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Trauben Silberkerze

Die Trauben-Silberkerze ist eine ausdauernde Pflanze, die durchschnittlich 1 m bis 1,50 m hoch ist und maximal bis über 2 m hoch werden kann. Die oberirdischen Teile sterben im Herbst ab. Als Überwinterungsorgan dienen die Wurzeln und der Wurzelstock, der ab dem 3. Lebensjahr zunehmend an Größe gewinnt. Der Stengel ist aufrecht und beblättert. Die Laubblätter sind relativ groß und dreifach gefiedert, die Blättchen spitz und tief gesägt. Je nach Lebensalter der Pflanze verzweigt sich der Stengel im oberen Teil in einzelne bis zahlreiche Blütenstände. Bei diesen handelt es sich um schmale, lange, kerzenähnliche Trauben (Ursprung des deutschen Namens) mit zahlreichen weißen Blüten. Die Blütenhülle besteht aus einem vierblättrigen Kelch und kleinen Kronblättern, die sofort nach dem Aufblühen abfallen. Daher findet man in der Vollblüte nur die zahlreichen Staubblätter mit ihren ebenso weißen Staubfäden und Staubbeuteln. Es existiert nur ein Fruchtknoten mit sitzender Narbe, aus dem sich eiförmige Kapseln entwickeln, die zahlreiche flache Samen enthalten.

Synonyme Drogenbezeichnungen

Deutsch: Cimicifuga-Wurzelstock, Frauenwurzel, Nordamerikanische Schlangenwurzel, Wanzenkrautwurzel.
Englisch: Black cohosh, Rattleroot. Lateinisch: Radix (Rhizoma) Actaeae racemosae, Radix Christophorianae americanae, Radix Cimicifugae racemosae, Radix Cimicifugae serpentariae, Radix Serpentariae racemosae, Rhizoma Cimicifugae.

Wirkungen

Traubensilberkerzenrhizom besitzt eine insgesamt östrogenartige Wirkung und bessert dadurch klimakterische Beschwerden. Die Droge wurde in den zurückliegenden Jahren intensiv untersucht. Die derzeit vorliegenden Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Wirkung nicht durch einen direkten Angriff an Östrogenrezeptoren verursacht wird sondern durch eine so genannte Selektive Östrogen Rezeptor Modulation (SERM), wobei das Wechselspiel mit den gewebespezifischen Koeffektoren der Rezeptoren von entscheidender Bedeutung ist. Diese Theorie erklärt zugleich, dass durch Extrakte aus der Traubensilberkerze nur einzelne östrogenartige Wirkungen hervorgerufen werden und die breite Palette von Nebenwirkungen der Östrogene nicht zu erwarten ist. In dieser Hinsicht unterscheidet sich Traubensilberkerze von den so genannten Phytoöstrogenen, die in Pflanzen wie Rot-Klee und Soja enthalten sind, die aus chemischer Sicht meist Isoflavone darstellen und die durch direkten Angriff an den Östrogen-Rezeptoren bei vergleichbarer Dosierung auch das gleiche Nebenwirkungspotential wie die synthetisch hergestellten Östrogene aufweisen. Weiterhin soll die Droge bei Haarausfall helfen. Entsprechend der Ergebnisse einer jüngeren Mitteilung soll sowohl die Anzahl der wachsenden Haare gesteigert und die Anzahl der ausfallenden Haare gesenkt werden. Weiterhin wurde eine geringfügige Zunahme der Dicke der Haare beobachtet. Letztere Wirkung wird bislang nicht therapeutisch genutzt und bedarf zweifelsohne weiterer Untersuchungen.

Anwendungsgebiete

Prämenstruelle und dysmenorrhoische sowie klimakterisch bedingte neurovegetative Beschwerden. Ihre Hauptbedeutung hat die Droge jedoch in der letztgenannten Indikation. Die Wirksamkeit zur Behandlung von Wechseljahresbeschwerden konnte durch mehrere klinische Studien bewiesen werden. In diesen Studien hat sich gezeigt, dass vor allem die als besonders belastend empfundenen Hitzewallungen sowie ferner das Schwitzen, die Schlafstörungen und die psychischen Beschwerden depressive Verstimmung, Nervosität, Reizbarkeit, Allgemeine Leistungs- und Gedächtnisminderung signifikant gebessert werden. Keinen nennenswerten Einfluss scheint die Droge auszuüben auf somatische und atrophische Beschwerden.

Nebenwirkungen

Triterpenglykoside besitzen allgemein schleimhautreizende Eigenschafen. Daher können vereinzelt Magenbeschwerden auftreten. Befragungen von Patientinnen im Rahmen der klinischen Studien zeigen, dass die Verträglichkeit als sehr gut eingeschätzt wird.

Referenzen

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