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Wie Du schnell Masse aufbaust: Der ultimative Ratgeber für dürre Jungs Teil 2
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Training & Supplements

Gehe dreimal wöchentlich ins Fitnessstudio – Ein Muskelaufbauplan in drei Schritten

Nachdem du jetzt Deinen Ernährungsplan hast und weißt, wie Du Gewicht aufbauen kannst, ist es an der Zeit, Dein Training zu maximieren. Der Aufbau von Muskeln ist einfach. Es bedarf lediglich:

  • Konsistenz – Keine ausgefallenen Trainingseinheiten. Konsistenz spielt eine entscheidende Rolle, wenn es um den Aufbau von Muskelmasse geht.
  • Progressive Überlastung – Du musst sehr viel stärker werden, als Du es jetzt bist. Keine Ausnahme. Es gibt keinen „leichteren“ Weg, um Muskeln aufzubauen.
  • Gute Werkzeuge – Verwende wann immer möglich die besten möglichen Übungen. Je besser Deine Werkzeuge (Übungen) sind, desto besser werden Deine Resultate ausfallen.
  • Geduld – Der Aufbau von Muskeln dauert Jahre – und nicht Wochen. Schaue zwei Jahre in die Zukunft. Du kannst innerhalb von 2 Jahren erstaunliche Fortschritte erzielen, weshalb Du mit Hingabe bei Deinem Trainingsplan bleiben solltest.

Der folgende dreistufige Plan ist lediglich einer von vielen Wegen, Muskeln aufzubauen. Es handelt sich hierbei um einen sehr effektiven Ansatz. Kombiniere diesen Plan mit ausreichend Nahrung und Du wirst einige recht eindrucksvolle Resultate beobachten können.

 

Hier ist ein Überblick über das Trainingsprogramm:

  • Schritt 1 - Vorbereitungsstufe. Dies ist eine Einführungsphase von einem Monat Länge. Du beginnst mit einem Satz pro Übung und gehst nach ein paar Wochen zu 2 Sätzen pro Übung über.
  • Schritt 2 - Steigerungsphase. Dies ist eine Phase von 5 Monaten Dauer, die Dir dabei helfen wird, Deiner Anfängerzuwächse zu maximieren.
  • Schritt 3 - Aufbauphase. Dies ist die letzte Phase des Programms, die Du so lange verwendest, wie die Kraftzuwächse konsistent bleiben.
  • Sätze: Führe bei jedem Satz so viele Wiederholungen wie möglich aus und beende den Satz erst dann, wenn Du das Gefühl hast, dass Du die nächste Wiederholung nicht mehr schaffen wirst oder Deine Form anfängt nachzulassen.
  • Gewicht: Verwende bei jedem Satz einer gegebenen Übung dasselbe Gewicht.
  • Wiederholungsminimum: Bei jedem Satz gibt es ein “Wiederholungsminimum.” Wenn Du dazu in der Lage bist, diese minimale Menge an Wiederholungen bei jedem Deiner 3 Sätze zu erreichen, dann ist es an der Zeit, das Gewicht zu erhöhen, wenn Du diese Übung das nächste Mal ausführst. Wenn Du also ein Wiederholungsminimum von 8 Wiederholungen siehst, wirst Du das Gewicht erhöhen, wenn Du dazu in der Lage bist, bei jedem Satz dieser Übung 8 Wiederholungen oder mehr auszuführen.

 

Anmerkungen zum Training

Stufe 1 - Vorbereitung

Während der ersten 2 Wochen verwendest Du nur einen Satz pro Übung. Verwende während Woche 3 und 4 zwei Sätze pro Übung

Beginne mit einem sehr leichten Gewicht für jede Übung. Es ist wichtig, dass Du ein gutes Gefühl für die Form der Ausführung einer jeden Übung bekommst. Erhöhe das Gewicht, wenn Du das Wiederholungsminimum für eine gegebene Übung erreichst.

Du solltest keine großen Gewichtssprünge machen, sondern stattdessen die kleinstmöglichen Gewichtssteigerungen wählen – im Allgemeinen 2,5 Kilo pro Übung. Muskelaufbau ist ein Marathon und kein Sprint. Diese kleinen Gewichtssprünge werden sich sehr schnell auszahlen.

Du wirst an 3 Tagen pro Woche trainieren:

  • Tag 1 - Trainingseinheit
  • Tag 2 - Trainingsfrei
  • Tag 3 - Trainingseinheit
  • Tag 4 - Trainingsfrei
  • Tag 5 - Trainingseinheit
  • Tag 6 - Trainingsfrei
  • Tag 7 - Trainingsfrei

Stufe 1 – Vorbereitung

Trainingseinheit

Übung

Sätze

Wdh. Minimum

Kniebeugen

1/2

10/10

Bankdrücken

1/2

10/10

Kreuzheben mit gestreckten Beinen

1/2

10/10

Langhantel Schulterdrücken

1/2

10/10

Rudern vorgebeugt

1/2

10/10

Skullcrushers

1/2

10/10

Klimmzüge oder Latziehen

1/2

10/10

Kurzhantelcurls

1/2

10/10

Beincurls

1/2

10/10

Wadenheben

1/2

10/10

Situps

1/2

10/10

 

Stufe 2 – Steigerungsphase

Verwende weiterhin dieselben Gewichte, mit denen Du die Vorbereitungsphase beendet hast. Beginne bei jeder Übung, die Du während der Vorbereitungsphase noch nicht verwendet hast, mit einem leichten und konservativen Gewicht.

Du wirst an 3 Tagen pro Woche trainieren und dieselben Trainingstage wie während Deiner ersten 4 Trainingswochen verwenden:

  • Tag 1 - Trainingseinheit A
  • Tag 2 - Trainingsfrei
  • Tag 3 - Trainingseinheit B
  • Tag 4 - Trainingsfrei
  • Tag 5 - Trainingseinheit C
  • Tag 6 - Trainingsfrei
  • Tag 7 - Trainingsfrei

Stufe 2 – Steigerungsphase

Trainingseinheit A

Übung

Sätze

Wdh. Minimum

Kniebeugen

3

8

Bankdrücken

3

8

Langhantelrudern

3

8

Kurzhantel Schulterdrücken sitzend

3

8

Beincurls

3

10

Skullcushers

3

8

Kurzhantelcurls

3

8

Wadenheben stehend

3

10

Situps mit Zusatzgewicht

3

15

Stufe 2 – Steigerungsphase

Trainingseinheit B

Übung

Sätze

Wdh. Minimum

Kreuzheben mit gestreckten Beinen

3

8

Beincurls

3

10

Fliegende Bewegungen auf der Schrägbank

3

10

Klimmzüge oder Latziehen

3

8

Reverse fliegende Bewegungen vorgebeugt

3

10

Trizepsdrücken am Kabel

3

8

Kurzhantel Hammercurls

3

8

Langhantel Schulterheben (Shrugs)

3

10

Seitbeugen

3

15

 

Stufe 2 – Steigerungsphase

Trainingseinheit C

Übung

Sätze

Wdh. Minimum

Beinpressen

3

15

Kurzhantel Bankdrücken

3

8

Einarmiges Kurzhantelrudern

3

8

Schulterdrücken sitzend

3

8

Beincurls

3

10

Dips 

3

8

Scottcurls mit einer SZ Stange

3

8

Wadenheben sitzend

3

10

Kabelcrunches oder Planks

3

15/60 Sek.

 

Stufe 3 - Aufbauphase

Stufe 3 ist etwas intensiver und führt Kreuzheben und Kniebeugen mit 20 Wiederholungen ein. Bei den 20 Wiederholungen Kniebeugen hörst Du bei 20 Wiederholungen auf – gehe bei den Wiederholungszahlen nicht höher.

Die Trainingseinheiten sind in einer schwer, leicht, medium Manier aufgebaut, wobei Montag der schwere Trainingstag ist. Mittwoch ist ein leichter Tag, der sich primär auf Isolationsübungen konzentriert, während Freitag der mittelschwere Tag ist.

  • Tag 1 - Trainingseinheit A - schwer
  • Tag 2 - Trainingsfrei
  • Tag 3 - Trainingseinheit B - leicht
  • Tag 4 - Trainingsfrei
  • Tag 5 - Trainingseinheit C - medium
  • Tag 6 - Trainingsfrei
  • Tag 7 - Trainingsfrei

Stufe 3 – Aufbauphase

Trainingseinheit A

Übung

Sätze

Wdh. Minimum

Kniebeugen

3

6

Bankdrücken

3

6

Langhantelrudern

3

6

Schulterdrücken sitzend

3

6

Kreuzheben mit gestreckten Beinen

3

6

Dips oder Skullcrushers

3

8

Langhantelcurls

3

8

Wadenheben sitzend

3

10

Situps mit Zusatzgewicht

3

15

Stufe 3 – Aufbauphase

Trainingseinheit B

Übung

Sätze

Wdh. Minimum

Kreuzheben

3

5

Fliegende Bewegung mit Kurzhanteln oder Butterflys

3

10

Beinstrecken

3

10

Klimmzüge oder Latziehen

3

10

Reverse fliegende Bewegungen vorgebeugt

3

10

Trizepsdrücken am Kabel

3

10

Kurzhantel Hammercurls

3

8

Langhantel Schulterheben (Shrugs)

3

8

Kurzhantel Seitbeugen

3

10

 

Stufe 3 – Aufbauphase

Trainingseinheit C

Übung

Sätze

Wdh. Minimum

Kniebeugen

2

20

Kurzhantel Schrägbankdrücken

3

8

Einarmiges Kurzhantelrudern

3

8

Arnold Press sitzend

3

8

Beincurls

3

10Schnellzugriff

Kurzhantel Trizepsdrücken sitzend

3

8

Kurzhantelcurls sitzend

3

8

Wadenheben stehend

3

10

Kabelcrunches oder Planks

3

15/60 Sek.

 

Supplements für dürre Jungs

Wie auch beim Training solltest Du bei den Supplements langsam anfangen. Während der ersten Phase dieses Programms könntest Du in Betracht ziehen, Deine Ernährungsbasis mit den folgenden Supplements zu unterstützen:

  • Ein Multivitaminpräparat
  • Fischöl
  • Wheyprotein
  • Weight Gainer (optional)

Weight Gainer liefern Dir eine Menge Kalorien und stellen eine bequeme Option für hektische Zeiten des Lebens dar, wenn zu Kochen keine Option ist.

Zu Beginn der zweiten Phase dieses Programms solltest Du Deine Ernährung bereits recht gut im Griff haben. Auch Dein Training wird konsistent und kontrolliert sein. Zu diesem Zeitpunkt ist es in Ordnung damit zu beginnen, andere beliebte Supplements wie die folgenden auszuprobieren:

  • Kreatin
  • BCAAs
  • Pre-Workout Produkte
  • Post-Workout Produkte

Andere Supplements, die basierend auf Deinen persönlichen Bedürfnissen (Alter, Stress, Schlaf, niedrige Testosteronspiegel, schlechte Regeneration, usw.) hilfreich sein können, umfassen:

  • Antioxidantien
  • Formeln zur Unterstützung der Gesundheit der Gelenke
  • Regenerationssupplements
  • Supplements zur Förderung der sexuellen Gesundheit
  • Supplements zur Unterstützung eines gesunden Schlafes
  • Supplements zur Stressreduzierung (Adaptogene)
  • Testosteron Booster
  • Proteinriegel
  • Mahlzeitenersatzprodukte

Quelle: https://www.muscleandstrength.com/expert-guides/weight-gain

 

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Bekämpfung des Muskelkaters: 5 wissenschaftlich basierte Ansätze
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Behindert Dich Dein Muskelkater beim Aufbau neuer Muskelmasse? Diese 5 wissenschaftlich basierten Empfehlungen könnten genau das sein, was Du brauchst, um Dich nach Deinen Trainingseinheiten schneller und besser zu erholen.

6:45 Uhr morgens

Du öffnest Deine Augen, nachdem Du die Vibrationen Deiner Fitbit am Handgelenk bemerkt hast. Während Du Dich langsam im Bett aufsetzt, erinnern Dich Deine Beine an die brutale Trainingseinheit am Tag zuvor.

„Warum wollte ich noch mal 8 Sätze Kniebeigen ausführen?“

Du schüttelst Deinen Kopf und schaffst es irgendwie ins Bad zu humpeln kriechen und Dich auf den bevorstehenden Tag vorzubereiten.

7:30 Uhr morgens

Du fährst zur Arbeit und verbringst sechseinhalb Minuten damit zu versuchen aus dem Auto auszusteigen, da Deine Beine scheinbar aufgehört haben, Befehle von Deinem Gehirn entgegenzunehmen.

15:30 Uhr

“Verdammt noch mal! Warum fühlt es sich so an, als ob jemand meine Beine durch einen Fleischwolf gedreht hat?!“

Du versuchst weiterzuarbeiten und Deine Gedanken vom lähmenden Muskelkater abzulenken, der sich in Deinem Unterkörper aufstaut.

 

Muskelkater, Kreuzheben und Donuts: Oh mein Gott!

Wir haben es alle schon erlebt – die bisherige Trainingseinheit war bereits etwas zu hart, Deine Lieblingsplaylist läuft oder das süße Mädel auf dem Laufband schaut für eine halbe Sekunde herüber, bevor Du Deinen Satz beginnst.

Bevor Du richtig weißt, was Sache ist, hast Du bereits 10 Sätze zur hämmernden Musik in Deinen Ohren ausgeführt und der Schweiß tropft von Deiner Nase.

Auch wenn Du vielleicht eine hervorragende Trainingseinheit absolviert hast, könnte Deine Unfähigkeit, Dir am nächsten Morgen die Zähne zu putzen oder aus dem Bett zu kommen Deiner Lebensqualität einen Dämpfer versetzen. Die Frage lautet – was kannst Du dagegen tun?

Hier sind 5 einfache Empfehlungen, die sich als nützlich erweisen könnten, wenn Du Dich das nächste Mal dafür entscheidest, eine Überdosis Koffein einzuwerfen und Dein Trainingsvolumen bei einer Trainingseinheit zu verdreifachen.

1. Schlaf

Abgesehen von anabolen Steroiden gibt es nichts, was der Regeneration förderlicher ist, als Schlaf. Dies ist die mit am Abstand wichtigste Variable, die jeder nutzen kann, um seine Regeneration zu verbessern. Wir sollten jedoch ernsthaft über dieses Thema sprechen, denn es ist niemals so einfach wie „6 bis 8 Stunden ungestörter, tiefer, erholsamer Schlaf.“

Was ist, wenn Du Probleme beim Einschlafen hast? Oder beim Durchschlafen? Was ist, wenn Du Dich trotz „genug“ Schlaf nicht erholt fühlst?

Schlaf ist ein sehr komplexer angeborener biologischer Prozess, der viel mehr bewirkt, als Dir vielleicht bewusst ist. Leider ist dieses Thema so komplex, dass es den Rahmen dieses Artikels bei weitem sprengen würde. Wenn Du Probleme mit einem gesunden und erholsamen Schlaf hast, dann solltest Du etwas Recherche betreiben und einige der zahlreichen Artikel über Strategien zur Verbesserung der Schlafqualität lesen.

2. Kohlenhydrattiming

Wir sprechen hier nicht nur von Kohlenhydraten als Makronährstoff im Allgemeinen, sondern wir müssen auch das Timing der Kohlenhydratzufuhr relativ zu Deiner Trainingseinheit und den hiermit in Verbindung stehenden hormonellen Prozessen betrachten. Die Zufuhr von Kohlenhydraten WÄHREND Deiner Trainingseinheit könnte mehr beeinflussen, als Du denken würdest. Hier sind einige Beispiele:

Ein reduziertes Auftreten von Infektionen der oberen Atemwege (URTIs)1,2

Von Kohlenhydraten konnte gezeigt werden, dass sie die trainingsinduzierte Unterdrückung des Immunsystems reduzieren können, die typischerweise auf eine Trainingseinheit folgt.

Ja, die referenzierten Untersuchungen wurden mit Langstreckenläufern durchgeführt, aber ich kann Dir versichern, dass wir an der ETSI gerade mehrere Studien zur Immunreaktion auf ein Krafttraining abgeschlossen haben und die Zytokinreaktion sehr, sehr ähnlich war.

Verbesserung der Muskelglykogenspeicher5

Während des Trainings kommt es zu einer Heraufregulierung des Glukose Transportproteins, das als GLUT4 bekannt ist. Dieses wird nur während des Trainings oder anderer körperlicher Aktivitäten aktiv und dient dazu, Kohlenhydrate aus Deinem Blutkreislauf in Deine Muskeln zu schleusen.

Wenn Du über höhere Spiegel zirkulierender Glukose verfügst, dann ist die Chance größer, dass diese Glukose direkt ins Muskelgewebe geschleust und als Glykogen gespeichert wird.

Reduzierte Kortisolreaktion3

Kohlenhydrate scheinen bei der Reduzierung der Kortisolreaktion auf das Training eine wichtige Rolle zu spielen, indem sie die Substratverfügbarkeit und die Insulinspiegel erhöhen. Kortisol wird typischerweise dann ausgeschüttet, wenn Energie für Aktivitäten mobilisiert werden muss.

Wenn jedoch bereits leicht verfügbare Energie während der Trainingseinheit konsumiert wird, dann wird Kortisol nicht benötigt und dies kann ein positiveres hormonelles Umfeld für Adaptionen fördern (z.B. ein besseres Testosteron zu Kortisol Verhältnis, welches als Marker des Anabolismus bekannt ist)4.

Aber wir sollten den Kontext dieser Situation nicht vergessen. Ich empfehle in keinster Weise, dass Du Kohlenhydrate während des Trainings (in Kombination mit Wheyprotein) konsumieren musst, wenn Du gerade erst eine Mahlzeit aus vollwertigen Nahrungsmitteln während der letzten 1 bis 2 Stunden vor dem Training konsumiert hast.

Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass es grob 3 bis 5 Stunden dauert, bis eine gemischte Mahlzeit normaler Größe verdaut ist, besteht wenig Bedarf direkt nach der Mahlzeit weiteres Protein und weitere Kohlenhydrate zu konsumieren. Diese Empfehlung gilt eher für Trainierende, die als erstes morgens oder 4 bis 5 Stunden nach ihrer letzten Mahlzeit trainieren, um ein optimales hormonelles Umfeld für Adaptionen sicherzustellen.

3. Hydration

Ich weiß, was Du denkst – “Danke Captain Offensichtlich für diese aufsehenerregende Enthüllung, ich habe so etwa noch nirgends sonst auf Instagram gesehen.“ Entspann Dich und lass mich erklären...

Abgesehen vom Offensichtlichen kann eine leichte Dehydration, die höher als 2 bis 3% ausfällt, zu einer deutlichen Reduzierung von Kraft- und Ausdauerleistungen führen.6 Dies kann nicht nur Deine Leistungen im akuten Sinn beeinträchtigen, sondern auch Deine systemische Regeneration auf lange Sicht verändern.

Es gibt eine ganze Reihe von Studien, die die Auswirkungen einer Dehydration aus hormoneller Perspektive relativ zum Training betrachtet haben. Eine Studie aus dem Jahr 2008 fand heraus, dass die Kortisolspiegel bei dehydrierten Probanden sowohl im Ruhezustand, während des Trainings und direkt nach dem Training signifikant höher ausfielen.7

Doch nicht nur das – zusätzlich hierzu wurde die typische Erhöhung der Testosteronspiegel, die nach dem Training beobachtet werden kann, bei der dehydrierten Gruppe abgeschwächt. Eine andere Studie aus dem Jahr 2001 fand heraus, dass es einen deutlichen Unterschied bezüglich der trainingsinduzierten Wachstumshormonreaktion gab, wenn die Hydration der Probanden während des Trainings beschränkt wurde.8

Du solltest jedoch im Hinterkopf behalten, dass die Hydration mehr als einfach nur die Menge an Flüssigkeit umfasst, die Du konsumierst. Auch Elektrolyte spielen bei der Regulierung des intrazellularen Umfelds eine wichtige Rolle.

Wenn es zu einer stressigen Situation kommt, schüttet Deine Nebennierenrinde nicht nur Kortisol aus, sondern produziert weniger von etwas, das als Aldosteron bekannt ist und dabei hilft den Blutdruck durch eine Wiederaufnahme von Natrium und Wasser zu regulieren.

Wenn die entsprechende Person jedoch dehydriert ist, dann fallen die Kortisolspiegel höher aus, wodurch die Aldosteron Spiegel noch weiter sinken. Wenn die Aldosteronspiegel sinken, dann nimmt das Blutvolumen ab und die Viskosität des Blutes steigt, da Du nicht mehr so viel Wasser einbehältst. Du hast hierdurch im Grunde genommen Deine Hämoglobin Konzentration erhöht und die Arbeitslast Deines Herzens erhöht, da die Viskosität die Flussrate von Flüssigkeiten verändert.

Wenn diese Dehydration nach dem Training aufrecht erhalten bleibt, dann wird Dein Herz härter arbeiten müssen, um Blut mit wichtigen Nährstoffen für die Reparatur des Muskelgewebes zu Deinen Muskeln zu transportieren. Warum härter arbeiten, wenn dies nicht sein muss?

Brauchst Du ein spezielles Supplement mit einer Menge schick klingender Inhaltsstoffe, um dieses Problem zu lösen? Nein. Ich empfehle tyischerweise einfach 150 bis 200 ml Kokoswasser mit einem Teelöffel Meersalz. Kokoswasser enthält etwa viermal mehr Kalium als typische Sportdrinks und Du kannst abhängig von Deinen individuellen Bedürfnissen zusätzliches Natrium hinzufügen.

Erinnerst du Dich noch daran, dass wir oben über die Vorzüge von Kohlenhydraten während des Trainings gesprochen haben? Kokoswasser enthält aufgrund seines Zuckeranteils natürlich vorkommende Kohlenhydrate – Du bekommst also zwei Dinge für den Preis von einem.

BRO TIPP: Ja, es wird wahrscheinlich etwas weniger angenehm (sprich: schrecklich) schmecken. Gib etwas Crystal Light oder Lift hinzu und es wird angenehmer werden. Erinnere Dich daran, dass Du diesen Drink nicht wegen des Geschmacks, sondern wegen Deiner Leistungsfähigkeit trinkst. Es wird nicht wie eine Pina Colada Version von Gatorade schmecken.

Ziele auf etwa das Doppelte Deines Körpergewichts in Milliliter ab. Du brauchst Dir keine Gedanken darüber zu machen, dass Du jetzt eine drei Liter Flasche mit zum Training nehmen musst, weil Dir irgendein Bodybuilder erzählt hat, dass jeder drei Liter pro Tag trinken muss. Wenn Du stark schwitzt oder in einer heißen Umgebung trainierst, kann es gut sein, dass Du mehr brauchst.

Wiege Dich vor und nach Deiner Trainingseinheit – für jedes Pfund, das Du verloren hast, solltest Du mindestens einen halben Liter Flüssigkeit trinken.

4. Hitze, Kompression und Bewegung

Wenn es um Schmerzen und die Regeneration nach dem Training geht, greifen die meisten Menschen auf eine der beiden folgenden Optionen zurück: Eis oder nichsteroidale Entzündungshemmer wie Aspirin. Sicher, Eis kann die Bildung von Ödemen durch eine Verengung der Adern begrenzen und auch Schmerzen durch eine Verlangsamung der Reizweiterleitung der Nerven reduzieren, aber abgesehen von akuten Verletzungen wird es Dir nicht viel helfen, wenn es darum geht, Dich von einem Muskelkater zu erholen.

Es wird nicht nur eine Reduzierung der Durchblutung fördern und potentiell die Zufuhr von Nährstoffen reduzieren, sondern es wird auch den lymphatischen Fluss verlangsamen, der das Venensystem beim Abtransport von Abfallprodukten aus verletzten Bereichen unterstützt, während diese unterschiedliche Phasen eines Umbaus durchlaufen.

Nichtsteroidale Entzündungshemmer sind hingegen eine völlig andere Seite der Geschichte. Wir müssen hierfür zunächst verstehen, was normalerweise stattfindet, wenn wir unter einer Verletzung – in diesem Falle Mikrotraumata (Muskelkater = Mikrorisse auf zellularer Ebene – leiden.9

Bei der Initiierung der Reparatur durchläuft Dein Körper 3 Stufen:

  1. Entzündung
  2. Proliferation
  3. Wiederaufbau

Nichtsteroidale Entzündungshemmer können dieses Modell durch eine Reduzierung der Produktion von Prostaglandinen deutlich verändern.10 Dies verkürzt im Grunde genommen Schritt #1, da Prostaglandine für sowohl die Förderung, als auch die Beendigung des Entzündungspfadweges sehr wichtig sind.11

Doch nicht nur das – es gibt eine Reihe von Studien, die nichsteroidale Entzündungshemmer mit unterschiedlichen Problemen wie Gelenklaxheit, Knochenbrüche und einer reduzierten Stärke der Sehnen in Verbindung bringen.12,13

Erinnere Dich daran, dass Entzündungen für den Anpassungsprozess Deines Körpers wichtig sind

Sorry, ich hasse es, dies sagen zu müssen, aber wenn Du nicht mit Schmerzen zurecht kommst, dann solltest Du Dir vielleicht ein anderes Hobby suchen, anstatt nichtsteroidale Entzündungshemmer wie Smarties zu schlucken. Oder vielleicht würdest Du ja auch keinen Bedarf mehr für nichtsteroidale Entzündungshemmer verspüren, wenn Du Dir einen guten Trainer suchen würdest, der weiß, wie Du einen guten Trainingsstimulus erzielst – denn dann würdest Du vielleicht damit aufhören, Dich bei Deinen Trainingseinheiten in Grund und Boden zu trainieren. War nur so ein Gedanke...

Fazit: Hitze, Kompression und Bewegung sind besser als Eis und nichtsteroidale Entzündungshemmer.

Wenn Du durch Deine vorhergehende Trainingseinheit angeschlagen bist, dann besteht Deine beste Wahl darin, Hitze und Kompression auf den betroffenen Bereich anzuwenden. Nimm eine heiße Dusche, ziehe eine Kompressionshose an, lege Dich mit den Füßen nach oben gegen eine Wand und lasse die Schwerkraft Dein Lymphsystem unterstützen.

Auch Bewegung mit niedriger Intensität wie Gehen, Radfahren, usw. kann dabei helfen Blut durch die Kontraktion der Skelettmuskeln zurück ins Herz zu pumpen und die Durchblutung anzuregen.

5. Antioxidantien?

Bevor Du jetzt losziehst und die Auswahl von Nahrungsmitteln, die unten beschrieben ist, zusammenstellst, solltest Du auf das Fragezeichen oben achten. Wie Du in der Hierarchie der Regeneration am Ende dieses Artikels sehen wirst, wird dieser letzte Punkt von allen erwähnten Aspekten wahrscheinlich am wenigsten zur Regeneration beitragen.

Es gibt jedoch eine wachsende Menge an wissenschaftlichen Untersuchungen, die nahelegen, dass diese spezifischen Nahrungsmittel den Regenerationsprozess direkt beeinflussen könnten, weshalb sie es wert sind, erwähnt zu werden.

Sauerkirschsaft14

“Die Sauerkirsche scheint ein brauchbares Hilfsmittel zur Unterstützung der Regeneration nach intensiven Trainingseinheiten darzustellen, da sie die antioxidative Gesamtkapazität erhöht, Entzündungen reduziert und die Lipid Peroxidation beeinflusst und hierdurch die Wiederherstellung der Muskelfunktion unterstützt.“

BRO TIPP: Wenn Du Dir Kirschsaft kaufst, dann achte darauf, dass es sich um Sauerkirschsaft handelt und dieser nur einen einzigen Inhaltsstoff umfasst – „Sauerkirschsaft“.

Granatapfelsaft15

“Eine Supplementierung mit Granatapfelsaft lindert Schwäche und reduziert Muskelkater des Ellenbogenflexors aber nicht des Knieextensors. Diese Resultate deuten auf eine milde, akute leistungssteigernde Wirkung von Granatapfelsaft im Ellenbogenflexor von trainierten Individuen nach exzentrischem Training hin.“

BRO TIPP: Wenn Du Dir Granatapfelsaft kaufst, dann achte darauf, dass dieser nur einen einzigen Inhaltsstoff umfasst – „Granatapfelsaft“.

Blaubeeren17

“Diese Studie zeigt, dass der Verzehr eines Blaubeersmoothies vor und nach EOMD die Regeneration der maximalen isometrischen Kraft des Muskels beschleunigt.

Diese Wirkung, die unabhängig von der inhärenten antioxidativen Kapazität des Getränks ist, scheint eine Heraufregulierung adaptiver Prozesse zu umfassen, d.h. endogene antioxidative Prozesse, die durch die kombinierten Aktionen des exzentrischen Trainings und den Konsum von Blaubeeren aktiviert werden.“

BRO TIPP: Gefrorene Blaubeeren haben die Welt der Smoothies verändert.

Ananas18

“Die Gruppe von Probanden zeigte im Vergleich zur Placebogruppe eine überlegene Regeneration der kontraktilen Funktion und nachlassende Auswirkungen eines verzögert einsetzenden Muskelkaters nach einem Bergablauf.

Unsere Resultate deuten darauf hin, dass eine Protease Supplementation einen Muskelkater nach einem Bergablauf lindern könnte. Eine Protease Supplementation könnte außerdem die Muskelheilung fördern und eine schnellere Wiederherstellung der kontraktilen Funktion nach intensiven Trainingseinheiten ermöglichen.“

BRO TIPP: Die Protease ist ein proteolytisches Enzym, das den Abbau von Protein unterstützt. Annanas enthält sehr große Mengen der Protease Bromelain.

Ingwer19

“Diese Studie demonstriert, dass ein täglicher Konsum von rohem und erhitztem Ingwer in einer moderaten bis großen Reduzierung von Muskelschmerzen nach trainingsinduzierten Muskelverletzungen resultierte. Unsere Resultate stimmen mit den Resultaten überein, die hypoalgesische Wirkungen von Ingwer bei Osteoarthritis Patienten zeigten und demonstrieren erneut die Effektivität von Ingwer als Schmerzlinderer.“

BRO TIPP: Verwende frischen Ingwer, wann immer möglich. Die Pulverversion ist recht stark und kann leicht einen guten Smoothie ruinieren.

Interessanterweise hat das Basketball Team der San Antonio Spurs viele der oben erwähnten Nahrungsmittel verwendet, während sie sich in den letzten drei Jahren auf einem Trip mit kalt gepressten Säften befanden. Noch interessanter ist, dass sie die NBA Liga als Team mit der geringsten Anzahl verletzungsbedingter Ausfälle anführen.

Natürlich ist Korrelation nicht gleichbedeutend mit kausalen Zusammenhängen, aber es kann mit Sicherheit nicht schaden, etwas zu experimentieren. Alle oben erwähnten Zutaten sollten in jedem Supermarkt verfügbar sein und können auf täglicher Basis ohne Probleme konsumiert werden.

Regeneriere Dich gut, regeneriere Dich häufig

Wie bei jeder Komponente von Gesundheit oder Leistungsfähigkeit gibt es auch hier bestimmte übergreifende fundamentale Prinzipien, welche den meisten Gegenwert liefern werden.

Du kannst Dir dies als die Hierarchie der Regeneration vorstellen. Hier sind die einzelnen Komponenten ihrer Bedeutung nach, beginnend bei der wichtigsten:

  1. Hormone: Konzentrationen im Ruhezustand & exogene Unterstützung
  2. Schlaf: Qualität, Quantität & Timing (Schlafhygiene, Apnoe, Tag-Nacht Rhythmus, usw.)
  3. Funktionale medizinische Themen; Hyperpermeabilität des Verdauungstraktes, latente Infektionen, schlechte Verdauung/Nährstoffaufnahme, usw.
  4. Lebensstil: Stress (empfundener und tatsächlicher), Karriere, Familie, Finanzen, Schule, usw.
  5. Ernährung: Gesamtkalorien (Anabolismus vs. Katabolismus), Makronährstoffkonsum, Timing
  6. Periodisierungsprogramme: Überwachung angemessener Trainingslasten & Entladephasen
  7. Supplementation: Nährstoffdefizite, Wheyprotein + flüssige Kohlenhydrate während des Trainings

Auch wenn Du Dir sonst nichts von diesem Artikel merkst, erinnere Dich einfach an diese Pyramide.

 

Referenzen

  1. Carbohydrate supplementation affects blood granulocyte and monocyte trafficking but not function after 2.5 h or running.
  2. Carbohydrate and the cytokine response to 2.5 h of running.
  3. Nutritional and contractile regulation of human skeletal muscle protein synthesis and mTORC1 signaling
  4. The impact of an ultramarathon on hormonal and biochemical parameters in men.
  5. Contraction-stimulated muscle glucose transport and GLUT-4 surface content are dependent on glycogen content.
  6. Effects of acute dehydration and starvation on muscular strength and endurance
  7. Effect of hydration state on resistance exercise-induced endocrine markers of anabolism, catabolism, and metabolism.
  8. Effect of hydration on exercise-induced growth hormone response
  9. Is Postexercise Muscle Soreness a Valid Indicator of Muscular Adaptations?
  10. [NSAID and its effect on prostaglandin].
  11. Prostaglandins and Inflammation
  12. Nonsteroidal anti-inflammatory drugs' impact on nonunion and infection rates in long-bone fractures.
  13. NSAID therapy effects on healing of bone, tendon, and the enthesis
  14. Influence of tart cherry juice on indices of recovery following marathon running.
  15. The effect of pomegranate juice supplementation on strength and soreness after eccentric exercise.
  16. Supplementation Strategies to Reduce Muscle Damage and Improve Recovery Following Exercise in Females: A Systematic Review
  17. Effect of New Zealand blueberry consumption on recovery from eccentric exercise-induced muscle damage.
  18. The effects of protease supplementation on skeletal muscle function and DOMS following downhill running.
  19. Ginger (Zingiber officinale) Reduces Muscle Pain Caused by Eccentric Exercise

 

https://www.muscleandstrength.com/articles/defeating-doms-5-suggestions

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Beintraining für Frauen: Der komplette Ratgeber
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Personal Trainer Andrew Pardue und Fitness Model Anna McManamey haben sich zusammengetan, um die Dinge ins rechte Licht zu stellen, was das Beintraining angeht. Nachdem Du diesen Ratgeber gelesen hast, wirst Du den Beintag nie wieder ausfallen lassen.

Als Wettkampfvorbereitungstrainer und jemand, für den Fitness eine Leidenschaft darstellt, ist es immer wieder toll Frauen zu sehen, die gewillt sind, vom Laufband zu steigen und damit zu beginnen, konsistent Arbeit im Kraftraum zu verrichten. Diese Frauen, die nicht an diesen alten Mythos glauben, dass ein Training mit Gewichten Frauen massig und bullig macht, verstehen die wichtige Bedeutung eines Widerstandstrainings, wenn es darum geht, den idealen Körper zu erreichen.

Obwohl viele Frauen ihren Unterkörper entwickeln möchten, ist es traurig zu sehen, wie wenige von diesen die Übungen verwenden, von denen im Rahmen wissenschaftlicher Untersuchungen gezeigt werden konnte, dass sie für Zuwächse an Kraft und Muskelmasse am effektivsten sind.

Stattdessen neigen Frauen dazu, bei jeder Trainingseinheit endlose Sätze an der Hüftadduktoren Maschine auszuführen und endlose Stunden auf dem Stepper zu verbringen – was im Hinblick auf Muskeladaptionen und eine Verbesserung der Körperkomposition viel zu wünschen übrig lässt.

Auch wenn diese Übungen auf ihre eigene Art und Weise nützlich sein können, findest Du weiter unten einige Aspekte des Beintrainings, die Du berücksichtigen solltest, wenn Du das Meiste aus Deinen Anstrengungen herausholen und Deinen Zielen näher kommen möchtest.

Warum Frauen ihre Beine trainieren sollten

Muskelfaserrekrutierung

Das größte Problem bei den oben aufgeführten Übungen besteht darin, dass sie deutlich weniger Muskelfasern als Mehrgelenksübungen stimulieren. Indem Du Mehrgelenksübungen anstelle von einigen der Isolationsübungen, die Du im Augenblick ausführst, in Dein Trainingsprogramm einbaust, kannst Du mehr von jeder Übung profitieren und gleichzeitig die Menge an Zeit reduzieren, die Du mit dem Training Deiner Beine verbringen musst.

Nehmen wir die Adduktorenmaschine als Beispiel. Die Mehrzahl aller Frauen führen dies Übung mit fast religiösem Eifer aus, doch diese stimuliert lediglich die Adduktoren des Beines wie Adductor brevis, Adductor longis und Gracilis.

Du hast noch nie etwas von diesen Muskeln gehört? Das hängt damit zusammen, dass sie im Vergleich zu anderen Muskeln der Beine wie z.B. Rectus femoris, welcher einen Teil der Quadrizeps ausmacht, sehr klein sind. Das Training kleinerer Muskeln wie der Adduktoren Gruppe ist hilfreich, aber vergleichen wir diese Übung einmal mit klassischen Kniebeugen mit der Langhantel.

Kniebeugen werden Muskelfasern in den Quadrizeps, in den Beinbeugern, im Gluteus, in den Adduktoren, in den Abduktoren, in den Bauchmuskeln, im unteren Rücken und in etwas geringerem Umfang auch in den Waden aktivieren. Mit nur einem Satz Kniebeugen kannst Du also nicht nur die Muskeln aktivieren, die durch die Adduktorenmaschine aktiviert werden, sondern auch noch viele Weitere. Alleine durch die Betrachtung dieses einen Punktes ist es leicht zu sehen, warum es für eine Frau, die versucht die Entwicklung ihres Unterkörpers zu verbessern, hilfreich sein kann, bei ihrem Trainingsprogramm den Fokus auf Übungen wie Kniebeugen zu legen.

Progressive Überlastung

Ein weiterer unter Trainierenden im Allgemeinen – und unter Frauen im Besonderen – sehr weit verbreiteter Fehler besteht darin, keinen ausreichenden Widerstand zu verwenden, um den Muskel dazu zu zwingen, sich anzupassen und zu wachsen. Es kann leicht sein, einfach nur die Bewegungen durchzugehen und einen Satz zu beenden, sobald dieser etwas unangenehm oder anstrengend wird. Unser Körper ist jedoch extrem anpassungsfähig an sein Umfeld.

Zusätzlich hierzu ist Muskelgewebe stoffwechseltechnisch gesehen für den Körper sehr kostspielig, was bedeut, dass es einer Menge an Energie bedarf, um Muskelgewebe aufzubauen und aufrecht zu erhalten. Aus diesem Grund ist der Körper, wenn es um mehr als das Minimum geht, das für die täglichen Aktivitäten benötigt wird, sehr hartnäckig, was den Aufbau von zusätzlichem Muskelgewebe angeht, das er dann kontinuierlich mit Energie versorgen und aufrechterhalten muss.

Dies ist der Punkt, an dem Du aktiv werden und dem Körper einen zusätzlichen Ansporn geben musst. Um neues Muskelgewebe aufzubauen muss ein Trainierender genug Widerstand zur Verfügung stellen, um den Körper dazu zu zwingen, sich durch den Aufbau von neuem Muskelgewebe anzupassen, um mit den neuen Anforderungen mithalten zu können. Für Leserinnen dieses Artikels bedeutet dies, dass gewillt zu sein, sich bei jeder Trainingseinheit dazu anzutreiben, mehr Gewicht zu bewegen oder mehr Wiederholungen auszuführen, für den Aufbau von Muskelgewebe und eine Verbesserung des Erscheinungsbildes der Beine im Lauf der Zeit zwingend notewendig ist.

Ein zweiter Punkt, der berücksichtigt werden muss, ist die Muskelfaserrekrutierung. Oben haben wir bereits über die Auswirkungen von Übungskomplexität auf die Rekrutierung von mehr Muskelfasern gesprochen. Ein anderer bestimmender Faktor der Muskelfaserrekrutierung ist, wie Du wahrscheinlich schon richtig geraten hast, eine ausreichende Überlastung.

Egal ob es durch das Bewegen eines schwereren Gewichts mit weniger Wiederholungen oder das Bewegen eines leichteren Gewichts mit mehr Wiederholungen geschieht, konnte von der Verwendung einer Auswahl von Wiederholungsbereichen gezeigt werden, dass diese das Muskelwachstum positiv beeinflusst, wenn eine adäquate Intensität zum Einsatz kommt (1). Ein gemeinsamer Charakterzug von praktisch allen erfolgreichen Trainingsprogrammen besteht darin, jeden Satz bis zum absoluten Muskelversagen oder bis nahe zum Muskelversagen auszuführen.

Wenn ein Muskel nahezu maximale Anstrengungen erbringt, wird ein größerer Prozentsatz der Muskelfasern aktiv werden. Und wenn ein Muskel oder eine Muskelgruppe stärker wird, müssen weniger Fasern rekrutiert werden, um ein gegebenes Gewicht zu bewegen. Im Fitnessstudio bedeutet dies, dass wenn Du typischerweise 3 Sätze Kniebeugen mit 50 Kilo und 10 Wiederholungen im Rahmen Deines Trainingsprogramms ausführst, sich Dein Körper während der ersten Wochen anpassen wird, indem er stärker wird. Nach dieser anfänglichen Anpassung werden nachfolgende Trainingseinheiten mit 3 Sätzen Kniebeugen mit 50 Kilo und 10 Wiederholungen jedoch nur noch in einer geringeren Gesamtmuskelaktivierung resultieren.

An diesem Punkt muss der Trainierende entweder damit beginnen, das Gewicht auf der Stange zu erhöhen oder das Volumen durch eine Ausführung von mehr Wiederholungen, mehr Sätzen oder beidem im Lauf der Zeit zu steigern. Wenn Du mit einem Trainingsprogramm begonnen und anfänglich deutliche Verbesserungen verzeichnen konntest, aber nach den ersten Wochen in den Spiegel schaust und Dich fragst, warum die Dinge nicht mehr weiter vorangehen, dann ist dies mit sehr großer Wahrscheinlichkeit der Grund für Dein Plateau.

Kalorienverbrauch

Wenn Du Dich auf Mehrgelenksübungen konzentrierst, wird dies nicht nur ein stärkere Muskelwachstum hervorrufen, sondern Dich während Deiner Trainingseinheiten auch mehr Kalorien verbrennen lassen.

Mehrgelenksübungen wie Kniebeugen und Beinpressen sind, wenn sie korrekt und mit der richtigen Intensität ausgeführt werden, mit Sicherheit nicht leicht. Sie machen eine Ganzkörperstabilisierung, eine stärkere Herz-Kreislaufleistung und eine starke Kraftfreisetzung durch multiple Muskelgruppen notwendig. Zusätzlich dazu, dass Dir dies dabei helfen wird, konsistente Verbesserungen bezüglich Kraft und Muskelmasse zu erzielen, wirst Du auch eine Menge mehr Kalorien verbrennen.

Durch die konsistente Ausführung schwerer Mehrgelenksübungen kannst Du mehr Muskeln aufbauen, mehr Kalorien verbrennen und größere Herz-Kreislauf Vorzüge verzeichnen, als wenn Du Dich ausschließlich auf Isolationsübungen konzentrieren würdest. Nachdem Du jetzt mehr Kalorien durch die regelmäßige Ausführung von Mehrgelenksübungen verbrennst, kannst Du leichter das ganze Jahr über einen schlankeren und sportlicheren Körper aufrecht erhalten.

Hormonelle Unterschiede

Nachdem Du den Satz „muskulöser und stärker“ bereits mehrfach in diesem Artikel gelesen hast, wirst Du Dich vielleicht fragen, wie irgendwer von Dir erwarten könnte, auf diese Art und Weise zu trainieren, ohne massig und bullig wie die meisten Männer zu werden, die so trainieren. Diese Bedenken sich verständlich, aber ein entscheidender Unterschied zwischen männlichen und weiblichen Sportlern, kann Dir diese Sorgen nehmen.

Es ist nicht nur so, dass Frauen von der Venus und Männer vom Mars abstammen – sie weisen auch ein sehr unterschiedliches hormonelles Profil auf. Was die Trainingsleistungen im Fitnessstudio und das körperliche Erscheinungsbild angehen, ist Testosteron einer der wichtigsten Faktoren, der über die Muskelaufbaukapazität entscheidet. Ohne ausreichende Testosteronspiegel kann das menschliche Muskelaufbaupotential recht begrenzt sein.

Für Frauen kann dies jedoch auch eine große Erleichterung darstellen, da sie im Allgemeinen über sehr viel niedrigere Testosteronspiegel als Männer verfügen. Um Dir eine Vorstellung davon zu geben, wie groß dieser Unterschied ausfällt, sei erwähnt dass der durchschnittliche 19 Jahre alte oder ältere Mann über eine Testosteronkonzentration von240 bis 950 ng/dL verfügt. Im Gegensatz hierzu liegen die Testosteronspiegel bei Frauen gleichen Alters im Allgemeinen in einem Bereich von lediglich 8-60 ng/dL. Dies entspricht mageren 3 bis 6% der Testosteronkonzentration ihrer männlichen Gegenstücke. (2)

Natürlich handelt es sich hierbei um Bereich, da die Hormonkonzentrationen sich mit zunehmendem Alter – und in geringerem Umfang auch basierend auf dem Lebensstil – verändern können. Für die besorgte Frau bedeutet dies jedoch, da die Testosteronspiegel einen primären Faktor beim Potential für einen Muskelaufbau darstellen, dass ihr Muskelaufbaupotential auch dann, wenn sie Woche für Woche so schwer wie möglich trainiert, sehr viel niedriger als beim einem durchschnittlichen Mann ausfallen wird.

Die Ausnahme hiervon stellen die Frauen dar, die eine genetische Veranlagung für einen stärkeren Muskelaufbau aufweisen (was recht selten vorkommt) oder die Frauen, die leistungssteigernde Substanzen verwenden, um ihr hormonelles Profil so zu verändern, dass es einem Muskelaufbau zuträglicher ist.

Mit diesem Wissen kannst Du Dir sicher sein, dass der alte Mythos, dass ein Training mit Gewichten bullig macht, weit davon entfernt ist, wahr zu sein. Dir sollte klar sein, dass die kleinen Zuwächse an Muskeln dazu dienen werden, Deinen Körper zu verbessern. So lange sich Deine Ernährung im grünen Bereich befindet und Du Deine Körperfettspiegel niedrig genug hältst, ist massig und bullig zu werden eine Angst, die Du schnell vergessen wirst, wenn Du damit beginnst, Dich im Fitnessstudio härter anzutreiben.

Anna McManamey zum Thema Krafttraining

Es kann schwierig sein, solche Ratschläge, die der gängigen Praxis der meisten Frauen im Fitnessstudio widersprechen, anzunehmen, wenn sie von einem männlichen Autor stammen. Aus diesem Grund habe ich Anna McManamey – Wettkampfathletin in der Figurklasse, Fitnessmodel und Trainerin – gebeten, ihre Meinung zu diesem Thema abzugeben.

Als Trainerin ist mir definitiv ein Wandel der Art und Weise, auf die Frauen trainieren, aufgefallen. Während der letzten Jahre scheinen mehr Frauen damit begonnen zu haben, zumindest irgendeine Form von Krafttraining mit in ihr Programm aufzunehmen, was schön zu sehen ist. Es sind jedoch die Menge an Gewicht, die sie bewegen und die Übungsauswahl, wo man die meisten Fehler beobachten kann.

Wann immer mich eine neue Klientin kontaktiert, ist ihre größte Sorge etwas in die Richtung von „ich möchte nicht männlich aussehen“ oder „ich möchte nicht massig werden, sondern lediglich schlank werden und meinen Muskeltonus verbessern.“ Ich hatte sogar eine Klientin, deren Mann so besorgt darüber war, dass sie ihre Weiblichkeit verlieren könnte, dass sie vor ihm geheim hielt, dass sie mich kontaktiert hatte! Meine Antwort an all diese Frauen ist immer dieselbe: um einen wohlgeformten Körper aufzubauen und um über eine gute Definition verfügen zu können, musst Du Muskeln aufbauen. Und um dies zu erreichen, musst Du mit Gewichten trainieren – mit schweren Gewichten!

Wenn das Gewicht zu Beginn nur ein paar Kilo betrögt und dies schwer für Dich ist, dann ist das völlig in Ordnung – aber Du musst trotzdem darum kämpfen, diese letzten Wiederholungen auszuführen. Einfach nur von Maschine zu Maschine zu ziehen und lockere 15 bis 20 Wiederholungen auszuführen, ohne dabei ins Schwitzen zu kommen, wird nicht ausreichen.

Der Punkt, an dem meine Klientinnen beginnen signifikante Verbesserungen ihres Körpers zu sehen ist, wenn sie die Intensität ihrer Trainingseinheiten erhöhen. Ihre Stoffwechselrate steigt, sie beginnen schlanker auszusehen und sie beginnen damit, Muskeln aufzubauen, was ihnen ein definierteres und wohlgeformteres Aussehen verleiht, ohne dass sie hierbei ihre Kurven verlieren.

Die Wahrheit ist, dass Frauen extrem hart für jedes Gramm Muskeln arbeiten müssen, das sie aufbauen wollen. Du wirst Dich nicht über Nacht in Arnold Schwarzenegger verwandeln – so etwas wird einfach nicht geschehen. Darüber hinaus ist dieses gefürchtete bullige Aussehen für gewöhnlich das Resultat eines Muskelaufbaus ohne Kontrolle der Ernährung. Um eine gewisse Definition zu erreichen, musst Du sowohl Fett verlieren, als auch Muskeln aufbauen, weshalb es wichtig ist, dass Du auch auf Deine Nahrungszufuhr achtest.

Ein anderer weit verbreiteter Fehler, den ich bei Frauen beobachte, betrifft ihre Übungsauswahl. Auch hier scheint es diese weit verbreitete Angst zu geben, dass die Ausführung schwerer Mehrgelenksübungen wie Kniebeugen und Kreuzheben nur etwas für Männer ist und einer Frau jegliche Weiblichkeit rauben wird.

Ich denke, dass diese falsche Wahrnehmung zu einem großen Teil durch die Fehlinformationen in den Medien gefördert wird: „Führe 100 Crunches pro Tag aus, um Deine Taille schlank zu machen,“ „führe Bizepscurls aus, um Deine Arme zu formen,“ „Glutes Kickbacks für einen strafferen Po,“ „Trizepsdrücken, um Winkarme zu verbannen“, usw. Als Resultat hiervon sehe ich viele Frauen, die im Fitnessstudio die falschen Übungen verwenden und sich nur auf bestimmte Muskelgruppen wie Po, Arme und Bauch konzentrieren, während sie andere Muskelgruppen komplett vernachlässigen.

Dies ist nicht nur ineffektiv, sondern kann im Lauf der Zeit auch leicht zu muskulären Ungleichgewichten und potentiellen Verletzungen führen. Ich bringe meinen Klientinnen bei, dass diese Art der punktuellen Fettreduzierung ein Mythos ist und dass sie die besten Resultate durch ein gut abgerundetes und ausgewogenes Programm erzielen werden, das große und schwere Mehrgelenksübungen umfasst, die mehr Muskeln rekrutieren und mehr Kalorien verbrennen.

Von ästhetischen Vorzügen einmal abgesehen, sind einige der besten und lohnenswerten Resultate, die ich bei meinen Klientinnen beobachtet habe, die Verbesserungen, die sie im Bereich ihrer mentalen Stärke verzeichnen konnten. Es gibt nichts, das Dir mehr das Gefühl geben wird, dass Du es mit dem Rest der Welt aufnehmen kannst, als das erfolgreiche Beenden einer harten Trainingseinheit mit Gewichten. Viele der Frauen, die zu mir kommen, fühlen sich anfänglich schwach, sind mit sich selbst und ihrem Erscheinungsbild unzufrieden und es mangelt ihnen an Selbstvertrauen.

Nach ein paar Wochen regelmäßigem Training und der Kontrolle ihrer Ernährung ist die Veränderung ihres Selbstwertgefühls einfach nur atemberaubend. Viele von ihnen sind sich der körperlichen und mentalen Stärke, über die sie verfügen, nicht bewusst und erst wenn sie persönliche Bestleistungen übertreffen oder fehlerfreie Liegestütze oder Klimmzüge ausführen können, werden ihnen ihre wahren Kapazitäten bewusst. Dies überträgt sich auch auf andere Aspekte ihres Lebens – ihre Karriere, ihr Familienleben und wie sie mit stressigen Situationen umgehen. Es ist sehr bereichernd, dies zu beobachten.

 

Beinübungen für Frauen

Wenn ich lediglich 5 Übungen für eine meiner Klientinnen und ihr Unterkörpertraining auswählen könnte, mit deren Hilfe sie jede ihrer Trainingseinheiten maximieren kann, dann würde ich folgende Übungen wählen:

  1. Klassische Kniebeugen mit einer Langhantel
  2. Rumänisches Kreuzheben
  3. Gehende Ausfallschritte
  4. Beinpressen
  5. Langhantel Hip-Thrusts

Diese fünf Übungen sind perfekt, um alle Muskeln des Unterkörpers zu trainieren, mehr Kalorien während einer Trainingseinheit zu verbrennen und sogar Bewegungen zu trainieren, die im täglichen Leben zum Einsatz kommen. So können Kniebeugen beim Hinsetzen und Aufstehen helfen oder Ausfallschritte den Gang verbessern und Aktivitäten wie Treppensteigen oder Laufen leichter machen.

Wenn ein Programm um diese Übungen herum aufgebaut wurde, können andere Isolationsübungen wie Gluteus Übungen, Wadenheben oder Step-Ups hinzugefügt werden, um Dein Training abzurunden. Unten findest Du ein paar unterschiedliche Trainingseinheiten, die Du in unterschiedlichen Situationen verwenden kannst, um mehr aus jeder Trainingseinheit herauszuholen und die atemberaubenden Beine zu entwickeln, von denen Du schon immer geträumt hast.

 

Beintrainingseinheiten für Frauen

Der Zeitsparer

Ferienzeit, anstrengende Kinder, eine Deadline bei einem größeren Projekt – es gibt unzählige Dinge, die zu einem hektischen Zeitplan beitragen können. Doch schwer beschäftigt zu sein muss nicht gleichbedeutend mit körperlicher Untätigkeit sein. Mit etwas Genialität kannst Du unter Verwendung von Supersätzen, Zirkeltraining oder kurzen Pausenintervallen innerhalb einer kurzen Zeitspanne hervorragende Trainingseinheiten absolvieren.

Dieses Template wird es Dir ermöglichen, weiterhin die wichtigen und nützlichen Mehrgelenksübungen zu verwenden, während Du gleichzeitig Zeit sparst, die Du für Deine anderen Verpflichtungen verwenden kannst. Ganz zu schweigen davon, dass diese Trainingseinheit hervorragend geeignet ist, um den stoffwechseltechnischen Stress und den Pump während des Trainings zu steigern.

Übung

Sätze

Pause

1. Kniebeugen

5

10-15

1:00

2a. Gehende Ausfallschritte

4

12-14 (pro Bein)

--

2b. Kurzhantel Step-Ups

4

12-14 (pro Bein)

1:00

3a. Rumänisches Kreuzheben

3

12-15

--

3b. Beinpressen

3

12-15

1:00

Der Voluminierer

Auf der entgegengesetzten Seite des Spektrums befindet sich das folgende Programm. Wenn Du über etwas mehr Zeit verfügst, um einige Wochen einem Programm mit höherem Volumen, mehr Sätzen und mehr Wiederholungen zu widmen, kann dies sehr gut geeignet sein, um ein neues Wachstum anzuregen und Deine allgemeine Arbeitskapazität zu verbessern.

Übung

Sätze

Pause

1. Kniebeugen

6

10

1:15-1:30

2. Rumänisches Kreuzheben

6

10

1:15-1:30

3. Beinpressen

4

15

1:15-1:30

4. Gehende Ausfallschritte

4

15/Bein

2:00

5. Wadenheben sitzend

3

12-15

1:15

6. Gluteusdrücken

3

12-15/Bein

1:00

Das Kraftprogramm

Stärker zu werden und die Gewichte auf der Stange zu steigern ist schon für sich selbst eine tolle Sache, die das Selbstbewusstsein steigern kann. Darüber hinaus kann eine Konzentration auf niedrigere Wiederholungsbereiche die myofibrillare Hypertrophie verbessern. Hierbei handelt es sich um ein Muskelwachstum, das dadurch zustande kommt, dass die Muskelfasern durch mechanischen Stress (wie der Stress, der beim Bewegen schwerer Gewichte mit wenigen Wiederholungen zustande kommt) größer werden.

Dies ist etwas anderes als die so genannte sarkoplasmische Hypertrophie, von der viele glauben, dass sie durch höhere Wiederholungsbereiche zustande kommt, die ein zellulares Anschwellen und eine Ansammlung von Stoffwechselprodukten zur Folge haben, um potentiell das Gesamtvolumen des Muskelgewebes zu steigern. Diese Art des Wachstums kommt durch Trainingseinheiten zustande, die der Trainingseinheit im letzten Beispiel ähneln.

Wie bereits erwähnt wurde, konzentriert sich diese Trainingseinheit auf eine myofibrillare Hypertrophie durch ein Wiederholungsschema mit niedrigeren Wiederholungsbereichen. Zusätzlich hierzu konnte ich bei meinen Klientinnen und mir selbst beobachten, dass das Bewegen schwerer Gewichte Anpassungen zur Folge hat, die sich auch auf das Training mit niedrigeren Gewichten und höheren Wiederholungszahlen übertragen werden. Nach einem Training mit schweren Gewichten kann ein Training mit leichteren Gewichten mental weniger fordernd sein und ein Training mit einem gegebenen Gewicht und mehr Wiederholungen kann sich leichter anfühlen.

Übung

Sätze

Pause

1. Kniebeugen

5

5

2:00

2. Beinpressen

5

5

2:00

3. Frontkniebeugen

3

4-6

1:30

4. Rumänisches Kreuzheben mit Kurzhanteln

3

4-6

1:30

5. Hüftadduktionsmaschine

3

10-12

1:00

6. Hüftabduktionsmaschine

3

10-12

1:00

 

Leg los

Wenn eines Deiner Ziele darin besteht, besser aussehende Beine zu bekommen, dann ist es an der Zeit, dass Du die Kontrolle über Deine Fortschritte übernimmst, indem Du bewährte Übungen verwendest, die Dir bessere und schnellere Resultate liefern können, als all diese Mainstream Trainingsstrategien, die von vielen Frauen aufgrund dümmlicher sozialer Normen und Fehlinformationen verwendet werden. Die Verwendung der oben beschriebenen Trainingseinheiten ist ein guter Ausgangspunkt, um Deinen Zielen einen Schritt näher zu kommen und den Körper aufzubauen, von dem Du schon immer geträumt hast.

https://www.muscleandstrength.com/articles/leg-training-women

Referenzen

  1. Schoenfeld, Brad J. "Is There a Minimum Intensity Threshold for Resistance Training-Induced Hypertrophic Adaptations?" Sports Med Sports Medicine (2013): 1279-288. Web. 22 Dec. 2015.
  2. "Test ID: TTFB." Mayo Clinic: Mayo Medical Laboratories. Web. 22 Dec. 2015. <http://www.mayomedicallaboratories.com/test-catalog/Clinical and Interpretive/83686>.
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8 Dinge, die Du nicht tun sollst ...die aber funktionieren
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Brich die Regeln, profitiere von den Zuwächsen

Wir haben einige erfolgreiche Sportler und Trainer nach Dingen gefragt, die den gängigen Regeln und Vorstellungen widersprechen und die für sie trotzdem gut funktioniert haben. Hier sind ihre Antworten:

Michael Warren – Kraftsporttrainer und Leistungsexperte

Ich trainiere gerne dieselbe Muskelgruppe zweimal täglich.

Wenn es um das Training geht, besteht die gängige Meinung darin, dass Du dem Muskel zwischen zwei Trainingseinheiten genügend Zeit geben musst, um sich zu regenerieren und viele sagen, dass Du denselben Muskel während der auf das Training folgenden 48 Stunden nicht erneut trainieren kannst.

Ich habe mit dieser Art des Trainings vor 6 bis 7 Jahren aus der Notwendigkeit heraus begonnen. Ich hatte einen recht hektischen Zeitplan mit Klienten und verfügte einfach nicht über genügend Zeit für eine vollständige Trainingseinheit. An den meisten Tagen hatte ich jedoch zweimal während eines kurzen Zeitfensters am Morgen und eines zweiten kurzen Zeitfensters am Abend Zeit, um kurz zu trainieren. Dies erlaubte mir zwei Trainingseinheiten von jeweils 45 Minuten Dauer pro Tag.

Ich experimentierte mit unterschiedlichen Trainingsmethoden und machte mit der hier beschriebenen Methode in zweierlei Hinsicht – wie ich mich während der Trainingseinheiten fühlte und welche Resultate ich erzielte – gute Fortschritte. Ich fand für mich heraus, dass ein Training von lediglich 30 bis 45 Minuten Dauer es mir erlaubte, fokussiert und intensiv zu trainieren. Die Pause zwischen den beiden Trainingseinheiten gab mir die Chance, meine Energiereserven wieder aufzufüllen und mich vor der zweiten Trainingseinheit neu zu fokussieren.

Meine Ansichten zu dieser Art des Trainings wurden bestärkt, als Charles Poliquin propagierte, dieselbe Muskelgruppe zweimal täglich zu trainieren. Indem ich auf diese Art und Weise trainiere, kann ich das Gesamtvolumen übertreffen, dass die Meisten innerhalb von einer Trainingseinheit absolvieren würden, was einen enormen Vorteil für den Masseaufbau darstellt. Ich habe außerdem für mich herausgefunden, dass meine Trainingsqualität überlegen ist.

Hier sind meine Richtlinien für ein solches Training:

  1. Trainiere dieselbe Muskelgruppe sowohl während der Trainingseinheit am Morgen und am Abend.
  2. Verändere das Trainingsprotokoll von der Trainingseinheit am Morgen zu der Trainingseinheit am Abend. Führe am Morgen Sätze mit weniger Wiederholungen (6 bis 8) aus und reduziere bei der Trainingseinheit am Abend die Gewichte und führe Sätze mit mehr Wiederholungen (12 bis 20) aus. Die zweite Trainingseinheit besteht aus mehr klassischen Bodybuildingstrategien: langsames Tempo, isometrisches Halten, Negativwiederholungen, absteigende Sätze, usw. Variiere die Übungen und den Stimulus von der morgendlichen zur abendlichen Trainingseinheit.
  3. Erhole Dich so gut wie möglich. Gib Dir 6 bis 8 Stunden Zeit zwischen den beiden Trainingseinheiten und achte darauf, dass Du zwischen den Trainingseinheiten Deinen Nährstoffbedarf deckst.
  4. Dies ist keine Methode, die Du für immer verwenden solltest. Du wirst Pausen einlegen müssen und alle 2 bis 4 Wochen zu einem Training mit einer Trainingseinheit pro Tag zurückkehren müssen.

Auch wenn diese Methode vielleicht nicht für jeden geeignet ist, handelt es sich doch um eine Methode, die als temporärer Trainingsblock verwendet werden kann, um ein Plateau zu überwinden und mehr Wachstum anzuregen.

 

Eric Bach – Kraftsporttrainer und Leistungsexperte

Ich bevorzuge schnellere Fettabbauansätze, aber die Regeln besagen, dass man es langsam angehen sollte

Der gesunde Menschenverstand und die allgemeine Meinung besagen, dass man Körperfett langsam abbauen sollte, um langfristig aufrecht erhaltbare Gewohnheiten aufzubauen, eine stoffwechseltechnische Anpassung zu verhindern und einen Muskelabbau zu bekämpfen. Aber ich denke aggressiver – 30 bis 45 Tage einer Fettabbauphase sind besser als der lange, langsame und kontinuierliche Ansatz. Hier sind die Gründe dafür:

  1. Du verlierst Deinen Schwung: Sich in einem Zustand des Kaloriendefizits zu befinden ist ein zusätzlicher Stressor in einer bereits zuvor stressigen Gesellschaft. Dies führt dazu, dass die meisten Menschen ihre Diät abbrechen, in endlosen Zyklen von Joj-Jo Diäten und schnellen Lösungsversuchen gefolgt von Fressgelagen und Schuldgefühlen stecken bleiben. Du kannst den Schwung und das menschliche Element nicht außen vor lassen, wenn es um den Fettabbau geht. Gehe das ganze für einen begrenzten Zeitraum mit maximaler Härte an und kehre dann zu einer einhaltbaren Aufrechterhaltungs- oder Masseaufbauphase über.
  2. An jedem Tag, an dem Du diätest, baust Du keine Muskeln auf. Es dauert sehr viel länger nennenswerte Mengen an Muskelmasse aufzubauen, als es dauert Fett zu verlieren. Und wenn Du ständig diätest, weil Du es einfach nicht schaffst die Diät zu finden, die Du auch längerfristig durchhalten kannst, dann wirst Du im Teufelskreis des Jo-Jo Diätens steckenbleiben.

Konzentriere Dich voll und ganz auf einen maximalen Fettabbau. Ja, es wird brutal werden und Du wirst hungrig sein. Lebe damit und gehe danach zurück zum Muskelaufbauprozess. Es wird nicht nur leichter sein, Muskeln ohne Fett aufzubauen, sondern auf lange Sicht gesehen wird Dir mehr fettfreie Muskelmasse auch eine Art „Diätpuffer“ liefern, da Du über eine höhere Stoffwechselrate und eine gesteigerte Fähigkeit Nahrung als Muskelglykogen zu speichern verfügen wirst.

Wie kannst Du also eine aggressive Fettabbaudiät zusammenstellen? Als erstes solltest Du weiterhin so hart trainieren, wie Du trainierst, wenn Du Kraft aufbaust. Der primäre Fettabbau kommt durch die Ernährungsumstellung zustande, aber Du kannst für einen zusätzlichen Fettabbau auch ein oder zwei zusätzliche Konditionstrainingseinheiten einplanen oder jeden Morgen mit einem straffen Spaziergang oder etwas Ähnlichem beginnen.

Was Deine Diät angeht haben wissenschaftliche Untersuchungen gezeigt, dass ein Kaloriendefizit im Bereich von 20 bis 25% ausreicht, um den Fettabbau zu maximieren, ohne hierbei Leistungsfähigkeit oder fettfreie Muskelmasse zu beeinträchtigen. Halte Deine Proteinzufuhr oberhalb von 2 Gramm pro Kilo Körpergewicht, um Deine fettfreie Muskelmasse aufrecht zu erhalten und halte Deine Fettzufuhr bei über 20% Deiner Gesamtkalorienzufuhr, um zu starke Schwankungen Deiner Hormonspiegel zu verhindern.

Hier ist ein Beispiel dafür, wie der Diätplan für einen 90 Kilo schweren Mann aussehen könnte:

  • Erhaltungskalorien: Körpergewicht x 31 = 2800 kcal
  • Aggressives Defizit: 2800 x 0,75 = 2100 kcal
  • Protein: 200 Gramm (800 kcal)
  • Kohlenhydrate: 200 Gramm (800 kcal)
  • Fett: 2100 - 800 - 800 = 500 kcal, was 55 Gramm Fett entspricht.

Ein 90 Kilo schwerer Mann würde also etwa 200 Gramm Protein, 200 Gramm Kohlenhydrate und 55 Gramm Fett pro Tag essen. Konzentriere Dich als erstes darauf, Deine Kalorienmenge einzuhalten, als zweites darauf, Deine Proteinmenge zu erreichen und isst dann Kohlenhydrate und Fette basierend auf Deinem bevorzugten Ernährungsstil. Mit diesem Ansatz hast Du einen aggressiven Plan für den Fettabbau, einen kurzfristigen Plan, um Deinen Schwung aufrecht zu erhalten und das Ende in Sichtweite, um Dir dabei zu helfen konsistent zu bleiben.

 

Aaron Fick – Kraftsporttrainer

Ich plane niemals eine Entladewoche. Du weißt schon, diese Wochen, während Du leicht trainieren und eine Woche lang Deine Intensität reduzieren sollst.

Entladewochen sind verschwendete Trainingswochen. Wenn Du stärker wirst, das Training läuft gut und Du kannst jede Woche Zuwächse verzeichnen – warum also diesen Prozess absichtlich zum Stillstand bringen?

Wenn Du hingegen Deinen Körper jede Woche so hart forderst, dass Du eine Entladewoche einlegen musst, dann musst Du wahrscheinlich etwas zurückstecken und damit aufhören, Deinen Körper während drei Wochen pro Monat regelrecht umzubringen.

Dir selbst zu sagen, dass Du absichtlich die Gewichte reduzieren und die Dinge leichter angehen wirst, ist eine vergiftete Einstellung. Es ist ein Ausrede dafür, halbherzig zu trainieren.

Anstatt eine Entladewoche einzuplanen, solltest Du damit beginnen Variationen der Grundübungen in Dein Trainingsprogramm einzubauen, die per Definition mit weniger Gewichten ausgeführt werden. Probiere Frontkniebeugen, Kniebeugen ohne Gewichthebergürtel oder Kniebeugen mit Pause anstelle von regulären Kniebeugen aus. Oder führe enges Bankdrücken, Bankdrücken mit Pause oder Schrägbankdrücken anstelle von Flachbankdrücken aus. Gib Power Cleans anstelle von Kreuzheben eine Chance. Dies zu tun stellt sicher, dass die Qualität der Anstrengung da ist, aber das ultra schwere Gewicht ist nicht kontinuierlich da, um Dein Nervensystem oder den Rest Deines Körper regelrecht zu frittieren.

 

Christian Thibaudeau – Kraftsporttrainer und Leistungsexperte

Ich führe gerne explosives Training nach Kraft- und/oder Bodybuildingtraining aus, was man ja eigentlich nicht tun sollte.

Eines der ersten Dinge, das wir in Kinesiologie Kursen über das Programmdesign lernen ist, dass Übungen mit den höchsten neurologischen Anforderungen während einer Trainingseinheit zuerst ausgeführt werden sollen, wenn das Nervensystem noch frisch ist. Diese auszuführen potenziert außerdem den Rest der Trainingseinheit.

Und ich stimme dem auch zu. Aber die Ausführung des explosiven Trainings nach dem restlichen Training hat mir und mehreren anderen Athleten, mit denen ich arbeite, hervorragende Resultate beschert. Es klingt völlig unlogisch, aber es funktioniert – insbesondere bei Individuen, die bereits von Natur aus explosiv sind. Warum? Ich habe 2 Erklärungen hierfür (und der wahre Grund ist wahrscheinlich eine Kombination von beiden:

1. Wenn Du grundlegende Kraftübungen (wie Bankdrücken und Kniebeugen) mit einem moderaten Gewicht ausführst und dieses mit maximaler Beschleunigung bewegst, dann musst Du das Gewicht abbremsen, bevor Du das obere Ende des Bewegungsraumes erreichst, da Du ansonsten Deine Gelenke stark belastest.

Und je mehr Beschleunigung Du vom Start an produzieren kannst, desto früher musst Du abbremsen. Es ist so, wie wenn Du ein Auto fährst und eine Mauer in 100 Meter Entfernung siehst. Wenn Du mit 30 km/h fährst, dann wirst Du hiervon nicht gestresst werden – Du kannst Dir Zeit nehmen und kurz vor dem Hindernis bremsen. Wenn Du jedoch 180 km/h fährst, musst Du sehr viel früher bremsen. Dasselbe gilt bei einem Training mit Gewichten.

Wenn Deine Muskeln bereits vor dem explosiven Training erschöpft wurden, dann kannst Du nicht so viel initiale Beschleunigung produzieren und kannst somit das Gewicht schneller beschleunigen. Dies trainiert Dein Nervensystem darauf, dazu in der Lage zu sein, an Punkten im Bewegungsraum zu beschleunigen, wo es normalerweise abbremsen würde. An dieser Stelle sollte angemerkt werden, dass ein Geschwindigkeitstraining gegen den Widerstand von elastischen Bändern dieselbe Wirkung hat – die Bänder erlauben es Dir weiter zu versuchen zu beschleunigen, da sie Dich abbremsen.

2. Die Ausführung von explosivem Training konzentriert sich primär auf die schnell kontrahierenden Muskelfasern. Wenn diese erschöpft sind, dann ist es normalerweise schwer, diese zu stimulieren und Dein Körper wird sich mehr auf die mittelschnell kontrahierenden Fasern verlassen. Die Ausführung von explosivem Training könnte Deinen Körper hingegen dazu zwingen, weiterhin die schnell kontrahierenden Fasern zu verwenden und diese hierdurch noch weiter erschöpfen.

Ich verwende bei CrossFit Athleten eine ähnliche Strategie. Ich lasse sie ihr Reißen oder ihr Stoßen nach Kniebeugen und Kreuzheben ausführen. Sie führen zwei Phasen aus und in der letzten Phase kehren sie die Reihenfolge um. Alle konnten ernsthafte Zuwächse bei ihren Übungen beobachten. Einer konnte sein Gewicht beim Reißen von 245 Pfund auf 295 Pfund und beim Stoßen von 315 Pfund auf 375 Pfund steigern. Natürlich ist das ein extremes Beispiel, aber alle berichteten von soliden Zuwächsen durch diesen unlogischen Ansatz.

 

Tom MacCormick – Personal Trainer und Online Trainer

Training auf eine unausgewogene oder nicht symmetrische Art und Weise und dies funktioniert für mich hervorragend

Du hörst oft, dass Du auf ein Gleichgewicht von Druck- zu Zugübungen und von Oberkörper- zu Unterkörperübungen achten musst, wenn Du eine ausgewogene Körperentwicklung erreichen möchtest. Ich stimme hier nicht zu. Dieser Ratschlag ist gut für Anfänger, aber nicht für fortgeschrittenere Trainierende.

Wenn Du mit dem Training anfängst, ist alles klein und schwach. In diesem Fall ist alles gleichmäßig zu trainieren eine gute Option. Wenn Du muskulöser und stärker wirst, werden jedoch bestimmte Muskeln besser auf Dein Training ansprechen, während andere in ihrer Entwicklung zurückhängen werden. Wenn Du weiterhin auf ausgewogene Art und Weise trainierst, dann wirst Du dieses Problem weiter verschlimmern.

Bestimmte Muskeln, die bestimmte Übungen dominieren, werden andere übertreffen und Ungleichgewichte verstärken. Deine vorderen Schultermuskeln und Deine Trizeps könnten z.B. die Stimulierung Deiner Brustmuskeln beim Bankdrücken minimieren. Dieses Problem wird sich zu einem Teufelskreis entwickeln und Deine Körperentwicklung wird zunehmend unproportional werden.

Wenn Du einmal einen brauchbaren Grad an Muskulosität erreicht hast, musst Du um eine Symmetrie zu erreichen asymmetrisch trainieren. Meine Bizeps und Schultern wachsen z.B. nicht gut, wenn sie einfach nur mit Brust und Rücken trainiert werden. Ich trainiere sie häufiger, was ein höheres Gesamtvolumen ermöglicht. Während Brust und Rücken zweimal wöchentlich trainiert werden, trainiere ich meine hinteren Schultermuskeln, meine seitlichen Schultermuskeln und meine Bizeps viermal wöchentlich.

Diesen Ansatz zu befolgen hat sich für mich ausgezahlt und es ermöglicht, dass meine Schultern und Arme im Vergleich zu meiner Brust und meinem Rücken aufholen konnten.

 

Mark Dugdale – IFBB Pro Bodybuilder

Ich tue drei “falsche” Dinge.

Dies sind die ersten beiden: Ich führe kein Cardiotraining aus aber ich betreibe Hot Yoga.

Du würdest so etwas typischerweise nicht mit einem Mann in Verbindung bringen, der sich auf einen Profi Bodybuildingwettkamp vorbereitet. Und wenn Du ein Wettkampfathlet bist, würde sich wahrscheinlich keines von beidem im Wettkampfvorbereitungsprogramm Deines Trainers befinden.

Die noch gravierendere „falsche“ Sache, die ich gerne tu ist jedoch die Kalorien in der finalen Phase auf unter 1700 kcal pro Tag zu senken, um absolut definiert zu werden.

Die meisten Menschen würden sagen, dass dies viel zu katabol ist, aber das richtige Timing diese Kalorien macht einen großen Unterschied. Der größte Teil meiner Nahrungszufuhr stammt aus dem Trainingszeitfenster, so dass die Muskeln ausreichend unterstützt werden. Meine Kalorienzufuhr so stark zu senken trägt dazu bei, dass ich kein Cardio ausführen muss. Über die Ernährung definiert zu werden neigt meiner persönlichen Erfahrung zufolge dazu, besser bei der Aufrechterhaltung der Muskeln zu helfen, als mit Hilfe von Cardio abzunehmen.

Ja, eine ultra niedrige Kalorienzufuhr über Monate in Folge ist ein perfektes Rezept für einen Muskelabbau, aber wenn Dein Körper auf eine Fettverbrennung vorbereitet ist und Du die Nahrungsfettquellen reduzierst, dann ist Dein Körper dazu in der Lage, auf das gespeicherte Fett zurückzugreifen, dass Deine Muskeln verdeckt.

Ich esse während der Diät eine Menge Mandeln und während der letzten Wochen lasse ich diese vollständig weg. Mein Körper sucht nach dem Nahrungsfett und wird es nicht finden. Das Resultat ist, dass ich leide und dass mein Körper das letzte bisschen Fett verbrennt, das die meisten Wettkampfathleten nicht loswerden können. Das Endergebnis ist ein extrem definierter Körper.

 

Paul Carter – Kraftsporttrainer und Bodybuildingtrainer

Ich verwende häufig ein Training mit extrem niedrigen Volumen und hoher Intensität. Der Grund dafür, dass dies „falsch“ ist, besteht darin, dass wissenschaftliche Untersuchungen darauf hin zu deuten scheinen, dass das Volumen der mit Abstand wichtigste Faktor ist, wenn es um den Muskelaufbau geht.

Als ich 18 Jahre alt war, wog ich bereits 100 Kilo (und ja, das war alles natural) und hatte erst vier Jahre zuvor mit dem Training begonnen. Wenn Du mich fragen würdest, wie mein Training damals aussah, dann müsste ich zugeben, dass es sehr Bro-Science und Anti-Science lastig war: 1 bis 2 Arbeitssätze pro Übung, Training an vier Tagen pro Woche und jede Muskelgruppe wurde einmal wöchentlich direkt trainiert.

Mein Fokus lag auf einer progressiven Überlastung und dem Ausführen von mehr Wiederholungen mit einem bestimmten Gewicht von Woche zu Woche. Ich hatte eine erstaunlich einfache Methode, wenn es um die Auswahl der Wiederholungszahlen und das Setzen von Zielen ging: Wähle ein Gewicht, mit dem Du 8 Wiederholungen ausführen kannst und bleibe bei diesem Gewicht, bis Du 12 Wiederholungen schaffst. Sobald Du mit diesem Gewicht 12 Wiederholungen ausführen kannst, erhöhst Du das Gewicht.

Das war alles. Jede Woche arbeitete ich bei diesen zwei Arbeitssätzen hart (wenn es einen zweiten Satz gab, dann reduzierte ich das Gewicht um 10 bis 15% und ging bis zum Muskelversagen) und tat mein Bestes, meine Leistungen aus der Vorwoche zu übertreffen.

Wenn Du Dich bei den wissenschaftlichen Studien auf dem Laufenden hältst, dann werden diese Dir sagen, dass ich im Vergleich zu einem Training, bei dem jede Muskelgruppe zweimal wöchentlich mit sehr viel mehr Volumen trainiert wird, ineffizient trainiert habe. Durch Trial and Error bin ich jedoch immer wieder zu diesem Training zurückgekommen, weil es funktioniert hat. Irgendwann habe ich erkannt, dass echte Anstrengung sehr oft die Ausführung einer großen Menge an halbherziger Arbeit übertrumpft.

 

Chris Colucci – T Nation Forum Direktor

Ich esse zwei Mahlzeiten pro Tag

Ein seit langem bestehendes Ernährungsprinzip besagt, dass Du alle 2 bis 3 Stunden kleine Mahlzeiten essen musst, um den „stoffwechseltechnischen Ofen“ auf Hochtouren zu halten“, stabile Insulinspiegel aufrecht zu erhalten und den Hunger zu kontrollieren – was insbesondere dann gilt, wenn Du die Kalorien reduzierst. Das einzige Problem besteht hierbei, dass dies nicht alles valide Aussagen sind, das dies keine Vorzüge sind, die nur bei multiplen Mahlzeiten zum Tragen kommen und dass – was noch wichtiger ist – alle 120 Minuten zu essen nicht gerade besonders praktisch ist.

Auch wenn einige Leute regelmäßige kleine Mahlzeiten für den Aufbau von Muskeln und einen Abbau von Körperfett verwendet haben, ist dieser Ansatz nicht zwingend notwendig und Du gefährdest keine Deiner Resultate, wenn Du bei einem grundlegenderen Ansatz mit weniger Mahlzeiten pro Tag bleibst. Jeder Trainer, der diese Bezeichnung verdient, wird Dir sagen, dass das am perfektesten zusammengestellte Trainingsprogramm und die perfekteste Ernährung nutzlos sind, wenn der Klient diese nicht befolgt. Für nicht gerade an Wettkämpfen teilnehmende Trainierende, die 5 bis 6 Stunden pro Woche im Fitnessstudio trainieren, ist der Zeitaufwand für Planung, Zubereitung und Verzehr von regelmäßigen Mahlzeiten alle 2 bis 3 Stunden im besten Fall unpraktisch und im schlimmsten Fall im wahrsten Sinn des Wortes Zeitverschwendung.

Probiere Folgendes aus, wenn Du das nächste Mal auf der Arbeit bist: Stelle Deinen Handywecker so ein, dass er alle zweieinhalb Stunden klingelt und höre wenn dieser klingelt, sofort mit allem auf, was Du tust, schließe Deine Augen und sage das Alphabet auf (natürlich nur in Gedanken, so dass Du nicht wie ein geisteskranker wirkst) und gehe danach zurück an die Arbeit.

Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass diese 30 Sekunden Unterbrechungen recht schnell recht nervig werden – insbesondere, wenn Du Dich gerade mitten in einem detailorientierten Projekt oder in einem Meeting befindest oder wenn Du andere Dinge tust, die Deiner vollen Aufmerksamkeit bedürfen. Das ist ein kleiner Vorgeschmack davon, wie störend und unnötig der Ansatz mit kleinen regelmäßigen Mahlzeiten ist.

Stattdessen bleibe ich bei einem Frühstück am späten Vormittag – meist mit ganzen Eiern, Obst, Gemüse und Reis/Toast/Bagel/Kartoffeln – und einem Abendessen am frühen Abend – meist Fleisch, Gemüse und irgendwelche Kohlenhydrate. Ich trinke außerdem einen Proteinshake vor und während meiner Trainingseinheiten, was in mein „Essfenster“ fällt, da ich ein paar Stunden vor dem Abendessen trainiere.

Hierbei handelt es sich nicht um Intermittent Fasting, wenn man nicht gerade eine sehr großzügige Definition dieses Ansatzes verwendet, aber dieser Ansatz erlaubt es mir den Tag zu überstehen, ohne mentale oder körperliche Energie darauf zu verwenden, die Uhr zu kontrollieren, mir Nahrung zu schnappen, den Arbeitsfluss zu unterbrechen, um zu essen und Nahrung wie einen Punkt auf einer länglichen To-Do Liste zu behandeln.

Die einzige wirkliche Besonderheit an diesem Ansatz ist, dass ich jeden Abend direkt vor dem Zubettgehen, ein paar Stunden nach dem Abendessen einen Proteinshake zu mir nehme, um einen Aminosäureschub zu bekommen und den nächtlichen Regenerations- und Wachstumsprozess einzuleiten. Wenn wir diesen 120 kcal Proteinshake als eigenständige Mahlzeit zählen, dann komme ich technisch gesehen auf 3 Mahlzeiten pro Tag... was immer noch das ist, was erfolgreiche Kraftsportler für über ein Jahrhundert ohne Probleme getan haben.

https://www.t-nation.com/training/8-things-youre-not-supposed-to-do-that-work

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6 Lektionen, die Du vom “Master Blaster” alias Joe Weider lernen kannst
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Joe Weider, alias "The Master Blaster," ist einer der kontroverseren Charaktere im Bodybuilding und Fitness Bereich. Doch egal ob Du ihn liebst oder hasst, kannst Du seinen extremen Einfluss darauf, wie Trainierende überall auf der Welt trainieren, nicht verneinen.

Joe hat die so genannten Weider Prinzipien – eine Sammlung von Richtlinien und Methoden, um Bodybuildern dabei zu helfen, ihr maximales Potential auszuschöpfen - populär gemacht. Auch wenn diese Richtlinien als Bro-Science abgetan werden, stellt sich heraus, dass viele von diesen durch solide wissenschaftliche Untersuchungen unterstützt werden. Hier sind sechs unserer Lieblingsprinzipien.

1 – Instinktives Training

Das Instinktprinzip diktiert, dass die Trainingsintensität darauf basieren sollte, wie Du Dich während einer gegebenen Trainingseinheit fühlst. Im Grunde genommen verwendest Du eine Kombination aus Erfahrung und Instinkt, um Dich bei Deinen täglichen Trainingseinheiten leiten zu lassen.

Dies hilft dabei die Tatsache zu adressieren, das äußere Faktoren wie Schlafschema, Ernährung, Beziehungsprobleme, Stress und Schmerzen Deine Fähigkeit auf täglicher Basis auf einem maximalen Level zu trainieren, signifikant beeinflussen können.

Neuere Untersuchungen scheinen einen instinktiven Trainingsansatz zu unterstützen. In wissenschaftlichen Kreisen wird diese Strategie als „autoregulatorisches Training“ bezeichnet und wissenschaftliche Untersuchungen haben dessen Anwendbarkeit in unterschiedlichen flexiblen Periodisierungsmodellen bewertet.

Im Rahmen einer Studie (McNamara et al., 2010) wurden 16 Anfänger im Bereich des Widerstandstrainings in zwei unterschiedliche Widerstandstrainingsgruppen eingeteilt. Alle Probanden verwendeten dasselbe Trainingsvolumen und dieselben Wiederholungsschemata (10RM, 15RM, und 20RM) zweimal wöchentlich, wobei eine Gruppe dieses Trainingsprogramm auf eine vorgegebene Art und Weise ausführte, während es den Probanden der anderen Gruppe erlaubt wurde, basierend darauf, wie sie sich fühlten, selbst zu entscheiden, wann sie ihre Trainingseinheiten ausführen wollten.

Am Ende der 12 Wochen Trainingsphase hatten die Probanden, denen es erlaubt war, instinktiv zu trainieren, ihre Kraft beim Beinpressen um 62 Kilo gesteigert, während die Probanden der Kontrollgruppe ihre Kraft nur um 16 steigern konnten.

Trotz dieser eindrucksvollen Resultate mit Trainingsanfängern, ist ein instinktives Training besser für weiter fortgeschrittene Trainierende geeignet. Um optimale Resultate zu erzielen, musst Du Dich mit Deinem mentalen, körperlichen und emotionalen Zustand im Einklang befinden und wissen, wie diese Faktoren Deine Trainingskapazität beeinflussen.

Dieses Wissen entwickelt sich im Lauf der Zeit durch Trainingserfahrung. Ein Anfänger kennt sich mit den Nuancen des Trainings einfach noch nicht gut genug aus, um seine tägliche Kapazität für maximale Leistungen akkurat abzuschätzen, was zu weniger als optimalen Resultaten führen kann.

Es ist außerdem wichtig zu verstehen, dass ein instinktives Training auch seine Nachteile hat. Wenn Du nicht gerade hoch motiviert bist, zu trainieren, kann es verlockend sein, der Faulheit nachzugeben. Die flexible Natur dieser Strategie liefert eine vorgefertigte Ausrede, die Dinge selbst dann locker anzugehen, wenn Du Dich gut fühlst.

Du musst also ehrlich zu Dir selbst sein. Wenn Du der Typ von Trainierendem bist, der feste Regeln braucht, um auf der Spur zu bleiben, dann könnte ein mehr traditionelles Periodisierungsprogramm die bessere Option für Dich darstellen.

Auf der anderen Seite kannst Du dies auch nicht ins andere Extrem treiben und denken, dass es in Ordnung ist, Dich zu allem zu zwingen, was nicht gerade in Knochenbrüchen und Muskelabrissen resultieren wird. Erinnere Dich daran, dass der Körper eine adäquate Erholung benötigt, um seine Ressourcen zu regenerieren. Andernfalls wirst Du schnell einen Zustand des Übertrainings erreichen und Deine Fortschritte werden zum Stillstand kommen.

Du solltest also unabhängig von subjektiven Gefühlen sicherstellen, dass Du regelmäßige Entladephasen in Dein Trainingsprogramm integrierst.

2 – Kontinuierliche Spannung

Das Prinzip der kontinuierlichen Spannung besagt, dass Muskeln auf wünschenswerte Art und Weise reagieren, wenn Sie unter kontinuierliche Spannung ohne Ruhephasen während der Wiederholung gesetzt werden. Eine Aufrechterhaltung kontinuierlicher Spannung kann auf mehreren Wegen erreicht werden:

  1. Durch den Verzicht auf Pausen im Bewegungsablauf am höchsten oder tiefsten Punkt der Bewegung.
  2. Indem Du den oberen Bereich des Bewegungsraumes bei bestimmten Übungen meidest.
  3. Durch eine Minimierung des Schwungs (exzessiver Schwung kann eine deutliche Entschleunigungsphase im oberen Bereich der Bewegung zur Folge haben, die durch eine reduzierte Muskelaktivierung charakterisiert wird).

Wie sich herausstellt unterstützen wissenschaftliche Untersuchungen, dass ein Training mit kontinuierlicher Spannung einen potenten Stimulus für eine Muskelhypertrophie liefern kann, was selbst dann der Fall ist, wenn relativ leichte Gewichte verwendet werden (Tanimoto et al., 2008). Die wahren Vorzüge hinter diesem Prinzip haben wahrscheinlich weniger mit reduziertem Schwung und mehr mit einer akuten Restriktion der Durchblutung des arbeitenden Muskels zu tun.

Wiederholte Muskelkontraktionen bewirken eine Kompression der Blutgefäße, wodurch der Zufluss und Abfluss von Blut während des Trainings beeinträchtigt wird, was ein hypoxisches intramuskulares Umfeld generiert. Es gibt Hinweise darauf, dass der Hypoxie Effekt eine Hypertrophiereaktion vermittelt, die möglicherweise durch eine Ansammlung von Stoffwechselprodukten und eine Reduzierung, die mit einem solchen Training in Verbindung gebracht werden, zustande kommt.

Man glaubt, dass diese Faktoren in Kombination das Muskelwachstum durch unterschiedliche Mechanismen steigern, zu denen unter anderem eine gesteigerte Muskelfaserrekrutierung, eine akute Erhöhung der Spiegel anaboler Hormone, Veränderungen im Bereich der Myokine, eine Produktion reaktiver Sauerstoffspezies und/oder ein Anschwellen der Muskelzellen (Pump) gehören.

Hier ist unsere Meinung hierzu. Wenn Du die großen Grundübungen wie Kniebeugen, Kreuzheben, Bankdrücken und Klimmzüge ausführst, solltest Du Dich auf das Bewegen schwerer Gewichte, die Verwendung einer guten Form und das Aufstellen neuer persönlicher Bestleistungen konzentrieren. Pausiere ruhig am höchsten oder tiefsten Punkt der Bewegung, falls dies notwendig ist, nutze einen gesteigerten Schwung zu Deinem Vorteil, wenn dies angemessen ist und stelle sicher, dass Du tief nach unten und bis ganz nach oben gehst (verwende den vollen Bewegungsraum).

Bei gezielteren Übungen kannst Du hingegen die Verwendung des Prinzips der kontinuierlichen Spannung in Betracht ziehen. Stelle Dir einen Kloben vor, der sich kontinuierlich ohne Ruhephasen nach oben und unten bewegt – so sollten Deine Wiederholungen aussehen.

Für viele Übungen ist ein weiteres Weider Prinzip, das als Prinzip der Teilwiederholungen bekannt ist, gut mit dem Prinzip der kontinuierlichen Spannung kombinierbar, da es bei einigen Übungen zu einem vollständigen Abfall des Gelenkdrehmoments und der Muskelaktivierung in der Zielregion kommt.

Der obere Bereich von fliegenden Bewegungen für die Brust oder Kurzhantel Überzügen setzt die Zielmuskulatur nicht unter adäquate Spannung. Aus diesem Grund könnten Teilwiederholungen, die sich auf die unteren zwei Drittel des Bewegungsraumes beschränken, für diese Übungen ideal sein, da sie eine konsistentere Spannung in den Zielmuskeln erlauben.

Wenn Du Übungen wie fliegende Bewegungen für die Brust, Überzüge, Hip Thrusts und bestimmte Arten von Curls und Trizepsübungen ausführst, solltest Du Dich darauf konzentrieren, eine kontinuierliche Spannung im Zielmuskel aufrecht zu erhalten. Verlasse Dich nicht auf Schwung, fürchte Dich nicht davor, den Bewegungsraum zu begrenzen und kontrahiere Deine Muskeln ganz einfach hart gegen den Widerstand.

3 – Muskelpriorität

Das Muskelprioritätsprinzip besagt, dass Du Deine Schwachpunkte während Deiner Trainingseinheiten zuerst trainieren sollst. Weider begründete dies damit, dass da zu diesem Zeitpunkt Deine Energiespiegel am höchsten sind und Dein mentaler Fokus am stärksten ausgeprägt ist, ein Priorisierungstraining es Dir erlauben wird, bei den Muskeln, die es am dringendsten benötigen, eine höhere Intensität und größere Anstrengungen zu verwenden.

Auch wenn dieses Prinzip der allgemeinen Ansicht widerspricht, dass große Muskelgruppen vor kleineren Muskelgruppen trainiert werden sollten, scheinen aktuelle Untersuchungen Weiders Hypothese zu unterstützen.

Studien zeigen konsistent, das Kraftzuwächse bei Übungen, die früher während einer Trainingseinheit ausgeführt werden, signifikant höher als Kraftzuwächse bei am Ende einer Trainingseinheit ausgeführten Übungen ausfallen (Simao et al., 2010; Dias et al., 2010).

Im Rahmen eines aktuellen Studienreviews kamen Wissenschaftler zu der Schlussfolgerung, dass es, was die Magnitude der Kraftzuwächse im Verlauf einer Trainingseinheit angeht, von Vorteil ist die Übungsreihenfolge basierend darauf zu strukturieren, welche Muskeln den größten Bedarf an Verbesserungen aufweisen – und zwar unabhängig davon, ob dies Übungen für große oder kleine Muskelgruppen betrifft (Simão et al. 2012).

Fazit: Wenn Deine Bizeps bezüglich ihrer Entwicklung hinter Deinen Trizeps zurückhängen, dann solltest Du nicht zögern, Deine Trainingseinheit mit einer Variante von Curls zu beginnen. Und wenn Deine Beine wie umgedrehte Bowling Pins aussehen, dann solltest Du Dein Training auf jeden Fall mit Wadenheben beginnen.

Viele Bodybuilder führen eine Schrägbankübung als erstes während ihrer Brusttrainingseinheit aus und trainieren am Schultertag ihre hinteren Schultermuskeln vor schweren drückenden Bewegungen. Bleibe nicht blind beim „die schwersten Mehrgelenksübungen zuerst“ Mantra, wenn Du ein Ungleichgewicht in Deiner Muskelentwicklung hast. Wenn Du eine merkliche Kraft- oder Muskeldiskrepanz aufweist, dann priorisiere das schwache Glied in der Kette, indem Du es gleich zu Beginn trainierst.

4 – Durchblutungsprinzip

Das Durchblutungsprinzip umfasst das Training einer Muskelgruppe mit multiplen Übungen innerhalb von einer Trainingseinheit. Die Idee besteht darin, den arbeitenden Muskel mit Blut zu überfluten, so dass die Nährstoffzufuhr maximiert wird, um eine optimale Remodellierung der Muskelfasern zu fördern. Mit anderen Worten ausgedrückt bedeutet dies „Trainiere für einen Pump.“

Es ist jedoch fraglich, ob die gesteigerte Nährstoffzufuhr durch eine gesteigerte Durchblutung die Remodellierung des Muskels beeinflusst, doch das mit dieser Art des Trainings in Verbindung stehende zellulare Anschwellen durch wiederholte Phasen einer reaktiven Hyperämie (Blutfülle) könnte sehr wohl hypertrophische Adaptionen fördern.

Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen konsistent, dass eine hydrierte Zelle die Synthese von Protein steigert, während gleichzeitig ein Proteinabbau gehemmt wird (Haussinger et al. 1994; Ritz et al., 2003). Diese Effekte werden durch Sensoren in den Muskelfasern vermittelt, die auf eine Erhöhung des Zellvolumens durch die Initiierung anaboler Prozesse als Maßnahme zur Verstärkung der Ultrastruktur der Muskelzelle reagieren (Low et al., 1997). Das Resultat hiervon ist eine bessere Muskelentwicklung.

Hier ist unser Ansatz. Progressive Überlastung ist von entscheidender Bedeutung. Du musst sicherstellen, dass Du bei den großen Grundübungen im Lauf der Zeit stärker wirst. Wenn Du jedoch Deine schweren Grundübungen des Tages ausgeführt hast, solltest Du definitiv die Auswahl von ein paar Übungen in Betracht ziehen, die so viel Blut wie möglich in den Zielmuskel pumpen – was insbesondere dann gilt, wenn Hypertrophie Dein primäres Ziel ist.

Jeder gute Kraftsportler lernt intuitiv, wie er Blut in seine Muskeln pumpen kann und diese Strategie scheint die jedem Trainierenden etwas anders zu funktionieren. Einige führen gerne hohe Wiederholungszahlen von Liegestützen oder Dips über den vollen Bewegungsraum im Supersatz mit fliegenden Bewegungen oder Kabelzügen über Kreuz aus, um ihre Brustmuskeln aufzupumpen, während andere auf „Schulter Blaster“ schwören, die aus multiplen Dreifachsätzen bestehend aus 10 Wiederholungen Seitheben vorgebeugt für die hinteren Schultermuskeln, direkt gefolgt von 10 Wiederholungen Seitheben, direkt gefolgt von 10 Wiederholungen Frontheben bestehen, um ihre Schultermuskeln aufzupumpen.

Für den Gluteus können multiple Sätze Hip-Thrusts mit sehr kurzen Pausen die gewünschte Wirkung besitzen. Es könnte auch eine bestimmte Maschine in Deinem Fitnessstudio geben, die einen ernsthaften Pump in einem bestimmten Muskel hervorruft.

Lerne, mit welchen Methoden Du den besten Pump in einer gegebenen Muskelgruppe erreichen kannst und stelle sicher, diese am Ende Deiner Trainingseinheit einzubauen, nachdem Du ein paar schwere Übungen ausgeführt hast, die sich auf eine progressive Überlastung konzentriert haben.

5 – Muskelkonfusion

Das Muskelkonfusionsprinzip besagt, dass die Übungsauswahl im Lauf der Zeit kontinuierlich variiert werden sollte. Weider war der Ansicht, dass ein solcher Ansatz die Muskelentwicklung maximiert, da er es dem neuromuskularen System nicht erlaubt, sich an eine gegebene Übung anzupassen. Infolgedessen wird Dein Körper kontinuierlich durch neue Stressoren gefordert, wodurch ein gesteigertes Wachstum angeregt wird.

Ein Problem bei der wiederholten Ausführung desselben Trainingsprogramms tagein tagaus besteht darin, dass es die trainingsinduzierten Muskelbeschädigungen durch den so genannten „Repeated Bout Effect“ reduziert. Auch wenn exzessive Muskelgewebsbeschädigungen Dein Training beeinträchtigen können, deuten wissenschaftliche Untersuchungen darauf hin, dass es eine Art idealen Punkt gibt, an dem eine moderate Menge an trainingsinduzierten Muskelbeschädigungen eine Superkompensationsreaktion potenziert, welche letztendlich das Muskelwachstum steigert (Schoenfeld, 2012).

Man glaubt, dass der hypertrophische Effekt trainingsinduzierter Muskelbeschädigungen durch unterschiedliche Myokine vermittelt wird, welche Wachstumsfaktoren darstellen, die eine akute anabole Wirkung innerhalb des Muskels hervorrufen. Trainingsinduzierte Muskelbeschädigungen steigern außerdem die Aktivierung von Satellitenzellen, welche die Muskelreparatur unterstützen und den Muskelfasern zusätzliche Zellkerne spenden, so dass mehr Muskelproteine synthetisiert werden können. Die Ausführung einer Auswahl unterschiedlicher Übungen reduziert den erwähnten „Repeated Bout Effekt“, so dass diese Reaktionen maximiert werden.

Eine Veränderung der Übungen hilft außerdem dabei, eine vollständige Stimulation aller Muskelfasern in einem gegebenen Muskel sicherzustellen. Im Gegensatz zu dem, was einige glauben, kontrahieren Muskeln nicht notwendigerweise über die gesamte Länge der Muskelfaser. Stattdessen ist die Mehrzahl der Muskeln in eines oder mehrere Faserbänder unterteilt, die intrafaszikulär enden und somit getrennte Bereiche innerhalb des Muskels schaffen (Heron & Richmond, 1993).

Diese Bereiche werden häufig durch unterschiedliche Nervenzweige aktiviert, was darauf hinweist, dass Teile eines Muskels abhängig von der ausgeführten Übung eine stärkere Muskelaktivierung als andere Teile zeigen werden (Wickiewicz et al., 1983; Woodley & Mercer, 2005).

Der lange und der kurze Muskelkopf des Bizeps brachii zeigen z.B. architektonische Unterbereiche, die durch eigene Nervenzweige des primären Neurons angesteuert werden (Segal et al., 2001). Die Folge hiervon ist, dass eine Ellenbogenflexion auf motorische Einheiten im seitlichen Bereich des langen Muskelkopfes abzielt und eine Auswärtsdrehung auf motorische Einheiten im zentralen Bereich abzielt (ter Haar Romeny et al., 1982; ter Haar Romeny et al., 1984).

Darüber hinaus zeigt der kurze Muskelkopf eine stärkere Muskelaktivität im letzten Teil eines Armcurls (d.h. eine stärkere Ellenbogenflexion), während der lange Muskelkopf in der frühen Phase der Bewegung aktiver ist (Brown et al., 1993). Wie Du siehst, ist Abwechslung eine gute Sache, was die Muskelhypertrophie angeht!

Bevor Du jetzt denkst, dass P90X der Schlüssel zum Muskelaufbau Nirvana ist, solltest Du verstehen, dass Du in Erwartung optimaler Zuwächse nicht einfach einen Mischmasch von nicht miteinander in Verbindung stehenden Bewegungen zum Zweck der Abwechslung zusammenstellen kannst. Stattdessen besteht die Grundidee darin, Dein Trainingsprogramm so zu gestalten, dass das Training systematisch aus unterschiedlichen Winkeln und auf unterschiedlichen Bewegungsebenen ausgeführt wird.

Du solltest hierbei berücksichtigen, wie unterschiedliche Übungen aus anatomischer Sicht miteinander interagieren. Eine Kombination aus sowohl masseaufbauenden Mehrgelenksübungen und gezielten Isolationsübungen wird eine symmetrische Muskelentwicklung genauso synergistisch beeinflussen, wie dies ein Training mit multiplen Modalitäten (d.h. Langhanteln, Kurzhanteln, Kabelzügen, usw.) tun wird.

Fazit ist, dass wenn Du im Lauf der Zeit bei den großen, grundlegenden Bewegungsschemata nicht stärker wirst, sich Deine Muskelform wahrscheinlich nicht viel verändern wird. Du kannst die Brustmuskeln aus jedem möglichen Winkel mit jeder vorstellbaren Übung trainieren - wenn Du weiterhin nur 3 Sätze Bankdrücken mit 60 Kilo und 10 Wiederholungen ausführst, wird Deine Muskelentwicklung wahrscheinlich mangelhaft sein.

Aus diesem Grund solltest Du eine Vielfalt von Übungen verwenden, aber gleichzeitig sicherstellen, dass Du immer Variationen von Kniebeugen, Kreuzheben und Drücken ausführst. Es gibt tausende von Veränderungen, die Du bei diesen Übungen vornehmen kannst, um Deine Muskeln zu „verwirren“, während Du gleichzeitig bei den besten Bewegungsschemata bleibst.

Um z.B. beim Bankdrücken mehr Abwechslung zu ereichen, könntest Du konventionelles Bankdrücken, Bankdrücken mit engem Griff, Board Presses, Floor Presses, Bankdrücken im Rack, Schrägbankdrücken oder Bankdrücken auf der reversen Schrägbank ausführen. Viele dieser Übungen können auch mit Kurzhanteln ausgeführt werden und Du kannst außerdem Satz- und Wiederholungsschemata verändern. Variiere Deine Trainingseinheiten auf intelligente Art und Weise, aber weiche nie zu sehr von bewährten Methoden ab.

6 – Abfälschen

Das Prinzip des Abfälschens besagt, dass ein Abfälschen, um ein etwas schwereres Gewicht zu verwenden oder am Ende eines Satzes ein paar weitere Wiederholungen zu erzwingen, aus Sicht des Hypertrophietrainings Sinn macht.

Viele online Diskussionen darüber, ob Abfälschen während der Übungsausführung sinnvoll ist, sind zu endlosen Debatten ausgeartet. Brandneue Untersuchungen haben einen näheren Blick auf dieses Thema geworfen und es konnte gezeigt werden, dass es einen idealen Punkt für technische Form und den hieraus folgenden Gelenkdrehmomenterfordernissen und dem Hypertrophie Stimulus bei der Ausführung von Seitheben gibt (Arandjelović, published ahead of print).

Die Autoren der Studie machen folgende Aussage:

“Eine moderate Erhöhung der Last und eine Verwendung von Schwung erlauben eine weitere Erhöhung des Drehmoments. Im Gegensatz hierzu resultiert eine exzessive Verwendung von Schwung in geringeren Anforderungen an die Zielmuskeln, während eine exzessive Erhöhung der Last den Gesamthypertrophiestimulus aufgrund der reduzierten Anzahl an Wiederholungen, die erfolgreich ausgeführt werden können, und der hieraus resultierenden dramatisch verkürzten Zeit unter Spannung, reduziert.“

Hier ist unsere Empfehlung. Du solltest nicht abfälschen oder exzessiven Schwung verwenden, wenn Du Übungen mit einem inhärenten Risiko für die Gelenke wie Kniebeugen, Kreuzheben oder Schulterdrücken stehend ausführst. Bestimmte Übungen wie Langhantelcurls und Seitheben sind jedoch gut für die Verwendung von etwas Schwung oder ein Abfälschen geeignet. Fälsche jedoch nicht zu stark ab oder Du reduzierst die Last auf dem Zielmuskel und setzt Deinen Körper einem erhöhten Verletzungsrisiko aus.

Fazit

Joe brachte uns den IFBB, er begründete den Mr. Olympia Wettkampf, er brachte Arnold nach Amerika und er stellte die Weider Prinzipien zusammen. Wir glauben, dass alle Trainierende und Bodybuilder gut beraten wären, diese Prinzipien kennen zu lernen und diese basierend auf spezifischen Trainingszielen in der Praxis zu verwenden. Auch wenn sie bereits vor Jahrzehnten zusammengestellt wurden, bestätigen neue Untersuchungen ihren Wert als brauchbare Trainingsstrategien.

Vom Bret Contreras, Brad Schoenfeld,

https://www.t-nation.com/training/6-lessons-learned-from-the-master-blaster

 

Referenzen

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