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Thiamin

Vitamin B1 (Thiamin)
1882: erkannte der Japaner Takaki, dass die schon um 2600 vor Chr. in China bekannte Beriberi-Krankheit, durch zweckmäßige Ernährung (aus dem Vitamin B-Bereich) geheilt werden kann.
1897: wies der Nobelpreisträger für Medizin/Physiologie (Nobelpreis 1929) Christiaan Eijkman den Vitamin B1-Mangeleffekte durch das Füttern von poliertem Reis nach und zeigte, dass durch die Verfüttern der Silberhäutchen des Reises der Mangel behoben werden kann. Anti-Polyneuritis-Vitamin oder Aneurin (antineuritisches Vitamin) wurde es zunächst wegen seiner Wirkung auf die Nerven genannt.
1932: erhielt es dann aber von Windaus wegen seines Schwefelgehaltes die Bezeichnung Thiamin, der heute der einzig zulässige Name ist.
1926: wurde das Vitamin erstmalig von Jansen und Donath in kristalliener Farm aus Reiskleie isoliert.
1936: wurde die Struktur von Vitamin B1 etwa gleichzeitig von R.R. Williams und Grewe aufgeklärt. Die Synthese erfolgte durch R. R. Williams 1936 und von Andersag und Westphal 1937.
Vitamin B1 ist ein weißes, fast geruchloses, wasserlösliches Vitamin. Es ist unentbehrlich für die Funktion des Nervensystems. Wird das Vitamin B1 ca. 14 Tage nicht mehr dem Körper zugeführt, dann sind die Reserven zu 50 % aufgebraucht.

Aufgabe/Funktion

Vitamin B1 Nervenvitamin spielt als Coenzym im Fett- und Kohlenhydratstoffwechsel (Erhaltung von Nervengewebe und des Herzmuskels, Vermittlung der Nervenleitung) eine wichtige Rolle. Als Thiamin-Diphospat (TDP, Coenzym von Decarboxylasen und Transketolase) wirkt es beim Abbau von Kohlenhydraten im Gehirn und in den Muskeln. Auch Kondition und Gedächtnis hängen von diesem Vitamin ab. Es stärkt die Blutzirkulation und ist für die Produktion von Magensäure notwendig. Es ist wichtig bei der Umwandlung von Kohlenhydraten in Fett und der damit verbundenen Energiegewinnung aus den Kohlenhydraten (Es ist Coenzym fuer die Pyruvat-Dehydrogenase, einen Multienzymkomplex, welcher Pyruvat zu Acetyl-CoA umsetzt). Es ist ebenfalls am Abbau bestimmter Aminosäuren beteiligt und wirkt regulierend im Kohlenhydratstoffwechsel. Das bedeutet, es ist ein wichtiges Vitamin zur Steuerung des Energiehaushaltes des menschlichen Organismus (sorgt in Verbindung mit ATP für die Umwandlung von Kohlenhydraten in Energie).


Vorkommen

  • in 100 g Weizenkeime 2 mg
  • in 100 g Sojabohnen 1 mg
  • in 100 g Schweinefleisch 0,90 mg
  • in 100 g Erbsen 0,76 mg
  • in 100 g Haferflocken 0,65 mg
  • in 100 g Weiße Bohnen 0,50 mg
  • in 100 g Kartoffeln 0,10 mg
  • Bierhefe
  • Vollkornprodukte

Mangelerscheinungen (Hypovitaminose)

Symptome:

  • Störungen des Kohlenhydratstoffwechsels und Nervensystems
  • Reizbarkeit und Depressionen
  • Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Konzentrationsschwäche, Muskelatrophie
  • Blutarmut (Anämie)
  • häufige Kopfschmerzen,
  • Gedächtnisstörungen, Verwirrungszustände
  • Herzversagen, Ödem, niedriger Blutdruck, Kurzatmigkeit
  • Verringerte Produktion von Antikörpern bei Infektionen
  • gestörte Energieproduktion
  • schwache Muskulatur (besonders die Wadenmuskulatur)
  • Krankheit: Beriberi

Beriberi trat auf, als man den Reis zu polieren begann und dadurch die vitaminreiche Schale entfernt wurde. In Europa tauchte sie auf, als Mehl so fein gemahlen wurde, dass der vitaminreiche Weizenkeim verschwand und über das Brot kein Vitamin B1 mehr aufgenommen wurde. In den Ländern Ostasiens und Japan, wo Reis als Hauptnahrungsmittel gilt, trat die Krankheit häufig auf. Die Krankheit tritt noch heute in Ländern der Dritten Welt auf. In den Industrieländern finden wir diese Krankheit meist im Zusammenhang mit Alkoholismus oder schwerer Fehlernährung vor. Symptome bei Beriberi: neurologische Störungen, Muskelatrophie (Muskelschwund) und Herzinsuffizienz.

Folgen einer Überdosierung (Hypervitaminose)

Erst bei einer Menge von über 200 mg reagieren beispielsweise die Nerven überempfindlich auf Reize. In einigen Fällen wurden bei intravenösen Verabreichungen schwere allergische Reaktionen festgestellt bis hin zum anaphylaktischen Schock auslösen.


Bedarf

Von der DGE wird eine Zufuhr von 0,33 mg pro 1000 kcal pro Tag als Mindestbedarf angesehen. Empfohlen wird eine Zufuhr von 0,5 mg pro 1000 kcal pro Tag. Da der Thiaminbedarf eng mit dem Energiestoffwechsel verknüpft ist, geht die Zufuhrempfehlung mit der aufgenommenen Nahrungsenergie einher. Wichtig ist eine kontinuierliche Aufnahme des Vitamins, wegen seiner begrenzten Speicherkapazität. Menschen mit einem erhöhten Energiebedarf, wie Spitzensportler oder Schwer- und Schwerstarbeiter haben einen erhöhten Thiaminbedarf. Alkoholismus vermindert die Resorptionsrate von Thiamin. Demnach ist der Bedarf an Thiamin bei Menschen mit einem überhöhten Alkoholkonsum größer, als beim Bevölkerungsdurchschnitt.


Bedarf im Sport

Meine Empfehlung ist 10-100mg am Tag, mehrmals täglich zu den Mahlzeiten einzunehmen da dieses Vitamin auch über den Schweiß ausgeschieden wird.

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