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Indianertabak

Indianertabak / aufgeblasene Lobelie (Lobelia)

Überblick

Indianertabak, der auch unter der Bezeichnung aufgeblasene Lobelie bekannt ist, ist eine Pflanze, deren oberhalb der Erde wachsende Teile zur Herstellung von Medizin verwendet werden.

Indianertabak wird bei Atemproblemen inklusive Asthma, Bronchitis, Keuchhusten und Kurzatmigkeit bei Neugeborenen eingesetzt. Einige Menschen verwenden Indianertabak als Sedativum zur Förderung der Entspannung. Andere Menschen verwenden Indianertabak zur Anregung des Schwitzens.

Indianertabak wird bei Muskelschmerzen, rheumatischer Arthritis, Blutergüssen, Verstauchungen, Insektenstichen, Kontakt mit Giftefeu und Borkenflechte auf die Haut aufgetragen.

Im Bereich der industriellen Fertigung wird Indianertabak in Hustenmedikamenten und Gegenreizmitteln verwendet. Einige Produkte zur Rauchentwöhnung enthalten Indianertabak. Neue Untersuchungen kommen jedoch zu dem Ergebnis, dass Indianertabak Produkte zur Rauchentwöhnung nicht effektiver macht.

 

Wie wirkt Indianertabak?

Indianertabak enthält Chemikalien, die Schleim verdünnen und das Abhusten von Schleim erleichtern könnten. Diese Chemikalien könnten auch die Atmung erleichtern, was insbesondere bei Asthmatikern gilt. Eine in Indianertabak enthaltene Chemikalie besitzt ähnliche Wirkungen wie Nikotin.

 

Wie effektiv ist Indianertabak?

Indianertabak ist zur Unterstützung der Rauchentwöhnung möglicherweise ineffektiv.

Es gibt nicht genügend wissenschaftliche Daten, um eine Aussage bezüglich der Effektivität von Indianertabak bei Asthma, Bronchitis und Husten, sowie auf die Haut aufgetragen bei Muskelkater, Blutergüssen Verstauchungen, Insektenstichen, Kontakt mit Giftefeu und Borkenflechte treffen zu können.

Es bedarf weiterer wissenschaftlicher Untersuchungen, um die Effektivität von Indianertabak bei diesen Anwendungen bewerten zu können.

 

Sicherheit und Nebenwirkungen

Indianertabak wird bei oraler Einnahme für die meisten Menschen als nicht sicher und unbedenklich angesehen. Nebenwirkungen umfassen Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Husten, Schwindel, Zittern und ernstere Wirkungen.

Eine Überdosierung kann viele toxische Wirkungen inklusive Schwitzen, Krämpfe, schnellem Herzschlag, sehr niedrigem Blutdruck, Kollaps, Koma und Tod verursachen. Die Einnahme von 0,6 bis 1 Gramm der Blätter wird als giftig angesehen und 4 Gramm könnten tödlich sein.

Es ist nicht genug über die Sicherheit von auf die Haut aufgetragenem Indianertabak bekannt.

 

Vorsichtsmaßnahmen und Warnungen

Schwangerschaft und Stillzeit: Die orale Einnahme von Indianertabak ist für niemanden sicher und unbedenklich. Während der Schwangerschaft gibt es besondere Bedenken, da Indianertabak starkes Erbrechen hervorrufen kann.

Magen- und Darmprobleme inklusive Magengeschwüre, Morbus Crohn, entzündliche Darmerkrankungen, Infektionen und andere: Indianertabak könnte den Verdauungstrakt reizen.

Herzkrankheiten: Indianertabak scheint das Herz zu beeinflussen. Höhere Dosierungen besitzen hierbei eine stärkere Wirkung.

 

Wechselwirkungen                                    

Bei einer Kombination von Indianertabak mit folgenden Medikamenten sollte man vorsichtig sein:

Lithium

Indianertabak könnte eine entwässernde (diuretische) Wirkung besitzen. Die Einnahme von Indianertabak kann die Lithiumausscheidung durch den Körper beeinträchtigen, was in erhöhten Lithiumspiegeln und ernsthaften Nebenwirkungen resultieren könnte. Aus diesem Grund ist es wichtig vor der Verwendung von Indianertabak den behandelnden Arzt zu konsultieren, wenn man Lithium einnimmt. Es kann sein, dass die Lithiumdosierung angepasst werden muss.

 

Dosierung

Eine angemessene Dosierung von Indianertabak hängt von unterschiedlichen Faktoren wie Alter, Gesundheitszustand und weiteren ab. Zum augenblicklichen Zeitpunkt gibt es keine ausreichenden wissenschaftlichen Daten, um eine Aussage über angemessene Dosierungsbereiche für Indianertabak treffen zu können. Aus diesem Grund sollte man sich an die Dosierungsanleitung auf dem Etikett halten und/oder vor der Verwendung einen Arzt oder Apotheker fragen.

 

Referenzen:

  1. McChargue DE, Collins FL Jr, Cohen LM. Effect of non-nicotinic moist snuff replacement and lobeline on withdrawal symptoms during 48-h smokeless tobacco deprivation. Nicotine Tob Res 2002;4:199-200.
  2. Stead LF, Hughes JR. Lobeline for smoking cessation. Cochrane Database Syst Rev 2000;2:CD000124.

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