Die Wahrheit über die Nebenwirkungen von Aspartam

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Die Aspartamkontroverse

Aspartam ist einer der beliebtesten auf dem Markt erhältlichen künstlichen Süßstoffe. Die Wahrscheinlichkeit ist sehr groß, dass Du, oder jemand, den Du kennst, innerhalb der letzten 24 Stunden ein aspartamhaliges Diätgetränk getrunken hat. Laut einer Untersuchung des amerikanischen Centers for Disease Control and Prevention haben ein Fünftel aller US Amerikaner im Jahr 2010 jeden Tag Diätgetränke konsumiert (1).

Auch wenn dieser Süßstoff sich weiterhin einer großen Beliebtheit erfreut, ist er im Laufe der letzten Jahre immer mehr zu einer kontrovers diskutierten Verbindung geworden. Viele Gegner von Aspartam behaupten, dass dieser Süßstoff schlecht für die Gesundheit ist. Es gibt außerdem Behauptungen bezüglich von Langzeitschäden, die von einem dauerhaften Aspartamkonsum ausgehen.

Unglücklicherweise gibt es trotz ausgiebiger Untersuchungen bis jetzt keinen Konsens darüber, ob Aspartam tatsächlich schädlich ist.

 

Was ist Aspartam?

Aspartam wird auch unter den Markennamen NutraSweet und Equal vermarktet. Dieser Süßstoff kommt außerdem in vielen verarbeiteten Produkten zum Einsatz, die als Diätnahrungsmittel verkauft werden.

Die Zutaten, aus denen Aspartam besteht, sind Asparaginsäure und Phenylalanin. Bei beiden dieser Verbindungen handelt es sich um natürlich vorkommende Aminosäuren. Asparaginsäure wird vom menschlichen Körper produziert und Phenylalanin ist eine essentielle Aminosäure, die wir über die Nahrung zu uns nehmen.

Wenn der Körper Aspartam verarbeitet, dann wird ein Teil hiervon zu Methanol abgebaut. Auch der Konsum von Obst, Obstsaft, fermentierten Getränken und einigen Gemüsesorten kann entweder in einer direkten Zufuhr oder in einer Produktion von Methanol resultieren. Im Jahr 2014 stellte Aspartam die größte Quelle für Methanol in der amerikanischen Ernährung dar (2).

Methanol ist in größeren Mengen toxisch, doch auch geringere Mengen können bedenklich sein, wenn sie mit freiem Methanol kombiniert wird, da dieses die Absorption erhöht. Freies Methanol ist in einigen Nahrungsmitteln vorhanden und entsteht außerdem, wenn Aspartam erhitzt wird. Regelmäßig konsumiertes freies Methanol kann zu einem Problem werden, da es zu Formaldehyd abgebaut wird, welches als Karzinogen bekannt ist.

Die Food Standards Agency in Großbritannien hat jedoch die Aussage getroffen, dass selbst bei Kindern, die große Mengen an Aspartam konsumieren die maximale unkritische Menge an Methanol nicht erreicht wird. Darüber hinaus wurde darauf hingewiesen, dass Obst und Gemüse für ihre Gesundheitsvorzüge bekannt sind, die Methanolzufuhr durch diese Quellen im Bereich der Forschung keine hohe Priorität hat.

Wie Dr. Alan Gaby, im Alternative Medicine Review im Jahr 2007 berichtete, könnte Aspartam, das sich in kommerziellen Produkten oder erhitzten Getränken wiederfindet, ein Auslöser für Krampfanfälle sein und sollte deshalb in Fällen eines schwierigen Managements von Krampfanfällen berücksichtigt werden (3).

 

Aspartam Zulassung

Eine Reihe von Behörden und Gesundheitsorganisationen, hat sich positiv bezüglich der Sicherheit von Aspartam ausgesprochen und diesen Süßstoff zugelassen. Hierzu gehören unter anderem:

  • U.S. Food and Drug Administration (FDA)
  • United Nations Food and Agriculture Organization
  • World Health Organization
  • American Heart Association
  • American Dietetic Association

 

Im Jahr 2013 führte die European Food Safety Authority (EFSA) ein Review von über 600 Datensätzen von Aspartam Studien durch (4). Es wurde kein Grund gefunden, Aspartam vom Markt zu nehmen. Das Review berichtete von keinerlei Sicherheitsbedenken bei einer normalen oder erhöhten Zufuhr.

Auf der anderen Seite haben künstliche Süßstoffe eine lange Geschichte von Kontroversen. Aspartam wurde zu der Zeit entwickelt, zu der die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA die künstlichen Süßstoffe Cyclamat und Saccharin vom Markt nahm (5). Laboruntersuchungen hatten gezeigt, dass massive Dosierungen dieser beiden Verbindungen bei Labortieren Krebs und andere Krankheiten hervorriefen.

Während Aspartam von der amerikanischen Gesundheitsbehörde zugelassen wurde, hat die Verbraucherschutzorganisation Centre for Science in the Public Interest zahlreiche Studien zitiert, die Probleme mit diesem Süßstoff nahelegen, wozu auch eine Studie der Harvard School of Public Health gehört (6).

 

Produkte mit Aspartam

Wann immer ein Produkt die Aufschrift “zuckerfrei” trägt, bedeutet dies für gewöhnlich, dass es anstelle von Zucker einen künstlichen Süßstoff enthält. Auch wenn nicht alle zuckerfreien Produkte Aspartam enthalten, gehört Aspartam zu den beliebtesten Süßstoffen. Es ist in vielen verpackten Nahrungsmitteln enthalten.

Einige Beispiele für aspartamhaltige Produkte umfassen:

  • Diätgetränk
  • Zuckerfreie Eiscreme
  • Zuckerfreie Kaugummis
  • Joghurt
  • Zuckerfreie Süßigkeiten

 

Die Verwendung anderer Süßstoffe kann dabei helfen, die Aspartamzufuhr zu reduzieren. Falls man Aspartam jedoch völlig meiden möchte, muss man auf die Etiketten von Nahrungsmitteln schauen.

Nebenwirkungen von Aspartam

Laut der American Cancer Society ist Aspartam etwa 200 mal süßer als Zucker, was bedeutet, dass nur eine sehr geringe Menge benötigt wird, um Speisen und Getränken einen süßen Geschmack zu verleihen (7). Die akzeptable tägliche Zufuhr beträgt laut FDA und EFSA:

  • FDA: 50 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht
  • EFSA: 40 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht

 

Eine Dose eines mit Aspartam gesüßten Erfrischungsgetränks enthält etwa 185 Milligramm Aspartam. Eine 70 Kilo schwere Person müsste also mehr als 15 bzw. 18 Dosen eines solchen Getränks pro Tag konsumieren, um diese Mengen zu überschreiten.

Menschen, die unter einer als Phenylketonurie bekannten Stoffwechselstörung leiden, sollten Aspartam hingegen überhaupt nicht zu sich nehmen. Auch Menschen, die Medikamente zur Behandlung einer Schizophrenie einnehmen, sollten von einem Aspartamkonsum absehen.

 

Phenylketonurie

Menschen, die unter einer Phenylketonurie leiden, weisen zu hohe Phenylalaninspiegel im Blut auf. Phenylalanin ist eine essentielle Aminosäure, die sich in Proteinquellen wie Fleisch, Fisch, Eiern und Milchprodukten wiederfindet. Gleichzeitig stellt Phenylalanin einen der beiden Bestandteile von Aspartam dar.

Menschen, die unter dieser Stoffwechselstörung leiden, sind nicht dazu in der Lage Phenylalanin korrekt zu verstoffwechseln. Wenn man unter dieser Krankheit leidet, dann wirkt Aspartam stark toxisch.

 

Tardive Dyskinesie

Man glaubt, dass eine tardive Dyskinesie eine Nebenwirkung einiger Medikamente zur Behandlung einer Schizophrenie darstellt. Das in Aspartam enthaltene Phenylalanin könnte die mit einer tardiven Dyskinesie in Verbindung stehenden unkontrollierten Muskelbewegungen verstärken.

 

Andere

Anti-Aspartam Aktivisten behaupten, dass es eine Verbindung zwischen Aspartam und einer Vielzahl von Leiden inklusive der Folgenden gibt:

  • Krebs
  • Krampfanfälle
  • Kopfschmerzen
  • Depressionen
  • Aufmerksamkeitsdefizit Hyperaktivitätsstörung (ADHS)
  • Schwindel
  • Gewichtszunahme
  • Geburtsdefekte
  • Lupus
  • Alzheimer
  • Multiple Sklerose

 

Zahlreiche Untersuchungen haben versucht eine Verbindung zwischen Aspartam und diesen Leiden herzustellen oder zu widerlegen, doch bisher haben diese Studien inkonsistente Ergebnisse geliefert. Einige Quellen berichten von erhöhten Risiken, Symptomen oder einer Verschlimmerung bestimmter Leiden, während andere keine negativen Auswirkungen von Aspartam feststellen konnten (8).

 

Die Auswirkungen von Aspartam auf Diabetes und Gewichtsverlust

Wenn es um Diabetes und Gewichtsabbau geht, besteht einer der ersten Schritte, den Menschen unternehmen, darin, leere Kalorien aus ihrer Ernährung zu eliminieren. Dies umfasst häufig auch Zucker.

Aspartam hat sowohl Vorzüge, als auch Nachteile, wenn es um Diabetes und Übergewicht geht. Die Mayo Klinik hat die Aussage getroffen, dass künstliche Süßstoffe im Allgemeinen für Diabetiker nützlich sind (9). Dies bedeutet jedoch nicht notwendigerweise, dass Aspartam den besten Süßstoff der Wahl darstellt.

Künstliche Süßstoffe können außerdem dabei helfen, die Gewichtsabbauanstrengungen zu unterstützen, doch dies ist im Allgemeinen nur dann der Fall, wenn man vor Beginn der Gewichtsabbauanstrengungen eine Menge zuckerhaltige Produkte konsumiert hat. Der Wechsel von zuckerhaltigen Produkten zu Produkten mit künstlichen Süßstoffen könnte außerdem das Kariesrisiko reduzieren.

Laut einer Studie wiesen Ratten, die mit Aspartam gefüttert wurden eine niedrigere Gesamtkörpermasse auf (10). Ein Vorbehalt bei dieser Studie ist, dass diese Ratten sowohl mehr Darmbakterien, als auch erhöhte Blutzuckerspiegel aufwiesen. Diese Erhöhung der Blutzuckersiegel wurde außerdem mit einer Insulinresistenz in Verbindung gebracht.

Die wissenschaftliche Studienlage zur Frage, wie Aspartam und andere Süßstoffe diese und andere Erkrankungen beeinflussen, ist alles andere als schlüssig.

 

Natürliche Alternativen zu Aspartam

Die Kontroverse zum Thema Aspartam hält an. Verfügbare wissenschaftliche Daten legen keine langfristigen negativen Nebenwirkungen nahe, aber das letzte Wort ist noch nicht gesprochen und die Forschung dauert an. Bevor Du jetzt wieder zu einer Verwendung von Zucker übergehst ( der kalorienreich ist, aber keinen wirklichen Nährwert hat), kannst Du natürliche Alternativen zu Aspartam in Betracht ziehen, zu denen unter anderem Folgende gehören:

  • Honi
  • Ahornsirup
  • Agavennektar
  • Obstsäfte
  • Steviablätter

 

Doch auch wenn diese Produkte im Vergleich zu künstlichen Süßstoffen wie Aspartam natürlicher sind, solltest Du diese trotzdem nur in begrenzten Mengen verwenden. Genau wie Zucker können auch natürliche Alternativen zu Aspartam eine Menge Kalorien bei nur geringem oder nicht vorhandenem Nährwert liefern.

 

Die Zukunft von Aspartam

Die öffentlichen Bedenken zum Thema Aspartam bleiben weiterhin bestehen. Wissenschaftliche Untersuchungen haben keine konsistenten Hinweise auf schädliche Wirkungen gefunden, was Aspartam für eine tägliche Verwendung akzeptabel macht.

Aufgrund der heftigen Kritik haben viele Menschen Schritte unternommen, künstliche Süßstoffe komplett zu meiden, doch viele andere, die bewusst auf ihre Zuckerzufuhr achten, verwenden weiterhin künstliche Süßstoffe.

Wenn es um Aspartam geht, besteht die beste Vorgehensweise genau wie bei Zucker und anderen Süßstoffen wahrscheinlich darin, diesen Süßstoff in begrenzten Mengen zu verwenden.

 

Referenzen:

  1. https://www.cdc.gov/nchs/data/databriefs/db109.pdf
  2. https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0306987715002443#b0005
  3. http://www.diet-studies.com/open/Gaby2007-open.pdf
  4. http://www.efsa.europa.eu/en/efsajournal/pub/3496.htm
  5. https://www.fda.gov/media/89206/download
  6. https://cspinet.org/eating-healthy/chemical-cuisine#aspartame
  7. https://www.cancer.org/cancer/cancer-causes/aspartame.html
  8. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5591507/
  9. http://www.mayoclinic.org/healthy-lifestyle/nutrition-and-healthy-eating/in-depth/artificial-sweeteners/art-20046936
  10. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25313461

 

Quelle: https://www.healthline.com/health/aspartame-side-effects#outlook

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