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Folsäure

Folsäure / Vitamin B9

Folsäure ist ein wasserlösliches Vitamin. Hinter diesem Begriff verbirgt sich eine große Gruppe von Substanzen. Es gibt etwa 100 verschiedene Folsäure-aktiven Stoffe. Man nennt sie Folate. Die in Lebensmitteln vorkommenden Folate zählen zu den instabilen Vitameren. Sie sind insgesamt lichtempfindlich und reagieren extrem empfindlich gegenüber Sauerstoff und Hitze.

Aus ernährungsphysiologischer Sicht spielt die Menge der vorhandenen Folate eher eine untergeordnete Rolle. Entscheidend über die Bioverfügbarkeit ist die Form der vorliegenden Folate. In Lebensmitteln liegen Folate aus ernähungsphysiologischer Sicht in zwei Formen vor: in Folsäure-Mono- oder -Poly-Glutamaten. Monoglutamate werden auch als freie Folsäure bezeichnet. Die Aufnahmefähigkeit ist bei freier Folsäure weitaus höher, als bei den Polyglutamaten. Entscheidend über die Bioverfügbarkeit ist auch die Zubereitung der Lebensmittel. Durch das Zerkleinern von rohem Gemüse werden Folate der Zellen freigesetzt. Dadurch können sie mit gewebseigenen Enzymen so verändert werden, dass sich ihre Bioverfügbarkeit verbessert. Auf Grund der hohen Hitzeempfindlichkeit der Folate haben gegarte Lebensmittel eine verminderte Bioverfügbarkeit des Vitamins.

Folate müssen eine bestimmte Struktur aufweisen, um vom Dünndarm aufgenommen werden zu können. Während Folsäuremonoglutamat (Moleküle mit nur einem Aminosäurerest, dem Glutamylrest) weitgehend ohne Umwege resorbiert werden kann, müssen die Folsäurepolyglutamate (Moleküle mit mehreren Glutamylresten) vor der Resorption gespalten werden. Diese "Vorbereitung" zur Resorption ist aber nur bedingt möglich. D.h. es können nicht alle, bis zu acht Glutamylreste abgespalten werden. Dadurch ist die Aufnahme von Folsäurepolyglutamaten sehr begrenzt. Gespeichert wird das Vitamin zum größten Teil in der Leber. Die Speicherdauer ist aber nur sehr kurz. Schon nach ca. vier Wochen folatfreier Ernährung sind die Speicher weitgehend erschöpft.

Aufgaben

Folsäure wirkt vorwiegend als Coenzym. Es ist am Stoffwechsel von Proteinen und Nukleinsäuren (DNS) beteiligt. Die Beteiligung an der Synthese zu einem Vorstufenprodukt der DNS gehört zu den wichtigsten Aufgaben des Vitamins. Bei einigen Reaktionen im Stoffwechsel ist Folsäure auf die Anwesenheit von Cobalamin angewiesen. Ist Cobalamin nicht in ausreichenden Mengen vorhanden, kommt es zu indirekten Mangelerscheinungen an Folsäure. Folsäure ist auch wichtig für die Blutbildung, Zellwachstum, allgemeine Reproduktion der Abwehrkräfte und für die Düsen und Leber. Weitere Aufgaben umfassen die Reifung roter Blutkörperchen und die Umwandlung von Homocystein in Methionin – eine Aminosäure, die zur Proteinsynthese verwendet oder in S-Adenosylmethionine (SAMe) umgewandelt wird – eine Verbindung, die als primärer Methyldonator in Körper agiert und für zahlreiche zellulare Reaktionen benötigt wird.

Potentielle Gesundheitsvorzüge und Anwendungsbereiche für Folsäure

Sowohl Folsäure als auch Folat werden in Form von Supplements aus einer Vielzahl von Gründen verwendet.

Auch wenn Folsäure und Folat Supplements typischerweise zur Behandlung derselben Leiden verwendet werden, besitzen sie im Körper unterschiedliche Wirkungen und können deshalb die Gesundheit auf unterschiedlichen Wegen beeinflussen.

Im Folgenden werden wir auf die wichtigsten Vorzüge und Anwendungen von Folsäure und Folat Supplements eingehen.

Folsäure besitzt antioxidative Wirkungen

Folsäure entfaltete im Rahmen einer Reihe von Laborstudien im Vergleich zu Vitamin C und E effiziente freie Radikale neutralisierende Aktivitäten (1). Bei Ratten, die Arsen ausgesetzt waren, konnte eine Folsäure Supplementation Schäden an DNA und Mitochondrien reduzieren, indem es oxidative Biomarker unterdrückte und die Aktivität antioxidativer Enzyme erhöhte (2).

Folsäure kann die Funktion des Immunsystems unterstützen

Bei Menschen und Tieren konnte bei einem Mangel an Folat eine gesteigerte Anfälligkeit für Infektionen beobachtet werden (3). Ein klinischer Folatmangel manifestiert sich häufig in Form einer megaloblastischen Anämie – ein Leiden, das in einer beeinträchtigten Immunreaktion resultiert – und primär die zellvermittelte Immunität beeinflusst). Der Ausgleich eines Mangels an Folat durch eine Supplementation kann bei betroffenen Patienten die Immunfunktion wiederherstellen (4).

Eine folatreiche Ernährung war außerdem dazu in der Lage, alterbedingte Veränderungen der T-Zellen Proliferation und der Zytokinproduktion bei Ratten umzukehren (5).

Folsäure kann Geburtsdefekte und Schwangerschaftskomplikationen verhindern

Eine der häufigsten Anwendungen für Folsäure und Folat Supplements ist die Verhinderung von Geburtsdefekten – spezifisch Neuralrohr Defekte inklusive Spina Bifida und Anenzephalie – wenn ein Baby mit fehlenden Teilen des Gehirns oder des Schädels geboren wird (6).

Der Folatstatus während der Schwangerschaft ist ein Indikator für das Risiko solcher Fehlbildungen, was zu einer offiziellen Empfehlung einer Folsäure Supplementation für schwangere Frauen geführt hat. Es wird empfohlen, dass Frauen bereits einen Monat vor einer geplanten Schwangerschaft täglich 400 bis 800 mcg Folsäure supplementieren und dies während der ersten 2 bis 3 Monate der Schwangerschaft fortsetzen.

Neben Geburtsdefekten kann Folsäure auch dabei helfen, mit der Schwangerschaft in Verbindung stehende Komplikationen wie Präeklampsie zu verhindern (8).

Folsäure kann zur Behandlung von Mangelerscheinungen eingesetzt werden

Ein Folatdefizit kann aus unterschiedlichen Gründen zustande kommen, zu denen eine inadäquate Zufuhr über die Nahrung, eine Schwangerschaft, Alkoholismus und malabsorptive Erkrankungen gehören (8).

Ein solcher Mangel kann in ernsthaften Nebenwirkungen inklusive megaloblastischer Anämie, Geburtsdefekte, mentale Beeinträchtigungen, eine beeinträchtigte Immunfunktion und Depressionen gehören (9).

Sowohl Folat, als auch Folsäure können verwendet werden, um solche Mangelerscheinungen zu behandeln.

Folsäure kann die Gesundheit des Gehirns fördern

Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass niedrigere Folatspiegel im Blut mit einer schlechten Gehirnfunktion und einem gesteigerten Risiko für Demenz in Verbindung steht. Selbst normale Folatspiegel im unteren Bereich werden bei älteren Menschen mit einem gesteigerten Risiko für mentale Beeinträchtigungen in Verbindung gebracht (10).

Studien haben gezeigt, dass eine Folsäure Supplementation die Gehirnfunktion bei Menschen mit mentalen Beeinträchtigungen verbessern und bei der Behandlung von Alzheimer helfen kann. Eine Studie mit 180 Erwachsenen mit milden kognitiven Einschränkungen zeigte, dass eine Supplementierung mit 400 mcg Folsäure pro Tag für 2 Jahre im Vergleich zu einem Placebo Marker für die Gehirnfunktion inklusive verbalem IQ und reduzierten Blutspiegeln bestimmter Proteine, die an Entwicklung und Fortschreiten von Alzheimer beteiligt sind, verbessern konnte (11).

Eine andere Studie mit 121 Probanden mit neu diagnostiziertem Alzheimer, die mit Donepezil behandelt wurden, fand heraus, dass diejenigen, die 1.250 mcg Folsäure pro Tag für 6 Monate einnahmen, im Vergleich zu Patienten, die lediglich Donepezil einnahmen, eine verbesserte kognitive Funktion und reduzierte Entzündungsmarker aufwiesen (12).

Folsäure kann zur begleitenden Behandlung mentaler Störungen inklusive Depressionen verwendet werden

Es konnte gezeigt werden, dass Menschen mit Depressionen niedrigere Folatspiegel als Menschen ohne Depressionen aufwiesen (13). Folat ist an der Synthese von Serotonin und Dopamin beteiligt und ein Ungleichgewicht dieser Neurotransmitter kann zu Depressionen und Angststörungen führen (21). Im Rahmen einer Studie mit 21 Probanden mit Essstörungen führte eine Erhöhung der Folatspiegel zu einer signifikanten Linderung von Depressionen (22).

Studien haben gezeigt, dass Folsäure und Folat Supplements Symptome von Depressionen reduzieren können, wenn diese Supplements in Verbindung mit Antidepressiva verwendet wurden. Ein systemisches Review konnte zeigen, dass eine Behandlung mit Folat basierten Supplements inklusive Folsäure in Kombination mit Antidepressiva im Vergleich zu Antidepressiva alleine mit einer signifikant stärkeren Reduzierung depressiver Symptome in Verbindung stand (14).

Darüber hinaus fand ein Review von 7 Studien heraus, dass eine Behandlung mit Folat basierten Supplements in Kombination mit Antipsychotika in einer stärkeren Reduzierung negativer Symptome von Schizophrenie als Antipsychotika alleine resultierte (15).

Folsäure kann Risikofaktoren für Herzkrankheiten reduzieren

Eine Supplementation mit Folat basierten Supplements inklusive Folsäure könnte dabei helfen, die Gesundheit des Herzens zu verbessern und Risikofaktoren für Herzkrankheiten zu reduzieren. Erhöhte Spiegel der Aminosäure Homocystein werden mit einem gesteigerten Risiko für eine Entwicklung von Herzkrankheiten in Verbindung gebracht. Die Homocystein Blutspiegel werden durch Ernährung und genetische Faktoren bestimmt.

Folat spielt bei der Verstoffwechslung von Homocystein eine primäre Rolle und niedrige Folatspiegel können zu hohen Homocysteinspiegeln führen (16). Untersuchungen zeigen, dass eine Supplementierung mit Folsäure die Homocysteinspiegel senken und das Herzinfarktrisiko reduzieren kann.

So konnte ein Review mit 30 Studien und über 80.000 Teilnehmern zeigen, dass eine Supplementierung mit Folsäure zu einer Reduzierung des allgemeinen Risikos für Herzkrankheiten um 4% und einer Reduzierung des Schlaganfallrisikos um 10% führte (17).

Folsäure könnte bei Erkrankungen der Nieren hilfreich sein

Eine große Studie mit 15.000 Patienten mit chronischen Erkrankungen der Nieren fand heraus, dass eine Kombination des Blutdrucksenkers Enalapril mit Folsäure effektiver bezüglich einer Verbesserung der Nierenfunktion als Enalapril alleine war. Die Studie legte eine Verwendung von Folsäure zur Hinauszögerung der Progression von chronischen Nierenkrankheiten nahe.

Bei einer großen Observationsstudie mit 55.000 Patienten mit Nierenerkrankungen im Endstadium erhöhte eine Folsäure Supplementation die Überlebensrate durch einen Schutz des Herzens und das Verhindern von anderen Komplikationen (18).

Auch hohe Homocysteinspiegel tragen stark zu Komplikationen bei Patienten mit Nierenkrankheiten bei. Mehrere Studien konnten zeigen, dass Folsäure alleine oder in Kombination mit Vitamin B6 und B12 die Homocysteinspiegel bei Nierenpatienten senken konnte (19, 20).

Folsäure könnte den Blutdruck senken

Laut einer Metaanalyse von 12 klinischen Untersuchungen können hohe Folsäure Dosierungen (Minimum 5 mg pro Tag für 6 Wochen) den systolischen Blutdruck (oberer Wert) leicht senken und die Funktion der Blutgefäße verbessern (23).

Zusätzlich hierzu konnte gezeigt werden, dass eine Folsäure Supplementation den Blutfluss verbessert, was dabei helfen könnte, die Herz-Kreislauf Funktion zu verbessern (24).

Folsäure könnte bei Leberschäden hilfreich sein

Ergebnisse unterschiedlicher Studien unterstützen eine kausale Beziehung zwischen niedrigen Folatspiegeln und oxidativem Stress, Leberschäden und Krebs (25). Exzessiver Alkoholkonsum ist als Risikofaktor für Erkrankungen der Leber und Krebs bekannt. Oxidativer Stress aufgrund eines Folatmangels ist ein primärer zugrunde liegender Faktor und es ist bekannt, dass ein Folatmangel mit Lebererkrankungen korreliert (26).

Im Rahmen von Tierstudien konnte Folsäure die schädlichen Auswirkungen von Alkohol auf die Leber reduzieren, was wahrscheinlich auf einer Aufrechterhaltung der Methionin und Glutathionspiegel basiert, die wichtig für eine Entgiftung der Leber sind (27, 28).

Folsäure könnte das Risiko für Schwerhörigkeit im Alter reduzieren

Eine Observationsstudie mit über 26.200 Teilnehmern fand heraus, dass eine höhere Zufuhr von Folat bei Menschen über 60 das Risiko für einen alterbedingten Verlust der Hörfähigkeit reduzieren könnte (29).

Weitere potentielle Vorzüge

Eine Supplementation mit Folsäure wurde mit folgenden Vorzügen in Verbindung gebracht:

  • Diabetes: Folat basierte Supplements könnten dabei helfen die Blutzuckerkontrolle zu verbessern, eine Insulinresistenz zu reduzieren und bei Diabetikern die cardiovaskulare Funktion zu verbessern. Diese Supplements könnten außerdem dabei helfen Diabetes Komplikationen inklusive Neuropathie zu reduzieren (30, 31).
  • Fruchtbarkeit: Eine höhere Zufuhr von Folat (mehr als 800 mcg pro Tag) wird bei Frauen, die sich einer künstlichen Befruchtung unterziehen, mit einer höheren Rate von erfolgreichen Geburten in Verbindung gebracht. Eine adäquate Zufuhr ist außerdem für die Qualität der Eizellen, deren Implantation und deren Reifung essentiell (32).
  • Entzündungen: Es konnte gezeigt werden, dass Folsäure und Folat Supplements Entzündungsmarker inklusive C-reaktive Proteine bei unterschiedlichen Populationen reduzieren konnten (33).
  • Reduzierung der Nebenwirkungen von Medikamenten: Folat basierte Supplements könnten dabei helfen, das Auftreten von Nebenwirkungen bestimmter Medikamente inklusive Methotrexate – ein Immunsuppresivum, das zur Behandlung rheumatischer Arthritis, Schuppenflechte und bestimmte Arten von Krebs eingesetzt wird – zu reduzieren (34).

Diese Liste ist nicht allumfassend und es gibt viele weitere Gründe für eine Verwendung Folat basierter Supplements wie Folsäure.

Vorkommen

Folsäure ist überwiegend in Blattgemüse und in Rinder-, Schweine- und Kalbsleber enthalten. Im Gemüse finden sich besonders hohe Konzentrationen in Bohnen, Kopfsalat, Spargel, Spinat und Weißkohl.

Mangelsymptome

Erste Symptome eines Folsäuremangels sind Veränderungen der Zellteilung - eine Störung der DNS Synthese. Auch Magen- und Darmschleimhautveränderungen können auftreten. In Folge dieser Veränderungen kommt es zu Durchfällen und einer negativ beeinflussten Aufnahme der Nährstoffe.

Meist zeigt sich ein Folsäuremangel aber durch:

  • depressive Verstimmungen,
  • erheblichen Leistungsabfall
  • Schlaflosigkeit,
  • psychische Störungen und
  • Vergesslichkeit.

Folgen eines Folsäuremangels können ernsthafte Gesundheitsprobleme inklusive megaloblastischer Anämie, einem erhöhten Risiko für Herzkrankheiten und Geburtsdefekte umfassen (35).

Ein Folsäuremangel kann mehrere Ursachen haben, zu den auch folgende gehören:

  • Eine unzureichende Zufuhr über die Nahrung
  • Erkrankungen oder Operationen, welche die Folsäure Absorption im Verdauungstrakt beeinträchtigen inklusive Zöliakie, Magenbypass und Kurzdarmsyndrom
  • Zu wenig Magensäure, was auch durch die Einnahme von Magensäureblockern zustande kommen kann
  • Medikamente die die Aufnahme von Folsäure blockieren inklusive Methotrexat und Sulfasalazin
  • Alkoholismus
  • Schwangerschaft
  • Hämolytische Anämie
  • Dialyse

Nebenwirkungen von Folsäure und Vorsichtsmaßnahmen

Anders als natürlich in der Nahrung vorkommende Folat Verbindungen können Supplementformen in hohen Dosierungen unerwünschte Nebenwirkungen hervorrufen.

Andauernde hohe Zufuhren können zur Bildung von Folacinkristallen in den Nieren führen. Dosierungen über 1500mcg können Magen-/Darm-probleme verursachen. Eine hohe Zufuhr von Folsäure in Form von Supplements kann zu hohen Blutspiegeln nicht verstoffwechselter Folsäure führen.

Einige Studien haben höhere Folsäurespiegel bei Frauen nach der 14. Schwangerschaftswoche mit einem höheren Risiko für Autismus und negativen Auswirkungen auf die neurokognitive Entwicklung bei neugeborenen Kindern in Verbindung gebracht (36, 37). Dies konnte jedoch nur bei Doserungen von mehr als 400 mcg Folsäure pro Tag beobachtet werden.

Hohe Dosierungen Folsäure können außerdem einen bestehenden Vitamin B12 Mangel maskieren, da sie eine megaloblastische Anämie, die bei einem Vitamin B12 Mangel beobachtet werden kann, korrigieren. Eine Supplementation mit Folsäure kann jedoch nicht die neurologischen Schäden verhindern, die bei einem Vitamin B12 Mangel zustande kommen. Dies hat zur Folge, dass ein Vitamin B12 Mangel so lange unentdeckt bleiben kann, bis neurologische Symptome auftreten.

Bei älteren Menschen konnte beobachtet werden, dass eine Supplementierung mit hohen Dosierungen von Folsäure bei niedrigen Vitamin B12 Spiegeln die alterbedingte Abnahme der mentalen Fähigkeiten beschleunigen kann (38).

Darüber hinaus haben mehrere Studien gezeigt, dass hohe Dosierungen von supplementierter Folsäure die Immunfunktion durch eine Reduzierung der Aktivität von Immunzellen reduzieren können (39).

Ein Review von 10 Studien fand außerdem eine grenzwertig signifikante Erhöhung des Auftretens von Prostatakrebs bei Menschen, die Folsäure supplementierten (40).

Folsäure Supplements sollten nicht an Kleinkinder unter einem Jahr verabreicht werden, so lange dies nicht durch einen Arzt angeordnet wurde (6).

Interaktionen

Folsäure Supplements können mit einigen Medikamenten interagieren (6):

  • Methotrexat: Methotrexat ist ein Medikament zur Behandlung von Autoimmunerkrankungen und bestimmten Arten von Krebs.
  • Epilepsie Medikamente: Folsäure kann die Wirkung von Medikamenten wie Dilantin, Carbatrol und Depacon beeinflussen.
  • Sulfasalazin: Sulfasalazin wird zur Behandlung von Colitis Ulcerosa verwendet. Bei der Einnahme eines dieser Medikamente sollte eine Folsäure Supplementation mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Bedarf

Der Bedarf liegt bei 0,3 mg Folsäure pro Tag. Die DGE geht bei dieser Empfehlung von einer Verteilung von Folsäure-Poly- und -Mono-Glutamaten im Verhältnis von 60:40 aus. Die Bioverfügbarkeit wird dabei mit 20% bei Polyglutamaten und 100% bei Monoglutamaten angenommen. Zusätzlich räumte die DGE bei dieser Angabe noch einen Sicherheitszuschlag von 50% ein.

Die Beteiligung von Folsäure an der Zellteilung erhöht den Bedarf des Vitamins bei schwangeren und stillenden Frauen. Schwangere benötigen nach Angaben des National Research Council, USA 0,4 mg und Stillende 0,26 bis 0,28 mg Folate pro Tag.

Bedarf im Sport

400-1000mcg pro Tag, mehrmals täglich zu den Mahlzeiten einnehmen.

Referenzen:

  1. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11390184
  2. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18825727
  3. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/1887065
  4. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/1119420
  5. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16098728
  6. https://ods.od.nih.gov/factsheets/Folate-HealthProfessional/
  7. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6283543/
  8. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK535377/
  9. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/24365361/
  10. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6664218/
  11. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/29255930/
  12. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4909909/
  13. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/28759846/
  14. https://journals.sagepub.com/doi/full/10.1177/0269881118756060?url_ver=Z39.88-2003&rfr_id=ori:rid:crossref.org&rfr_dat=cr_pub%20%200pubmed
  15. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/29785555/
  16. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3026708
  17. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/27528407/
  18. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24052465
  19. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10852611
  20. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11169020
  21. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18950248
  22. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23848107
  23. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2697578/
  24. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3991512/
  25. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17548697
  26. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12163694
  27. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12163145
  28. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26433946
  29. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2853884/
  30. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/29501221/
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  32. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4172634/
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  37. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/28724645/?dopt=Abstract
  38. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/24246419/
  39. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/28724658/
  40. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3278486/

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