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Histidin

Histidin wurde 1896 aus Protein erstmals isoliert, die Struktur wurde durch chemische Synthese 1911 geklärt. Die Seitenketten von Histidin können sowohl sauer als auch basisch sein. Histidin kann aus der Hydrolyse vieler Proteine gewonnen werden, es gilt für Erwachsene als bedingt essentiell, für Kinder und für Menschen mit einem chronischen Nierenversagen jedoch als essentiell.
Histidin ist an der Synthese von Hämoglobin (Blutfarbstoff) in den roten Blutkörperchen beteiligt. Es wird als direkter Präkursor (Vorläuferstoff) für die Bildung von Histamin benötigt, das im Körper viele Funktionen hat. Es trägt beispielsweise zur Kontraktion von Darm, Uterus, Bronchien und Gefäßen bei und spielt eine Rolle bei allergischen Entzündungen. Histidin kann entzündungshemmend und antioxidativ wirken. Es kann bei entzündlichen Prozessen und Allergien freie Radikale abfangen und unschädlich machen. Histidin trägt zu einem gut funktionierenden Immunsystem bei, es unterstützt die Aktivität der weißen Blutkörperchen. Histidin ist weiter ein struktureller Teil verschiedener Enzyme, die am Stoffwechsel von Kohlenhydraten, Proteinen und Nukleinsäuren beteiligt sind. Es ist eine wichtige Quelle für Kohlenatome bei der Bildung von Purinen, die wiederum dazu beitragen, Nuklein- und Harnsäuren zu generieren. Histidin spielt außerdem bei der Aufnahme und Verwertung von Zink eine wichtige Rolle. Das Spurenelement Zink wird aus Fleisch im allgemeinen besser aufgenommen, da es dort häufig an Histidin gebunden vorkommt. Diese Verbindung erleichtert den Transport von Zink durch die Darmwand, und sie verbessert die anschließende Zinkverwertung.

 

Die Hauptlieferanten von Histidin

Histidin ist in pflanzlichen und tierischen Lebensmitteln enthalten, größere Mengen kommen in Fleisch und einigen Fischen vor.

 

Einige Histidin-reiche Lebensmittel enthalten in je 100 Gramm

 

Typische Gruppen für einen Mehrbedarf an Histidin

Bei einigen Belastungen und Krankheiten kann ein erhöhter Bedarf an Histidin bestehen. Ergänzungen können entsprechend dazu beitragen, die Versorgung zu verbessern.

  • bei Zinkmangel
  • bei bestimmten Formen der Anämie
  • bei rheumatoider Arthritis
  • bei stärkeren Stressbelastungen
  • bei chronischen Krankheiten, Verletzungen, Operationen
  • bei chronischem Nierenversagen.

 

Wenn Histidin im Körper fehlt

Bei Anämie kann eine zu geringe Versorgung mit Histidin die Bildung von Hämoglobin hemmen, bei bestimmten Formen der Krankheit kann die Ergänzung mit Histidin helfen. Bei rheumatoider Arthritis wird vermehrt Histidin abgebaut, das zeigt sich in geringen Histidin-Spiegeln im Blut und in der Gelenkflüssigkeit. Je niedriger die Spiegel dort sind, um so stärker sind die Schmerzen und Versteifungen. Ergänzungen mit Histidin können dazu beitragen, die Entzündungen und die Schmerzen zu senken, das gilt vor allem für ernste Erkrankungen.

 

Sicherheit und Nebenwirkungen:

Histidin könnte für die meisten Menschen sicher und unbedenklich sein. Bei Dosen von bis zu vier Gramm Histidin täglich sind bei Erwachsenen keine Nebenwirkungen bekannt. Die Einnahme soll möglichst auf nüchternen Magen erfolgen, da Histidin dann besser absorbiert wird.

 

Vorsichtsmaßnahmen und Warnungen:

Schwangerschaft und Stillzeit: Es ist nicht genug über die Sicherheit von Histidin während Schwangerschaft und Stillzeit bekannt. Aus diesem Grund sollten schwangere und stillende Frauen sicherheitshalber auf Histidin verzichten.

Folsäuremangel: Wenn man unter einem Folsäuremangel leidet, sollte man Histidin nicht verwenden, da es eine unerwünschte Ansammlung einer Chemikalie namens Formiminoglutaminsäure im Körper hervorrufen kann.

Der tägliche Bedarf an Histidin

Histidin kann in kleineren Mengen vom Körper selbst synthetisiert werden, es kann aus der Hydrolyse vieler Proteine gewonnen werden. 8 bis 12 Milligramm Histidin pro Kilogramm Körpergewicht werden empfohlen. Danach liegt der tägliche Bedarf von Erwachsenen etwa zwischen 0,5 und 1 Gramm Histidin.

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