SUBSTANZEN Es gibt zurzeit 1008 Substanzen

Es wurden keine Übereinstimmungen gefunden. Bitte versuchen Sie es mit einem anderen Begriff.

Methionin

Methionin ist eine essentielle schwefelhaltige Aminosäure, sie liefert dem Körper Schwefel sowie Methylgruppen. Methionin ist eine Vorstufe der Aminosäuren Cystein und Taurin und des Antioxidans Glutathion. Die stoffwechselaktive Form von Methionin ist S-Adenosyl-Methionin (SAM), das praktisch in allen Körpergeweben und -flüssigkeiten vorkommt. Es wird zur Synthese, Anregung und zum Abbau vieler Stoffe im Körper benötigt. Es trägt weiter zur Bildung von Adrenalin, Carnitin, Cholin, Kreatin, Melatonin und Nukleinsäuren bei.


Methionin hat wichtige Funktionen im Körper

Methionin trägt im Körper dazu bei, übermäßige Fetteinlagerungen in der Leber zu verhindern. Außerdem unterstützt es die Regeneration der Leber und Nieren. Methionin hat eine harnsäuernde Wirkung. Es wirkt antioxidativ und kann Schwermetalle, beispielsweise Blei, sowie Histamin und Ammoniak entgiften bzw. deren Abbau beschleunigen. Als Vorstufe von Glutathion schützt Methionin möglicherweise auch vor Strahlenschäden. Es wird außerdem für den Stoffwechsel von Selen benötigt. Methionin bzw. SAM ist außerdem besonders aktiv im Gehirn, es hat antidepressive Wirkungen.


Die Hauptlieferanten von Methionin

Methionin ist in vielen Lebensmitteln enthalten. Reichlich vorhanden ist es in Fisch, Fleisch und Gemüsen (z.B. Brokkoli, grüne Erbsen, Rosenkohl, Spinat), Ei, Vollkornbrot und Reis.


Einige Methionin- und Cystein-reiche* Lebensmittel enthalten in je 100 Gramm

Methionin/Cystein *

  • Lachs 700 mg
  • Garnelen 670 mg
  • Pute, Brustfleisch 630 mg
  • Huhn, Brustfleisch 620 mg
  • Sojabohnen 580 mg
  • Rind, Filet 570 mg
  • Cashew-Nüsse 380 mg
  • Weizenkeime 280 mg
  • Emmentaler 250 mg

 

* Methionin ist der Vorläufer von Cystein, letzteres ist in Lebensmitteln nur schwer zu bestimmen. Daher wird der Gehalt dieser beiden schwefelhaltigen Aminosäuren meist zusammen angegeben.

Typische Gruppen für einen Mehrbedarf an Methionin

  • bei Belastung mit Schwermetallen
  • bei Allergien
  • bei Depressionen
  • bei Wundheilungen und Muskelverletzungen
  • bei Harnwegsinfektionen
  • bei Leberentzündungen (durch Medikamenten- oder Alkoholmissbrauch)
  • bei Parkinson´scher Krankheit (Einnahme von L-Dopa)

 

Methionin trägt über seine rege Beteiligung an der Bildung von Hormonen, Neurotransmittern und Nukleinsäuren zu vielen Körperfunktionen bei. Es kann eine Reihe von Krankheiten beeinflussen. Methionin kann beispielsweise Histamin senken und auf diese Weise Allergien verbessern. Methionin kann weiter vor Infektionen der Harnwege schützen. Bakterien, die solche Infektionen verursachen können, werden durch Methionin in ihrem Wachstum gehemmt. Es verhindert auch, dass sich infolge chronischer Harnwegsinfekte verstärkt Phosphatsteine in den Harnwegen bilden. Da Methionin in seiner aktiven Form SAM besonders aktiv im Gehirn ist, können depressive Stimmungen positiv beeinflusst werden. Durch die Gabe des Medikamentes L-Dopa bei der Parkinson´schen Krankheit werden die SAM-Spiegel im Gehirn verringert. Zusätzliche Gaben von Methionin können dann die Bewegungsfähigkeit und Aktivität verbessern, außerdem können sich Zittern, Schlaf und Stimmungen verbessern.


Wenn Methionin im Körper fehlt

Bei einem Mangel an Methionin können Stoffwechselstörungen entstehen. Dazu gehören beispielsweise die Leberverfettung, aber auch Haut- und Haarwuchsstörungen. Ein Mangel kann auch zu verstärkter Müdigkeit bzw. Lethargie führen. Bei einem niedrigen Methionin-Spiegel können außerdem depressive Verstimmungen und in schweren Fällen psychiatrische Störungen entstehen.

Sicherheit und Nebenwirkungen

Methionin scheint für die Behandlung von Acetaminophen Vergiftungen sicher und unbedenklich zu sein, wenn es unter ärztlicher Überwachung verwendet wird.

Man sollte sich nicht selbst mit Methionin behandeln. Eine Selbstmedikation mit Methionin könnte nicht sicher und unbedenklich sein, wenn größere Mengen als die Mengen verwendet werden, die man normalerweise in Nahrungsmitteln vorfindet. Zu viel Methionin kann Hirnschäden und Tod hervorrufe. Methionin könnte außerdem das Wachstum bestimmter Tumore fördern.

Bei Dosen von bis zu 2 Gramm Methionin täglich über lange Zeit zeigten sich keine ernsten Nebenwirkungen. Dosierungen bis zu 8 Gramm täglich werden allgemein als nebenwirkungsfrei angesehen. Methionin gilt jedoch als die am stärksten toxische Aminosäure. Bei zu hoher Zufuhr bildet sich durch den Abbau von Methionin als Zwischenprodukt verstärkt Homocystein. Dieses gilt als eigenständiger Risikofaktor für Herzkrankheiten und Schlaganfälle. Durch die gleichzeitige Einnahme von Vitamin B6 lässt sich die Bildung von Homocystein verringern. B6 trägt dazu bei, Homocystein rascher zu Cystein oder zurück in Methionin umzuwandeln. Hohe Dosen von Methionin können außerdem die Ausscheidung von Kalzium im Urin steigern. Darauf sollte bei Osteoporose und einem vorhandenen Osteoporose-Risiko geachtet werden. Methionin kann den Blut-pH-Wert senken, daher sollen Gichtpatienten es nur unter ärztlicher Kontrolle einnehmen.

 

Vorsichtsmaßnahmen und Warnungen

Schwangerschaft und Stillzeit: Es ist nicht genug über die Sicherheit von Methionin während Schwangerschaft und Stillzeit bekannt. Aus diesem Grund sollten schwangere und stillende Frauen sicherheitshalber auf Methionin verzichten.

Azidose: Methionin kann Veränderungen des pH Wertes des Blutes hervorrufen und sollte nicht von Menschen verwendet werden, die unter einer Azidose leiden.

Arteriosklerose: Es gibt Bedenken, dass Methionin eine bestehende Arteriosklerose verschlimmern könnte. Methionin kann die Homocystein Spiegel erhöhen, was insbesondere bei Menschen der Fall ist, die nicht über genug Folat, Vitamin B12 oder Vitamin B6 in ihrem Körper verfügen, oder bei Menschen, deren Körper Probleme dabei hat, Homocystein zu verarbeiten. Zu viel Homocystein wird mit einem erhöhten Risiko für Erkrankungen von Herz und Blutgefäßen in Verbindung gebracht.

Erkrankungen der Leber inklusive Zirrhose: Methionin könnte Erkrankungen der Leber verschlimmern.

Methylenetetrahydrofolat Reduktase (MTHFR) Defizit: Dies ist eine erblich bedingte Störung, die die Art und Weise verändert, auf die der Körper Homocystein verarbeitet. Menschen, die unter dieser Krankheit leiden, sollten keine Methionin Supplements einnehmen, da Methionin bei diesen Menschen zu einem Anstieg der Homocystein Spiegel führen kann. Zu viel Homocystein könnte das Risiko für eine Entwicklung von Erkrankungen von Herz oder Blutgefäßen erhöhen.

Schizophrenie: Hohe Methionin Dosierungen (z.B. 20 Gramm pro Tag für 5 Tage) könnten bei Menschen, die unter Schizophrenie leiden, Verwirrung, Orientierungslosigkeit, Delirium, Erregung, Lustlosigkeit und andere ähnliche Symptome hervorrufen.

Produkte mit den selben Inhaltsstoffen