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Piperin

Piperin

Piperin ist die Chemikalie, die schwarzem Pfeffer seine Würze verleiht. Zusätzlich hierzu verhindert Piperin Entzündungen und oxidativen Stress und hat sich als vielversprechend zur Behandlung zahlreicher Krankheiten wie Diabetes, Epilepsie, Weißfleckenkrankheit und Parkinson herausgestellt. Es könnte außerdem den Stoffwechsel anregen, den Gewichtsabbau beschleunigen, die Cholesterinspiegel und die Gehirnfunktion verbessern, sowie Schmerzen lindern.

Was ist schwarzer Pfeffer?

Schwarzer Pfeffer ist das weltweit am häufigsten verwendete Gewürz. Lange bevor wissenschaftliche Untersuchungen erklären konnten, wie schwarzer Pfeffer wirkt, wurde dieser bereits im Bereich der Volksmedizin zur Behandlung zahlreicher Krankheiten inklusive Rheumatismus, Grippe, Muskelschmerzen, Schüttelfrost, Fieber, Migräne und Verdauungsproblemen verwendet. Zusätzlich hierzu wurde schwarzer Pfeffer zur Anregung der Durchblutung und des Appetits eingesetzt (1).

Piperin ist der aktive Inhaltsstoff in schwarzem Pfeffer und ist verantwortlich für viele der Wirkungen dieses Gewürzes. Piperin ist das, was schwarzem Pfeffer seinen charakteristischen scharfen Geschmack verleiht (2, 3).

In reiner Form handelt es sich bei Piperin um ein weißes oder leicht gelbliches Pulver. Es schmeckt ähnlich wie Pfeffer und macht 98% der Alkaloide aus, die in schwarzem Pfeffer enthalten sind (4, 3). Piperin wird als Cinnamamid klassifiziert. Diese Gruppe von Chemikalien besitzt beruhigende, krampflösende und antidepressive Wirkungen (5).

Piperin besitzt zahlreiche potentielle Gesundheitsvorzüge. Es könnte vor Entzündungen schützen, die kognitive Funktion, die Stimmungslage, die Cholesterinspiegel und den Blutdruck verbessern, sowie Allergien lindern.

Zusätzlich hierzu wirkt Piperin als Antioxidans und kann die Bioverfügbarkeit anderer Medikamente und Supplements steigern, was bedeutet, dass der Körper diese Wirkstoffe effektiver nutzen kann.

Wirkmechanismen von Piperin

Piperin besitzt viele potentielle Auswirkungen auf den Körper. Diese umfassen unter anderem:

  • Eine Reduzierung von Entzündungen: Piperin kann die Spiegel bestimmter Zytokine senken, die Entzündungen fördern (IL-1b, TNF-α und PGE2), sowie die Spiegel von Zytokinen erhöhen, die Entzündungen lindern (IL-10) (6).
  • Eine Erhöhung der Bioverfügbarkeit vieler Medikamente und Supplements: Durch eine Hemmung der entgiftenden Enzyme, die Medikamentenwirkstoffe abbauen (wie z.B. CYP3A4) und eine Steigerung der Absorption von Medikamenten/Supplements im Verdauungstrakt kann Piperin die Fähigkeit des Körpers steigern, diese Verbindungen zu nutzen (7).
  • Eine antioxidative Wirkung: Piperin agiert direkt als ein Hydroxyl und Superoxid Radikalenfänger (8).
  • Eine Hemmung von Prostaglandinen (hormonähnlichen Fetten): Dies kann bei Durchfall helfen (9).
  • Eine Erhöhung der Dopamin- und Serotoninspiegel im Gehirn: Dies kann dabei helfen, Stimmungslage und kognitive Funktion zu verbessern, sowie neurodegenerative Erkrankungen zu verhindern (10, 11).
  • Eine Erhöhung der Rate des Muskelstoffwechsels durch eine Erhöhung der ATPase Aktivität. Dies könnte die Energieverwendung durch die Muskeln erhöhen und einen Gewichtsabbau unterstützen (12).

Potentielle Gesundheitsvorzüge von Piperin

Viele der im Folgenden zitierten Humanstudien wurden mit einer Kombination von Curcumin mit Piperin durchgeführt. Häufig konnten jedoch in vivo Studien oder mit Tieren durchgeführte Untersuchungen zeigen, dass auch Piperin alleine die entsprechenden Wirkungen zeigte.

Piperin kann die Bioverfügbarkeit von Medikamenten und Supplements steigern

Piperin wurde im Jahr 1979 als allererste Substanz identifiziert, die die Bioverfügbarkeit anderer Substanzen erhöht (13, 7). Mit anderen Worten ausgedrückt erhöht Piperin die Fähigkeit des Körpers, Nährstoffe und Medikamente zu verwenden (14).

Dies bedeutet, dass niedrigere oder seltenere Dosierungen eines Medikaments verwendet werden können, um dieselbe Wirkung zu erzielen. Dies ist sehr nützlich, wenn es um Medikamente geht, die unerwünschte Nebenwirkungen besitzen.

Piperin bewirkt dies über folgende Mechanismen (7):

  • Piperin verhindert, dass der Körper einige Medikamente abbaut, indem es Medikamente verstoffwechselnde Enzyme (wie CYP3A4, CYP2E1, CYP1B1, und CYP1B2) in der Leber blockiert.
  • Piperin erhöht die Menge an Medikamentenwirkstoffen und Nährstoffen, die über den Verdauungstrakt aufgenommen werden, indem es die Transportsysteme im Verdauungstrakt anregt. Hierdurch kann Piperin z.B. die Bioverfügbarkeit von Curcumin – eine Verbindung, die sich in Kurkuma wiederfindet – bei Ratten um 154% und beim Menschen um 2000% erhöhen (15).

Piperin erhöhte außerdem bei 2 Studien mit 32 Personen die Blutkonzentrationen und die Lebensdauer des krampflösenden Medikaments Carbamazepin, was möglicherweise durch eine Blockade des Enzyms CPY3A4 geschieht, welches diesen Wirkstoff abbaut. Auf ähnliche Art und Weise erhöht Piperin im Rahmen einer anderen Studie die Bioverfügbarkeit des Muskelrelaxans Chlorzoxazon durch eine Blockade des Enzyms CYP2E1 (16, 17, 18).

Alle pflanzlichen Extrakte, die Piperin und Curcumin kombinieren, erhöhten im Rahmen einer Untersuchung mit 8 gesunden Probanden die Bioverfügbarkeit des Sedativums Midazolam, des Entzündungshemmers Flurbiprofen und des Schmerzmittels Tylenol (19).

Ein Medikamentenzuliefersystem, das sich aus Piperin Lisopheren zusammensetzte, erhöhte im Rahmen einer kleinen Studie mit 9 gesunden Probanden die Bioverfügbarkeit von THC und CBD im Vergleich zum verschreibungspflichtigen Spray Sativex (20).

Alles in Allem legen Hinweise nahe, dass Piperin die Bioverfügbarkeit von vielen Substanzen erhöht. Dies kann dazu führen, dass die Menge an Medikamenten in Absprache mit dem behandelnden Arzt angepasst werden muss.

Piperin wirkt als Antioxidans

Piperin kann vor oxidativen Stress schützen, indem es freie Radikale neutralisiert (8). Im Rahmen einer kleinen Untersuchung mit 20 Menschen mit Pankreatitis verbesserte eine Kombination von 500 mg Curcumin und 5 mg Piperin den Antioxidatienstatus der Probanden (niedrigere Fettperoxidation und MDA und höhere Glutathionspiegel). Kombinationen mit demselben Verhältnis von Curcumin und Piperin verbesserte auch bei 3 weiteren Studien mit über 100 Probanden mit metabolischem Syndrom, fast 100 Probanden mit chronischen Lungenkrankheiten und 40 Probanden mit Osteoarthritis den Antioxidantienstatus (21, 22, 23, 24).

Zusammen mit alltäglichen Risikofaktoren wie Umweltverschmutzung und Strahlung kann eine fettreiche Ernährung die Produktion freier Radikale erhöhen. Als Ratten, die eine fettreiche Ernährung erhielten, Piperin verabreicht bekamen, sanken ihre Spiegel freier Radikale. Piperin erhöhte außerdem die Spiegel von Enzymen, die freie Radikale neutralisieren (SOD, CAT, GPx und GST) (25, 26).

Im Rahmen einer Zellstudie reduzierten niedrige Dosierungen von Piperin die Spiegel freier Radikale. Sehr niedrige Dosierungen können jedoch die Produktion freier Radikale anregen (8).

Piperin besitzt entzündungshemmende Eigenschaften.

Bei einer klinischen Untersuchung mit über 100 Probanden mit Typ 2 Diabetes oder metabolischem Syndrom besaß eine Kombination von Curcumin und Piperin entzündungshemmende Wirkungen (was anhand niedrigerer CRP Spiegel gemessen wurde). Dieser Mix enthielt jedoch 100 mal mehr Curcumin als Piperin (22).

Ein ähnlicher Mix reduzierte außerdem Entzündungen (reduzierte Spiegel von IL4, IL6 und CRP) bei einer klinischen Untersuchung mit 40 Probanden mit Osteoarthritis (27).

Bei Ratten konnte Piperin alleine kurz- und langfristige Symptome von Entzündungen reduzieren (28). Bei Ratten mit Arthritis reduzierte Piperin Schmerzen und Größe der Schwellungsbereiche an den Gelenken (und reduzierte entzündungsfördernde Moleküle wie IL-6, MMP13 und PGE) (29).

Bei Ratten mit Erkrankungen des Zahnfleischs (Paradontitis) reduzierte Piperin Zahnfleischentzündungen und Knochenabbau. Es reduzierte außerdem die Produktion der entzündungsfördernden Moleküle IL-1β, MMP-8 und MMP-13 (30).

Darüber hinaus reduzierte Piperin bei Mäusen Entzündungen des Uterus (Endometriose) (31).

Piperin kann die Cholesterinspiegel verbessern

Bei 2 klinischen Untersuchungen mit über 200 Menschen mit Typ 2 Diabetes oder metabolischem Syndrom senkte eine Kombination von 1.000 mg Curcumin und 10 mg Piperin pro Tag die Gesamtcholesterinspiegel, die LDL und VLDL Cholesterinspiegel, während sie gleichzeitig die Spiegel des guten HDL Cholesterins erhöhte (32)

Im Eahmen einer anderen Studie wurden Ratten mit hohen Fett- und Cholesterinspiegeln im Blut drei Wochen lang mit Piperin gefüttert. Ohne Veränderung ihrer Ernährung kam es zu einer Reduzierung der Gesamtcholesterinspiegel, der LDL und der VLDL Cholesterinspiegel, während gleichzeitig die Spiegel des guten HDL Cholesterins stiegen (33).

Piperin könnte beim metabolischen Syndrom nützlich sein

Wie bereits erwähnt wurde, konnte eine Kombination von 1.000 mg Curcumin und 10 mg Piperin pro Tag bei zwei klinischen Studien mit über 200 Probanden den oxidativen Status, den entzündlichen Status und die Blutfettwerte verbessern (22, 34).

Bei Ratten mit metabolischem Syndrom konnte Piperin den Blutdruck senken, die Glukosetoleranz verbessern, Marker für oxidativen Stress und Entzündungen reduzieren, Gewebeschäden und Entzündungen der Leber (Fibrose) verhindern und die Leberfunktion verbessern (35).

Piperin kann die Blutzuckerspiegel senken

Im Rahmen einer klinischen Untersuchung mit 100 Probanden mit Typ 2 Diabetes senkte eine Kombination von 500 mg Curcumin und 5 mg Piperin die Blutzuckerspiegel und reduzierte die Leberschäden (36).

Bei diabetischen Ratten reduzierte eine niedrige Dosis Piperin die Blutzuckerspiegel. Höhere Dosierungen erhöhten hingegen die Blutzuckerspiegel (37).

Piperin könnte bei der Weißfleckenkrankheit helfen

Bei der Weißfleckenkrankheit handelt es sich um ein Leiden, bei dem Hautbereiche im Lauf der Zeit ihre Pigmentierung verlieren. Im Rahmen einer klinischen Untersuchung mit 63 Probanden, die unter dieser Krankheit litten, förderte eine kombinierte Therapie von Piperin und UV-B Strahlung die Repigmentierung der Haut (38).

Piperin kann die kognitive Funktion verbessern

Mehrere mit Tieren durchgeführte Untersuchungen legen nahe, dass Piperin die Gehirnfunktion verbessern kann (39, 40).

Mit Piperin gefütterte Ratten lernten z.B. schneller und konnten sich länger erinnern (41). Es verbesserte außerdem die Gehirnfunktion bei Ratten mit Alzheimer. Ratten, die Piperin bekamen, wiesen im Vergleich zu Ratten der Kontrollgruppe eine gesteigerte Gedächtnisfunktion auf (39, 40). Piperin schützte den Hippocampus und die Zerebrospinalflüssigkeit vor freien Radikalen. Es regte außerdem das Wachstum von Gehirnzellen im Hippocampus an – ein Bereich des Gehirns, der stark an der Erinnerung beteiligt ist (39, 40).

Piperin könnte Depressionen lindern

Bei Mäusen, die chronischem Stress ausgesetzt waren, besaß Piperin antidepressive Wirkungen. Diese wurden mit einer gesteigerten Produktion neuer Gehirnzellen und erhöhten BDNF Spiegeln im Hippocampus in Verbindung gebracht (42).

Eine andere Studie zeigte, dass eine zweiwöchige Verabreichung von Piperin bei Mäusen Depressionen linderte. Es erhöhte außerdem die Serotoninspiegel in Hippocampus und Hypothalamus (43).

Depressionen sind bei Epilepsie weit verbreitet. Bei Ratten mit Epilepsie reduzierte Piperin Symptome von Depressionen und erhöhte die Serotoninspiegel (11).

Auch die Fähigkeit von Piperin die Wirkungen anderer Wirkstoffe zu steigern kann hilfreich sein, wenn es um Depressionen geht. Resveratrol ist eine Verbindung, die Depressionen lindern kann und dieses Antidepressivum wirkt bei Mäusen besser, wenn es mit Piperin kombiniert wird (44).

Piperin könnte bei Parkinson hilfreich sein

Bei Mäusen mit Parkinson verbesserte Piperin die motorische Kontrolle. Es verbesserte außerdem Gehirnfunktion und Lernen (45).

Eine Erhöhung der Dopaminspiegel ist die am weitesten verbreitete Methode, um Parkinson zu behandeln. Piperin hemmt MAO-A und MAO-B – die Enzyme, die Dopamin abbauen – was möglicherweise die Dopaminspiegel im Gehirn erhöhen kann (10).

Piperin verhinderte bei Mäusen außerdem den Tod von Dopamin Neuronen. Es schützt die Neuronen, da es antioxidative und entzündungshemmende Eigenschaften besitzt und den programmierten Zelltod verhindert (45).

Piperin könnte Allergien lindern

Piperin reduziert Entzündungen und unterdrückt exzessive Reaktionen des Immunsystems, was es zu einem guten Kandidaten für Verhinderung und Behandlung von Allergien macht (46, 47). Bei Mäusen reduzierte Piperin Niesen, Nasenjucken und andere Symptome von Allergien. Es reduzierte dosisabhängig die Spiegel von Histaminen, Stickoxyden, IgE und entzündungsfördernden Zytokinen wie IL-6 und IL1b (46).

Piperin kann Schmerzen lindern

Bereits 5 mg Piperin pro Kilogramm Körpergewicht reduzierten bei Ratten und Mäusen Schmerzen. Bei Menschen liegt die äquivalente Dosis bei 1/6 Teelöffel (48).

Eine andere Studie zeigte, dass höhere Dosierungen im Bereich von 30 bis 70 mg pro Kilogramm Körpergewicht eine ähnliche Wirkung wie das Schmerzmittel Indomethacin besaßen (49).

Piperin könnte einen Gewichtsabbau unterstützen

Ratten mit hohen Blutfettspiegeln und Cholesterin verloren an Gewicht, wenn Piperin zu ihrer Ernährung hinzugefügt wurde (33)

Zusätzlich hierzu erhöhte Piperin bei isolierten Muskeln von Kaninchen die Anzahl der verbrannten Kalorien. Diese Erhöhung der Stoffwechselrate könnte eine andere Erklärung dafür sein, dass Piperin bei Tieren den Gewichtsabbau unterstütze (12).

Zusätzlich hierzu verhinderte und verlangsamte Piperin die Produktion von Fettzellen (50).

Piperin könnte den Blutdruck senken

Piperin bewirkte bei Ratten einen signifikanten Abfall des durchschnittlichen Blutdrucks (51). Im Rahmen einer anderen Studie mit Ratten konnte Piperin eine Erhöhung des Blutdrucks, der durch ein Medikament (ein NOS Hemmer) hervorgerufen wurde, teilweise verhindern (52).

Ein hoher Blutdruck kann eine Versteifung der Wände der Arterien hervorrufen, was einen der Prädiktoren für Herzkrankheiten und Schlaganfall darstellt. Bei Ratten verhinderte Piperin eine Verhärtung der Wände der Arterien und hielt die Adern jung und flexibel (52).

Piperin könnte Gallensteine verhindern

Gallensteine entstehen, wenn Cholesterin in der Gallenblase kristallisiert. Piperin verhinderte bei Mäusen die Bildung von Cholesterin Gallensteinen, indem es die Größe von Cholesterinkristallen reduzierte und den Transport von Cholesterin aus der Leber in die Gallenblase reduzierte (53).

Piperin könnte die Nährstoffaufnahme im Verdauungstrakt erhöhen

Vorläufige Untersuchungen legen nahe, dass Piperin es dem Körper erlaubt mehr Nährstoffe zu absorbieren, indem die Passage von Nährstoffen durch die Darmmembran erleichtert wird. Piperin könnte außerdem die Oberfläche des Darms vergrößern, die Nährstoffe aus Nahrung absorbieren kann, wodurch die Effizienz des Darms weiter gesteigert wird (54).

Piperin könnte Durchfall lindern

Piperin verhinderte bei Mäusen Durchfall. Bei Kaninchen und Schweinen wirkte es genauso gut wie Loperamid – ein Medikament zur Behandlung von Durchfall – jedoch ohne die für Loperamid charakteristischen Nebenwirkungen hervorzurufen (9, 55).

Es besitzt außerdem krampflösende Wirkungen, wodurch es Krämpfe im Verdauungstrakt reduzieren kann (55).

Piperin könnte Magengeschwüre verhindern

Piperin verhinderte bei Ratten und Mäusen die Bildung von Magengeschwüren. Es war effektiv gegen Magengeschwüre, die durch Stress, Magensäure und das Schmerzmittel Indomethacin hervorgerufen werden (57).

Heliobacter Pylori ist ein Bakterium, das chronische Magenentzündungen, Magengeschwüre und in seltenen Fällen Magenkrebs hervorrufen kann. Piperin hemmte das Wachstum des Bakteriums und hemmte dessen Anhaftung an die Zellen, wodurch das Risiko für Infektionen reduziert wird (58).

Piperin könnte Krampfanfälle verhindern

In vielen (aber nicht in allen) Nagetiermodellen der Epilepsie reduzierte Piperin die Anzahl der Krampfanfälle und die Todesfälle aufgrund von Krampfanfällen bei Dosierungen, die im Bereich von 10 mg pro Kilogramm Körpergewicht lagen (59, 60).

Piperin könnte Antikrebswirkungen besitzen

Bei den folgenden Studien handelt es sich um vorläufige Untersuchungen, die sich noch im Zellstadium oder Tierstadium befinden. Es bedarf weiterer Untersuchungen, um zu bestimmen, ob Piperin zu therapeutischen Zwecken eingesetzt werden kann. Auf keinen Fall sollte Piperin als Ersatz für eine bestehende Krebstherapie verwendet werden.

Bei Hautkrebs verhinderte Piperin die Ausbreitung von Tumorzellen in andere Teile des Körpers (Metastasen), was bei Mäusen zu einer signifikant höheren Überlebensrate führte (61). Es reduzierte außerdem das Tumorwachstum und die Metastasenbildung bei Mäusen mit Brustkrebs (62). Darüber hinaus verhinderte Piperin bei Ratten mit einer Effizienz von 80 bis 90% Brustkrebs und reduzierte das Krebswachstum (63). Es verlangsamte außerdem das Wachstum von Darm-, Prostata- und Brustkrebszellen (64, 65, 62).

Die Antikrebswirkung von Piperin könnte auf folgenden Mechanismen beruhen:

  • Piperin regt die Bildung freier Radikale in Krebszellen an – dasselbe vor dem es als Antioxidans die restlichen Zellen des Körpers schützt (63, 65).
  • Es reduziert die Spiegel von Cyclin B1 – ein Protein, dass für die Zellteilung verantwortlich ist (66).
  • Es bewirkt über eine Erhöhung der Aktivität der Capsase 3 einen programmierten Zelltod (Apoptose) von Krebszellen (65, 66).

Zusätzlich erhöhte Piperin im Tiermodell die Bioverfügbarkeit von tumorbekämpfenden Medikamenten und steigerte hierdurch deren Wirkung (67).

Piperin könnte die Passage der Nahrung durch den Verdauungstrakt verlangsamen

Eine Studie betrachtete die Bewegung von Nahrung und Flüssigkeiten durch den Verdauungstrakt von Mäusen und Ratten. Niedrige Piperin Dosierungen (1 bis 1,3 mg pro Kilogramm Körpergewicht) erhöhten die Zeit, die feste Nahrung für de Passage des Verdauungstrakts benötigte. Bei Flüssigleiten konnte keine Veränderung beobachtet werden (68).

Eine andere Studie zeigte, dass bereits Dosierungen ab 0,5 mg pro Kilogramm Körpergewicht die Dauer der Passage von Nahrung durch den Verdauungstrakt verlangsamte (69). Einer Verlangsamung der Passage von Nahrung durch den Verdauungstrakt reduziert Hunger, weshalb Piperin potentiell Hunger und Gewicht reduzieren könnte (70).

Nebenwirkungen und Vorsichtsmaßnahmen

Man sollte im Hinterkopf behalten, dass aufgrund des Mangels an qualitativ hochwertigen Studien nur relativ wenig über das Sicherheitsprofil von Piperin bekannt ist. Im Allgemeinen ist Piperin jedoch nicht toxisch und besitzt nur relativ wenige Nebenwirkungen.

Eine Humanstudie berichtete davon, dass Piperin kleine unerwünschte Nebenwirkungen besaß (15). Einige Menschen berichteten von Übelkeit und Magenverstimmungen nach Verwendung von Piperin. Bei Ratten war selbst eine Dosierung, die dem 250-fachen der menschlichen Dosis entsprach, nicht toxisch (2).

Früher dachte man einmal, dass Piperin krebserregend sein könnte, da seine Struktur der einiger krebserregender Chemikalien ähnelte. Aktuelle vorläufige Studienergebnisse deuten jedoch darauf hin, dass Piperin in Wirklichkeit sogar vor Krebs schützen könnte (71, 72). Piperin könnte die Spiegel der Schilddrüsenhormone senken. Bei Mäusen konnten 2,5 mg Piperin pro Tag die Schilddrüsenhormonspiegel genauso stark wie ein Medikament zur Senkung der Schilddrüsenhormone senken (79).

Piperin könnte die Funktion des Immunsystems beeinflussen. Bei Mäusen konnte Piperin in einigen Studien die Anzahl der T und B Zellen des Immunsystems bzw. deren Aktivität reduzieren. Darüber hinaus reduzierte es die Produktion von Molekülen, welche die Immunfunktion steigern (IFN-Gamma, IL-2, IL-4, IgM, IgG2b, IgG3) (80, 81, 82). Andere Studien weisen jedoch auf eine Verbesserung der Immunfunktion durch Piperin bei Mäusen hin (83).

Darüber hinaus könnte Piperin die Fruchtbarkeit reduzieren. Bei Mäusen verursachte es Schäden an Spermien und reduzierte die Befruchtung von Eizellen bei weiblichen Mäusen um 50% (84, 85). Zu guter Letzt könnte Piperin die Bioverfügbarkeit von Toxinen auf dieselbe Art und Weise steigern, auf die es die Bioverfügbarkeit von Medikamenten und Supplements erhöht. So sammelten sich bei Ratten, die Piperin bekamen, größere Mengen des Pilzgiftes Aflatoxin B1 – ein Gift, das Leberschäden und Krebs hervorrufen kann – im Gewebe an (86).

Interaktionen von Piperin mit Medikamenten

Piperin steigert die Bioverfügbarkeit von vielen Substanzen, was bedeutet, dass es dem Körper dabei hilft, diese Substanzen effektiver zu verwenden. Aus diesem Grund kann Piperin die Wirkung einiger Medikamente und Supplements selbst bei geringerer Dosierung verstärken (73).

Piperin kann die Wirkung von vielen Medikamenten (inklusive derjenigen, die durch die Enzyme CPY3A4 und CYP2E1 abgebaut werden) verstärken:

  • Diclofenac (ein nichtsteroidaler Entzündungshemmer)
  • Ibuprofen (ein nichtsteroidaler Entzündungshemmer)
  • Fexofenadin (ein Allergiemedikament)
  • Carbamazepin (ein Antiepileptikum)
  • Chlorzoxazon (ein Muskelrelaxans)
  • Ampicillin Trihydrat (ein Typ von Penicillin, ein Antibiotikum)
  • Norfloxacin (ein Antibiotikum)
  • Nevirapin (ein HIV Medikament)
  • Domperidon (ein Anti-Emetikum)
  • Docetaxel (ein Medikament gegen Krebs)
  • Glimepirid (ein Diabetesmedikament)
  • Nateglinid (ein Diabetesmedikament)
  • Metformin (ein Diabetesmedikament)

Piperin kann außerdem die Wirkungen von Supplements wie Beta-Karotin, Curcumin und Resveratrol verstärken ( 74, 15, 75). Es verhinderte jedoch bei Ratten die Antidiabetes Wirkungen von Curcumin (76).

Quellen für Piperin

Regulärer schwarzer Pfeffer enthält zwischen 0,4 und 7% Piperin (3). Etwas geringere Mengen finden sich in weißem Pfeffer und anderen Pfefferarten wieder. Um 1 Gramm Piperin zu sich zu nehmen, müsste man mehr als 6 Teelöffel Piperin zu sich nehmen.

Zusätzlich hierzu ist Piperin in Form von Supplements erhältlich.

Dosierungen

Da es sich bei Piperin nicht um ein zugelassenes Medikament handelt, gibt es auch keine offiziellen Dosierungsempfehlungen. Empfehlungen bei Supplements stellen das Ergebnis von Trial and Error dar.

Beim Menschen kann eine Dosis von 20 mg Piperin pro Tag die Bioverfügbarkeit von Curcumin erhöhen (15).

Es gibt nur wenige Humanstudien, die mit Piperin durchgeführt wurden. Folgende Dosierungen haben sich bei Mäusen und Ratten als effektiv erwiesen. Diese Dosierungen sind jedoch nicht direkt auf den Menschen übertragbar:

  • Zur Schmerzlinderung: 30 – 70 mg pro Kilogramm Körpergewicht (49).
  • Zur Verbesserung der Gehirnfunktion: 5 – 50 mg pro Kilogramm Körpergewicht (77).
  • Zur Senkung des Blutdrucks: 10 mg pro Kilogramm Körpergewicht (51).
  • Für antioxidative Wirkungen: 20 mg pro Kilogramm Körpergewicht (78).

Referenzen:

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