederholung folgt. Diese langsame Negativwiederholung wird für gewöhnlich über einen Zeitraum von 4 bis 6 Sekunden Dauer ausgeführt.
Hier sind einige Beispiele für Sätze, die langsame Negativwiederholungen umfassen:
- Bankdrücken mit langsamen Negativwiederholungen – Führe eine konzentrische Wiederholung aus, bei der Du das Gewicht von Deiner Brust aus nach oben drückst und senke danach das Gewicht langsam über einen Zeitraum von 4 bis 6 Sekunden Dauer wieder bis zur Brust ab. Führe so viele Wiederholungen auf diese Art und Weise aus, bis Du das Gefühl hast, dass Du keine weitere konzentrische Wiederholung mehr ausführen kannst.
- Rudern Sitzend am Kabel mit langsamen Negativwiederholungen – Führe eine konzentrische Wiederholung aus, bei der Du den Griff zu Deinem Torso hin ziehst und bewege den Griff dann langsam über einen Zeitraum von 4 bis 6 Sekunden Dauer wieder zurück in die Ausgangsposition. Führe so viele Wiederholungen auf diese Art und Weise aus, bis Du das Gefühl hast, dass du keine weitere konzentrische Wiederholung mehr ausführen kannst.
Erzwungene Wiederholungen
Eine erzwungene Wiederholung fällt auf das Ende eines Satzes, nachdem Du den Punkt des Muskelversagens erreicht hast (der Punkt, ab dem Du keine weitere Wiederholung mehr alleine ausführen kannst) und umfasst die Hilfe eines Trainingspartners. Einfach gesagt führst Du so viele Wiederholungen wie möglich aus und lässt Dir von Deinem Trainingspartner dabei helfen, noch einige weitere Wiederholungen auszuführen, nachdem Du den Punkt erreicht hast, ab dem Du keine weitere Wiederholung ohne fremde Hilfe mehr ausführen kannst.
Hier ist ein Beispiel für erzwungene Wiederholungen:
- Bankdrücken unter Verwendung erzwungener Wiederholungen – Du kannst 8 Wiederholungen ausführen, scheiterst jedoch bei der neunten Wiederholung auf halbem Weg nach oben. An diesem Punkt setzt Du Deinen Satz weiter fort, indem Dir ein Trainingspartner bei den folgenden Wiederholungen gerade so viel hilft, dass Du die Wiederholung zu Ende ausführen kannst.
Teilwiederholungen
Teilwiederholungen – häufig halbe Wiederholungen oder Viertelwiederholungen – können auf zwei unterschiedliche Arten ausgeführt werden:
- Teilwiederholungen von einer Ablage aus – Eine Stange wird auf halber Höhe der Bewegung auf eine Ablage gelegt (für gewöhnlich Stifte in einem Rack bei Übungen wie Kniebeugen oder Bankdrücken). Du bewegst das Gewicht dann von der Ablage aus bis in die vollständig gestreckte oder kontrahierte Position.
- Teilwiederholungen aus der Kontraktion – Bei Übungen wie Kniebeugen oder Bankdrücken nimmst Du das Gewicht aus der Ablage und führst nur halbe Wiederholungen oder Viertelwiederholungen aus.
Im Bereich des Powerliftings gibt es mehrere enge Verwandte von Teilwiederholungen. Beim Bankdrücken werden häufig Bretter auf der Brust des Trainierenden von einem Trainingspartner in Position gehalten, um dem Trainierenden eine höhere tiefste Position beim Absenken des Gewichts zu geben. Bei Kniebeugen wird eine Kiste (Box) oder eine Bank von variierender Höhe hinter dem Trainierenden platziert und er geht bei der Ausführung von Kniebeugen so weit nach unten, bis er auf der Kiste/Bank sitzt und führt dann die nächste Wiederholung aus.
Rest Pause Training
Rest Pause Training umfasst erweiterte Sätze, bei denen so viele Wiederholungen wie möglich ausgeführt werden, gefolgt von kurzen Pausen, nach denen weitere Wiederholungen ausgeführt werden. Anders als bei Cluster Sätzen führst Du bei Rest Pause so viele Wiederholungen wie möglich aus, bevor Du pausierst. Zusätzlich sind die Pausenintervalle bei Rest Pause im Allgemeinen sehr kurz – häufig nicht länger als 15 bis 30 Sekunden. Doggcrapp Training (DC Training), ein sehr beliebtes und effektives Muskelaufbausystem, verlässt sich fast ausschließlich auf Rest Pause Sätze.
Hier sind einige Beispiele für Rest Pause Training:
- Doggcrapp – Du führst insgesamt 3 Minisätze aus. Führe bei einer Übung so viele Wiederholungen wie möglich aus und nimm danach 10 bis 15 tiefe Atemzüge. Nach dieser kurzen Pause führst Du erneut so viele Wiederholungen wie möglich aus. Anschließend wiederholst Du dieses Schema ein drittes Mal.
- Erweiterte Rest Pause Sätze - Während Doggcrapp Training nur drei Minisätze umfasst, kann Rest Pause Training so strukturiert werden, dass es alles von 4 bis 7 (oder mehr, wenn Du auf starke Schmerzen stehst) Minisätzen umfasst.
Behalte im Hinterkopf, dass die kumulative Erschöpfung es schwieriger macht, nach 3 Sätzen noch viele Wiederholungen auszuführen. Es wird empfohlen, dass Du, wenn Du mehr als drei aufeinanderfolgende Minisätze ausführst, in Betracht ziehst, die Pausenintervalle zu verlängern, so dass Du auch bei den später folgenden Minisätzen noch dazu in der Lage bist, mehrere Wiederholungen auszuführen.
Abschließende Gedanken zu fortgeschrittenen Trainingstechniken
Im Bereich des Muskelaufbaus und des Krafttrainings gibt es eine enorme Tendenz, ein hohes Volumen und fortgeschrittene Trainingstechniken zu verwenden, bevor diese wirklich benötigt werden. Ein Trainingsanfänger wird häufig mit einem sehr einfachen und grundlegenden Ansatz außergewöhnliche Zuwächse erzielen. Auch wenn es auf den ersten Blick Sinn zu machen scheint, dass das Ausführen von mehr Sätzen und die Verwendung fortgeschrittener Trainingstechniken die Zuwächse weiter steigern sollte, ist dies im Allgemeinen nicht der Fall.
Trainierende entwickeln während ihres ersten Jahres sehr viel mehr als lediglich ihre Muskelgröße – sie trainieren auch ihr zentrales Nervensystem (ZNS) und kleinere stabilisierende Muskeln und stärken ihr Bindegewebe (Bänder, Sehnen, usw.). Zu viel Komplexität zu früh ins Trainingsprogramm mit aufzunehmen ist häufig ein Rezept für Verletzungen. Darüber hinaus werden fortgeschrittene Techniken häufig als Ersatz für progressive schwerere Gewichte angesehen. Wenn eine Übung anfängt sich schwer anzufühlen, dann versuchen Trainingsanfänger häufig zu vermeiden das Gewicht auf der Stange zu erhöhen und beginnen stattdessen damit, fortgeschrittene Trainingstechniken zu verwenden, um den Eindruck zu erwecken, dass sie hart trainieren.
Fortgeschrittene Trainingstechniken sind jedoch für Anfänger oder leicht fortgeschrittene Trainierende kein geeigneter Ersatz für eine progressive Erhöhung des Widerstandes. Um die Muskelmasse zu maximieren, muss ein minimaler Grad an Kraft erreicht werden. Hiermit möchte ich nicht sagen, dass Du wie ein Powerlifter trainieren musst – absolut nicht. Der Punkt ist Folgender: während Du Deine allgemeine Kraft steigerst, ist eine progressive Erhöhung des Widerstandes die Nummer eins der Muskelaufbautechniken. Dies bedeutet ganz einfach, dass für einen Anfänger oder einen leicht fortgeschrittenen Trainierenden keine Menge an fortgeschrittenen Trainingstechniken je so konsistent effektiv wie einfach nur mehr Gewicht auf die Stange zu packen sein kann. Sobald Du eine respektable Menge an Muskeln und Kraft aufgebaut hast und Deinen Körper recht gut kennst, kannst Du damit beginnen mit fortgeschrittenen Trainingstechniken zu experimentieren. Wie bei allen Dingen solltest Du hierbei nicht gleich ins tiefe Wasser springen. Es ist am besten, eine Technik auf einmal auszuprobieren und zu lernen, wie Dein Körper darauf reagiert, bevor Du eine zweite und dritte Technik ausprobierst. Nur Narren fügen alle Trainingstechniken unter der Sonne auf einmal zu ihrem Trainingsprogramm hinzu.
Muskelaufbau ist ein evolutionärer Prozess. Im Lauf der Zeit wirst Du Deinen Körper besser kennen lernen und kannst dann kleine und angemessene Anpassungen vornehmen. Wenn Du zu viel auf einmal zu Deinem Trainingsprogramm hinzufügst, wirst Du Dir selbst einen Bärendienst erweisen. Wenn die Dinge schief laufen, kannst Du unmöglich wissen, was hierfür verantwortlich war. Fortgeschrittene Trainingstechniken sind ein wirkungsvoller Pool an Werkzeugen, die weise und in Verbindung mit einer progressiven Erhöhung des Widerstandes verwendet werden sollten.
Quelle: https://www.muscleandstrength.com/articles/guide-to-advanced-muscle-building-training-techniques.html

Hier ist eine kurze Zusammenfassung:
- Nach einem Training mit Gewichten einen starken Muskelkater zu verspüren bedeutet nicht notwendigerweise, dass Du eine gute Trainingseinheit hattest, die zu Zuwächsen führen wird.
- Du kannst ein Muskelwachstum stimulieren, ohne einen extremen Muskelkater zu verspüren. Doch abgesehen davon solltest Du nach einer harten Trainingseinheit irgendetwas spüren.
- Die meisten Menschen erleben einen stärkeren Muskelkater, wenn sie diäten, aber das bedeutet nicht, dass sie mehr Muskeln aufbauen.
- Um den Muskelkater zu reduzieren und während einer Diät optimal Muskeln aufzubauen oder aufrecht zu erhalten, solltest Du Deine Kalorien während der meisten Zeit des Tages reduzieren, aber Deine Kalorienzufuhr vor, während und nach Deinem Training erhöhen
Eine Hassliebe
Solltest Du eine Muskelgruppe oder eine Übung trainieren, wenn Du von Deiner letzten Trainingseinheit immer noch einen Muskelkater verspürst? Wenn ja, sollte das Training anders ausfallen?
Wenn Du nach einer Trainingseinheit keinen Muskelkater verspürst, bedeutet dies dann, dass die Trainingseinheit nichts gebracht hat? Oder ist ein Muskelkater ein schlechtes Zeichen, wie manche Trainer behaupten? Für uns Kraftsportler ist einen Muskelkater zu bekommen etwas, das wir lieben gelernt haben, weil wir einen Muskelkater mit einer produktiven Trainingseinheit verbinden. Aber ein Muskelkater ist auch etwas, das wir hassen, da er unser Training behindern kann. Ich könnte jetzt eine super wissenschaftliche Abhandlung verfassen, die sich detailliert mit den spezifischen physiologischen Phänomenen auseinandersetzt, die auftreten, wenn Du einen Muskelkater bekommst, aber halten wir diesen Artikel lieber praxisorientiert. Hier ist meine Meinung basierend auf den Erfahrungen von mir und den Erfahrungen meiner Sportler und Bodybuilder.
Was ist ein Muskelkater?
Ein verzögert einsetzender Muskelkater (Delayed Onset Muscle Soreness, kurz DOMS) wird im Allgemeinen als lokaler Schmerz in einem trainierten Muskel angesehen, der durch Muskelschäden hervorgerufen wird, die während des Trainings zustande gekommen sind.
Ein verzögert einsetzender Muskelkater beginnt abhängig vom Individuum 12 bis 72 Stunden nach dem Training. Diese Beschwerden werden von Schwellungen (der Muskel sieht fast wie aufgepumpt aus), Steifheit in den betroffenen Gelenken und einem möglichen Verlust an Kraft und Dehnbarkeit – und somit auch einer reduzierten Beweglichkeit des Muskels – begleitet.
Mit anderen Worten ausgedrückt besagt die allgemein akzeptierte Theorie, dass Du, wenn Du mit Gewichten trainierst, so genannte Mikrotraumata in den Zielmuskeln hervorrufst, welche im Grunde genommen kleine Verletzungen darstellen und somit zu Entzündungen und Schmerz/Druckempfindlichkeit führen.
Methoden, die die meisten Muskeltraumata verursachen – betonte Negativwiederholungen, Stoßabsorption, das Bewegen sehr fordernder Gewichte bei mehreren Versuchen - werden zum stärksten Muskelkater führen.
Auch wenn dies zum größten Teil zutreffend ist, ist das Thema noch etwas komplexer.
Muskulös ohne je einen Muskelkater zu verspüren
Ich trainiere einen IFBB Profibodybuilder, der noch nie einen Muskelkater in seinen Bizeps verspürt hat – und er hat sehr große Bizeps. Er bekam zum ersten Mal einen Muskelkater, als wir ein Okklusionstraining mit sehr leichten Gewichten und keinerlei Betonung eines bestimmten Tempos verwendeten.
Ein Training mit Gewichten ohne Betonung der exzentrischen (negativen) Phase der Bewegung oder abrupte Stopps der Bewegung mit nachfolgenden Änderungen der Bewegungsrichtung sollte nicht viele Muskelschäden hervorrufen. Die mechanische Belastung selbst ist gering. Aber trotzdem war es der Typ von Training, der ihm zum ersten Mal in seinem Leben einen Muskelkater in seinen Bizeps bescherte.
Genauso verspüren viele Bodybuilder einen stärkeren Muskelkater im Latissimus, wenn sie ein leichtes Training mit konstanter Spannung und einer maximalen Kontraktion am höchsten Punkt der Bewegung ausführen, als wenn sie den Latissimus mir schweren Gewichten trainieren. Also auch wenn Mikrotraumata in der Tat einen Muskelkater hervorrufen können, kann auch eine einfache Anregung des katabolen-anabolen Prozesses unabhängig von den tatsächlichen Muskelbeschädigungen einen Muskelkater hervorrufen.
In Grunde genommen gilt, dass Dein Körper einen Muskel schneller oder stärker machen wird, wenn Du diesen Muskel ausreichend oder mit der richtigen Form von Stress stimulierst. Das Herbeiführen von Muskelbeschädigungen durch schweres Training ist ein offensichtlicher Weg, dies zu tun, aber dies ist nicht notwendigerweise der einzige Weg.
Langsame exzentrische Wiederholungen können z.B. selbst bei Verwendung leichter Gewichte ein Wachstum über eine Aktivierung des mTOR Pfadweges anregen. Auch ein Okklusionstraining, bei dem die Blutzufuhr zum trainierten Muskel beschränkt wird, kann ein Wachstum über eine Akkumulation von Stoffwechselprodukten innerhalb des Muskels anregen und dem Muskel Sauerstoff vorenthalten – zwei Dinge, die zu einer verstärkten lokalen Ausschüttung von Wachstumsfaktoren wie IGF-1 führen. In beiden Fällen kannst Du den Muskelaufbauprozess ohne ein Hervorrufen von Mikrotraumata initiieren. Und bei beiden dieser Methoden wird der Trainierende einen Muskelkater verspüren. Ein Muskelkater ist mehr als einfach nur Schmerz, der mit einer physikalischen Verletzung der Muskeln in Verbindung steht. Ein Muskelkater ist etwas, was Dein Körper während eines Abbaus von Protein und eines Proteinaufbaus (Muskelaufbau) nach dem Training verspürt, wenn die Menge an Arbeit, die Du verrichtet hast, das überschritten hat, was Dein Körper gewöhnt ist.
Ich habe einen Muskelkater! Bedeutet dies, dass ich eine gute Trainingseinheit hatte?
Die meisten von uns haben den Muskelkater lieben gelernt. Wir glauben, dass ein Muskelkater uns sagt, dass wir etwas getan haben, das zu einem Wachstum oder zu Fortschritten führen wird. Diese Wahrnehmung wird durch die Tatsache verstärkt, dass die Phasen, während denen wir den stärksten Muskelkater verspüren, normalerweise auch die Phasen sind, während denen wir das stärkste Muskelwachstum verzeichnen können. Wenn Du z.B. gerade erst mit dem Training begonnen hast, dann kann Dich die einfachste Trainingseinheit für Tage außer Gefecht setzen. Ich hatte in der Tat schon Klienten, die am Tag nach einer Trainingseinheit ins Krankenhaus gefahren sind, weil sie gedacht haben, dass sie sich verletzt hätten!
Dasselbe geschieht, wenn Du nach einer Trainingspause wieder mit dem Training beginnst: Du bekommst einen stärkeren Muskelkater als normalerweise und baust gleichzeitig auch schneller Muskeln auf (wobei es sich hierbei primär um Muskeln handelt, die Du während der Trainingspause verloren hast und die Du jetzt wieder aufbaust). So etwas kann auch dann geschehen, wenn Du zu einem völlig anderen Trainingsstil übergehst, was auch zu schnellen Zuwächsen führen kann. Aber ist ein Muskelkater notwendigerweise ein Indikator dafür, dass Du Muskeln aufbauen wirst? Und ist ein ausbleibender Muskelkater ein Indikator dafür, dass Deine Trainingseinheit reine Zeitverschwendung war?
Die Antwort lautet in beiden Fällen „nein“.
Hier ein Zitat von Matt Perryman zu diesem Thema: "Es bedeutet lediglich, dass Du die augenblickliche Arbeitskapazität Deines Körpers überschritten hast – sei es im Bereich der Intensität, der Dauer oder in beiden.“ Wenn Du ein Anfänger bist oder nach einer Pause wieder mit dem Training beginnst, dann wird Dein Körper umso besser darin, Training zu tolerieren, je mehr Du trainierst. In diesen Fällen bedeutet ein Muskelkater also nicht, dass Du ein neues Muskelwachstum stimulierst – es bedeutet lediglich, dass es Dein Körper nicht gewöhnt ist, mit dieser Menge an körperlichem Stress umzugehen. Dies führt zu einem biologischen Zustand, in dem Dein Körper seine Ressourcen mobilisiert, um darum zu kämpfen, sein Gleichgewicht aufrecht zu erhalten. Dasselbe ist bis zu einem gewissen Grad wahr, wenn Du zu einem neuen Trainingsprogramm oder zu einer neuen Übung übergehst. Es könnte sein, dass Dein Körper nicht an diesen Typ der Belastung gewöhnt ist. Deshalb ist Dein Körper nicht effizient darin, mit dieser Belastung umzugehen, weshalb Du einen etwas stärkeren Muskelkater als normalerweise verspürst.
Diät und Muskelkater
Wenn Du jemals hart diätet hast, um super schlank zu werden, dann weißt Du, dass Du, wenn Du Deine Kalorien und Nährstoffe signifikant reduzierst, dazu neigst, einen stärkeren Muskelkater als normalerweise zu bekommen und dass dieser Muskelkater auch länger andauern wird. Bedeutet dies, dass Du mehr Muskeln aufbaust, während Du diätest? Natürlich nicht! Es bedeutet, dass Deine Kapazität mit einer körperlichen Last zurecht zu kommen, aufgrund der Reduzierung der Kalorienzufuhr abgenommen hat. Aus demselben Grund kann eine inadäquate Nährstoffzufuhr im Zeitfenster rund um Deine Trainingseinheit einen Muskelkater verstärken, indem sie Deinen Körper weniger gut „ausgestattet“ macht, um der körperlichen Arbeit widerstehen und mit ihr umgehen zu können. Wenn Du Deinen Muskelkater reduzieren möchtest, ist es deshalb sehr wichtig sicherzustellen, dass Du genügend Nährstoffe zu Dir nimmst.
Wenn Dein Ziel nun darin besteht Fett zu verlieren, dann wirst Du wahrscheinlich keine andere Wahl haben, als ein Kaloriendefizit einzuhalten. In diesem Fall wird es umso wichtiger, in ein angemessenes Pre-, Intra- und Post-Workout Ernährungs- und Supplementprotokoll zu investieren. Hierdurch kannst Du sicherstellen, dass Du während der Zeit rund um Dein Training über die nötigen Nährstoffe und Elektrolyte verfügst, um mit dem Stress Deiner Trainingseinheit zurecht zu kommen.
Was sollte ich nach dem Training fühlen?
Die Wahrnehmung besitzt eine starke Wirkung. Es ist leicht Verbindungen herzustellen, die nicht wirklich auf dem basieren, was Du erlebst. Wenn Du weiter fortgeschritten bist, dann wirst Du dazu neigen, weniger Muskelkater zu verspüren. Eine Menge sehr weit fortgeschrittener Sportler und Bodybuilder verspüren nach dem Training fast nie einen Muskelkater. Ihr Körper ist so an das Training gewöhnt, dass sie ihre Muskeln nur sehr selten stark genug traumatisieren – sprich beschädigen – um die Stressreaktion hervorzurufen, die zu einem mörderischen Muskelkater führen wird.
Mit zunehmender Erfahrung wird Dein Körper im Hinblick auf das Gefühl des Schmerzes desensibilisiert. Deshalb repräsentiert der Grad des Muskelkaters, den Du verspürst nicht notwendigerweise die Zuwächse, die Du erzielen wirst. Genauso bedeutet ein ausbleibender Muskelkater nicht, dass Du nicht optimal Zuwächse stimuliert hast.
Am Tag nach einer guten Trainingseinheit solltest Du jedoch etwas angeschwollene Muskeln haben, die sich etwas straffer und härter anfühlen und Du solltest Dir dieser Muskeln mehr bewusst sein. Wenn sich ein Muskel, den Du trainiert hast am Tag nach dem Training normal oder sogar „flach“ anfühlt dann bedeutet dies nach meiner Erfahrung, dass Du ihn nicht richtig stimuliert hast, oder dass Du ihm nicht ausreichend Nährstoffe gegeben hast, um optimal zu wachsen.
Die Nachteile eines Muskelkaters
Vor ein paar Monaten habe ich einen irren Komplex durchgeführt, der aus Folgendem bestand:
- A1. Akzentuierte exzentrische Speed Kniebeugen mit 295 Pfund auf der Stange plus 90 Pfund an Ketten und 120 Pfund an Gewichtsentlastern während der exzentrischen Phase.
- A2. Sprungkniebeugen mit 135 Pfund
- A3. Tiefensprünge
Hiervon habe ich 6 Runden durchgeführt.
Ich dachte wirklich, dass ich etwas Solides getan hätte. Aber das Problem war, dass ich in meinen Beinen einen so starken Muskelkater bekam, dass ich 7 Tage lang nicht einmal eine Viertel Kniebeugenbewegung ohne Gewichte ausführen konnte! Und nach 12 Tagen hatte meine Beinkraft noch nicht wieder ihren normalen Wert erreicht. In diesem Fall hatte der Muskelkater einen negativen Einfluss auf mein Training – sowohl aufgrund des reduzierten Bewegungsraumes, als auch augrund der reduzierten Kraft. Ich konnte weder ein Unterkörpertraining noch meine olympischen Gewichtheberübungen ausführen! Es beeinträchtigte sogar meine Push Presses und mein Schulterdrücken stehend, da bereits einfach nur mit einem Gewicht aufzustehen schmerzhaft war.
Dies ist ein extremer Fall, doch selbst wenn er nicht diesen Grad erreicht, kann ein exzessiver Muskelkater Dein Training beeinträchtigen. Dies gilt insbesondere für Sportler, die sich frei und schnell bewegen müssen.
Manchmal kann Dich ein Muskelkater daran hindern, die korrekte Position bei einer Übung einzunehmen und hierdurch die Ausführung einer Übung weniger effizient machen. Und das Ausführen einer Übung mit einer schlechten Form kann zu schlechten motorischen Angewohnheiten führen. Selbst wenn ein Muskelkater für einen Hardcore Trainingsjunkie ein angenehmes Gefühl sein kann, versuche ich doch den Muskelkater zu minimieren, so dass meine allgemeine Trainingsqualität gesteigert werden kann.
Es besteht also kein Zweifel daran, dass ein Muskelkater Dein Training behindern kann. Wenn Du ein Bodybuilder bist, der einen Split nach Muskelgruppen verwendet, wird dies weniger problematisch als bei einem Sportler sein, der zumindest die Hälfte seines Körpers während jeder Trainingseinheit trainiert oder Ganzkörperübungen verwendet.
Muskelkater: Lebe damit
Extreme Maßnahmen zur Linderung der Schmerzen, wie eine Verwendung nichtsteroidaler Entzündungshemmer wie Aspirin, zu ergreifen, ist eine schlechte Idee. Es konnte gezeigt werden, dass Diese Medikamente die Rate der Regeneration nach dem Training beeinträchtigen können, da sie einige der Signale überdecken, die den Aufbau- und Reparaturprozess initiieren. Ich bin auch gegen die Verwendung von Regenerationsmaßnahmen...zumindest am Anfang. Hiermit meine ich Eisbäder, Wechselduschen und ähnliches. Sobald Du einen recht weit fortgeschrittenen Status erreicht hast und Du Dich gut an das Training angepasst hast, ist es in Ordnung diese zu verwenden. Wenn Du jedoch noch dabei bist, Deine Kapazität zur Tolerierung von Stress aufzubauen, dann solltest Du nicht viele Hilfsmittel verwenden, die die Regeneration künstlich beschleunigen. Zwinge Deinen Körper dazu, gut darin zu werden, mit körperlichem Stress zurecht zu kommen und sich davon zu erholen!
Was das Training angeht, wirst Du umso schneller gut darin werden, Trainingsstress zu tolerieren, je häufiger Du trainierst – und je häufiger Du einen Muskel trainierst. Indem Du öfter mit weniger Volumen trainierst, wirst Du dazu in der Lage sein häufiger zu trainieren, ohne einen Muskelkater zu bekommen.
Beweglichkeitstraining am Ende einer Trainingseinheit ist auch eine gute Idee. Hiermit meine ich keine Dehnübungen, sondern dynamisches Beweglichkeitstraining. Wenn Du über die notwendige Zeit verfügst, würde ich ein paar Stunden nach dem Training folgendes empfehlen: Gehen, Radfahren oder die Ausführung einer moderaten körperlichen Aktivität, um den Blutfluss zu den Muskeln zu steigern. Dies ist besonders effektiv, wenn Dein Blut mit Nährstoffen überladen ist (ein gutes Post Workout Produkt wäre an dieser Stelle eine gute Option), da diese Nährstoffe dann in die Muskeln geschleust werden, die diese für ihre Reparatur benötigen.
Kann ich einen Muskel trainieren, in dem ich immer noch einen Muskelkater verspüre?
Hier ist das, was wir bisher wissen:
- Die Stärke des gefühlten Muskelkaters ist nicht notwendigerweise ein Indikator für die Qualität Deiner Trainingseinheit.
- Selbst wenn Du keinen Muskelkater verspürst, bedeutet dies nicht, dass Deine Trainingseinheit nicht optimal war.
- Wenn Du nicht zumindest ein etwas angespanntes/strafferes Gefühl in dem Muskel verspürst, den Du trainiert hast, dann ist es möglich, dass Deine Trainingseinheit nicht so effektiv war, wie sie hätte sein können.
- Ein exzessiver Muskelkater kann Probleme bezüglich der Leistungsfähigkeit verursachen, indem er Deine Beweglichkeit und/oder Deine Kraft reduziert. Ein zu starker Muskelkater kann die Produktivität der folgenden Trainingseinheit(en) beeinträchtigen.
Doch jetzt lautet die Frage, ob wir einen Muskel trainieren können, in dem wir immer noch einen Muskelkater verspüren.
Zuerst einmal gibt es mehrere Grade der Intensität eines Muskelkaters. Manchmal kann sich ein Muskel etwas schmerzhaft anfühlen, aber es ist keine Muskelschwellung vorhanden. Der Muskel sieht lediglich etwas härter als normalerweise aus und fühlt sich auch härter an. Er kann etwas druckempfindlich sein, aber es kommt zu keinem echten Verlust an Beweglichkeit oder Kraft. Zu anderen Zeiten kann ein Muskelkater so extrem sein, dass Deine Beweglichkeit und Deine Kraft ernsthaft beeinträchtigt sind. In diesem Fall wird der Muskelkater Dein Training behindern, weshalb es ein Fehler wäre, den Muskel erneut hart zu trainieren. Wenn der Muskelkater nun nicht so intensiv ist, dass er Deine Kapazität Leistungen auf einem adäquaten Niveau zu erbringen behindert, ist es völlig in Ordnung – und sogar ratsam – mit Übungen zu trainieren, die den betroffenen Muskel verwenden. Warum? Weil ein gesteigerter Blutfluss und Nährstoffstransport zu diesem Muskel die Regeneration beschleunigen kann. Die Durchführung einer Trainingseinheit, die auf einen solchen gesteigerten Blutfluss und Nährstoffstransport abzielt, am Tag nach einer intensiven Trainingseinheit ist sehr effektiv.
Mit einer solchen Trainingseinheit meine ich die Durchführung eines Pumptrainings für den Muskel, in dem Du einen Muskelkater verspürst – ein leichtes Training, das sich auf die Qualität der Kontraktion und das Generieren eines Pumps konzentriert. Dieses Training wird das Gewebe nicht weiter beschädigen, wird aber die Geschwindigkeit der Regeneration und der Reparatur durch eine Steigerung der Nährstoffaufnahme und der Proteinsynthese (und eine Vielzahl anderer Vorzüge, die Zytokine und den Reparaturprozess umfassen) erhöhen. Ich führe gerne schweres Krafttraining mit einer Grundübung an einem Tag und ein Isolationstraining für die Muskeln, die an dieser Übung beteiligt waren, zu Beginn der Trainingseinheit des nächsten Tages aus.
Training mit gesteigertem Feedback (Enhanced Feedback Training)
Ein Bereich, bei dem Du den Muskelkater zu Deinem Vorteil nutzen kannst, ist ein so genanntes Enhanced Feedback Training – auf Deutsch etwa “Training mit gesteigertem Feedback”. Wenn es darum geht, dazu in der Lage zu sein, eine spezifische Muskelgruppe dazu anzuregen, zu wachsen, dann besteht der erste Schritt darin zu lernen, wie man diese Muskelgruppe maximal rekrutieren und bei Übungen involvieren kann.
Ich sehe eine Menge Anfänger die Frage stellen, wo sie eine spezifische Übung spüren sollen, wenn sie diese ausführen. Häufig spüren sie die Muskeln, die die Arbeit verrichten, nicht wirklich – sie fühlen nicht die harte Kontraktion, die genutzt wird, um Spannung und Kraft zu produzieren. Und wenn ich einen Muskel nicht richtig spüren kann, dann kann ich ihn nicht zum Wachsen bringen – zumindest nicht maximal.
Dasselbe gilt häufig auch bei weiter fortgeschrittenen Trainierenden, die einen der Muskeln, die an einer Mehrgelenksübung beteiligt sind, nicht arbeiten spüren können. Sie könnten z.B. ihre vorderen Schultermuskeln und ihre Trizeps während des Bankdrückens spüren, nicht jedoch ihre Brustmuskeln. In diesem Fall ist zu lernen, die „schwächere“ Kontraktion dieses Muskels während der Übungsausführung zu spüren, der erste Schritt auf dem Weg zum Ausgleich einer Schwäche, die sie zurückhält.
Einer der Vorzüge eines Muskelkaters ist, dass Du Dir des betroffenen Muskels stärker bewusst wird. Selbst im Ruhezustand wirst Du in stärker spüren. Es überrascht deshalb nicht, dass Du während der Ausführung einer Übung den von einem Muskelkater betroffenen Muskel deutlich spüren wirst. Dies ist etwas, das die Geist-Muskel Verbindung verbessern wird und repräsentiert deshalb eine Investition in zukünftige Zuwächse, die Du aufgrund dieser verbesserten Geist-Muskel Verbindung anregen kannst.
Wird das Training eines Muskels, in dem Du einen Muskelkater verspürst, den Reparaturprozess unterbrechen?
Das ist eine berechtigte Frage, aber die Antwort lautet “nein.”
Studien haben gezeigt, dass eine zweite Trainingseinheit für eine Muskelgruppe (bevor der Muskel sich vollständig regeneriert hat) Marker für den Reparaturprozess inklusive der Proteinsynthese nicht stört oder unterbricht.
Die Reparatur eines Muskels ist nichts, was über eine spezifische Zeitspanne abläuft. Dein Körper repariert und verändert seine Struktur kontinuierlich. Es ist nicht so wie: zerstöre den Muskel während des Trainings, repariere ihn während der folgenden Trainingspause und wenn der Reparaturprozess/das Wachstum abgeschlossen ist, dann endet der Gesamtprozess. Nein, in Deinen Muskeln läuft ein kontinuierlicher Prozess des Proteinauf- und -abbaus statt. Siehe die Reparatur als etwas an, das 24 Stunden pro Tag an 7 Tagen pro Woche abläuft. Der Körper „arbeitet“ kontinuierlich an seinen Muskeln. Das Training eines Muskels, in dem Du einen Muskelkater verspürst, stoppt oder verzögert den Reparaturprozess nicht – es verändert einfach nur die Aufgaben, die im Verlauf dieses Reparaturprozesses ausgeführt werden müssen.
Natürlich ist es ganz offensichtlich am besten, einen Muskel in Ruhe zu lassen, in dem Du einen sehr starken Muskelkater verspürst...zumindest fast. Etwas leichte körperliche Aktivität wird die Regeneration beschleunigen. Selbst straffes Gehen wird helfen. Siehe diese leichte körperliche Aktivität als einen Weg an, den Blutfluss zu steigern und Nährstoffe zu den Muskeln zu transportieren.
Bleibe objektiv und wachse
Eine Menge Menschen verwenden einen Muskelkater, um ihre Trainingsleistungen zu beurteilen und sie streben kontinuierlich danach, einen extremen Muskelkater zu erreichen. Wenn Sie keinen Muskelkater bekommen, dann trainieren sie noch härter und intensiver, was häufig zu Trainingsbelastungen führt, die das übersteigen, wovon sich ihr Körper optimal regenerieren kann. Dies führt zu Stagnation und Frustration. Wenn Du den Muskelkater ein bisschen besser verstehst, wird dies Dir helfen, bei Deinem Training objektiver zu bleiben.
Von Christian Thibaudeau
Quelle: https://www.t-nation.com/training/truth-about-soreness