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Selenium

Selen

Selen gehört zu den Halbmetallen. Es kommt auf der Erde relativ selten vor. Das Element kommt in einer Reihe von verschiedenen Modifikationen vor, so z.B. dem metallischen grauen Selen oder dem amorphen und dem kristallinen roten Selen. Das Selen wurde im Jahr 1817 von Jöns Jakob Berzelius (1779-1848) als Element entdeckt. Er gab dem Selen nach dem griechischen Wort "selene" für den Mond seinen Namen. Dieses geschah in Anlehnung an das Tellur (tellus=Erde).

Selen kommt in der Natur sehr selten in elementarer Form vor, meist findet man es in Verbindungen mit Schwefel. Selenminerale sind ebenfalls sehr selten. Die Gewinnung des Selens erfolgt daher hauptsächlich aus bei der Kupferherstellung entstandenen Nebenprodukten. Sulfid-Erze, wie Pyrit, Eisenkies, Kupferkies oder Zinkblende, enthalten meist Selensulfide, aber nur in geringen Mengen. Aufgrund der besonderen elektrischen Eigenschaften des grauen metallischen Selens wird es vor allem in der Halbleiterindustrie zur Herstellung von Photodioden, Photozellen, Phototransistoren, Solarzellen, Radaranlagen oder Belichtungsmessern, aber auch von Speicher -und Verstärkerfolien in der Röntgendiagnostik verwendet. In der Glasherstellung verleiht ein kleiner Anteil Selen (0,1 - 0,2 %) dem Glas eine leuchtend rote Farbe. In den roten Gläsern der Verkehrsampelanlagen beispielsweise erlebt man es täglich.

In der Medizin gilt Selen als essentielles Spurenelement. Im Körper kommt es in den Zähnen und Knochen sowie in Enzymen vor. In Antischuppen-Shampoos und in einer Reihe von Medikamenten gegen Hauterkrankungen befindet sich Selen. So wird es als therapieunterstützendes Medikament bei der Behandlung der Kleienpilz- und Schuppenflechte angewandt. Selenige Säure (H2SeO3) wurde früher wie weißes Arsenik in geringen Mengen als Oxidationsmittel zur Gewichtszunahme eingenommen. Es muss aber auch darauf hingewiesen werden, dass einige Selenverbindungen hoch giftig sind und im Verdacht stehen, krebserregend zu wirken. So wird Selen beispielsweise auch zu den krebserregenden Inhaltsstoffen des Tabakrauches gezählt.

Funktionen im Körper

Selen spielt eine wichtige Rolle in der Entgiftung des Körpers und ist Bestandteil einiger Enzyme. Es ist kovalent, also fest, an das Enzym Glutathionperoxidase gebunden. Dieses Enzym verstärkt die Umwandlung von freien Radikalen, vor allem von Wasserstoffperoxid (H202), mit Hilfe von Glutathion, welches in tierischen Zellen in recht hohen Konzentrationen verfügbar ist, in harmlose Abkömmlinge (Derivate). Freie Radikale sind chemisch außerordentlich reaktionsstarke Moleküle, die zu einer Schädigung der DNA und damit zu Mutationen führen können. Sie gehören daher zu den kanzerogenen (krebserregenden) Substanzen.

Als Bestandteil des Enzyms Thyroxin-5-Deiodase ist Selen an der Aktivierung der Schilddrüsenhormone beteiligt. Weiterhin soll es eine Rolle in der Immunabwehr spielen und bei der Entgiftung bzw. Ausleitung von Schwermetallen beteiligt sein. Selen bildet mit einigen Schwermetallen stabile Metallselenide, die aus dem Magen-Darm-Trakt nicht resorbiert und somit ausgeschieden werden.


Selenhaltige Nahrung

Süß- und Seewasserfische, Eigelb, Fleisch, Leber, Getreideprodukte und Nüsse gelten als Hauptlieferanten von Selen. Selen wird an Eiweiß gebunden aufgenommen.


Mangelerscheinungen

Welche Folgen ein Mangel an Selen haben kann, ist noch nicht vollständig erfasst. Studien deuten jedoch einen Zusammenhang zwischen Bluthochdruck und verschiedenen Herzkrankheiten an. Auch Verbindungen zwischen Selenmangel und der Häufigkeit von Krebs wie Leber-, Darm- und Lungenkrebs sind in Studien dargelegt worden. Bei Weidetieren, die in selenarmen Gegenden grasten, wurden Lähmungen, Leberschäden und Stoffwechselstörungen beobachtet. Außerdem gibt es Hinweise darauf, dass ein Selenmangel zur Unfruchtbarkeit bei Männern führen kann. Dies geschieht dadurch, dass erstens die Reifung der Spermien bei einem Selenmangel gestört wird und sich zweitens ihre Beweglichkeit verringert.


Überdosierung und Vergiftungen

Bevor entdeckt wurde, dass Selen für den Menschen essentiell ist, galt das Spurenelement als eines der giftigsten Elemente. Zu bemerken ist allerdings, dass die Toxizität der Selenverbindungen davon abhängt, wie gut die jeweiligen Verbindungen aus dem Magen-Darm-Trakt resorbiert werden, also in das Blut gelangen. Die Verbindungen Selenit, Selenat und Selenoaminosäuren werden beispielsweise besonders gut aufgenommen. Elementares Selen und stabile Metallselenide werden dagegen nur schlecht resorbiert. Konkrete Angaben über die giftigen Konzentrationen der einzelnen Selenverbindungen gibt es in der Literatur nur unzureichend, es werden lediglich die Mengen des reinen Elementes Selen angegeben, die noch als ungiftig gelten . Bei einer regelmäßigen Zufuhr von Selen gilt die Menge von ca. 400 µg (= 10-6 g) als ungiftig.


Akute Selenvergiftungen sind selten und in der Regel auf eine überhöhte orale Zufuhr von Selen zurückzuführen. Es kann aber auch durch das Einatmen des sehr giftigen Selenwasserstoffs H2Se zu einer akuten Vergiftung kommen.


Symptome von Überdosierung bzw. Vergiftung

Durch die Vielzahl der Selenverbindungen (Selenid, Selenit, Selenat, Selenoaminosäuren usw.), die in hohen Konzentrationen zu Vergiftungserscheinungen führen, und die unterschiedlichen Aufnahmewege (Lunge, Haut, Magen-Darm-Trakt) kann keine allgemeine Symptomatik beschrieben werden. Allen gemeinsam ist allerdings, dass die Atemluft der vergifteten Person nach Knoblauch riecht. Als weitere Symptome werden gastro-intestinale Störungen, Kopfschmerzen und Haarausfall beobachtet. Auch Veränderungen der Fingernägel (weiße Flecken und Streifen) sowie periphere Neuropathien können durch einen Überschuss an Selen entstehen. Wenn das giftige Selenwasserstoff eingeatmet wurde, können starke Reizungen der Augen, Nase und der oberen Atemwegen auftreten. Gelangen größere Mengen an Selenwasserstoff in die Atemwege, besteht die Gefahr eines Lungenödems.


Selen steht im Verdacht, in größeren Mengen krebserregend zu wirken.


Selen zur Anwendung

Ob eine zusätzliche Zufuhr von Selen generell empfohlen werden kann, ist umstritten, weil das Wissen über das Spurenelement zur Zeit noch unzureichend ist. Als gesichert gilt aber heutzutage, dass die Einnahme von Selen bei Krebserkrankungen, bestimmten Herz-Kreislauf-Erkrankungen und speziellen Formen der Arthritis empfehlenswert ist. Die dabei jeweils einzunehmenden Mengen an Selen schwanken aber je nach Erkrankung, bei Krebs auch in Abhängigkeit vom jeweiligen Behandlungsstatus.


Wechselwirkungen

Tabletten in denen sich Natriumselenit befindet, sollten nicht mit Reduktionsmitteln wie z.B. Vitamin C zusammen eingenommen werden, da ansonsten elementares Selen entsteht, dass aus dem Magen-Darm-Trakt nicht in das Blut aufgenommen wird. Zwischen der Einnahme von Natriumselenit und Vitamin C sollte ein Mindestabstand von einer Stunde eingehalten werden. Diese Einschränkung gilt jedoch nicht für Natriumselenat.


Bedarf

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung geht von einem täglichen Bedarf von 30 bis 70 µg für Menschen ab dem 16. Lebensjahr aus. In der Schwangerschaft und Stillzeit, bei älteren Menschen, Rauchern, Krebspatienten und Menschen mit geschwächtem Immunsystem kann ein erhöhter Selenbedarf bestehen.


Bedarf im Sport

Da die Böden in Europa reich an Selen sind, enthält unsere Nahrung im allgemeinen ausreichende Mengen an diesem Spurenelement. Mein rat, wegen seiner Immunstimulierenden und antioxidativen Wirkung, trotzdem zur Nahrungsergänzung mit 100-200mcg Selen täglich zu den Mahlzeiten

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