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Methionin

Methionin

Methionin ist eine essentielle schwefelhaltige Aminosäure, sie liefert dem Körper Schwefel sowie Methylgruppen.

Zusätzlich dazu, dass Methionin einen Baustein für Proteine darstellt, besitzt es mehrere einzigartige Eigenschaften. Eine hiervon ist die Fähigkeit in wichtige schwefelhaltige Moleküle umgewandelt zu werden (1).

Schwefelhaltige Moleküle besitzen eine Vielzahl von Funktionen, zu denen der Schutz der Körpergewebe, eine Modifikation der DNA und die Aufrechterhaltung der Funktion der Zellen gehören (2).

Diese wichtigen Moleküle müssen aus schwefelhaltigen Aminosäuren hergestellt werden und von den Aminosäuren, die im Körper zur Herstellung von Proteinen verwendet werden, enthalten nur Methionin und Cystein Schwefel.

Auch wenn der Körper die Aminosäure Cystein selbst herstellen kann, muss Methionin über die Nahrung zugeführt werden.

Zusätzlich hierzu spielt Methionin bei Start des Prozesses zur Herstellung neuer Proteine in den Zellen eine entscheidende Rolle – ein Prozess, der kontinuierlich abläuft, wenn Zellen älter werden und Protein aufgebrochen wird. Diese Aminosäure startet auch nach Trainingseinheiten, die die Muskeln beschädigen, den Prozess der Produktion neuer Proteine in den Muskeln (3).

Methionin ist auch an der Produktion von Cystein beteiligt – die andere schwefelhaltige Aminosäure, die zur Herstellung von Proteinen im Körper benötigt wird.

Cystein kann im Gegenzug in eine Reihe weiterer Moleküle inklusive Proteine, Glutathion und Taurin umgewandelt werden.

Glutathion wird aufgrund seiner Rolle bei der Abwehrreaktion des Körpers auch als „Master Antioxidans“ bezeichnet. Es spielt außerdem bei der Verstoffwechselung von Nährstoffen und der Produktion der DNA und von Proteinen eine Rolle.

Taurin besitzt viele Funktionen, die dabei helfen, Gesundheit und korrekte Funktion der Zellen aufrecht zu erhalten.

Die stoffwechselaktive Form von Methionin ist S-Adenosyl-Methionin (SAM), das praktisch in allen Körpergeweben und -flüssigkeiten vorkommt. Es wird zur Synthese, Anregung und zum Abbau vieler Stoffe im Körper benötigt. Es trägt weiter zur Bildung von Adrenalin, Carnitin, Cholin, Kreatin, Melatonin und Nukleinsäuren bei.

Alles in allem ist Methionin aufgrund der Moleküle, in die es umgewandelt werden kann, direkt oder indirekt an vielen wichtigen Prozessen im Körper beteiligt.

Methionin spielt bei der Methylierung der DNA eine Rolle

Die DNA enthält die Information, die den Menschen zu dem macht, was er ist. Auch wenn ein großer Teil dieser Informationen während des ganzen Lebens gleich bleibt, können Umweltfaktoren einige Aspekte der DNA verändern.

Dies ist eine der interessantesten Rollen von Methionin – es kann in das bereits erwähnte Molekül namens SAM umgewandelt werden, welches die DNA durch das Anfügen einer Methylgruppe verändern kann. Die Menge an Methionin in der Nahrung könnte beeinflussen, in welchem Umfang dieser Prozess stattfindet, auch wenn hier noch viele Fragen offen sind. Es ist möglich, dass eine Erhöhung der Methioninmenge der Nahrung die Menge an DNA Veränderungen durch SAM entweder erhöhen oder reduzieren kann.

Zusätzlich hierzu können diese Veränderungen in einigen Fällen positive Folgen und in anderen Fällen negative Auswirkungen besitzen. So konnten Untersuchungen z.B. zeigen, dass eine Ernährung, die reicher an Nährstoffen ist, die Methylgruppen zur DNA hinzufügen, das Risiko für Darmkrebs senken könnte (4).

Andere Untersuchungen haben jedoch gezeigt, dass ein höherer Methioninkonsum Leiden wie Schizophrenie verschlimmern könnte, was vielleicht an der Methylierung der DNA liegen könnte (5).

Die Methionin Verwirrung

Einige Menschen nehmen an, dass Methionin etwas ist, dessen Menge in der Ernährung reduziert werden muss, um eine optimale Gesundheit aufrecht zu erhalten.

Aber wie bei den meisten anderen Dingen im Bereich der Biologie ist Methionin weder gut noch schlecht. Wir wissen, dass Methionin eine essentielle Aminosäure ist, was bedeutet, dass gewisse Mengen über die Nahrung zugeführt werden müssen, um eine gute Gesundheit aufrecht zu erhalten. Auf der anderen Seite lesen einige Menschen im Internet einige erschreckende Dinge über diese Aminosäure, die von einem erhöhten Risiko für Herzkrankheiten bis hin zu Hirnschäden reichen. Methionin wird jedoch in den Mengen, in der es in der Nahrung vorkommt, als sicher und unbedenklich angesehen. Eine ernsthafte Gefahr besteht nur bei extrem hohen Mengen (6).

Restriktionswissenschaft

Mit Tieren durchgeführte Untersuchungen legen nahe, dass eine Restriktion des Methioninkonsums die Lebensspanne verlängern kann, wobei dies noch nicht bei Menschen bestätigt werden konnte (7). Eine Studie aus dem Jahr 2005 konnte zeigen, dass eine Methioninrestriktion ohne Kalorienrestriktion die Lebensspanne von Mäusen verlängert (8).

Mehrere Studien haben herausgefunden, dass eine Methioninrestriktion bei Mäusen auch bestimmte mit dem Altern zusammenhängende Erkrankungsprozesse hemmen kann (9). Es gibt jedoch keine Humanstudien, die die Auswirkungen von Methionin auf alterbedingte Pfadwege und Erkrankungen beim Menschen untersucht haben.

Bei Ratten erhöht über die Nahrung zugeführtes Methionin die mitochondrielle Produktion reaktiver Sauerstoffspezies und oxidative Schäden an DNA und Leber. Wissenschaftler vermuten, dass dies ein plausibler Mechanismus für die Lebertoxizität einer exzessiven Methioninzufuhr ist, wobei Humandaten, die dies bestätigen, fehlen (10).

Methionin hat wichtige Funktionen im Körper

Methionin trägt im Körper dazu bei, übermäßige Fetteinlagerungen in der Leber zu verhindern. Außerdem unterstützt es die Regeneration der Leber und Nieren. Methionin hat eine harnsäuernde Wirkung. Es wirkt antioxidativ und kann Schwermetalle, beispielsweise Blei, sowie Histamin und Ammoniak entgiften bzw. deren Abbau beschleunigen. Als Vorstufe von Glutathion schützt Methionin möglicherweise auch vor Strahlenschäden. Es wird außerdem für den Stoffwechsel von Selen benötigt. Methionin bzw. SAM ist außerdem besonders aktiv im Gehirn, es hat antidepressive Wirkungen.

Die Hauptlieferanten von Methionin

Methionin ist in vielen Lebensmitteln enthalten. Reichlich vorhanden ist es in Fisch, Fleisch und Gemüsen (z.B. Brokkoli, grüne Erbsen, Rosenkohl, Spinat), Ei, Vollkornbrot und Reis.

Einige Methionin- und Cystein-reiche* Lebensmittel enthalten in je 100 Gramm

Methionin/Cystein *

  • Lachs 700 mg
  • Garnelen 670 mg
  • Pute, Brustfleisch 630 mg
  • Huhn, Brustfleisch 620 mg
  • Sojabohnen 580 mg
  • Rind, Filet 570 mg
  • Cashew-Nüsse 380 mg
  • Weizenkeime 280 mg
  • Emmentaler 250 mg

* Methionin ist der Vorläufer von Cystein, letzteres ist in Lebensmitteln nur schwer zu bestimmen. Daher wird der Gehalt dieser beiden schwefelhaltigen Aminosäuren meist zusammen angegeben.

Typische Gruppen für einen Mehrbedarf an Methionin

  • bei Belastung mit Schwermetallen
  • bei Allergien
  • bei Depressionen
  • bei Wundheilungen und Muskelverletzungen
  • bei Harnwegsinfektionen
  • bei Leberentzündungen (durch Medikamenten- oder Alkoholmissbrauch)
  • bei Parkinson´scher Krankheit (Einnahme von L-Dopa)

Methionin trägt über seine rege Beteiligung an der Bildung von Hormonen, Neurotransmittern und Nukleinsäuren zu vielen Körperfunktionen bei. Es kann eine Reihe von Krankheiten beeinflussen. Methionin kann beispielsweise Histamin senken und auf diese Weise Allergien verbessern. Methionin kann weiter vor Infektionen der Harnwege schützen. Bakterien, die solche Infektionen verursachen können, werden durch Methionin in ihrem Wachstum gehemmt. Es verhindert auch, dass sich infolge chronischer Harnwegsinfekte verstärkt Phosphatsteine in den Harnwegen bilden. Da Methionin in seiner aktiven Form SAM besonders aktiv im Gehirn ist, können depressive Stimmungen positiv beeinflusst werden. Durch die Gabe des Medikamentes L-Dopa bei der Parkinson´schen Krankheit werden die SAM-Spiegel im Gehirn verringert. Zusätzliche Gaben von Methionin können dann die Bewegungsfähigkeit und Aktivität verbessern, außerdem können sich Zittern, Schlaf und Stimmungen verbessern.

Mögliche Gesundheitsvorzüge von Methionin

Methionin könnte die Gesundheit der Gelenke unterstützen

Schwefelverbindungen sind für die Synthese von Glycosaminoglycan wichtig, welche für den Knorpel wichtig sind.

Eine Studie kam zur Schlussfolgerung, dass ein großer Teil der Bevölkerung – insbesondere ältere Menschen – wahrscheinlich nicht genügend Schwefel zu sich nehmen (11).

Im Bereich der Tierzucht wird übrigens eine Supplementation mit Methionin/Cystein zur Steigerung des Wachstums eingesetzt (12)

Methionin könnte sich positiv auf entzündliche Erkrankungen auswirken

Wissenschaftler vermuten, dass der Bedarf an schwefelhaltigen Aminosäuren wie Methionin bei entzündlichen Erkrankungen und oxidativem Stress steigt. Sie hypothetisieren, dass dies zumindest zum Teil auf den gesteigerten Glutathionbedarf und eine erhöhte Schwefelausscheidung beruht (13). Bei Experimenten mit Schweinen führte eine Anregung des Immunsystems zu einer gesteigerten Methioninverwendung (14).

Beobachtungen bei Tieren deuten darauf hin, dass die oxidative Abwehr während Infektionen und nach Verletzungen erschöpft wird. Bei Untersuchungen mit Mäusen, die mit dem Grippevirus infiziert worden waren, wurde eine Abnahme des Glutathiongehalts im Blut um 45% beobachtet (15).

Laut einiger Humanstudien können die Glutationspiegel in folgenden Fällen sinken:

  • Asymptomatic HIV Infektionen
  • Operationen im Bauchraum
  • Hepatitis C
  • Kolitis Ulcerosa
  • Krebs
  • Zirrhose
  • Sepsis

Es wurden jedoch noch keine Humanstudien durchgeführt, die untersucht haben, ob eine Methioninsupplementation in diesen Fällen hilfreich sein kann. Es ist weiterhin noch nicht bekannt, ob eine höhere Methioninzufuhr über die Nahrung bei der Verhinderung entzündlicher Erkrankungen und anderen Zuständen, die mit niedrigen Glutathionspiegeln in Verbindung stehen, eine Rolle spielen kann.

Niedrige Methioninspiegel könnten eine Venenthrombose begünstigen

Im Rahmen einer Fallstudie mit fast 700 Personen wurden niedrige Methioninspiegel mit einem Risiko für wiederkehrende Venenthrombosen in Verbindung gebracht, wobei der Einfluss einer Methionin Supplementation auf die Gesundheit der Venen noch nicht bekannt ist (16).

Methionin könnte sich positiv auf die Gesundheit der Leber auswirken

Eine Sulfatierung ist der primäre Pfadweg für eine Entgiftung von pharmakologischen Wirkstoffen durch die Leber. So kann eine orale Methionin Supplementation bei der Behandlung einer Acetaminophenvergiftung helfen.

Methionin wird zur Verhinderung von Leberschäden durch eine Acetaminophenvergiftung verwendet. So konnte eine Einnahme von 2,5 Gramm Methionin alle vier Stunden für insgesamt vier Stunden Leberschäden und Tod nach einer Acetaminophenvergiftung verhindern (17).

Zusätzlich hierzu kann Methionin einen exzessiven Fettaufbau in der Leber reduzieren, indem es als lipotropher Wirkstoff agiert, der den Abbau von Fett fördert. Darüber hinaus kann es die Cholesterinspiegel durch eine Erhöhung der Lezithinproduktion durch die Leber reduzieren (18). Für die leberschützenden Wirkungen von Methionin könnte auch eine mögliche durch Methionin gesteigerte Glutathionproduktion zustande kommen. Glutathion ist das stärkste körpereigene Antioxidans, das die Leber vor Schäden schützen kann. Zusätzlich hierzu scheint Methionin auch selbst antioxidative Eigenschaften zu besitzen.

Auch das SAMe, in das Methionin im Körper umgewandelt wird, kann unterschiedliche pathophysiologische Prozesse in der Leber inklusive oxidativem Status, Leberzelltod und bösartige Veränderungen beeinflussen. Die SAMe Synthese sinkt bei chronischen Erkrankungen der Leber und wissenschaftliche Untersuchungen deuten darauf hin, dass eine SAMe Supplementation (oder eine gesteigerte Produktion) bei Leberschäden hilfreich sein könnte und einer Verschlimmerung von Leberschäden entgegenwirken könnte (19).

Auch ein aktuelles Studienreview legt nahe, dass SAMe als Basis einer medikamentösen Behandlung zur Verbesserung der Leberfunktion verwendet werden kann (20).

Interessanterweise wird jedoch bei einer Verwendung von Methionin bei Patienten mit schweren Leberschäden zur Vorsicht geraten, da es eine Leberencephalopathie (ein Verlust an Gehirnfunktion, wenn die Leber Toxine nicht länger aus dem Blut entfernen kann) verschlimmern kann (21).

Methionin unterstützt die Glutathionproduktion

Cystein und Methionin werden nicht im Körper gespeichert. Schwefel hilft dem Körper bei der Produktion von Glutathion, welches für den antioxidativen Schutz des Körpers essentiell ist (22). Einige Wissenschaftler vermuten, dass ein Mangel an schwefelhaltigen Aminosäuren wie Methionin die Gluthationspiegel reduzieren kann.

Studien legen nahe, dass ein ernährungstechnischer Überschuss an Methionin zu Sulfat oxidiert wird, welches über den Urin ausgeschieden oder in Form von Glutathion gespeichert wird (23). Limitierten Untersuchungen zufolge sind die Glutathionspiegel bei einer Reihe von Krankheiten und bei bestimmten Medikationen reduziert. Ob eine Methionin Supplementation dabei helfen kann, dieses Ungleichgewicht zu beeinflussen, ist jedoch unbekannt (22).

Eine Hypothese ist, dass Methionin und Schwefel dazu in der Lage sein könnten, Verluste an Glutathion zu reduzieren, die mit ernährungstechnischen Defiziten und einer gesteigerten Verwendung aufgrund von Erkrankungen oder einer veränderten Immunfunktion in Verbindung stehen (22).

Bei Tieren konnte beobachtet werden, dass bei niedrigen Methioninspiegeln die Synthese von Sulfat und Glutathion reduziert ist. Wissenschaftler glauben, dass dies die Funktion des Immunsystems und antioxidative Verteidigungsmechanismen hierdurch beeinträchtigt werden können, wobei Humanstudien noch fehlen (22).

Methionin könnte einer Ergrauung des Haars entgegen wirken

Ein Verlust von Methionin wurde mit einer Ergrauung des Haares im Alter in Verbindung gebracht. Wissenschaftler hypothetisieren, dass dieser Mangel zu einer Akkumulation von Wasserstoffperoxid in den Haarfollikeln und einem schrittweisen Verlust der Haarfarbe führt (23).

Methionin könnte die Gesundheit des Verdauungstrakts unterstützen

Methionin findet sich oft in denselben Lebensmitteln wie Cystein wieder. Begrenzte Untersuchungen legen nahe, dass über die Nahrung zugeführtes Methionin (und Cystein) bei der Aufrechterhaltung der Gesundheit des Darms und des Immunsystems während der Entwicklung und entzündlichen Erkrankungen wichtig sein könnte (25).

So konnte z.B. beobachtet werden, dass Ferkel, die eine Cystein und Methionin Supplementation (je 25 mg pro Kilogramm Körpergewicht) erhielten weniger oxidativen Stress im Darm als Ferkel aufwiesen, die eine normale Ernährung erhielten. Sie wiesen außerdem ein höheres Gewicht der Darmzotten und eine größere Anzahl an Gobletzellen auf (25).

Wissenschaftler glauben, dass folgende Pfadwege mit für die Auswirkungen von Methionin auf den Verdauungstrakt verantwortlich sind:

  • Eine Transformation in Glutathion, Taurin und Cystein
  • Eine Reduzierung von oxidativem Stress im Verdauungstrakt
  • Ein Einfluss auf Strukturen des Verdauungstrakts wie Darmzotten und Gobletzellen

Methionin könnte die Immunreaktion unterstützen

Wissenschaftliche Untersuchungen legen nahe, dass Methionin wichtig für die Funktion des Immunsystems und die Methylierung sein könnte (26, 27).

Zellstudien haben den Einfluss von Methionin auf das Immunsystem und eine Erhöhung der Spiegel von Glutathion und Taurin, sowie der Anzahl der CD4+ und CD8+ Zellen untersucht (13).

Methionin könnte die Fruchtbarkeit fördern

Bei Tieren konnte beobachtet werden, dass niedrige Methioninspiegel die Fruchtbarkeit reduzieren (28). Dies wurde jedoch noch nicht beim Menschen untersucht.

Methionin könnte bei Lupus helfen

Zweier kleiner Studien zufolge waren Methionin und andere Methyldonatoren – inklusive Cystein, Cholin und Cofaktoren wie Vitamin B6 – bei Lupus Patienten reduziert (29). Darüber hinaus konnte gezeigt werden, dass eine Reduzierung des Gehalts von Methionin und Cholin in der Ernährung den Schweregrad von Lupus bei Mäusen verschlimmerte (30).

Es gibt jedoch noch keine klinischen Studien, die Effektivität und Sicherheit einer Methionin Supplementation bei Lupus Patienten untersucht hat.

Wenn Methionin im Körper fehlt

Bei einem Mangel an Methionin können Stoffwechselstörungen entstehen. Dazu gehören beispielsweise die Leberverfettung, aber auch Haut- und Haarwuchsstörungen. Ein Mangel kann auch zu verstärkter Müdigkeit bzw. Lethargie führen. Bei einem niedrigen Methionin-Spiegel können außerdem depressive Verstimmungen und in schweren Fällen psychiatrische Störungen entstehen.

Einnahmeempfehlung

Die empfohlene tägliche Zufuhr von Methionin plus Cystein liegt bei 19 mg pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag, was bei einer 68 Kilo schweren Person etwa 1,3 Gramm entspricht (31). Einige Wissenschaftler empfehlen jedoch das Doppelte dieser Menge basierend auf den Limitierungen der Studien, die zur Festlegung der empfohlenen täglichen Zufuhr verwendet wurden (12). Ältere Menschen weisen häufig eine niedrige Methioninzufuhr auf und Studien haben gezeigt, dass sie eine höhere Zufuhr im Bereich von 2 bis 3 Gramm benötigen könnten (32).

Trotz der Tatsache, dass bestimmte Gruppen von einer Erhöhung ihrer Methioninzufuhr profitieren könnten, übersteigt die Ernährung vieler Menschen bereits 2 Gramm Methionin plus Cystein pro Tag. Eine Reihe unterschiedlicher Ernährungsformen inklusive veganer, vegetarischer und traditionell proteinreicher Ernähungsformen werden auf einen Gehalt von 2,3 bis 6,8 Gramm dieser Aminosäuren geschätzt (12).

Sicherheit und Nebenwirkungen

Methionin scheint für die Behandlung von Acetaminophen Vergiftungen sicher und unbedenklich zu sein, wenn es unter ärztlicher Überwachung verwendet wird.

Man sollte sich nicht selbst mit Methionin behandeln. Eine Selbstmedikation mit Methionin könnte nicht sicher und unbedenklich sein, wenn größere Mengen als die Mengen verwendet werden, die man normalerweise in Nahrungsmitteln vorfindet. Zu viel Methionin kann Hirnschäden und Tod hervorrufe. Methionin könnte außerdem das Wachstum bestimmter Tumore fördern.

Bei Dosen von bis zu 2 Gramm Methionin täglich über lange Zeit zeigten sich keine ernsten Nebenwirkungen. Dosierungen bis zu 8 Gramm täglich werden allgemein als nebenwirkungsfrei angesehen. Methionin gilt jedoch als die am stärksten toxische Aminosäure. Bei zu hoher Zufuhr bildet sich durch den Abbau von Methionin als Zwischenprodukt verstärkt Homocystein. Dieses gilt als eigenständiger Risikofaktor für Herzkrankheiten und Schlaganfälle. Durch die gleichzeitige Einnahme von Vitamin B6 lässt sich die Bildung von Homocystein verringern. B6 trägt dazu bei, Homocystein rascher zu Cystein oder zurück in Methionin umzuwandeln. Hohe Dosen von Methionin können außerdem die Ausscheidung von Kalzium im Urin steigern. Darauf sollte bei Osteoporose und einem vorhandenen Osteoporose-Risiko geachtet werden. Methionin kann den Blut-pH-Wert senken, daher sollen Gichtpatienten es nur unter ärztlicher Kontrolle einnehmen.

Vorsichtsmaßnahmen und Warnungen

Schwangerschaft und Stillzeit: Es ist nicht genug über die Sicherheit von Methionin während Schwangerschaft und Stillzeit bekannt. Aus diesem Grund sollten schwangere und stillende Frauen sicherheitshalber auf Methionin verzichten.

Azidose: Methionin kann Veränderungen des pH Wertes des Blutes hervorrufen und sollte nicht von Menschen verwendet werden, die unter einer Azidose leiden.

Arteriosklerose: Es gibt Bedenken, dass Methionin eine bestehende Arteriosklerose verschlimmern könnte. Methionin kann die Homocystein Spiegel erhöhen, was insbesondere bei Menschen der Fall ist, die nicht über genug Folat, Vitamin B12 oder Vitamin B6 in ihrem Körper verfügen, oder bei Menschen, deren Körper Probleme dabei hat, Homocystein zu verarbeiten. Zu viel Homocystein wird mit einem erhöhten Risiko für Erkrankungen von Herz und Blutgefäßen in Verbindung gebracht. Erkrankungen der Leber inklusive Zirrhose: Methionin könnte Erkrankungen der Leber verschlimmern. Methylenetetrahydrofolat Reduktase (MTHFR) Defizit: Dies ist eine erblich bedingte Störung, die die Art und Weise verändert, auf die der Körper Homocystein verarbeitet. Menschen, die unter dieser Krankheit leiden, sollten keine Methionin Supplements einnehmen, da Methionin bei diesen Menschen zu einem Anstieg der Homocystein Spiegel führen kann. Zu viel Homocystein könnte das Risiko für eine Entwicklung von Erkrankungen von Herz oder Blutgefäßen erhöhen. Schizophrenie: Hohe Methionin Dosierungen (z.B. 20 Gramm pro Tag für 5 Tage) könnten bei Menschen, die unter Schizophrenie leiden, Verwirrung, Orientierungslosigkeit, Delirium, Erregung, Lustlosigkeit und andere ähnliche Symptome hervorrufen.

Referenzen:

  1. https://academic.oup.com/jn/article/136/6/1636S/4664439
  2. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/14988435
  3. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24791918
  4. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17176213
  5. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/7055296
  6. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK234922/
  7. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5008916/
  8. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15924568
  9. https://dx.doi.org/10.1093%2Fgerona%2Fglp051
  10. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19633937
  11. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/9451752
  12. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2198910/
  13. http://jn.nutrition.org/content/136/6/1660S.full
  14. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23825332
  15. http://jn.nutrition.org/content/136/6/1660S.full#ref-23
  16. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17003928
  17. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/7469632?dopt=Abstract
  18. https://pubchem.ncbi.nlm.nih.gov/compound/6137
  19. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/22659519/
  20. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/25774783/
  21. Sweetman SC (ed), Martindale: The Complete Drug Reference. London: Pharmaceutical Press (2009), p. 1450.
  22. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2198910/
  23. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/7333998/
  24. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19237503
  25. https://jasbsci.biomedcentral.com/articles/10.1186/2049-1891-4-27
  26. https://selfhacked.com/blog/app/uploads/2016/09/ABR-2012-3-7-3218-3224.pdf
  27. http://jn.nutrition.org/content/136/6/1706S.full
  28. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19956092
  29. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3735138/#R15
  30. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3735138/
  31. https://www.nap.edu/read/10490/chapter/12
  32. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/14253894/

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