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Tollkirsche Belladonna

Die Tollkirsche ist eine Pflanze, deren Blätter und Wurzeln verwendet werden, um Medizin herzustellen.

Der zweite Name, unter dem die Tollkirsche auch bekannt ist – Belladonna –, bedeutet so viel wie „schöne Frau“ und rührt von einer riskanten Art der Anwendung in Italien her. Dort wurde der Saft der Tollkirsche traditionell verwendet, um die Pupillen von Frauen zu weiten und ihnen so ein auffälligeres Erscheinungsbild zu verleihen. Dies war keine gute Idee, da die Tollkirsche giftig ist.

Obwohl sie allgemein nicht als sicher und unbedenklich angesehen wird, wird die Tollkirsche als Beruhigungsmittel, als Mittel gegen Bronchialspasmen bei Asthma und Keuchhusten, sowie als Mittel gegen Erkältung und Heuschnupfen verwendet. Sie wird außerdem bei Parkinson, Koliken, Reisekrankheit sowie als Schmerzmittel eingesetzt.

Die Tollkirsche wird auch als Bestandteil von Salben verwendet, die bei Gelenkschmerzen, Rhema, Ischiasschmerzen und Nervenschmerzen auf die Haut aufgetragen wird. Darüber hinaus kommt die Tollkirsche bei Pflastern zur Behandlung von psychiatrischen Störungen, Verhaltensstörungen, die als Hyperkinese bezeichnet werden, exzessivem Schwitzen und Bronchialasthma zum Einsatz. Zu guter Letzt ist die Tollkirsche auch Bestandteil einiger Zäpfchen, die bei Hämorriden verwendet werden.

 

Wie effektiv ist die Tollkirsche?

Es gibt nicht genügend wissenschaftliche Daten, um bestimmen zu können, ob Tollkirsche bei Asthma, Keuchhusten, Erkältungen, Heuschnupfen, Parkinson, Reisekrankheit, Arthritis Schmerzen, Nervenproblemen, Spasmen und Kolikschmerzen im Magen und den Gallengängen oder anderen Leiden effektiv ist.

Es bedarf weiterer Untersuchungen, um eine Aussage über die Wirksamkeit von Tollkirsche bei diesen Anwendungsgebieten treffen zu können.

 

Wie wirkt die Tollkirsche?

Die Tollkirsche enthält Chemikalien, die Funktionen des Nervensystems blockieren können. Einige der Körperfunktionen, die durch das Nervensystem kontrolliert werden, umfassen den Speichelfluss, das Schwitzen, die Größe der Pupillen, das Verdauungssystem und andere.

 

Nebenwirkungen und Sicherheit

Die Tollkirsche wird bei oraler Einnahme nicht als sicher angesehen, da sie Chemikalien enthält, die toxisch wirken können.

Nebenwirkungen umfassen Mundtrockenheit, vergrößerte Pupillen, verschwommenes Sehen, rote und trockene Haut, Fieber, schnellen Herzschlag, eine Unfähigkeit zu urinieren oder zu Schwitzen, Halluzinationen, Krämpfe, mentale Probleme, Zuckungen und Koma.

 

Vorsichtsmaßnahmen und Warnungen

Schwangerschaft und Stillzeit: Die Tollkirsche ist bei oraler Einnahme während der Schwangerschaft nicht sicher und unbedenklich. Sie enthält toxische Chemikalien, die mit Berichten über ernsthafte Nebenwirkungen in Verbindung gebracht werden. Die Tollkirsche wird auch während der Stillzeit nicht als sicher und unbedenklich angesehen. Sie kann die Milchproduktion reduzieren und gelangt darüber hinaus auch in die Muttermilch.

Herzinsuffizienz: Die Tollkirsche kann Herzrasen hervorrufen und könnte eine Herzinsuffizienz verschlimmern.

Verstopfung: Die Tollkirsche kann eine Verstopfung verschlimmern.

Down Syndrom: Menschen, die unter dem Down Syndrom leiden, können besonders empfindlich auf die potentiell toxischen in der Tollkirsche enthaltenen Chemikalien und ihre schädlichen Wirkungen reagieren.

Gastroosophagaeler Reflux: Die Tollkirsche kann einen gastroosophagaelen Reflux verschlimmern.

Fieber: Die Tollkirsche kann das Risiko einer Überhitzung bei Fiber erhöhen.

Magengeschwüre: Die Tollkirsche kann Magengeschwüre verschlimmern.

Infektionen des Verdauungstrakts: Die Tollkirsche kann die Darmentleerung verlangsamen, so dass Bakterien und Viren, die Infektionen auslösen können, länger im Verdauungstrakt verbleiben.

Magen-Darm Blockierungen: Die Tollkirsche kann obstruktive Magen-Darm Blockierungen inklusive Atonie, Darmlähmung und Stenose verschlimmern.

Hiatushernie: Die Tollkirsche kann eine Hiatushernie verschlimmern.

Engwinkelglaukom: Die Tollkirsche kann ein Engwinkelglaukom verschlimmern.

Herzrasen: Die Tollkirsche kann Herzrasen verschlimmern.

Colitis Ulcerosa: Die Tollkirsche kann Komplikationen bei einer Colitis Ulcerosa fördern.

Schwierigkeiten beim Wasserlassen: Die Tollkirsche kann Probleme beim Wasserlassen verschlimmern.

 

Gibt es Interaktionen mit Medikamenten?

Bei der Kombination von Tollkirsche Produkten mit folgenden Medikamenten sollte man vorsichtig sein:

Trocknende Medikamente (Anticholinerge Wirkstoffe)

Die Tollkirsche enthält Chemikalien, die eine trocknende Wirkung besitzen können. Dies betrifft auch das Gehirn und das Herz. Trocknende Medikamente, die auch als anticholinerge Medikamente bezeichnet werden, können dieselbe Wirkung besitzen. Die Kombination von Tollkirsche und solchen Medikamenten kann Nebenwirkungen wie trockene Haut, Schwindel, niedrigen Blutdruck, schnellen Herzschlag und andere ernsthafte Nebenwirkungen hervorrufen.

Zu den betroffenen Medikamenten gehören einige Antihistaminika und Antidepressiva.

 

Gibt es Interaktionen mit Heilpflanzen oder Supplements?

Es gibt keine bekannten Interaktionen mit Heilpflanzen oder Supplements.

 

Gibt es Interaktionen mit Nahrungsmitteln?

Es gibt keine bekannten Interaktionen mit Nahrungsmitteln.

 

Einnahmeempfehlung?

Die angemessene Dosierung von Tollkirschprodukten hängt von mehreren Faktoren ab, zu denen unter anderem Alter, Gesundheitszustand und weitere gehören. Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es keine ausreichenden wissenschaftlichen Informationen, um einen angemessenen Dosierungsbereich für Tollkirschprodukte angeben zu können. Man sollte hierbei im Hinterkopf behalten, dass auch natürliche Produkte nicht notwendigerweise in jeder Dosierung als sicher und unbedenklich angesehen werden können. Aus diesem Grund sollte man sich an die Einnahmeempfehlung auf dem Etikett des Produkts halten oder seinen Arzt oder Apotheker konsultieren.

 

Referenzen:

  1. Jaspersen-Schib R, Theus L, Guirguis-Oeschger M, et al. [Serious plant poisonings in Switzerland 1966-1994. Case analysis from the Swiss Toxicology Information Center]. Schweiz Med Wochenschr 1996;126:1085-98.
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