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Zink

Zink

Allgemeines

Zink ist in reiner Form ein bläulich glänzendes Schwermetall, das unter Normalbedingungen relativ spröde und daher schwer zu bearbeiten ist. Im Periodensystem der Elemente besitzt es die Ordnungszahl 30. Sein chemisches Symbol ist Zn. Über 120° C erwärmt, lässt es sich aber sehr gut verarbeiten, z.B. zu Blechen walzen. Es kommt in der Natur nicht in elementarer Form vor. Die Haupterze, in denen es vorkommt, sind die Zinkblende (Zinksulfid) und der Zinkspat (Zinkkarbonat). Es wurde in unserem Kulturkreis das erste Mal im Jahre 1740 durch den Arzt Johann Friedrich Henckel (1678-1744) ausführlich beschrieben. Seine erste Herstellung gelang im Jahr 1746 durch den Berliner Chemiker Andreas Sigismund Marggraf (1709-1782). Zink findet in der Technik als Messing (Kupfer-Zink-Legierung), zum Verzinken von Eisenblechen und für dieHerstellung von Trockenbatterien (Kohle-Zink-Element, Kohle-Mangan-Element) Verwendung. Außerdem dient es als Zinkstaub in Farben als Rostschutzmittel und in Form des Zinkoxids als Weißpigment.

Eine medizinische Anwendung findet Zink in Form von Zinkoxid oder Zinksulfat in Salben, Pasten oder Schüttelmixturen zur Behandlung von Wunden oder geschädigten Hautbereichen (besonders auch bei Windeldermatitis). Hierbei macht man sich die adstringierende Wirkung der genannten Zinkverbindungen zu Nutze. Adstringenzien führen durch Eiweißfällung oder Fixierung der Eiweiße zu einer Membranbildung und wirken dadurch entzündungshemmend, austrocknend und blutstillend, sowie bakteriostatisch.

Funktionen im Körper

Zink ist für die meisten Lebewesen ein essentielles Spurenelement, und im menschlichen Körper, neben Eisen, das häufigste. Dabei sind höhere Konzentrationen an Zink in den roten Blutkörperchen, in den Augen, in der Haut und in den Haaren, sowie in der Prostata und in der Leber enthalten. Zink ist Kofaktor zahlreicher Enzymsysteme, und spielt eine Rolle im Vitamin A-, im Kohlenhydrat- und im Lipidstoffwechsel. Ferner ist Zink essentiell für die Funktion verschiedener Hormone, wie z.B. Insulin, den Schilddrüsenhormonen, Sexualhormonen und den Wachstumshormonen.

Auch im Stoffwechsel von Nukleinsäuren (Träger der Erbsubstanz) und Proteinen (Eiweißen) erfüllt Zink wichtige Aufgaben. So dient es beispielsweise der Stabilisierung der DNA- und der RNA-Struktur, ist aber auch ein Bestandteil von Schlüsselenzymen der Nukleinsäuresynthese (z.B. DNA-Polymerasen).

Zink ist am Zellwachstum und an der Zelldifferenzierung beteiligt. Für eine funktionierende Immunabwehr wird ebenfalls Zink benötigt, und zwar für die zelluläre und die humorale Immunantwort, sowie für die T-Zelldifferenzierung. Des Weiteren spielt Zink eine Rolle bei der Geschmackswahrnehmung, wobei die daran beteiligten Faktoren nicht näher bekannt sind.

Zinkhaltige Lebensmittel

Da die verschiedenen Lebensmittel teilweise sehr unterschiedliche Mengen an Zink enthalten, sollte für eine optimale Versorgung mit den Spurenelement auf eine abwechslungsreiche Kost geachtet werden.

Die tierischen Lebensmittel, Fische und Meeresfrüchte einbezogen, enthalten, im Vergleich zu der pflanzlichen Nahrung, häufig größere Mengen an Zink, wobei besonders die Innereien sehr zinkhaltig sind. Von den Meerestieren zeichnen sich interessanterweise Austern durch sehr hohe Mengen an Zink aus. Kuhmilch enthält relativ geringe Mengen an Zink, von den Milchprodukten enthalten dagegen einige Käsesorten, wie z. B. Camembert, Schmelzkäse oder Emmentaler recht hohe Mengen. Aus der Gruppe der Getreideprodukte sind Haferflocken, Hirse, Cornflakes, Weizenvollkornmehl und Weizenkeime sehr gute Zinklieferanten. Obwohl viele Gemüsesorten nicht so reich an Zink sind, werden durch den Verzehr von grünen Erbsen, getrockneten Linsen, und Sojabohnen auch relativ hohe Anteile an Zink zugeführt. Weiterhin enthalten Bierhefe, Kakao und die meisten Nüsse viel Zink. Ferner ist zu erwähnen, dass einige Küchengewürze sehr zinkhaltig sind, hierzu zählen Basilikum, Estragon, Kümmel, Nelken, Ingwer, Majoran, Thymian, Rosmarin und Salbei.

Potentielle Gesundheitsvorzüge von Zink

Zink ist für viele Aspekte der Gesundheit von entscheidender Bedeutung und wird mit einer Reihe von Gesundheitsvorzügen in Verbindung gebracht, auf die wir im Folgenden kurz eingehen werden.

Zink kann die Immunfunktion verbessern

Viele rezeptfreie Medikamente und natürliche Heilmittel enthalten Zink aufgrund dessen Fähigkeit die Immunfunktion zu verbessern und Entzündungen zu bekämpfen.

Zink kann oxidativen Stress lindern und die Immunfunktion durch eine Steigerung der Aktivität von T-Zellen und natürlichen Killerzellen verbessern, welche dabei helfen, den Körper vor Infektionen zu schützen (20).

Ein Studienreview zeigte in der Tat, dass Zink Lutschtabletten, die 80 bis 92 mg Zink enthielten, die Dauer einer gewöhnlichen Erkältung um bis zu 33% reduzieren konnten (1). Eine mit 50 älteren Erwachsenen durchgeführte Studie kam zu dem Ergebnis, dass 45 mg Zink Glukonat pro Tag über einen Zeitraum von einem Jahr mehrere Marker für Entzündungen reduzieren und die Häufigkeit von Infektionen senken konnte (4).

Zink könnte die Blutzuckerkontrolle fördern

Zink ist für seine Rolle bei der Blutzuckerkontrolle und der Insulinausschüttung bekannt (5). Insulin ist das Hormon, das für den Transport von Zucker aus dem Blutkreislauf in das Körpergewebe verantwortlich ist.

Einige Untersuchungen legen nahe, dass Zink dabei helfen könnte, die Blutzuckerspiegel stabil zu halten und die Insulinsensitivität des Körpers zu verbessern.

Ein Studienreview kam zu dem Ergebnis, dass Zink Supplements effektiv sind, wenn es um eine Verbesserung der kurzfristigen und langfristigen Blutzuckerkontrolle bei Diabetikern geht (6). Eine andere Untersuchung zeigte, dass Zink dabei helfen könnte, eine bestehende Insulinresistenz zu reduzieren, was die Fähigkeit des Körpers verbessern kann, Insulin effizient zu verwenden, um normale Blutzuckerspiegel aufrecht zu erhalten (7, 8).

Zink kann dabei helfen Akne zu bekämpfen

Zink Supplements werden häufig verwendet, um die Gesundheit der Haut zu fördern und Hautkrankheiten wie Akne zu behandeln (9). Von Zinksulfat konnte gezeigt werden, dass es besonders wirksam ist, wenn es um eine Reduzierung der Symptome einer schweren Akne geht (10). Eine dreimonatige Studie mit 332 Personen fand heraus, dass 30 mg elementares Zink – ein Begriff, der sich auf die tatsächliche Menge an Zink bezieht, die in einem Supplement enthalten ist – effektiv waren, wenn es um die Behandlung entzündlicher Akne ging (11).

Zink Supplements werden häufig anderen Behandlungsmethoden vorgezogen, da sie kostengünstig und effektiv sind und darüber hinaus mit weniger Nebenwirkungen in Verbindung gebracht werden (12).

Zink könnte die Gesundheit des Herzens verbessern

Herzkrankheiten sind weltweit für etwa 33% aller Todesfälle verantwortlich (13). Einige Untersuchungen zeigen, dass eine Einnahme von Zink mehrere Risikofaktoren für Herzkrankheiten reduzieren könnte und sogar die Triglyzeridspiegel und die Cholesterinspiegel im Blut senken könnte. Ein Review von 24 Studien fand heraus, dass Zink Supplements dabei halfen, die Spiegel des „schlechten“ LDL Cholesterins und die Triglyzeridspiegel im Blut zu senken, was potentiell dabei helfen könnte, Herzkrankheiten zu verhindern (14).

Eine andere mit 40 jungen Frauen durchgeführte Studie zeigte, dass eine höhere Zinkzufuhr mit niedrigeren systolischen Blutdruckwerten (der obere Wert) in Verbindung steht (15). Insgesamt gibt es jedoch nur wenige Untersuchungen zu den Auswirkungen von Supplements auf den Blutdruck. Eine andere Untersuchung legt nahe, dass niedrige Serum Zinkspiegel mit einem höheren Risiko für koronare Herzkrankheiten in Verbindung stehen könnten, doch diese Ergebnisse sind nicht eindeutig (16).

Zink kann Entzündungen reduzieren

Zink kann als Antioxidans agieren und hierdurch dabei helfen, Entzündungen zu reduzieren und vor chronischen Erkrankungen wie Herzkrankheiten, Krebs und Diabetes zu schützen (2, 3). Zink reduziert oxidativen Stress und reduziert die Spiegel bestimmter entzündungsfördernder Proteine im Körper (17).

Oxidativer Stress führt zu chronischen Entzündungen, ein beitragender Faktor bei einer großen Bandbreite chronischer Erkrankungen wie Herzkrankheiten, Krebs und mentalem Verfall (18). Bei einer mit 40 älteren Erwachsenen durchgeführten Studie erlebten diejenigen, die 45 mg Zink pro Tag zu sich nahmen, stärkere Reduzierungen von Entzündungsmarkern als diejenigen, die lediglich ein Placebo bekamen (19).

Zink könnte das Risiko für bestimmte altersbedingte Krankheiten senken

Zink könnte das Risiko für bestimmte altersbedingte Krankheiten wie Lungenentzündung, Infektionen und eine alterbedingte Makulardegeneration reduzieren.

Ältere Erwachsene, die Zink supplementieren, weisen eine bessere Reaktion auf eine Grippeimpfung, ein reduziertes Risiko für Lungenentzündungen und eine gesteigerte mentale Leistungsfähigkeit auf (21, 22, 23).

In der Tat kam eine Studie zu dem Ergebnis, dass 45 mg Zink pro Tag die Infektionsraten älterer Erwachsener um fast 66% senken konnten (24).

Zink kann die Wundheilung beschleunigen

Zink wird in Krankenhäusern zur Behandlung von Verbrennungen, bestimmten Geschwüren und anderen Hautverletzungen verwendet (25).

Da Zink bei der Kollagensynthese, der Immunfunktion und der Entzündungsreaktion eine kritische Rolle spielt, ist es für die Wundheilung unabdingbar. In der Tat enthält die Haut relativ hohe Mengen an Zink – etwa 5% der Gesamtmenge des Zinks im Körper (26).

Während ein Zinkmangel die Wundheilung verlangsamen kann, kann eine Zink Supplementation die Wundheilung beschleunigen.

Eine zwölfwöchige Studie mit 60 Patienten, die unter diabetischen Fußgeschwüren litten, kam zu dem Ergebnis, dass diejenigen, die mit 200 mg Zink pro Tag behandelt wurden, im Vergleich zur Placebogruppe signifikante Reduzierungen der Geschwürgröße zeigten (27).

Zink kann eine Makulardegeneration verlangsamen

Eine Makulardegeneration ist eine weit verbreitete Augenkrankheit und eine der weltweit führenden Ursachen für einen Verlust der Sehkraft (28).

Zink Supplements werden häufig verwendet, um das Fortschreiten einer altersbedingten Makulardegeneration zu verlangsamen und eine Verlust der Sehkraft und eine Erblindung zu verhindern.

Eine mit 72 Patienten, die unter einer Makulardegeneration litten, durchgeführte Studie zeigte, dass eine Einnahme von 50 mg Zinksulfat pro Tag über einen Zeitraum von 3 Monaten die Progression der Krankheit verlangsamen konnte (29).

Zusätzlich hierzu konnte im Rahmen einer großangelegten Studie mit 4.200 Teilnehmern gezeigt werden, dass die tägliche Einnahme eines Antioxidantien Supplements – Vitamin E, Vitamin C und Beta-Karotin – in Kombination mit 80 mg Zink den Sehverlust reduzieren und das Risiko für das Fortschreiten einer Makulardegeneration senken kann (30).

Ein Review von 10 Studien berichtete, dass eine Supplementation mit Zink effektiv war, wenn es um die Reduzierung des Risikos für eine Progression zu einer fortgeschrittenen Makulardegeneration ging (31).

Andere Studien des Reviews legten jedoch nahe, dass eine Zink Supplementation alleine nicht ausreichen könnte, um die Sehkraft signifikant zu verbessern, weshalb es mit anderen Behandlungsmethoden kombiniert werden sollte, um die Resultate zu maximieren.

Mangelerscheinungen

Die Konzentration an Zink kann im Blut bestimmt werden. Bei der Verwendung von Serum sollten dabei die Zinkwerte beim Erwachsenen zwischen 0,7-1,3 mg/l und bei Kindern zwischen 0,75-1,0 mg/l liegen. Wenn Zink im Vollblut gemessen wird sind Werte von 4,0-7,5 mg/l als normal anzusehen.

Bei einem Zinkmangel kann es zu den folgenden Symptomen kommen:

  • Antriebsschwäche, Depressionen, Konzentrationsstörungen, Lernschwäche
  • vermehrte Infektanfälligkeit und herabgesetzte Resistenz gegenüber Umweltgiften
  • Wachstumsstörungen und gestörte sexuelle Entwicklung
  • Beeinträchtigung der Sinneswahrnehmung, wie z. B. Nachtblindheit, Geschmacks- und Geruchsstörungen
  • Schädigungen der Mundschleimhaut, verzögerte Wundheilung und vermehrt auftretende Hautpilzinfektionen
  • dünner werdende Haare bis zum Haarausfall, sowie brüchige und weißfleckige Nägel
  • die bei Kraftsportlern oft beobachteten

Dehnungs Überdosierung und VergiftungIn der Vergangenheit kam es gelegentlich zu akuten Zinkvergiftungen, die auf den Verzehr säurehaltiger Nahrungsmittel oder Getränke zurückzuführen waren, die über längere Zeit in verzinkten Behältnissen aufbewahrt wurden. Ferner können akute Zinkvergiftungen durch das Einatmen von Zinkdampf oder Zinkstaub bei der Arbeit in Gießereinen oder den Einsatz von Rauchbomben entstehen.

Die Symptome einer akuten Vergiftung sind Beschwerden im Magen-Darm-Trakt, wie z.B. Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Leibschmerzen sowie ein metallischer Geschmack. Ferner kann es zu einer beschleunigten Atmung, zu Kreislaufschwäche, und sogar zum Koma kommen. Wenn Zinkstaub oder Zinkdämpfe inhaliert wurden, kann es zusätzlich zu dem so genannten Gieß- bzw. Metallfieber kommen, welches auch für die Inhalation anderer Metalle bekannt ist.

Bei einer chronischen Vergiftung, die durch eine länger andauernde Zufuhr von Zink bedingt sein kann, stehen andere Symptome im Vordergrund. Durch die Interaktionen zwischen Kupfer und Zink bei der Resorption entsteht bei einer chronischen Überdosierung von Zink ein Kupfermangel. Der Kupfermangel wiederum kann eine hypochrome Anämie auslösen, also eine Form der Blutarmut bei der die Erythrozyten zu wenig Hämoglobin enthalten.

Symptome einer Zink Toxizität umfassen (32):

  • Übelkeit und Erbrechen
  • Appetitverlust
  • Durchfall
  • Magenkrämpfe
  • Kopfschmerzen
  • Reduzierte Immunfunktion
  • Reduzierte Spiegel des „guten“ HDL Cholesterins

Die Therapie einer Zinkvergiftung kann in der Gabe von D-Penicillamin bestehen, welches Zink im Körper bindet.

Sicherheit und Nebenwirkungen

Bei sachgerechter Anwendung können Zink Supplements ein sicherer und effektiver Weg sein die tägliche Zinkzufuhr zu erhöhen und unterschiedliche Aspekte der Gesundheit zu verbessern. Diese Supplements können jedoch in einigen Fällen auch unerwünschte Nebenwirkungen inklusive Übelkeit, Erbrechen Durchfall und Magenschmerzen hervorrufen (33, 34).

Ein Überschreiten einer täglichen Zufuhr von 40 mg elementarem Zink kann grippeähnliche Symptome wie Fieber, Husten, Kopfschmerzen und Erschöpfung verursachen (35). Darüber hinaus kann zu viel Zink auch die Fähigkeit des Körpers beeinträchtigen, Kupfer zu absorbieren, was im Lauf der Zeit zu einem potentiellen Mangel an diesem Schlüsselspurenelement führen kann (36). Des Weiteren konnte gezeigt werden, dass Zink die Aufnahme bestimmter Antibiotika beeinträchtigen und hierdurch deren Wirkung reduzieren kann, wenn beides zur selben Zeit eingenommen wird (37). Um das Risiko für unerwünschte Nebenwirkungen zu reduzieren, sollte bei Zink die empfohlene Dosierung eingehalten und eine obere Einnahmemenge von 40 mg elementarem Zink pro Tag nicht überschritten werden, falls nicht etwas anderes ärztlich verordnet wurde.

Falls nach der Einnahme von Zink Supplements unerwünschte Nebenwirkungen auftreten sollten, ist es empfehlenswert, die Einnahmemenge zu reduzieren und einen Arzt zu konsultieren, falls die Symptome anhalten sollten.

Wechselwirkungen

Die gleichzeitige Zufuhr vom eisen- oder kupferhaltigen Supplements vermindert die Aufnahme von Zink in den Körper. Zink verschlechtert seinerseits die Aufnahme des Kupfers, das mit der Nahrung zugeführt wird.

Gegenanzeigen

Bei schweren Nierenschäden oder akutem Nierenversagen, dürfen keine Zinkpräparate eingenommen werden.

Bedarf

Der tägliche Bedarf an Zink liegt für Erwachsene und Jugendliche bei 7-10 mg. Schwangeren Frauen wird empfohlen ca. 10 mg täglich zuzuführen und stillenden Müttern ca. 11 mg.

Eine 2005 auf einer einer Konferenz der amerikanischen Gesellschaft für Ernährungswissenschaften in San Diego vorgestellte Studie deutet darauf hin, dass Kinder, die täglich ausreichend Zink erhalten (20 Milligramm), eine deutliche Verbesserung der geistigen Leistungsfähigkeit erfahren. Zink verbesserte das visuelle Gedächtnis, die Leistungen in einem Wortfindungstest und die Konzentrationsfähigkeit. Es ist besonders wichtig auf eine regelmäßige Zufuhr von Zink mit der Nahrung zu achten, weil das Spurenelement anscheinend im Körper nicht gespeichert werden kann. Somit führt eine drastische Senkung der Zinkzufuhr relativ schnell zu einem Zinkmangel.

Zink wird aus den mittleren Dünndarmabschnitt (Jejunum) in das Blut aufgenommen. Dabei scheint, neben dem passiven Transport von Zink durch die Darmschleimhaut, auch an aktiver Transport mit Hilfe bestimmter Eiweiße stattzufinden. Im Blut ist Zink an Eiweiße gebunden, in erster Linie an Albumin und an alpha-Makroglobulin. Die Resorption von Zink, also die Aufnahme aus dem Darm, wird durch eine Vielzahl organischer Verbindungen gefördert, wie z. B. Citrat, Cystein und Glutamat. Ein hoher Gehalt an Phytinsäure dagegen vermindert die Resorption. Phytinsäure ist eine pflanzliche Speicherform für Phosphor und Inositol und vermag Zink komplexartig zu binden. Durch einen hohen Kalziumanteil in der Nahrung wird der resorptionsvermindernde Effekt der Phytinsäure zusätzlich verstärkt. Es bilden sich Zink-Kalzium-Phytat-Komplexe, die besonders schwer löslich sind. Da pflanzliche Nahrung hohe Konzentrationen an Phytat enthält, kann es bei einer rein vegetarischen Kost zu einem Zinkmangel kommen. Bei einer normalen Ernährung ist die Zinkzufuhr in der Regel ausreichend.

Die Ausscheidung von Zink erfolgt zu ca. 90 % mit dem Stuhlgang.

Erhöhter Bedarf

Durch einige Umstände kann es zu einem erhöhten Bedarf an Zink, bzw. zu einem Zinkmangel kommen:

  • bei der Einnahme bestimmter Arzneimittel,
  • bei Personen mit einseitiger Ernährung, z. B. Veganer (Vegetarier die auch keine Eier oder keine Milchprodukte zu sich nehmen) und Personen die über längere Zeit parenteral mit zinkfreien Nährstofflösungen ernährt werden
  • durch eine verminderte Aufnahme von Zink nach Operationen oder bei Darmerkrankungen
  • als Folge verschiedener Erkrankungen, wie beispielsweise erworbene Immunschwäche (AIDS), Akne, Allergien, Diabetes, Neurodermitis, Krebs, Leber- und Nierenerkrankungen, Akute oder chronische Infektionen u.a.
  • in Schwangerschaft und Stillzeit
  • im Wachstum
  • bei Leistungssportlern und Bodybuilder.

Bedarf im Sport

Die Ergebnisse einer Studie von Brilla und Conte, hat bei Footballspielern einen signifikant höheren Kraftzuwachs sowie eine Erhöhung des Testosteronspiegels um bis zu 30% nachgewiesen, wenn sie täglich 30mg Zink als Nahrungsergänzung erhielten. Gleichzeitig blieb der Spiegel des ebenfalls anabol wirksamen IGF-1 bei der Einnahme von Zink konstant, während er bei der Placebogruppe um mehr als 20% abfiel. Meine Empfehlung ist eine Dosis von 30-50mg amTag einnehmen, zu den Mahlzeiten.

Zink als Aromatasehemmer

Zink blockiert, genauso wie z.B. Letrozol, das Enzym, welches für die Umwandlung von Testosteron in Östrogen zuständig ist. Gute Ergebnisse werden mit 75-150mg reinem Zink pro Tag erzielt. Allerdings gilt dabei zu beachten, dass Zink im Körper gespeichert wird und diesem Kupfer entzieht. Daher sollte die Anwendung die Kur- und Absetzdauer nicht überschreiten. Zudem muss erwähnt werden, dass Zink in geringeren Dosen die Östrogenentstehung eher noch begünstigt. Im Vergleich zu anderen Aromatasehemmer ist Zink geradezu billig und bei einer milden Kur Vorzuziehen.

Unterschiedliche Typen von Zink Supplements

Wenn man sich auf dem Markt erhältliche Zink Supplements ansieht, wird man unterschiedliche Formen von Zink finden. Diese unterschiedlichen Formen können die Gesundheit auf unterschiedliche Art und Weise beeinflussen.

Hier sind einige der am weitesten verbreiteten Formen von Zink:

  • Zink Gluconat: Dies ist eine der am weitesten verbreiteten Zink Darreichungsformen, die sich häufig in Erkältungsmedikamenten wie Lutschtabletten und Nasensprays wiederfindet.
  • Zink Acetat: Zink Acetat wird genau wie Zink Glukonat häufig zu Erkältungsmedikamenten hinzugefügt, um Erkältungssymptome zu reduzieren und die Heilung zu beschleunigen (38).
  • Zink Sulfat: Zusätzlich dazu, dass es dabei helfen kann, einen Zinkmangel zu verhindern, konnte gezeigt werden, dass Zink Sulfat Akne lindern kann (39).
  • Zinc Picolinat: Einige Untersuchungen legen nahe, dass Zink Picolinat besser als andere Zink Darreichungsformen inklusive Zink Gluconat und Zink Citrat vom Körper aufgenommen werden kann (40).
  • Zink Orotat: Diese Form von Zink ist an Orotsäure gebunden und gehört zu den auf dem Markt am weitesten verbreiteten Zink Supplements.
  • Zink Citrat: Eine Studie kam zu dem Ergebnis, dass diese Zink Darreichungsform genauso gut wie Zink Gluconat absorbiert wird, aber einen weniger bitteren und unangenehmen Geschmack aufweist (41).
  • Zink Bisglycinat: Diese Zink Darreichungsform kann mit einer um 40% höheren Bioverfügbarkeit als Zink Gluconat und Zink Citrat glänzen und stellt eine der besten erhältlichen Formen von Zink dar. Zink ist in Form von Kapseln, Tabletten und Lutschtabletten erhältlich. Nasensprays, die Zink enthalten sollten besser gemieden werden, da sie mit einem Verlust des Geruchssinnes in Verbindung gebracht wurden (42, 43).

Referenzen:

  1. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28515951
  2. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15451058/
  3. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3492709/
  4. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/1734450
  5. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26365743
  6. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22515411
  7. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4360427/
  8. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27587022
  9. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/29193602
  10. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4120804
  11. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11586012
  12. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/29193602
  13. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5408160/
  14. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4523910/
  15. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3796663/
  16. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4738046/
  17. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK6288/
  18. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK493173/
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  24. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3649098/
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  28. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20887239
  29. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25393287
  30. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23644932
  31. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23652490
  32. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17914213
  33. https://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1081/CLT-100102426
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  35. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/9891606
  36. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26085547
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  38. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5410113/
  39. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC412080
  40. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/3630857
  41. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24259556
  42. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15283486
  43. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16467707

Weiterführende Quellen:

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