Training

F: Einer Deiner Kollegen im Bereich der Fitnessindustrie spricht über tonische und phasische Muskeln. Was ist der Unterschied und wie würde dies mein Trainingsprogramm beeinflussen?
A: Diese Terminologie ist recht veraltet. Sie stammt ursprünglich aus den siebziger Jahren und wir inzwischen als zu sehr vereinfachend angesehen, wenn man berücksichtigt, dass es eine große Bandbreite an individuellen Unterschieden bezüglich der Muskelfaserzusammensetzung gibt. Worauf sich mein Kollege eigentlich bezieht ist das angenommene Verhältnis zwischen schnell kontrahierenden und langsam kontrahierenden Muskelfasern pro Muskelgruppe.
Ich spreche vom „angenommenen Verhältnis“, da ich z.B. vor einiger Zeit die relative Kraft von zwei Weltklassesportlern getestet habe – einem Hammerwerfer und einem Eisschnellläufer. Beide hielten zu diesem Zeitpunkt einen Weltrekord in ihrer jeweiligen Disziplin. Der Hammerwerfer konnte mit seinen Nackenstreckern lediglich 3 Wiederholungen mit 85% seines Maximalgewichts ausführen, während der Eisschnellläufer über 200 Wiederholungen mit demselben Prozentsatz seines 1RM Gewichts schaffte. Natürlich war der Hammerwerfer sehr viel stärker als der Eisschnellläufer. Es ist selbsterklärend, das diese physiologischen Profile einer der Hauptgründe dafür waren, dass diese Sportler sich für ihre entsprechenden Disziplinen entschieden haben.
Auch wenn ein spezifischer Muskel einer Person als phasisch oder tonisch angesehen wird, kann es also offensichtlich sein, dass eine solche Kategorisierung nicht die tatsächliche Muskelfaserzusammensetzung dieses Muskels widerspiegelt.
Tonische Muskeln, wie man sie früher bezeichnet hat, sind Muskeln, die dafür bekannt sind, dass sie einen höheren Anteil langsam kontrahierender Muskelfasern aufweisen. Sie sind deshalb besser für Ausdaueraktivitäten geeignet. Ein Muskel mit einem hohen Prozentsatz langsam kontrahierender Fasern bedarf in der Regel einer höheren Anzahl an Wiederholungen. Der Soleus – einer der beiden großen Wadenmuskelköpfe – enthält z.B. etwa 88% langsam kontrahierende Fasern, weshalb ein Wiederholungsbereich von 15 bis 25 Wiederholungen benötigt werden kann, um diesem Muskel ausreichend Zeit unter Spannung zu geben, um einen Stimulus für eine Hypertrophie zu erreichen.
Der Soleus wird außerdem als Teil der Antigravitationsmuskelkette angesehen. Diese Muskeln sind aktiv, wenn Du Dich in einer stehenden Position befindest. Wenn sie nicht aktiv wären, wärst Du nicht dazu in der Lage aufrecht dazustehen. Verständlicherweise müssen diese Muskeln häufig über einen längeren Zeitraum eine isometrische Spannung aufrecht erhalten.
Phasische Muskeln weisen einen höheren Anteil schnell kontrahierender Fasern auf und werden primär für explosive Aktivitäten verwendet. Muskeln, die in diese Kategorie fallen, sind die Beinbeuger und der Gastrocnemius (der andere Muskelkopf der Waden). Diese illustriert das Wolfesche Gesetz der Physiologie:
„Struktur diktiert Funktion.“
Als Faustregel gilt, dass die relative Kraftausdauer eines Muskels umso geringer ausfällt, je höher der Anteil der schnell kontrahierenden Fasern ist. Mit anderen Worten ausgedrückt, kann der Muskel umso weniger Wiederholungen mit einem gegebenen Prozentsatz des Maximalgewichts ausführen, je höher der Anteil schnell kontrahierender Fasern ausfällt. Deshalb werden Muskeln, die mehr schnell kontrahierende Fasern umfassen, normalerweise mit niedrigeren Wiederholungszahlen, mehr Sätzen und kurzen Pausen (ein bis drei Sekunden) zwischen den Sätzen trainiert.
Da es reichlich empirische Hinweise und wissenschaftliche Untersuchungen gibt, die darauf hindeuten, dass die Entwicklung von maximaler Kraft am besten durch die Verwendung von Gewichten erreicht werden kann, die 70 bis 100% des Maximalgewichts entsprechen, ist es essentiell, die exakte Anzahl an Wiederholungen zu bestimmen, die innerhalb dieses Bereichs ausgeführt werden soll. Für Individuen, die über mehr schnell kontrahierende Muskelfasern verfügen, liegt der Wiederholungsbereich für optimale Kraftzuwächse bei 1 bis 6 Wiederholungen, während andere Individuen Zuwächse in einem Bereich von 1 bis 12 Wiederholungen erzielen.
F: Ich habe während der Pause bei einem Trainingsseminar mitbekommen, wie sich zwei Kraftsporttrainer über ein Training mit wellenförmiger Last und wie gut dieses funktioniert hat, unterhalten haben. Um was handelt es sich hierbei genau?
A: Ein Training mit wellenförmiger Last basiert auf dem Prinzip der Post-Tetanic Facilitation. Trainierende werden die erste Welle als die Schwerste empfinden, während die folgenden Wellen leichter erscheinen.
Das folgende 3-2-1 Programm mit wellenförmiger Last, welches hervorragend für Sportler ist, die nach einer größeren relativen Kraft streben, ist als ein Beispiel für einen Trainierenden gedacht, der Frontkniebeugen mit 300 Pfund ausführen kann:
Welle 1
1) Drei Wiederholungen mit 270 Pfund
2) Vier Minuten Pause
3) Zwei Wiederholungen mit 285 Pfund
4) Vier Minuten Pause
5) Eine Wiederholung mit 300 Pfund
Welle 2
6) Vier Minuten Pause
7) Drei Wiederholungen mit 272.5 Pfund
8) Vier Minuten Pause
9) Zwei Wiederholungen mit 287.5 Pfund
10) Vier Minuten Pause
11) Eine Wiederholung mit 302.5 Pfund
Bei erfolgreicher Ausführung weiter mit Welle 3.
Welle 3
12) Vier Minuten Pause
13) Drei Wiederholungen mit 275 Pfund
14) Vier Minuten Pause
15) Zwei Wiederholungen mit 290 Pfund
16) Vier Minuten Pause
17) Eine Wiederholung mit 305 Pfund
Bei erfolgreicher Ausführung weiter mit Welle 4.
Welle 4
18) Vier Minuten Pause
19) Drei Wiederholungen mit 277.5 Pfund
20) Vier Minuten Pause
21) Zwei Wiederholungen mit 292.5 Pfund
22) Vier Minuten Pause
23) Eine Wiederholung mit 307.5 Pfund
Anmerkung: Die meisten Trainierenden werden zwei Wellen – und an einem außergewöhnlich guten Tag vielleicht auch eine dritte Welle – ausführen, aber es bedarf für wirklich genetisch gesegnete Sportler vier Wellen, um ihr maximales Potential für den Tag zu erreichen.
Das folgende 7-5-3 Programm mit wellenförmiger Last (dass für Sportler geeignet ist, die eine Gewichtsklasse aufsteigen möchten) ist ein Beispiel für einen Trainierenden, der 350 Pfund auf der Schrägbank drücken kann:
Welle 1
1) Sieben Wiederholungen mit 280 Pfund
2) Vier Minuten Pause
3) Fünf Wiederholungen mit 295 Pfund
4) Vier Minuten Pause
5) Drei Wiederholungen mit 315 Pfund
Welle 2
6) Vier Minuten Pause
7) Sieben Wiederholungen mit 282.5 Pfund
8) Vier Minuten Pause
9) Fünf Wiederholungen mit 297.5 Pfund
10) Vier Minuten Pause
11) Drei Wiederholungen mit 317.5 Pfund
Anmerkung: Unabhängig vom Kraftprofil des Sportlers werden zwei Wellen in dieser Intensitätszone ausreichend sein.
Probiere es aus und schaue, ob Du es magst.
F: Macht es unter Berücksichtigung der Tatsache, dass diese Übung die Stabilisatoren nicht trainiert überhaupt Sinn, Butterflys auszuführen?
A: Als jemand, der sich nicht für funktionale Kraft interessiert (wie z.B. ein Bodybuilder), kannst Du Butterflys als Quelle für etwas Abwechslung sporadisch verwenden.
Du solltest jedoch sicherstellen, dass die Maschine, die Du verwendest, eine Art Pedal hat, das es Dir erlaubt, das Gewicht nach oben zu drücken, um Deine Arme in eine vorgedehnte Position für die Übungsausführung zu bringen. Wenn Du die Übung ausführst, solltest Du außerdem sicherstellen, dass Deine Handflächen während der Übungsausführung Richtung Boden zeigen. Wenn Du die standardmäßige Version dieser Übung mit zueinander hinzeigenden Handflächen ausführst, werden sich Deine oberen Extremitäten in einer nach außen rotierten Position befinden, was Deinem Gehirn das Signal gibt, den Pec major Muskel – einen der internen Rotatoren des Oberarmknochens – zu aktivieren. Dies resultiert in einer schlechten Rekrutierung der eigentlichen Zielmuskeln.
F: In einem Deiner Bücher hast Du einarmige Klimmzüge erwähnt. Ist dies lediglich eine Angeberübung oder hat sie auch irgendeinen Wert für einen Bodybuilder? Und was ist mit einarmigen Liegestützen? Gilt für diese dasselbe?
A: Einarmige Klimmzüge sind nicht wirklich eine Angeberübung und es gibt nur sehr wenige Menschen, die überhaupt davon träumen können, diese Übung auszuführen. Man schätzt, dass nur einer von 100.000 Trainierenden über das genetische Potential verfügt auch nur einen einzigen einarmigen Klimmzug ausführen zu können. Die Sportler, die dazu in der Lage sind mehrere einarmige Klimmzüge auszuführen sind meist Turner oder Bergsteiger/Freeclimber.
Ein Bodyguard einer meiner Klienten, der gleichzeitig auch ein passionierter Bergsteiger war, konnte einen einarmigen Klimmzug mit einer konzentrischen Phase von 20 Sekunden Dauer und einer exzentrischen Phase von 20 Sekunden Dauer ausführen. Fast noch eindrucksvoller war, dass er sich hierbei lediglich mit dem Mittelfinger an der Stange festhielt.
Ein anderer Bergsteiger, der für unser Ski Nationalteam arbeitete, führte einmal vor meinen Augen 23 einarmige Klimmzüge aus, während er sich mit einer Hand an einem Sprungbrett eines trockengelegten Schwimmbeckens festhielt.
Beide dieser Sportler waren jedoch recht dünn und hatten keine außergewöhnlich muskulösen Arme. Sie verfügten jedoch ganz offensichtlich über außergewöhnliche Fähigkeiten zur Rekrutierung ihrer motorischen Einheiten. Die direkten Anwendungen einarmiger Klimmzüge sind also aufgrund der genetischen Faktoren sehr begrenzt. Darüber hinaus wäre diese Übung für den durchschnittlichen Bodybuilder noch schwerer, da sein Körper im Allgemeinen deutlich massiver und damit auch schwerer als der Körper eines durchschnittlichen Bergsteigers oder Turners ist.
Einarmige Liegestütze sind für den durchschnittlichen Trainierenden hingegen sehr viel leichter erreichbar, da sie sehr viel weniger Kraft benötigen. Selbst Sylvester Stallone schafft sie...
Eine eindrucksvollere Variante einarmiger Liegestütze besteht darin, während der Ausführung nur den entgegengesetzten Fuß auf dem Boden zu lassen. Wenn Du einarmige Liegestütze mit der rechten Hand ausführst, streckst Du Deinen linken Arm vor dem Körper nach vorne und hebst Deinen rechten Fuß ein paar Zentimeter vom Boden an.
Was ich an dieser weiter fortgeschrittenen Form von einarmigen Liegestützen mag ist, dass sie einen deutlich größeren Bewegungsraum als die klassische Rocky Version umfassen und dass Du außerdem eine größere Menge an motorischen Einheiten aktivieren musst, um Dich zu stabilisieren.
F: Was ist die beste Zeit des Tages, um zu trainieren? Ich habe einmal etwas darüber gelesen, dass man morgens trainieren sollte, da zu dieser Tageszeit die natürlichen Wachstumshormonspiegel angeblich höher ausfallen sollen. Ich habe dies probiert, aber meine Leistungen während des Trainings waren miserabel. Andere sagen, dass man im Lauf des Nachmittages trainieren sollte. Was ist Deine Meinung?
A: Dies ist ein klassischer Fall davon, dass sich die Leute nur einen Faktor ansehen und all ihre Entscheidungen auf diesem Faktor basieren. Was die Wachstumshormonspiegel betrifft, wird dies etwas überbewertet. Auch in die Sauna zu gehen erhöht die Wachstumshormonspiegel – und selbiges gilt auch für niedrige Temperaturen. Ich wundere mich eigentlich, dass Ellington Darden oder Joe Weider nicht bereits so etwas wie ein Temperatur-Kontrastprinzip vorgestellt haben, bei dem Du Kniebeugen in der Sauna im Supersatz mit Beincurls im Kühlraum ausführst.
Laut einiger begrenzter Untersuchungen – von denen die meisten vom deutschen Kraftsportphysiologen Hettinger ausgeführt wurden – scheint die beste Zeit für ein Training 3 bis 11 Stunden nach dem Aufwachen zu sein – natürlich unter der Annahme, dass Du immer zur selben Zeit aufwachst.
Aber meiner persönlichen Erfahrung nach, kannst Du Dich darauf trainieren, zu jeder Zeit des Tages optimale Trainingseinheiten ausführen zu können, so lange Du diszipliniert genug bist, immer zur selben Zeit zu trainieren. Im Sommer, wenn ich am meisten Arbeit habe, trainiere ich um 23 Uhr. Es dauert jedoch etwa eineinhalb Wochen, bis ich mich daran gewöhnt habe. Im Herbst bevorzuge ich es, um 10 Uhr morgens zu trainieren.
Unabhängig hiervon solltest Du bezüglich Deiner Trainingszeit nicht zu pedantisch sein. Mein Zeitplan ändert sich im Herbst und im Winter häufig und ich habe trotzdem immer gute Trainingseinheiten, so lange mein Blutzuckerspiegel normal oder leicht erhöht ist. Ich weiß, wo die 24 Stunden Fitnessstudios in jeder Stadt sind. Ich habe schon Arme um 1 Uhr morgens trainiert und ich bin auch schon um 3 Uhr morgens aufgestanden, um ein Beintraining im Golds Gym in Las Vegas um 5 Uhr morgens zu „genießen“, da ich ab 7 Uhr einen vollen Zeitplan hatte.
Das wichtigste ist ein akkurates Trainingslog zu führen und Deine vorhergehenden Leistungen zu übertreffen. Der Rest ist irrelevant. Seminarteilnehmer fragen mich oft, ob sie mit mir trainieren können und wenn es sich nicht gerade um völlige Idioten oder Nervensägen handelt, sage ich ihnen, dass sie mich um 23 Uhr im Kraftraum treffen können. Hieran erkenne ich, wie wichtig es ihnen ist, mit mir zu trainieren. Zu ihrer Überraschung haben sie eine hervorragende Trainingseinheit und die Tageszeit spielt keine große Rolle, solange sie die richtige mentale Einstellung haben.
Viele Trainierende erzielen keine Fortschritte, da sie alle Arten von Ausreden verwenden. Du kannst von Zuwächsen im Fitnessstudio träumen oder Du kannst wach bleiben und tatsächlich Zuwächse erzielen.
F: Was hältst Du von diesen seltsam aussehenden Schuhen, die angeblich Deine vertikale Sprunghöhe vergrößern sollen? Es gibt ja einige Modelle auf dem Markt. Sind diese ihr Geld wert?
A: Diese Schuhe sind genau genommen Kopien von einer Entwicklung eines spanischen Hochspringers aus den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts. Er war seiner Zeit voraus und hatte herausgefunden, dass eine Erhöhung des vorderen Teils des Schuhs eine schnellere und stärkere Dehnung der Fußgelenksextensoren generiert und hierdurch bessere Sprungleistungen ermöglicht.
Infolgedessen konnte er all seine Gegner deklassieren, als er diese Schuhe erstmals bei einem Wettkampf verwendete. Da diese in keinem Regelbuch behandelt wurden, konnte er sie verwenden. Am Ende des Wettkampfs setzten sich die Offiziellen jedoch zusammen und diese Schuhe wurden offiziell bei Wettkämpfen verboten.
Basierend auf den Untersuchungen, die ich gesehen habe, erlauben diese Schuhe dem Benutzer nur dann eine größere Springhöhe, wenn er diese trägt. Ein Training mit diesen Schuhen scheint auch über einen längeren Zeitraum gesehen die plyometrischen Fähigkeiten im Vergleich zu einem Training mit konventionellen Schuhen nicht zu verbessern.
Du kannst Dir das Geld für diese Schuhe also sparen. Deine Waden werden stärker wachsen, wenn Du das Geld in nahrhafte Nahrungsmittel oder qualitativ hochwertige Supplements investierst.
F: Bei der Ausführung von Power Cleans und Kreuzheben pausieren einige Trainierende am tiefsten Punkt der Bewegung und atmen zwischen den Wiederholungen ein paar Mal tief ein und aus, während andere das Gewicht kaum den Boden berühren lassen – genau genommen lassen sie das Gewicht sogar vom Boden abprallen, um eine Unterstützung beim erneuten Angeben zu bekommen. Verwenden Letztere einfach nur eine schlechte Form oder ist dies eine weitere Variation dieser Übungen?
A: Ich bevorzuge die erste Technik, bei der die Stange vor der nächsten konzentrischen Phase kurz auf dem Boden pausiert, weil diese die hintere Muskelkette besser überlädt. Diejenigen, die den Ansatz mit einem Abprallen des Gewichts vom Boden verwenden, tun dies für gewöhnlich deshalb, weil sie einen schwachen unteren Rücken haben.
Ein kurzes Pausieren bietet selbst dann, wenn das Gewicht niedriger als beim zweiten Ansatz ausfällt, einen besseren Stimulus, da es Dich bei jeder Wiederholung dazu zwingt, die Massenträgheit zu überwinden. Und zu guter Letzt stellt ein Pausieren zwischen den Wiederholungen einen viel sichereren Ansatz für die Wirbelsäule dar.
Bleibe beim vollen Bewegungsraum und pausiere zwischen den Wiederholungen. Du wirst durch bessere Kraftzuwächsen und eine gesunde Wirbelsäule belohnt werden.
F: In Deinen Büchern erwähnst Du, wenn es um ein Training des oberen Rückens geht, Langhantelrudern nur selten. Sicher, die meisten Trainierenden führen diese Übung nicht korrekt aus, aber ist dies ein Grund dafür, eine hervorragende Übung zu ignorieren?
A: Der Grund dafür, dass ich Langhantelrudern in diesem Zusammenhang nicht erwähne ist, dass ich nicht der Meinung bin, dass es sich hierbei um eine hervorragende Übung für den oberen Rücken handelt – selbst dann nicht, wenn sie korrekt ausgeführt wird. Warum? Weil zu viel neuronaler Antrieb auf eine Kontraktion der Muskeln verwendet wird, die an der Aufrechterhaltung der korrekten Körperposition für diese Übung beteiligt sind. Der Körper und der Geist arbeiten auf Hochtouren, da sie die Rückenstrecker, den Gluteus und die Beinbeuger gleichzeitig aktivieren müssen – und zwar in einem solchen Umfang, dass das Level der Muskelrekrutierung, das letztendlich für den Latissimus übrig bleibt, zu minimal ist, um es wert zu sein.
Das ist der Grund dafür, dass ich lieber bei Variationen von einarmigen Ruderübungen bleiben würde. Ich kann bereits die „Funktionalisten“ hören, die argumentieren „Was ist mit der Funktion? Dies ist eine Primärübung.“ Meine Antwort hierauf ist folgende: Warum die hintere Muskelkette übertrainieren, wenn Du bei den Lastparametern für Kniebeugen und Kreuzheben einen guten Job gemacht hast?
Quelle: https://www.t-nation.com/training/question-of-strength-28, https://www.t-nation.com/training/question-of-strength-29, https://www.t-nation.com/training/question-of-strength-30
Von Charles Poliquin

Übungen vs. Methoden
Anfänger denken nur an Übungen. Fortgeschrittene Trainierende denken mehr an Methoden, Techniken und Prinzipien. Eine Wiederholung ist nicht gleich eine Wiederholung. Ein Satz ist nicht gleich ein Satz. Wie wird die Wiederholung ausgeführt? Wie sind die Sätze angeordnet? Wie wird das Gewicht manipuliert? Wie sieht die Bewegungsgeschwindigkeit aus und welche Kontraktionsmethode wird verwendet?
Die Antworten auf diese Fragen können den Unterschied zwischen kontinuierlichen Zuwächsen und einer Stagnation der Zuwächse ausmachen. Schaue über die Übungen hinaus und zünde neue Fortschritte. Probiere diese Trainingsmethoden aus.
1 – Die 40 Wiederholungen Methode
Um kontinuierlich weitere Fortschritte zu erzielen, musst Du Deinen Körper auf eine Art und Weise fordern, die ihn dazu zwingt, sich anzupassen und muskulöser oder stärker zu werden. Um dies zu erreichen, wird der durchschnittliche Trainierende im Fitnessstudio die Übungen verändern oder einfach nur versuchen, mehr Gewicht auf die Stange zu packen. Beide Methoden haben ihre Berechtigung, aber es sind noch weitere Hilfsmittel verfügbar, zu denen auch folgende Methode gehört.
Wenn die meisten Menschen an Sätze und Wiederholungen denken, dann denken sie an „3 Sätze a 10 Wiederholungen oder etwas Ähnliches. Probiere stattdessen Folgendes aus: Wähle eine bestimmte Anzahl an Wiederholungen als Gesamtanzahl von Wiederholungen für eine Übung, wie z.B. 40. Das sind keine 40 Wiederholungen pro Satz, sondern 40 Wiederholungen für eine bestimmte Übung – egal wie viele Sätze Du hierfür brauchst. In der Tat solltest Du das Zählen der Sätze ganz vergessen.
Das erste was Du tun musst, ist ein Gewicht für eine Übung zu wählen. Um dies zu tun, musst Du Dein Maxialgewicht für 8 Wiederholungen (8RM Gewicht) herausfinden. Das ist das Gewicht, das Du für alle Wiederholungen dieser Übung verwenden wirst. Wenn Du beim ersten Satz mehr als 8 Wiederholungen schaffst, dann ist das Gewicht zu leicht. Wenn Du beim ersten Satz weniger als 8 Wiederholungen schaffst, dann ist das Gewicht zu schwer. So einfach ist das.
Mit dem gewählten Gewicht versuchst Du dann 40 Gesamtwiederholungen bei dieser Übung auszuführen – egal wie viele Sätze hierfür notwendig sind Du verwendest bei allen Sätzen dasselbe Gewicht und zählst nur die Wiederholungen und nicht die Sätze. Während Deine Muskeln ermüden, wirst Du nicht mehr dazu in der Lage sein, dieselbe Anzahl an Wiederholungen pro Satz auszuführen, was jedoch völlig in Ordnung ist, da es nur um die Gesamtzahl der Wiederholungen pro Übung geht.
Hier ist ein Beispiel:
Übung: Trizepsdrücken am Kabel
- Wiederholungen: 40 insgesamt
- Gewicht: 8RM für den ersten Satz
- Sätze: die Anzahl spielt keine Rolle
- Pausen: Etwa 45 Sekunden zwischen den Sätzen
Beispiel:
- Satz 1: 8 Wiederholungen
- Satz 2: 8 Wiederholungen
- Satz 3: 6 Wiederholungen
- Satz 4: 5 Wiederholungen
- Satz 5: 4 Wiederholungen
- Satz 6: 4 Wiederholungen
- Satz 7: 3 Wiederholungen
- Satz 8: 2 Wiederholungen
- Gesamtwiederholungen: 40
Vergleiche dies mit 3 x 10. Du hast MEHR Wiederholungen unter Verwendung eines SCHWEREREN Gewichts ausgeführt.
Erinnere Dich daran, dass Obiges lediglich ein Beispiel ist. Du könntest auch dazu in der Lage sein, alle 40 Wiederholungen innerhalb von 6 oder 7 Sätzen auszuführen. Oder es könnte auch 10 Sätze lag dauern, wobei Du am Ende bei Einzelwiederholungen ankommen könntest. All dies wird funktionieren, so lange Du die Regeln bezüglich Gewicht und Pausen zwischen den Sätzen befolgst.
Du pausierst nur 45 Sekunden zwischen den Sätzen und Du beginnst mit Deinem 8RM Gewicht, wobei jeder Satz bis zum Muskelversagen ausgeführt wird. Wenn Du bei jedem Satz 8 Wiederholungen ausführen kannst, dann hast Du entweder mit einem zu leichten Gewicht begonnen oder Du hast länger als 45 Sekunden zwischen den Sätzen pausiert. Stelle sicher, dass Du ein echtes 8RM Gewicht beim ersten Satz verwendest und die Richtlinien bezüglich der Pausenintervalle befolgst.
2 – 100 Wiederholungen Beinpressen an jedem Trainingstag
Beginne jede Trainingseinheit mit 100 Wiederholungen an der Beinpresse. Und das nicht nur am Beintag, sondern an jedem einzelnen Trainingstag und sogar am Brusttag.
Verwende hierbei ein sehr leichtes Gewicht. Es könnte sogar sein, dass Du mit dem leeren Gewichtsschlitten beginnen musst. Versuche alle 100 Wiederholungen am Stück auszuführen. Verwende ein moderates Tempo. Führe die Bewegungen nicht zu langsam, aber auch nicht super schnell aus. Rhythmische Wiederholungen sind das, was wir bei dieser Übung wollen. Du kannst kurze Pausen einlegen, aber idealerweise sollte dies ohne ein Einhängen des Gewichtsschlittens geschehen. Pausiere einfach am höchsten Punkt der Bewegung mit gestreckten Beinen.
Im Grunde genommen dient dieser Satz als Aufwärmen für jede einzelne Trainingseinheit, die Du ausführst. Du kannst das Gewicht schrittweise erhöhen, aber 100 schwere Wiederholungen auszuführen ist nicht das Ziel. Das Ziel besteht ganz einfach darin, das Blut zum Fließen zu bringen und Dich aufzupumpen. Wenn Du dies tust, dann werden Deine Beine ihr Aussehen innerhalb von wenigen Wochen völlig verändern – und Du brauchst hierfür lediglich ein paar Minuten Zeit pro Trainingseinheit.
Wie funktioniert diese Methode?
Im Lauf der Zeit wird die Anzahl der Kapillare, die Deine Beine durchlaufen, zunehmen: Dein Unterkörper wird eine gesteigerte Vaskularität erreichen und es wird einfacher werden, Nährstoffe und Aminosäuren zu diesen Muskeln zu transportieren. Dies fördert sowohl die Regeneration, als auch das Muskelwachstum.
Es wird Dir außerdem dabei helfen, Dich während Deiner Unterkörpertrainingseinheiten zwischen den Sätzen schneller zu erholen, da mehr Kapillaren gleichbedeutend mit einem gesteigerten Sauerstofftransport zu den Muskeln und einem effizienteren Abtransport von Milchsäure zwischen den Sätzen ist.
Bei Frauen ist dies darüber hinaus gut für den Fettabbau. Frauen neigen dazu, im Beeich des Unterkörpers eine geringere Kapillardichte und einen weniger effizienten Blutfluss aufzuweisen. Dies ist einer der Gründe dafür, dass es für Frauen schwerer ist, einen super schlanken Unterkörper zu entwickeln. Eine gesteigerte Vaskularisierung macht es einfacher Fett in dieser Region zu mobilisieren, was den ersten Schritt auf dem Weg zu einem schlankeren Unterkörper darstellt.
Die Ausführung von Beinpressen mit hohen Wiederholungszahlen wird dieses Problem lösen. Es wird etwas Zeit brauchen, um diese neuen Kapillaren aufzubauen, aber sobald diese Anpassungen stattgefunden haben, werden sie es Dir leichter machen, schlanke Beine zu bekommen.
Bonus Vorzug: Alleine die Tatsache, dass Du Deine Beine häufiger verwendest wird Dich besser darin machen, diese Muskeln zu rekrutierten. Dies wird eine Stimulation während schwerer Trainingseinheiten fördern.
3 – Das Prinzip der ersten Spannung
“Wenn Du Deine Bizeps aufbauen willst, dann musst Du Deine Fähigkeit verbessern, diese Muskeln zu rekrutieren und zu kontrahieren.” hat ein erfahrener Kraftsporttrainer einmal gesagt.
Und wenn es um die Bizeps geht, wird sich darauf zu konzentrieren, diese stak zu machen, es häufig schwieriger machen, diese auch zum Wachsen zu bringen. Mit schweren Gewichten zu trainieren, kann die Spannung in den Bizeps während des Trainings reduzieren. Bewusst intensive Kontraktionen des Zielmuskels zu erreichen, ist sehr viel schwerer, wenn Du schwere Gewichte verwendest.
Wenn Du also versuchst in ihrer Entwicklung zurückhängende Bizeps auf den Stand des restlichen Körpers zu bringen, ist das erste, an dem Du arbeiten musst, eine maximale Spannung zu generieren, um die Geist-Muskel Verbindung zu optimieren. Die Zeit, die Du hierfür verwendest, wird eine Investition für jedes Bizepstraining sein, das Du in Zukunft ausführen wirst.
Führe während der nächsten vier Wochen jede Wiederholung Deines Bizepstrainings wie folgt aus:
- Spanne, bevor Du überhaupt damit beginnst, das Gewicht zu bewegen, Deine Bizeps hart an, als ob Du eine Bizepspose ausführen wolltest. Dies ist das „Prinzip der ersten Spannung“ – der Muskel, der als erster hart kontrahiert wird, ist der Muskel, der während des Satzes die meiste Stimulation erhalten wird
- Verwende beim Anheben und Absenken des Gewichts ein langsameres Tempo – etwa 3 Sekunden für Anheben und Absenken. Dies wird es Dir erlauben, Dein Bizeps während jedes Zentimeters einer jeden Bewegung so hart wie möglich anzuspannen. Wenn Du die Bewegungen schneller ausführst, ist es schwerer, den Muskel maximal unter Spannung zu halten. Während der Abwärtsbewegung solltest Du Deine Bizeps weiterhin hart anspannen und eine möglichst hohe Spannung aufrechterhalten.
Die Vorzüge
Dies ist der beste Weg wirklich gut darin zu werden, Deine Bizeps zu rekrutieren und zu kontrahieren und Du wirst Dein Nervensystem hierauf programmieren, was zukünftiges schwereres Bizepstraining effektiver machen wird.
Dies regt ein Muskelwachstum über eine Akkumulation von Wachstumsfaktoren und eine mTOR Aktivierung an, aber es kommt gleichzeitig zu nur sehr geringen Muskelbeschädigungen – falls dies überhaupt geschieht. Deshalb kannst – und solltest – Du diesen Typ von Bizepstraining mehrmals wöchentlich ausführen – am besten drei- bis viermal pro Woche.
Erinnere Dich daran, dass die Frequenz des Trainings der Schlüssel zum motorischen Lernen ist. Sobald Du einige Zeit damit verbracht hast, Deine Bizeps auf diese Art und Weise zu trainieren, wirst Du dazu in der Lage sein, zu schwerem Training überzugehen – doch jetzt wird die Spannung auf den Bizeps verbleiben, weil Du Deine Kapazität verbessert hast, die Muskeln zu rekrutieren und sie unter Spannung zu halten.
4 – Die Muskelfasermanipulationsmethode
Ein Weg Deine Muskeln wirklich zum Wachsen zu bringen, besteht darin, diese hartnäckigen Typ II Muskelfasern zu rekrutieren. Das Problem? Du musst zuerst Deine Muskelfasern vom Typ I vollständig erschöpfen. Erst dann kannst Du auf die Muskelfasern vom Typ II zurückgreifen.
Das zweite Problem? Die meisten Menschen schaffen es niemals diese Muskelfasern zu rekrutieren und ihr Muskelwachstum stagniert.
Hier ist das, was Du tun kannst: Bevor Du mit Deine regulären Arbeitssätzen beginnst, führst Du einen superleichten Satz bis zum Muskelversagen aus. Wie leicht? Etwa 20% Deines 1RM Gewichts. Dies wird die Typ I Muskelfasern ausreichend erschöpfen, um die Tür zur Aktivierung der Typ II Muskelfasern zu öffnen. Das Resultat? Größere Zuwächse an Kraft und Muskelmasse.
Beispiel: Bizepscurls
Sagen wir, um die Mathematik einfach zu halten, dass Dein 1RM Gewicht bei Bizepscurls bei 50 Kilo liegt. 20% hiervon wären 10 Kilo.
- Bevor Du mit Deinen regulären Sätzen Bizepscurls beginnst, führst Du einen Satz mit 10 Kilo bis zum Muskelversagen aus. Dies ist kein Aufwärmsatz, sondern ein harter Satz mit einer hohen Anzahl von Wiederholungen, den Du bis zu dem Punkt ausführst, an dem Du keine einzige weitere Wiederholung mehr schaffst.
- Pausiere für 30 Sekunden.
- Nimm dann Dein reguläres Gewicht für Bizepscurls, welches wahrscheinlich bei 35 bis 40 Kilo liegen dürfte (da Dein 1RM Gewicht bei 50 Kilo liegt) und führe Deine regulär geplanten Sätze aus, wobei Du 60 Sekunden lang zwischen den Sätzen pausierst.
Basierend auf einigen Studien, die mit dieser Methode durchgeführt wurden, wirst Du größere Zuwächse an Kraft und Muskelmasse erzielen.
5 – Die Technik des regressiven Bewegungsraumes
Das Ganze funktioniert folgendermaßen:
- Beginne eine Übung, indem Du Wiederholungen über den gesamten Bewegungsraum ausführst. Führe so viele Wiederholungen aus, bis Du kurz davor bist, den Punkt des Muskelversagens zu erreichen.
- Reduziere dann den Bewegungsraum auf die Hälfte und führe Teilwiederholungen aus, bis Du fühlst, dass Du kurz davor bist, in diesem Teilwiederholungsbereich den Punkt des Muskelversagens zu erreichen.
- Reduziere nun den Bewegungsraum erneut um die Hälfte und führe Viertelwiederholungen aus, bis Du den Punkt des Muskelversagens erreichst. Abhängig von der verwendeten Übung werden die Teilwiederholungen entweder im oberen oder im unteren Teil des Bewegungsraumes ausgeführt.
Für Zuwächse an Muskelmasse
Verwende ein Gewicht, mit dem Du 8 bis 10 Wiederholungen ausführen kannst, bevor Du zunächst zu halben Wiederholungen und dann zu Viertelwiederholungen übergehst.
Für Zuwächse an Kraft und Muskelmasse
Verwende ein Gewicht, mit dem Du 4 bis 6 vollständige Wiederholungen ausführen kannst, bevor Du zu Teilwiederholungen übergehst. Diese Methode wird es Dir erlauben eine ordentliche Menge an Gewicht zu verwenden.
Beispiele
- Kniebeugen: Volle Wiederholungen, dann halbe Wiederholungen über die obere Hälfte des Bewegungsraumes, dann Viertelwiederholungen
- Beincurls: Volle Wiederholungen, dann halbe Wiederholungen über die untere Hälfte des Bewegungsraumes, dann Viertelwiederholungen
- Langhantelcurls: Volle Wiederholungen, dann halbe Wiederholungen über die untere Hälfte des Bewegungsraumes, dann Viertelwiederholungen
- Beinpresse: Volle Wiederholungen, dann halbe Wiederholungen über die obere Hälfte des Bewegungsraumes, dann Viertelwiederholungen
- Seitheben: Volle Wiederholungen, dann halbe Wiederholungen über die untere Hälfte des Bewegungsraumes, dann Viertelwiederholungen
- Bankdrücken: Volle Wiederholungen, dann halbe Wiederholungen über die obere Hälfte des Bewegungsraumes, wenn Du den Fokus auf Schultermuskeln und Trizeps legen willst. Führe Teilwiederholungen über den unteren Bereich des Bewegungsraumes aus, wenn Du den Fokus auf die Brustmuskeln legen willst.
6 – Das Mr. Olympia Programm
Okay, dieses Programm ist nicht wirklich neu, aber es könnte neu für Dich sein. Der Old School Bodybuilding Trainer Vince Gironda bezeichnete dieses Programm als „Mr. Olympia Programm“, weil es das Programm war, das er verwendet hatte, um Larry Scott, den ersten Mr. Olympia, zu trainieren.
Die Grundidee besteht darin, eine Menge Arbeit innerhalb von sehr wenig Zeit auszuführen, was wir heute auch als „High Density Training“ bezeichnen. Das Ganze funktioniert folgendermaßen:
- Wähle eine Übung
- Belade die Stange mit einen Gewicht, das Du zehnmal bewegen kannst
- Führe mit diesem Gewicht anstelle von 10 lediglich 6 Wiederholungen aus
- Pausiere für 30 Sekunden und wiederhole das Ganze fünfmal
Mit anderen Worten: 6 x 6 mit 70% Deines 1RM mit nur 30 Sekunden Pause wischen den Sätzen. Gironda ließ seine fortgeschrittenen Bodybuilder sogar nur 15 Sekunden zwischen den Sätzen pausieren, aber beginne lieber mit 30 Sekunden. Erinnere Dich daran, dass der Schlüssel die Trainingsdichte und nicht das Gewicht ist. Wenn Du nicht alle 6 Sätze mit einer strikten Pausenlänge von 30 Sekunden ausführen kannst, dann reduziere das Gewicht so lange, bis Du Dich an die kurzen Pausenintervalle angepasst hast.
Referenz:
- Aguiar AF, Buzzachera CF, Pereira RM, Sanches VC, Januário RB, da Silva RA, Rabelo LM, de Oliveira Gil AW, "A single set of exhaustive exercise before resistance training improves muscular performance in young men." Eur J Appl Physiol. 2015 Jul;115(7):1589-99.
Quelle: https://www.t-nation.com/training/6-new-ways-to-turn-on-muscle-growth
Von T Nation

Hier ist eine kurze Zusammenfassung:
- Der Autor hat unter Verwendung dieser Techniken sein Körpergewicht von 52 auf 127 Kilo gesteigert.
- Wiederholungen: Das ist das, was wirkt, wenn es um den Aufbau einer signifikanten Menge an Muskelmasse geht. Dies bedeutet Sätze mit einem Wiederholungsbereich von 8 bis 20, aber Du musst innerhalb eines bestimmten Wiederholungsbereichs stärker werden.
- Das „Überaufwärmen“ ist eine Technik, bei der Du Dich bis über das Gewicht, das Du planst für Dein Training zu verwenden, aufwärmst. Dies wird es Dir erlauben, mehr Wiederholungen bei Deinem Arbeitssatz auszuführen, als wenn Du Dich beim Aufwärmen einfach nur bis zu Deinem Gewicht für den Arbeitssatz hocharbeitest.
- 50% Sätze sind Sätze, bei denen Du bis zum Muskelversagen gehst, 60 Sekunden lang pausierst und dann versuchst, die Hälfte der Wiederholungen zu erreichen, die Du bei Deinem initialen Satz geschafft hast.
- Bei der 350 Methode wählst Du ein Gewicht und versuchst im Verlauf von drei Arbeitssätzen 50 Gesamtwiederholungen auszuführen.
Süchtig nach Muskelmasse
Masse. Als junger Mann erregte nichts meine Aufmerksamkeit mehr, als dieses eine Wort. Dies hatte wahrscheinlich etwas mit der Tatsache zu tun, dass ich gerade einmal 52 Kilo wog, als ich mit dem Training begann, wobei der Mopp von Haaren auf meinem Kopf wahrscheinlich das Meiste dieses Gewichts ausmachte.
Nachdem mich das Eisen süchtig gemacht hatte, wurde mein Verlangen Muskeln aufzubauen nur noch von meinem Verlangen danach, Sauerstoff zu atmen, übertroffen. Ich wolltet der Typ sein, bei dem man in der Öffentlichkeit zwei- oder dreimal hinsieht. Ich wollte die Bewunderung von anderen Trainierenden und Freunden. Ich wollte „Ärmel sprengende Arme“ und all diese anderen übertriebenen Slogans, die das beschreiben, was Muskelmasse mit sich bringt.
Diese Gedanken machten mir während Zeiten langsamer oder ausbleibender Zuwächse Feuer unter meinem Hintern und hielten mich davon ab, aufzugeben. Wenn Du diese Art von Leidenschaft verspürst, dann bleibt Dir eigentlich nur eine Option: werde besser – oder in diesem Fall „werde muskulöser.“
Deshalb verschlang ich jedes Magazin und jedes Buch, das ich zum Thema Training und Ernährung für den Masseaufbau finden konnte. Ich bin dankbar, dass ich damals noch kein Internet hatte, denn ich bin mir sicher, dass mich diese Menge an Informationen regelrecht paralysiert hätte. Da die Informationsfülle sehr viel begrenzter war, war ich gezwungen ein paar Richtlinien zu befolgen und entwickelte im Lauf der Zeit meine eigenen Theorien und Methoden, die mir letztendlich recht gute Dienste erwiesen. Sie waren zumindest gut genug, um mich so weit zu bringen, dass ich jetzt hier sitze und diesen Artikel mit relativ schlanken 127 Kilo Körpermasse schreibe.
Das beste daran, nur über begrenzte Mengen an Information zu verfügen, war, dass ich hierdurch dazu gezwungen war, genau zu untersuchen, welche Theorien funktionierten und welche nicht. Ich wurde nicht mit wissenschaftlichen Studien oder Diskussion in Foren zwischen Typen, die nicht muskulöser als ich waren, bombardiert. Deshalb ging ich an die Quelle: große und starke Jungs.
Ich fand hierbei wieder und wieder heraus, dass die meisten erfolgreichen Jungs dieselben Prinzipien befolgten. Ich fand heraus, dass diese Prinzipen auch für mich gut funktionierten. Ich nahm einfach ein paar Anpassungen basierend auf meinen persönlichen Präferenzen und meiner persönlichen Regenerationsfähigkeit vor.
Hier sind einige der effektivsten Techniken, die ich im Lauf der Jahre verwendet habe, um wirklich Muskelmasse aufzubauen.
1 – Starke Wiederholungsbereiche
Eine der Regeln, die Du befolgen musst, wenn Du muskulöser werden willst ist, dass Du stärker werden musst. Ich habe nie einen Weg gefunden, dieses Dilemma zu umgehen. Letztendlich musst Du mehr Gewicht auf die Stange packen und mehr Wiederholungen als zuvor ausführen. Aber der Schlüssel ist ein kleines Wort im letzten Satz: Wiederholungen.
Du musst innerhalb eines bestimmten Wiederholungsbereichs stärker werden. Dies bedeutet in den meisten Fällen zwischen 8 und 20 Wiederholungen. Und nicht bei Einzelwiederholungen oder Sätzen mit 2 oder 3 Wiederholungen.
Es gibt einen Grund dafür, dass praktisch jeder Bodybuilder auf diesem Planeten eine Menge Wiederholungen ausführt: weil dies das ist, was funktioniert, um eine signifikante Menge an Muskelmasse aufzubauen. Ich habe für mich herausgefunden, dass Sätze mit 8 bis 12 Wiederholungen für den Oberkörper und Sätze mit 12 bis 20 Wiederholungen für den Unterkörper am effektivsten sind. Wir sprechen hierbei von Hypertrophie und nicht vom Aufbau einer maximalen Kraft.
Eine Menge verflechten diese Ideen miteinander und verstehen nicht wirklich, dass man, auch wenn sich diese beiden Ideen gegenseitig ergänzen, nicht gleichzeitig für maximale Muskelmasse und maximale Kraft trainieren kann. Eines von beidem wird immer etwas zurückstecken müssen.
Es handelt sich um zwei unterschiedliche Eigenschaften und sie benötigen sehr unterschiedliche Ansätze. Verbringe zwei Jahre damit, für maximale Muskelmasse zu trainieren und in den beschriebenen Wiederholungsbereichen stärker zu werden und Du wirst wahrscheinlich auch ein höheres Maximalgewicht für eine Wiederholung (1RM Gewicht) erreichen. Das ist jedoch mehr oder weniger nur eine Nebenwirkung dieses Typs von Training und nicht der eigentliche Zweck.
Du wirst hierdurch nicht so stark werden, als wenn Du diese Zeit damit verbracht hättest, an der Entwicklung maximaler Kraft zu arbeiten, indem Du Einzelwiederholungen und Sätze mit zwei, drei und fünf Wiederholungen ausgeführt hättest und als Nebenwirkung hiervon etwas Muskelmasse aufgebaut hättest – wobei Du hierbei nicht so viel Muskelmasse, wie durch ein Training auf Hypertrophie aufgebaut hättest.
Spezifität ist der Schlüssel. Wenn Du Deine Muskelmasse wirklich maximieren möchtest, dann priorisiere dies. Trainiere für eine Hypertrophie – und nur hierfür alleine.
2 – Einfache Progression und “Überaufwärmen”
Während meiner frühen Jahre verwendete ich einen sehr einfachen Ansatz für meine Wiederholungsziele. Ich nahm das Gewicht, mit dem ich dazu in der Lage sein wollte, X Wiederholungen auszuführen und arbeitete auf dieses Ziel hin.
Ich erinnere mich z.B. daran, dass ich dazu in der Lage sein wollte, 12 Wiederholungen Schrägbankdrücken mit 45 Kilo Kurzhanteln auszuführen. Zu diesem Zeitpunkt war ich dazu in der Lage Sätze mit 7 bis 8 Wiederholungen auf recht konsistenter Basis auszuführen. Ich blieb also bei diesem Gewicht, bis ich dazu in der Lage war, 12 Wiederholungen auszuführen und erhöhte das Gewicht dann auf 50 Kilo.
Einfache Progression – und es funktionierte. Dies hielt mich sehr fokussieret auf das Erreichen von Zielen über Monate in Folge und hielt mich davon ab, von meinem Programm abzuweichen. Ich hatte Wiederholungsziele für jede Übung und ich erhöhte das Gewicht erst dann, wenn ich diese Wiederholungsziele erreicht hatte.
Ich entdeckte außerdem etwas, das diese Sätze effektiver macht. Dies ist ein kleiner Trick, den ich als „Überaufwärmen“ bezeichne.
Das Überaufwärmen war eine Technik, bei der ich beim Aufwärmen über das Gewicht hinaus ging, das ich für meine Arbeitssätze geplant hatte. Ich fand heraus, dass mir dieses Überaufwärmen es erlaubte, konsistent mehr Wiederholungen beim Arbeitssatz auszuführen, als ich ausführen konnte, wenn ich mich nur bis zum Arbeitsgewicht aufwärmte.
Wenn Du z.B. planst, bei Deinen Arbeitssätzen Kniebeugen 150 Kilo zu verwenden, dann könnte Dein Aufwärmen etwa so aussehen:
- 60 x 10
- 100 x 5
- 130 x 4
- 150 x 3
- 160 x 2
- 175 x 1
- 150 Kilo beim Arbeitssatz
Aufgrund meines Powerlifting Interesses war ich später dazu in der Lage, einige Intensitätsbereiche für sowohl Überaufwärmen, als auch Arbeitssätze zuzuordnen. Der schwerste Überaufwärmsatz mit nur einer Wiederholung lag bei 85% meines Maximalgewichts für Oberkörper- und Unterkörperübungen. Die Unterkörper-Arbeitssätze lagen bei etwa 70% meines Maximalgewichts, während die Oberkörper Arbeitssätze mit etwa 75% des Maximalgewichts ausgeführt wurden.
Der durchschnittliche Trainierende kann im Allgemeinen etwa 8 bis 10 Wiederholungen mit 75% seines Maximalgewichts und etwa 12 Wiederholungen mit 70% seines Maximalgewichts ausführen. Es gibt etwas Varianz von Person zu Person, aber diese Bereiche funktionieren für die meisten.
Was die Erhöhung des Gewichts angeht, erhöhte ich dieses, wenn ich 12 bis 15 Wiederholungen bei Oberkörperübungen ausführen konnte, so dass ich wieder zurück zu 8 bis 10 Wiederholungen kam. Ich tat dasselbe bei Unterkörperübungen, wenn ich 18 bis 20 Wiederholungen ausführen konnte.
3 – 50% Sätze
Eine der Methoden, von denen ich herausfand, dass sie erstaunlich gut funktionieren, war etwas, das ich von Dr. Ken Leistner aufgeschnappt hatte: 50% Sätze. Bei dieser Methode führst Du Deinen Arbeitssatz bis zum Muskelversagen aus, pausierst 60 Sekunden und versuchst dann die Hälfte der Wiederholungen zu erreichen, die Du bei Deinem initialen Satz ausgeführt hast.
Wenn Du z.B. 12 Wiederholungen Bankdrücken mit 150 Kilo ausgeführt hast, würdest Du hiernach 60 Sekunden pausieren und danach Dein Bestes geben, um 6 Wiederholungen zu schaffe – d.h. die Hälfte der Wiederholungen, die Du beim ersten Satz geschafft hast. Dies ist eine sehr effektive Strategie, wenn es darum geht, fokussiert zu bleiben, weil Du im Grunde genommen versuchst, gleich drei persönliche Bestleistungen zu übertreffen:
- Die Anzahl der Gesamtwiederholungen beim ersten Satz im Vergleich zur Vorwoche
- Die Anzahl der Wiederholungen beim 50% Satz
- Die Anzahl der Gesamtwiederholungen bei beiden Sätzen im Vergleich zur Vorwoche
4 – Die 350 Methode
Die 350 Methode ist etwas, das ich entwickelt habe, während ich mit Powerlifting Unterstützungstraining herumgespielt habe. Du nimmst ein Gewicht mit dem Du versuchst im Zuge von drei Arbeitssätzen 50 Gesamtwiederholungen auszuführen.
Ich habe diese Methode oft beim Schrägbankdrücken verwendet und herausgefunden, dass wenn das Gewicht bei meinen 350 Sätzen stieg, selbiges auch für meine anderen Druckübungen galt. Dies ist eine hervorragende (und schmerzhafte) Methode, eine Menge Wiederholungen auszuführen und sie kann sehr effektiv mit jeder Übung verwendet werden. Ich wählte z.B. zu Beginn 100 Kilo als mein Gewicht für 50 Wiederholungen. Im Allgemeinen fielen meine Sätze in diese Arten von Bereichen:
- 100 x 22
- 100 x 13
- 100 x 8
- Gesamtwiederholungen = 43
Ich blieb bei 100 Kilo, bis ich dazu in der Lage war, alle 50 Wiederholungen auszuführen. Hiernach begann ich erneut damit, 50 Wiederholungen anzustreben – diesmal mit 125 Kilo.
Dies mag wie ein großer Gewichtssprung erscheinen, doch als ich endlich 50 Wiederholungen mit 100 Kilo erreicht hatte, hatte ich mich beim ersten Satz auf 30 Wiederholungen hochgearbeitet (an diesem Punkt war ich weit jenseits der 50 Gesamtwiederholungen für die drei Sätze). Ich erreichte 18 Wiederholungen, als ich die 350 Methode mit 125 Kilo auf der Schrägbank zum ersten Mal ausprobierte, was in etwa der perfekte Startpunkt war.
Das Trainingsprogramm
Kombinieren wir all dies Prinzipien, um ein Masseaufbau Template zu schaffen, das sich auszahlen wird.
Als erstes muss das Programm um Mehrgelenksübungen herum aufgebaut werden. Das bedeutet für das Unterkörpertraining, dass wird von Kniebeugen, Frontkniebeugen, Beinpressen, Splitkniebeugen und Kreuzheben mit gestreckten Beinen sprechen. Für den Oberkörper wären dies Bankdrücken, Schrägbankdrücken, Drücken über Kopf, Langhantelrudern, Klimmzüge und Dips.
Zusätzlich hierzu wird unilaterales Training für den Unterkörper verwendet, da die meisten Menschen in dieser Hinsicht ein Ungleichgewicht aufweisen und unilaterales Beintraining hervorragend zur Verletzungsprophylaxe geeignet ist.
Es besteht keine Notwendigkeit für eine Million von Isolationsübungen. Viele junge Trainierende werden davon gelähmt zu denken, dass sie jede Übung unter der Sonne ausführen müssen, um eine vollständige Entwicklung zu erreichen, wenn sie eigentlich erkennen sollten, dass mit hohen Wiederholungszahlen brutal stark zu werden, Masse am gesamten Körper aufbauen wird.
Du brauchst keine vier unterschiedlichen Varianten von Curls und drei unterschiedliche Varianten Seitheben, um zu wachsen. Wenn es eine in ihrer Entwicklung zurückhängende Muskelgruppe gibt, die auf den Stand des restlichen Körpers gebracht werden muss, dann solltest Du Dich hiermit später beschäftigen, nachdem Du ein solides Fundament an Muskelmasse aufgebaut hast. Du solltest Dir über schmale Schultern keine Gedanken machen, wenn Du gerade einmal 65 Kilo wiegst.
Der Split
Aus Sicht des Splits ist es eine hervorragende Idee, einen Oberkörpertag und einen Unterkörper Tag zu haben, die rotieren. Du kannst an drei Tagen pro Woche trainieren, aber sowohl Unterkörper, als auch Oberkörper dreimal innerhalb von zwei Wochen trainieren.
Woche 1
Unterkörper #1
- Kniebeugen 85% x 1, 70% x AMAP*, plus ein 50% Satz
- Kreuzheben mit gestreckten Beinen 85% x 1, 70% x AMAP (kein 50% Satz)
- Splitkniebeugen 5 Sätze a 10-20
Oberkörper #1
- Bankdrücken 85% x 1, 75% x AMAP, plus ein 50% Satz
- Schrägbankdrücken 350 Methode
- Langhantelrudern 2 Sätze a 8 dann 2 Sätze a 12, so schwer wie möglich
- Latziehen (jeder Griff ist in Ordnung) 350 Methode
- Langhantelcurls 350 Methode
Unterkörper #2
- Frontkniebeugen 85% x 1, 70% x AMAP, plus ein 50% Satz
- Beinpresse 350 Methode
- Ausfallschritte (gehend oder auf der Stelle) 5 Sätze a 10-20
Woche 2
Oberkörper #2
- Drücken über Kopf 85% x 1, 75% x AMAP, plus ein 50% Satz
- Dips mit Zusatzgewicht 350 Methode
- Kurzhantelrudern 350 Methode
- Klimmzüge (weit, eng oder V-Stange) 5 Sätze a AMAP
- Kurzhantelcurls 350 Methode
Unterkörper #1
- Kniebeugen 85% x 1, 70% x AMAP, plus ein 50% Satz
- Kreuzheben mit gestreckten Beinen 85% x 1, 70% x AMAP (kein 50% Satz)
- Splitkniebeugen 5 Sätze a 10-20
Oberkörper #1
- Bankdrücken 85% x 1, 75% x AMAP, plus ein 50% Satz
- Schrägbankdrücken 350 Methode
- Langhantelrudern 2 Sätze a 8 dann 2 Sätze a 12, so schwer wie möglich
- Latziehen (jeder Griff ist in Ordnung) 350 Methode
- Langhantelcurls 350 Methode >p * AMAP = so viele Wiederholungen wie möglich (as much as possible)
Ernährung
Es macht keinen Sinn einen Artikel über den Aufbau von Muskelmasse zu schreiben, ohne über Nahrung zu sprechen. Einfach gesagt werden das obige Programm und die oben erwähnten Methoden gut – und zwar verdammt gut – funktionieren. Es wird jedoch kein Programm und keine Methode für den Masseaufbau ohne einen Überfluss an Nahrung funktionieren, der die für Training und Wachstum notwendige Energie liefert.
Die meisten Trainierenden, die glauben, dass sie genug essen, tun dies für gewöhnlich nicht. Wenn es eine Sache gibt, die ich Dir über die Ernährung für den Masseaufbau, wenn Du schmal bist, sagen kann, dann ist es, dass genug zu essen eine lästige Pflicht sein kann. Ich erinnere mich an Tage, an denen ich bei jeder Mahlzeit würgen musste, weil ich immer noch satt von der vorhergehenden Mahlzeit war.
Große Mengen an Nahrung zu essen ist keine Option, sondern eine Notwendigkeit. Es gibt zahlreiche Optionen, um viel zu essen im Hinblick darauf, die Zubereitung leichter zu machen. Erdnussbutter und Marmelade Sandwichs, das Hinzufügen von gesunden Ölen zu Deinem Essen und Deinen Shakes, viele ganze Eier, gebackene Kartoffeln, Thunfisch und Haferflocken sind alles gute Nahrungsmittel, die Dir helfen können, zusätzliche Kalorien zu Dir zu nehmen und die sowohl schnell zubereitet, als auch billig sind.
Stimuliere, iss, ruhe und wiederhole das Ganze
Die oben beschriebenen Methoden funktionieren und sie funktionieren sehr gut. Du musst sie in die Tat umsetzen und die Einstellung entwickeln, dass Dir nichts im Wege stehen wird, wenn es um das Brechen von persönlichen Bestleistungen, zu essen wie ein Verrückter und zu schlafen wie ein Baby geht.
Dies sind die Schlüsselfaktoren, um zu wachsen. Stimuliere, iss, ruhe und wiederhole das Ganze. Das ist im Grunde genommen das gesamte Paradigma für den Aufbau von mehr Masse.
Quelle: https://www.t-nation.com/training/guaranteed-muscle-mass
Von Paul Carter

Hier ist eine kurze Zusammenfassung:
- Menschen, die nur mit schweren Gewichten trainieren oder ein Training im Stil des olympischen Gewichthebens absolvieren, verfügen nur selten über eindrucksvolle Arme und Schultern. Die Ausnahme stellen Trainierende dar, die mit schweren Gewichten trainieren und zusätzlich Isolationstraining mit hohen Wiederholungszahlen ausführen.
- Wenn Du nur die schweren Grundübungen ausführst, dann kann dies zu Kraftungleichgewichten führen, die letztendlich Deine Leistungen und Deine Muskelmasse beeinträchtigen werden
- Die unten beschriebenen Supersätze bewirken, dass sich die Muskeln zusammenziehen, was den Blutfluss beschränkt und zur Ausschüttung von Wachstumsfaktoren führt.
- Warnung: Du benötigst eine hohe Schmerztoleranz, um dieses Schultertraining auszuführen.
Nur wenige olympische Gewichtheber sehen schlank und muskulös aus
Ich liebe es bei den großen Grundübungen schwere Gewichte zu bewegen, aber ich kann die Tatsache nicht ignorieren, dass auch ein Pumptraining funktioniert, wenn es um den Aufbau von Muskeln geht. Viele Menschen haben eine Menge Muskeln mit Isolationstraining aufgebaut, das bis zu einem förmlich die Haut sprengenden Pump ausgeführt wurde – hierzu gehören auch kraftorientierte Sportler.
Doch nur wenige olympische Gewichtheber verfügen über das, was wir als einen muskulösen Körper bezeichnen würden – und das, obwohl sie monströse Gewichte über ihrem Kopf nach oben drücken. Sie verfügen sicherlich über robuste Beine, robuste Gesäßmuskeln und einen robusten unteren Rücken. Und einige haben auch einen starken Oberkörper.
Aber die meisten sehen „robust“ anstatt schlank und muskulös aus. Es ist wahr, dass sie hauptsächlich ihre Beine, ihre Hüfte und ihren Rumpf verwenden, um das Gewicht zu bewegen, aber man würde bei Menschen, die 200 bis 250 Kilo über dem Kopf nach oben bewegen können, trotzdem mehr Muskeln im Bereich von Schultern und Armen erwarten.
Ausnahmen der Regel
Eine Ausnahme scheinen die chinesischen Gewichtheber und die Gewichtheber einiger anderer asiatischer Länder mit ähnlichen Trainingssystemen zu sein. Obwohl sie genetisch gesehen weniger dazu veranlagt sind, viel Muskelmasse mit sich herumzutragen, sind die olympischen Gewichtheber dieser Länder sehr viel muskulöser als die meisten anderen Gewichtheber.
Dies gilt besonders für Arme, Schultern und Rücken. Wenn man sich ihr Training ansieht, dann fällt auf, dass diese Sportler eine Menge Isolationstraining mit höheren Wiederholungszahlen bei Übungen wie Seitheben, Trizepsdrücken und Bizepscurls ausführen.
Sie führen auch reichlich Übungen wie Rudern, Dips und Klimmzüge in einem höheren Wiederholungsbereich (8 bis 10 Wiederholungen) aus. Sie führen häufig 6 Sätze mit 8 bis 10 Wiederholungen und kurzen Pausenintervallen von unterschiedlichen Bodybuildingübungen am Ende ihrer Trainingseinheiten aus.
Aber warum sollten Sportler, die bereits vier oder mehr Stunden lang pro Tag trainieren, weitere 30 bis 45 Minuten zusätzliches Training absolvieren, wenn dies nicht produktiv wäre?
Nun, diese Sportler verstehen, dass Muskeln Gewichte bewegen und dass Du, wenn Du mehr Muskeln hast, mehr Gewicht bewegen kannst, falls Dein Nervensystem effizient darin ist, diese Muskeln zu verwenden.
Und ich habe durch Erfahrung gelernt, dass Volumen Muskeln aufbaut.
Das Problem mit den Schultern
Sicher, stärker zu werden, wird Dir auch helfen, muskulöser zu werden. Wenn Du das Gewicht bei all Deinen schweren Grundübungen um 50 Kilo steigerst, dann wirst Du mit Sicherheit über deutlich mehr Muskelmasse verfügen. Aber dies ist nicht notwendigerweise der schnellste Weg, insbesondere wenn es um Muskeln wie die Schultermuskeln geht.
Die Schultern sind zerbrechlich. Das Schultergelenk ist das instabilste Gelenk des ganzen Körpers und darüber hinaus sehr komplex. Es gibt mehr als zehn Muskeln, die die Art und Weise, auf die sich die Schultern bewegen, direkt beeinflussen und dieses Gelenk kann sich so ziemlich in jede Richtung bewegen.
Es ist deshalb sehr leicht, ein Ungleichgewicht in diesem Bereich zu entwickeln, das zu nervenden und anhaltenden Schulterschmerzen oder sogar zu ernsthaften Verletzungen führen kann.
Und genau hier liegt das Problem, wenn man sich ausschließlich auf die schweren Grundübungen verlässt: Das Risiko, ein Ungleichgewicht im Bereich der Schultern zu entwickeln, das letztendlich Deine Leistungen, Dein Wohlbefinden und in Endeffekt auch Deine Muskelmasse beeinträchtigen kann, ist sehr viel höher.
Darüber hinaus unterstützen viele starke Muskeln die Schultermuskeln, was es schwer machen kann, die Schultermuskeln nur unter Verwendung schwerer Grundübungen vollständig zu stimulieren. Sicher, die Schultermuskeln werden etwas Last abbekommen, aber manchmal tragen andere Muskeln überproportional mehr zur Bewegung bei und werden deshalb schneller wachsen. Während diese Muskeln schneller wachsen, werden die Schultermuskeln im Verhältnis zu diesen Muskeln schwächer und es wird schwerer, sie zu involvieren – der Körper wird die stärkeren Muskeln verwenden, um die Aufgabe zu erfüllen. Hierdurch steigt das Verletzungsrisiko.
Das ist der Grund dafür, dass ich sowohl Zeit unter Spannung, als auch unterschiedliche Winkel verwende, um die Schultermuskeln zu entwickeln. In der Tat versuche ich so viele unterschiedliche Winkel wie möglich zu verwenden, wenn ich die Schultermuskeln direkt trainiere.
Dies wird die Schultern nicht nur funktionaler und weniger anfällig für Verletzungen machen, sondern gleichzeitig auch die Masse der Schultermuskeln maximieren.
Konstante Zeit unter Spannung und Muskelentwicklung
Die Ergebnisse wissenschaftlicher Untersuchungen sind klar: Du kannst ein Muskelwachstum ohne eine Verwendung schwerer Gewichte durch eine Steigerung der Ausschüttung lokaler Wachstumsfaktoren während des Trainings anregen.
Dies ist die Grundlage des so genannten Okklusionstrainings und des Trainingsstils mit Wiederholungen mit konstanter Spannung. Letzteres ist für uns in diesem Zusammenhang von Interesse.
Wenn ein Muskel kontrahiert, dann wird der Blutfluss in diesen Muskel beschränkt. Das Blut wird in den Muskel strömen, wenn dieser sich wieder entspannt – zwischen den Wiederholungen und wenn der Muskel am Ende des Satze aufhört zu kontrahieren.
So lange der Muskel arbeitet und der Blutfluss durch eine muskuläre Kontraktion begrenzt ist, werden sich Stoffwechselprodukte im Muskel ansammeln, was zur Ausschüttung von lokalen Wachstumsfaktoren führt.
Das ist die Basis dieses Trainingsansatzes für die Schultern. Dieses Programm wird schnell Muskelmasse aufbauen. Wenn ich es nachdem ich mich nur auf die schweren Grundübungen konzentriert habe verwende, verändert sich mein körperliches Erscheinungsbild nahezu sofort – fast so, als ob Muskelmasse zu den Schultern wandern würde.
Um die Wachstumsfaktorstimulation zu maximieren, musst Du Dich darauf konzentrieren, im Zielmuskel eine so starke Akkumulation von Milchsäure wie möglich anzuregen. Du musst über eine hohe Schmerztoleranz verfügen, damit dies optimal funktionieren kann!
Eine Laktat Akkumulation durch Muskelarbeit wird maximiert, wenn sich der Muskel für 45 bis 70 Sekunden unter Spannung befindet. Dieses Programm basiert auf Sätzen, die in diesen Bereich fallen. Und da die Schultern so beweglich sind, bevorzuge ich die Verwendung multipler Übungen bei jedem Satz, um jeden Winkel der Schulterbewegung zu kräftigen.
Das Programm selbst verwendet 5 Supersätze und Du wirst jeden dieser Supersätze dreimal ausführen, was in einer Gesamtzeit unter Spannung von etwa 15 Minuten resultieren wird. Jeder dieser Supersätze wir auch für sich alleine hervorragend funktionieren. Doch für eine maximale Schulterentwicklung solltest Du alle fünf verwenden.
Supersatz 1 – Multi-Drücken Komplex
Jeder Satz besteht aus 6 unterschiedlichen Druckübungen und wir gehen von der schwächsten zur stärksten – ein Konzept, das als mechanische absteigende Sätze bekannt ist.
Die 6 Übungen, die ohne Pause ausgeführt werden, sind folgende:
- A. Reißen sitzend (https://www.youtube.com/watch?v=W4EGCUt3J4s) (um eine Verwendung des Unterkörpers) oder Cuban Press mit einer Langhantel (https://www.youtube.com/watch?v=yiGNewVNbZY)
- B. Nackendrücken sitzend, weiter Griff
- C. Nackendrücken sitzend, schulterweiter Griff
- D. Savickas Press (Schulterdrücken, mit gestreckten Beinen auf dem Boden sitzend und ohne Unterstützung des Rückens)
- E. Bradford Press (stehend) (https://www.youtube.com/watch?v=sUOs8v6IzEg)
- F. Push Press (Schulterdrücken stehend mit Schwung aus de Beinen)
Das Ziel besteht darin, 5 Wiederholungen von jeder Übung auszuführen, wobei Du Dir keine Gedanken machen solltest, wenn Du gegen Ende nur 3 oder sogar noch weniger Wiederholungen schaffst. Beginne Konservativ. Durch die Verwendung einer konstanten Spannung werden sich Erschöpfung und Schmerz schnell aufbauen.
Führe 3 Sätze dieser Übungen mit etwa 90 Sekunden Pause zwischen den Sätzen aus.
Wichtig: Du wirst bemerken, dass dieser Supersatz/Komplex Nackendrücken umfasst – eine Übung, die in letzter Zeit von vielen als Werk des Teufels in Verruf gebracht wurde. Viele Leute glauben, dass diese Übung potentiell die Schultern schädigen wird.
Nun, das ist wahr, wenn Du über keinerlei Schulterbeweglichkeit verfügst, aber in dieser Position zu drücken ist Teil der normalen Schulterfunktion.
Es ist wahr, dass einige Leute mit Nackendrücken Probleme haben könnten – insbesondere diejenigen, mit einer Haltung mit stark nach vorne hängenden Schultern oder Bodybuilder mit massiven Brustmuskeln und vorderen Schultermuskeln.
Doch wenn Deine Schultern gesund sind und über eine gute Beweglichkeit verfügen, da dann sollte diese Übung keine Probleme hervorrufen. Wenn Deine Schultern nicht gesund sind – vielleicht aufgrund von zu viel Bankdrücken – dann wirst Du nicht dazu in der Lage sein, Nackendrücken auszuführen.
Nackendrücken ist eine der komplexeren Schulterübungen. Du erreichst bei dieser Übung eine stärkere Kontraktion im Bereich der seitlichen und hinteren Schultermuskeln. Schulterdrücken stehend belastet den vorderen Schultermuskelkopf stärker, ist als Übung jedoch weniger vollständig und umfassend.
Darüber hinaus solltest Du nicht vergessen, dass Du aufgrund der Natur dieses Komplexes nicht so viel Gewicht verwenden wirst, so dass Nackendrücken weniger traumatisch sein wird und Dir sogar dabei helfen wird, Deine volle Schulterfunktion wiederherzustellen.
Supersatz 2 – Kurzhanteldrücken über mehrere Bewegungsbereiche
Dies ist so ähnlich wie die gute alte 21 Technik, welche auch auf konstanter Spannung und einer Laktat-Akkumulation basiert, doch bei diesem Supersatz wirst Du Sätze a 5-5-10 anstelle von 7-7-7 verwenden. Dies bedeutet:
- 5 Teilwiederholungen nur über die untere Hälfte des Bewegungsraumes
- 5 Teilwiederholungen nur über die obere Hälfte des Bewegungsraumes
- 10 Bewegungen über den gesamten Bewegungsraum
Die vollständigen Wiederholungen sollten mit gleichmäßigem Tempo durchgeführt werden, wobei Du weder am höchsten, noch am tiefsten Punkt der Wiederholung pausierst. Beende die Aufwärtsbewegung 1 bis 2 Zentimeter vor Erreichen einer vollständigen Streckung der Arme, um die Schultermuskeln unter Spannung zu halten.
Die Teilwiederholungen werden einen rapiden hypoxischen Zustand (Sauerstoffmangel) und eine rapide Ansammlung von Laktat bewirken – und in diesem Zustand wirst Du danach Deine vollen Wiederholungen ausführen.
Führe 3 Supersätze mit etwa 90 Sekunden Pause zwischen den Supersätzen aus.
Supersatz 3 – Schulterkreisen/Scott Press/Schulterdrücken
Ich habe Schulterkreisen mit Zusatzgewicht und seitlich ausgestreckte Armen begonnen, als ich im Rahmen meines Training eine Menge Arbeit mit Ringen ausführte. Dies ist eine stark unterbewertete Übung und eine hervorragende Übung, um das gesamte Schultergelenk auf ein brutales Training vorzubereiten.
Diese Übung tut dies, indem sie die meisten Muskeln aktiviert, die an Schulterübungen beteiligt sind und dies macht sie zu einem interessanten Hypertrophiewerkzeug, da sie eine Menge Muskeln stimulieren kann. Sie stellt eine hervorragende Option für die erste Übung bei einem Supersatz mit Vorermüdung dar.
Die zweite Übung sind Scott Presses (https://www.youtube.com/watch?v=wxk4Tc88S9s), welche Arnold Presses insofern sehr ähnlich sind, als dass Du die Bewegung mit den Armen vor Deinem Körper beginnst und diese nach außen drehst, während Du die Kurzhanteln nach oben drückst. Der Unterschied zu Arnold Presses besteht darin, dass Du bei Arnold Presses die Kurzhanteln gerade nach oben drückst, nachdem Du Deine Arme nach außen gedreht hast, während bei Scott Presses eine mehr kreisförmige Bewegung zum Einsatz kommt.
Als Resultat hiervon ist der Arm am höchsten Punkt der Bewegung nach vorne geneigt, wodurch sich die Ellenbogen weiter hinten als die Handgelenke befinden. Diese kreisförmige Bewegung belastet den seitlichen Bereich der Schultermuskeln stärker.
Nachdem Du mit den Scott Presses fertig bist, beendest Du Deinen Satz mit regulärem Kurzhantel Schulterdrücken mit einer leichten Abwandlung: Während der Druckbewegung befindet sich die Hantelscheibe auf der Außenseite etwas höher als die Scheibe auf der Innenseite und diese Neigung wird während der gesamten Aufwärtsbewegung beibehalten. Hierdurch wird der seitliche Bereich der Schultermuskeln stärker belastet.
Ein Satz sieht folgendermaßen aus:
- A. Schulterkreisen: 10 Wiederholungen von vorne nach hinten
- B. Schulterkreisen: 10 Wiederholungen von hinten nach vorne
- C: Scott Presses: 6 bis 8 Wiederholungen
- D. Kurzhantel Schulterdrücken: 6 bis 8 Wiederholungen
Führe 3 Supersätze mit etwa 90 Sekunden Pause zwischen den Supersätzen aus.
Supersatz 4 – Kurzhantelkomplex
Dies ist mein Lieblingssupersatz, um die Schultermuskeln zu isolieren und regelrecht zu vernichten. Er trainiert die Schultermuskeln aus mehreren Winkeln, was für eine vollständige Schulterentwicklung wichtig ist.
Es werden vier unterschiedliche Übungsvariationen ohne Pause hintereinander ausgeführt:
- A. Frontheben über die obere Hälfte des Bewegungsraumes: von parallel zum Boden verlaufenden Armen bis über Kopf, 4 bis 6 Wiederholunge
- B. Seitheben: 4 bis 6 Wiederholungen
- C. "Y" Seitheben mit nach oben zeigenden Daumen: 4 bis 6 Wiederholungen (https://www.youtube.com/watch?v=ET0O8y1aIrs)
- D. Outside-In Frontheben (Kurzhantel Frontheben mit Hammergriff): 4 bis 6 Wiederholungen Führe 3 Supersätze mit etwa 90 Sekunden Pause zwischen den Supersätzen aus.
Supersatz 5 – Bus Driver/Frontheben
Die erste Übung ist die “Busfahrer (Bus Driver)“ Übung, bei der Du eine Hantelscheibe auf Armeslänge vor dem Körper hältst und diese langsam drehst (https://youtu.be/AGjuA82-10c). Dies ist eine stark unterbewertete Übung.
Diese Übung setzt die gesamte Schultermuskelgruppe unter konstante Spannung und trainiert diese aus Winkeln, die normalerweise im Fitnessstudio nicht trainiert werden. Dies ist ein exzellenter Weg, das Schultertraining zu beenden und das Schultergelenk widerstandsfähiger gegenüber Verletzungen zu machen.
Die zweite Übung ist Frontheben, wobei drei unterschiedliche Griffweiten zum Einsatz kommen: eng, schulterweit und weit.
Die Verwendung unterschiedlicher Griffweiten macht dies zu einem mechanischen absteigenden Satz: wenn Du von einer Übung keine weitere Wiederholung mehr ausführen kannst, veränderst Du den Hebelarm, um weitere Wiederholungen ausführen zu können. Durch die Verwendung eines weiteren Griffs verkürzt Du den Hebelarm, wodurch die Übung etwas leichter wird, was es Dir erlaubt weitere Wiederholungen auszuführen, ohne das Gewicht reduzieren zu müssen.
Die Veränderung des Griffs könnte außerdem einige neue motorische Einheiten mit ins Spiel bringen, was ein Vorteil ist, da Du umso mehr wachsen wirst, desto mehr motorische Einheiten Du rekrutieren und erschöpfen kannst.
Ein Satz sieht folgendermaßen aus:
- A. Bus Driver: 6 bis 8 Wiederholungen pro Seit
- B. Frontheben: Die Kurzhanteln werden mit etwa 2 bis 3 Zentimeter engerem Griff als schulterweit gehalten, 6 Wiederholunge
- C. Frontheben: der Zeigefinger bildet eine Linie mit der äußeren Kante der Schultermuskeln, 6 Wiederholunge
- D. Frontheben: weiter Griff, etwa 8 bis 10 Zentimeter weiter als schulterweit, 6 Wiederholungen
Wir zielen bei der Busfahrer Übung auf 6 bis 8 Wiederholungen pro Seite und bei jeder Griffvariante des Fronthebens auf 6 Wiederholungen ab, aber das Ziel besteht darin, die Muskeln so stark wie möglich aufzupumpen. Wenn dieses Ziel erreicht wird, spielt es keine Rolle, ob du 5 oder 10 Wiederholungen pro Position ausführst.
WICHTIG: Wenn Du Langhantel Frontheben ausführst, stelle Dir vor, dass Du die Ellenbogen nach oben rotierst, anstatt die Arme zu heben. Dies wird die Aktivierung des seitlichen Schultermuskelkopfes erhöhen.
Maximiere Deine Resultate
Mach Dich bereit, im Bereich Deiner Schultermuskeln schnell Masse aufzubauen – was insbesondere dann gilt, wenn Du jemand bist, der schweres drückendes Training gewohnt ist.
Dies Programm basiert sowohl auf einer Maximierung der lokalen Wachstumsfaktorfreisetzung, als auch dem Transport einer Tonne nährstoffreichen Blutes in die Muskeln. Dies bedeutet, dass die Verwendung der richtigen Pre- und Intra-Workout Supplementation vor und während Deinem Training die Menge an anabolen Nährstoffen in Deinem Blut maximieren wird, was zu noch besseren Resultaten führen wird.
Quelle: https://www.t-nation.com/training/growth-factor-shoulder-training
Von Christian Thibaudeau

Hier ist eine kurze Zusammenfassung:
- Neue Untersuchungen bezüglich des Wachstums von Muskelfasern von Typ I und II legen nahe, dass wir unsere langsam kontrahierenden Muskelfasern vernachlässigt haben, indem wir nur schwer trainiert haben.
- Typ I Muskelfasern werden durch Sätze von längerer Dauer, für die niedrigere Gewichte notwendig sind, maximal stimuliert. Typ II Muskelfasern sprechen am besten auf kurze Sätze mit schweren Gewichten an.
- Es gibt eine Menge Wege, die Intensität bei Deinem Trainingsprogramm zu variieren, zu denen Dinge wie eine Periodisierung der Wiederholungsbereiche im Lauf der Zeit, sowie die Verwendung schwererer Gewichte bei Mehrgelenksübungen und die Verwendung leichterer Gewichte bei Isolationsübungen gehören.
“Trainiere schwer, um zu wachsen” ist bei Trainern und Trainierenden gleichermaßen ein Lieblingsmantra. Schwere Gewichte rekrutieren große motorische Einheiten, die mit Muskelfasern vom Typ II in Verbindung stehen, maximal und da die Typ II Fasern die mit der Kraft in Verbindung stehende Fasern sind, die über das größte Wachstumspotential verfügen, besteht der Schlüssel zu einem maximalen Muskelwachstum in ihrer maximalen Rekrutierung, richtig?
Nun, nicht so schnell...
Vernachlässige Deine langsam kontrahierenden Muskelfasern nicht
Die Typ I Fasern sind so etwas wie der Rodney Dangerfield der Bodybuilding Welt – sie bekommen keinen Respekt.. Kleiner, schwächer und häufig auch kleiner als ihre schnell kontrahierenden Gegenstücke, sind die Typ I Fasern lediglich für ihre Fähigkeit berühmt wiederholt zu kontrahieren – wenn auch ohne viel Kraft.
Verbannt zu einem Leben mit 5000 Meter Läufen, Marathons und verstörend engen Läufershorts, scheint die Fähigkeit dieser Fasern Erschöpfung zu widerstehen mehr ein Bodybuilding Fluch als ein Segen zu sein. Aus diesem Grund drehen sich Bodybuilding Trainingsphilosophien typischerweise um eine Stimulierung und Erschöpfung der Typ II Muskelfasern, während die langsam kontrahierenden Muskelfasern nicht viel Aufmerksamkeit bekommen.
Neue Untersuchungen zu den Auswirkungen unterschiedlicher Trainingsintensitäten und dem Wachstum von Typ I und Typ II Fasern legen jedoch nahe, dass wir den langsam kontrahierenden Muskelfasern Unrecht getan haben und uns hierdurch einige Kilos an potentieller Muskelmasse haben entgehen lassen (1).
Es ist an der Zeit unsere Trainingsphilosophien im Kontext der Fasertyp spezifischen Hypertrophie zu überdenken.
Schwere Gewichte und Typ II Fasern
Sicherlich legt eine Vielzahl von Studien nahe, dass Typ II Fasern in der Tat durch ein hochintensives Krafttraining stärker wachsen (2). Der Vorbehalt ist hier die hohe Intensität. Es ist nicht notwendigerweise der Fall, dass Typ II Fasern eine angeborene Fähigkeit besitzen, ihre langsam kontrahierenden Verwandten was ein Wachstum angeht zu übertreffen, sondern lediglich, dass sie ein überlegenes Wachstum zeigen, wenn sie mit hohen Intensitäten (>50% des 1RM Gewichts) trainiert werden.
Unser augenblickliches Verständnis der Hypertrophie eines jeden Fasertyps könnte mehr eine Konsequenz der Art und Weise sein, auf die diese studiert wurde (hohe Intensität), als von dem, was tatsächlich im Fitnessstudio geschieht (2, 3). Die beste Zusammenfassung dieser Beziehung ist ein Paper von Dr. Andrew Fry aus dem Jahr 2004, in dem die Daten unterschiedlicher Studien bezüglich der Wachstumsrate von Muskelfasertypen zusammengefasst wurden und das zu dem Ergebnis kam, dass die Typ II Fasern bei den meisten Trainingsintensitäten ein überlegenes Wachstum zeigen.
Wenn jedoch die Trainingsintensität unter 50% des 1RM sank, dann wuchsen die Typ I Fasern stärker als die Fasern vom Typ II, wobei das Wachstum in diesem Bereich jedoch nicht annähernd in die Nähe von dem kam, was bei höheren Intensitäten unabhängig vom Fasertyp erreicht wurde. Nach der Lektüre einer Studie wie dieser würde sich nicht viel an unseren Trainingsempfehlungen ändern, aber der Typ von Analyse, der von Fry durchgeführt wurde, besitzt seine Limitierungen (2).
Die größte Limitierung besteht darin, dass es nicht viele Trainingsstudien mit niedriger Intensität gab, die man hätte vergleichen können (2, 3) und dass ein Mangel an Studien herrscht, die direkt ein Training mit hoher Intensität mit einem Training mit niedriger Intensität unter Berücksichtigung des Wachstums der unterschiedlichen Fasern verglichen haben.
Füge hierzu aktuelle Untersuchungsergebnisse bezüglich der Wachstumsraten von Muskelfasern in Reaktion auf unterschiedliche Trainingsintensitäten (1) hinzu und Du wirst schnell sehen, dass unsere Typ I Fasern zu mehr in der Lage sind, als wir ihnen bisher zugetraut haben.
Ein Plädoyer für Typ I
Auch wenn sie rar sein mögen, gibt es genügend Studien für uns, um zur Schlussfolgerung zu kommen, dass wir wahrscheinlich die Hypertrophiekapazität unserer Typ I Fasern unterschätzt haben. Vor Kurzem haben Mitchell et al. (1) eine inzwischen berüchtigte Trainingsstudie durchgeführt, die gezeigt hat, dass ein Training mit niedrigen Gewichten (drei Sätze mit 30% des 1RM), wenn es bis zum Muskelversagen ausgeführt wird, vergleichbare Hypertrophiereaktionen wie ein Training mit höheren Intensitäten (drei Sätze mit 80% des 1RM) produzieren kann.
Auch wenn die Daten vielleicht nicht statistisch signifikant sein mögen, sehen wir, wenn wir die individuellen Fasertypen betrachten, dass die Typ I Fasern geringfügig stärker auf ein Training mit niedriger Intensität ansprechen (19% Veränderung vs. 14%) und dass die Typ II Fasern geringfügig stärker auf ein Training mit hoher Intensität ansprechen (15% vs. 12%).
Dies legt letztendlich nahe, dass die Gleichung mehr als die Anzahl der Gewichtsscheiben, die Du auf die Stange packst, umfasst und unterstützt zaghaft das, was intuitiv offensichtlich sein könnte: Typ I Muskelfasern werden durch Sätze von längerer Dauer mit niedrigeren Gewichten maximal stimuliert, während die Typ II Fasern am besten auf kurze Sätze mit schweren Gewichten ansprechen.
Ein häufig kritisierter Schwachpunkt besteht bei den meisten Trainingsstudien darin, dass die Wissenschaftler untrainierte College Studenten als Probanden verwenden. Was in den untrainierten Körpern dieser Probanden abläuft muss nicht notwendigerweise das repräsentieren, was in gut trainierten Muskeln geschieht. Glücklicherweise finden wir jedoch auch dann Unterstützung für unsere Muskelfasertheorien, wenn wir uns die Muskelfasern von hoch trainierten Sportlern ansehen.
Bodybuilder betonen typischerweise Volumen und Erschöpfung und verwenden moderate Wiederholungsbereiche (4), während Powerlifter (5) und olympische Gewichtheber die Last und/oder die Bewegungsgeschwindigkeit betonen. Es ist nicht überraschend, dass Bodybuilder im Vergleich zu kraftorientierten Sportlern eine signifikant stärkere Hypertrophie der Typ I Fasern aufweisen (2).
Wenn man alle Fakten und Hinweise berücksichtigt, dann scheint es realistisch zu sein zu schlussfolgern, dass unterschiedliche Trainingsintensitäten eine vergleichbare Gesamtmuskelhypertrophie produzieren können (1, 6-8), wobei die betroffenen Fasertypen sich unterscheiden können.
Wie bei den meisten Dingen in der Welt der Wissenschaft, ist dies kein eindeutiges Thema. Zwei weitere Studien mit einem etwas anderen Studiendesign haben dieses Thema untersucht und beide dieser Studien kamen zu dem Ergebnis, dass ein hochintensives Training unabhängig vom Fasertyp für ein Wachstum überlegen ist (9, 10).
Und hier beginnt das Ganze interessant zu werden. Auch wenn es Ausnahmen gibt, neigen Studien, bei denen die verrichtete Arbeit mit hoher und niedriger Intensität gleich war, hochintensives Training sowohl für das fasertypspezifische als auch das Gesamtmuskelwachstum zu favorisieren (10, 11). Bei den Studien, bei denen die verrichtete Arbeit bei hoher und niedriger Intensität nicht identisch ist, konnten äquivalente Resultate bei unterschiedlichen Intensitäten beobachtet werden.
Letztendlich hängt die Idee, dass wir das Wachstumspotential der Typ I Fasern vernachlässigt haben, von der Argumentation ab, dass
- Hypertrophie einer bestimmten minimalen Zeit unter Spannung bedarf, die abhängig von der Trainingsintensität variiert und
- Diese Zeit unter Spannung bei den Typ I Muskelfasern höher als bei den Typ II Muskelfasern ausfällt.
Auch wenn bei dieser Studie keine fasertypspezifischen Auswirkungen untersucht wurden, verglichen Burd et al. (12) die akute Proteinsynthesereaktion auf vier Trainingssätze bei drei unterschiedlichen Szenarien:
- 90% des 1RM bis zum Muskelversagen
- 30% des 1RM wobei die insgesamt verrichtete Arbeit der beim 90% des 1RM Szenarios entsprach
- 30% des 1RM bis zum Muskelversagen
Die Proteinsynthesereaktion variierte im Verlauf der Zeit zwar geringfügig, fiel aber bei den beiden Szenarien mit einem Training bis zum Muskelversagen unabhängig von der Intensität recht ähnlich aus. Die Proteinsynthesereaktion im zweiten Szenario mit identischer Menge an verrichteter Arbeit mit 30% des 1RM Gewichts – bei der die Zeit unter Spannung signifikant geringer als beim 30% RM Szenario bis zum Muskelversagen ausfiel – war jedoch nur etwa halb so stark wie bei den beiden Szenarien mit einem Training bis zum Muskelversagen.
Fazit: Auch wenn die Proteinsynthesereaktion auf eine einzelne Trainingseinheit nicht unbedingt ein Indikator für die langfristigen Adaptionen sein muss, liefert die Tatsache, dass zwei Studien eine vergleichbare Hypertrophie zeigen, wenn ein Training mit niedriger Intensität bis zum Muskelversagen ausgeführt wird, eine weitere Unterstützung für diese Idee (1, 6).
Spielt die Größe eine Rolle?
Die Verwendung schwerer Gewichte ist basierend auf der Tatsache, dass es überzeugende Hinweise dafür gibt, dass diese Gewichte eine substantielle Hypertrophie unabhängig von Betrachtungen des Fasertyps induzieren (2, 9, 10, 13 – 17), gerechtfertigt.
Dies ist konsistent mit Hennemanns Größenprinzip der Rekrutierung, welches besagt, dass motorische Einheiten in einer spezifischen Reihenfolge basierend auf ihrer Größe rekrutiert werden – kleinere motorische Einheiten werden bei Szenarien mit niedrigen Kraftanforderungen rekrutiert, während größere motorischen Einheiten dann ins Spiel kommen, wenn die Kraftanforderungen steigen (18, 19).
Schwere Gewichte bedürfen mehr Muskelmasse, um Kraft zu produzieren, weshalb Du von Beginn an mehr motorische Einheiten rekrutieren musst, als wenn Du ein leichtes Gewicht bewegen würdest. Doch dieses Argument erklärt nicht die Tatsache, dass Erschöpfung ein Wachstum stimulieren könnte und dass das Einsetzen der Erschöpfung direkt die Rekrutierung motorischer Einheiten beeinflussen kann (20). Wenn Du ein relativ leichtes Gewicht bewegst, ist die Rekrutierung motorischer Einheiten zu Beginn des Satzes geringer, als wenn Du den Satz mit einem schwereren Gewicht begonnen hättest.
Sobald die Erschöpfung einsetzt, rekrutierst Du progressiv mehr schnelle motorische Einheiten, da die Kraft produzierende Fähigkeit der langsam kontrahierenden Muskelfasern sinkt (21). Das Größenprinzip bleibt aufrechterhalten, da Du motorische Einheiten von den kleinsten zu den größten rekrutierst, aber Du endest damit, schnell kontrahierende Muskelfasern mit einer leichteren Last zu verwenden, sobald Du erschöpft bist.
Dies erklärt zum Teil, wie die schnell kontrahierenden Muskelfasern beim Training mit niedriger Intensität bei der Studie von Mitchell et al. (1) wachsen konnten und warum eine Maximierung der Zeit unter Spannung durch Erschöpfung und Muskelversagen bei diesem Konzept wichtig sein könnte.
Potentielle Kilos neuer Muskelmasse?
Die Idee, dass Du kiloweise Muskelmasse durch das Ignorieren eines Trainings mit leichteren Gewichten opferst, mag wie eine Übertreibung erscheinen, aber ein kurzer Überblick über die Fasertypenkomposition unterschiedlicher Muskeln könnte Deine Meinung ändern.
Natürlich kann das Verhältnis der Muskelfasertypen von Person zu Person variieren und wird durch genetischen Veranlagungen und Training beeinflusst (22), aber unter Berücksichtigung der Tatsache, dass viele der großen Muskelgruppen einen substanziellen Prozentsatz an Typ I Fasern aufweisen – im Durchschnitt verfügen Menschen über etwa gleiche Mengen an schnell und langsam kontrahierenden Muskelfasern – bedeutet dies, dass eine Veränderung Deines Trainingsansatzes zur Optimierung des Wachstums der langsam kontrahierenden Fasern, einen Versuch wert sein kann.
Multiple Wiederholungsbereiche sind gleichbedeutend mit einer maximalen Stimulation
Für diejenigen, die ihr Hypertrophiepotential maximieren möchten, macht es Sinn, das gesamte Kontinuum der Wiederholungsbereiche abzudecken. Auch wenn es nicht verkehrt sein dürfte, sich auf den so genannten „Hypertrophiebereich“ (6 bis 12 Wiederholungen) zu konzentrieren, solltest Du sowohl hohe Wiederholungsbereiche (15 bis 20+), als auch niedrige Wiederholungsbereiche (1 bis 5) mit in Dein Trainingsprogramm aufnehmen.
Ein solcher Ansatz stellt nicht nur eine vollständige Stimulation des gesamten Spektrums der Muskelfasern sicher, sondern dient auch als vorbereitende Arbeit für optimale Leistungen im Hypertrophiebereich. Ein Training mit niedrigen Wiederholungszahlen fördert die neuromuskularen Anpassungen, die für die Entwicklung maximaler Kraft notwendig sind, so dass schwerere Gewichte (und somit auch eine höhere mechanische Spannung) bei moderaten Trainingsintensitäten verwendet werden können.
Die Ausführung von Sätzen mit höheren Wiederholungszahlen kann hingegen im Lauf der Zeit die Laktatschwelle erhöhen, wodurch das Einsetzen der Erschöpfung hinausgezögert wird und hierdurch bei einem Training mit moderaten Wiederholungszahlen die Zeit unter Spannung erhöht werden kann.
Es gibt unzählige Wege, auf denen variierende Intensitäten in ein Trainingsprogramm integriert werden können. Der vielleicht beste Weg kontinuierliche Fortschritte sicherzustellen besteht darin, die während des Trainings verwendeten Wiederholungsbereiche zu periodisieren. Es gibt hierbei sowohl lineare, als auch nichtlineare Alternativen. Es kommt letztendlich auf persönliche Präferenzen und individuelle Ziele an (z.B. ob Du versuchst, bei einem spezifischen Ereignis maximale Leistungen zu erbringen).
Eine andere Option besteht darin, die Laststrategien auf den Typ der Übung zu basieren, die ausgeführt wird. Du könntest Dich z.B. dafür entscheiden, Dich bei Mehrgelenksübungen wie Kniebeugen, Rudern und Drücken auf niedrige bis moderate Wiederholungsbereich (~1 bis 10) zu konzentrieren, während Du bei Isolationsübungen, die besser für leichtere Trainingsgewichte geeignet sind, ein Training mit höheren Wiederholungszahlen (15+) priorisierst.
Es gibt hier keine festen Regeln. Die Reaktionen auf das Training variieren von Person zu Person und letztendlich musst Du mit unterschiedlichen Ansätzen experimentieren, um herauszufinden, was für Dich am besten funktioniert.
Gilt Eile mit Weile?
Die Typ II Fasern werden vielleicht die Typ I Fasern schlagen, was die Überlegenheit der Hypertrophie angeht, aber bist Du gewillt das Risiko einzugehen, das Potential der Typ I Fasern zu unterschätzen? Ein optimales Hypertrophietraining wird Deinen schnell kontrahierenden Muskelfasern die schweren Gewichte geben, nach denen sie gieren, während es Deinen Typ I Fasern die erweiterte Zeit unter Spannung liefert, die sie verdienen.
Anmerkung: Dan Ogborn, PhD, CSCS hat zu diesem Artikel beigetragen.
Referenzen:
- Mitchell, C. J. et al. Resistance exercise load does not determine training-mediated hypertrophic gains in young men. J Appl Physiol 113, 71-77 (2012).
- Fry, A. C. The role of resistance exercise intensity on muscle fibre adaptations. Sports Med 34, 663-679 (2004).
- Wernbom, M., Augustsson, J. & Thomeé, R. The influence of frequency, intensity, volume and mode of strength training on whole muscle cross-sectional area in humans. Sports Med 37, 225-264 (2007).
- Hackett, D. A., Johnson, N. A. & Chow, C.-M. Training Practices and Ergogenic Aids used by Male Bodybuilders. J Strength Cond Res (2012). doi:10.1519/JSC.0b013e318271272a
- Swinton, P. A. et al. Contemporary Training Practices in Elite British Powerlifters: Survey Results From an International Competition. J Strength Cond Res 23, 380-384 (2009).
- Ogasawara, R., Loenneke, J. P., Thiebaud, R. S. & Abe, T. Low-load bench press training to fatigue results in muscle hypertrophy similar to high-load bench press training. International Journal of Clinical Medicine 4, 114-121 (2013).
- Léger, B. et al. Akt signalling through GSK-3beta, mTOR and Foxo1 is involved in human skeletal muscle hypertrophy and atrophy. J Physiol (Lond)576, 923-933 (2006).
- Lamon, S., Wallace, M. A., Léger, B. & Russell, A. P. Regulation of STARS and its downstream targets suggest a novel pathway involved in human skeletal muscle hypertrophy and atrophy. J Physiol (Lond) 587, 1795-1803 (2009).
- Schuenke, M. D. et al. Early-phase muscular adaptations in response to slow-speed versus traditional resistance-training regimens. Eur J Appl Physiol112, 3585-3595 (2012).
- Campos, G. E. R. et al. Muscular adaptations in response to three different resistance-training regimens: specificity of repetition maximum training zones. Eur J Appl Physiol 88, 50-60 (2002).
- Holm, L. et al. Changes in muscle size and MHC composition in response to resistance exercise with heavy and light loading intensity. J Appl Physiol 105, 1454-1461 (2008).
- Burd, N. A. et al. Low-load high volume resistance exercise stimulates muscle protein synthesis more than high-load low volume resistance exercise in young men. PLoS ONE 5, e12033 (2010).
- Aagaard, P. et al. A mechanism for increased contractile strength of human pennate muscle in response to strength training: changes in muscle architecture. J Physiol (Lond) 534, 613-623 (2001)
- Charette, S. L. et al. Muscle hypertrophy response to resistance training in older women. J Appl Physiol 70, 1912-1916 (1991).v
- Harber, M. P., Fry, A. C., Rubin, M. R., Smith, J. C. & Weiss, L. W. Skeletal muscle and hormonal adaptations to circuit weight training in untrained men. Scand J Med Sci Sports 14, 176-185 (2004).
- Kosek, D. J., Kim, J.-S., Petrella, J. K., Cross, J. M. & Bamman, M. M. Efficacy of 3 days/wk resistance training on myofiber hypertrophy and myogenic mechanisms in young vs. older adults. J Appl Physiol 101, 531-544 (2006).
- Staron, R. S. et al. Strength and skeletal muscle adaptations in heavy-resistance-trained women after detraining and retraining. J Appl Physiol 70, 631-640 (1991).
- Henneman, E., Somjen, G. & Carpenter, D. O. Excitability and inhibitability of motoneurons of different sizes. J. Neurophysiol. 28, 599-620 (1965).
- Henneman, E., Somjen, G. & Carpenter, D. O. FUNCTIONAL SIGNIFICANCE OF CELL SIZE IN SPINAL MOTONEURONS. J. Neurophysiol. 28, 560-580 (1965).
- Schoenfeld, B. J. Potential Mechanisms for a Role of Metabolic Stress in Hypertrophic Adaptations to Resistance Training. Sports Med (2013). doi:10.1007/s40279-013-0017-1
- Adam, A. & De Luca, C. J. Recruitment order of motor units in human vastus lateralis muscle is maintained during fatiguing contractions. J. Neurophysiol. 90, 2919-2927 (2003).
- Simoneau, J. A. & Bouchard, C. Genetic determinism of fiber type proportion in human skeletal muscle. FASEB J 9, 1091-1095 (1995)
- Tirrell, T. F. et al. Human skeletal muscle biochemical diversity. J. Exp. Biol.215, 2551-2559 (2012).
- Johnson, M. A., Polgar, J., Weightman, D. & Appleton, D. Data on the distribution of fibre types in thirty-six human muscles. An autopsy study. J. Neurol. Sci. 18, 111-129 (1973).
Quelle: https://www.t-nation.com/training/light-weights-for-big-gains