Zählt alles, was man trinkt, zum Flüssigkeitshaushalt?
„Ich habe heute doch genügend getrunken.“ – ein Satz, der schnell gesagt ist. Doch zählt wirklich alles, was wir über den Tag hinweg trinken, automatisch zu unserem Flüssigkeitshaushalt? Die kurze Antwort lautet: nicht uneingeschränkt. Die lange Antwort ist etwas differenzierter – und genau die schauen wir uns im heutigen Blogbeitrag an.
Wasser: die Basis jeder Hydration
Wasser ist und bleibt der Goldstandard, wenn es um Flüssigkeitszufuhr geht. Es belastet den Körper nicht, liefert keine Kalorien und wird ohne Umwege verwertet. Wer seinen Flüssigkeitshaushalt sicher abdecken will, sollte den Großteil seiner täglichen Zufuhr über reines Wasser oder Mineralwasser decken.
Kaffee und Tee – zählen sie mit?
Kaffee und Tee tragen grundsätzlich zur Flüssigkeitszufuhr bei, auch wenn sie Koffein enthalten. Der früher oft genannte stark entwässernde Effekt ist in normalen Mengen kaum relevant. Dennoch gilt:
- Sie sind kein optimaler Ersatz für Wasser
- Hoher Koffeinkonsum kann den Flüssigkeitsbedarf indirekt erhöhen
- Stark gesüßte Varianten belasten zusätzlich den Stoffwechsel
In Maßen zählen sie mit – sollten aber nicht die Hauptquelle sein.
Softdrinks, Säfte & Co.: Flüssigkeit mit Nebenwirkungen
Auch zuckerhaltige Getränke liefern dem Körper Flüssigkeit. Gleichzeitig bringen sie jedoch große Mengen Zucker, Kalorien und teilweise Zusatzstoffe mit. Diese können den Blutzucker stark schwanken lassen, den Durst langfristig sogar verstärken und die Verdauung und den Stoffwechsel belasten. Ja, sie hydratisieren – aber ineffizient und mit Nachteilen.
Alkohol: Flüssigkeit, die nicht zählt
Alkoholische Getränke sind der klare Sonderfall. Trotz ihres hohen Flüssigkeitsanteils wirken sie entwässernd und belasten Leber, Nieren und Elektrolythaushalt. Unterm Strich tragen sie nicht sinnvoll zur Hydration bei – im Gegenteil, sie erhöhen den Flüssigkeitsbedarf sogar.
Proteinshakes & funktionelle Getränke
Proteinshakes, Elektrolytgetränke oder isotonische Drinks liefern ebenfalls Flüssigkeit. Gerade bei sportlich aktiven Menschen können sie situativ sinnvoll sein. Dennoch gilt auch hier: Sie ersetzen kein regelmäßiges Trinken von Wasser, sondern ergänzen es.
Fazit: Trinken ist nicht gleich Trinken
Nicht jedes Getränk wirkt gleich auf den Flüssigkeitshaushalt. Zwar zählt vieles technisch zur Flüssigkeitszufuhr, doch Qualität schlägt Quantität. Wasser sollte die Hauptquelle sein, Kaffee und Tee zählen eingeschränkt mit, zuckerhaltige Getränke sind nur begrenzt sinnvoll, Alkohol zählt nicht und funktionelle Drinks sollten gezielt eingesetzt werden. Wer ausreichend trinken will, sollte nicht nur fragen, wie viel, sondern auch, was er trinkt. Genau darin liegt der entscheidende Unterschied.
Von Leon Hiebler / @HeraklesStrength