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Erythritol

Erythritol

Wie Zucker, nur ohne die Kalorien?

Der kalorienarme Süßstoff Erythritol scheint zu gut zu sein, um wahr zu sein. Er besitzt keine unerwünschten Nebenwirkungen und schmeckt fast genauso wie Zucker – nur ohne die Kalorien. Im Grunde genommen besitzt Erythritol all die Vorzüge von Zucker, ohne irgendwelche der Nachteile von Zucker zu besitzen, auch wenn einige Veröffentlichungen in den Medien die Vorzüge von Erythritol in Frage stellen.

Dieser auf wissenschaftlichen Untersuchungen basierende Artikel betrachtet die Vorzüge und die möglichen Nebenwirkungen von Erythritol.

Was ist Erythritol?

Erythritol gehört zu einer Klasse von Verbindungen, die als Zuckeralkohole bezeichnet werden. Nahrungsmittelproduzenten verwenden viele unterschiedliche Zuckeralkohole. Diese umfassen Xylithol, Sorbitol und Maltitol. Die meisten hiervon dienen als kalorienarme Süßungsmittel in zuckerfreien oder zuckerarmen Nahrungsmitteln.

Die meisten Zuckeralkohole finden sich in geringen Mengen auch in der Natur – insbesondere in Obst und Gemüse – wieder. Die Art und Weise, auf die diese Moleküle strukturiert sind, gibt ihnen die Fähigkeit, die Rezeptoren für Süßes auf unserer Zunge zu stimulieren.

Erythritol scheint sich deutlich von anderen Zuckeralkoholen zu unterscheiden. Dies beginnt damit, dass Erythritol deutlich weniger Kalorien enthält:

  • Tafelzucker: 4 kcal pro Gramm
  • Xylitol: 2,4 kcal pro Gramm
  • Erythritol: 0,24 kcal pro Gramm

Bei nur etwa 6% der Kalorien von Zucker besitzt Erythritol etwa 70% der Süßkraft von Zucker. Bei einer Produktion im großen Stil entsteht Erythritol, wenn ein bestimmter Typ von Hefe Glukose aus Mais- oder Weizenstärke fermentiert.

  • Zusammenfassung: Erythritol ist ein Zuckeralkohol, der als kalorienarmer Süßstoff verwendet wird. Erythritol liefert etwa 6% der Kalorien, die sich in der gleichen Menge Zucker wiederfinden.

Ist Erythritol sicher und unbedenklich?

Alles in allem scheint Erythritol sehr sicher zu sein. Es wurden zahlreiche Studien mit Tieren durchgeführt, die Toxizität und Auswirkungen auf den Stoffwechsel untersucht haben. Trotz einer langfristigen Verfütterung großer Mengen von Erythritol konnten hierbei keine ernsthaften Nebenwirkungen beobachtet werden (1, 2).

Die meisten Zuckeralkohole besitzen jedoch einen großen Nachteil – sie können Verdauungsprobleme hervorrufen. Aufgrund ihrer chemischen Struktur kann Dein Körper diese Zuckeralkohole nicht verdauen und sie passieren den Verdauungstrakt nahezu unverändert, bis sie in Deinen Darm gelangen. Im Darm werden sie dann von dort ansässigen Darmbakterien fermentiert, wobei Gase entstehen.

Demzufolge kann der Verzehr großer Mengen von Zuckeralkoholen Blähungen und Verdauungsstörungen hervorrufen. Zuckeralkohole gehören zu einer Kategorie von Ballaststoffen, die als FODMAPs bekannt sind.

Erythritol unterscheidet sich jedoch von anderen Zuckeralkoholen, da der größte Teil des verzehrten Erythritols in den Blutkreislauf aufgenommen wird, bevor es den Darm erreicht (3). Hiernach zirkuliert es eine Zeit lang im Blutkreislauf, bis es letztendlich unverändert über den Urin wieder ausgeschieden wird (4).

Auch wenn Erythritol keine ernsthaften Nebenwirkungen besitzt, kann der Verzehr großer Mengen unter Umständen Verdauungsprobleme hervorrufen, wie im nächsten Abschnitt noch näher erklärt wird.

  • Zusammenfassung: Der größte Teil des Erythritols, dass Du isst, wird in den Blutkreislauf aufgenommen und über den Urin ausgeschieden. Erythritol scheint ein exzellentes Sicherheitsprofil aufzuweisen.

Erythritol Nebenwirkungen

Etwa 90% des Erythritols, das Du isst, wird in den Blutkreislauf aufgenommen, während die verbleibenden 10% unverdaut in den Darm gelangen. Anders als die meisten anderen Zuckeralkohole scheint Erythritol resistent gegenüber einer Fermentierung durch Darmbakterien zu sein (4). Studien, bei denen bis zu 1 Gramm Erythritol pro Kilogramm Körpergewicht verzehrt wurden, zeigen, dass dieser Zuckeralkohol gut verträglich ist (5, 6). Eine Studie, bei der 50 Gramm Erythritol auf einmal verzehrt wurden, zeigte jedoch, dass hierdurch das Risiko für Übelkeit und Magengrummeln stieg (7). Solange Du keine großen Mengen an Erythritol auf einmal zu Dir nimmst, ist es unwahrscheinlich, dass es zu Verdauungsproblemen kommt. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass die Erythritol Empfindlichkeit von Person zu Person variieren kann.

  • Zusammenfassung: Etwa 10% des verzehrten Erythritols wird nicht in den Blutkreislauf aufgenommen und gelangt in den Darm. Aus diesem Grund können hohe Dosierungen von Erythritol Verdauungsprobleme hervorrufen.

Erythritol erhöht die Blutzucker- und Insulinspiegel nicht

Menschen verfügen nicht über die Enzyme, die benötigt werden, um Erythritol aufzubrechen. Es wird in den Blutkreislauf aufgenommen und unverändert über den Urin ausgeschieden. Wenn gesunde Menschen Erythritol verabreicht bekommen, können keine Veränderungen der Blutzuckerspiegel oder der Insulinspiegel beobachtet werden. Es gibt auch keine Auswirkungen auf Cholesterinspiegel, Triglyzeridspiegel oder andere Biomarker (8).

Aus diesem Grund scheint Erythritol für Menschen, die unter Diabetes oder anderen Problemen, die mit dem metabolischen Syndrom in Verbindung stehen, leiden, eine exzellente Alternative zu Zucker darzustellen.

  • Zusammenfassung: Erythritol erhöht die Blutzuckerspiegel nicht. Dies macht Erythritol zu einem perfekten Zuckerersatz für Menschen, die unter Diabetes leiden.

Erythritol könnte das Risiko für Herzkrankheiten reduzieren

Studien, die mit diabetischen Ratten durchgeführt wurden, zeigen, dass Erythritol als Antioxidans agiert und möglicherweise Beschädigungen der Blutgefäße reduzieren kann, die durch hohe Blutzuckerspiegel hervorgerufen werden (9).

Eine andere Studie, die mit 24 Erwachsenen durchgeführt wurde, die unter Diabetes vom Typ 2 litten und einen Monat lang täglich 36 Gramm Erythritol zu sich nahmen, zeigte eine Verbesserung der Funktion der Blutgefäße, was potentiell das Risiko für Herzkrankheiten reduzieren könnte (10). Erythritol ist jedoch nicht frei von Kontroversen. Eine Studie brachte hohe Erythritol Blutspiegel mit einer Zunahme an Körperfett bei Erwachsenen in Verbindung (11).

Zusammenfassend bedarf es weiterer Studien, bevor eindeutige Aussagen zur Relevanz dieser Studien getroffen werden können.

  • Zusammenfassung: Erythritol agiert als Antioxidans und könnte bei Menschen, die unter Diabetes vom Typ 2 leiden, die Funktion der Blutgefäße verbessern. Diese Vorzüge könnten potentiell das Risiko für Herzkrankheiten reduzieren, wobei es diesbezüglich weiterer Studien bedarf.

Fazit

Alles in allem scheint Erythritol ein exzellenter Süßstoff zu sein.

  • Er enthält fast keine Kalorien.
  • Es besitzt 70% der Süßkraft von Zucker.
  • Er erhöht weder Blutzucker- noch Insulinspiegel
  • Humanstudien zeigen nur sehr wenige Nebenwirkungen, die hauptsächlich geringfügige Verdauungsprobleme bei einigen Menschen umfassen.
  • Studien mit Tieren, denen über einen längeren Zeitraum massive Mengen an Erythritol verfüttert wurden, zeigten keine schädlichen Nebenwirkungen.

Gesundheitsbewusste Menschen verwenden häufig Stevia oder Honig, um ihre Speisen zu süßen. Honig liefert jedoch Kalorien und enthält Fruktose und viele Menschen mögen den Nachgeschmack von Stevia nicht. Erythritol, scheint das Beste aus beiden Welten zu liefern.

Referenzen:

  1. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/8933643
  2. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/9862657
  3. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/8457525
  4. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16277764
  5. https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0273230096901105
  6. https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/027153179600036X
  7. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16988647
  8. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/8039489
  9. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19632091
  10. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24366423
  11. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28484010

https://www.healthline.com/nutrition/erythritol

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