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Phosphatidylcholine

Phosphatidylcholin (Phosphatidylcholine)

Überblick

Phosphatidylcholin ist eine Chemikalie, die in Eiern, Sojabohnen, Senf, Sonnenblumen und anderen Nahrungsmitteln enthalten ist.

Der Begriff Phosphatidylcholin wird manchmal auch als Synonym für Lezithin verwendet, auch wenn es sich hierbei um zwei unterschiedliche Substanzen handelt, die zwar eng miteinander verwandt, aber nicht identisch sind.

Da der Körper Phosphatidylcholin verwendet, um eine Gehirnchemikalie namens Acetylcholin herzustellen, besteht ein Interesse an der Verwendung von Phosphatidylcholin zur Behandlung von mit dem Gehirn in Verbindung stehenden Erkrankungen wie Gedächtnisverlust, Alzheimer, Angstzuständen, manisch depressiven Störungen und einer Bewegungsstörung namens tardive Dyskinese.

Phosphatidylcholin wird außerdem zur Behandlung von Hepatitis, Ekzemen, Störungen der Gallenblase, Durchblutungsproblemen, hohen Cholesterinspiegeln und dem prämenstruellen Syndrom, sowie zur Verbesserung der Effektivität einer Nierendialyse, zur Anregung der Funktion des Immunsystems und zur Verhinderung des Alterns verwendet.

Ärzte verabreichen Phosphatidylcholin manchmal intravenös bei Brustschmerzen, Fettembolien, hohen Cholesterinspiegeln, Erkrankungen der Leber und fettigen Plaque Ablagerungen in den Arterien.

Phosphatidylcholin wird zur Behandlung von Lipomen, exzessiven Fettablagerungen im Bereich der Augenlieder und gelblichen Cholesterinablagerungen direkt unter der Haut subkutan injiziert.

Phosphatidylcholin ist der primäre aktive Inhaltsstoff in kosmetischen Injektionsprodukten, die zur „Auflösung“ von Fett verwendet werden. Einige kosmetische Zentren verwendeten hierfür zunächst das intravenöse verschreibungspflichtige Medikament Lipostabil. Sie verwendeten dieses Medikament subkutan zu kosmetischen Zwecken, obwohl der Hersteller dieses Produkt aufgrund mangelnder verlässlicher Untersuchungen nicht für diesen Zweck vermarktet. In einigen Ländern ist eine kosmetische Verwendung von Lipostabil inzwischen verboten.

 

Wie wirkt Phosphatidylcholin?

Der Körper stellt aus Phosphatidylcholin eine Gehirnchemikalie namens Acetylcholin her. Acetylcholin ist für das Gedächtnis und andere Körperfunktionen wichtig. Da Phosphatidylcholin die Acetylcholinspiegel erhöhen könnte, besteht Interesse daran, es zur Verbesserung des Gedächtnisses und für Krankheiten wie Alzheimer zu verwenden.

Einige Wissenschaftler glauben, dass Phosphatidylcholin wie ein Lösungsmittel wirkt und Fett abbaut.

Eine bestimmte Form von Phosphatidylcholin, die als mehrfach ungesättigtes Phosphatidylcholin bezeichnet wird, könnte vor einer Leberfibrose und Leberschäden, die durch Alkoholkonsum verursacht werden, schützen, auch wenn man den genauen Mechanismus noch nicht vollständig versteht.

 

Wie effektiv ist Phosphatidylcholin?

Phosphatidylcholin ist möglicherweise bei Hepatitis A, einer Bewegungsstörung namens tardive Dyskinese und zur Verbesserung der Wirkung einer medizinischen Prozedur namens Peritonealdialyse ineffektiv.

Es gibt nicht genügend wissenschaftliche Daten, um eine Aussage bezüglich der Effektivität von Phosphatidylcholin bei folgenden Anwendungen treffen zu können.

  • Reduzierung von Fettdepots: Neue Untersuchungen legen nahe, dass lokale Fettdepots am Kinn, an den Oberschenkeln, an den Hüften, am Bauch, am Rücken, am Hals und an anderen Stellen nach Phosphatidylcholin Injektionen unter die Haut kleiner wirken. Diese Verbesserungen scheinen für 2 bis 3 Jahre oder länger anzuhalten. Im Rahmen einer Studie berichteten 80% der Patienten von einer Verbesserung bei Fettdepots im Gesicht, die für 3 Jahre anhielten. Diese Resultate wurden jedoch aufgrund eines schlechten Studiendesigns in Frage gestellt.
  • Behandlung von Lipomen (Fetttumore unter der Haut): Es gibt einen Bericht darüber, dass eine Injektion von Phosphatidylcholin direkt in ein Lipom den Tumor um 35% schrumpfen lässt. Bei diesem Patienten kam es jedoch zu einer Reaktion auf die Behandlung, die zu unerwünschten Veränderungen im Lipom führten. Letztendlich musste das Lipom operativ entfernt werden.
  • Fett im Bereich der Augenlieder: Es gibt Hinweise darauf, dass eine Phosphatidylcholin Injektion bei einigen Menschen Fettpolster im Bereich der Augenlieder deutlich reduzieren kann. Bei einigen scheinen diese Verbesserungen für 9 Monate bis 2 Jahre oder länger anzuhalten.
  • Hepatitis B: Studien zur Effektivität von Phosphatidylcholin bei Hepatitis B zeigen widersprüchliche Resultate.
  • Gedächtnisverlust: Es gibt vorläufige Hinweise darauf, dass die Einnahme einer Einzeldosis von 25 mg Phosphatidylcholin (PC-55, Twinlab) einige Marker für die Gedächtnisleistung bei gesunden College Studenten verbessern kann.

Auch bezüglich der Effektivität von Phosphatidylcholin bei Angstzuständen, Ekzemen, Erkrankungen der Gallenblase, manisch depressiven Erkrankungen, Durchblutungsstörungen im Bereich von Armen und Beinen, hohen Cholesterinspiegeln, dem prämenstruellen Syndrom, Alzheimer und einer unterdrückten Immunfunktion, sowie bei einer Verwendung zur Unterstützung des Gewichtsabbaus und einer Verhinderung des Alterns gibt es nicht genügend wissenschaftliche Informationen.

Es bedarf weiterer wissenschaftlicher Untersuchungen, um die Effektivität von Phosphatidylcholin bei diesen Anwendungen bewerten zu können.

 

Sicherheit und Nebenwirkungen

Phosphatidylcholin ist bei oraler Einnahme oder als Injektion bei kurzzeitiger Verwendung möglicherweise sicher und unbedenklich. Die Sicherheit einer Langzeitanwendung ist nicht bekannt.

Wenn Phosphatidylcholin oral eingenommen wird, kann es manchmal exzessives Schwitzen, Magenverstimmungen und Durchfall verursachen.

Phosphatidylcholin Injektionen können an der Injektionsstelle Reizungen, Rötungen, Jucken, Brennen, Blutergüsse und Schmerzen hervorrufen. Diese Nebenwirkungen verschwinden für gewöhnlich nach einigen Tagen.

Wenn Phosphatidylcholin direkt in ein Lipom injiziert wird, kann es eine Entzündungsreaktion hervorrufen, die den Tumor fibröser macht. Bei einem Fall musste nach einer Phosphatidylcholin Injektion das Lipom operativ entfernt werden.

 

Vorsichtsmaßnahmen und Warnungen:

Schwangerschaft und Stillzeit: Es ist nicht genug über die Verwendung von Phosphatidylcholin während Schwangerschaft und Stillzeit bekannt. Aus diesem Grund sollten schwangere und stillende Frauen besser auf Phosphatidylcholin verzichten.

 

Wechselwirkungen

Bei einer Kombination von Phosphatidylcholin mit folgenden Medikamenten sollte man vorsichtig sein:

Trocknende Medikamente (Anticholinerge Wirkstoffe)

Einige trocknende Medikamente werden als anticholinerge Medikamente bezeichnet. Phosphatidylcholin könnte die Mengen an Chemikalien erhöhen, die die Wirkung dieser trocknenden Medikamente reduzieren.

 

Medikamente für Alzheimer (Acetylcholinesterase (AChE) Hemmer

Phosphatidylcholin könnte die Spiegel der Chemikalie Acetylcholin im Körper erhöhen. Medikamente für Alzheimer, die als Acetylcholinesterase Hemmer bezeichnet werden, erhöhen auch die Acetylcholinspiegel. Die Einnahme von Phosphatidylcholin in Verbindung mit diesen Medikamenten könnte Wirkungen und Nebenwirkungen dieser Medikamente verstärken.

 

Verschiedene Medikamente für grünen Star, Alzheimer oder andere Erkrankungen (Cholinerge Medikamente)

Phosphatidylcholin könnte die Spiegel der Chemikalie Acetylcholin im Körper erhöhen. Diese Chemikalie ähnelt einigen Medikamenten, die zur Behandlung von Alzheimer, grünem Star und anderen Erkrankungen eingesetzt werden. Die Einnahme von Phosphatidylcholin in Verbindung mit diesen Medikamenten könnte das Risiko für Nebenwirkungen dieser Medikamente erhöhen.

 

Dosierung

Folgende Dosierungen wurden im Rahmen wissenschaftlicher Untersuchungen untersucht:

 

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