SUBSTANZEN Es gibt zurzeit 1006 Substanzen

Es wurden keine Übereinstimmungen gefunden. Bitte versuchen Sie es mit einem anderen Begriff.

Tiratricol

Tiratricol

Überblick

Tiratricol ist eine im Körper natürlich vorkommende Chemikalie, die auch synthetisch hergestellt werden kann.

Tiratricol wird als ernährungstechnisches Supplement bei Schilddrüsenproblemen, inklusive Schilddrüsenkrebs verwendet. Es wird außerdem zur Steigerung der Stoffwechselrate zur Unterstützung eines Gewichtsabbaus, sowie zur Reduzierung von Zellulitis verwendet.

In vielen Ländern wird Tiratricol inzwischen jedoch als wirkungsvolles, nicht zugelassenes Schilddrüsenhormon angesehen, das bei unsachgemäßer Verwendung ernsthafte Gesundheitsprobleme hervorrufen kann, weshalb ein Verkauf als ernährungstechnisches Supplement nicht länger möglich ist.

In Frankreich wird Tiratricol als verschreibungspflichtiges Medikament für Schilddrüsenerkrankungen verkauft. Seine Wirkungen werden seit den fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts wissenschaftlich untersucht.

 

Wie wirkt Tiratricol?

Tiratricol wirkt dadurch, dass es die Schilddrüsenfunktion verbessert. Es könnte außerdem dabei helfen, die Cholesterinspiegel zu senken und das Knochenwachstum anregen.

 

Wie effektiv ist Tiratricol?

Tiratricol ist bei einer Resistenz der Hypophyse gegenüber Schilddrüsenhormonen wahrscheinlich effektiv.

Tiratricol ist möglicherweise effektiv, wenn es zur Behandlung von Schilddrüsenkrebs in Verbindung mit dem Medikament Levothyroxin eingesetzt wird, oder wenn es zur Behandlung einer Schilddrüsenunterfunktion bei Kleinkindern eingesetzt wird.

Tiratricol ist wahrscheinlich ineffektiv, wenn es zur Unterstützung eines Gewichtsabbaus verwendet wird. Die Einnahme von Tiratricol ist nicht effektiv, wenn es für eine Erhöhung der Stoffwechselrate zur Unterstützung eines Gewichtsabbaus bei Menschen mit normaler Schilddrüsenfunktion verwendet wird.

Es gibt nicht genügend wissenschaftliche Daten, um eine Aussage bezüglich der Effektivität von Tiratricol bei einer Verwendung zur Reduzierung von Zellulitis treffen zu können. Es bedarf weiterer wissenschaftlicher Untersuchungen, um die Effektivität von Tiratricol bei dieser Anwendung bewerten zu können.

 

Sicherheit und Nebenwirkungen

Tiratricol ist sicher, wenn es unter ärztlicher Überwachung bei Schilddrüsenproblemen eingesetzt wird. Es kann Nebenwirkungen wie schweren Durchfall, Erschöpfung, Schwäche und Gewichtsverlust hervorrufen.

Tiratricol sollte nicht von Menschen mit normaler Schilddrüsenfunktion verwendet werden.

Die Verwendung von Tiratricol zur Behandlung von Zellulitis und zur Erhöhung der Stoffwechselrate zur Unterstützung eines Gewichtsabbaus ist nicht sicher und unbedenklich.

 

Vorsichtsmaßnahmen und Warnungen

Schwangerschaft und Stillzeit: Tiratricol kann während der Schwangerschaft unter ärztlicher Überwachung zur Behandlung von Schilddrüsenproblemen beim sich entwickelnden Fötus verwendet werden. Tiratricol sollte jedoch während der Schwangerschaft nicht für andere Zwecke eingesetzt werden, da es das Herz des sich entwickelnden Kindes schädigen könnte.

Es ist nicht genug über Sicherheit und Unbedenklichkeit von Tiratricol während der Stillzeit bekannt, weshalb stillende Frauen sicherheitshalber auf Tiratricol verzichten sollten.

Ältere Menschen: Die Verwendung von Tiratricol durch ältere Menschen, die unter einer nicht diagnostizierten Erkrankung des Herzens leiden, könnte nicht sicher und unbedenklich sein.

Herzkrankheiten: Die Einnahme von Tiratricol könnte Symptome von Herzkrankheiten verschlimmern.

Brustschmerzen (Angina): Die Einnahme von Tiratricol könnte die Symptome verschlimmern.

Hoher Blutdruck: Die Einnahme von Tiratricol könnte einen bestehenden hohen Blutdruck verschlimmern.

Diabetes: Es gibt Bedenken, dass Tiratricol die Blutzuckerkontrolle beeinträchtigen und eine Anpassung der Diabetesmedikation notwendig machen könnte. Aus diesem Grund sollten Diabetiker ihren Blutzuckerspiegel während der Einnahme von Tiratricol sorgfältig kontrollieren.

Erkrankungen der Leber: Tiratricol könnte die Leber schädigen. Es könnte außerdem bestehende Leberprobleme verschlimmern.

Myxödeme: Myxödeme sind eine Krankheit, die durch eine unteraktive Schilddrüse verursacht wird. Menschen, die unter dieser Krankheit leiden, reagieren besonders empfindlich auf Schilddrüsenmedikamente inklusive Tiratricol.

Blutungsprobleme: Tiratricol könnte die Blutgerinnung verlangsamen. Es gibt Bedenken, dass Tiratricol bei Menschen, die unter bestimmten Blutgerinnungsstörungen leiden, das Risiko für Blutungen erhöhen könnte.

 

Wechselwirkungen

Man sollte Tiratricol nicht in Kombination mit folgenden Medikamenten einnehmen

Stimulanzien

Stimulanzien beschleunigen die Funktion des Nervensystems. Durch eine Beschleunigung der Funktion des Nervensystems können Stimulanzien die Herzfrequenz beschleunigen und ein Gefühl der inneren Unruhe hervorrufen. Die Einnahme von Tiratricol in Kombination mit Stimulanzien könnte ernsthafte Nebenwirkungen inklusive beschleunigter Herzfrequenz und hohem Blutdruck hervorrufen. Aus diesem Grund sollte man eine Kombination von Tiratricol mit Stimulanzien meiden.

 

Schilddrüsenhormone

Tiratricol wirkt ähnlich wie Schilddrüsenhormone. Die Einnahme von Tiratricol in Kombination mit Schilddrüsenhormonpräparaten könnte das Risiko für Nebenwirkungen von Schilddrüsenhormonen erhöhen.

 

Bei einer Kombination von Tiratricol mit folgenden Medikamenten sollte man vorsichtig sein:

Cholestyramin

Cholestyramin könnte die Menge an Tiratricol, die der Körper absorbiert, reduzieren. Hierdurch könnte Cholestyramin die Wirkung von Tiratricol reduzieren. Um diese Interaktion zu vermeiden, sollte man Tiratricol mindestens eine Stunde vor oder vier Stunden nach Cholestyramin einnehmen.

 

Diabetesmedikamente                                       

Große Mengen von Tiratricol können den Blutzucker senken. Auch Diabetesmedikamente werden verwendet, um den Blutzuckerspiegel zu senken. Die Einnahme von Tiratricol in Kombination mit Diabetesmedikamenten könnte ein zu starkes Absinken des Blutzuckerspiegels zur Folge haben. Aus diesem Grund sollte der Blutzuckerspiegel sorgfältig überwacht werden. Es ist möglich, dass die Dosierung der Diabetesmedikamente angepasst werden muss.

 

Medikamente, die die Blutgerinnung verlangsamen

Tiratricol könnte die Blutgerinnung verlangsamen. Die Einnahme von Tiratricol in Verbindung mit Medikamenten, die auch die Blutgerinnung verlangsamen, könnte das Risiko für Blutungen und die Neigung zu Blutergüssen erhöhen.

Einige Medikamente, die die Blutgerinnung verlangsamen können, umfassen unter anderem Aspirin, Diclofenac (Voltaren), Ibuprofen, Naproxen, Heparin, Warfarin und weitere.

 

Dosierung

Folgende Dosierungen wurden im Rahmen wissenschaftlicher Untersuchungen untersucht:

Oral:

  • Zur Behandlung von Schilddrüsenkrebs in Kombination mit dem Medikament Levothyroxin: 10-24 mcg Tiratricol zweimal täglich zu Beginn der Behandlung. Diese Dosierung wird schrittweise auf die Menge erhöht, die für eine optimale Wirkung benötigt wird.

 

Referenzen:

  1. Anon. FDA warns against consuming dietary supplements containing tiratricol. FDA. 2000. Available at: www.fda.gov/bbs/topics/ANSWERS/ANS01057.html
  2. Asteria C, Rajanayagam O, Collingwood TN, et al. Prenatal diagnosis of thyroid hormone resistance. J Clin Endocrinol Metab 1999;84:405-10. View abstract.
  3. Beck-Peccoz P, Sartorio A, De Medici C, et al. Dissociated thyromimetic effects of 3, 5, 3'-triiodothyroacetic acid (TRIAC) at the pituitary and peripheral tissue levels. J Endocrinol Invest 1988;11:113-8. View abstract.
  4. Bentin J, Desir D, Mockel J. Triac (3,5,3'-triiodo-thyroacetic acid) induced "pseudohypothyroidism". Acta Clin Belg 1984;39:285-9.
  5. Bracco D, Morin O, Schutz Y, et al. Comparison of the metabolic and endocrine effects of 3,5,3'-triiodothyroacetic acid and thyroxine. J Clin Endocrinol Metab 1993;77:221-8. View abstract.
  6. Chow WS, Lam KS. An overweight woman with galactorrhoea. Postgrad Med J 1998;74:121-2.
  7. Dulgeroff AJ, Geffner ME, Koyal SN, et al. Bromocriptine and Triac therapy for hyperthyroidism due to pituitary resistance to thyroid hormone. J Clin Endocrinol Metab 1992;75:1071-5. View abstract.
  8. FDA. FDA warns against consuming triax metabolic accelerator. Available at: www.fda.gov/bbs/topics/ANSWERS/ANS00984.html
  9. FDA. List of orphan designations and approvals. Office of Orphan Products Development. Available at: www.fda.gov/orphan/designat/list.htm.
  10. Ferner RE, Burnett A, Rawlins MD. Triiodothyroacetic acid abuse in a female body builder. Lancet 1986;1:383.
  11. Hawkey CM, Olsen EG, Symons C. Production of cardiac muscle abnormalities in offspring of rats receiving triiodothyroacetic acid (triac) and the effect of beta adrenergic blockade. Cardiovasc Res 1981;15:196-205. View abstract.
  12. Heim J. [Hypothyroidism of central origin corrected by the cessation of Triac therapy]. Ann Med Interne (Paris) 1982;133:588-9. View abstract.
  13. Jaffiol C, Daures JP, Nsakala N, et al. [Long term follow up of medical treatment of differentiated thyroid cancer]. Ann Endocrinol (Paris) 1995;56:119-26. View abstract.
  14. Jean-Pastor MJ, Jean P, Biour M, et al. [Hepatopathies from treatment with a specialty drug combination of tiratricol-cyclovalone-retinol]. J Toxicol Clin Exp 1986;6:115-21.
  15. Kunitake JM, Hartman N, Henson LC, et al. 3,5,3'-triiodothyroacetic acid therapy for thyroid hormone resistance. J Clin Endocrinol Metab 1989;69:461-6. View abstract.
  16. Lerman JL, Pitt-rivers R. Physiological activity of triiodo and tetraiodothyroacetic acid on blood-cholesterol levels. Lancet 1956;1:885-9.
  17. Lind P, Langsteger W, Koltringer P, et al. 3,5,3'-Triiodothyroacetic acid (TRIAC) effects on pituitary thyroid regulation and on peripheral tissue parameters. Nuklearmedizin 1989;28:217-20. View abstract.
  18. Lledo Carreres M, Lajo Garrido JL, Gonzalez Rico M, et al. Toxic internuclear ophthalmoplegia related to antiobesity treatment. Ann Pharmacother 1992;26:1457-8.
  19. McDermott MT, Ridgway EC. Central hyperthyroidism. Endocrinol Metab Clin North Am 1998;27:187-203. View abstract.
  20. Mechelany C, Schlumberger M, Challeton C, et al. TRIAC (3,5,3'-triiodothyroacetic acid) has parallel effects at the pituitary and peripheral tissue levels in thyroid cancer patients treated with L-thyroxine. Clin Endocrinol (Oxf) 1991;35:123-8. View abstract.
  21. Menegay C, Juge C, Burger AG. Pharmacokinetics of 3,5,3'-triiodothyroacetic acid and its effects on serum TSH levels. Acta Endocrinol (Copenh) 1989;121:651-8. View abstract.
  22. Mueller-Gaertner HW, Schneider C. 3,5,3'-Triiodothyroacetic acid minimizes the pituitary thyrotrophin secretion in patients on levo-thyroxine therapy after ablative therapy for differentiated thyroid carcinoma. Clin Endocrinol (Oxf) 1988;28:345-51. View abstract.
  23. Nicolini U, Venegoni E, Acaia B, et al. Prenatal treatment of fetal hypothyroidism: is there more than one option? Prenat Diagn 1996;16:443-8. View abstract.
  24. Olsen EG, Symons C, Hawkey C. Effect of triac on the developing heart. Lancet 1977;2:221-3. View abstract.
  25. Pitt-Rivers R. Physiological activity of the acetic acid analogues of some iodinated thyronines. Lancet 1953;2:234.
  26. Radetti G, Persani L, Molinaro G, et al. Clinical and hormonal outcome after two years of triiodothyroacetic acid treatment in a child with thyroid hormone resistance. Thyroid 1997;7:775-8. View abstract.
  27. Sherman SI, Ladenson PW. Organ-specific effects of tiratricol: a thyroid hormone analog with hepatic, not pituitary, superagonist effects. J Clin Endocrinol Metab 1992;75:901-5. View abstract.
  28. Sherman SI, Ringel MD, Smith MJ, et al. Augmented hepatic and skeletal thyromimetic effects of tiratricol in comparison with levothyroxine. J Clin Endocrinol Metab 1997;82:2153-8. View abstract.
  29. Takeda T, Suzuki S, Liu RT, et al. Triiodothyroacetic acid has unique potential for therapy of resistance to thyroid hormone. J Clin Endocrinol Metab 1995;80:2033-40. View abstract

 

Produkte mit den selben Inhaltsstoffen