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Vitamin E

Vitamin E

Vitamin E (Tocopherole)

Tocopherole kommen in der Natur als ölige Flüssigkeiten vor. Chemisch gesehen sind Tocopherole Chromanderivate mit einer Isoprenoidseitenkette (Phytol) in 2-Stellung. Tocopherol gehört zur Gruppe der Terpenoide.

Aufgabe/Funktion

Die bedeutendste in der Natur vorkommende Verbindung mit Vitamin-E-Aktivität ist α-Tocopherol. Das im Wesentlichen in Sojaprodukten vorkommende γ-Tocopherol zeigt nur geringe Aktivität. Eine seiner wichtigsten Funktion ist die eines lipidlöslichen Antioxidans, das in der Lage ist, mehrfach ungesättigte Fettsäuren in Membranlipiden, Lipoproteinen und Depotfett vor einer Zerstörung durch Oxidation (Lipidperoxidation) zu schützen. Freie Radikale würden die Doppelbindungen der Fettsäuren der Zell- und Organellmembranen angreifen. Tocopherol wirkt als Radikalfänger, in dem es selbst zu einem reaktionsträgen, da mesomeriestabilisierten Radikal wird:

Vitamin E hat bei manchen Tieren eine Funktion in der Steuerung der Keimdrüsen und wird daher auch als Antisterilitätsvitamin bezeichnet. Der menschliche Körper kann es speichern, so dass eine einmalige Gabe für längere Zeit wirken kann. Vitamin E soll gleichermaßen vor Herzinfarkten, Krebs und Alzheimer schützen, den Alterungsprozess verlangsamen, die roten Blutkörperchen schützen, Muskeln und Nerven stärken, wirkt im Stoffwechsel der Steroidhormone, die Durchblutung verbessern und Gefäßablagerungen verhindern.

Beim Zubereiten von Speisen liegen die durchschnittlichen Zubereitungsverluste bei 10%. Beim Wiedererhitzen von Bratfett wird das restliche Vitamin zerstört.

Potentielle Gesundheitsvorzüge von Vitamin E

Als Antioxidans wird Vitamin E häufig für seine Fähigkeit angepriesen, oxidativen Stress zu bekämpfen, der Zellen im Laufe von Jahren und Jahrzehnten beschädigt. Einige Heilpraktiker glauben, dass dies einige altersbedingte Leiden inklusive Herzkrankheiten, Diabetes, Alzheimer und Krebs verhindern oder hinauszögern kann.

Man glaubt außerdem, dass diese Wirkungen den Alterungsprozess hinauszögern können, wenn Vitamin E als Hautlotion oder Creme auf die Haut aufgetragen wird (2).

Weitere potentielle Gesundheitsvorzüge umfassen Folgende:

Vitamin E könnte Schwangerschaftskomplikationen verhindern

Vitamin E wird für gewöhnlich im späten Stadium der Schwangerschaft eingesetzt, um das Risiko für Präeklampsie zu reduzieren – eine verheerende Komplikation, die durch einen rapiden Anstieg des Blutdrucks verursacht wird.

Ein im Jahr 2015 veröffentlichtes Studienreview fand jedoch nicht genügend Beweise, um diese Art der Anwendung zu unterstützen (3).

Vitamin E könnte sich positiv auf das Nervensystem auswirken

Vitamin E unterstützt die Weiterleitung elektrischer Signale zwischen Nervenzellen im Gehirn und im Körper. Aus diesem Grund glauben einige, dass Vitamin E bei der Behandlung von Störungen des Nervensystems wie Alzheimer oder Epilepsie helfen könnte. Die wissenschaftliche Datenlage hierzu ist jedoch durchwachsen.

Auch wenn es einige Hinweise darauf gibt, dass Vitamin E eine Abnahme der Gedächtnisleistung bei Patienten mit moderat schwerer Alzheimererkrankung verlangsamen kann, gibt es nur wenige bis keine Hinweise darauf, dass es ein Fortschreiten der Erkrankung verhindern oder sogar zu einer Verbesserung des Krankheitszustandes führen kann (4).

Ein Bereich, in dem Vitamin E Supplements hilfreich sein können, ist die Behandlung einer Ataxie – eine angeborene Bewegungsstörung, die mit einem schweren Vitamin E Mangel in Verbindung steht. Vitamin E Supplements gehören zur Standardbehandlung dieses Leidens und es konnte gezeigt werden, dass sie in einige Fällen die Beweglichkeit verbessern können (5).

Vitamin E hat sich außerdem als hilfreich bei der Verhinderung einer medikamenteninduzierten periphären Neuropathie erwiesen. Es gibt Hinweise darauf, dass Vitamin E Supplements die Zerstörung der isolierenden Schutzschicht der Nervenzellen, die als Myelinscheide bekannt ist, durch die langfristige Verwendung bestimmter Medikamente inklusive HIV Medikamente oder Chemotherapie Medikamente wie Cisplatin verhindern können (6).

Eine Metaanalyse aus dem Jahr 2016 deutete jedoch darauf hin, dass Vitamin E bei der Verhinderung einer periphären Neuropathie aufgrund einer Chemotherapie nicht hilfreich war (7).

Vitamin E könnte bei Erkrankungen der Augen hilfreich sein

Vitamin E ist ein integraler Bestandteil der Gesundheit der Augen und unterstützt die Reparatur von Retina, Hornhaut und mittlerer Augenhaut (der pigmentierte Teil des Auges).

Ein Review aus dem Jahr 2015 kam zur Schlussfolgerung, dass Vitamin E Supplements mit einem reduzierten Risiko für altersbedingte Katarakte in Verbindung stehen (8).

Vitamin E Supplements werden auch zur Behandlung einer als Frühgeborenen-Retinopathie bekannten Augenkrankheit verwendet. Ein Studienreview aus dem Jahr 2003 kam jedoch zu dem Ergebnis, dass eine Verabreichung von Vitamin E an Neugeborene helfen kann, aber auch das Risiko für lebensbedrohliche Erkrankungen erhöhen könnte (9).

Auf der anderen Seite können exzessiv hohe Vitamin E Dosierungen die Rate des Verlusts der Sehkraft bei Menschen mit Retinitis Pigmentosa erhöhen (10).

Vtamin E könnte bei Erkrankungen von Leber helfen

Vitamin E kann Erkrankungen der Leber weder verhindern, noch behandeln, aber dabei helfen, deren Fortschreiten zu verlangsamen.

Laut einer Studie aus dem Jahr 2015 verlangsamte eine Supplementation mit 800 IU pro Tag die Rate der Fibrose (Narbenbildung) bei Patienten mit einer nichtalkoholischen Fettlebererkrankung und einer nichtalkoholischen Steatohepatitis (11).

Vitamin E besitzt jedoch nur geringe bis keine Auswirkungen auf alkoholbedingte Erkrankungen der Leber.

Vitamin E könnte außerdem bei der Behandlung bestimmter Typen einer chronischen Hepatitis B hilfreich sein.

Herzkrankheiten und Krebs

Die lange verbreitete Ansicht, dass Vitamin E das Risiko für Herzkrankheiten und Krebs reduzieren kann, ist nach wie vor nicht wissenschaftlich bewiesen. Ein Studienreview aus dem Jahr 2005, das über 135.000 Patientenaktien ausgewertet hatte, kam zur Schlussfolgerung, dass es keine Verbindung zwischen einer Vitamin E Supplementation und dem Risiko für Herzkrankheiten oder Krebs gibt (12).

Hohe Vitamin E Dosierungen (400 IU oder mehr) konnten sogar mit einer im Vergleich zu einem Placebo geringfügig reduzierten Lebensspanne in Verbindung gebracht werden. Dies könnte mit dem erhöhten Risiko für hämorragische Schlaganfälle in Verbindung stehen, das einige Wissenschaftler mit einer Vitamin E Supplementation in Verbindung bringen (12).

Des Weiteren gibt es Hinweise darauf, dass hoch dosierte Vitamin E Supplements das Risiko für Prostatakrebs erhöhen könnten (13).

Hautkrankheiten

Vitamin E wird von Kosmetikherstellern aggressiv als Anti-Aging Verbindung vermarktet, wobei die aktuelle Datenlage gezeigt hat, dass Behauptungen wie diese übertrieben sind. Es wurde außerdem nahegelegt, dass Vitamin E bei der Abheilung von Narben durch eine Hydrierung der Haut, eine Hemmung der Kollagenproduktion und einer Reduzierung von Entzündungen, die zu Gewebeschäden führen können, helfen könnte.

Eine im Jahr 1999 veröffentlichte Studie hat diese Behauptungen weitgehend widerlegt. Diese Studie kam zur Schlussfolgerung, dass Vitamin E nichts tut, um das Erscheinungsbild von Narben zu reduzieren. Darüber hinaus entwickelten 33% der Anwender eine allergische Hautreaktion, die als Kontaktdermatitis bezeichnet wird (14).

Vorkommen

Tocopherol kommt vor allem in pflanzlichen Lebensmitteln vor: Getreide, Nüsse, Samen und Pflanzenölen, insbesondere Keimölen und kaltgepresste Speiseöle guter Qualität. Olivenöl, Milch und Eier sind häufig genannte Vitamin-E-Hauptlieferanten für den Menschen, aber auch viele Gemüse- und Obstsorten, sowie grüne Salate.

Besonders reiche Vitamin-E-Quellen sind:

  • Weizenkeimöl (174-176 mg/100 g)
  • Leinsamen (57 mg/100 g)
  • Sonnenblumenöl (50-62 mg/100g)
  • Walnussöl (39 mg/100 g)
  • Maiskeimöl (31-34 mg/100 g)
  • Distelöl (29-44 mg/100 g)
  • Sesamöl (28 mg/100 g)
  • Haselnüsse (27 mg/ 100 g)
  • Sojaöl (17-25 mg/100 g)
  • Erdnussöl (25 mg/100 g)
  • Mandeln (25 mg/100 g)
  • Palmöl (25 mg/100 g)
  • Sonnenblumenöl (25 mg/100 g)
  • Margarine (14 mg/100 g)
  • Olivenöl (12 mg/100 g)
  • Schwarzwurzeln (6 mg/100 g)
  • Leinöl (5,8 mg/100 g)

Wegen seiner antioxidativen Wirkung wird Vitamin E als Zusatzstoff (E 306-309) auch Lebensmitteln, Kosmetika (Sonnenschutzmittel) und Anstrichmitteln beigesetzt.

Mangelerscheinungen (Hypovitaminose)

Mangelerscheinungen beim Menschen sind bislang nicht bekannt, da alle Formen des Vitamin E offenbar ausreichend in der Nahrung vorhanden sind. Vermutet werden:

  • trockene, faltige Haut
  • Konzentrationsstörungen
  • Leistungsschwäche
  • Müdigkei
  • Reizbarkeit
  • schlecht heilende Wunden.
  • Begünstigung von Arteriosklerose

Folgen einer Überdosierung (Hypervitaminoseaufnahme von Vitamin A und Vitamin K

  • Übelkeit, Erbrechen, Magen-Darm-Beschwerden
  • Erschöpfung, Muskelschwäche
  • Verschlechterung der Blutgerinnung (vereinzelt in sehr hohen Dosen)
  • Vaginalblutungen (Scheidenblutungen)
  • Verschlechterung von Diabetes mellitus, Bluthochdruck und Angina Pectoris (Erkrankung der Herzkranzgefäße und damit verbundene anfallartig auftretende Schmerzen hinter dem Brustbein)
  • Lebensgefahr

Mögliche Nebenwirkungen

Vitamin E Supplements rufen nur selten Nebenwirkungen hervor, wenn die empfohlene Tagesdosis nicht überschritten wird, Dies gilt jedoch nicht mehr, wenn die Dosierung 300 IU pro Tag übersteigt. Im Rahmen einer Studie aus dem Jahr 2010 konnte gezeigt werden, dass eine Einnahme von 300 bis 800 IU Vitamin E pro Tag das Risiko für einen hämorrhagischen Schlaganfall um bis zu 22% erhöhen kann (15).

Und selbst bei niedrigeren Dosierungen können Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen, Magenschmerzen und Durchfall auftreten (16).

Vitamin E kann die Blutgerinnung verlangsamen und sollte von Menschen, die Blutverdünner wie Coumadin (Warfarin) oder Plavix (Clopidogrel) einnehmen nur in Absprache mit dem behandelnden Arzt supplementiert werden (1). Aus denselben Gründen sollte eine Vitamin E Supplementierung zwei Wochen vor geplanten Operationen beendet werden, um exzessive Blutungen zu vermeiden. Vitamin E Supplements sollten von Menschen mit einer Vorgeschichte von Herzinfarkten, Schlaganfällen, Blutungsstörungen und Krebserkrankungen Im Bereich von Kopf und Hals gemieden werden (17).

Neben Blutverdünnern können Vitamin E Supplements auch mit bestimmten anderen Medikamenten inklusive dem die Immunfunktion reduzierenden Medikament Sandimmune (Cyclosporin), bestimmten Chemotherapie Medikamenten, Statinen wie Atorvastatin und Tamoxifen interagieren (18).1

Bedarf

5-30 mg pro Tag. Empfohlene Tagesdosis bei Erwachsenen: 12 mg (Frauen)/14 mg (Männer) pro Tag. Schwangere und Stillende haben einen erhöhten Bedarf. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt Männern wie Frauen eine tägliche Aufnahme von 22 Internationalen Einheiten (IU) an Vitamin E. Von den Lebensmitteln sind besonders Pflanzenöle, Nüsse und grüne Salate reich an Vitamin E.

Bedarf im Sport

Für Sportler empfiehlt sich eine Nahrungsergänzung mit Vitamin E, weil es hilft, die durch Training verursachten Muskelschäden in Grenzen zu halten, was den Regenerationsprozess beschleunigt. Meine Empfehlung eine Supplemetierung von 200-600I.E. am Tag, mit einer Mahlzeit einzunehmen.

Referenzen

  1. https://ods.od.nih.gov/factsheets/VitaminE-HealthProfessional/
  2. https://www.tandfonline.com/doi/full/10.4161/derm.22804
  3. https://www.cochranelibrary.com/cdsr/doi/10.1002/14651858.CD004069.pub3/full
  4. https://alz-journals.onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1016/j.trci.2016.08.002
  5. https://journals.lww.com/continuum/Abstract/2019/08000/Ataxia.10.aspx
  6. https://www.apjon.org/article.asp?issn=2347-5625;year=2016;volume=3;issue=1;spage=73;epage=85;aulast=Schloss
  7. https://www.termedia.pl/Vitamin-E-does-not-decrease-the-incidence-of-chemotherapy-induced-peripheral-neuropathy-a-meta-analysis,3,28092,0,1.html
  8. https://www.cambridge.org/core/journals/public-health-nutrition/article/vitamin-e-and-risk-of-agerelated-cataract-a-metaanalysis/2EE609E5E3717CB2635408A0E4C9365C
  9. https://www.cochranelibrary.com/cdsr/doi/10.1002/14651858.CD003665/full
  10. https://www.hindawi.com/journals/joph/2019/8524607/
  11. https://aasldpubs.onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1002/hep.27999
  12. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/15537682/
  13. https://jamanetwork.com/journals/jama/fullarticle/1104493
  14. https://journals.lww.com/dermatologicsurgery/Abstract/1999/04000The_Effects_of_Topical_Vitamin_E_on_the_Cosmetic.13.aspx
  15. https://www.bmj.com/content/341/bmj.c5702
  16. https://pubchem.ncbi.nlm.nih.gov/compound/Vitamin-E
  17. https://journals.lww.com/americantherapeutics/Abstract/2010/05000/Vitamin_E_and_Cardiovascular_Disease.20.asp
  18. https://www.cambridge.org/core/journals/nutrition-research-reviews/article/vitamin-edrug-interactions-molecular-basis-and-clinical-relevance/F5DDFEAA7E81CCF1604728962397AD0B

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