Fehler, die Frauen immer noch im Fitnessstudio machen

  • Fehler, die Frauen immer noch im Fitnessstudio machen

Fragliche Praktiken

Auch wenn sowohl Männer, als auch Frauen im Fitnessstudio vorhersehbare Fehler machen, sind einige der aktuellen Trends im Bereich des weiblichen Figurtrainings besonders fragwürdig. Als erstes wird man sich fragen, wer einige der dümmlichen Dinge, die man Frauen im Fitnessstudio mache sieht, verwendet – wie z.B. Trainingseinheiten, die ausschließlich aus Sprüngen und pseudo-polymetrischen Übungen bestehen.

Wie wäre es mit Trainingseinheiten, die nichts außer Trizeps Kickbacks umfassen, Übungen, die sich stark auf die Balance konzentrieren (wie Kurzhanteldrücken auf einem BOSU Balancetrainer stehend) und Multi-Tasking Übungen wie Ausfallschritte mit leichten Kurzhanteln, die Du bei jedem Ausfallschritt über dem Kopf nach oben drückst?

Zeitverschwendende Trainingseinheiten

Männer werden sich mit einer sehr viel größeren Wahrscheinlichkeit auf bewährte Grundübungen verlassen, die seit Jahrzehnten erfolgreich von Athleten für den Aufbau ihrer Körper verwendet werden – Kniebeugen, Druckübungen aller Art, Klimmzüge, Dips, Rudern, Kreuzheben und natürlich auch direktes Training für Arme, Bauchmuskeln und Waden.

Viele Frauen konzentrieren sich hingegen hauptsächlich auf Übungen, die so hohe Anforderungen an die sportlichen Fähigkeiten und/oder die Balance stellen, dass sie nicht mit ausreichend Gewicht ausgeführt werden können, um Kraft oder Hypertrophie signifikant zu verbessern. Ein gutes Beispiel hierfür ist, wenn Frauen gleichzeitig Ausfallschritte und Drücken über Kopf ausführen. Wenn diese Kurzhanteln leicht genug für Drücken über Kopf sind, dann werden sie nicht ausreichend schwer sein, um beim Ausfallschrittteil der Übung eine Herausforderung darzustellen. Oder Übungen wie Schulterdrücken auf einem BOSU Balancetrainer. Wenn Du auf einer instabilen Oberfläche stehst, wirst Du nicht dazu in der Lage sein ein Gewicht zu verwenden, das schwer genug ist, um die Zielmuskeln zu fordern.

Wenn Deine Trainingsziele primär stärker, schlanker oder muskulöser zu werden umfassen, dann müssen die Übungen, die Du ausführst, es Dir erlauben, eine signifikante Menge an Arbeit zu verrichten, was als das Bewegen einer spezifischen Masse über eine gegebene Distanz definiert ist. Übungen, die die Menge an Arbeit, die Du verrichtest, signifikant einschränken (oder sogar eliminieren), sind zum Zweck des Aufbaus von Kraft und Muskeln suboptimal. Mit anderen Worten ausgedrückt sind diese Übungen ziemlich nutzlos.

Übungen, die etwas bringen und Übungen, die nicht viel bringen

Die Übungen mit Gewichten, die für die meisten Trainierenden (Männer oder Frauen) am besten funktionieren, sind die Übungen, bei denen relativ schwere Gewichte über eine relativ große Distanz bewegt werden – natürlich mit einer ausreichenden Sicherheit. Dies ist der Grund dafür, dass viele Kraftsporttrainer und Athleten Kniebeugen mit einer Langhantel über die letzten Jahrzehnte als „Königin der Übungen“ bezeichnet haben. Einige würden Kreuzheben für diesen Titel vorschlagen, aber unabhängig von der eigentlichen Übung wirst Du verstehen, was ich meine. Zusätzlich hierzu bezeichnen mehr als ein paar Experten Dips und Klimmzüge als „Kniebeugen für den Oberkörper.

Es ist wichtig, die gemeinsamen Charakteristika dieser vier Übungen zu sehen. Die erlauben es Dir auf sichere Art und Weise ein schweres Gewicht über eine große Distanz zu bewegen. Und es sollte angemerkt werden, dass alle vier dieser Übungen eine ganze Reihe unterschiedlicher Muskeln gleichzeitig fordern.

Vergleiche diese Übungen mit einigen der Übungen, die wir alle Frauen kürzlich haben ausführen sehen – sowohl in Person, als auch in den sozialen Medien.

  • Bulgarische Spilt Kniebeugen mit dem hinteren Fuß in der Schlinge eines Schlingentrainers, während gleichzeitig ein paar leichte Kurzhanteln am Ende jeder Wiederholung nach oben gedrückt werden.
  • Eine Kniebeugen / gedrehte Ausfallschritte Kombo, die mit sehr leichten Gewichten für sehr viele Wiederholungen ausgeführt wird.
  • Eine Burpee / Klimmzug Kombo, die von einer hart arbeitenden Frau, die es gut meinte ausgeführt wurde, die nicht stark genug war, um eine korrekte Liegestütze oder einen korrekten Klimmzug auszuführen. Beide Übungen werden mit der schlechten und unsicheren Technik ausgeführt, die man erwarten würde.
  • Kniebeugen, die mit zusammen stehenden Knien und Füßen ausgeführt werden. Abgesehenen von den offensichtlichen Gefahren, die von dieser Übung hinsichtlich einer Instabilität ausgehen, reduziert der verwendete Stand den Bewegungsraum im Vergleich zu einer konventionelleren Platzierung der Füße dramatisch.

Warum trainieren so viele Frauen auf diese Art und Weise?

Warum sind weibliche Trainierende so anfällig dafür, die Tatsache zu ignorieren, dass sie, um signifikante Fortschritte erzielen zu können, ein relativ schweres Gewicht über eine große Distanz bewegen müssen?

Es ist wahrscheinlich, dass Frauen diese Techniken von anderen Fitness Profis lernen, die entweder Trainerinnen oder Wettkämpferinnen im Figurbereich sind. Aber unter der Annahme, dass dies der Fall ist, stellt sich die Frage, wie diese Fitness Profis auf solche bekloppten Ideen gekommen sind. Was sind die zugrunde liegenden Prämissen oder Gründe? Hier sind einige mögliche Erklärungen für dieses Mysterium.

1 – Angst, wie ein Mann auszusehen

Es gibt weiterhin einen hartnäckigen Mythos, dass mehr konventionelle Widerstandstrainingsübungen (d.h. die Übungen, die wirklich etwas bringen) nur dazu dienen werden Frauen maskuliner zu machen, was insbesondere bei einer Ausführung mit schweren Gewichten gelten soll. Dieser schädliche Fehler ist schwer auszumerzen. Es gibt die überwältigende Tendenz zu glauben, dass wir, wenn wir einfach das tun, was jemand anderes tut, dieselben Resultate erzielen werden. Das Problem besteht hierbei jedoch darin, dass wir unter Umständen nicht über dieselbe Genetik oder dieselben leistungssteigernden Substanzen verfügen.

Es ist ein klassischer Fall, bei dem eine Korrelation fälschlicherweise als Ursache angesehen wird. Wenn Frauen die muskelbepackten Körper von Profibodybuilderinnen und Kraftsportlerinnen sehen, dann hält sie dies davon ab, wie diese Frauen zu trainieren. Dies ist natürlich ein Fehler.

2 – Nicht auf gute Trainer zu hören

Wann immer Du als Trainer mit einem neuen Klienten beginnst, besteht die Gefahr eines geistigen Wettstreits. Viele Klienten haben feste Vorstellungen davon, was sie denken tun zu müssen und als Fitness Profi hast Du natürlich auch Deine Vorstellungen. Häufiger als man glauben mögen neigen Trainer dazu, nach und nach den schlecht informierten Wünschen ihrer Klienten nachzugeben, anstatt ihre Position als Profi zu verteidigen und auf guten Entscheidungen zu bestehen.

3 – Eine Überschätzung der Energiekosten der Übungen, die sie ausführen

Viele Männer machen denselben Fehler. Dies gilt insbesondere für Sprungübungen, die sehr anstrengend sind und deshalb die Vorstellung hervorrufen, dass sie viele Kalorien verbrennen. Und um fair zu sein, werden viele dieser Übungen pro Zeiteinheit mehr Kalorien als andere Übungen verbrennen. Bei dieser Denkweise gibt es jedoch ein paar Probleme:

  • Du kannst diese Übungen nicht über einen ausreichend langen Zeitraum ausführen, um einen hohen Kalorienverbrauch hervorzurufen.
  • Sprungübungen bergen ein hohes Risiko für Deine Gelenke – insbesondere für die Knie von Frauen. Wann immer Du die potentielle Verwendung einer Übung abwägst, musst Du das Kosten-Nutzen Verhältnis untersuchen. Wenige Vorzüge bei niedrigem Risiko bedeuten einen minimalen Wert. Wonach wir suchen sind Übungen mit niedrigem Risiko und großen Vorzügen.
  • Diese Übungen bewirken nicht viel – oder gar nichts, wenn es darum geht, Kraft oder Muskeln aufzubauen.

Das zugrundeliegende Problem besteht darin, dass Menschen dazu neigen anzunehmen, dass schwierig oder schmerzhaft mit „effektiv“ gleichgesetzt werden kann, auch wenn dies häufig nicht der Fall ist.

4 – Der Langeweile nachgeben

Ein wirklich effektives Training neigt dazu, eher monoton zu sein. Dies ist der Grund dafür, dass die meisten erfolgreichen Trainingsprogramme (wie z.B. P90X) alle auf einem großen Grad an Variabilität basieren. Trotzdem sind die meisten erfolgreichen Gewichtstrainingsprogramme vergleichsweise langweilig.

5 – Sie neigen zu dem, was sie am besten können

Dies ist die menschliche Natur. Frauen neigen dazu, bei Aufgaben, die mehr Beweglichkeit, Ausdauer und Komplexität bedürfen relativ gesehen besser zu sein und ihr Training neigt dazu, diese widerzuspiegeln.

6 – Sie engagieren frauenfeindliche Trainer

Ich habe über einen Zeitraum von mehreren Monaten eine handvoll männliche Trainer in einem lokalen kommerziellen Fitnessstudio beobachtet. Wenn sie einen männlichen Klienten haben, dann lassen sie ihn legitime, effektive Übungen wie Kniebeugen, Klimmzüge, rumänisches Kreuzheben, Schulterdrücken usw. ausführen.

Der nächste Klient ist häufig weiblich. Sie wird instruiert 10 Minuten auf dem Trainingsrad zu fahren, worauf 10 Minuten Arbeit mit der Schaumstoffrolle und laufen mit elastischen Bändern um die Knie folgt. Hiernach kommen ein paar Sumokniebeugen mit leichten Kettlebells, etwas Seitheben und ein paar Sätze Gluteusbrücken.

Die Probleme beschränken sich jedoch nicht auf ineffektive Übungen, sondern umfassen auch inadäquate Trainingsgewichte und zu viel Zeit, die mit vorbereitenden Aktivitäten verbracht wird. Zusätzlich hierzu zeigen diese Trainer echten Enthusiasmus, wenn sie mit männlichen Klienten trainieren, wogegen sie mit Desinteresse glänzen, wenn sie mit Frauen arbeiten – zumindest dann, wenn die Klientin nicht gerade besonders heiß ist. Diese Trainer respektieren und schätzen die Mehrzahl ihrer Klientinnen ganz einfach nicht.

3 Dinge, die Frauen richtig machen

Es gibt jedoch auch viele Dinge, die Männer im Fitnessstudio von Frauen lernen können.

  1. Männer neigen z.B. dazu, sich übermäßig stark auf das Gewicht auf der Stange und nicht ausreichend auf die Qualität der Bewegung und die Geist-Muskel Verbindung zu konzentrieren. Männern ist außerdem fast immer Quantität wichtiger als Qualität – und dies häufig zu ihrem Nachteil. Dies alles ist bei Frauen nicht der Fall.
  2. Frauen versuchen nie auf eine dämliche Art und Weise durch Schmerzen hindurch zu trainieren. Männer erlauben es hingegen häufig ihrem Ego, über den gesunden Menschenverstand zu dominieren. Das ist genauso dumm wie gefährlich.
  3. Zu guter Letzt neigen Frauen häufig dazu, sich als Anfängerinnen zu bezeichnen, auch wenn sie bereits über eine Menge Erfahrung verfügen, wogegen Männer aufgrund ihres Y-Chromosoms dazu neigen zu denken, dass sie von Geburt an wissen, wir man mit Gewichten trainiert. Das Resultat hiervon ist, dass Frauen im Vergleich zu Männern viel offener dafür sind, etwas zu lernen.

von Charles Staley
Quelle :https://www.t-nation.com/training/6-mistakes-women-are-still-making-in-the-gym

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