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Hawthorne Berry

Der Name der Spezies kommt wahrscheinlich vom griechischen 'kratys = hart' und bezieht sich auf das sehr harte Holz des Weißdorns. Der deutsche Name 'Weißdorn' ist auf die weißen Blüten zurückzuführen, während der sehr alte Name 'Hagedorn' sich auf die roten Früchte beziehen soll, da 'hag' mit 'Hahn' zusammenhängen soll.
Erst in den Schriften von Petrus de Crescentiis wird die Pflanze als Mittel gegen Gicht genannt. Für Lonicerus sind die Früchte ein Mittel gegen Seitenstechen, Kolik und Diarrhöe und für Matthiolus gegen Nierensteine, Ruhr und starke Menstruation. Im 19. Jahrhundert wandte der irische Arzt Green Weißdorn erfolgreich gegen Herzbeschwerden an. Der beruhigende Einfluss auf das Nerven- und Kreislaufsystem und das Herz kristallisierten sich immer mehr als Hauptwirkung heraus.
In vielen Ländern gab es volksmedizinische Anwendungen, z.B. in Böhmen gegen Nierensand und Lungenerkrankungen, in China als Antidiarrhoikum und zur Zerteilung von Retentionen.
Das harte Holz wurde gern zur Herstellung von Spielzeug, Werkzeugstielen, Spazierstöcken und zum Heizen verwendet. Die Früchte hat man auch zu alkoholischen Getränken verarbeitet.
Die Spezies umfasst viele Arten. Medizinisch verwendet werden Weißdornblüten, Weißdornblätter, Weißdornfrüchte und verschiedene Mischungen aus den genannten Pflanzenteilen.

In naher Zukunft wird Weißdorn seinen festen Platz in der Behandlung der Herzschwäche haben. Studien zeigen, dass die Pflanze mehr kann, als alte Herzen leistungsfähig zu halten.
Weißdorn tut dem Herzen gut. Was bisher nur durch kleine Studien belegt war, hat sich nun in einer großen Untersuchung mit mehr als 1000 Patienten bestätigt. Nach 24 Wochen zeigte sich, dass Weißdornextrakt Blutdruck und Herzfrequenz sinken ließ und die Belastungsfähigkeit der Patienten – gemessen auf dem Standfahrrad – deutlich stieg. Bei 43 Prozent der Patienten, die zu Studienbeginn an Herzrhythmusstörungen litten, wurde der Herzschlag wieder gleichmäßig. Veröffentlicht wurde die Studie in der Zeitschrift „Herz“, dem offiziellen Organ des Bundesverbandes niedergelassener Kardiologen. Daneben sind weitere Untersuchungen geplant, die prüfen sollen, ob Weißdornextrakt auch bei fortgeschrittener Herzschwäche im Stadium III helfen kann. Eine entsprechende Studie mit Weißdornextrakt hat 1999 begonnen, eine erste Auswertung zeigte ein positives Zwischenergebnis.

 

Weißdorn ergänzt die Therapie

Doch ein Resultat lässt sich laut Studienautor Professor Dr. Michael Tauchert bereits jetzt feststellen: Weißdorn verträgt sich gut mit Medikamenten, die der Arzt bei Herzschwäche verordnet: Mit Digitalisglykosiden aus dem Fingerhut, die die Schlagkraft des Herzens erhöhen, ebenso wie mit Wasserausschwemmenden Mitteln und ACE-Hemmern, die das Herz entlasten. Auch Betablocker, die bei Herzinsuffizienz immer mehr an Bedeutung gewinnen, vertragen sich mit der Heilpflanze. „Deshalb kann Weißdorn die Therapie unterstützen“, sagt Tauchert. Eine Ergänzung der Therapie bei chronischer Herzschwäche brauchen Ärzte dringend. Denn trotz aller Fortschritte ist die chronische Herzinsuffizienz, so der Fachausdruck, noch immer eine ernste Erkrankung.

 

Weißdorn stärkt und schützt das Herz des älteren Menschen

Zugelassen ist Weißdorn zur Therapie der Herzinsuffizienz in den Stadien I und II. Daneben gibt es Hinweise, dass Weißdorn in Verbindung mit einer gesunden Lebensweise das Risiko verhindern kann, dass eine Herzschwäche überhaupt entsteht. Weißdorn enthält Stoffe, die das Herz jung halten: Mit zunehmendem Alter gehen Herzmuskelzellen zugrunde und werden zum Teil durch Bindegewebe ersetzt. Das macht den Herzmuskel weniger elastisch, und er kann bei plötzlicher Belastung nicht schnell genug reagieren. Der Patient kommt bei körperlicher Anstrengung leichter aus der Puste. Weißdorn bremst genau diesen Umwandlungsprozess und hält das Herz auf diese Art länger leistungsfähig. Daneben greift Weißdornextrakt in den Stoffwechsel der Herzmuskelzelle ein und erhöht die Schlagkraft des Herzens.

 

Das Wirkprinzip wird noch untersucht

Welcher Inhaltsstoff für die vielfältigen Wirkungen der Pflanze verantwortlich ist, haben Wissenschaftler noch nicht mit letzter Sicherheit klären können. Eine wichtige Rolle spielen aber mit Sicherheit die Flavonoide des Weißdorns und eine Gruppe von Inhaltsstoffen, die der Fachmann als oligomere Procyanidine bezeichnet. Möglich ist aber auch, dass das Zusammenspiel aller Inhaltsstoffe für die Wirksamkeit der Pflanze verantwortlich ist. „Auf jeden Fall sind alle Bemühungen, einen einzelnen Bestandteil als Hauptwirkstoff zu isolieren, bisher gescheitert“, resümiert Experte Tauchert.

 

Herzschutz aus dem Pflanzenreich

Weißdorn erhöht die Leistungsfähigkeit schwacher Herzen. In frühen Stadien der Erkrankung kann das pflanzliche Arzneimittel sogar mit synthetischen Mitteln konkurrieren.
Wenn die vertraute Bergtour auf einmal zu ungewohnt langen Pausen zwingt oder alltägliches Treppensteigen sich nur noch mit heftigem Herzklopfen und Atemnot bewältigen lässt, dann kann sich eine Herzschwäche (Herzinsuffizienz) ankündigen: Der Herzmuskel ist nicht mehr in der Lage, genügend Blut in den Kreislauf zu pumpen. Die Beschwerden sind nicht nur lästig, sondern ernste Warnzeichen. Denn ohne angemessene Behandlung schreitet das Leiden fort. Selbst in Ruhe treten dann massive Beschwerden auf.

 

Volksmedizin

Gerade in frühen Stadien können Wirkstoffe aus Weißdorn-Sträuchern das geschwächte Herz effektiv und nebenwirkungsarm stärken. Die Heilpflanze der Gattung Crataegus gehört schon seit Jahrhunderten als herzstärkendes Mittel zum Arzneischatz der Volksmedizin. In der Mitte des 19. Jahrhunderts erlebte das pflanzliche Herzmittel einen regelrechten Boom. Erst als der Weißdorn mit dem Fingerhut und dessen Inhaltsstoffen, den Digitalis-Glykosiden, Konkurrenz bekam, verblasste seine Bedeutung.

 

Eigenes Wirkprinzip

Mittlerweile erleben die dornigen Sträucher eine Renaissance. Neuere Untersuchungen belegen, dass Crataegus-Extrakt zwar weniger spektakulär als etwa Digitoxin wirkt, dafür aber umfassend. Selbst in Zeiten moderner Herzmittel wie so genannter Betablocker und ACE-Hemmer haben Weißdorn-Extrakte deshalb ihren festen Platz im Arzneisortiment. »Crataegus baut auf ein eigenes Wirkprinzip«, bestätigt Professor Dr. Volker Fintelmann, »es schließt vor allem den Herzschutz mit ein.« Weißdorn, sagt der Internist am Hamburger Krankenhaus Rissen, sei kein Ersatz für synthetische Herzmittel, er könne die Notwendigkeit ihrer Verordnung aber einschränken«. Wichtig für den Erfolg ist die ausreichend hohe Dosierung: Je nach Schwere der Erkrankung liegt die Tagesdosis bei 600 bis 900 Milligramm standardisiertem Trockenextrakt. Den Gang zum Arzt ersparen die rezeptfrei erhältlichen Arzneimittel freilich nicht. Nur er kann entscheiden, ob sich das Leiden mit einem Weißdorn-Präparat angemessen behandeln lässt.

Sicherheit und Nebenwirkungen

Weißdorn ist bei einer Verwendung in den empfohlenen Dosierungen für bis zu 16 Wochen möglicherweise sicher und unbedenklich. Es ist nicht bekannt, ob eine Langzeitanwendung sicher und unbedenklich ist.

Bei einigen Menschen kann Weißdorn Nebenwirkungen wie Übelkeit, Magenverstimmungen, Erschöpfung, Schwitzen, Kopfschmerzen, Schwindel, Benommenheit, Herzklopfen, Nasenbluten, Schlaflosigkeit, Erregung und andere Probleme hervorrufen.

 

Vorsichtsmaßnahmen und Warnungen

Schwangerschaft und Stillzeit: Es ist nicht genug über die Sicherheit von Weißdorn während Schwangerschaft und Stillzeit bekannt. Aus diesem Grund sollten schwangere und stillende Frauen sicherheitshalber auf Weißdorn verzichten.

Herzkrankheiten: Weißdorn kann mit vielen verschreibungspflichtigen Medikamenten interagieren, die zur Behandlung von Herzkrankheiten verwendet werden. Wenn man unter einer Herzkrankheit leidet, sollte man Weißdorn nur nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt verwenden.

Wechselwirkungen

Man sollte Weißdorn nicht in Kombination mit folgenden Medikamenten verwenden:

Digoxin

Digoxin hilft dem Herz dabei kräftiger zu schlagen. Auch Weißdorn scheint das Herz zu beeinflussen. Die Einnahme von Weißdorn in Verbindung mit Digoxin könnte die Wirkung von Digoxin und das Risiko für Nebenwirkungen erhöhen. Aus diesem Grund sollte man Weißdorn erst nach vorhergehender Rücksprache mit dem behandelnden Arzt verwenden, wenn man Digoxin einnimmt.

 

Medikamente gegen hohen Blutdruck (Betablocker, Kalziumkanalblocker)

Weißdorn könnte den Blutdruck senken. Eine Einnahme von Weißdorn in Kombination mit Medikamenten gegen hohen Blutdruck könnte den Blutdruck zu stark senken.

 

Medikamente gegen erektile Dysfunktion (Phosphodiesterase-5 Hemmer)

Weißdorn könnte den Blutdruck senken. Auch einige Medikamente gegen erektile Dysfunktion können den Blutdruck senken. Eine Einnahme von Weißdorn in Kombination mit Medikamenten gegen erektile Dysfunktion könnte den Blutdruck zu stark senken.

Einige Medikamente gegen erektile Dysfunktion umfassen Sildenafil (Viagra), Tadalafil (Cialis) und Vardenafil (Levitra).

 

Medikamente, die den Blutfluss zum Herz erhöhen (Nitrate)

Weißdorn erhöht den Blutfluss. Eine Einnahme von Weißdorn in Kombination mit Medikamenten, die auch den Blutfluss zum Herz erhöhen, könnten das Risiko für Schwindel und Benommenheit erhöhen.

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