SUBSTANZEN Es gibt zurzeit 1008 Substanzen

Es wurden keine Übereinstimmungen gefunden. Bitte versuchen Sie es mit einem anderen Begriff.

Ilex paraguayensis

Mate-Strauch, Pflanze und Anbau

Der immergrüne Mate-Teestrauch (Ilex paraguayensis) ist eine Art aus der Familie der Stechpalmengewächse. In Südamerika gibt es etwa 280 Arten dieser Familie, davon allein 60 in Brasilien. Mate wächst wild als Unterholz der Araukarien-Wälder Brasiliens, Uruguays und Paraguays, auf dem Hochland zwischen den Flüssen Paraná, Paraguay, Uruguay und ihren Zubringern. Seit der späten zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wird er vor allem in Paraguay, Argentinien und Brasilien auch in Kultur angebaut. Noch heute wird jedoch etwa die Hälfte des auf dem Markt befindlichen Mate von wildwachsenden Bäumen geerntet.

Der Mate-Baum hat eine oval zulaufende Krone und einen hellgrauen Stamm mit einem Durchmesser von 30 Zentimeter. Wild erreicht er eine Höhe von 12 bis 14 Meter, in der Kultur maximal 5 bis 6 Meter. Seine Blätter sind oval mit gekerbtem Rand und werden bis zu 20 Zentimeter lang und 8 Zentimeter breit. In der Blütezeit wachsen ihn dicke Büschel von 30 bis 40 weißen Blumen mit je vier Blütenblättern. Seine 6 bis 8 Millimeter dicke rotviolette Frucht besitzt vier bis sechs Samenkörner. Damit der Keimling die sehr harte Schale durchbrechen kann, muss die Frucht erst den Verdauungsapparat eines Vogels passieren ("ornitócora"). Optimale Wachstumsbedingungen für Ilex paraguayensis sind eine relativ gleichmäßige Durchschnittstemperatur von 20 bis 23 °C, mittlere-hohe Luftfeuchtigkeit und eine Höhe von 400 bis 800 Meter über Normalnull.
Für die Kultur des Mate-Strauches werden die Früchte mechanisch vorgeschädigt und in Wasser aufgeweicht. Die Keimung dauert bis zu drei Monaten; in den ersten beiden Jahren sind die kleinen Pflanzen lichtempfindlich und müssen beschattet werden. Die zweijährigen Jungpflanzen werden kurz über dem Boden abgeschnitten, die neu austreibenden Sprosse sind dann kräftiger und fülliger. Nach vier Jahren erfolgt die erste Ernte, die Folgeernten je nach Anbaugebiet in einem ein- oder zweijährigen Intervall.


Herstellung

Im südamerikanischen Winter (Mai-September) werden ganze Äste, optimal mit etwa zweijährigen Blättern besetzt, abgeschlagen. Gehandelt wird grüner Mate (Taragin) und gerösteter Mate (Mate real). Für letzteren werden traditionell die ganzen Äste, heute meist nur die Blätter, Blattstiele, Blütenstiele und die jungen Triebspitzen in Drahttrommeln über einem Feuer gedreht. Hierdurch werden die Enzyme zerstört und damit die Fermentation gestoppt, die Farbe bleibt erhalten und es entstehen charakteristische Aromen. Für den grünen Mate wird das zerkleinerte Erntegut bei 50 bis 60 °C etwa einen Monat lang fermentiert, dann für eine Minute auf 400 °C erhitzt, wobei der Wassergehalt von ca. 60% auf 25% fällt. Beide Sorten werden anschließend auf etwa 8 bis 9% Restfeuchtigkeit getrocknet und in Stückchen zerkleinert oder zu Pulver vermahlen und verpackt. Abhängig von der Region werden verschiedene Granularitäten verarbeitet und konsumiert. In Brasilien v.a. fein mit stark aromatischen Geschmack und Argentinien grob mit leichterem Aroma. Die Jahresproduktion Südamerikas liegt bei 200.000 bis 300.000 Tonnen.

Für Instant-Mate sowie Mate-haltige Erfrischungsgetränke werden die Aromakomponenten über Wasserdampf destilliert und mit Ether extrahiert. Das Aroma von Mate ist rauchig-erdig und etwas süß-säuerlich nach verwelktem Blatt, der fruchtig-bittere Geschmack wird in einigen Regionen wie Argentinien auch oft mit verschiedenen Geschmacksrichtungen "veredelt" (u.a. Orangengeschmack, Kirsche, Zimt, Pfefferminz).


Inhaltsstoffe und Eigenschaften

In den frischen Blättern sind 0,35 bis 1,7% Coffein, etwa 0,1 bis 0,2% Theobromin, Theophyllin und 4 bis 16% Gerbstoffe enthalten. Der Aufguss ist gelbgrün und enthält abhängig von der Stärke Coffein, Theobromin, Chlorophyll, Gerbsäure, ätherisches Öl und Vanillin. An Vitaminen finden sich die Vitamine A, B1, B2 und C. Das Aroma grünen und gerösteten Mates wurde gaschromatographisch getrennt und per Massenspektroskopie analysiert, dabei wurden von mehr als 250 Komponenten etwa 200 identifiziert. In absteigender Reihenfolge wurden Ketone, Aldehyde und aliphatische Alkohole, heterocyclische Verbindungen, Carbonsäuren und Lactone, Terpenalkohole, Furanone, Phenole, aromatische Verbindungen, Pyrazine und Pyrrole nachgewiesen. Pyrrole, Pyrazine und Furanone entstehen vor allem bei der Maillard-Reaktion während des Röstvorganges.

Eine Reihe therapeutischer Eigenschaften werden ihm zugeschrieben: anregend für Nerven, Muskeln und Stoffwechsel, harntreibend, die Speichel- und Magensaftbildung fördernd und damit hilfreich bei der Verdauung, schweißtreibend, aufgrund des Coffeingehaltes aktivierend und kreislaufstärkend. Durch seine gerbenden Wirkung kann er auch zur äußerlichen Behandlung von Hautirritationen (Ekzemen)angewendet werden.
In Deutschland ist er als "Droge" (=Arzneimittel) zugelassen (Bundes-Gesundheitsamt). Traditionell wird er als leistungssteigernd und hungerstillend eingeschätzt und als "Schlankmacher" (1 Stunde vor den Mahlzeiten) ist er wieder in Mode.


Bedarf im Sport

Mate eignet sich als Anregungsmittel für Training und Wettkampf. Mate wirkt stärker als Coffein, ohne jedoch wie dieses bei höherer Dosierung Handzittern und Unruhe hervorzurufen. Mate dürfte, ebenso wie Kaffe oder Tee, Konzentration und Koordination, wie auch Ausdauerleistung fördern. Mate ist nicht toxisch und in moderaten Dosierungen als sicher anzusehen.


Referenzen

  1. Hatfield, FC (1991) Yerba Mate. Muscle & Fitness 11/91
  2. Griffith, HW (1998) The Complete Guide To Vitamins, Minerals & Supplements. Fisher Books, Tuscon
  3. Arndt K. (HG.) (2001) Handbuch Nahrungsergänzungen-Bedeutung und Anwendung leistungssteigernder Substanzen für Bodybuilding und Kraftsport. Seiten: 76-82

Produkte mit den selben Inhaltsstoffen