Eine Frage der Ernährung - Teil 7

  • Eine Frage der Ernährung - Teil 7

F: Ich habe kürzlich einen Artikel mit dem Titel “Rapsöl für gesundes Kochen” gelesen. Ist Rapsöl wirklich so gesund wie Olivenöl und Kokosöl?

A: Die Tatsache, dass jeder glaubt, dass Rapsöl der neue Messias im Bereich der Ernährung ist, stellt einen Triumph des Marketings über die Tatsachen dar, der mit anderen Marketing Hypes wie Behauptungen, dass Goji Beeren Krebs heilen und Haare nachwachsen lassen können, vergleichbar ist.

Fred Pescatore, MD, Autor des Buches The Hamptons Diet und einer der besten Ernährungsexperten, den ich kenne, bezeichnet Rapsöl als ein „hässliches“ Öl. "Die modernen Methoden für die Verarbeitung von Rapsöl sind das, was Rapsöl so hässlich macht,” sagt er. Das Öl wird mit Hilfe eines mechanischen Pressvorgangs und eines Lösungsmittels bei hohen Temperaturen aus den Samen entfernt, wonach es weiter gereinigt, gebleicht und von Gummi befreit wird, wobei jeder dieser Schritte hohe Temperaturen und Chemikalien notwendig macht. Unraffiniertes Rapsöl enthält etwa 10% Omega-3 Fettsäuren, welche durch die hohen Temperaturen bei der Verarbeitung einen ekligen und ranzigen Geruch bekommen. Dieser Gestank muss durch einen Desodorierungsprozess neutralisiert bzw. überdeckt werden und dieser Prozess verwandelt einen großen Prozentsatz der Omega-3 Fettsäuren in Transfette.

Und dies ist das „gesunde“ Zeugs, mit dem sie gesättigte Fette ersetzen?Selbst wenn dies nicht der Fall wäre, würde Rapsöl eine schlechte Wahl als Öl zum Kochen darstellen, da man Omega-3 Fettsäuren niemals stark erhitzen sollte. „Das Rapsöl, das man für gewöhnlich in Supermärkten findet, wurde raffiniert, erhitzt und völlig zerstört,“ sagt Pescatore. "Doch selbst einige der anspruchsvollsten Gesundheitsautoren schreiben über dieses Produkt, als ob es gesund wäre, obwohl nichts weiter von der Wahrheit entfernt sein könnte.“

"Ich würde dieses Öl niemals verwenden," sagt Pescatore abschließend.

Ich stimme ihm zu.

Die Wahrheit über Blutgruppen Diäten

F: Ist an diesen so genannten “Bluttgruppen Diäten” irgendetwas dran?

A: Die Antwort lautet…vielleicht.
Ich wünschte, dass ich Dir die kurze Antwort geben könnte, die ich vor ein paar Jahren auf diese Frage gegeben habe: „Diäten, die auf Deiner Blutgruppe basieren, sind ernährungstechnische Astrologie!“ Aber die Wahrheit ist, dass ich mir nicht mehr so sicher wie damals darüber bin, dass dies nur Humbug ist, auch wenn die Art und Weise, auf die viele Leute dieses Thema interpretieren, ziemlicher Blödsinn ist.

Hier ist eine kurze Zusammenfassung der Theorie: Es gibt eine chemische Reaktion zwischen Deinem Blut und den Nahrungsmitteln, die Du isst, die durch eine Gruppe von Proteinen zustande kommt, die als Lektine bezeichnet werden. Laut Peter D'Adamo, dem Autor des Buches Eat Right for your Type, geschieht folgendes, wenn Du Nahrungsmittel isst, die Lektine enthalten, die nicht mit Deinem Bluttyp kompatibel sind: diese Lektine zielen auf bestimmte Organe ab und beginnen Blutzellen zu verkleben. Dies ist nicht lebensbedrohlich, beeinträchtigt jedoch Dein Wohlbefinden.

Laut Michael Lam, MD, MPH, werden 95% der Lektine, die Du aus der Nahrung aufnimmst, vom Körper abgebaut, die restlichen 5% jedoch nicht. Diese restlichen 5% gelangen in Deinen Blutkreislauf und können unterschiedliche Reaktionen mit unterschiedlichen Organen eingehen. Wenn Du noch nie etwas von diesem Zeug gehört hast, ist hier die Kurzversion:

  • Typ 0 ist der viel Protein und Fleisch essende Typ.
  • Type A ist der typische Tofu essende Vegetarier
  • Typ B und AB sind gemischte Typen, die fast alles essen können

Natürlich ist das Ganze etwas komplizierter, aber das sind die Grundlagen. Es gibt einige Untersuchungen – unter anderem von Laura Power, Ph.D. — bezüglich des Einflusses der Blutgruppe auf die Ernährung und es scheint so, als ob die Blutgruppe einer der bestimmenden Faktoren sein könnte, der darüber entscheidet, welche Nahrungsmittel für eine gegebene Person am besten sind. Aber es gibt hier mehr als nur ein paar Vorbehalte.

Zuerst einmal gibt es mehr als die vier Blutgruppen, über die Du in populärwissenschaftlichen Ernährungsbüchern liest. In Wirklichkeit gibt es alleine bei Menschen mit Blutgruppe A etwa 20 unterschiedliche Untergruppen. Diese Untergruppen weisen wichtige Unterschiede auf und reagieren nicht auf dieselbe Art und Weise auf bestimmte Nahrungsmittel.

Das zweite Problem ist, dass die Blutgruppe nur einer von vielen Faktoren ist. Ich habe z.B. mehr als eine Person vom Typ A gesehen, die sich bei einer vegetarischen Ernährung schlecht gefühlt hat. Und auch wenn Dein Bluttyp eigentlich mit Milchprodukten gut zurechtkommen sollte, könntest Du unter einer Laktoseintoleranz leiden, die das Ganze irrelevant macht.

Drittens berücksichtigen Menschen, die die Blutgruppe als ernsthaftes diagnostische Werkzeug und Hilfsmittel zur Ernährungsplanung verwenden, weit mehr als nur Deine Blutgruppe. Der Naturheilkundler und Arzt Dekker Weiss, NMD, ein Unterstützer der Blutgruppentheorie, hat mir erzählt, dass er alle möglichen zusätzlichen Tests neben der Bestimmung der Blutgruppe durchführt, um herauszufinden, wie er die Ernährung optimal für die besten Resultate personalisieren kann. Meine persönliche Meinung ist, dass die Verwendung von lediglich vier Blutgruppen als Basis für die Planung der gesamten Ernährung ziemlich dünn ist und ich denke, dass die meisten Unterstützer dieses Systems mir hier zustimmen werden. Selbst D'Adamo, der das ganze Thema überhaupt erst populär gemacht hat, biete ein intensives Seminar für Experten an, um zu zeigen, wie dieses System korrekt verwendet wird.

Und Laura Power, die die Untersuchungen durchgeführt hat, die ich erwähnt habe, hat aufbauend auf den Blutgruppendaten das entwickelt, was sie als die acht “Biotypen” bezeichnet. Ich selbst verwende die Blutgruppen Geschichte gerne als Party Trick. Wenn mir jemand erzählt, dass er ein großer Fleischesser ist und sich hiermit gut fühlt, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass er Blutgruppe 0 hat. Das funktioniert fast immer.

Stressbekämpfer, Müdigkeitskiller

F: Ist Rhodiola einen Versuch wert oder ist es nicht mehr als ein Hype?

A: Rhodiola ist tatsächlich etwas recht Gutes.
Rhodiola Rosea ist eine Pflanze, die in kalten Klimazonen wie den Alpen und Island wächst. Sie ist als Adaptogen bekannt, was bedeutet, dass sie Deine Stimmung verbessern kann, wenn Du Dich schlecht fühlst und Dich beruhigen kann, wenn Du erregt bist. Ein Adaptogen ist so etwas Ähnliches wie ein Thermostat, der die Temperatur in einer Wohnung reguliert. Ein Adaptogen wird zur Verbesserung der Stimmungslage, zu Reduzierung von Stress und zur Bekämpfung von Müdigkeit und Erschöpfung verwendet.

Und die Untersuchungen zum Thema sind vielversprechend.
Ein vom renommierten American Botanical Council im Jahr 2002 veröffentlichtes Review kam zur Schlussfolgerung, dass zahlreiche mit Rhodiola durchgeführte Studien zeigen, dass Rhodiola dabei hilft, Erschöpfung zu verhindern und Stress zu reduzieren. Laut Dr. Andrew Weil verbessert es außerdem die Immunfunktion und steigert die sexuelle Energie.

Eine Placebo kontrollierte, randomisierte Doppelblindstudie untersuchte die Wirkungen von Rhodiola auf körperliche Kapazität, Muskelkraft, Geschwindigkeit der Bewegung der Gliedmaßen, Reaktionszeit und Aufmerksamkeit bei gesunden Freiwilligen. Die Resultate dokumentierten, dass Rhodiola die Ausdauertrainingskapazität verbessern kann. (Int. J Sport Nutr Exerc Metab; 14(3): 298-307, 2004). Eine andere Studie untersuchte die Auswirkungen von Rhodiola an 40 Studenten während einer stressigen Examensperiode. Die signifikantesten Verbesserungen konnten im Bereich der körperlichen Fitness, der mentalen Erschöpfung und bei neuromotorischen Tests beobachtet werden. Bei der Rhodiola Gruppe konnten außerdem signifikante Verbesserungen des allgemeinen Wohlbefindens beobachtet werden. Der respektable Physicians Desk Reference for Herbal Medicines sagt, "Rhodiola könnte bei der Linderung mentaler und körperlicher Erschöpfung hilfreich sein und Ausdauertrainingsleistung und allgemeines Wohlbefinden verbessern.“

Die empfohlene Dosierung liegt bei 50 bis 200 mg pro Tag. Du solltest darauf achten, Rhodiola von einer Quelle mit gutem Ruf und nicht von irgendeinem Clown aus der Fernsehwerbung zu kaufen.

Süß!

F: In Deinem Buch The 150 Most Effective Ways to Boost Your Energy erwähnst Du Lo Han, einen Süßstoff. Was hat es hiermit auf sich? Ich habe bisher noch nie etwas von diesem Zeug gehört!

A: Lo Han ist der Name eines Süßstoffextrakts aus der Luo Han Guo Pflanze, die in den Bergen von Südchina wächst. Diese ist auch als Luo Han Guo und Luo Han Kuo bekannt Lo Han besitzt einen verschwindend geringen glykämischen Einfluss, ist sehr viel süßer als Zucker – etwa 250 mal süßer – und kann sowohl in heißen, als auch in kalten Nahrungsmitteln verwendet werden, was bedeutet, dass Du es zum Backen und Kochen verwenden kannst und Du es zu Kaffee oder Tee hinzugeben kannst.

Kommerzielle Lo Han Produkte wie Lo Han Sweet liefern pro Portion etwa 2 kcal.

Von hungrig zu geil

F: Gibt es irgendwelche Nahrungsmittel, die als Aphrodisiaka wirken?

A: Ich wünschte es gäbe so etwas.

Bierbäuche und schlechte Nahrungsmittel

F: Gibt es spezifische Nahrungsmittel oder Ernährungsschemata, die eine stärkere Fettansammlung im Bauchbereich zur Folge haben? Und kann Bier zu einem Bierbauch führen, da es bewirkt, dass Fett bevorzugt im Bauchbereich gespeichert wird?

A: Gibt es Nahrungsmittel, die eine Fettspeicherung im Bauchbereich hervorrufen? Ja: Nahrungsmittel mit zu vielen Kalorien und zu viel Zucker. Reicht Dir dies als Antwort?

Okay, ernsthaft, das ist eine gute Frage und hier ist die Antwort. Wenn Du die Insulinspiegel nach oben bringst, wie Du dies mit zuckerreichen Nahrungsmitteln oder stark verarbeiteten Kohlenhydraten tust, dann erhöhst Du die Wahrscheinlichkeit für die Entwicklung einer Insulinresistenz. Eine Insulinresistenz geht nahezu immer Hand in Hand mit einem dicken, fetten Bauch. In der Tat ist folgendes ein „low-Tech“ Test für eine Insulinresistenz: Wenn Du auf eine Wand zugehst, trifft Dein Bauch dann vor Dir die Wand? Ein Mann mit einem Bauchumfang von über 100 cm und eine Frau mit einem Bauchumfang von über 88 cm werden nahezu immer unter einer Insulinresistenz leiden. Du kannst eine Insulinresistenz mit einer kohlenhydratarmen Ernährung lindern. Es sind nicht nur Zucker und Kohlenhydrate, die Dich fett machen, aber sie erhöhen die Spiegel des Hormons Insulin, das auch als „Fettspeicherhormon“ bekannt ist, dramatisch.

Du könntest täglich 10.000 kcal in Form von Kokosöl zu Dir nehmen und Du wärst Fett wie ein Pferd, obwohl Kokosöl keine Kohlenhydrate enthält. Und Du kannst Fett wie ein Fass sein und das meiste Deines Fetts an Deinem Rücken oder Deinen Oberschenkeln, Deinen Hüften und Deinem Hintern mit Dir herumtragen. Wenn ich jedoch versuchen würde, einen Rettungsring im Bereich der Körpermitte zu meiden, dann wären das erste, was ich reduzieren würde, Zucker und verarbeitete Kohlenhydrate. Und was den Bierbauch angeht: Auch wenn viele Biersorten massig Kohlenhydrate enthalten, glaubt man, dass Bier östrogenartige Verbindungen enthalten könnte, die eine Fettspeicherung im Bereich Deiner Körpermitte fördern könnten.

Wie auch immer, wenn Du jeden Abend ein Sechserpack Bier trinkst, dann wirst Du alleine durch die Kalorien eine Fettspeicherung hervorrufen. Erinnere Dich daran, dass der Begriff Bierbauch nicht deshalb gewählt wurde, weil der Begriff Steakbauch bereits vergeben war.

Von Jonny Bowden
Quelle: https://www.t-nation.com/diet-fat-loss/question-of-nutrition-7

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