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Cystein Glutathion

Cystein und Cystin sind nicht essentielle Aminosäuren, die ineinander umgewandelt werden können. Cystein wird im menschlichen Körper aber meist aus Serin und Methionin gebildet. 1810 wurde zunächst Cystin aus einem Urinstein, viele Jahre später auch aus Horngewebe isoliert. 1884 wurde Cystin zu Cystein reduziert. Die Strukturen beider Aminosäuren wurden 1903/1904 nachgewiesen. Cystein ist wie Methionin und Taurin eine schwefelhaltige Aminosäure mit antioxidativer Wirkung und kommt vorwiegend in tierischen Proteinen vor. Bei Säugetieren ist nur die L-Form von Cystein an der Biosynthese beteiligt. Cystein kommt besonders reichhaltig in den Proteinen von Haut und Haaren vor. Es kann zur Aminosäure Taurin umgewandelt werden, das für die Nerven, die Verdauung und das Herz-Kreislauf-System wichtig ist. Die schwefelhaltige Aminosäure Glutathion wurde zuerst als Teil der Hefe beschrieben. Die Struktur als schwefelhaltiges Tripeptid wurde 1935 aufgeklärt. In der Leber wird aus Glutaminsäure, Glycin und Cystein Glutathion, eines der wichtigsten Antioxidantien im Körper, gebildet. Die synthetisierte Menge hängt dabei von der Cysteinzufuhr aus der Nahrung ab. Glutathion ist in fast allen Körperzellen in hoher Konzentration vorhanden, wobei sich das aktive, reduzierte Glutathion zusammen mit Glutathion-Disulfid im Gleichgewicht befindet.

Cystein und Glutathion haben wichtige Funktionen im Körper
Cystein hat antioxidative Fähigkeiten und kann die toxischen Wirkungen von Medikamenten und Chemikalien verringern. Es trägt zur Synthese der Zellmembranen (Zellwände) ebenso wie zu ihrer Regeration bei. Zusammen mit der Pantothensäure (B-Vitamin) trägt Cystein dazu bei, dass wichtige Fettsäuren für die Zellwände und für Myelin (Teil der Nervenmarkscheide) gebildet werden. Es ist außerdem ein Teil der strukturellen Proteine des Bindegewebes und festigt diese Gewebe.
Glutathion wird für viele Prozesse im Stoffwechsel genutzt. Es unterstützt die Strukturen von Körperproteinen und hilft beim Transport von Aminosäuren durch die Zellmembranen (Zellwände). Glutathion spielt eine besonders wichtige Rolle im antioxidativen Verteidigungssystem des Körpers. Es entfaltet seine Wirkung zusammen mit dem selenhaltigen Enzym Glutathionperoxidase. Glutathion kann freie Radikale entgiften und oxidiertes Vitamin C und E wieder so aufbereiten, dass der Körper diese Vitamine erneut nutzen kann. Die aktive, reduzierte Form von Glutathion ist relativ instabil, vor allem bei oxidativem Stress wird es schnell verbraucht. Glutathion ist weiterhin für das Immunsystem wichtig, das gilt speziell für die Reproduktion von Lymphozyten. Es trägt dazu bei, dass Leukotriene (Vermittlerstoffe) gebildet werden, die beispielsweise bei Entzündungen die Funktionen der Leukozyten (weiße Blutkörperchen) und andere Immunreaktionen steuern. Glutathion kann außerdem der Leber helfen, eine Reihe von Chemikalien und Schadstoffen zu entgiften, das gilt beispielsweise für das Schwermetall Cadmium. Glutathion trägt weiter zur Reparatur von DNS-Schäden bei.

 

Die Hauptlieferanten von Cystein und Glutathion

Die in Lebensmitteln vorkommenden Cysteinmengen sind schwer zu bestimmen. Da Methionin ein Vorläufer von Cystein ist, wird der Gehalt dieser beiden schwefelhaltigen Aminosäuren meist zusammen angegeben.
Eine Reihe von Obst und Gemüsen enthalten natürliches Glutathion, dazu gehören Avocados, Wassermelonen, Spargel, Kartoffeln, Orangen, Tomaten, Broccoli, Zucchini und Spinat. Limonen ist ein Terpenkohlenwasserstoff, der in einigen Pflanzen vorkommt. Er kann die Körpersynthese eines Glutathion-haltigen Enzyms fördern, das antioxidative Fähigkeiten hat. Dieses trägt dazu bei, chemische Stoffe zu entgiften. Limonen kommt in Kirschen, Sellerie, Fenchel sowie in Soja- und Weizenprodukten vor.

 

* Methionin ist der Vorläufer von Cystein, letzteres ist in Lebensmitteln nur schwer zu bestimmen. Daher wird der Gehalt dieser beiden schwefelhaltigen Aminosäuren meist zusammen angegeben.

 

Typische Gruppen für einen Mehrbedarf an Cystein und Glutathi

Bei einigen Belastungen und Krankheiten kann ein erhöhter Bedarf an Cystein und/oder Glutathion entstehen. Das gilt vor allem für alle Altersprozesse, für chronische Krankheiten und allgemein für ein schwaches Immunsystem. Im Alter nimmt Glutathion in den Zellen stark ab, was Abbauprozesse beschleunigen kann. Cystein und Glutathion können vor allem durch ihre antioxidativen Wirkungen Altersprozesse verlangsamen, da sie die DNS vor den Schäden durch freie Radikale schützen können. Mit zunehmendem Alter sinkt auch der Gehalt von Glutathion in den Augenlinsen. Als Folge steigen die Anfälligkeit für oxidative Schäden durch UV-Licht und das Risiko für den Katarakt (grauer Star). Cystein kann zur Vorbeugung gegen altersbedingte Augenschäden eingesetzt werden. Zusammen mit Pantothensäure kann Cystein bei arthritischen Krankheiten, rheumatischen Gelenkentzündungen und Osteoarthritis, helfen. Cystein und Glutathion können die schädlichen Wirkungen von Medikamenten, Schwermetallen, Bakteriengiften, peroxidierten Fetten und Luftverschmutzungen verringern. Bei einem hohen Alkoholkonsum wird vermehrt Acetaldehyd als Abbauprodukt von Äthanol (Alkohol) gebildet. Cystein und Glutathion können die toxischen Wirkungen von Acetaldehyd vermindern. Bei schweren Leberkrankheiten und bei Zirrhosen wird die Cysteinbildung gestört. Ergänzungen können die niedrigen Cysteinspiegel erhöhen. Eine bestimmte Form des Cysteins, das N-Acetylcystein, kann vor allem bei Atemwegserkrankungen, beispielsweise bei Bronchitis und Asthma, den Schleim in den Bronchien lösen und verdünnen. Gaben von N-Acetylcystein können das Abhusten des Schleims erleichtern, das gilt im übrigen auch bei Rauchern. Normalerweise enthalten die Innenwände des Magens relativ viel Glutathion, das vor Schäden durch die Magenflüssigkeit schützt. Besteht die Neigung zu entzündlichen Magenbeschwerden, können Cystein und Glutathion diesen Schutz verstärken und Entzündungen und Geschwüren im Magen vorbeugen. In einigen Fällen von zu starkem Haarausfall und Glatzenbildung sind die Cysteinvorkommen im Haar zu gering. Gaben von Cystein können dann die Haargesundheit fördern.

 

Der Bedarf an Cystein und Glutathion kann bei folgenden Beschwerden und Krankheiten erhöht sein

  • bei belastenden Altersprozessen und chronischen Krankheiten
  • bei schweren Leberkrankheiten
  • bei Atemwegserkrankungen, z.B. Bronchitis, Sinusitis, Asthma
  • bei Arthritis
  • bei einem schwachen Immunsystem
  • bei toxischer Belastung, z.B. durch Medikamente, Schwermetalle etc.
  • bei grauem Star (Katarakt)
  • evtl. bei Haarausfall, Glatzenbildung
  • bei hohem Alkoholkonsum

 

Wenn Cystein und Glutathion im Körper fehlen oder übermäßig vorhanden sind

Mängel an Cystein und Glutathion können viele Prozesse im Körper beeinflussen. Betroffen sind vor allem die Zellbildung und -erneuerung, das Immunsystem und die Strukturen des Bindegewebes. Bei den genannten Erkrankungen und Belastungen sind die Spiegel von Cystein und Glutathion meist verringert, und es werden erhöhte Mengen an diesen beiden Aminosäuren benötigt. Zu beachten ist, dass hohe Dosen von Cystein durch die Verbindung zweier Cysteinmoleküle zur Aminosäure Cystin umgewandelt werden können. Sind die Cystinspiegel im Urin dauerhaft erhöht, steigen die Risiken, dass sich Nieren- oder Harnsteine bilden können. Die Cystinurie und die Cystinosis sind erbliche Stoffwechselkrankheiten, wobei Cystin vermehrt ausgeschieden bzw. im Körper angereichert wird. Bei beiden Krankheiten werden die Nierenfunktionen schwer beeinträchtigt.

 

Kann man Cystein und Glutathion überdosieren oder gibt es Nebenwirkungen?

Von Cystein, N-Acetylcystein und Glutathion sind keine Interaktionen mit Medikamenten und anderen Nährstoffen bekannt. Diabetiker sollten Cystein aber nur unter ärztlicher Kontrolle einsetzen. Hohe Dosen können die Wirkungen von Insulin hemmen und entsprechend die Kontrolle des Blutzuckers bei Diabetikern verschlechtern. Bei längerem Gebrauch von N-Acetylcystein, über einen Monat hinaus, sollte ein Aminosäuren-Komplex zusätzlich eingenommen werden, um die ausgewogene Versorgung mit allen Aminosäuren zu gewährleisten. N-Acetylcystein erhöht bei längerem Gebrauch die Ausscheidung von Kupfer im Urin. Dies kann durch die zusätzliche Ergänzung von Kupfer und Zink ausgeglichen werden. Hohe Dosen können eventuell Magen-Darm-Probleme verursachen und beispielsweise zu Erbrechen führen. Schwangere Frauen sollten Cystein-Präprate nicht einnahmen, da Studien über die Wirkungen bisher fehlen. L-Cystin hat im Vergleich zu Cystein keine antioxidativen Fähigkeiten und kann die Risiken für Nierensteine erhöhen. Daher wird die Anwendung von L-Cystin in der Regel nicht empfohlen.

 

Der tägliche Bedarf an Cystein und Glutathion

Der tägliche Bedarf an Cystein und Methionin beträgt bei gesunden Erwachsenen 13 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht. Für Glutathion ist der tägliche Bedarf nicht bestimmt.

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