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Antioxidantien

Antioxidantien

Antioxidantien werden heute Zutage sowohl in den Medien, als auch in der Fachliteratur regelmäßig erwähnt. Du kannst Antioxidantien in Drogerien, Apotheken und Internet Shops finden und ihre Vorzüge werden sowohl von den Herstellern, als auch den Medien gepriesen.

Doch trotzdem wissen die wenigsten Menschen, was Antioxidantien wirklich sind und wie sie wirken. Das Konzept von Antioxidantien ist recht komplex, doch dieser Artikel wird sein Bestes geben, um alles Wichtige zum Thema in allgemeinverständlicher Form zu erklären.

Was sind Antioxidantien und wie wirken sie?

Um zu verstehen, wie Antioxidantien wirken, müssen wir auf molekularer Ebene beginnen… Wie jeder wahrscheinlich wissen wird, besteht alle Materie in unserem Universum aus einzelnen Atomen. Atome bestehen aus einem Kern, der sich aus Protonen und Neutronen zusammensetzt und aus Elektronen, die um diesen Kern kreisen. Elektronen tragen eine negative Ladung tragen, während Protonen eine positive Ladung tragen. Neutronen sind, wie ihr Name bereits vermuten lässt, elektrisch neutral und tragen keine Ladung.

Wenn sich zwei oder mehr Atome miteinander verbinden, werden sie zu etwas, das als Molekül bezeichnet wird. Der menschliche Körper besteht aus Substanzen wie Proteinen, Fetten, DNA und vielen weiteren Bausteinen, welche im Grunde genommen nichts anderes als große Moleküle sind, die aus dutzenden, hunderten oder sogar tausenden miteinander verbundenen Atomen bestehen. Der menschliche Körper und andere Organismen halten ihre Struktur und Funktion durch chemische Reaktionen aufrecht. All die chemischen Reaktionen, die benötigt werden, um das Leben aufrecht zu erhalten, werden kollektiv als Stoffwechsel bezeichnet.

Bei diesen chemischen Reaktionen werden größere Moleküle in kleinere Moleküle aufgebrochen und aus kleineren Molekülen werden größere Moleküle aufgebaut. Damit ein Molekül stabil ist, muss es die richtige Menge an Elektronen enthalten. Wenn ein Molekül eines seiner Elektronen verliert, dann kann es sich in ein sogenanntes freies Radikal verwandeln.

Bei freien Radikalen handelt es sich um instabile, elektrisch geladene Moleküle, die mit anderen Molekülen wie z.B. der DNA der Zellen reagieren und diese beschädigen können. Dies kann zu gefährlichen Kettenreaktionen führen, wenn die geschädigten Moleküle selbst wieder zu freien Radikalen werden.

An dieser Stelle kommen Antioxidantien ins Spiel. Wenn ein Molekül ein Elektron verliert und sich in ein freies Radikal verwandelt, dann springt das Antioxidantienmolekül ein und spendet dem freien Radikal ein Elektron, um dies zu neutralisieren und hierdurch unschädlich zu machen. Der Begriff „neutralisieren“ gilt hierbei auch im Sinn der elektrischen Ladung, da durch das Spenden des Elektrons aus einem elektrisch geladenen Molekül ein Molekül mit einer neutralen elektrischen Ladung wird. Dies ist der Mechanismus, der Antioxidantien zugrunde liegt. Sie spenden freien Radikalen Elektronen, was diese neutralisiert und verhindert, dass sie Schaden anrichten können.

  • Zusammenfassung: Antioxidantien sind Moleküle, die durch freie Radikale hervorgerufene Schäden verhindern. Antioxidantien tun dies, indem sie diesen freien Radikalen ein Elektron spenden und sie hierdurch neutralisieren.

Antioxidantien und freie Radikale sind beide wichtig

Freie Radikale werden kontinuierlich während natürlicher Stoffwechselprozesse gebildet und ohne Antioxidantien würden diese Deinen Körper recht schnell zerstören. Es ist jedoch wichtig im Hinterkopf zu behalten, dass diese freien Radikale auch wichtige Funktionen erfüllen, die für unser Überleben essentiell sind (1).

Die Immunzellen des Körpers verwenden freie Radikale, um Bakterien abzutöten, die uns infizieren (2). Wie bei so vielen Dingen im Körper brauchen wir ein gewisses Gleichgewicht…wir brauchen die richtige Menge an freien Radikalen und die richtige Menge an Antioxidantien um alles unter Kontrolle zu halten.

Wenn dieses Gleichgewicht außer Kontrolle gerät, dann können die Dinge beginnen schief zu laufen. Wenn die freien Radikale, die eine oxidative Wirkung besitzen, den Antioxidantien mengenmäßig überlegen sind, dann kann dies zu einem Zustand führen, der als oxidativer Stress bekannt ist. Während oxidativem Stress können wichtige Moleküle im Körper ernsthaft beschädigt werden…was manchmal sogar zum Zelltod führen kann. Mehrere Stressfaktoren und Faktoren des Lebensstils sind dafür bekannt, dass sie eine exzessive Bildung freier Radikale und oxidativen Stress fördern:

  • Luftverschmutzung
  • Zigarettenrauch
  • Alkoholkonsum
  • Toxine
  • Hohe Blutzuckerspiegel (3, 4)
  • Ein Konsum großer Mengen an mehrfach ungesättigten Fettsäuren (5)
  • Strahlung inklusive exzessivem Sonnenbaden
  • Infektionen durch Bakterien, Pilze und Viren
  • Eine exzessive Einnahme von Eisen, Magnesium, Kupfer oder Zink (1)
  • Zu wenig Sauerstoff im Körper (6)
  • Zu viel Sauerstoff im Körper
  • Intensives und lange andauerndes Training, das Beschädigungen des Muskelgewebes hervorruft (7)
  • Eine exzessive Einnahme von Antioxidantien wie Vitamin C und E (1)
  • Ein Mangel an Antioxidantien (8)

Länger anhaltender oxidativer Stress führt zu einem gesteigerten Risiko negativer Auswirkungen auf die Gesundheit, zu denen unter anderem Herzkrankheiten gehören. Man glaubt außerdem, dass oxidativer Stress zum Alterungsprozess beiträgt.

  • Zusammenfassung: Der Körper braucht ein gewisses Gleichgewicht zwischen freien Radikalen und Antioxidantien. Wenn dieses Gleichgewicht gestört wird, kann dies zu oxidativem Stress führen, der alle Arten von negativen Auswirkungen auf die Gesundheit besitzen kann.

Antioxidantien sind für das Leben essentiell und finden sich in allen Arten von Lebensmitteln wieder Antioxidantien sind essentiell für das Überleben aller lebendigen Organismen. Der menschliche Körper produziert sogar seine eigenen Antioxidantien, wie das zellulare Antioxidans Glutathion. Pflanzen und Tiere und alle anderen Formen des Lebens haben ihre eigene Verteidigung gegen freie Radikale und die oxidativen Schäden, die durch diese verursacht werden. Aus diesem Grund finden sich Antioxidantien in fast allen Nahrungsmitteln pflanzlicher und tierischer Herkunft wieder. Antioxidantien in Form von Nahrungsmitteln zu konsumieren, ist wichtig. Genau genommen hängt unser Leben von der Zufuhr bestimmter Antioxidantien ab – nämlich Vitamin C und Vitamin E. Die Gesundheitsvorzüge, die mit einer pflanzenreichen Ernährung in Verbindung gebracht werden, beruhen zumindest teilweise auf der großen Bandbreite an Antioxidantien, die sie liefert (9).

Auch Fleischprodukte und Fisch enthalten Antioxidantien (10, 11), wenn auch im Vergleich zu Obst und Gemüse in kleineren Mengen. Beeren stellen eine besonders gute Quelle für Antioxidantien dar (12). Und dann gibt es noch eine Reihe anderer guter Quellen für Antioxidantien…inklusive grünem Tee, Kaffee und dunkler Schokolade. Laut einiger Studien ist Kaffee in der westlichen Ernährung eine der besten Quellen für Antioxidantien (13, 14), aber dies hängt auch teilweise damit zusammen, dass der Durchschnittsbürger nicht viele antioxidantienreiche Nahrungsmittel zu sich nimmt. Antioxidantien können auch die Haltbarkeit von sowohl natürlichen, als auch verarbeiteten Nahrungsmittel verlängern, weshalb sie häufig als Nahrungsmittelzusätze verwendet werden (15). Vitamin C wird z.B. zu verarbeiteten Lebensmitteln als Konservierungsmittel hinzugefügt.

  • Zusammenfassung: Unsere Ernährung ist eine essentielle Quelle für Antioxidantien. Diese finden sich in Nahrungsmitteln tierischer und pflanzlicher Herkunft wieder und kommen in Obst, Gemüse und Getränken wie Kaffee und Tee in besonders großen Mengen vor.

Unterschiedliche Typen von in der Nahrung vorkommenden Antioxidantien

Es gibt eine große Vielzahl unterschiedlicher Antioxidantien, die sich in Nahrungsmitteln wiederfinden. Diese können grob in zwei unterschiedliche Gruppen – wasserlösliche und fettlösliche Antioxidantien – aufgeteilt werden.

Wasserlösliche Antioxidantien setzen ihre Wirkungen in den Flüssigkeiten innerhalb und außerhalb der Zellen frei, während fettlösliche Antioxidantien primär in den Zellmembranen agieren. Hier ist eine Liste einiger wichtiger in der Nahrung vorkommender Antioxidantien:

  • Vitamin C: ist eines der wichtigsten wasserlöslichen Antioxidantien und ein essentieller Nährstoff.
  • Vitamin E: ist das primäre fettlösliche Antioxidans, das beim Schutz der Zellmembrane vor oxidativen Schäden eine entscheidende Rolle spielt.
  • Flavonoide: stellen eine Gruppe von Antioxidantien dar, die sich in pflanzlichen Nahrungsmitteln wiederfinden. Flavonoide besitzen viele positive Auswirkungen auf die Gesundheit (16).

Viele Substanzen, die zur Klasse der Antioxidantien gehören, können auch andere wichtige Funktionen im Körper besitzen. Prominente Beispiele hierfür sind die in Kurkuma enthaltenen Curcuminoide und das Oleocanthal, das in extra virginem Olivenöl enthalten ist. Diese Substanzen funktionieren als Antioxidantien, doch sie besitzen auch wirkungsvolle entzündungshemmende Aktivitäten (17, 18). Zusammenfassung: Es gibt viele unterschiedliche Typen von Antioxidantien in unserer Ernährung, zu denen unter anderem Vitamin C, Vitamin E und Flavonoide gehören. Diese Substanzen können auch noch weitere Funktionen erfüllen, die nichts mit ihrer antioxidativen Aktivität zu tun haben.

Sollte man Antioxidantien Supplements verwenden?

Eine Zufuhr von Antioxidantien ist für eine optimale Gesundheit essentiell. Viel ist hierbei jedoch nicht immer auch besser. Eine exzessive Zufuhr isolierter Antioxidantien kann toxische Auswirkungen besitzen und oxidative Schäden sogar fördern, anstatt zu verhindern. In der Tat haben einige Studien sogar gezeigt, dass extrem hohe Dosierungen von Antioxidantien, das Sterberisiko erhöhen können (19, 20). Aus diesem Grund kann es Sinn machen, keine extrem überdosierte Antioxidantien Supplemente zu verwenden.

Eine Studie, die Blutorangensaft verwendete, konnte zeigen, dass dieser eine signifikant stärkere antioxidative Wirkung als mit Zucker und derselben Menge an Vitamin C versetztes Wasser aufwies (21). Dies hängt damit zusammen, dass echte Nahrung hunderte, wenn nicht sogar tausende unterschiedliche Nährstoffe enthält, die synergistisch zusammenwirken. Die Einnahme von nur ein oder zwei isolierten Nährstoffen wird nicht dieselben positiven Wirkungen mit sich bringen. Die beste und gesündeste Strategie zur Sicherstellung einer adäquaten Zufuhr an Antioxidantien ist eine Ernährung, die reich an unterschiedlichen Sorten Obst und Gemüse ist (22) und die mit anderen gesunden Ernährungsgewohnheiten kombiniert wird.

Eine vernünftige, nicht zu hohe Dosierung, wie sie sich z.B. in einigen Multivitaminprodukten wiederfindet, kann jedoch von Vorteil sein, wenn es Dir an bestimmten Nährstoffen mangelt oder es Dir schwer fällt, eine gesunde Ernährung einzuhalten.

Fazit

Eine adäquate Zufuhr von Antioxidantien ist ein essentieller Teil einer gesunden Ernährung…die Zufuhr von zu vielen isolierten Antioxidantien in Form zu hoch dosierter Supplements kann jedoch unter Umständen mehr schaden als nutzen.

Am Ende des Tages besteht der beste Weg, die richtige Menge an Antioxidantien zu sich zu nehmen, besteht darin, eine aus echter Nahrung bestehende Ernährung zu befolgen, die reichlich frisches Obst und Gemüse umfasst.

Referenzen:

  1. https://www.hindawi.com/journals/bmri/2014/761264/
  2. http://www.bloodjournal.org/content/92/9/3007?sso-checked=true
  3. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC1448694/
  4. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC209408/
  5. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/9844997
  6. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11948241
  7. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18923182
  8. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/9357853
  9. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15159237
  10. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21684086
  11. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22138166
  12. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20096093
  13. https://academic.oup.com/jn/article/134/3/562/4688575
  14. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/14506489
  15. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23501254
  16. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23953879
  17. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3633300/
  18. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21443487
  19. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15464182
  20. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15537682
  21. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17349075
  22. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15159237

https://www.healthline.com/nutrition/antioxidants-explained#section6

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