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Red Yeast Rice

Was ist Roter Hefe Reis?

Roter Hefe Reis ist ein traditionelles chinesisches kulinarisches und medizinisches Produkt. Supplements, die roten Hefe Reis enthalten, werden zur Senkung der Cholesterinspiegel und der Spiegel verwandter Lipide vermarktet. Roter Hefe Reis Produkte sind unter Umständen nicht sicher und unbedenklich. Einige können dieselben Nebenwirkungen wie bestimmte cholesterinsenkende Medikamente besitzen und einige können bestimmte potentiell schädliche Verunreinigungen enthalten.

Schlüsselfakten

Einige roter Hefe Reis Produkte enthalten substantielle Mengen Monacolin K, welches chemisch identisch mit dem aktiven Inhaltsstoff des Cholesterinsenkers Lovastatin ist. Diese Produkte können die Cholesterinspiegel im Blut senken und diesen Nebenwirkungen und Wechselwirkungen wie Lovastatin besitzen.

Andere roter Hefe Reis Produkte enthalten nur wenig oder überhaupt kein Monacolin K. Es ist nicht bekannt, ob diese Produkte eine Auswirkung auf die Cholesterinspiegel im Blut besitzen.

Als Konsument hat man keine Möglichkeit zu erkennen, wie viel Monacolin K in den meisten roter Hefe Reis Produkten enthalten ist. Auf dem Etikett dieser Produkte ist für gewöhnlich nur die Menge an rotem Hefe Reis angegeben, die sie enthalten, und nicht die Menge an Monacolin K.

In einigen Ländern werden roter Hefe Reis Produkte, die mehr als Spuren von Monacolin K enthalten, als Medikamente angesehen und dürfen nicht als Supplements verkauft werden.

Einige roter Hefe Reis Produkte enthalten eine Kontamination mit Citrinin, welches zu Nierenversagen führen kann.

Über roten Hefe Reis

Roter Hefe Reis wird hergestellt, indem Reis mit unterschiedlichen Stämmen der Hefe Monascus Purpureus kultiviert wird. Einige roter Hefe Reis Zubereitungen werden in Nahrungsmitteln der chinesischen Küche verwendet, zu denen auch die Pekingente gehört. Andere werden als ernährungstechnische Supplements zur Senkung der Cholesterinspiegel und der Spiegel verwandter Lipide vermarktet.

Einige roter Hefe Reis Produkte enthalten Substanzen, die als Monacoline bezeichnet werden und von der Hefe produziert werden. Monacolin K ist chemisch identisch mit dem aktiven Inhaltsstoffe im cholesterinsenkenden Medikament Lovastatin, welches zur Kategorie der als Statine bezeichneten Medikamente gehört. Diese Medikamente senken die Cholesterinspiegel im Blut durch eine Reduzierung der Produktion von Cholesterin in der Leber.

Die Zusammensetzung roter Hefe Reis Produkte variiert abhängig von den Hefe Stämmen und den Kultivierungsumständen, die zu ihrer Herstellung verwendet werden. Die Stämme und Bedingungen, die verwendet werden, um kulinarischen roter Hefe Reis herzustellen unterscheiden sich von denen, die bei der Herstellung von Produkten verwendet werden, die die Cholesterinspiegel senken sollen. Von der amerikanischen Gesundheitsbehörde durchgeführte Untersuchungen deuten darauf hin, dass roter Hefe Reis, der als Nahrungsmittelprodukt verkauft wird, nur Spuren von Monacolin K oder überhaupt kein Monacolin K enthält.

In den Jahren 2008 und 2009 lag der mit roter Hefe Reis Produkten erzielte Umsatz bei etwa 20 Millionen Dollar pro Jahr.

Sicherheit

Dieselben Arten von Nebenwirkungen, die bei Patienten auftreten können, die Lovastatin als Medikament einnehmen, können auch bei Menschen auftreten, die roter Hefe Reis Produkte einnehmen, die Monacolin K enthalten. Potentielle Nebenwirkungen umfassen Myopathie (Muskelsymptome wie Schmerzen und Schwäche), Rhabdomyolyse (ein Zustand, bei dem Muskelfasern abgebaut und Substanzen in den Blutkreislauf freigesetzt werden, die die Nieren schädigen können) und eine Lebertoxizität. Jede dieser drei Nebenwirkungen wurde bei Menschen beobachtet, die roter Hefe Reis Produkte verwendeten.

Roter Hefe Reis Supplements sollten nicht von schwangeren oder stillenden Frauen verwendet werden.

Lovastatin kann mit einer Reihe von Medikamenten interagieren und hierdurch das Risiko für eine Rhabdomyolyse erhöhen. Diese Medikamente umfassen cholesterinsenkende Wirkstoffe, bestimmte Antibiotika, das Antidepressivum Nefazodon, Medikamente, die zur Behandlung von Pilzinfektionen verwendet werden und Medikamente, die zur Behandlung einer HIV Infektion verwendet werden. Roter Hefe Reis, der Monacolin K enthält, könnte mit Medikamenten auf dieselbe Art und Weise interagieren.

Wenn der Prozess der Herstellung von rotem Hefe Reis nicht sorgfältig kontrolliert wird, kann sich eine Substanz namens Citrinin bilden. Von Citrinin konnte gezeigt werden, dass es bei Versuchstieren zu Nierenversagen und in menschlichen Zellen zu genetischen Defekten führen kann. Eine im Jahr 2011 durchgeführte Analyse von roter Hefe Reis Produkten, die als ernährungstechnische Supplements verkauft wurden, kam zu dem Ergebnis, dass 4 von 11 getesteten Produkten eine solche Kontaminierung enthielten.

Was sagt die Wissenschaft

Roter Hefe Reis Produkte, die substantielle Mengen an Monacolin K enthalten, können die Cholesterinspiegel im Blut senken. Es wurden bisher keine Resultate von Studien veröffentlicht, bei denen roter Hefe Reis verwendet wurde, der wenig oder kein Monacolin K enthielt, so dass nicht bekannt ist, ob diese Produkte eine Auswirkung auf die Cholesterinspiegel besitzen.

Resultate klinischer Untersuchungen

Im Rahmen klinischer Humanuntersuchungen mit roter Hefe Reis Produkten, die substantielle Mengen an Monacolin K enthielten, senkten diese Produkte die Blutspiegel des Gesamtcholesterins und des schädlichen LDL Cholesterins, das mit Herz-Kreislauf Erkrankungen in Verbindung gebracht wird. Es ist wichtig hervorzuheben, dass all diese klinischen Untersuchungen Produkte verwendeten, die substantielle Mengen an Monacolin K enthielten.

Eine im Jahr 2011 durchgeführte Analyse zeigte, dass einige der auf dem Markt erhältliche roter Hefe Reis Produkte nur sehr wenig Monacolin K enthielten. Diese Produkte könnten nur geringfügige oder keinerlei Auswirkung auf die Cholesterinspiegel im Blut besitzen. Aus diesem Grund wird man, auch wenn die Teilnehmer der klinischen Untersuchungen dazu in der Lage waren, ihre Cholesterinspiegel durch die Einnahme von roter Hefe Reis zu senken, nicht unbedingt dazu in der Lage sein, dieselben Resultate zu erzielen.

Bei einer der klinischen Untersuchungen produzierte das getestete Produkt eine stärkere cholesterinsenkende Wirkung als basierend auf seinem Monacolin K Gehalt zu erwarten gewesen wäre. Weitere Untersuchungen legen nahe, dass andere Monacoline oder andere in diesem Produkt enthaltene Substanzen zu dessen cholesterinsenkender Wirkung beigetragen haben könnten.

Verträglichkeit von roter Hefe Reis Produkten

Zwei Studien deuten darauf hin, dass einige Menschen, die Statin Medikamente aufgrund von Nebenwirkungen (Muskelschmerzen und oder Schwäche) nicht vertragen, dazu in der Lage waren, roten Hefe Reis zu vertragen. Es ist unbekannt, ob die geringere Menge an Monacolin K, die in den roter Hefe Reis Produkten im Vergleich zur Menge an aktiven Inhaltsstoffen in Medikamenten zu dieser besseren Verträglichkeit beitrugen oder ob hierfür andere Faktoren verantwortlich waren.

Vorsichtsmaßnahmen und Warnungen

Man sollte roten Hefe Reis nicht verwenden, um eine konventionelle Therapie zu ersetzen oder zu versuchen, hohe Cholesterinspiegel ohne ärztliche Unterstützung zu senken.

Schwangere oder stillende Frauen oder Frauen, die versuchen schwanger zu werden, sollten roten Hefe Reis in Form von Supplements nicht verwenden. Wenn man Kindern roten Hefe Reis Produkte verabreichen möchte, sollte man zuvor einen Arzt konsultieren.

Man sollte roter Hefe Reis Produkte nicht zusätzlich zu verschreibungspflichtigen Statin Medikamenten verwenden.

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