SUBSTANZEN Es gibt zurzeit 1008 Substanzen

Es wurden keine Übereinstimmungen gefunden. Bitte versuchen Sie es mit einem anderen Begriff.

Commiphora Mukul

Guggulu (Commiphora mukul), manchmal auch Guggul oder Indische Myrrhe genannt, besitzt in der asiatischen Heilslehre des Ayurveda eine lange Tradition. Sein Harz wurde zu unterschiedlichen Behandlungszwecken verwendet, von der Arthritis über Hautentzündungen und Knochenentzündungen bis zu Fettstoffwechselstörungen und Übergewicht. In klassischen Ayurveda-Schriften wie dem Atharva Veda und dem Sushrutasamhita wird von der Myrrhepflanze geradezu geschwärmt. Jüngere Forschungsberichte belegen, dass sie auch aus Sicht der wissenschaftlichen Medizin viel zu bieten hat...


Botanische Merkmale

Guggulu zählt zu den Myrrhegewächsen. Er wächst in Nordindien, Pakistan und Bangladesch. Typisch für ihn ist seine aschfarbene Rinde, die sich in kleinen Rollen vom Stamm abpellt. Therapeutisch genutzt wird das Gugguluharz. Es wird geerntet, indem man vom Fuß des Baumstamms etwas Rinde abschält und dort einen Schnitt setzt. An dieser Stelle läuft dann das Harz heraus, um wenig später zu bräunlich-gelben Tropfen zu gerinnen. Diese Tropfen werden dann einfach vom Baumstamm abgekratzt.

Die Guggulu-Ernte beginnt im November und dauert bis Ende Januar. Ein Baum liefert etwa 1 Kilogramm Harz. Das regelmäßige „Anzapfen“ schadet den Bäumen übrigens nicht.


Die Wirkungen* Typische Guggulu-Wirkstoffe

Hauptwirkstoffe von Guggulu sind seine Steroide, die so genannten Guggulsterone. Diese Stoffe machen den großen Unterschied aus zwischen Commiphora mukul und allen anderen Commiphora (=Myrrhe)-Gewächsen. Fast wäre man versucht, aufgrund dessen sogar von einer eigenständigen Art zu sprechen, doch rein äußerlich erinnert Guggulu durchaus an die Myrrhepflanzen, die man auch aus unseren Breiten kennt. Zwei der Guggulsterone scheinen für die cholesterin- und gewichtsreduzierenden Wirkungen des Harzes verantwortlich zu sein, nämlich die E- und die Z-Guggulsterone. Dass sie in den Fettstoffwechsel eingreifen ist mittlerweile wissenschaftlich gut dokumentiert. Über ihre genauen Wirkungsmechanismen herrscht hingegen noch keine Klarheit. Einige Laborexperimente weisen darauf hin, dass Guggulsterone über ihren Einfluss auf die Gallenflüssigkeit die Fettaufnahme reduzieren. Möglich ist aber auch, dass sie direkt die Arbeit der Schilddrüse anregen und damit gewissermaßen den „hormonellen Fettabbau“ anregen. In einer weiteren Laborstudie wurde außerdem festgestellt, dass Guggulu bestimmte Rezeptoren in der Leber sensibilisiert und sie auf diese Weise davon „überzeugt“, mehr LDL-Cholesterin aus dem Körper zu ziehen.


Frühe wissenschaftliche Erkenntnisse

Die erste Arbeit zu Guggulu und seinem Einfluss auf den Fettstoffwechsel erschien im Jahre 1966: eine Dissertationsschrift an der Banaras Hindu Universität in Indien, ihr Autor war ein junger Forscher namens Satyavati. Er hatte in den alten Ayurveda-Schriften geblättert und dabei festgestellt, dass dort schon auf einen Zusammenhang zwischen Übergewicht und Arteriosklerose hingewiesen wurde, obwohl man damals noch gar nicht die technischen Apparaturen zu solchen Erkenntnissen besaß. Die ayurvedischen Ärzte hatten aber beobachtet, dass sich bei Patienten, denen Gugguluharz verabreicht wurde, nicht nur der Zustand der Blutgefäße, sondern auch ihr Übergewicht verbesserte. Guggulu war also der Schlüssel, durch den sie Blutgefäßerkrankungen und Übergewicht in Verbindung brachten. Für Satyavati Grund genug, sich näher mit dieser Pflanze zu beschäftigen.

Und so stellte er denn auch konkrete Versuche zu Guggulu an. Er verwendete dazu Kaninchen, die unter Übergewicht und einem erhöhten Cholesterinspiegel litten. Beide Probleme ließen sich, wie der junge Forscher beobachtete, mit Hilfe von Gugguluharz in den Griff bekommen. Darüber hinaus sank bei den Tieren das Risiko, an Herzinfarkt und anderen Folgeerkrankungen von Arteriosklerose zu erkranken.
Satyavatis Erkenntnisse beeindruckten auch andere Forscher, Guggulu fand nun den Weg in groß angelegte Forschungsprojekte. Und das nicht nur an Tieren, sondern auch an Menschen.


Wirkungsvolle Cholesterin- und Fettbremse

Laut einer aktuellen Studie des UT Southwestern Medical Centers in Dallas blockiert Guggulu den so genannten Famesoid-X-Rezeptor, der im Cholesterinhaushalt des Menschen eine zentrale Rolle spielt. Die „Anti-Fett-Wirkung“ von Gugguluharz ist klinisch vielfach belegt. Demnach führt eine tägliche Dosis von 10 bis 15 g nach drei Monaten im Blut zu einer Cholesterinsenkung von bis zu 25 und zu einer Triglyzeridsenkung von bis zu 30 Prozent. Die ersten Verbesserungen am Blutfettspiegel treten nach etwa 2 Wochen ein.

Ermutigende Ergebnisse, die schließlich auch dazu führten, Guggulu doch einmal mit dem etablierten Cholesterinsenker Clofibrat zu vergleichen. Das Ergebnis: das pflanzliche Medikament steht dem synthetischen in seiner Wirkung auf den Blutfettspiegel keineswegs nach. Nicht umsonst werden Guggulsterone in Indien schon länger standardmäßig dazu eingesetzt, Fettstoffwechselstörungen zu behandeln.


Gewichtsreduktion

Die bemerkenswerteste Studie zu Guggulu und seinen Einfluss auf das Körpergewicht stammt aus dem Jahre 1995, sie wurde am Swami Prakashananda Ayurveda Research Centre in Bombay durchgeführt. Hier wurden 58 übergewichtige Patienten in zwei Gruppen eingeteilt: die eine wurde dazu angehalten, sich kalorienarm zu ernähren und 30 Minuten täglich einen strammen Spaziergang zu machen, die andere Gruppe erhielt zusätzlich ein Gugguluextrakt. Nach 30 Tagen zeigte sich in beiden Gruppen eine deutliche Gewichtsreduktion. Die Guggulu-Patienten hatten jedoch um durchschnittlich 0,6 kg mehr an Körpermasse verloren, und die über 90 kg schweren unter ihnen zeigten sogar Gewichtsverluste, die um 2,25 kg höher waren als in der einen Diät- und Spaziergängergruppe.
Dieses Ergebnis belegt, wie wirkungsvoll uns Guggulu beim Abspecken unterstützen kann. Eines sollte jedoch nicht vergessen werden: Guggulu wurde in der Bombay-Studie nicht solo, sondern im Rahmen eines Bewegungs- und Diätprogramms eingesetzt. Seine große Stärke liegt also offenbar darin, diese beiden klassischen Methoden zur Gewichtsreduktion zu unterstützen. Ein Mittel, um trotz aller Ernährungssünden an Gewicht zu verlieren, ist es jedoch nicht. Darin liegt jedoch keinesfalls eine Schwäche von Guggulu, sondern seine besondere Seriosität. Denn er kommt nicht als Wundermittel daher - nach dem Motto: „Essen Sie wie bisher, und verlieren Sie trotzdem 10 kg in vier Wochen!“ - , sondern als ein pflanzliches Medikament, das uns im Rahmen des Machbaren dabei unterstützen kann, unsere Gewichtsprobleme in den Griff zu bekommen.

Mögliche Nebenwirkungen

Guggulu ist ausgesprochen arm an Nebenwirkungen, vor allem seine Extrakte besitzen eine ausgesprochen gute Verträglichkeit. Ganz selten wurden Hautausschlag, Kopfschmerzen, Aufgeregtheit, Durchfall und Magenverstimmungen beobachtet, und auch die nur über einen kurzen Zeitraum. Leber- und Nierenfunktionen, Blutzucker und Blutbild werden durch Guggulu - im Unterschied zu vielen anderen Cholesterinsenkern - nicht negativ beeinflusst.

Bedarf im Sport

Für den Sportler, besonders für Bodybuilder, sind Guggulsterones als effektives, diätunterstützendes Mittel interessant. Die Umwandlung von T4 in T3 wird trotz Kalorienreduktion nicht so stark gedrosselt, wenn Guggulsterone eingenommen wird. Nach den Berichten von Bodybuilder scheint die gleichzeitige Einnahme der Ephedrin/Coffein-Kombination und Guggulsteronen den Fettabbau geradezu dramatisch zu beschleunigen. Viele Sportler vergleichen die Wirkung mit der von Clembuterol, kombiniert mit niedrig dosierten synthetischen Schilddrüsenhormonen. Ein weiteres Einsatzgebiete für Guggulsterone ist Akne, wo diese sogar eine bessere Wirkung zeigten als Tetracyclin, ein Antibiotikum, das häufig zur Behandlung dieser Hauterkrankungen eingesetzt wird.

Die richtige Dosierung hängt davon ab, wie hoch der jeweilige Guggulsteron-Gehalt einer Zubereitung ist. Für die Behandlung von Übergewicht und Fettstoffwechselstörungen werden gemeinhin 70-90 mg Guggulsterone empfohlen, verteilt auf drei Portionen pro Tag. Für die üblichen Extrakte (mit 5 % Gehalt an Guggulsteronen) bedeutet dies umgerechnet dreimal 500-600mg täglich. Die meisten Athleten verwenden Gugglusterone während der gesamten Diätphase, also bis drei Monaten, ohne nennenswerte Wirkungsverlust oder Probleme.


Referenzen

  1. Kimura I, Yoshikawa M, Kobayashi S, Sugihara Y, Suzuki M, Oominami H, Murakami T, Matsuda H, Doiphode VV. New triterpenes, myrrhanol A and myrrhanone A, from guggul-gum resins, and their potent anti-inflammatory effect on adjuvant-induced air-pouch granuloma of mice. Bioorg Med Chem Lett 2001 Apr 23;11(8):985-9
  2. Panda S, Kar A. Gugulu (Commiphora mukul) induces triiodothyronine production: possible involvement of lipid peroxidation. Life Sci 1999;65(12):PL137-41
  3. Bhatt AD, Dalal DG, Shah SJ, Joshi BA, Gajjar MN, Vaidya RA, Vaidya AB, Antarkar DS. Conceptual and methodologic challenges of assessing the short-term efficacy of Guggulu in obesity: data emergent from a naturalistic clinical trial. J Postgrad Med 1995 Jan-Mar;41(1):5-7
  4. Koppeschaar HP, Meinders AE, Schwarz F. The effect of a low-calorie diet alone and in combination with triiodothyronine therapy on weight loss and hypophyseal thyroid function in obesity. Int J Obes 1983;7(2):123-31
  5. Beg M, Singhal KC, Afzaal S. A study of effect of guggulsterone on hyperlipidemia of secondary glomerulopathy. Indian J Physiol Pharmacol 1996 Jul;40(3):237-40
  6. Singh RB, Niaz MA, Ghosh S. Hypolipidemic and antioxidant effects of Commiphora mukul as an adjunct to dietary therapy in patients with hypercholesterolemia. Cardiovasc Drugs Ther 1994 Aug;8(4):659-64
  7. Nityanand S, Srivastava JS, Asthana OP. Clinical trials with gugulipid. A new hypolipidaemic agent. J Assoc Physicians India 1989 May;37(5):323-8
  8. Urizar NL, Moore DD. Gugulipid: A Natural Cholesterol-Lowering Agent. Annu Rev Nutr 2003 Feb 26
  9. Meselhy MR. Inhibition of LPS-induced NO production by the oleogum resin of Commiphora wightii and its constituents. Phytochemistry 2003 Jan;62(2):213-8
  10. Kimmatkar N, Thawani V, Hingorani L, Khiyani R. Efficacy and tolerability of Boswellia serrata extract in treatment of osteoarthritis of knee--a randomized double blind placebo controlled trial. Phytomedicine 2003 Jan;10(1):3-7
  11. Ferrando AA, Sheffield-Moore M, Paddon-Jones D, Wolfe RR, Urban RJ. Differential anabolic effects of testosterone and amino acid feeding in older men. J Clin Endocrinol Metab 2003
  12. Mesrob B, Nesbitt C, Misra R, Pandey RC. High-performance liquid chromatographic method for fingerprinting and quantitative determination of E- and Z-guggulsterones in Commiphora mukul resin and its products. J Chromatogr B Biomed Sci Appl 1998 Dec 11;720(1-2):189-96
  13. Nagarajan M, Waszkuc TW, Sun J. Simultaneous determination of E- and Z-guggulsterones in dietary supplements containing Commiphora mukul extract (guggulipid) by liquid chromatography. J AOAC Int 2001 Jan-Feb;84(1):24-8

Produkte mit den selben Inhaltsstoffen