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Vitamin B6

Vitamin B6 (Pyridoxin)

Entdeckung des Vitamins B6 1934. Vitamin B6 ist ein Sammelbegriff für Derivate des 3-Hydroxy -5- hydroxymethyl -2-methyl -pyridins. Sie unterscheiden sich durch eine unterschiedliche Restgruppe in 4 Position, die an der Coenzymfunktion beteiligt ist. Alle drei Derivate können ineinander überführt werden und besitzen dieselbe biologische Aktivität. Vitamin B6 umschließt eine Gruppe von Vitameren. Neben Pyridoxin sind die wichtigsten Vitamin-B6-aktiven Verbindungen Pyridoxal und Pyridoxamin. Pyridoxin ist überwiegend in Pflanzen vorhanden, während Pyridoxal und Pyridoxamin hauptsächlich in Lebensmitteln tierischer Herkunft vorkommen.

Chemisch unterscheiden sie sich nur durch verschiedene Seitengruppen. Physikalisch reagieren sie unterschiedlich auf Hitze. Pyridoxin ist gegenüber Pyridoxal und Pyridoxamin relativ hitzestabil. Darum sind die Vitamin-B6-Verluste beim Garen von pflanzlichen Lebensmitteln geringer als die tierischem Ursprungs. Trotzdem ist die Bioverfügbarkeit von tierischen Vitamin B6 insgesamt gesehen größer. Dies ist der Eigenschaft zu verdanken, direkt vom menschlichen Darm resorbiert werden zu können. Vitamin B6 aus pflanzlicher Herkunft muss zum größten Teil (80%) erst noch für die Resorption umgebaut werden. Zudem ist die Bioverfügbarkeit des pflanzlichen Pyridoxin schlechter. Sie kann bei Kreuzblütlern wie Brokkoli bis zu 80% vermindert sein. Pyridoxin gelangt durch Diffusion im Dünndarm in das Blut. Im Blut sind auch andere Formen des Vitamin B6, wie Pyridoxal vorhanden. Vitamin B6 ist wie viele andere wasserlösliche Vitamine nur über einen kurzen Zeitraum speicherfähig. Nach schon zwei bis sechs Wochen sind die Vitamin-B6-Reserven aufgebraucht.

Aufgabe/Funktion

Die phosphorylierten Vitamin B6-Derivate wirken als Coenzyme in etwa 100 enzymatischen Reaktionen. Fast alle Reaktionen finden im Aminosäurestoffwechsel statt. Das Aufgabengebiet von Vitamin B6 ist weit gefächert. Es ist u.a. an der

  • Synthese des Bluteiweißes Hämoglobin und des Bindegewebes beteiligt.
  • Wirkt als CoEnzym im Stoffwechsel von Protein, Kohlenhydraten und Fetten
  • Unterstützt die Umwandlung von Tryptophan in Niacin und Serotonin
  • An Bildung von bestimmten Neurotransmittern und Gewebshormonen wie: -Dopamin, -Histamin oder -Sterotonin.
  • Es ist ebenso an Reaktionen beteiligt, die für den Um-und Abbau vom Aminosäurenwie: Cystein, -Serin und -Threonin beteiligt sind.

Vorkommen

Vitamin B6 kommt in geringen Dosen in fast allen Lebensmitteln tierischer und pflanzlicher Herkunft vor. Leber, Hühner- und Schweinefleisch, Fisch, Kohl, grüne Bohnen, Linsen, Feldsalat, Vollkorngetreide, Weizenkeime, Nüsse, Hefe und Bananen sind sehr gute Quellen.

Potentielle Gesundheitsvorzüge von Vitamin B6

Vitamin B6 kann die Stimmungslage verbessern und Symptome von Depressionen lindern Vitamin B6 spielt bei der Regulierung der Stimmungslage eine wichtige Rolle. Dies hängt zum Teil damit zusammen, dass dieses Vitamin für die Bildung von Neurotransmittern benötigt wird, welche Emotionen regulieren. Hierzu gehören unter anderem Serotonin, Dopamin und Gamma-Aminobutyric Acid (GABA) (1, 2, 3).

Vitamin B6 spielt außerdem bei der Reduzierung hoher Blutspiegel der Aminosäure Homocystein eine Rolle, welche mit Depressionen und anderen psychiatrischen Problemen in Verbindung gebracht werden (4, 5).

Mehrere Studien haben gezeigt, dass depressive Symptome mit niedrigen Blutspiegeln und einer niedrigen Zufuhr von Vitamin B6 in Verbindung stehen, was insbesondere bei älteren Erwachsenen der Fall ist, die ein hohes Risiko für einen Vitamin B6 Mangel aufweisen. (6, 7, 8). Eine Studie mit 250 älteren Erwachsenen fand heraus, dass zu niedrige Vitamin B6 Blutspiegel die Wahrscheinlichkeit eines Auftretens von Depressionen verdoppelten (9).

Eine Verwendung von Vitamin B6 zur Verhinderung oder Behandlung von Depressionen hat sich jedoch nicht als effektiv erwiesen (10, 11), was vielleicht auch damit zusammenhängen könnte, dass es abgesehen von zu niedrigen Vitamin B6 Spiegeln noch eine Vielzahl weiterer potentieller Ursachen für Depressionen gibt.

Eine kontrollierte zweijährige Studie mit 300 älteren Männern, die zu Beginn der Studie nicht unter Depressionen litten, fand heraus, dass diejenigen, die ein Supplement einnahmen, das Vitamin B6, Folsäure (Vitamin B9) und Vitamin B12 enthielt, im Vergleich zur Placebogruppe kein reduziertes Risiko für Depressionen aufweisen (11).

  • Zusammenfassung: Niedrige Vitamin B6 Spiegel bei älteren Erwachsenen werden mit Depressionen in Verbindung gebracht, aber es konnte nicht gezeigt werden, dass eine Vitamin B6 Supplementation eine effektive Behandlung für Depressionen darstellt.

Vitamin B6 könnte eine Verstopfung der Adern verhindern und das Risiko für Herzkrankheiten senken

Vitamin B6 könnte verstopfte Arterien verhindern und das Risiko für Herzkrankheiten minimieren. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass Menschen mit niedrigen Vitamin B6 Blutspiegeln im Vergleich zu Menschen mit hohen Blutspiegeln ein fast doppelt so hohes Risiko für eine Entwicklung von Herzkrankheiten aufweisen (22).

Dies hängt wahrscheinlich mit der Rolle von Vitamin B6 bei der Reduzierung erhöhter Homocysteinspiegel zusammen, welche mit mehreren Krankheitsprozessen inklusive Herzkrankheiten in Verbindung gebracht werden (23, 24, 25).

Eine Studie fand heraus, dass Ratten, die unter einem Vitamin B6 Mangel litten, nachdem sie Homocystein ausgesetzt wurden, im Vergleich zu Ratten mit adäquaten Vitamin B6 Spiegeln höhere Cholesterinspiegel aufwiesen und Läsionen entwickelten, die eine Blockade der Arterien entwickeln könnten (25). Auch Humanuntersuchungen zeigen eine positive Wirkung von Vitamin B6 bei der Verhinderung von Herzkrankheiten.

Eine randomisierte kontrollierte Untersuchung mit 156 gesunden Erwachsenen, die Geschwister mit Herzkrankheiten hatten, teilte die Probanden in zwei Gruppen ein, von der eine über einen Zeitraum von 2 Jahren täglich 250 mg Vitamin B6 und 5 mg Folsäure erhielt, während die andere lediglich ein Placebo bekam (23).

Die Gruppe, die Vitamin B6 und Folsäure einnahm, wies im Vergleich zur Placebogruppe niedrigere Homocysteinspiegel und weniger abnormale Herztests während des Trainings auf, was auf ein niedrigeres Gesamtrisiko für Herzkrankheiten hindeutete (23).

  • Zusammenfassung: Vitamin B6 konnte dabei helfen hohe Homocysteinspiegel zu senken, die zu einer Verengung der Arterien führen können, wodurch das Risiko für Herzkrankheiten minimiert werden könnte.

Vitamin B6 könnte dabei helfen Krebs zu verhindern

Eine ausreichende Vitamin B6 Zufuhr könnte dabei helfen, das Risiko für bestimmte Arten von Krebs zu reduzieren. Der Grund dafür, dass Vitamin B6 dabei helfen könnte, Krebs zu verhindern ist unklar, aber Wissenschaftler vermuten, dass es etwas mit der Fähigkeit von Vitamin B6 zu tun haben könnte, Entzündungen zu bekämpfen, die zu Krebs und anderen chronischen Krankheiten beitragen können (26, 27).

Ein Review von 12 Studien kam zu dem Ergebnis, dass sowohl eine adäquate Zufuhr über die Nahrung, als auch adäquate Blutspiegel von Vitamin B6 mit einem niedrigeren Risiko für Darmkrebs in Verbindung steht. Individuen mit den höchsten Vitamin B6 Blutspiegeln wiesen ein um fast 50% niedrigeres Darmkrebsrisiko auf (28).

Auch Untersuchungen zur Verbindung zwischen Vitamin B6 und Brustkrebs zeigen eine Verbindung zwischen adäquaten Vitamin B6 Blutspiegeln und einem reduzierten Brustkrebsrisiko, was insbesondere für postmenopausale Frauen gilt (29).

Andere Studien zum Thema Vitamin B6 und Krebsrisiko konnten jedoch keine Verbindung finden (30, 31).

Es bedarf deshalb weiterer Studien, um die exakte Rolle von Vitamin B6 bei der Krebsvorsorge zu bestimmen.

  • Zusammenfassung: Einige Observationsstudien legen eine Verbindung zwischen einer adäquaten Vitamin B6 Zufuhr und adäquaten Vitamin B6 Blutspiegeln und einem geringeren Risiko für bestimmte Krebsarten nahe.

Vitamin B6 könnte die Gesundheit der Augen fördern und Augenkrankheiten verhindern

Vitamin B6 könnte bei der Verhinderung von Augenkrankheiten – insbesondere bei einem Verlust des Sehvermögens, der ältere Menschen betrifft und als altersbedingte Makulardegeneration bezeichnet wird – eine Rolle spielen.

Studien haben hohe Blutspiegel zirkulierenden Homocysteins mit einem erhöhten Risiko für eine altersbedingte Makulardegeneration in Verbindung gebracht (32, 33). Da Vitamin B6 dabei hilft, erhöhte Homocystein Blutspiegel zu senken, könnte eine ausreichende Vitamin B6 Zufuhr dabei helfen, das Risiko für diese Krankheit zu reduzieren (34).

Eine über 7 Jahre andauernde Studie mit über 5.400 weiblichen Mitarbeiterinnen des Gesundheitswesens fand heraus, dass die tägliche Einnahme eines Supplements, das aus den Vitaminen B6, B12 und Folsäure (B9) bestand, im Vergleich zu einem Placebo das Risiko für eine altersbedingte Makulardegeneration signifikant um 35 bis 40% reduzieren konnte (35). Doch auch wenn diese Resultate nahelegen, dass Vitamin B6 bei der Verhinderung einer altersbedingten Makulardegeneration eine Rolle spielen könnte, ist schwer zu sagen, ob Vitamin B6 alleine dieselben Vorzüge mit sich bringen würde.

Wissenschaftliche Untersuchungen habe niedrige Vitamin B6 Blutspiegel mit einer Augenkrankheit in Verbindung gebracht, welche die Venen blockiert, die mit der Retina verbunden sind. Eine kontrollierte Studie mit über 500 Teilnehmern fand heraus, dass die niedrigsten Vitamin B6 Spiegel mit Störungen im Bereich der Retina in Verbindung stehen (36).

  • Zusammenfassung: Vitamin B6 Supplements könnte das Risiko für eine altersbedingte Makulardegeneration senken. Außerdem könnten adäquate Vitamin B6 Blutspiegel Probleme mit der Retina verhindern.

Vitamin B6 könnte bei der Behandlung von Entzündungen helfen, die mit einer rheumatischen Arthritis in Verbindung stehen

Vitamin B6 könnte dabei helfen Symptome zu reduzieren, die mit rheumatischer Arthritis in Verbindung stehen. Die hohen Entzündungsspiegel im Körper, die aus einer rheumatischen Arthritis resultieren, könnten zu niedrigen Vitamin B6 Spiegeln führen (37, 38). Es ist jedoch unklar, ob eine Supplementation mit Vitamin B6 Entzündungen bei Menschen mit dieser Krankheit reduzieren kann. Eine 30 Tage andauernde Studie mit 36 Erwachsenen mit rheumatischer Arthritis fand heraus, dass 50 mg Vitamin B6 pro Tag die niedrigen Vitamin B6 Blutspiegel ausgleichen konnte, aber die Produktion entzündungsfördernder Moleküle im Körper nicht reduzierte (39).

Auf der anderen Seite konnte eine Studie mit 43 Erwachsenen mit rheumatischer Arthritis, die täglich 5 mg Folsäure oder 100 mg Vitamin B6 mit 5 mg Folsäure einnahmen, zeigen, dass diejenigen, die Vitamin B6 erhielten, nach 12 Wochen signifikant niedrigere Spiegel entzündungsfördernder Moleküle aufwiesen.

Die widersprüchlichen Resultate dieser Studien könnten mit den Unterschieden bei der Vitamin B6 Dosierung und der Studiendauer zusammenhängen.

Doch auch wenn hohe Vitamin B6 Dosierungen bei Menschen mit rheumatischer Arthritis entzündungshemmende Vorzüge mit sich bringen könnte, bedarf es weiterer Untersuchungen, um dies zweifelsfrei zu bestätigen.

  • Zusammenfassung: Entzündungen, die mit rheumatischer Arthritis in Verbindung gebracht werden, können die Vitamin B6 Blutspiegel senken. Hohe Vitamin B6 Dosierungen könnten dabei helfen, diese Defizite zu korrigieren und Entzündungen zu reduzieren.

Vitamin B6 könnte die Gesundheit des Gehirns fördern und das Alzheimer Risiko senken

Vitamin B6 könnte bei der Verbesserung der Hirnfunktion und der Verhinderung von Alzheimer eine Rolle spielen, doch die Untersuchungsergebnisse sind widersprüchlich. Auf der einen Seite kann Vitamin B6 hohe Homozysteinspiegel senken, welche das Risiko für Alzheimer erhöhen können (12, 13, 14).

Einer Studie mit 156 Erwachsenen mit hohen Homozysteinspiegeln und milden kognitiven Beeinträchtigungen fand heraus, dass die Einnahme hoher Dosierungen der Vitamine B6, B12 und Folat (Vitamin B9) die Homozysteinspiegel senkte und einen Abbau in einigen Regionen des Gehirns, die anfällig für Alzheimer sind, reduzierte (15).

Es ist jedoch unklar, ob eine Reduzierung der Homocysteinspiegel zu Verbesserungen der Gehirnfunktion und einer langsameren Rate des Fortschreitens kognitiver Beeinträchtigungen führt. Eine randomisierte kontrollierte Untersuchung mit 400 Erwachsenen mit milder bis moderater Alzheimer Erkrankung fand heraus, dass hohe Dosierungen von Vitamin B6, Vitamin B12 und Folat zwar die Homocysteinspiegel senkte, aber im Vergleich zu einem Placebo die Abnahme der Gehirnfunktion nicht verlangsamte (16).

Zusätzlich hierzu kam ein Review von 19 Studien zur Schlussfolgerung, dass eine Supplementation mit Vitamin B6, Vitamin B12 und Folat alleine oder in Kombination weder die Gehirnfunktion verbesserte, noch das Risiko für Alzheimer senkte (17).

Es bedarf weiterer Untersuchungen der Auswirkungen von Vitamin B6 auf die Homocysteinspiegel und die Gehirnfunktion, um die Auswirkungen von Vitamin B6 auf die Gesundheit des Gehirns besser zu verstehen.

  • Zusammenfassung: Vitamin B6 könnte eine Abnahme der Gehirnfunktion über eine Reduzierung der Homocysteinspiegel, welche mit Alzheimer und Beeinträchtigungen der Gedächtnisleistung in Verbindung gebracht werden, verhindern. Studien konnten jedoch bisher die Wirksamkeit von Vitamin B6 bezüglich einer Verbesserung der Gesundheit des Gehirns nicht nachweisen.

Vitamin B6 könnte über eine Unterstützung der Hämoglobinproduktion bei der Behandlung einer Anämie hilfreich sein

Aufgrund seiner Rolle bei der Hämoglobinproduktion könnte Vitamin B6 bei Behandlung und Verhinderung einer Anämie hilfreich sein, die durch einen Mangel verursacht wird (18). Hämoglobin ist ein Protein, das Sauerstoff zu den Zellen des Körpers transportiert. Wenn die Hämoglobinspiegel zu niedrig ausfallen, dann bekommen die Zellen nicht genügend Sauerstoff. Als Resultat kann es zur Entwicklung einer Anämie und einem Gefühl der Schwäche und der Müdigkeit kommen.

Studien haben niedrige Vitamin B6 Spiegel mit der Entwicklung einer Anämie in Verbindung gebracht, was insbesondere für schwangere Frauen und Frauen im gebärfähigen Alter gilt (19, 20). Ein Vitamin B6 Mangel wird bei den meisten gesunden Erwachsenen jedoch als selten angesehen, weshalb es nur begrenzte Mengen an Untersuchungen zur Verwendung von Vitamin B6 zur Behandlung einer Anämie gibt.

Eine Fallstudie mit einer 72 Jahre alten Frau, die aufgrund niedriger Vitamin B6 Spiegel an einer Anämie litt, fand heraus, dass eine Behandlung mit der aktivsten Form von Vitamin B6 die Symptome verbesserte (21).

Eine andere Studie fand heraus, dass eine Einnahme von 75 mg Vitamin B6 pro Tag während der Schwangerschaft Symptome von Anämie bei 56 schwangeren Frauen reduzierte, die nicht auf eine Behandlung mit Eisen angesprochen hatten (19).

  • Zusammenfassung: Eine unzureichende Vitamin B6 Zufuhr kann zu niedrigen Hämoglobinspiegeln und Anämie führen, weshalb eine Supplementation mit diesem Vitamin diese Probleme verhindern oder behandeln kann.

Vitamin B6 könnte bei der Behandlung des premenstruellen Syndrom (PMS) hilfreich sein

Vitamin B6 wird zur Behandlung des premenstruellen Syndroms inklusive Angstzustände, Depressionen und Reizbarkeit verwendet. Wissenschaftler vermuten, dass Vitamin B6 aufgrund seiner Rolle bei der Produktion von Neurotransmittern, die die Stimmungslage regulieren, bei emotionalen Symptomen helfen könnte, die mit dem PMS in Verbindung stehen.

Eine dreimonatige Studie mit über 60 premenopausalen Frauen fand heraus, dass eine tägliche Einnahme von 50 mg Vitamin B6 PMS Symptome wie Depression, Reizbarkeit und Müdigkeit um 69% reduzieren konnte (41).

Im Rahmen derselben Studie berichteten jedoch auch Frauen von reduzierten PMS Symptomen, die lediglich ein Placebo erhielten, was nahelegt, dass die Wirksamkeit von Vitamin B6 zum Teil auf einem Placeboeffekt basieren könnte.

Eine andere kleine Studie fand heraus, dass 50 mg Vitamin B6 in Kombination mit 200 mg Magnesium pro Tag im Verlauf des Menstrualzyklus PMS Symptome inklusive Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit und Angst signifikant reduzierte (42).

Doch auch wenn diese Resultate vielversprechend sind, sind sie auf kleine Studien von kurzer Dauer beschränkt. Es bedarf deshalb weiterer Untersuchungen bezüglich der Sicherheit und Wirksamkeit von Vitamin B6 zur Linderung von PMS Symptomen, bevor offizielle Empfehlungen getroffen werden können (43).

  • Zusammenfassung: Einige Untersuchungen deuten darauf hin, dass Vitamin B6 aufgrund seiner Rolle bei der Produktion von Neurotransmittern dabei helfen könnte, Angstzustände und andere Störungen der Stimmungslage zu reduzieren, die mit dem PMS in Verbindung stehen.

Vitamin B6 könnte dabei helfen, Übelkeit während der Schwangerschaft zu behandeln

Vitamin B6 wird seit Jahrzehnten zur Behandlung von Übelkeit und Erbrechen während der Schwangerschaft angewandt. In der Tat ist Vitamin B6 Bestandteil eines Medikaments, das zur Behandlung von Morgenübelkeit eingesetzt wird (44).

Wissenschaftler sind sich nicht völlig sicher, warum Vitamin B6 bei Morgenübelkeit hilft, aber es könnte damit zusammenhängen, dass Vitamin B6 mehrere Rollen bei der Sicherstellung einer gesunden Schwangerschaft spielt (45).

Eine Studie mit 342 Frauen in den ersten 17 Wochen der Schwangerschaft fand heraus, dass eine tägliche Supplementation mit 30 mg Vitamin B6 nach 5 Tagen der Behandlung im Vergleich zu einem Placebo Gefühle von Übelkeit signifikant reduzierte (46).

Eine andere Studie verglich die Auswirkungen von Ingwer und Vitamin B6 auf eine Reduzierung von Episoden von Übelkeit und Erbrechen bei 126 schwangeren Frauen. Die Resultate zeigten, dass eine Einnahme von 75 mg Vitamin B6 pro Tag Symptome von Übelkeit und Erbrechen nach 4 Behandlungstagen um 31% reduzierte (47).

Diese Studien legen nahe, dass Vitamin B6 bereits nach einer Behandlungsdauer von weniger als einer Woche effektiv ist, wenn es um eine Behandlung von Morgenübelkeit geht. Schwangere Frauen, die Vitamin B6 zur Behandlung von Morgenübelkeit verwenden möchten, sollten dies jedoch vorab mit dem behandelnden Arzt absprechen.

  • Zusammenfassung: Vitamin B6 Supplements in Dosierungen von 30 bis 75 mg pro Tag wurden als effektive Behandlung von Übelkeit und Erbrechen während der Schwangerschaft verwendet.

Weitere potentielle Gesundheitsvorzüge von Vitamin B6, die auf vorläufigen Studienergebnissen basieren und weiterer Untersuchungen bedürfen

Vitamin B6 könnte Depressionen lindern

Laut vorläufiger Studienergebnisse werden niedrige Vitamin B6 Spiegel mit Symptomen von Depressionen in Verbindung gebracht (48). Trotzdem hast sich Vitamin B6 im Rahmen einer zweijährigen Studie mit älteren Männern nicht als effektive Behandlung für Depressionen herausgestellt (49).

Einige Frauen, die mehr Nahrungsmittel zu sich nehmen, die Vitamin B6 enthalten, weisen jedoch ein niedrigeres Risiko für eine Entwicklung von Depressionen auf (50). Und Frauen, die unter Schwangerschaftsdepressionen leiden, zeigen keine Anzeichen eines Vitamin B6 Mangels (51).

Es bedarf deshalb weiterer Studien zur Untersuchung der widersprüchlichen Hinweise auf die Rolle des Vitamin B6 Status bei Depressionen.

Vitamin B6 könnte Schmerzen lindern

Vitamin B6 Supplements könnten Brustschmerzen (periodische Mastalgie) lindern (52). Darüber hinaus wurde Migräne bei einigen Patienten mit einem Vitamin B6 Mangel in Verbindung gebracht (53).

Es gibt jedoch noch keine ausreichenden klinischen Hinweise, um die schmerzlindernden Wirkungen von Vitamin B6 zu unterstützen.

Vitamin B6 könnte bei Diabetes vom Typ 2 hilfreich sein

Ein Vitamin B6 Mangel ist unter Typ 2 Diabetikern weit verbreitet (54). Vitamin B6 Supplements könnten bei einer Typ 2 Diabetes helfen, da sie die Glukosetoleranz verbessern können (55, 56). Diese Resultate stammen jedoch aus 2 kleinen Studien, denen es an einer Kontrollgruppe fehlte. Es bedarf deshalb weiterer Untersuchungen, um mehr über die Rolle von Vitamin B6 bei der Blutzuckerkontrolle herauszufinden.

Mangelerscheinungen (Hypovitaminose)

Weil in fast allen Nahrungsmitteln Vitamin B6 vorkommt, sind Mangelerscheinungen selten. Ein Mangel tritt meistens gemeinsam mit einem Mangel eines anderen wasserlöslichen Vitamins auf und hat folgende Anzeichen:

  • Appetitverlust, Durchfall und Erbrechen
  • Dermatitis, Wachstumstörungen und Anämien
  • Degeneration der peripheren Nerven mit Ataxie und Paralyse
  • Krampfzustände in unregelmäßigen Intervallen
  • Mikrozytäre, hypochrome Anämie (Störung der Häm-Biosynthese)
  • Seborrhoe-ähnliche Zerstörungen um Augen, Nase und Mund
  • Cheilosis und Glossitis

Bestimmte Medikamente und Erkrankungen können die Vitamin B6 Spiegel senken und Nervenschäden und andere Mangelerscheinungen hervorrufen. Eine Supplementation kann dabei helfen, einen Mangel zu behandeln oder zu verhindern, der durch folgende Medikamente hervorgerufen wird (57, 58, 59, 60):

  • Nichtsteroidale Entzündungshemer
  • Antiepileptika (Medikamente zur Behandlung von Krampfanfällen)
  • Antibiotika (Penicillamine)
  • Tuberkulosemedikamente (Isoniazid, Cycloserin)

Experten empfehlen außerdem eine präventive Supplementation bei Menschen mit (61, 62, 63, 64, 65):

  • Verdauungsstörungen (Zöliakie und Reizdarmsyndrom)
  • Unterernährung
  • Alkoholabhängigkeit
  • Nierenversagen

Folgen einer Überdosierung (Hypervitaminose)

Hypervitaminose tritt erst durch chronische Zufuhr von mehr als 500 mg/Tag auf. Diese Dosis kann nicht durch natürliche Zufuhr erreicht werden, sondern nur durch Supplemente. Eine Einnahme von 1.000 mg Vitamin B6 kann ernsthafte Nervenschäden und Schmerzen oder Taubheitsgefühle in Händen und Füßen hervorrufen. Einige dieser Nebenwirkungen konnten bereits nach 100 bis 300 mg Vitamin B6 pro Tag beobachtet werden (66).

Aus diesem Grund wurde die verträgliche Obergrenze für Vitamin B6 bei 100 mg für Erwachsene festgelegt (66, 67).

Die Menge an Vitamin B6, die zur Behandlung bestimmter Erkrankungen verwendet wird übersteigt diese Menge nur selten. Falls Interesse darauf besteht, höhere Dosierungen zu verwenden, sollte dies mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Im Allgemeinen hat aber Vitamin B6 eine geringe Toxizität.

Bedarf

Da Vitamin B6 im Aminosäurestoffwechsel seine Wirkungen entfaltet, ist der Bedarf vom zugeführten Protein abhängig. Die DGE empfiehlt eine Dosis von 0,02 mg/g Protein. Das würde für Männer einen Bedarf von 1,8 mg und 1,6 mg für Frauen bedeuten. Bei übermäßiger Proteinzufuhr nimmt man an, dass der Bedarf durch die angegebene Menge nicht gedeckt werden kann.

Bedarf im Sport

10-100mg pro Tag, mehrmals täglich zu den Mahlzeiten einnehmen.

Interaktionen von Vitamin B6 mit Medikamenten

Interaktionen zwischen Supplements und Medikamenten können gefährlich und in einigen Fällen sogar lebensbedrohlich sein. Aus diesem Grund sollte eine Einnahme von Supplements mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden, falls Medikamente eingenommen werden.

Hier sind einige Medikamente, die die Verstoffwechslung von Vitamin B6 beeinträchtigen oder die durch eine Vitamin B6 Supplementation beeinflusst werden:

Das Breitspektrum Antibiotikum Cycloserin (Seromycin®), das zur Behandlung von Tuberkulose verwendet wird, erhöht die Ausscheidung von Vitamin B6 über den Urin. Dies kann die Krampfanfälle und die neurotoxischen Wirkungen verstärken, die mit Cycloserin in Verbindung gebracht werden. Eine Vitamin B6 Supplementation kann dabei helfen diese Nebenwirkungen zu verhindern (68). Antiepileptika inclusive Valproinsäure (Depakene®, Stavzor®), Carbamazepin (Carbatrol®, Epitol®, Tegretol® und andere) und Phenytoin (Dilantin®) erhöhen den Abbau von Vitamin B6, was in niedrigen Blutspiegeln von Vitamin B6 und hohen Homocysteinspiegeln resultiert. Hohe Homocysteinspiegel können bei Anwendern von Antiepileptika die Rate von Krampfanfällen und Schlaganfällen erhöhen (68).

Die Blutspiegel von Medikamenten gegen Krampfanfälle wie Phenytoin und Phenobarbital könnten durch eine Vitamin B6 Supplementation, die 200 mg pro Tag für 12 bis 120 Tage überschreitet, reduziert werden (68).

COPD Medikamente wie Theophyllin (Aquaphyllin®, Elixophyllin®, Theolair®, Truxophyllin®, usw) können niedrige Vitamin B6 Spiegel verursachen, was in Krampfanfällen resultieren kann (68). Nichsteroidale Entzündungshemmer können die Vitamin B6 Blutspiegel senken, was insbesondere bei einer chronischen Einnahme von über 6 Monaten Dauer gilt (69).

Referenzen:

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