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L-Theanine

Theanin ist ein Aminosäurederivat von Glutamin. Orale Dosierungen von 50 und 200 mg Theanin, die gesunden Probanden verabreicht wurden, förderten die Alphawellenproduktion des Gehirns. Alphawellen werden mit einem ruhigen mentalen Status in Verbindung gebracht. Theanin hilft bei der Herbeiführung eines Zustands der ruhigen Entspannung. L-Theanin (5-N-Ethyl-L-glutamin) ist eine Aminosäure, die in den Blättern von grünem und schwarzem Tee (Camellia sinensis) enthalten ist. Im Gegensatz zu Koffein (Thein) hat Theanin eher beruhigende Eigenschaften. L-Theanin kommt noch in weiteren Arten vor wie Camellia japonica sowie Camellia sasanqua, aber auch in Xerocomus badius (Maronenröhrling). Sowohl der Geschmack von Tee als auch die vielseitige Wirkung steht in Verbindung mit der in Tee enthaltenen Aminosäure L-Theanin. Bis zu zwei Prozent der Blatttrockenmasse besteht aus L-Theanin, das außer in Teepflanzen in keiner anderen Pflanze natürlich vorkommt.
Gebildet wird L-Theanin in den Wurzeln der Teepflanze. Die Konzentration in den Wurzeln und Blättern der Teepflanze ist in den jungen Pflanzen am höchsten, ältere Wurzeln und Triebe weisen eine geringere Menge an L-Theanin auf. Während L-Theanin eher für einen leicht süßlichen Geschmack sorgt, kann der bittere Geschmacksanteil von Tee unter anderem auf Koffein zurückgeführt werden.

Während Koffein über eine Beeinflussung des Adrenalin-Stoffwechsels anregend auf das gesamte zentrale Nervensystem wirkt und den Blutdruck und die Pulsfrequenz erhöht, ist L-Theanin ein direkter Gegenspieler von Koffein im Tee. Da das L-Theanin erst nach längerem Aufbrühen des Tees aus den Blättern vollständig herausgelöst wird, ist ein Tee nach kürzerem Aufbrühen anregender als ein Tee, der lange gezogen hat. Im letztgenannten Fall ist genug L-Theanin ausgelöst worden, um die anregenden Wirkungen des Koffeins zu kompensieren.

Als Gegenspieler des Koffeins wirkt L-Theanin beruhigend und entspannend, in höheren Dosen auch blutdrucksenkend. Ähnlich wie man dem Koffein einen gewissen positiven Einfluß auf die Stimmungslage zuschreibt, wirkt auch L-Theanin stimmungsmodulierend.

Neben dem Einfluß auf das zentrale Nervensystem über eine Wechselwirkung mit Serotonin, Dopamin und GABA kommt L-Theanin auch eine wichtige Bedeutung bei dem antioxidativen Zellschutz zu. L-Theanin wurde auch sehr intensiv untersucht im Hinblick auf seine Wirkung gegenüber Tumorzellen.

L-Theanin hat keine pharmakologische Wirkung auf downregulierende Systeme im ZNS, aber es unterstützt während der Erholung die physiologischen Mechanismen nach starker körperlicher Belastung im menschlichen Gehirn.

 

STUDIEN

Da vor allem grüner Tee als gesundheitsfördernd gilt, wurden zahlreiche Studien durchgeführt, um die Wirkung der enthaltenen Inhaltsstoffe zu prüfen. Auch das Theanin wurde mehrfach untersucht, vor allem in Tierversuchen. Dabei wurde ein Einfluss auf das Zentralnervensystem festgestellt.

Orale Gaben von Theanin an Ratten führten zu einer Abnahme der Konzentration von Serotonin im Gehirn.Die im Tierversuch bei Ratten ermittelte Letale Dosis liegt über dem höchsten getesteten Wert von 5 Gramm/kg Körpergewicht. Es wurden keine Hinweise auf eine karzinogene Wirkung von Theanin gefunden und auch ein Ames-Test führte zu negativen Ergebnissen.

Auch bei Menschen wurde in manchen Studien eine Wirkung auf das Zentralnervensystem beobachtet. Bei einer Studie wurde nach der Einnahme von 200 mg Theanin eine verstärkte Bildung von Alpha-Wellen im Gehirn gemessen, die in einem Zustand der Entspannung entstehen.

Sicherheit und Nebenwirkungen

Theanin ist bei einmal wöchentlicher Verwendung für drei Wochen möglicherweise sicher und unbedenklich. Es ist nicht bekannt, ob eine tägliche oder länger andauernde Verwendung sicher und unbedenklich ist.

 

Vorsichtsmaßnahmen und Warnungen:

Schwangerschaft und Stillzeit: Es ist nicht genug über die Sicherheit von Theanin während Schwangerschaft und Stillzeit bekannt. Aus diesem Grund sollten schwangere und stillende Frauen sicherheitshalber auf Theanin verzichten.

 

Wechselwirkungen

Bei einer Kombination von Theanin mit folgenden Medikamenten sollte man vorsichtig sein:

Medikamente gegen hohen Blutdruck

Theanin scheint den Blutdruck zu senken. Die Einnahme von Theanin in Kombination mit Medikamenten gegen hohen Blutdruck könnte einen zu starken Abfall des Blutdrucks zur Folge haben.

 

Stimulanzien

Stimulanzien beschleunigen die Funktion des Nervensystems. Durch eine Beschleunigung der Funktion des Nervensystems können Stimulanzien die Herzfrequenz beschleunigen und ein Gefühl der inneren Unruhe hervorrufen. Theanin könnte die Funktion des Nervensystems verlangsamen. Eine Einnahme von Theanin in Verbindung mit Stimulanzien könnte die Wirkung von Stimulanzien reduzieren.

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