SUBSTANZEN Es gibt zurzeit 1006 Substanzen

Es wurden keine Übereinstimmungen gefunden. Bitte versuchen Sie es mit einem anderen Begriff.

Betain

Betain

Betain wird von vielen Experten als neuer aufgehender Stern am Supplementhimmel angesehen. Dieser Ratgeber wird hinter die Kulissen dieses Supplements blicken und zeigen, was dieser vielversprechende Wirkstoff für Gesundheit, sportliche Leistungsfähigkeit, Muskelaufbau und Fettabbau tun kann.

Ab und zu erscheint ein neues Supplement auf der Bildfläche, dessen Hype auf einer einzigen mit Ratten durchgeführten Studie basiert, die vielversprechend klingt und sich leider häufig auch als zu gut um wahr zu sein herausstellt. Und dann gibt es die Supplements, die eine solide Basis an Untersuchungen aufbauen, ohne einen großen Hype hervorzurufen. Diese Wirkstoffe erhalten oft erst nach Jahren die Anerkennung, die sie verdienen.

Was Betain angeht, gehört dieser Wirkstoff zu letztgenannten Kategorie von Supplements. Während der letzten Jahre hat sich Betain zu einem weit verbreiteten Inhaltsstoff in neuen Pre-Workout und Post-Workout Produkten entwickelt. Bevor Betain in diesen Supplements aufgetaucht ist, wurde es von vielen Menschen bereits seit Jahren zu Gesundheitszwecken verwendet. Doch erst jetzt beginnen wissenschaftliche Studien zu zeigen, wie effektiv Betain sein kann, wenn es um eine Verbesserung der sportlichen Leistungsfähigkeit und der Körperkomposition geht.

Wenn Du Deinen Mitstreitern einen Schritt voraus sein möchtest, dann ist es an der Zeit, dass Du Dich näher damit beschäftigst, was dieses vielversprechende Supplement für Dich tun kann.

Was ist Betain?

Betain wird manchmal auch unter seinem technischen Namen Trimethylglycin – kurz TMG – verkauft. Diese Namen sind gegeneinander austauschbar und stehen für die Aminosäure Glycin, an die drei Methylgruppen angebunden sind.

Im menschlichen Körper entsteht Betain auf natürliche Art und Weise beim Abbau von Cholin und es findet sich außerdem auch in einer Reihe von Nahrungsmittelquellen wieder. Hierzu gehören unter anderem unterschiedliche Arten von Rüben, wovon sich auch der Name Betain ableitet, da Rüben im Englischen „Beets“ heißen.

Betain bekam seinen Namen, da es ursprünglich aus Zuckerrüben isoliert wurde, die den lateinischen Namen Beta Vulgaris tragen. Ironischerweise sind eine ganze Reihe von Nahrungsmitteln reichere Quellen für Betain. 100 Gramm Weizenkeime enthalten z.B. mehr als 1000 mg Betain, was mehr als das Vierfache von dem ist, was sich in derselben Menge an Rüben wiederfindet. Auch Spinat und Quinoa liefern im Vergleich zu Rüben mehr als die doppelte Menge an Betain. Der Name hat sich trotzdem gehalten.

In all diesen Pflanzen dient Betain derselben entscheidenden Aufgabe: die Zellen vor Stress zu schützen – also vor Dingen wie Dürreperioden oder extremen Temperaturen. Betain wird außerdem seit Jahrzehnten in Futtermitteln eingesetzt, um Schweine, Hühner und Lachs gesünder und widerstandsfähiger zu machen.

In menschlichen Gesundheitskreisen war die Anwendung von Betain eine lange Zeit lang auf die gesundheitsfördernden Wirkungen dieser Verbindung beschränkt. Die Leute haben es verwendet, um die Gesundheit von Gelenken und Leber zu unterstützen und gesunde Entzündungslevel zu fördern. Einige Studien konnten sogar zeigen, dass Betain die Aufrechterhaltung gesunder Cholesterinspiegel fördert, die sich bereits im gesunden Bereich befinden.

Was bewirkt Betain?

Bei Menschen hängen die meisten Vorzüge von Betain mit seiner Rolle als Methylgruppen Spender zusammen. Ein Methylgruppen Spender ist ein Molekül, das eine Methylgruppe – ein Kohlenstoffatom, an das drei Wasserstoffatome angebunden sind – auf ein anderes Molekül übertragen kann. Viele wichtige biochemische Prozesse im Körper sind auf eine Methylierung angewiesen.

Die wichtigste Reaktion, bei der Betain diese Funktion erfüllt, ist die Methylierung der Aminosäure Homocystein, um Methionin zu bilden. Methionin ist für die körpereigene Synthese von Kreatin wichtig. Ein Mechanismus, über den Betain den Aufbau von Kraft und Muskelmasse fördern könnte, ist also eine Erhöhung der Kreatinproduktion im Körper.

Methionin spielt auch bei der Muskelproteinsynthese eine wichtige Rolle – insbesondere bei einem Prozess, der als “Translation” bekannt ist. Dadurch, dass mehr Methionin für diesen Prozess verfügbar ist, wird die Proteinsyntheserate erhöht, wodurch das Potential für ein Muskelwachstum und Kraftzuwächse gesteigert wird.

Betain besitzt auch die positive Auswirkung, dass es gesunde Homocysteinspiegel unterstützt. Von hohen Homocysteinspiegeln konnte gezeigt werden, dass sie die Insulin Signalisierung hemmen, was Muskelwachstum und Fettabbau beeinträchtigen kann.

Und zu guter Letzt scheint Betain die Spiegel von S-Adenosylmethionin, auch als SAMe bekannt, zu erhöhen. Über hohe SAMe Spiegel zu verfügen kann eine positive Stimmungslage unterstützen, die Gesundheit der Leber fördern und die Gelenkregeneration fördern.

Was sind die Anwendungen zur Förderung der Leistungssteigerung und der Körperentwicklung?

Während der letzten Jahre haben klinische Studien eine Betain Supplementation in einer Reihe von Modalitäten betrachtet, die von Kraft über Muskelwachstum bis hin zu Ausdauer und Sprints reichen. Was haben all diese Untersuchungen gemeinsam? Betain hat das Placebo in den Staub geworfen. Eine der ersten Studien, die leistungssteigernden Wirkungen von Betain untersucht hat, wurde im Jahr 2010 an der University of Connecticut durchgeführt. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass mit Gewichten trainierende Sportler, die 1,25 Gramm Betain zweimal täglich zu sich nahmen, ihre Muskelkraft um 20% und ihre Muskelschnellkraft um 20% steigern konnten. Die Wissenschaftler fanden außerdem heraus, dass Betain die Marker für die Muskelproteinsynthese nach einer Trainingseinheit im Vergleich zu einem Placebo signifikant erhöhte.

Seit dieser ersten Studie haben andere Wissenschaftler herausgefunden, dass eine Betain Supplementation Trainierenden dabei half, im Vergleich zu lediglich Wasser mehr Gesamtwiederholungen bei Bankdrücktrainingseinheiten auszuführen, die Pedalkraft bei Radtrainingseinheiten zu steigern und die Sprintdauer um fast 40 Sekunden zu erhöhen. Ähnlich wie Beta-Alanin scheint Betain außerdem die Laktatspiegel signifikant zu senken, was die Muskelerschöpfung hinauszögern kann und es Sportlern erlaubt, über einen längeren Zeitraum härter zu trainieren.

Und dann ist da noch die neuste mit Betain durchgeführte Studie, die vom College of Springfield in Massachusetts kommt. Mit Gewichten trainierende Männer befolgten für 6 Wochen ein Trainingsprogramm mit Gewichten, das eine wellenförmige Periodisierung umfasste. Eine Gruppe supplementierte mit 1,25 Gramm Betain zweimal täglich, während die andere Gruppe zweimal täglich ein Placebo bekam.

Die Wissenschaftler beobachteten, dass die Probanden, die mit Betain supplementierten, ihre Muskelmasse um 4 Pfund steigern und ihren Armumfang um 10% erhöhen konnten, während sie gleichzeitig 7 Pfund Körperfett verloren. Bei der Placebogruppe konnte weder ein Muskelaufbau noch eine Zunahme des Armumfangs noch ein Verlust von Körperfett beobachtet werden.

Was kann diese erstaunlichen Resultate erklären? Eine aktuelle an der University of Connecticut durchgeführte Studie gibt Hinweise darauf, dass die Zunahme an Kraft, Schnellkraft und Ausdauer auf der Fähigkeit von Betain basieren könnte, die Spiegel wichtiger anaboler Substanzen zu erhöhen, während Betain gleichzeitig ein gesundes Gleichgewicht des katabolen Hormons Kortisol fördert. Frühere Untersuchungen deuten außerdem darauf hin, dass eine Betain Supplementation die Stickstoffoxydspiegel erhöht und dabei hilft, das zellulare Flüssigkeitsvolumen zu reguliere, was den Muskelpump und eine Zunahme an Muskelmasse weiter fördern kann.

Gibt es irgendwelche Nebenwirkungen?

Es gibt keine bekannten ernsthaften Nebenwirkungen einer Betain Supplementation. Es kann jedoch bei einigen Menschen Übelkeit, Magenverstimmung und/oder Durchfall hervorrufen. Dies ist einer der Gründe, Deine Tagesdosis auf mehrere kleinere Einnahmen pro Tag aufzuteilen, wie dies bei mehreren aktuellen Studien der Fall war.

Wie sollte ich Betain mit anderen Supplements kombinieren?

Es ist kein Zufall, dass Betain in Pre-Workout Produkten in Kombination mit Inhaltsstoffen wie Kreatin, L-Citrullin und Beta-Alanin zum Einsatz kommt. Die Wirkungen dieser Supplements ergänzen und verstärken sich gegenseitig synergistisch und zusätzlich hierzu hilft Betain Deinem Körper dabei, mehr Kreatin zu produzieren.

Mehrere der vielversprechendsten aktuellen Studien, die sich auf Betain konzentriert haben, verwendeten Betain als Pre-Workout Produkt – entweder für sich alleine mit Wasser gemischt oder in einem Getränk, das zusätzlich Elektrolyte und Kohlenhydrate enthielt. Später am Tag nahmen die Probanden dann noch eine weitere Dosis Betain zu sich.

Das scheint mir ein solider Ansatz zu sein. Füge Betain entweder zu Deinem augenblicklichen Pre- und Post-Workout Stack hinzu oder suche Dir ein Produkt, das bereits Betain enthält.

Sollte Betain zyklisch verwendet werden?

Zum augenblicklichen Zeitpunkt scheint es keinen Grund dafür zu geben, Betain zyklisch zu verwenden. Es kann ohne Bedenken kontinuierlich verwendet werden.

Wann solltest Du Betain einnehmen?

Man schätzt, dass die meisten Menschen etwa 1 bis 2 Gramm Betain über ihre tägliche Ernährung zu sich nehmen. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen jedoch, dass eine Supplementation mit zusätzlichem Betain deutliche Gesundheits- und Leistungsvorzüge mit sich bringt. Untersuchungen bestätigen außerdem, dass eine deutliche Menge an Betain während des Trainings über den Schweiß ausgeschieden wird und so verloren geht. Dies unterstützt die Ansicht, dass Du Betain auf täglicher Basis und nicht nur vor dem Training verwenden solltest.

Wenn man berücksichtigt, dass man davon ausgeht, dass Betain die Level der Muskelproteinsynthese erhöhen und die Kortisolspiegel reduzieren kann, macht es Sinn, dass Du Betain sowohl vor, als auch nach einer intensiven Trainingseinheit zu Dir nimmst. Dies sind die Zeiten, während denen Du am härtesten daran arbeitest, ein anaboles Umfeld zu schaffen.

Zusammenfassend dürfte es am sinnvollsten sein, 1,25 bis 1,5 Gramm Betain zweimal täglich, vorzugsweise vor und nach dem Training zu Dir zu nehmen.

Was ist das Fazit zum Thema Betain?

Fazit ist, dass Betain Dir dabei helfen kann, Deine Zuwächse an fettfreier Muskelmasse und Kraft signifikant zu steigern. Auch wenn Betain noch nicht über die Bekanntheit und den Ruf eines Supplements wie Kreatin verfügt, befindet es sich doch auf dem Weg nach oben. Es scheint sicher und effektiv zu sein, kann leicht mit anderen Supplements kombiniert werden und verfügt über das Potential, auch außerhalb des Fitnessstudios Deine allgemeine Gesundheit und Dein Wohlbefinden zu fördern.

Referenzen:

  1. Craig SA. Betaine in human nutrition. Am J Clin Nutr. 2004 Sep;80(3):539-49.
  2. Atkinson W, et al. Dietary and supplementary betaine: acute effects on plasma betaine and homocysteine concentrations under standard and postmethionine load conditions in healthy male subjects. Am J Clin Nutr. 2008 Mar;87(3):577-85.
  3. Steenge, GR, et al. Betaine supplementation lowers plasma homocysteine in healthy men and women. J Nutr. 2003 May;133(5):1291-5.
  4. Schwab, U., et al. Betaine supplementation decreases plasma homocysteine concentrations but does not affect body weight, body composition, or resting energy expenditure in human subjects. Am J Clin Nutr. 2002 Nov;76(5):961-7.
  5. Graybiel A, et al. Use of betaine and glycocyamine. Ann West Med Surg 1951;5:863-75.
  6. Morrison LM. Results of betaine treatment of atherosclerosis. Am J Dig Dis 1952;19:381-4.
  7. Barak AJ, Tuma DJ. Betaine, metabolic by-product or vital methylating agent? Life Sci. 1983 Feb 14;32(7):771-4.
  8. Barak AJ, et al. Betaine effects on hepatic methionine metabolism elicited by short-term ethanol feeding. Alcohol. 1996 Sep-Oct;13(5):483-6.
  9. Barak AJ, et al. Dietary betaine promotes generation of hepatic S-adenosylmethionine and protects the liver from ethanol-induced fatty infiltration. Alcohol Clin Exp Res. 1993 Jun;17(3):552-5.
  10. Junnila M, et al. Reduction of carbon tetrachloride-induced hepatotoxic effects by oral administration of betaine in male Han-Wistar rats: a morphometric histological study. Vet Pathol. 2000 May;37(3):231-8.
  11. Junnila M, et al. Betaine reduces hepatic lipidosis induced by carbon tetrachloride in Sprague-Dawley rats. Vet Hum Toxicol. 1998 Oct;40(5):263-6.
  12. Wettstein M, et al. Betaine as an osmolyte in rat liver: metabolism and cell-to-cell interactions. Hepatology. 1998 Mar;27(3):787-93.
  13. Zapadniuk VI, et al. Corrective effect of trimethylglycine on the nicotinamide coenzyme and adenine nucleotide content of the tissues in experimental atherosclerosis. Farmakol Toksikol. 1986 Jul-Aug;49(4):71-3.
  14. Panteleimonova TN, Zapadniuk VI. Effect of trimethylglycine on lipid metabolism in experimental atherosclerosis in rabbit. Farmakol Toksikol. 1983 Jul-Aug;46(4):83-5.
  15. Zahn A, et al. Effects of methionine and betaine supplementation on growth performance, carcass composition and metabolism. Poult Sci 2006, 47:576-580.
  16. Maresh, CM, et al. The effects of betaine supplementation on strength and power performance. Medicine & Science in Sports & Exercise 39(5 suppl.): S304, 2007.
  17. Hoffman JR, et al. Effect of betaine supplementation on power performance and fatigue. J Int Soc Sports Nutr. 2009 Feb 27;6:7.
  18. Lee EC, et al. Ergogenic effects of betaine supplementation on strength and power performance. J Int Soc Sports Nutr. 2010 Jul 19;7:27.
  19. Trepanowski JF, et al. The effects of chronic betaine supplementation on exercise performance, skeletal muscle oxygen saturation and associated biochemical parameters in resistance trained men. J Strength Cond Res. 2011 Dec;25(12):3461-71.
  20. Pryor JL, Craig SA, Swensen T. Effect of betaine supplementation on cycling sprint performance. J Int Soc Sports Nutr. 2012 Apr 3;9(1):12.
  21. Czapla, R., et al. Effect of betaine on cycling sprint power. J Int Soc Sports Nutr. 2010 Apr;7(Suppl 1):P23.
  22. Armstrong LE, et al. Influence of betaine consumption on strenuous running and sprinting in a hot environment. J Strength Cond Res. 2008 May;22(3):851-60.
  23. Apicella JM, et al. Betaine supplementation enhances anabolic endocrine and Akt signaling in response to acute bouts of exercise. Eur J Appl Physiol. 2013 Mar;113(3):793-802.
  24. Kraemer, W.J., et al. The influence of betaine supplementation on work performance and endocrine function in men. Annual Meeting of the National Strength and Conditoning Association, 2010.
  25. Cholewa, J. M., et al. Effects of betaine on body composition, performance, and homocysteine thiolactone. J Int Soc Sports Nutr. 2013 Aug;10:39.
  26. Iqbal, O. Betaine induced release of tissue factor pathway inhibitor and nitric oxide: Implications in the management of cardiovascular disease. FASEB 2006 Mar; J 20: A655.
  27. Lever M, Slow S. The clinical significance of betaine, an osmolyte with a key role in methyl group metabolism. Clin Biochem. 2010 Jun;43(9):732-44.
  28. Craig, S. S., et al. The betaine content of sweat from adolescent females. J Int Soc Sports Nutr. 2010 Jan;7:3. Von Jim Stoppani, Ph.D.Quelle: https://www.bodybuilding.com/fun/jim-stoppanis-expert-guide-to-betaine.html

Produkte mit den selben Inhaltsstoffen