Ein Umfassender Überblick über unterschiedliche Proteinpulver und Proteinquellen

  • Ein Umfassender Überblick über unterschiedliche Proteinpulver und Proteinquellen

Ein Umfassender Überblick über unterschiedliche Proteinpulver und Proteinquellen

Der größte Vorteil von Protein Supplements ist nicht, dass man mit ihrer Hilfe mehr Muskeln als mit Fleisch, Fisch, Eiklar oder anderen vollwertigen Proteinnahrungsmitteln aufbauen kann. Der größte Vorteil sind Bequemlichkeit und Zweckdienlichkeit. Einen Proteindrink zu trinken oder einen Proteinriegel zu essen ist sehr viel bequemer, als eine Mahlzeit vorzubereiten, zu kochen und nach dem Kochen aufzuräumen und abzuspülen.

Proteinsupplements können besonders für vielbeschäftigte Bodybuilder sehr wertvoll sein, wenn man unterwegs oder auf de Arbeit ist. Sie können außerdem extrem wichtig sein, wenn man versucht ein oder zwei zusätzliche Proteinmahlzeiten zu sich zu nehmen, um die Aminosäurespiegel im Blut konstant zu halten.

Bei der Wahl seiner Proteinsupplements sollte man jedoch vorsichtig sein, denn nicht alle Proteinsupplements sind gleich. Einige heute zutage auf dem Markt erhältliche weniger als optimale Mahlzeitenersatzprodukte enthalten z.B. recht minderwertige Proteinquellen, die teilweise im Lauf des Herstellungsprozesses denaturiert wurden, während andere Produkte für einen besseren Geschmack große Mengen an Zucker enthalten.

Es gibt außerdem Produkte, die versuchen auf der Low Carb Welle mitzuschwimmen und anstelle von Kohlenhydraten große Mengen an hydrierten Ölen enthalten. Mehrere Studien haben gezeigt, dass hydrierte bzw. gehärtete Fette und Öle wichtige Stoffwechselprozesse des Körpers beeinträchtigen können. Diese Studien konnten zeigen, dass hydrierte Öle Schwäche und niedrige Energiespiegel verursachen, die Entgiftung des Körpers durch die Leber und die Insulinfunktion beeinträchtigen, die Testosteronspiegel senken und das Risiko für Herzerkrankungen erhöhen können. Dies sind natürlich alles Auswirkungen, die für Bodybuilder und Sportler alles andere als wünschenswert sind.

Ein anderer Vorteil von Proteinquellen in Form von Proteinsupplements besteht darin, dass sie in der Regel so hergestellt werden, dass sie schneller als Proteinquellen in Form von vollwertigen Nahrungsmitteln verdaut werden. Zusätzlich zur schnelleren Verdaulichkeit wird ein sehr hoher Prozentsatz eines guten Proteinpulvers aufgrund des Aminosäureprofils des Supplements und dem geringen Anteil an Laktose und Fett vollständig verdaut und vom Körper aufgenommen werden. Zahlreiche auf dem Markt erhältliche Proteinsupplements sind darüber hinaus teilweise hydrolysiert, d.h. in einzelne Aminosäuren und kurzkettige Peptide zerlegt, was zur Folge hat, dass sie noch schneller verdaut und vom Körper aufgenommen werden.

Proteinsupplements können außerdem andere signifikante Vorteile gegenüber Protein in Form von vollwertigen Nahrungsmitteln besitzen. Gute Proteinsupplements können den Körper mit den für den Aufbau von Muskelmasse und die Regeneration benötigten Aminosäuren versorgen, ohne hierbei zusätzliche, nicht benötigte Kalorien in Form von Fett oder Kohlenhydraten zu liefern. Einige der besseren Mahlzeitenersatzprodukte bieten ein optimiertes Nährstoffprofil, das man mit vollwertigen Nahrungsmitteln nur schwer erreichen kann.

Die folgenden Abschnitte dieses Artikels werden dem Leser nach dieser Einleitung zuerst einen Überblick über die gängigsten auf dem Markt in Form von Supplements erhältlichen Proteinquellen und Typen von Proteinsupplements liefern und dann näher auf die Herstellungsprozesse unterschiedlicher Proteinsupplements eingehen.

 

Die gängigsten in Form von Supplements erhältlichen Proteinquellen:

Ei Albumin Supplements:

Eiprotein – und insbesondere das Eiklar – wurde aufgrund seines sehr hohen Verhältnisses von essentiellen zu nichtessentiellen Aminosäuren lange Zeit als die beste Proteinquelle für Bodybuilder angesehen. Gleichzeitig hat Eiprotein aufgrund des hohen Cholesteringehalts des Eigelbs, der die Cholesterinspiegel im Blut geringfügig verschlechtern könnte, einen schlechten Ruf.

Aktuelle Untersuchungen zeigen jedoch, dass ein moderater Verzehr von Eiern – gleichbedeutend mit einem Ei pro Tag – bei gesunden Menschen das Risiko für Herz-Kreislauf Erkrankungen nicht erhöht, und sogar das Wohlbefinden verbessern kann, da Eier zahlreiche Nährstoffe wie Protein, Vitamin B12, Vitamin D, Riboflavin und Folsäure enthalten, die das Risiko für Herz-Kreislauf Erkrankungen senken können. Wenn es um Proteinsupplements, die Eiprotein als Proteinquelle enthalten, geht, dann ist das Cholesterin Thema in der Regel irrelevant, da die meisten dieser Produkte ausschließlich Protein aus dem Eiklar enthalten.

Doch aus wenn es sich bei Eiprotein um eine sehr gute Proteinquelle handelt, hat Eiprotein auch einige Nachteile, die dagegen sprechen, Eiprotein als alleinige Proteinquelle zur Deckung des Proteinbedarfs zu verwenden. Der erste Punkt ist, dass Eiprotein nur einen bescheidenen Gehalt an verzweigtkettigen Aminosäuren (BCAAs) aufweist, der unter dem BCAA Gehalt der meisten anderen gängigen, von Bodybuildern verwendeten Proteinquellen liegt. Wheyprotein enthält z.B. fast die doppelte Menge der für die Anregung der Proteinsynthese so wichtigen verzweigtkettigen Aminosäure Leucin. Ein weiterer Nachteil, der jedoch nur Produkte betrifft, die ausschließlich Eiklar enthalten, ist, dass Eiklar für sich alleine eine geringere biologische Wertigkeit als das Protein aus ganzen Eiern aufweist. Zusätzlich hierzu vertragen viele Menschen nur begrenzte Mengen an Eiprotein und reagieren auf größere Mengen mit Blähungen und einem aufgeblähten Bauch.

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Vollständiges Milchprotein

Milchprotein ist reich an Kalzium, Phosphor, Natrium, Kalium, Vitamin A, Thiamin, Riboflavin, Nikotinsäure und Vitamin B12. Bei „vollständigem Milchprotein“ handelt es sich um das Protein der Milch, das von anderen Bestandteilen der Kuhmilch wie Laktose und Fett durch eine Membrantrennung befreit wurde.

Da bei der Verarbeitung weder eine Veränderung des pH Wertes noch hohe Temperaturen zum Einsatz kommen, bleiben die meisten biologisch aktiven Proteinfraktionen der Kuhmilch, die in anderen Proteinquellen nur in begrenzten Mengen vorkommen, in deutlich höheren Mengen erhalten. Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass bioaktive Proteine, die sich in Wheyprotein und Casein wiederfinden, zwei der primären Risikofaktoren, die das Risiko für Herz-Kreislauf Erkrankungen erhöhen, reduzieren könnten: Bluthochdruck und Dyslipidämie.

Milchprotein stellt die ideale Mischung von Wheyprotein und Casein dar und liefert so die Vorzüge beider Proteinquellen. Diese Kombination liefert die erwähnten wichtigen bioaktiven Proteinfraktionen in Verbindung mit einer schnell einsetzenden und lange anhaltenden Aminosäurezufuhr, welche sowohl die Proteinsyntheserate erhöht als auch katabole Aktionen minimiert. Dies ist einer der Gründe dafür, dass vollständiges Milchprotein bei vielen Mahlzeitenersatzprodukten (MRPs) als Basis der Proteinmischung verwendet wird.

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Sojaprotein

Sojaprotein ist ein qualitativ hochwertiges Protein, das sowohl arm an gesättigten Fetten als auch reich an gesunden Verbindungen ist. Im Vergleich zu anderen Proteinquellen besitzt Sojaprotein für Bodybuilder jedoch keine besonderen Vorzüge. Im Gegensatz zu Casein handelt es sich bei Sojaprotein um ein relativ schnell verdauliches Protein, das jedoch nicht so schnell wie Wheyprotein verdaut wird. Darüber hinaus ist das Aminosäureprofil von Sojaprotein im Bezug auf eine Förderung des Muskelaufbaus dem von Milchprotein unterlegen. Für sich alleine bietet Sojaprotein also keine wirklichen Vorzüge für Bodybuilder, doch als Bereicherung eines bereits breiten Proteinspektrums kann es einige wichtige Vorzüge liefern.

 

Sojaprotein Isolat:

Sojaprotein Isolat weist im Vergleich zu einfachem Sojaprotein eine höhere biologische Wertigkeit auf. Zusätzlich hierzu konnte gezeigt werden, dass Sojaprotein Isolat die Ausschüttung von Schilddrüsenhormonen steigert, wodurch die Stoffwechselrate zur Förderung des Fettabbaus erhöht werden kann.

Der Isolationsprozess kann jedoch die Mengen an qualitativ hochwertigem Protein, Isoflavonen, essentiellen Fettsäuren, Ballaststoffen, Lecithin und anderen nützlichen Nährstoffen reduzieren, weshalb auch Sojaprotein Isolat für Bodybuilder als primäre Proteinquelle zur Förderung des Muskelaufbaus weniger gut geeignet ist.

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Casein:

Casein ist ein Protein, das genau wie Wheyprotein aus Milch isoliert wird. Eine der Komponenten von Casein namens K-Casein oder Kappa-Casein stabilisiert die Casein Micellen. Casein ist mit Kationen – primär Kalzium – verbunden. Diese Casein Micellen stellen einen Kalzium-Caseinat-Phosphat Komplex dar. Casein besteht zu 92% aus Protein. Auf dem Markt ist Casein primär als Kalzium Caseinat, Natrium Caseinat und micellares Casein erhältlich.

Einer der primären Vorzüge von Proteinen, die aus Casein hergestellt werden, besteht darin, dass sie direkter beim Vorgang des Muskelaufbaus als Wheyprotein verwendet werden, welches vom Körper gerne als alternative Energiequelle verwendet wird. Je geringer die Wahrscheinlichkeit ist, dass ein Protein zum Zweck der Energieversorgung herangezogen wird, desto mehr Kohlenhydrate wird man als Energiequelle verwenden. Je mehr Kohlenhydrate man verwendet, desto weniger Kohlenhydrate werden in Form von Fett gespeichert. Casein könnte also dabei helfen zu verhindern, dass man zu schnell Fett aufbaut, was einer der Gründe dafür ist, das Casein die bevorzugte Wahl für all diejenigen darstellen könnte, die versuchen ihre fettfreie Körpermasse zu optimieren.

Casein enthält außerdem hohe Mengen einer natürlichen Peptidform von Glutamin. Diese Peptidform hat den Vorteil, dass sie aufgrund des Peptidtransportsystems im Verdauungstrakt vom Körper besser aufgenommen wird. Aus diesem Grund werden Glutamin Peptide auch als die am besten bioverfügbare Form von Glutamin angesehen und man schätzt, dass ihre Absorptionsrate etwa doppelt so hoch wie bei L-Glutamin ausfällt.

Glutamin ist eine bedingt essentielle Aminosäure, die etwa 60% der freien Aminosäuren in der Skelettmuskulatur ausmacht. Glutamin ist bei Sportlern für seine positiven Auswirkungen auf die Wachstumshormonspiegel, die Testosteronspiegel, die Zellvoluminisierung, die Funktion des Immunsystems und die Proteinsynthese in der Muskulatur bekannt.

Ein weiterer Vorzug von Casein besteht darin, dass es eine zeitversetzte Freisetzung der Aminosäuren aufweist, die zur Folge hat, dass die bei der Verdauung von Casein freigesetzten Aminosäuren langsam und gleichmäßig über einen längeren Zeitraum in den Blutkreislauf freigesetzt werden. Diese zeitversetzte Wirkung beruht darauf, dass Casein im Magen ein Gel formt, das die Geschwindigkeit der Verdauung und die Zerlegung des Proteins in Aminosäuren und Peptide verlangsamt.

Aufgrund der gleichmäßig über einen längeren Zeitraum erhöhten Plasmaspiegel der Aminosäuren kann der Verzehr von Casein im Vergleich zu Wheyprotein zu einer positiveren Nettoproteinbilanz im Körper führen, weshalb Casein auch häufig als antikataboles Protein bezeichnet wird. Die Verhinderung eines Katabolismus kann ein optimales Umfeld für das Muskelwachstum schaffen. Die langsame, zeitversetzte Wirkung von Casein kann den katabolen Proteinabbau im Körper signifikant hemmen, wodurch Casein zur optimalen Wahl für die letzte Mahlzeit vor dem zu Bett Gehen wird, um bis zum Morgen einen kontinuierlichen Zufluss von Aminosäuren zu liefern.

Casein ist zwar nicht ganz billig und in der Regel teurer als Wheyprotein Konzentrat, doch es handelt sich hierbei auch um eine qualitativ hochwertige Proteinquelle ohne ernährungstechnische Nachteile.

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Wheyprotein:

Wheyprotein ist ein Milchprotein, das in Form von Molke als Nebenprodukt bei der Käseherstellung anfällt, welche früher als Abfallprodukt der Milchindustrie angesehen wurde. Wheyprotein ist eines der Proteine mit der höchsten biologischen Wertigkeit, das reich an den verzweigtkettigen Aminosäuren Leucin, Isoleucin und Valin ist, die beim Muskelaufbauprozess eine Schlüsselrolle spielen. Wheyprotein enthält mit bis zu 25% BCAAs den höchsten BCAA Anteil von allen Proteinsorten.

Wheyprotein wird als schnellwirksames Protein angesehen, da seine kurzen Proteinketten und Peptide vom Körper schnell verdaut und absorbiert werden können, so dass sie bereits 20 bis 30 Minuten nach dem Verzehr zur Verfügung stehen. Dies ist im Vergleich zu vollwertiger Nahrung und erst recht im Vergleich zu Casein extrem schnell. Diese Eigenschaft macht Wheyprotein zu einer exzellenten Proteinquelle für den Verzehr direkt nach dem Training, wenn es um eine schnelle Regeneration geht.

Wheyprotein besitzt darüber hinaus eine Reihe weiterer Vorzüge. Studien haben gezeigt, dass es eine Vielzahl bioaktiver Peptide und Protein Subfraktionen enthält, die unter anderem das Risiko für Herz-Kreislauf Erkrankungen senken können. Diese Verbindungen besitzen ACE hemmende, Opioid ähnliche, antithrombotische, cholesterinsenkende und antioxidative Eigenschaften.

Wheyprotein besitzt jedoch auch einige Nachteile gegenüber anderen Proteinsorten. So enthält Wheyprotein weniger Glutamin und Arginin als andere Proteinvarianten und ist zudem aufgrund seiner schnellen Verdauung weniger sättigend als langsam verdaulichere Proteine wie z.B. Casein.

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Casein Wheyprotein Mischungen:

Sowohl Wheyprotein als auch Casein besitzen positive und nützliche Eigenschaften. Sie werden mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten vom Körper aufgenommen und bewirken unterschiedliche stoffwechseltechnische Reaktionen. Wenn man sich die Eigenschaften von Casein und Wheyprotein ansieht, dann erkennt man schnell, dass sich diese beiden Proteine ideal ergänzen.

Ein hervorragendes Beispiel für eine Mischung aus Casein und Wheyprotein ist Milchprotein Isolat oder auch das natürliche Proteinspektrum von Milch. Casein Wheyprotein Mischungen sind sehr vorteilhaft, da das Casein die Verdauungsgeschwindigkeit des Wheyproteins verlangsamt und so eine zeitverzögerte Freisetzung eines Aminosäurespektrums in den Blutkreislauf ermöglicht , das das Beste aus Wheyprotein und Casein umfasst. Hierbei verzögert Casein die Verdauung von Wheyprotein natürlich nicht in dem Maße, dass sie der langsamen Verdauungsgeschwindigkeit von Casein vollständig entspricht.

Diese Kombination aus schneller und langsamer wirkenden Proteinen ist für eine Maximierung des Muskelwachstumsprozesses sehr gut geeignet, da diese Mischung alle Vorzüge eines qualitativ hochwertigen Wheyproteins – wie bioaktive Peptide, die das Risiko für Herz-Kreislauf Erkrankungen reduzieren können, Immunoglobuline, die die Immunfunktion unterstützen, ein der höchsten Konzentrationen an verzweigtkettigen Aminosäuren (BCAAs), eine hohe biologische Wertigkeit, hohe Mengen an wertvollen Proteinfraktionen wie Glykomakropeptide, Proteose Peptone, Lactoferrin, usw. – mit den Vorzügen von Casein – wie biologisch aktive Peptide, ein hoher Glutaminanteil, bioaktive ACE hemmende Casokinine, usw. – kombiniert.

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Protein Herstellungs- und Verarbeitungsmethoden

Neben der Wahl einer guten Proteinquelle ist es mindestens genauso wichtig, sich die Herstellungs- und Verarbeitungsprozesse näher anzusehen. Die Verarbeitung kann die Komponenten des Proteins, die im unverarbeiteten Rohmaterial vorhanden waren, vollständig verändern. Der Herstellungsprozess entscheidet außerdem darüber, ob wichtige Protein Mikrofraktionen, die z.B. bei Wheyprotein für die funktionalen Vorzüge verantwortlich sind, im Endprodukt noch intakt sind und weder denaturier bzw. zerstört, noch entfernt wurden.

 

Die Verarbeitung von Sojaprotein:

Der Prozess der Herstellung von Sojaprotein Isolat aus Sojabohnen umfasst eine Entfettung der zermahlenen Keime der Sojabohnen mit Hexanen, die Solubilisierung des entfetteten Proteins mit einem alkalischen Puffer, um unlösliche komplexe Kohlenhydrate zu entfernen und eine Entfernung der enthaltenen Stärke und anderer löslicher Bestandteile aus dem Protein in einer alkalischen Lösung.

Dieser letzte Schritt entfernt jedoch auch einige wichtige Proteinfraktionen. Zusätzlich hierzu kann die alkalische Behandlung des Proteins zu einer Hydrolyse in hierfür empfindlichen Regionen des Proteins führen. Das Resultat ist ein Proteinprofil, das sich vom Proteinprofil der ganzen Sojabohne mehr oder weniger deutlich unterscheidet.

Als Resultat hiervon besitzt Sojaprotein unter Umständen nicht all die positiven Gesundheitsvorzüge, die Sojaprodukten und Sojaprotein in seiner natürlichen Form zugeschrieben werden.

 

Die Verarbeitung von Milchprotein:

Micellares Casein:

Micellares Casein ist ein qualitativ sehr hochwertiges Protein, das ohne die Verwendung von Chemikalien hergestellt wird und deshalb in seiner natürlichen Form vorliegt.

Micellares Casein wird gelegentlich auch als Milchprotein Isolat oder Konzentrat bezeichnet. Bei diesen Bezeichnungen handelt es sich um das exakt gleiche Produkt, da beide zum größten Teil aus micellarem Casein und einer geringen Menge an Wheyprotein bestehen. Caseinate werden hingegen mit Hilfe einer chemischen Reaktion hergestellt. Auch wenn es sich bei Caseinaten um sehr reine Proteinprodukte handelt, sind sie doch denaturiert und deshalb von minderer Qualität.

Casein ist im Vergleich zu Wheyprotein recht stabil gegenüber einer Denaturierung durch eine Veränderung des pH Wertes oder durch Hitze. Viele Menschen verwechseln Casein mit Caseinat, welches durch eine Veränderung des sauren pH Wertes von Casein in Richtung eines neutraleren Wertes durch die Verwendung alkalischer Substanzen hergestellt wird. Das resultierende Caseinat ist besser als Casein in Wasser löslich und wird als sensorisch angenehmer empfunden. Casein bildet hingegen in seiner nativen micellaren Struktur in Wasser eine stabile Suspension und enthält eine Reihe biologisch aktiver Peptidsequenzen, die für Sportler von großem Wert sein können.

 

Wheyprotein Konzentrate:

Wheyprotein Konzentrate werden aus Süßmolke hergestellt, aus der das meiste an Fett und Laktose sowie andere unerwünschte Bestandteile entfernt werden. Wheyprotein Konzentrate werden bei niedrigen Temperaturen und leicht sauren Bedingungen verarbeitet. Die niedrige Verarbeitungstemperatur und der Filtrierungsprozess in einem leicht sauren Umfeld stellen sicher, dass über 90% des enthaltenen Proteins intakt bleibt, wodurch das Endprodukt weiterhin die meisten der aktiven Peptide der Molke, die für das Wachstum wichtig sind, enthält.

Wheyprotein Konzentrate bestehen typischerweise aus 70 bis 80% Protein, etwa 3 bis 5% Fett und 5 bis 10% Kohlenhydraten, wobei diese Werte je nach Qualität und Hersteller variieren. Wheyprotein Konzentrate enthalten im Gegensatz zu Wheyprotein Isolaten, die z.T. nur 1% Laktose oder weniger enthalten, 5 bis 10% Laktose.

Ein Grund dafür, dass Wheyprotein Konzentrate im Bereich der Supplementindustrie so beliebt sind, sind die recht günstigen Herstellungskosten. Die Hersteller können ihr Produkt als 100% Wheyprotein bezeichnen, was jedoch nicht unbedingt etwas über die wahre Qualität des Produktes aussagt.

Im Vergleich zu Wheyprotein Konzentrat stellt ein gutes Wheyprotein Isolat wahrscheinlich die bessere Wahl dar, die eine höhere Bioverfügbarkeit aufweist. Dies bedeutet natürlich in keinster Weise, dass Wheyprotein Konzentrate schlecht sind. In Kombination mit anderen guten Proteinquellen und harten Trainingseinheiten können sie dem Anwender zu guten Zuwächsen verhelfen, wobei einige Experten jedoch der Ansicht sind, dass Wheyprotein Isolate in besseren Zuwächsen resultieren und deshalb bevorzugt werden sollten.

 

Wheyprotein Isolat:

Qualitativ hochwertiges Wheyprotein Isolat liefert Schlüsselmikrofraktionen wie Alpha-Lactalbimun und Glykomakropeptide, welche beide die Funktion des Immunsystems positiv beeinflussen können, sowie eine sehr hohe Konzentration an verzweigtkettigen Aminosäuren BCAAs, welche die fettfreie Muskelmasse positiv beeinflussen und den Muskelabbau reduzieren können. Darüber hinaus erhöht ein qualitativ hochwertiges Wheyprotein Isolat die Glutathionspiegel des Körpers, welches das wirkungsvollste natürliche Antioxidans des Körpers ist und eine Schlüsselverbindung des Immunsystems darstellt. Zusätzlich hierzu zeichnet sich Wheyprotein Isolat durch eine sehr gute Verdaulichkeit und eine sehr hohe Absorptionsrate aus und enthält nur Spuren von Laktose und Fett.

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Ionengetauschtes Wheyprotein:

Dieser Herstellungsprozess wurde vor über 20 Jahren entwickelt und funktioniert über positive und negative Ladungen von Bestandteilen des Wheyproteins. Unter Verwendung elektrischer Ladungen kann so gezielt ausschließlich das Protein isoliert werden.

Ionengetauschtes Wheyprotein Isolat wird aus Süßmolke hergestellt und der Ionenaustauschprozess liefert ein Endprodukt, das mehr als 90% Protein – und somit deutlich mehr als die 70 bis 80% Protein bei Wheyprotein Konzentrat – enthält. Ionengetauschtes Wheyprotein Isolat ist gut in Flüssigkeiten löslich und besitzt einen angenehmen Geschmack.

Der Hauptnachteil von ionengetauschtem Wheyprotein besteht darin, dass wichtige Peptide und Mikrofraktionen des Wheyproteins denaturiert und somit nutzlos werden. Dies ist ein wichtiger Punkt, den selbst wenn ein ionengetauschtes Wheyprotein Isolat einen deutlich höheren Proteingehalt als ein gutes Wheyprotein Konzentrat besitzt, kann es aufgrund der geringeren Menge an intakten, nicht denaturierten Peptiden unter umständen weniger effektiv als ein qualitativ hochwertiges Wheyprotein Konzentrat sein.

Ein weitrer potentieller Nachteil von ionengetauschtem Wheyprotein Isolat besteht darin, dass es hohe Anteile an Beta-Lactalbumin und Alpha-Lactalbumin enthalten kann, deren Verhältnisse sich deutlich von denen unterscheiden, die man in Milch vorfindet.

Zusätzlich hierzu enthält ionengetauschtes Wheyprotein Isolat keine nennenswerten Mengen an biologisch aktiven Wheyprotein Fraktionen wie z.B. Lactoferrin. Dies hängt damit zusammen, dass der Ionenaustauschprozess die kleineren biologisch aktiven Wheyprotein Fraktionen nicht mit isolieren kann. Dies ist ein entscheidender Nachteil, da es zahlreiche Studien gibt, die zeigen, dass biologisch aktive Wheyprotein Fraktionen wie Glykomakropeptide, Proteose Peptone und Lactoferrin wichtige Gesundheitsvorzüge besitzen. So besitzt Lactoferrin z.B. eine anregende Wirkung auf das Immunsystem, sowie starke antivirale Eigenschaften.

 

Mikrofiltriertes Wheyprotein:

Die Mikrofiltration, welche auch als Ultrafiltration bekannt ist, ist ein Prozess, bei dem Filtermembrane zum Einsatz kommen, um Fett und Laktose aus der Molke herauszufiltern. Das resultierende Wheyprotein enthält bis zu 85% Protein und nur 1% Fett.

Der primäre Nachteil der Ultrafiltration im Vergleich um Ionenaustauschverfahren besteht darin, dass filtriertes Wheyprotein nicht ganz so rein ist. Echtes ionengetauschtes Protein kann einen Proteinanteil von über 90% reinem Protein erreichen, während filtrierte Wheyprotein Isolate durchschnittlich 85 bis 87% reines Protein enthalten. Filtrierte Wheyprotein Isolate enthalten außerdem geringfügig mehr Fett und Laktose als ionengetauschtes Wheyprotein Isolat, wobei diese Unterschiede in der Praxis nicht wirklich relevant sind.

Filtriertes Wheyprotein besitzt jedoch auch entscheidende Vorteile, die seine geringfügigen Nachteile bei weitem wieder wett machen. Der primäre Vorteil besteht darin, dass filtriertes Wheyprotein Isolat deutlich höhere Mengen wertvoller Wheyprotein Fraktionen wie Glykomakropeptide, Proteose Peptone und Lactoferrin enthält.

 

Cross Flow mikrofiltriertes Wheyprotein:

Die Cross Flow Filtrationsmethoden wurden entwickelt, um einige der Denaturierungsprobleme zu lösen, die bei der Ionenaustauschmethode auftreten. Die Cross Flow Filtrationsmethode ähnelt dem Mikrofiltrationsprozess.

Dieser Prozess wird verwendet, um ein sehr gut lösliches Protein zu erhalten, das einen höheren Kalziumgehalt aufweist. Darüber hinaus enthält Cross Flow mikrofiltriertes Wheyprotein einen guten Anteil an verzweigtkettigen Aminosäuren. Da der Herstellungsprozess für dieses Wheyprotein patentiert wurde und Lizenzgebühren anfallen, ist Cross Flow mikrofiltriertes Wheyprotein etwas teurer, doch es ist seinen Mehrpreis wert, wenn man über das notwendige Budget verfügt.

Der Cross Flow Mikrofiltrationsprozess produziert ein Wheyprotein Isolat, das mehr als 90% Protein und weder Fett noch Laktose enthält und anders als beim Ionenaustauschprozess bleiben beim Cross Flow Mikrofiltrationsprozess nahezu 100% des Proteins und der wichtigen Peptide intakt.

 

Proteinhydrolysate:

Proteinhydrolysate sind Proteine, die durch Enzyme in kurze Aminosäureketten, die auch als Peptide bezeichnet werden, aufgebrochen wurden. Proteinhydrolysate sind leichter verdaulich und weisen im Vergleich zu nicht hydrolysierten Proteinen in der Regel ein geringeres Potential für allergische Reaktionen auf.

Hydrolysiertes Protein enthält Peptide, die aufgrund des Peptid Transportsystems im Verdauungstrakt gut absorbiert werden können, Studien haben gezeigt, dass hydrolysiertes Protein innerhalb der Hälfte der Zeit, die für die Absorption von intaktem Protein notwendig ist, absorbiert werden kann. Der Vorzug hiervon besteht darin, dass die schnelle Zufuhr den Körper mit Nährstoffen versorgen kann, wenn er diese Nährstoffe am dringendsten benötigt, wie dies z.B. direkt nach einem Training mit Gewichten für eine schnellere Regeneration und einen gesteigerten Aufbau von Muskelmasse der Fall ist.

Ein Nachteil hydrolysierter Proteine besteht jedoch darin, dass die thermische Wirkung des Proteins verloren geht. Unter der thermischen Wirkung versteht man die Energie, die der Körper aufbringen muss, um das Protein zu verdauen, zu absorbieren und zu verarbeiten. Diese thermische Wirkung liegt bei zwischen 20 und 30% der in Form von Protein zugeführten Kalorien. Ein weiterer potentieller Nachteil dürfte darin bestehen, dass durch die Wärmebehandlung und den enzymatischen Aufspaltungsprozess viele der wichtigen Protein Mikrofraktionen inklusive aller Wachstumsfaktoren und Immunoglobuline zerstört werden können.

Bei richtiger und gezielter Verwendung kann hydrolysiertes Protein trotzdem im Bezug auf die Proteinsynthese effektiver als vollständige Proteine sein, da es schneller in den Blutkreislauf gelangt.

Hydrolysiertes Wheyprotein ist reich an L-Glutamin und an antikatabolen verzweigtkettigen Aminosäuren (BCAAs).

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Lactalbumin:

Lactalbumin ist ein Proteinpulver, das unter Verwendung eines Prozesses, der große Hitze und Säure umfasst, hergestellt wird. Aufgrund der Hitze und der Säure werden die meisten im Wheyprotein enthaltenen Proteinfraktionen denaturiert oder aufgebrochen. Aus diesem Grund stellt Lactalbumin keine gute Wahl dar.

Quelle: http://www.bodybuilding.com/fun/protein5.htm#1

 

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